10.12.2006

Zu dumm für die eigenen Kinder?

„Ein Verflachung des Intelligenzquotienten ist vorprogrammiert. Eine Chance haben die Kinder durch eine neue Beelterung.“ Gestützt auf Stellungnahmen wie diese rissen ein niedersächsisches Jugendamt und das Familiengericht eine Familie auseinander. Die Eltern erschienen den Behörden einfach zu dumm.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Aktion für rechtswidrig erklärt:

Das Gericht erinnert daran, dass allein die Tatsache, dass ein Kind in einem Rahmen aufwachsen könnte, der seiner Entwicklung förderlicher wäre, keine Rechtfertigung dafür ist, es mit Gewalt von einen biologischen Eltern zu trennen.

Die Welt berichtet über dieses deutsche Familiendrama.

(Link gefunden in der Handakte)

48 Kommentare zu “Zu dumm für die eigenen Kinder?”

  1. Tano meint: (10.12.2006 um 14:42) AntwortenReply to this comment

    "Beelterung"?!

    Immer wieder erstaunlich, wie einfallsreich deutsche Bürokraten im Produzieren irrer Neologismen sind.

  2. Maik meint: (10.12.2006 um 15:14) AntwortenReply to this comment

    Einzelfälle wie diese extreme Blödheit ändern nicht meine Ansicht, dass es im Allgemeinen in Deutschland viel zu schwierig ist, Kinder von den Eltern zu trennen. Was da toleriert wird — von Ämtern und Richtern — ist unter aller Sau. Man könnte sagen: Wenn das Kind auch nur eine 50%-Chance hat, mit 18 lebend da rauszukommen, bleibt es bei den Eltern.

    Diverse meiner Verwandten haben beruflich mit Kindern (und insbesondere: missbrauchten Kindern) zu tun, und wenn man auch nur am Rande mitbekommt, in was für Fällen Jugendamt/Richter/Sonstwer "keinen Handlungsbedarf" sehen, bleibt einem regelmäßig der Mund offen.

  3. RA Lothar Müller-Güldemeister meint: (10.12.2006 um 15:27) AntwortenReply to this comment

    In der Tat: vielleicht müsste man mal das Elternhaus des Gutachters unter die Lupe nehmen. Wer sonst hat ihn dazu erzogen, sich zwanghaft aus dem Wörterbuch des Unmenschen zu bedienen.

  4. RA Lothar Müller-Güldemeister meint: (10.12.2006 um 15:41) AntwortenReply to this comment

    PS: und dazu noch eine "Verflachung des Intelligenzquotienten". Der Quotient ist bekanntlich das Ergebnis einer Division, also eine Zahl. Eine Zahl aber kann nicht verflachen, nur eine Kurve. Dieses krause und inhumane Beamten- und Sozialpädagogengewäsch ist unerträglich. Wenn auch der Rest der Begründung von dieser Qualität ist, hätte ich sie der Behörde auch um die Ohren gehauen. Kein Wunder, dass Richter, mit derartigem Gallimathias konfrontiert, meistens die Kinder lieber bei den Eltern lassen als sie überforderten selbsternannten Gutmenschen in den Ämtern zu überantworten.

    Natürlich müssen Kinder versoffenen, drogenabhängigen, prügelnden und verlausten Eltern weggenommen werden. Aber wenn die Eltern dies sind, kann man es auf deutsch sagen und braucht dazu kein verquastes Geseiber.

  5. martin meint: (10.12.2006 um 15:45) AntwortenReply to this comment

    @2 Maik:
    nicht umsonst ist aber schutz der familie eins der wichtigsten grundrechte. ich finde das auch richtig so. wenn man es immer leichter macht, kinder von zuhause wegzunehmen, dann wird es auch immer leichter tun. und schwupps, werden dir irgendwann deine kinder weggenommen, weil du sie nicht in das richtige partei-jugendcamp stecken wolltest. möchtest du das? oder möchtest DU derjenige sein, der bestimmt, welche kinder schon weg müssen und welche noch bei ihrer familie bleiben dürfen?

