24.1.2007

GEZ-Mitarbeiter suchten im Bordell nicht nach Empfangsgeräten

Drei Angehörige der Chef-Etage in der Kölner Gebühren-Einzugszentrale (GEZ) stehen unter dem Verdacht der Korruption. Sie haben sich nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Wuppertal jahrelang schmieren lassen. Der Drahtzieher ist offenbar ein Verkäufer einer Firma für Elektronische Datenverarbeitung in Wuppertal. Er soll den Dreien – und sieben Einkäufern anderer Firmen – seit vier Jahren die Besuche von Bordellen, Restaurants und Fußballspielen finanziert haben.

Gestern morgen durchsuchten deshalb 50 Kriminalbeamte und ein Staatsanwalt die Büros und Wohnungen der Beschuldigten in acht Städten. Vor drei Monaten ging bei den Strafverfolgern eine anonyme Anzeige ein: „Darin wurden ziemlich viele Einzelheiten beschrieben“, sagte gestern Oberstaatsanwalt Alfons Grevener.

Mit einem Beschluss des Amtsgericht durchsuchten die Fahnder bei dem Verkäufer der EDV-Firma und wurden fündig. Er hatte mit seiner privaten Kreditkarte die verdächtigen Vergnügungen bezahlt und erstattet bekommen. Aufgrund dieser Informationen beschloss das Amtsgericht Wuppertal neue Durchsuchungen – zur gestrigen Razzia gibt es noch keine Ergebnisse. Grevener glaubt erst an den Anfang umfangreicher Ermittlungen. In der EDV-Firma, so seine erste Erkenntnis, sei durch die illegale Unterstützung der GEZ-Einkäufer der Umsatz gestiegen: „Um zig Millionen Euro“. (pbd)

16 Kommentare zu “GEZ-Mitarbeiter suchten im Bordell nicht nach Empfangsgeräten”

  1. Siggi meint: (24.1.2007 um 06:52) AntwortenReply to this comment

    Solange EDV-Eddi immer noch der wirtschaftlichste Anbieter war, wäre es ja fast OK, davon ist wohl nicht auszugehen, denn dann müßte man ja auch niemanden schmieren.

    In Afghanistan haben die US-Streitkräfte einen Auftrag an eine US-Firma vergeben, deren Angebot 4x so teuer war wie der günstigste Anbieter und den Auftrag an einen türkischen Subunternehmer weitergab. Als die zu bauende Straße fertig war, war sie am Anfang schon wieder kaputt.

  2. Hootch meint: (24.1.2007 um 07:01) AntwortenReply to this comment

    Wäre es für die EDV-Firma nicht günstiger gewesen, einfach die Gebühren für den Firmaeigenen Fernseher zu zahlen? ;-)

    Grüße!

  3. vivec meint: (24.1.2007 um 07:53) AntwortenReply to this comment

    Was ich mich ja schon die ganze Zeit frage, seit dieser Kram durch die Medien geistert: Was, um alles in der Welt, hat jemand davon, ausgerechnet die GEZ zu schmieren???

  4. littleandy meint: (24.1.2007 um 08:34) AntwortenReply to this comment

    @vivec: auf der Tagesschau-Seite steht da, das Geld sei vor Abschluss eines Vertrages in zweistelliger Millionenhöhe geflossen –> Millionen mehr Umsatz stellen einen guten Grund dar, die GEZ zu schmieren.
    "Na, schon Schmiergeld GEZahlt?"

  5. HobbyBlogger meint: (24.1.2007 um 08:37) AntwortenReply to this comment

    Das mit den Schmieren lassen und den Bordellen, können wir da näheres erfahren?
    Babyöl, Massageöl?
    Fragen über Fragen…
    ;-)

  6. Mr. X meint: (24.1.2007 um 09:45) AntwortenReply to this comment

    Babyöl? Also nun wirklich, die armen Babys.

  7. Malte meint: (24.1.2007 um 09:47) AntwortenReply to this comment

    Das liefert natürlich tolle Steilvorlagen, ich glaube wenn der nächste Brief der GEZ eintrifft werde ich zum ersten mal ein Antwortschreiben formulieren ;)

  8. Gerd meint: (24.1.2007 um 10:26) AntwortenReply to this comment

    Ist der Skandal eigentlich skandalöser, weil sich GEZ-Mitarbeiter haben schmieren lassen? Korruption ist doch inzwischen üblich. Gegen das was bei VW und Siemens abging (abgeht), ist das doch ein Klacks.

