25.2.2007

Ein Chefredakteur verbiegt die Welt

Aha, so sieht das also aus: Im BILDblog entstand eine Diskussion darüber, ob Welt Online einen Link dorthin setzen dürfe. Welt Online entfernt darauf den Link, weil man sich nicht aufdrängen möchte.

Chefredakteur Christoph Keese und wie er die Welt sieht.

Bemerkenswert ist das Statement schon deswegen, weil BILDblog schon bald nach dem Start Kommentare gesperrt hat. Eine Diskussion im BILDblog war also gar nicht möglich. Die Begründung für den Rausschmiss des BILDblog ist, da hat Stefan Niggemeier recht, schlicht falsch und irreführend.

Eigentlich schade, wenn man Journalisten beim Lügen Schönreden beobachten muss. Hätte ich jetzt nicht erwartet, zumal Christoph Keese zumindest zu FTD-Zeiten einen aufrechten Eindruck machte.

Warum interessiert mich das eigentlich? Das law blog steht auf der Empfehlungsliste von Welt Online. Ich habe vor einiger Zeit erklärt, dass ich für BILD nicht als Gesprächspartner zur Verfügung stehe. Möglicherweise beginnt jetzt in den Kommentaren zu diesem Beitrag auch noch eine Diskussion über den Link von der Welt.

Herr Keese, übernehmen Sie. Oder auch nicht. Ich sage nur noch einmal, Rückgrat kann auch in gehobenen Positionen nicht schaden.

Ebenfalls zum Thema: Welt kickt BILDblog

18 Kommentare zu “Ein Chefredakteur verbiegt die Welt”

  1. Tim meint: (25.2.2007 um 11:58) AntwortenReply to this comment

    Ja, Herr V. etwas Rückgrat kann nicht schaden, auch wenn man sonst eher "medienaffin" ist.

    Sie haben sich ja nicht gegen den link gewehrt. Jetzt, wo die Diskussion aufkommt, sollen nun die Leser ihres blogs in diesem Kommentarstrang Ihnen einen eleganten Abgang verschaffen.

    Möglicherweise beginnt jetzt in den Kommentaren zu diesem Beitrag auch noch eine Diskussion über den Link von der Welt.

    Das grenzt an Bettelei, endlich der Peinlichkeit ein Ende zu setzen. Immerhin gibt es noch so Charaktäre wie DonAlphonso, die eine klare Meinung haben und nicht wie wendige Anwälte alles offen lassen und die Sicht der Dinge vom Mandat abhängig machen.

  2. stefan meint: (25.2.2007 um 12:14) AntwortenReply to this comment

    Was bin ich froh, dass mein kleines Blögchen bei sowas aussen vor ist :-) nicht, dass ich was gegen Publicity hätte *lol*

  3. Udo Vetter meint: (25.2.2007 um 12:18) AntwortenReply to this comment

    Moment, bitte. Die Welt gehört zu den Zeitungen, die ich lese. Meistens online. Manchmal auch im Print. Und ich finde sie gar nicht schlecht.

    Deshalb habe ich auch gar keinen Grund, mich gegen den Link zu wehren. Im Gegenteil: Ich habe mich darüber gefreut. Und freue mich noch immer. Unabhängig davon bin ich der Meinung, dass jeder zum law blog linken darf, der es will. So lange er das law blog im Begleittext nicht für irgendwelche Ziele vereinnahmt, die nicht meine sind, werde ich mich gegen Links nicht wehren.

    Der Link als solcher ist aber auch kein Grund für mich, das Verhalten der Welt-Chefredaktion nicht merkwürdig zu finden. Und auch zu sagen, dass der Herr Keese hier keine glückliche Figur macht.

  4. A. John meint: (25.2.2007 um 12:29) AntwortenReply to this comment

    Herr Keese, übernehmen Sie. Oder auch nicht. Ich sage nur noch einmal, Rückgrat kann auch in gehobenen Positionen nicht schaden.
    Kommt darauf an, wo man arbeitet. Bei Springer ist das wahrscheinlich ein Grund zur fristlosen Kündigung.

    Hätte ich jetzt nicht erwartet, zumal Christoph Keese zumindest zu FTD-Zeiten einen aufrechten Eindruck machte.
    Stimmt. Da war er stets ein Mann deutlicher Worte und durchdachter Analysen.
    Dass der mal so tief sinken würde, hätte ich auch nicht erwartet.