  6. scheunenmann meint: (10.12.2006 um 15:51) AntwortenReply to this comment

    Beides stimmt wohl:
    Es gibt schon Kinder, die werden nicht so ganz ideal erzogen – jedenfalls nach Meinung der Nachbarn, Lehrer oder Jugendämter.

    Aber: GG Art. 6 soll nicht nur auf dem Papier stehen:
    ,, … Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern …''

    Schauderhaft, dass die Entscheider so leicht darüber hinweg kamen bei diesen Kindern.

  7. marcc meint: (10.12.2006 um 15:58) AntwortenReply to this comment

    „Ein Abrutschen in die Kriminalität infolge von Armut ist vorprogrammiert. Eine Chance haben die Kinder durch eine neue Beelterung.“
    ;-)

  8. Hans-Georg meint: (10.12.2006 um 16:35) AntwortenReply to this comment

    Das hört sich ja fast an wie ein Überbleibsel aus dem 3. Reich.

  9. F L A M E meint: (10.12.2006 um 16:39) AntwortenReply to this comment

    das ist schon voll pervers, aber was will man von einer korrupten pervertierten Gesetzgebung schon erwarten.
    Den Entscheidern von damals sollte man vielleicht einmal etwas Zeit geben Ihre Entscheidung zu überdenken. Ein paar Jahre im Knast wären da sicherlich hilfreich.
    Manchmal ist es einfach nur Schade das man in Deutschland lebt.
    In China wird man schon wegen geringfügiger Vergehen öffentlich im Stadion hingerichtet. Nicht das ich das gutheissen würde….

    Grüße
    F L A M E

  10. Schwarzmaler meint: (10.12.2006 um 16:57) AntwortenReply to this comment

    Das ist so eine der Nachrichten, bei denen ich nicht recht weiß, auf wessen Seite ich stehen soll. Und eigentlich hofft, nie eine derartige Entscheidung treffen zu müsssen. Verstehen kann ich das Jugendamt, auch wenn mir die Eltern und vor allem die Großeltern unendlich leid tun. In einer perfekten Welt würde man diesen Kindern beides wünschen wollen, emotionale Bindung an die Eltern und intellektuelle Förderung durch Außenstehende, nur dürfte dies bei vermutlich Tausenden Fällen deutschlandweit an wirtschaftliche Grenzen stoßen. Und dann werden viel zu viele Kinder unterfordert und vernachlässigt, auch in besser gebildeten Kreisen, daß man sich nicht öfter ein Eingreifen wünschen würde. Ich verbleibe ratlos.

  11. klein, dick, hässlich meint: (10.12.2006 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    Auf die Gefahr hinmisverstanden zu werden, aber haben nicht auch Eltern dass Recht Fehler zu machen, bevor sie dafür bestraft werden? Wenn ich will, kann ich in jeder deutschen Familie eine negative Entwicklung der Kinder hineindeuten. Wird eigentlich in so einem Fall nicht wenigsten geprüft ob die Angestellten vom Jugendamt was Falsch gemacht haben?

  12. Christian meint: (10.12.2006 um 17:24) AntwortenReply to this comment

    @4
    Wie schön man alles "auf deutsch sagen" kann, haben Sie mit ihrem Beitrag bewiesen.

  13. A. John meint: (10.12.2006 um 17:34) AntwortenReply to this comment

    @2: Einzelfälle wie diese extreme Blödheit ändern nicht meine Ansicht, dass es im Allgemeinen in Deutschland viel zu schwierig ist, Kinder von den Eltern zu trennen.
    So ist es. Manchmal fragt man sich, welchen Grad an Verblödung man erreichen muß, um sich für eine (Verwaltungs)beamtenlaufbahn zu qualifizieren.
    Einerseits läst man Kinder im Wissen um die Gefahr so lange bei völlig desozialisierten Eltern, bis sie in der Mülltonne oder Gefriertruhe landen, andererseits kriecht man jedem Fuzzi auf den Leim, wenn er sich in weit genug abgedrehten Bürokratenslang artikuliert.
    Und dann schafft man es auch noch, die Sache 7 Jahre am laufen zu halten. Das muß man sich mal vergegenwärtigen. Der Zeitraum von der Geburt, bis ins erste Schuljahr!

