22.3.2007

Hurra, wir werden getestet

Die Coburger Polizei versucht, den Raubmord an einem Supermarktleiter in Mitwitz aufzuklären. Mit einem Massen-Gentest. Allein aus der Region Steinachtal wurden 2000 Männer schriftlich aufgefordert, ihre Speichelprobe abzugeben.

Viele standen schon vor Öffnung der Schule Schlange, um sich testen zu lassen. Besonders erfreut zeigt sich die Polizei darüber, dass sogar Männer kommen, die gar nicht eingeladen waren. Der zuständige Oberstaatsanwalt verkündet, man werde bei allen, die sich dem Test verweigern, das zum Anlass für eine “gewissenhafte Überprüfung” nehmen. Und versuchen, auf anderem Wege an den Speichel dieser Männer zu kommen.

Ein aufschlussreiches Video des Regionalsenders Kanal 8.

(Danke an Dr. Detlev Tietjen für den Link)

106 Kommentare zu “Hurra, wir werden getestet”

  1. Reinhard meint: (22.3.2007 um 12:23) AntwortenReply to this comment

    Wieso sollte ich an so einem Test teilnehmen, wenn ich mit der Tat gar nichts zu tun habe?

    Aber hey, das ist Deutschland. Vorauseilender Gehorsam zählt neben so positiven Eigenschaften wie Gewissenhaftigkeit leider auch zu unserer Mentalität.

  2. Guido meint: (22.3.2007 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    (SCHLAG MIT KOPF AUF DEN SCHREIBTISCH)

  3. Rafael meint: (22.3.2007 um 12:28) AntwortenReply to this comment

    Moin!

    An sich würde ich dazu jetzt gerne seitenweise etwas schreiben, aber eigentlich fällt mir da kaum noch etwas zu ein… Eigentlich sogar gar nichts…

  4. Hobbyjurist meint: (22.3.2007 um 12:28) AntwortenReply to this comment

    Man werde versuchen auf anderem Wege an den Speichel derjenigen Männer zu kommen, die sich dem Gentest verweigern? Ja, wie denn? Will man sie demnächst nachts überfallen und ihnen so ihren Speichel entlocken? ;-))

  5. Robert meint: (22.3.2007 um 12:31) AntwortenReply to this comment

    MIT SCHREIBTISCH GEGEN DEN KOPF SCHLAG

  6. Hyde meint: (22.3.2007 um 12:31) AntwortenReply to this comment

    Tja da will halt jeder unbedingt mithelfen den Raubmörder zu fangen :)
    Wenn man das ganze noch mit einem Gewinnspiel koppelt bleiben nur noch Krankgeschriebene und der Böse Bube zu Hause.

  7. Geheimrat meint: (22.3.2007 um 12:32) AntwortenReply to this comment

    Krass!

    (Mehr fällt mir auch nicht ein.)

  8. Kristine meint: (22.3.2007 um 12:34) AntwortenReply to this comment

    @4: Die Polizei provoziert sie so, daß die Männer den Polizisten ins Gesicht spucken.

    Gruß, Kristine

  9. herbert meint: (22.3.2007 um 12:35) AntwortenReply to this comment

    Bezeichnend für die Einstellung der Polizei ist die kaum versteckte Drohung, aber die läuft ins Leere, wenn man nichts mit der Sache zu tun hat.
    Aber viele meinen, um der "guten" Sache willen, solle man eben mitmachen. Dadurch wird aber nur die ungezügelte Begierde der Behörden für alle zukünftigen Fälle angeheizt.
    Ich würde mich nie an einer solchen Aktion beteiligen, eher prüfen, was man gegen diese Drohungen eines Beamten machen könnte. Ob sich eine Dienstaufsichtsbeschwerde lohnen würde, glaube ich nicht, aber man sollte es trotzdem versuchen.

  10. PeterPetersen meint: (22.3.2007 um 12:35) AntwortenReply to this comment

    Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.

  11. asynchron meint: (22.3.2007 um 12:35) AntwortenReply to this comment

    da kriegt man lust, die probe aufs exempel zu machen. der 1. april ist ja auch nicht mehr fern:
    eine generaleinladung, verdachtsunabhängig zum test einladen.
    mal schauen, wie viele da kommen!

  12. L-Roy meint: (22.3.2007 um 12:39) AntwortenReply to this comment

    Diese Massengentests sind eine Umkehrung der Beweispflicht und eine Aufhebung der Unschuldsvermutung.
    Aber wer weiß, in 20 Jahren werden all unsere Gendaten bei Beantragung eines Personalausweis bzw. bei Geburt erhoben und gespeichert. Schöne neue Welt..