  9. k meint: (24.1.2007 um 10:46) AntwortenReply to this comment

    GEZ-Mitarbeiter korrupt und notgeil? Ich bin choquiert! Wenn selbst eine dermaßen seriöse Institution wie die GEZ dem Sittenverfall anheimfällt, wie soll ich mir da noch meinen Glauben an die Menschheit erhalten?

  10. rechtliches meint: (24.1.2007 um 11:25) AntwortenReply to this comment

    @9 Nachdem was in den letzten Jahren über die Praktiken der "Außendienstmitarbeiter" der GEZ bei der Berechnung der aufgelaufenen Gebühren bspw. bei einem Hotelbesitzer berichtet wurde, wundert mich gar nichts mehr. Bei diesen Unterredung soll es zugegangen sein wie auf einem orientalischen Basar. Diese Praktiken sind diesen "Außendienstmitarbeitern" auf GEZ-internen Seminaren nahe gebracht worden. Ein Schelm war da nichts böses denkt. Diese sind doch von den Leuten ganz oben ausgeheckt bzw. zumindest abgesegnet worden.

  11. Christoph Selzer meint: (24.1.2007 um 11:36) AntwortenReply to this comment

    Das passt leider ins Bild. Das "GEZ-Servicebüro" Stuttgart lässt Anwaltspost von einem Rechtsanwalt beantworten, welcher auf seiner Post keinen Kanzleisitz, sondern nur das Postfach des "Servicebüros" angibt (der Rest wirkt auch arg vorformuliert…).

    Gehässig wie ich nun einmal bin, versende ich meinen Teil der Korrespondenz an den von der Kammer mitgeteilten Kanzleisitz (natürlich die Privatanschrift) und zwar immer per Einschreiben/Rückschein, damit der Kollege öfter mal zur Post darf. Die Kammer prüft offenbar auch gerade, wo der Kanzleisitz liegt. Im Hinblick auf § 46 BRAO hzalte ich dies auch nicht für eine bloße Formsache (als ehemaliger Syndikus bin ich de lege ferenda früher für eine Abschaffung des § 46 BRAO gewesen, mittlerweile denke ich natürlich anders darüber…).

  12. Andreas Bergkirchen meint: (24.1.2007 um 11:37) AntwortenReply to this comment

    abGEZockt

  13. Lifeguard meint: (24.1.2007 um 13:02) AntwortenReply to this comment

    Ach, und auf ihrer Seite verkaufen die die Mehrkosten darauf, daß ein höheres Informationsbedürfnis seitens der Kunden (AbGEZockten) besteht.

    Gab es da nicht mal einen Strafrechtsparagraphen; wer anderen unter androhung eines nicht geringen Übels zur Zahlung einer Geldsumme…

    Was sind nach der Rechtsnorm den die Schriebe der GEZ?

  14. Prüfer meint: (24.1.2007 um 14:29) AntwortenReply to this comment

    Laut FTD ist der VV der AMB Generali in die Sache verwickelt; meine Phantasie reicht allerdings nicht aus, um da einen Zusammenhang herzustellen.

  15. andy reeg meint: (24.1.2007 um 15:35) AntwortenReply to this comment

    *lol*

    schon zu früheren Zeiten warf die Googlesuche nach den Stichwörtern "GEZ" und "Rechtsstreit" schon immer eine lange Liste von Unregelmäßigkeiten aus.

    viel Ärger gab es mit der sog. "Scheinselbständigkeit" der Gebühreninquisitoren.

    auch beim Neubau des Hauses selber dokumentiert nicht gerade "die feine Adresse" auch gab hat es wohl einige Schiebereien gegeben.

    Offensichtlich ist bei einer "Anstalt", die es im Umgang mit Kunden nicht immer so genau nimmt, so manches im Argen!

  16. abGEZockt meint: (24.1.2007 um 16:24) AntwortenReply to this comment

    Da fällt mir das hier ein:
    http://www.hobby.blogger.de/stories/660444/
    Genauso müssten diese Abzocker von allen behandelt werden.

    Auch wenn das im Link jetzt nur Satire ist.
    Aber so in etwa sollte man mit denen umgehen.

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