    @9: In China wird man schon wegen geringfügiger Vergehen öffentlich im Stadion hingerichtet. Nicht das ich das gutheissen würde….
    Es genügt völlig, wenn man Verwaltungsbeamten die Bezüge/Pensionen auf Harz 4 Höhe kürzt und sie dauerhaft(!) einer sinnvollen, für das Gemeinwohl nützlichen Beschäftigung zuführt.

    Gruß A. John

  14. MaxR meint: (10.12.2006 um 17:55) AntwortenReply to this comment

    Jemand, der sich hinter einer derartigen Sprache verschanzt, scheint diverse Probleme im Umgang mit echten Menschen zu haben. Warum läßt man eine solche Person auf Mitmenschen los?
    Die genannten Eltern dürften doch überhaupt keine Basis der Verständigung gefunden haben …
    Kafka läßt grüßen!

  15. n.n. meint: (10.12.2006 um 18:43) AntwortenReply to this comment

    ich konstruiere mal ein anderes szenario:

    das jugendamt schreitet bei einer grenzdebilen familie nicht ein. die kinder schaffen die schule nicht und kommen auch auf der sonderschule nicht klar. auf dem arbeitsmarkt haben sie keine chance, sie werden alkoholiker und kriminell.

    in diesem fall würde so mancher beklagen, dass das jugendamt nicht eingeschritten ist, dass die kinder in einem umfeld belassen wurden, in dem sie nicht gefördert wurden.

    es ist nicht wirklich einfach derartige prognoseentscheidungen zu treffen. nachher über sie herzuziehen ist ziemlich einfach.

  16. MaxR meint: (10.12.2006 um 18:50) AntwortenReply to this comment

    "Einschreiten" kann auch etwas anderes bedeuten. Da haben Jugendämter auf deutlich niedrigerer Eskalationsstufe Möglichkeiten, Kinder betreuen zu lassen.
    Ich kenne den Fall nicht, aber ich habe irgendwie den Eindruck, daß man sich ein Problem ein für alle Mal vom Hals schaffen wollte.

  17. MaxR meint: (10.12.2006 um 18:57) AntwortenReply to this comment

    Nachdem ich jetzt den Originalartikel gelesen habe, fällt mir doch was auf:
    erstens ist der Fall schon ein wenig älter, hat wohl sogar schon als Vorbild für einen Fernsehfilm im öffentlich-rechtlichen gedient. Zweitens ist da offenbar ein dubioser Kinderhilfsverein am Werk …

  18. M. meint: (10.12.2006 um 19:12) AntwortenReply to this comment

    @15: Alleine, dass die Familie grenzdebil ist, reicht noch nicht aus. Es muss eine konkrete, unmittelbare und auf die nahe Zukunft bezogene Gefährdung für ein Kind vorhanden sein. Die Tatsache, dass Eltern nicht bei Hausaufgaben helfen können, weil sie einfacher gestrickt sind, genügt nicht.

    Mit Deiner Argumentation könnte man soweit gehen, Eltern mit einem IQ von unter 100 die Kinder generell wegzunehmen und sie in Familien mit einem Durchshnitts-IQ von 120 zu geben. Wo soll die Grenze sein? "Prognoseentscheidungen" bergen ein ganz gewaltiges Risiko, insbesondere, wenn Sie einen langen zukünftigen Zeitraum antizipieren. Wir können beispielsweise aus Statistiken entnehmen, dass in Familien, bei denen ein Familienmitglied im Knast war, das Risiko ein Vielfaches höher ist, dass die Kinder auch im Knast landen und könnten vorsorglich die Kinder in heile Familien geben. Aber würde alleine ein statistisch erhöhtes Risiko derartige Maßnahmen rechtfertigen?