  5. Marc meint: (25.2.2007 um 12:31) AntwortenReply to this comment

    Am Rande: Man konnte zu Beginn auch im Bildblog kommentieren, aber das wurde recht schnell eingestellt.

  6. Dominik Boecker meint: (25.2.2007 um 12:37) AntwortenReply to this comment

    "zu FTD-Zeiten"

    Apropos FTD: Ich suche einen Informanten der mir sagen kann, ob vergangenen Dienstag in der FTD ein Beitrag zu E-Mail-Disclaimern war ("Nicht ohne meinen Disclaimer"). Wenn ja, kann ich die Ausgabe (selbstredend gegen Kostenerstattung) haben?

    TIA

  7. Tim Jansen meint: (25.2.2007 um 12:45) AntwortenReply to this comment

    Was ist das eigentlich für eine alberne Diskussion?

    "ob Welt Online einen Link dorthin setzen dürfe"
    "eine Diskussion über den Link von der Welt"
    "mich gegen den Link zu wehren"

    Hallo? Habe ich irgendwas nicht mitbekommen? Es gibt Milliarden von Links im Netz, und man muss doch nicht ueber ein paar zusammenhaengende Zeichen Diskussionen entfachen.

    Soll ich morgen vielleicht noch darueber diskutieren, ob ich den Namen "BildBlog" aussprechen darf, oder ob sich die Betreiber vielleicht darueber aergern wuerden, wenn ich ihren Namen in den Mund nehme?

  8. Simon meint: (25.2.2007 um 12:47) AntwortenReply to this comment

    @ Dominik Boecker:

    In der Online-Ausgabe war er:

    http://ftd.de/technik/medien_internet/163699.html?zid=90893

    Ich finde übrigens die Argumentation "Was kein Vertrag ist, kann auch keine Rechtswirkung haben" ziemlich verfehlt: Natürlich gibt es auch Äußerungen, die rechtliche Wirkung haben, ohne Vertrag zu sein. Bei dem von ihnen angesprochenen Fall z.B. in Bezug auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, vgl. §§ 17 ff UWG; 203 ff. StGB.

    Wobei ich das nicht unbedingt ihnen ankreiden würde; vermutlich war da der verfassende Journalist etwas übereifrig.

  9. Dominik Boecker meint: (25.2.2007 um 13:01) AntwortenReply to this comment

    Simon, ich danke Dir. Die Online-Ausgabe kenn' ich. Ich frage mich, ob es der Beitrag auch in die Printausgabe geschafft hat.

    Natürlich ist das Thema deutlich vielschichtiger (auch mit dem von Dir völlig zu Recht aufgeworfenen Aspekt) als dass man es in einem Satz wiedergeben könnte (und mehr steht von mir als Statement ja nicht drin). Das Telefongesprächt hat ungefähr eine Viertelstunde gedauert; ich rede zwar selten schnell, aber so langsam, dass in 15 Minuten nur ein Satz bei rauskommt, rede ich auch wieder nicht. :-)

  10. Seraja Ten meint: (25.2.2007 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    @1: Don ist immer laut und schrill, ich glaube zumindest manchmal auch einfach nur aus einem Reflex heraus. Aber Don ist nur eine Marke und hinter der steckt ein Mensch, der durchaus reflektiert denken und handeln kann.
    Mann kann über Springer denken was man will, außer Acht zu lassen, dass der Verlag in unserem Land Meinungen bildet halte ich für gefährlich.
    Ein Grund deswegen unhöflich zu werden, dass sich einige Leute darüber freuen ihren Bekanntheitsgrad zu steigern sehe ich deswegen allerdings nicht. Die Verlinkung des Bildblogs war ein Versehen, oder ein absichtliches Ausloten der Möglichkeiten. Egal wie rum es lief, in gewissen Bereichen der Geschäftswelt gilt eben der alte Spruch "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." sich dagegen zu emanzipieren bedeutet dann schnell mal den Karriereknick.

    Mich würde viel brennender interessieren, wie die Linksammlung in Welt-Online entstanden ist! ;)

  11. Paul meint: (25.2.2007 um 15:24) AntwortenReply to this comment

    "Bemerkenswert ist das Statement schon deswegen, weil im BILDblog noch nie Kommentare möglich waren."

