Welt kickt BILDblog
Das war eine Überraschung. Welt Online empfiehlt ausgerechnet das BILDblog. Ein mehr als positives Signal, wie ich finde. Und eine konsequente Umsetzung der emsig propagierten neuen Linie, künftig auch die Meinung der anderen zu spiegeln – und die eigene Leistung hieran messen zu lassen.
Dass BILDblog nach einigen Tagen wieder rausfliegt, dürfte wahrscheinlich einem Anruf von oben zu verdanken sein. Dem Diktat muss man sich als Journalist wahrscheinlich beugen. Für ein erklärendes Wort sollte die Chuzpe aber doch auch heute noch reichen.
Dem Diktat muss man sich als Journalist wahrscheinlich beugen. Für ein erklärendes Wort sollte die Chuzpe aber doch auch heute noch reichen.
… sofern es (noch) nicht zu einer "einvernehmlichen Trennung" gekommen ist.
Gruß A. John
Sagt man dazu nicht "fast freiwillig" ?
Auch sowas kenn ich zur Genüge…
Die Medienlandschaft würde deutlich anders aussehen, wenn die oberen Etagen anders aussehen würde und beispielsweise nicht mit jedem politischen Wechsel plötzlich die hohen Stellen neu vergeben werden…
Hätten sie eigentlich auch rauslassen können. BILDblog ist zur Unterhaltung ganz nett, aber (zumindest teilweise) ähnlich polarisierend wie die BILD selber.
Außerdem stört es mich ein wenig, dass sich die Seite selber als Blog bezeichnet. Anzeichen dafür sind zwar da, aber etwas relevantes fehlt doch: Die Kommentarfunktion. Einen Blog macht meiner Meinung nach zu einem Großteil auch die Diskussion um die Artikel aus.
Wobei diese Seite als Gegenstück zur Bildzeitung schon nicht schlecht ist…
@McDough:
Wenn's kein Blog ist, was ist es dann? (ernst gemeinte Frage!)
Eine ganz normale Internetseite?! Irgendwie verstehe ich die Frage nicht so ganz… ;)
so einen quatsch hab ich lange nicht gehört. ein blog ist erstmal ein web-log, also liest man eigentlich nur, was jemand anderen interessiert. blogs gibt es nicht erst seit web 2.0. außerdem gab es bei bildblog auch mal kommentare, aber das uferte aus und wurde deswegen abgeschafft.
und ich finde "bildblog-bashing" genauso dämlich. es ist nunmal ein watchblog. und es ist verdammt nochmal notwendig, es GENAU SO ZU MACHEN wie diese seite es tut. sonst wird es nämlich noch 20 jahre so weitergehen, dass diese verdammte "zeitung" leben ruiniert und die mehrheit lenkt, wie sie es tut, und die leute, die sich dagegen für immun halten, lächeln nur darüber. so dämlich das klingt, aber deutschland muß endlich merken, was da eigentlich vorgeht mit diesem schmierblatt. es ist eine absolute schande, und eben kein "pop" oder etwas, worüber man besserwisserisch lächeln sollte.
zu 5: ein monothematisches Medienmagazin so wie spiegelkritik. Blog ist doch ganz simpel – und allem Geschrei der Definierer zum Trotz – vor allem Software, ein vereinfachtes, anwenderorientiertes CMS. (So hats auch Turi definiert und dafür viel Prügel bekommen.)
@7: Wer hat bildblog-bashing betrieben? Das, was die machen, ist okay. Ob es nun ein Blog ist oder nicht: Darüber lässt sich streiten, ist aber Definitionssache.
Das einzige, was mich an der Seite stört ist, dass einzelne Artikel wirklich lächerlich sind. Teilweise zieht man sich an Rechtschreibfehlern hoch, da ist dann meiner Meinung nach eine Stufe erreicht, wo es eher in Kleinkindergehabe a la "Der hat mir meine Schaufel weggenommen, der ist böse" ausartet. Allerdings ist der Großteil auf BILDblog sehr interessant und lässt tiefe Einblicke in die Firmenphilosophie der BILD zu.
@8: Damit stellst du diese Definition aber als einzig richtige Definition hin. Ich halte diese Definition deswegen für falsch, weil ein Blog meiner Meinung nach mehr als nur Software ist. Einen Blog macht nicht die Software aus, ich kann eine Internetseite so programmieren, dass die Aktualisierung und Verwaltung eingestellter Datein extrem anwenderunfreundlich ist. Trotzdem habe ich bei richtigem Inhalt einen Blog. Andersherum kann man mit einem vereinfachten, anwenderorientierten CMS auch eine Firmenpräsentation aufbauen, die mit einem Blog überhaupt nichts zu tun hat.
Diese Definition ist also viel zu unpräzise, um ein Blog auch nur ansatzweise definieren zu können.
Dass Turi so oft Prügel bekommt ist aber kein Nachweis, dass er Recht hat ,)
Ich hätte das hier als kleinsten Nenner im Angebot:
In der Regel wohlgemerkt, nicht "muss haben".