    Ich lebe von kaum mehr als von Hartz-IV, habe kein abgeschlossenes Studium und schlage mich mit einem zweistelligen IQ durch die Welt. Ich hoffe, dass man alleine aufgrund dieser drei Risikofaktoren mir nicht irgendwann die Kinder wegnimmt.

  19. Thilo meint: (10.12.2006 um 19:21) AntwortenReply to this comment

    "… im Allgemeinen in Deutschland viel zu schwierig ist, Kinder von den Eltern zu trennen." Wenn ich den Fall so sehe, scheint es mir überhaupt nicht schwierig zu sein. Mir scheint es eher eine Frage des Willens zu sein – oder vielleicht auch der Finanzen…

    Und wenn die "Verflachung des Intelligenzquotienten" ein Grund ist, müßte man tausenden Eltern, die sich z.B. nicht um die schulischen Belange ihrer Kinder kümmern, die Kinder entziehen.

  20. cm meint: (10.12.2006 um 20:01) AntwortenReply to this comment

    Kinder aus wohlhabenden Familien haben genauso oft alkoholkranke Väter oder Mütter (wahrscheinlich sogar öfter, da die Eltern häufig nur auf diese Weise den Berufsdruck aushalten können). Außerdem können die wohlhabenden Eltern mindestens im gleichen Maß aggressiv gegen ihre eigenen Kinder sein (sie verbergen es nur geschickter).Warum erscheinen dann die Merkmale (Sucht und Aggressivität) immer in Verbindung mit Armut? Auch die Begriffe "Grenzdebil" (ein Wort, das ich aus Ekel kaum aufzuschreiben wage)und "kriminell" (beide Wörter in Kommentar 15) müssten in diesem Zusammenhang auf "reiche" Schichten übertragen werden.
    Einige wohlhabende Leute können auf diese Weise ihre eigenen Probleme schön auf Wehrlose abwälzen.

  21. bernd meint: (10.12.2006 um 21:27) AntwortenReply to this comment

    Wow. Echter Expertenpool hier. Noch ein paar Jahre weiter und Menschen mit Handicap werden zwangssterilisiert.

    BTW. Eine Familienhilfe hätte einen Bruchteil der Kosten verursacht, die Kinder in ihrer häuslichen Umgebung gehalten und ggfs. sogar den Eltern geholfen weitere Qualifikationen zu erwerben.

  22. bildungsflüchtling meint: (10.12.2006 um 21:42) AntwortenReply to this comment

    @ 15

    das ist ja dieselbe Argumentation wie bei Pre-emptive Warfare: "jetzt stelle man sich mal vor, Saddam Hussein hätte Waepons of Mass Destruction gehabt…"

    Politik aufgrund von Vorstellungskraft zu machen, grenzt aber selbst an Debilität. Vorstellen kann ich mir vieles! Ja, es könnte morgen eine Seuche ausbrechen, die uns 10 Jahre lang schlimmste Schmerzen bereitet, bevor sie uns umbringt. Diese Seuche ist unheilbar, man wird einfach nur leiden, sich quälen, keinen schönen Tag mehr erleben. Vorstellen kann ich mir das – ein Massensuizid würde ich deswegen trotzdem nicht propagieren.

  23. bildungsflüchtling meint: (10.12.2006 um 21:56) AntwortenReply to this comment

    PS: ich selber habe jemanden in der Familie, der geistig behindert ist. Nun möchte diese Person gerne selber ein Kind haben, mit einem ebenfalls geistig behinderten Partner. Innerhalb der Familie wird dies sehr skeptisch gesehen, zumal es wohl fast unmöglich für die beiden wäre, das Kind ohne fremde Hilfe alleine groß zu ziehen.

    Trotzdem wäre es ja nun keine Lösung den beiden, sollte es denn so kommen, das Kind nachher einfach wieder wegzunehmen. Eine einfache Lösung kann und wird es nicht geben. Aber wer unter bestimmten Deckmäntelchen eine neue Form der Eugenik propagieren möchte, der sollte dies bitteschön ohne Hemnisse offen sagen. Dann weiß man wenigstens, wessen Geiste Kinder diese Personen sind.