  13. Hobbyjurist meint: (22.3.2007 um 12:41) AntwortenReply to this comment

    In Coburg scheinen die Uhren etwas anders zu ticken.
    Hier einmal ein Beispiel dafür, was Hartz-IV-Empfänger dort für rechtsstaatlich bedenkliche Erklärungen unterschreiben sollen:
    http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2007/coburger_erklaerung.aspx

  14. Regina Mueller meint: (22.3.2007 um 12:43) AntwortenReply to this comment

    na das kann dresden auch – hier soll es um bis zu 100.000 maenner gehen, und sehet sie kamen:

    http://www.madchiq.de/blog/2007/03/20/betroffene-lemminge/
    http://www.madchiq.de/blog/2007/03/21/betroffene-lemminge-ii/
    gefunden im gulli.com

    wenn man sich wenigsten kostenlos auf versteckte erbkrankheiten mittesten lassen koennte, haette das fuer die in DIESEM fall unschuldigen wenigstens einen mehrwert…

  15. stefan meint: (22.3.2007 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    Hat sich der Staatsanwalt mit seiner Ankündigung/Drohung nicht bereits strafbar gemacht (Nötigung)?

  16. taugenix meint: (22.3.2007 um 12:53) AntwortenReply to this comment

    Es lebe der Rechtsstaat. Tot ist er jetzt, er kann nur noch wiederbelebt werden.

  17. G meint: (22.3.2007 um 12:58) AntwortenReply to this comment

    Ich habe keine Einladung für diesen Test und weiß auch, dass ich mit dem Mord nichts zu tun habe, gehe aber trotzdem hin, um bei der Aufklärung zu helfen? Häääää? Was ist das denn für eine Logik?

  18. Jens meint: (22.3.2007 um 12:59) AntwortenReply to this comment

    Also ich find das toll. Ich hab auch keine Einladung gekriegt aber die Speichelprobe gebe ich doch gern ab. Wenns bei der Aufklärung hilft. Und bevor ich mich da verdächtig mache. Allerdings sind die 600 Kilometer dann doch etwas weit zu fahren, deshalb spucke ich einfach in einen Briefumschlag und schick die Probe dann per Post.

  19. martin meint: (22.3.2007 um 13:00) AntwortenReply to this comment

    MIT DEM KOPF DEN SCHREIBTISCH BIS NACH COBURG SCHLEUDER

  20. Hobbyjurist meint: (22.3.2007 um 13:04) AntwortenReply to this comment

    @ 18: Gute Idee. Könnte man eine Mitmach-Aktion drausmachen. ;-))

  21. Nichtjurist? meint: (22.3.2007 um 13:06) AntwortenReply to this comment

    Mal ne Frage: Muss ich an einem solchen Test teilnehmen? Ich dachte immer, alle Aufforderungen der Polizei sind rechtlich unerheblich, erst wenn Staatsanwalt und Gericht mich anschreiben, muss ich reagieren.

    Das war bisher zu mindestens meine Wissensstand bis Dato.

  22. aridor meint: (22.3.2007 um 13:09) AntwortenReply to this comment

    @21: ganz genau. Man muß in dieser Form nicht teilnehmen.

  23. Hein meint: (22.3.2007 um 13:12) AntwortenReply to this comment

    Wenn du aufgefordert wurdest, aber nicht mitmachst, passiert das hier: http://www.ueberwachungsblog.de/archives/23-D-Gericht-zwingt-DNA-Test-Verweigerer-zur-Speichelprobe.html

  24. Jo meint: (22.3.2007 um 13:12) AntwortenReply to this comment

    Ist eigentlich etwas darüber bekannt, wieviele Männer auch gleich noch ihre Computer-Festplatten und Kreditkarten dabei hatten? Nur so, um sich so richtig für das tolle Testangebot zu bedanken?

  25. M meint: (22.3.2007 um 13:15) AntwortenReply to this comment

    Man(n) kann aber teilnehmen, vielleicht kommt man ja so in Fernsehen.
    Nächsten überträgt RTL live und dietä sitzt in der Jury (äh beim Staatsanwalt).
    So eine Mischung aus "Mikado" und Sat 1/Akte 07.
    Da würden die Leute wahrscheinlich noch fürs Mitmachen zahlen.

    So kann die Polizei wenigstens die Kosten niedrig halten!