    Das stimmt nicht so ganz. In den ersten Monaten des BildBlogs waren Kommentare durchaus erlaubt.
    Weswegen das dann abgeschaltet wurde weiß ich nicht genau da ich nicht oft genug dort gelesen habe.
    Aber, soweit ich weiß, haben auch Leute mit IPs eines großen Berliner Verlagshauses Dinge schöngeredet in den Kommentaren.

  12. SvenR meint: (25.2.2007 um 15:29) AntwortenReply to this comment

    @ Nr. 7 (Tim Jansen):

    Was ist das eigentlich für eine alberne Diskussion?

    Ohne den Hintergrund zu kennen wirkt es ein bischen befremdlich.

    Was war geschehen:

    Die WeltOnline hatte BildBlog an erster Stelle unter anderen medienktritischen Blogs genannt. Es konnte leicht der Eindruck entstehen, dass der geneigte Leser denken solle “schaut her, wie sind ja so offen, wir verlinken sogar auf Kritiker unseres Hause”.

    In Stefan Niggemeiers Blog wurde darüber dikutiert und Niggemeier selbst schrieb dazu:

    <blockquote cite="">Dies ist ein freies Land. Jeder darf auf BILDblog verlinken. Und wenn auf diese Weise ein paar „Welt”-Leser einen schärferen Blick auf das Blatt bekommen, von dem der Herausgeber der „Welt” lebt wie von keinem anderen, ist mir das Recht.</blockquote>

    Dann hat die Welt das geändert und zeigt nun an gleicher Stelle auf ein anderes "Watchblog". Soweit so gut.

    Interesant wurde es erst als Keese – wie sagen die Juristen immer – “unrichtige Tatsachenbehauptungen” bzw. “Verleubnungen” aufstellt:

    <blockquote cite="">„(…) vielen Dank für Ihre Frage, die wir gern beantworten: Wir empfehlen prinzipiell keine Blogs, die sich gegen unsere Verlinkung wehren. In diesem Blog entstand schnell eine Debatte darüber, ob die ‘Welt’ wohl einen Link setzen dürfe. Da wir uns nicht aufdrängen wollen, listen wir den Blog nicht mehr.”</blockquote>

  13. Udo Vetter meint: (25.2.2007 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    Da das Gesetz Blogger nun auf journalistische Grundsätze verpflichtet, habe ich die Frage, ob es im BILDblog jemals Kommentare gab, überprüft. Es gab wohl tatsächlich mal die Möglichkeit zu kommentieren. In den Anfangstagen, jedenfalls lange vor dem Link von Welt Online.

    Den Text habe ich jetzt angepasst. Danke für die Hinweise.

  14. JL meint: (25.2.2007 um 22:10) AntwortenReply to this comment

    Sehr geehrter Herr Vetter,

    was ein Gesetz ist, das weiss ich noch. Aber 'journalistische Grundsätze', verpflichtende gar? MfG!

  15. Udo Vetter meint: (25.2.2007 um 22:12) AntwortenReply to this comment

    So steht es im neuen Telemediengesetz.

  16. martin meint: (25.2.2007 um 23:17) AntwortenReply to this comment

    dass es da mal kommentare gab, dann aber recht schnell nicht mehr, habe ich doch schon im ersten eintrag zu dem thema als kommentar gepostet!!! glaubt einem denn hier keiner etwas? :-)

  17. Seraja Ten meint: (26.2.2007 um 23:44) AntwortenReply to this comment

    @ Udo: Sind das die gleichen journalistischen Grundsätze, die Bild immer mit Füßen tritt? Ist Bild.t-online.de ein Blog? Vielleicht gäbe es dann endlich neue Ansatzmöglichkeiten…

  18. Tg meint: (28.2.2007 um 09:39) AntwortenReply to this comment

    Da die zitierte Keese-Antwort unserer Anfrage galt, nochmal zur Klarstellung: Es wurde eben nie im BILDblog diskutiert, weshalb das auch schlecht ein Link-Ausschlussgrund sein kann. Alles andere zu den Gründen ist dann natürlich Spekulation.

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Zitat: <blockquote>

Powered by WordPress - Impressum