  24. Tilman meint: (10.12.2006 um 22:13) AntwortenReply to this comment

    Dieser Fall ist doch bereits verfilmt worden unter dem Titel: "In Sachen Kaminski".

    Irgendwie arbeiten in den Jugendämtern neben den "normalen" Mitarbeitern zusätzlich zwei Typen: 1) die Nichtstuer (wodurch dann Kinder sterben), 2) die Fanatiker (schnappen sich Kinder weil ihnen die Eltern irgendwie nicht passen – zu dick, zu dumm, zu türkisch, etc).

  25. toebi toggenburger meint: (10.12.2006 um 23:36) AntwortenReply to this comment

    Der Artikel wie auch die Beiträge lesen sich so, als ob das Jugendamt nicht zwischen "extremen" Verhältnissen (Alkohol, Drogen, Gewalt und Einschränkungen aufgrund von Behinderungen unterscheiden kann.
    Das gibt schwer zu denken! Erinnern wir uns noch an den Fall der "alten Dame" bei Hamburg, wo es letztlich darum ging, ein Filetgrundstück der Stadt zu sichern?
    Beide Fälle haben letztlich eines gemein: ist man erstmal in den Fängen von Sozialamt/Betreuung/Jugendamt/Bevormundung gibt es so gut wie kein Entkommen – alles nur zu unserem Schutz.
    wenn es da keinen Handlungsbedarf gibt!

  26. Hootch meint: (11.12.2006 um 00:32) AntwortenReply to this comment

    Nur weil jemand in den Augen eines Anderen dumm erscheint, muss dies nicht zwangsläufig heißen, dass er nicht in der Lage ist, ein Kind zu einem anständigen Menschen zu erziehen. Die Behauptung, dass "eine Verflachung des Intelligenzquotienten (…) vorprogrammiert" sei, ist lachhaft – oder gibt es diesbezüglich wissenschaflich abgesicherte randomisierte, standardisierte Doppel- Blind- Studien? Das wage ich zu bezweifeln.

    Wahrscheinlich entstammt diese Idee einem Kopf, der sich zuvor vor allem mit Adoptionen befassen musste. Da werden ja, nur weil ein Paar keine Kinder bekommen kann, zum Teil die abstrusesten Anforderungen gestellt.

    Grüße!

  27. gerhard meint: (11.12.2006 um 08:06) AntwortenReply to this comment

    Jedes Mal, wenn ich solche Meldungen lese, bestärkt sich meine Meinung, so wenig wie irgendmöglich mit Behörden zu tun haben wollen. Leider kann man sich oft dagegen nicht wehren. Aber die Macht von Behörden in Deutschland ist schon sehr bedenklich.

    Bei diesem Fall müßte ich die weiteren Hintergründe wissen, denn die Verbindung Welt und Bild zeugt nicht gerade für überzeugende Seriösität. Andererseits habe ich selbst erlebt, wie schnell und leicht Kinder von ihren Eltern getrennt werden oder Menschen in Notsituationen einen Vormund erhalten können. Meine Frau hat Jahre in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und die Geschichten, die sie mir erzählte, haben meine Einstellung zu Richtern und Behörden vollständig verändert. Mein Vertrauen haben diese Institutionen nicht mehr!

  28. Max meint: (11.12.2006 um 09:12) AntwortenReply to this comment

    @24
    du meinst den (imho) guten Film der vor 2-3 Monaten in der ARD mal lief?

  29. Florian meint: (11.12.2006 um 10:18) AntwortenReply to this comment

    @ 2: Sicher richtig. Aber körperliche (oder meinetwegen seelische) Misshandlung ist ja wohl etwas anderes als fehlende elterliche Intelligenz.

    Färbt der Intelligenzquotient eines Menschen eigentlich auf mich ab, wenn ich mich im gleichen Zimmer aufhalte?
    Gibt es vielleicht jetzt schon ein Kindesrecht auf eine überdurchschnittlich intelligente Umgebung?

