19.3.2007

Beherzt gefahndet

Von Mathias Schindler

Wir bei Wikimedia Deutschland sind zwar nicht Betreiber der Wikipedia, helfen aber als Ansprechpartner, so gut wir können.

Neulich rief eine Polizistin eines ostdeutschen Polizeipräsidiums an. Offenbar hat jemand unter falschem Namen Autos in eine Verkaufsseite eingestellt und nun rufen die vermeintlichen Käufer bei der realen Person gleichen Namens an. Mit der IP-Adresse des Einstellers, offenbar von der Verkaufsseite, konnte die Polizistin wenig anfangen. Wohl auch, weil sie selbst keinen Zugang zum Netz hat.

Also rief sie die Auskunft an und fragte nach, wem die IP-Adresse gehört. Die Auskunft (die mit dem Blubb) hat dann einfach nach dieser IP-Adresse Google gefragt und dem PP dann das erste Resultat per FAX geschickt. Erster Google-Treffer war Wikipedia, irgendeine Diskussionsseite der englischsprachigen Wikipedia. Die IP-Adresse ging übrigens in die Niederlande.

Die Wikipedia-Kollegen im Ausland sind, soweit wir wissen, noch auf freiem Fuß.

27 Kommentare zu “Beherzt gefahndet”

  1. n.n. meint: (19.3.2007 um 10:46) AntwortenReply to this comment

    verstehe ich das gerade richtig, dass die polizei bei der auskunft anruft, um sich den erstbesten google-hit einer ip-aqdresse faxen zu lassen?!

    liegt diese polizeidienststelle vielleicht in dem landgerichtsbezirk der staatsanwältin, die hunderte hehlereiverfahren gegen e-bay-ersteigerer eingeleitet hat!?

  2. Tano meint: (19.3.2007 um 10:50) AntwortenReply to this comment

    Der 1. April ist noch nicht!

    Sorry, guter Versuch, aber diese Geschichte glaube ich denn doch nicht.

  3. Hootch meint: (19.3.2007 um 10:58) AntwortenReply to this comment

    @2, Tano:

    Das ist doch sowas von beknackt, dass kann man sich doch wohl kaum ausdenken. Ich tendiere dazu, diese Geschichte zu glauben.

    Grüße!

  4. Arno Nyhm meint: (19.3.2007 um 11:07) AntwortenReply to this comment

    Ich empfehle, den Bundestrojaner von der betreffenden Polizistin programmieren zu lassen.

  5. Mathias Schindler meint: (19.3.2007 um 11:24) AntwortenReply to this comment

    @n.n. Erste Frage: ja.

    Zweite Frage: Nein.

  6. Annika meint: (19.3.2007 um 11:26) AntwortenReply to this comment

    Ich tendiere schon dazu, das zu glauben.
    Das ist aber nicht zufällig dieselbe Dame, die damals den Drucker mitgenommen hat für den Fall, dass die ganzen Warez im Druckerspeicher sind, oder?

  7. Treater meint: (19.3.2007 um 12:02) AntwortenReply to this comment

    Also das ist schon ganz schön arm… Wieso hatte die gute Frau denn bitte keinen Zugriff auf das Internet? Wie kann so etwas sein? Müssen die auch bei der Auskunft anrufen, wenn ein Sexualstraftäter sich eine neue Nummer zugelegt hat und sie ihn nicht mehr finden können?
    Ich finde es aber immer wieder überflüssig wenn unbedingt unterschieden werden muss und es von einem "ostdeutschen" Polizeipräsidium kam… Wieso reicht es nicht aus zu schreiben: "von einem deutschen Polizeipräsidium"?

  8. ich meint: (19.3.2007 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    Versteh ich das richtig?
    Der internationale Raubkopiererkinderpornoterrrrrorrrrismus verlagert sich immer mehr ins Internet und die Ordnungsmacht hat keinen Zugang?
    Was wird denn überhaupt noch in dieser Dienststelle gearbeitet, wenn die wirklichen Gefahren unserer (Bild)zeit(ung) dort nicht bekämpft werden können? ;-)

  9. torschtl meint: (19.3.2007 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    @7
    weil einem Wessi sowas nie einfallen würde :D :D :D

    Ja, das soll ein Spaß sein!

  10. keiner meint: (19.3.2007 um 13:57) AntwortenReply to this comment

    @7: Wenn die Anfrage aus BAYERN gekommen wäre und es im Bericht gestanden hätte, hätte niemand Anstoß genommen, stimmt's? Heulendeweicheiossitranfunzeln

  11. Mathias Schindler meint: (19.3.2007 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    @7, @10
    Ich habe mich dazu entschlossen, kein konkretes PP zu nennen, sondern nur die HIMMELSRICHTUNG zu nennen. Bawü und Bayern wären süddeutsch gewesen, ein PP in Koblenz norddeutsch und Düsseldorf hätte wohl wegen Udos Wohnsitz irgendeinen anderen Hint abbekommen.

    Das Maß an Planlosigkeit ist nichts, was ich jetzt spezifisch in einer bestimmten Region in Deutschland verorten würde.

  12. Aarton meint: (19.3.2007 um 15:06) AntwortenReply to this comment

    Woher weisst du das ?

  13. stefan meint: (19.3.2007 um 15:16) AntwortenReply to this comment

    Koblenz im Norden und alles südlich der Aller ist Bayern…

  14. Mathias Schindler meint: (19.3.2007 um 15:25) AntwortenReply to this comment

    iiks. sorry. Ich glaube (hoffe?), daß ich Kiel im Kopf hatte.