Noch weiter geht die <a href="http://web.archive.org/web/20040704202909/http://www.jonet.org/modules.php?name=News&file=article&sid=17&mode=&order=0&thold=0" rel="nofollow">Definition von Peter Praschl</a>, 2001 im Jonet:
<a href="http://www.rebeccablood.net/essays/weblog_history.html" rel="nofollow">Dito Rebecca Blood (2000)</a>:
… was einfach daran lag, dass die ersten Blogs tatsächlich keine Kommentarfunktion hatten. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass ein Blog nur die endkundenfreundliche Weiterentwicklung des guten alten ".plan" aus der Unix-Welt sind, wo man eintragen (und per Netzwerk/Web veröffentlichen) konnte, was man sich für den Tag vorgenommen hatte:
Das bekannteste .plan-File hatte wohl Spieleentwickler John Carmack, der auf diesem Weg seine Ideen & Pläne bei der Entwicklung von Quake und Doom mit der Spiele-Community teilte. Die archivierten Einträge kann man sich heute btw. <a href="http://doom-ed.com/blog/category/doom-ed/john-carmack/" rel="nofollow">als Wordpress-Blog anschauen</a>. Aber nicht kommentieren.
Ich finde das, was Niggemeier et al. im BildBlog machen, hervorragend. Obwohl ich es genauso regelmäßig wie das lawblog lese, ist mir noch nie aufgefallen, dass sie sich über kleine Rechtschreibfehler auslassen. Das einzige, was ein bischen kohrintenkackerisch daherkommt ist vieleicht die penible Kontrolle der i.d.R. Altersangaben. Außer der Bild macht das meiner Kenntnis nach keiner so intensiv (falsch). In meinem Kollegen-, Bekannten- und Freundeskreis frage ich häufig "hast Du dasunddas schon auf BildBlog gelesen" und habe so manchem damit bewußt gemacht, dass 1. nicht alles, was in der Bildzeizung 2. alles, was in der Zeitung oder 3. alles, was in den Medien berichtet wird stimmt.
Ich bin stolz darauf, noch nie Geld für eine Bild, BamS, AutoBild, SportBild, ComputerBild, BdF und wie die alle heissen, inkl. Welt, WeltKompakt und WAS ausgegeben zu haben. Seit Jahren habe ich auch keine mehr in der Hand gehabt.
Was die Welt da gemacht hat ist nicht nur peinlich, sondern dumm.
@12:
Die Welt ist Geschmackssache, ich habe lieber andere Tageszeitungen wie FAZ oder Süddeutsche. Aber vom Format her: vollkommen in Ordnung und auch nicht schlechter, als manch andere Tageszeitung. Nicht alles, was der Springerverlag herausbringt, ist schlecht.
Und was die Aktion angeht: Wieso ist das peinlich und dumm?
@McDough:
hm, Einigkeit besteht also nicht bei der Frage, ob bildblog ein Blog ist oder nicht. Vllt muss man sich einigen, dass es als Blog angefangen hat, aber nun was-auch-immer-anderes ist (wobei ich mir "monothematische Medienseite" merken muss).
Dumm war die Welt Aktion, weil's offensichtlich politische Gründe hat, keine inhaltlichen. Peinlich war das, weil Herr Käse lieber lügt, statt die Wahrheit zu sagen:
stefan-niggemeier.de/blog...-neue-offenheit-der-welt/
Nein, nicht alles was Springer herausbringt ist schlecht. Aber es riecht schlecht.
#14: ich war's
@ Nr. 13 (McDough):
Meiner Meinung nach ist es hochnotpeinlich, sich erst hinzustellen, und das BildBlog zu verlinken und sogar zu featuren nach dem Motto "schaut her, wie sind ja so offen, wir verlinken sogar auf Kritiker unseres Hause" und das nach kürzester Zeit zu ändern.
Dumm wird es erst wenn Keese – wie sagen die Juristen immer – "unrichtige Tatsachenbehauptungen" bzw. "Verleubnungen" aufstellt:
„(…) vielen Dank für Ihre Frage, die wir gern beantworten: Wir empfehlen prinzipiell keine Blogs, die sich gegen unsere Verlinkung wehren. In diesem Blog entstand schnell eine Debatte darüber, ob die ‘Welt’ wohl einen Link setzen dürfe. Da wir uns nicht aufdrängen wollen, listen wir den Blog nicht mehr.”
Frei nach Forrest Gump's dumm ist wer Dummes tut.
Statt BILDBLOG zu lesen hat der WELT-Redakteur einfach geglaubt, dass BILDBLOG zum Clan gehoert auf Grund der Bezeichnung BILD****
Wie ,,AUTOBILD'' oder ,,BILDWOCHE'' oder ,,COMPUTERBILD''
Bei einem Mediengeflecht kann ein Unterjubler schon mal vorkommen.
Intern arbeitet dann die Plausibilitätskontrolle – aber erst nach der Veröffentlichung.
@17: Bei dem Sauhaufen würde mich inzwischen gar nichts mehr wundern O_o