    Tut mir leid, aber es will mir nicht einleuchten, warum unterdurchschnittlich intelligente Eltern dem Kind schaden sollen (von einer genetischen Disposition abgesehen, aber die lässt sich durch Pflegeeltern ja wohl kaum ändern).

    Für die schulische Bildung ist ja wohl die Schule zuständig.
    Vielleicht können die Eltern nicht bei den Hausaufgaben helfen. Aber dazu sind sie erstens wohl auch nicht verpflichtet (die Schule sollte Kindern eigentlich sowieso nur Haushaufgaben geben, die sie selbständig erledigen können). Oder ansonsten gäbe es ja noch den Nachhilfelehrer.

    Wie gehts weiter?
    Kinder haben ein Recht auf Bewegung? Dann muss man sie gehbehinderten Eltern wegnehmen, weil die mit ihnen keinen Sport machen können?
    Jemand hat einen IQ unter 70? Vielleicht sollte man ihn lieber gleich sterilisieren – denn sein Kind behalten dürfte er ja ohnehin nicht.

  30. asd meint: (11.12.2006 um 12:15) AntwortenReply to this comment

    drogenabhängige dürfen ihre kinder behalten und menschen, die evtl nur eine kleine hilfe benötigen, denen werden die kinder entzogen…*tststs*

  31. n.n. meint: (11.12.2006 um 13:44) AntwortenReply to this comment

    @ 23

    ich halte es für nicht wirklich wünschenswert, wenn menschen kinder in die welt setzen, die nicht in der lage sind, sich ausreichend um kinder zu kümmern. warum sollte die gesellschaft, dich sich nachher um diese kinder kümmern muss, nicht auch ein wörtchen bei der entstehung mitreden, wenn das problem bereits absehbar ist?! warum sollte man eine betreuung, die sich auch auf so relevante bereiche wie die aufenthaltsbestimmung und die medizinische versorgung erstrecken kann, nicht auch auf diesen bereich ausdehnen!?
    ich denke, dies könnte viel leid (für eltern wie kinder) verhindern, das nahezu unausweichlich entstehen wird, wenn man geistig behinderte menschen in ihr unglück rennen lässt.

  32. M. meint: (11.12.2006 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    @31: Eben weil das Problem nur absehbar ist sollte die Gesellschaft sich hier heraushalten. Unsere Verfassung bewertet glücklicherweise die Würde des einzelnen höher als die Finanzen des Kollektivs.

    Denkt man Deine Vorstellung von Effizienz zu Ende, müsste man hierzulande eine totale Kontrolle alle gebärfähigen Frauen einführen. Und Kinder darf nur noch bekommen, wer dies zum Wohle des Volkes tut. Wann dies der Fall ist, darf ein Gremium von Experten beurteilen, das den Bedarf an Akademikern, Waldarbeitern, Hilfsarbeitern für die nächsten 30 Jahre abschätzt und darauf basierend die Entscheidung fällt, wer wann darf.

    Solch ein System wäre ganz ohne Zweifel effizient. Wir könnten viele Armutskarrieren verhindern, effizient arbeitende Mitbürger könnten leichter die Lasten des demografischen Wandels tragen. Ja, wir könnten eine fast perfekte Gesellschaft züchten.

    Eine, in welcher der einzelne nichts zählt. Und deshalb dürfen Leute mit einem zweistelligen IQ oder einem dreistelligen Einkommen in diesem Land Kinder bekommen. Ich bin ehrlich gesagt froh drüber.