  26. Gerhard meint: (22.3.2007 um 13:17) AntwortenReply to this comment

    … unbedingt teilnehmen. Man könnte ja schließlich unwissentlich der Täter sein oder aber eine Waschmaschine gewinnen.

  27. Syrabo meint: (22.3.2007 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    Na da füllt sich doch die DNA-Datenbank ganz von alleine. Braucht man später noch mehr DNA, dann wird ein Raubüberfall insziniert, danach kommt der Ausruf zum DNA-Sammeln und alle rennen hin. Und wie Korreliert das eigentlich mit der Wahlbeteiligung oder dem IQ? (man könnte dazu noch nette Sozialstudien machen; ei, die Wissenschaft freut sich.)
    Aber wie teuer ist eigentlich so ein Test?

  28. Stefan meint: (22.3.2007 um 13:34) AntwortenReply to this comment

    Der Beitrag mit den "Stimmen aus dem Volk" ist ja fast nicht auszuhalten. Natürlich haben die nur Leute vor das Mikro bekommen, die auch zur Speichelabgabe hingegangen sind. Journalistisch sauberer ("Audiatur et altera pars" und so) wäre gewesen, auch Personen zu fragen, die eben *nicht* teilnehmen – ist aber schwer zu recherchieren.
    So oder so finde ich es mehr als erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit und auch Gleichgültigkeit dem immensen Eingriff gegenüber hier die Maßnahme wohlwollend abgenickt wird. All die Aussagen in Richtung "Wer nicht teilnimmt, macht sich verdächtig" etc. zeugen IMHO von Unverständnis gegenüber elementaren Rechtsstaatsgrundsätzen.
    Auch von Seiten der Strafverfolgung ist es beängstigend zu sehen, wie ohne nachzudenken zu Protokoll gegeben wird, man werde jeden, der von seinem *Recht* der Nicht-Teilnahme Gebrauch macht, genauer unter die Lupe nehmen und irgendwie auf anderem Wege an dessen DNS-Probe gelangen.
    Diese Massenüberprüfungen kommen scheinbar in Mode. Man betrachte nur Mikado, die Autobahnvollsperrung, die zahlreichen Gentests in letzter Zeit… das hat mit punktueller, gezielter Ermittlungsarbeit nichts mehr zu tun.

  29. Detlev T. meint: (22.3.2007 um 13:37) AntwortenReply to this comment

    @27: Billig ist das nicht. Laut Berliner Morgenpost vom 30.3.2006 kostet der Test in Dresden 28EUR pro Auswertung. Bei bis zu 100000 Probanden haben die aber sicher Mengenrabatt bekommen.

  30. sebausat meint: (22.3.2007 um 13:41) AntwortenReply to this comment

    @M Ja, man richtet à la BigBrother einen Container ein bei dem jeder Tester live übertragen wird! Und am Ende gibt es ein Voting wer der Täter war!

  31. 321 meint: (22.3.2007 um 13:43) AntwortenReply to this comment

    Die Dummheit der Mehrheit ist kaum noch zu ertragen – da weiß warum immer wieder über den Sinn von Demokratie diskutiert wird.

    Aber wahrscheinlich gibts als Belohnung eine Bild am Sonntag umsonst geliefert.

    Ich versteh einfach nicht das die Leute das mitmachen.
    So in einem Jahr oder so wird dann festgestellt, das die Daten versehentlich nicht gelöscht wurden — und wahrscheinlich ist das dann für den öffentlichen Dienst auch viel zu kompliziert um das noch hinzukriegen.

    Orwells 1984 wahr doch echt entspannt – wir bringen das alles selber ….

  32. Dominik meint: (22.3.2007 um 13:44) AntwortenReply to this comment

    Mhmm, ja, ich hatte was von um die 33 Euro pro Probe im Kopf, wobei das schon der Preis für grosse Reihenuntersuchungen von einigen hundert ist.
    (aus http://www.ruhr-uni-bochum.de/malakow/Download/Diplomarbeit_EvaBerns.pdf, einer Abhandlung ueber statistische Probleme der forensischen DNA-Analyse)

  33. tut nichts zur sache meint: (22.3.2007 um 13:49) AntwortenReply to this comment

    Gerade vor kurzem stand irgendwo, dass in GB Täter absichtlich fremde Kippen an Tatorten fallen gelassen werden.
    Und das wird die Regel werden, am Tatort "etwas" fallen zu lassen.

    Zum Glück rauch' ich nicht.
    …. aber ich trinke aus Flaschen … scheiße.