  15. n.n. meint: (19.3.2007 um 15:37) AntwortenReply to this comment

    @ 11, 13, 14

    für einen kieler ist koblenz doch schon tiefstes bayern …
    ;-)

  16. Der Matologe meint: (19.3.2007 um 16:04) AntwortenReply to this comment

    @2 Was glaubst Du nicht? Die Dame hat sich voellig korrekt Verhalten bei ihrer Ermittlung:
    Madame Polizist sieht eine Nummer. Zwar mit Punkten drin, aber halt auch Zahlen.
    Dann erinnert sich Madame an die zielgruppengerechte Dumpfbackenwerbung mit der Verona.
    Und ruft dort an. Alles richtig bisher.
    Die von der Dumpfbackenversorgungsstelle koennen sogar was SCHRIFTLICHES liefern!!1!eins!!
    (Jeder weiss doch, wie Papiergeil die Deutschen sind.)
    Was die liefern, ist doch wumpe, hauptsache der Apppparrrrrrrrattt laeuft.
    -> Alles richtich gemacht, Frollein Wachtmeista!

    Und ich wette, die kommt bis Heute nicht darauf, wie intelektuell Ausbaufaehig die eigentlich ist.

  17. Bjö meint: (19.3.2007 um 16:27) AntwortenReply to this comment

    @15
    mir als stolzem badener stößt das ja ein wenig bitter auf… ;)
    immerhin stellen wir die (bessere) hälfte (wenn man die doofen württemberger noch zu uns zählt) von süddeutschland! :)

  18. n.n. meint: (19.3.2007 um 16:30) AntwortenReply to this comment

    @ 17

    naja, die nord-schleswig-holsteinische variante von bayern ist zugegebenermaßen schon recht simpel:

    kriterium 1: region liegt südlich der elbe.
    kriterium 2: die eingeborenen versuchen deutsch zu sprechen, dann klingt es seltsam.
    ;-)

  19. Bjö meint: (19.3.2007 um 16:39) AntwortenReply to this comment

    @18
    gut, bei uns sagen die bauern auch "alles nördlich der donau is südschweden" ;)
    aber das 2. kriterium trifft ja bis auf hannover (oder da die ecke halt) auf ganz deutschland zu. wer schonmal im saarland hat sein müssen, wird mir zustimmen… :-D

  20. pascal meint: (19.3.2007 um 17:20) AntwortenReply to this comment

    eigentlich schade, dass es sich um eine frau, auch noch aus dem osten, handelt, das fordert natürlich wieder ossi- und frauenwitze heraus und demonstriert daher nicht perfekt, sondern nur annähernd, die unfähigkeit der ordnungsmacht… (wahrscheinlich ist es nur keinem bayerischen polizisten passiert weil der auf der Fortbildung gelernt hat, es an "die Experten" für cyberterrorismus weiterzuleiten, die dann ihrerseits die Auskunft anrufen aber das steht dann ja auf einem anderen blatt)

  21. DsD meint: (19.3.2007 um 17:43) AntwortenReply to this comment

    Nur um das mal klar zu stellen. alles noerdlich von stuttgart und oestlich vom neckar ist ausland. :)

  22. kenshin- meint: (19.3.2007 um 18:07) AntwortenReply to this comment

    "ein PP in Koblenz norddeutsch"

    ich kann nicht behaupten in Geographie jemals sonderlich toll gewesen zu sein aber Koblenz ( Koblenz/Rhein ? ) norddeutsch (somit Bonn, Köln, Düsseldorf^^, etc gleichfalls "norddeutsch" !?!) ? von welcher Betrachtung aus? vom Südpol aus ist alles nördlich ;)

  23. Gunar meint: (19.3.2007 um 22:17) AntwortenReply to this comment

    @Treater ich bin selbst "ossi" und muss sagen das in sachen Datenschutz und Datensicherheit die Ostdeutschen Politiker sich gerne mal ins Aus stellen. Sorry aber was der letzt aus den Innenministerium in Thüringen raus kam war nur Inkompetenz hoch 10 und das sind wohl die Vorgesetzten von Polizisten.

    Zum Thema wegen ner IP bei der Auskunft anrufen wird wohl mit der Totalüberwachung dann auch kommen. Sorry aber ich finde die Technischen Peinlichkeiten von Politikern und Beamten nicht mehr so lustig.

  24. urgillob meint: (20.3.2007 um 00:46) AntwortenReply to this comment

    ***…wer schonmal im saarland hat sein müssen, wird mir zustimmen… :-D …***

    @19
    Heya Bjö, komm mal gaanz langsam rückwärts auf mich zu *ggg*

  25. Mortvar meint: (20.3.2007 um 08:38) AntwortenReply to this comment

    @18

    "kriterium 2: die eingeborenen versuchen deutsch zu sprechen, dann klingt es seltsam."

    Das ging jetzt aber ein wenig nach hinten los, nicht wahr?
    ;-)

    @19
    Im Saarland lernen die Schulkinder aber immerhin schon ab der ersten Klasse ihre erste Fremdsprache, nämlich Hochdeutsch!

  26. ds meint: (20.3.2007 um 09:12) AntwortenReply to this comment

    @6 Annika

    Ein Drucker ist ein sehr gutes Versteck für eine externe Festplatte. So dumm ist die Beschlagnahmung eines Druckers gar nicht.

  27. Johannes meint: (20.3.2007 um 21:50) AntwortenReply to this comment

    Was hat das Fax ans PP eigentlich gekostet? Hat die Auskunft da nicht horrende Gebühren? :D

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