  33. n.n. meint: (11.12.2006 um 15:31) AntwortenReply to this comment

    @ 32

    wenn du ein wenig genauer gelesen hättest, dann wäre dir vielleicht aufgefallen, dass ich nicht von effizienz oder finanziellen erwägungen geschrieben habe. ich habe von LEID geschrieben. und dieses leid wird nahezu zwangsläufig entstehen, wenn man es zulässt, dass geistig schwer behinderte menschen entscheidungen treffen, deren tragweite sie nicht erkennen können. es hat – so meine bescheidene meinung – wenig mit würde zu tun, wenn man solche menschen in ihr unglück rennen lässt.

    by the way:
    was würdest du einem zwölfjährigen mädel erzählen, das mit ihrem gleichaltrigen freund ein kind möchte?! ihr zu der entscheidung gratulieren und schon mal einen sozialarbeiter zur familienbetreuung einstellen?!
    geistig behinderte menschen haben teilweise den entwicklungsstand von sechsjährigen.

  34. M. meint: (11.12.2006 um 15:57) AntwortenReply to this comment

    @33: Wenn es nur zum Wohle der Kinder ist, warum beschränkst Du Dich dann auf die Kinder geistig behinderter Eltern (wer einen IQ von 75 hat, den würde ich als einfach gestrickt, aber nicht als geistig behindert bezeichnen)? Du könntest die Schlüsselkinder erwähnen, bei denen beide Eltern ganztags arbeiten müssen, um nicht von der Stütze zu leben. Oder die Kinder kalter Manager, die nach der auslaugenden 70-Stunden-Woche Koks oder Alkohol brauchen, aber nichts von ihren Kindern wissen wollen.

    Im Prinzip müsstest Du jede Familie durchleuchten und dann eine Art "Score " erstellen, der angibt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass aus einer Familie glückliche Menschen kommen.

    Vorprogrammiert ist ziemlich wenig. Es lassen sich allenfalls Wahrscheinlichkeiten und Tendenzen feststellen. Und um einfach gestrickten Eltern das Kinderkriegen zu verbieten gibt es einfach zuviele glückliche einfach gestrickte Kinder aus einfach gestrickten Familien.

  35. n.n. meint: (11.12.2006 um 16:07) AntwortenReply to this comment

    @ 34

    ich beschränke mich auf leute, die nicht für sich selbst sorgen können. und das meine ich nicht im finanziellen sondern im sozialen sinn. wenn du noch mal meinen text nr. 31 lesen würdest, könntest du sehen, dass ich mich auf den in nr. 23 geschilderten fall bezogen habe.

    und generell halte ich verbindliche untersuchungen von kindern für sinnvoll. bei denen könnte neben dem körperlichen zustand der kinder auch der geistige entwicklungsstand begutachtet werden. und dass bei fehlentwicklungen das kind im zweifel mal aus der familie genommen wird, halte ich auch für sinnvoll. kinder sind zu wehrlos, als dass man sie einfach ohne kontrolle ihren eltern überlassen könnte.

  36. M. meint: (11.12.2006 um 19:23) AntwortenReply to this comment

    Ich habe Dich schon verstanden: Kinder von Menschen, die nicht "für sich selbst sorgen" können, werden zur Last für die Gesellschaft. Oder worin sollte sonst das Problem liegen, ein Paar mit einem Øichen IQ kleiner 80 bei der Erziehung und der Förderung der Kinder zu unterstützen? Würde in Deiner Argumentation der Mesnch im Mittelpunkt stehen, hätte die Förderung von Kindern, deren Eltern einen besonders niedrigen IQ haben, den gleichen Stellenwert wie die Förderung hochbegabter Kinder.

    (Da hat das CMS was verschluckt…)

  37. Tilman meint: (11.12.2006 um 19:34) AntwortenReply to this comment

    @28: Ich meine der ist länger her. Ich hatte ihn auf ARTE gesehen, er lief danach in der ARD. Charakteristisch war dass die Eltern immer das Wort "tun" auf falsche Art verwendeten. Im Film wurde auch angedeutet, dass das zuständige Jugendamt systematisch Kinder entzog um einem Verein auf diese Weise Gelder zukommen zu lassen.

    Ein Problem ist sicher, dass die Gerichte einfach den Jugendämtern glauben, ähnlich wie Polizisten immer geglaubt wird.

  38. n.n. meint: (11.12.2006 um 20:18) AntwortenReply to this comment

    @ 37

    ach, du meinst das wäre alles nur eine kostenfrage?!
    du meinst, da kommt neben das kinderzimmer noch ein weiterer raum und da zieht dann ein sozialarbeiter ein und alles ist in butter?!
    ein beeindruckend simples weltbild, man steckt einfach genug geld rein und die familie funktioniert …

  39. Tilman meint: (11.12.2006 um 22:16) AntwortenReply to this comment

    @38: Nein. Ich habe gemeint, dass der Film angedeutet hat, dass Kinder entzogen wurden um auf diese Weise einem Verein Fördergelder zuzuschanzen.

  40. Tilman meint: (11.12.2006 um 22:18) AntwortenReply to this comment
  41. rjb meint: (11.12.2006 um 22:48) AntwortenReply to this comment

    @38:
    Sehr geehrte(r) Herr/Frau n.n.,

    bei Ihnen ist eine ausgeprägte Verflachung der Rechtschreibung mit gleichzeitiger Tendenz zu hypertrophischer Interpunktion festzustellen. Es ist deshalb zu befürchten, daß Sie nicht in der Lage sind, Ihre Kinder in der Schulausbildung angemessen zu unterstützen. Daher ordne ich die vorsorgliche Neubeelterung Ihrer Kinder an.

    Hochachtungsvoll, Krakel, Scheffsesselfurzer im Jugendamt

  42. Daniel meint: (12.12.2006 um 11:23) AntwortenReply to this comment

    es geht auch anders:

    http://www.politicallyincorrect.de/2006/12/trotz_hauslicher_gewalt_kinder.html#more
    (dort mit weiteren Nachweisesn in Form von Links)

    fragt man sich was eingetlich schlimmer ist ?!

  43. n.n. meint: (12.12.2006 um 11:35) AntwortenReply to this comment

    @ 37, 39
    sorry, es war natürlich 36 gemeint.

    @ 41

    au fein! das ist für den anwalt meines vertrauens eine gute gelegenheit geld zu verdienen! und da ich gar keine kinder habe, ist das prozessrisiko durchaus überschaubar …

    by the way: wie füttert man eine interpunktion eigentlich!? ich meine, wenn meine überernährt ist, wie stelle ich da eine korrekte diät zusammen?!

  44. Hb meint: (12.12.2006 um 21:18) AntwortenReply to this comment

    @35
    ich beschränke mich auf leute, die nicht für sich selbst sorgen können.
    Dem zugrundeliegenden Zeitungsartikel zufolge sind beide Eltern (halbtags) berufstätig. Außerdem führt die Familie einen gemeinsamen Haushalt mit zwei Großeltern. Die Familie war und ist bereit, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Sind Anzeichen ersichtlich, daß die Kinder in dieser Situation einem deutlich erhöhtem "Leid"-Risiko ausgesetzt sind? O.k., die Eltern lesen die BILD-Zeitung, aber das dürfte wohl nicht reichen.

  45. n.n. meint: (13.12.2006 um 00:46) AntwortenReply to this comment

    @ 35

    lies die verweise, es ging um den fall geistig behinderter eltern. sozusagen off-topic.
    ;-)

  46. n.n. meint: (13.12.2006 um 00:48) AntwortenReply to this comment

    @ 44 meinte ich natürlich ….

    lies die verweise, es ging um den fall geistig behinderter eltern. sozusagen off-topic.
    ;-)

  47. M. meint: (13.12.2006 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    Ab einem IQ

  48. M. meint: (13.12.2006 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    Ab einem IQ kleiner 80 gilt man als geistig behindert. Es gibt noch eine Menge weiterer geistiger Behinderungen oder Entwicklungsstörungen. Ich habe eine geistige Behinderung, auf die ich nicht näher eingehen will. Nicht dass ich drunter leiden würde, ich falle allenfalls ab und an als schrullig oder seltsam auf. Ehrlich gesagt bin ich froh drüber, dass hier keine Eugenik betrieben wird und Du mir deshalb nicht verbieten kannst, Kinder zu zeugen.

    (schon wieder verschluckt…)

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