  34. Kurt meint: (22.3.2007 um 13:52) AntwortenReply to this comment

    Ey Leute isch werd waaaaaaahnsinnig, warum kommt denn hier keina zum Speicheltest, dat kann doch wohl nich waaaahr sein! Letzte Chance gleich, wenn nicht sofort eina kommt, dann drück ich den Hot Button, dann heißt es nur noch wenige Sekunden, und ich muss wissen, in welchem Rööööhrchen der richtige Speichel ist. Mensch Leute, isch werd gleich waaaaaaahnsinnig….

  35. Guido meint: (22.3.2007 um 13:56) AntwortenReply to this comment

    (KOPF ABERMALS AUF SCHREIBTISCH FALLEN LASS…)

  36. Geheimrat meint: (22.3.2007 um 13:56) AntwortenReply to this comment

    "Ich versteh einfach nicht das die Leute das mitmachen."

    Mögliche Erklärungen: Massendruck, öffentliche Hysterie und, ja: Überbleibsel der Volksgemeinschaftsideologie. Gerichtlich durchsetzbare Individualgrundrechte gibt es in Deutschland erst seit Endes des 2. Weltkrieges (kurze Ausnahme 1918-33); in der Ex-DDR erst seit 1990! Seit der Wiedervereinigung ist Gesamtdeutschland kurioserweise nicht freiheitlicher, sondern einheitlicher, uniformistischer, geworden. Die Folgen der Konsensdemokratie a la Christiansen und RTL2 lassen sich dann eben auch an solchen Aktionen besichtigen.

  37. h.c. meint: (22.3.2007 um 14:02) AntwortenReply to this comment

    @8 (Kristine)

    Danke! Jetzt weiß ich endlich was ich den Polizeibeamten bei einer solchen Gelegenheit sagen könnte. Ist nämlich kein Wunder das es immer mehr geringfügige Jobs geht. Die können alle keinen richtigen annehmen, die sind ständig damit beschäftigt zum DNA-Test zu rennen…

    Ansonsten bin ich ja eh mehr für präventive Maßnahmen. Wie viele Atombomben gibt es weltweit?

  38. Christian meint: (22.3.2007 um 14:06) AntwortenReply to this comment

    > (kurze Ausnahme 1918-33)

    Nein, die Grundrechte in der Weimarer Reichsverfassung standen nicht über den einfachen Gesetzen. Und Instrumente wie die Verfassungsbeschwerde gab es, neben einem fehlenden Verfassungsgericht, auch nicht.

  39. flokru meint: (22.3.2007 um 14:07) AntwortenReply to this comment

    Da macht man doch gerne mit. Man hat doch schließlich nichts zu verbergen!!!!11

    Aua. Aber mal echt.

  40. tut nichts zur sache meint: (22.3.2007 um 14:12) AntwortenReply to this comment

    Haben Oberstaatsanwalt Dimpflmoser und seine Schergen ihre eigenen Proben abgeliefert? Aber das wird natürlich nicht gefragt.

  41. jjwin2k meint: (22.3.2007 um 14:18) AntwortenReply to this comment

    Hat über diese Methode eigentlich schon einmal der BGH oder das BVerfG entschieden?

  42. Stefan meint: (22.3.2007 um 14:33) AntwortenReply to this comment

    @39 (flokru): Ach, wir haben doch alle nichts zu verbergen.
    Auch der Apotheker nicht, der den Laden mittels Funkkamera überwachen lässt und deren Bilder und Ton man so problemlos abhören kann.
    Die Aussage des darauf Hingewiesenen ist:
    "Das ist erstaunlich, allerdings habe ich ja auch nichts zu verbergen, so daß, selbst wenn jemand mich abhört, also, wissen sie… (Schulterzucken)"

    Erst, als man ihm erklärt, daß man so ja auch Unterhaltungen über Leiden, Krankheitsgeschichten etc. mithören kann, schaltet er sein Gehirn ein:
    "Gut, da haben sie recht. Das sollte weitgehendst (sic!) geschützt bleiben, weil das gehört zur Intimsphäre eines jeden, aber darüber muß ich nachdenken."

    vgl.
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/26/0,4070,5254938-6-wm_dsl,00.html

    Ganz netter Beitrag, der sehr deutlich macht, wie wenig sich Leute Gedanken über solche Themen machen und wie Überwachungstechnik pauschal und ohne genauere Beschäftigung mit der Materie eingesetzt wird.
    (Ich weiß, war jetzt etwas OT, aber ich finde es zunehmend erschreckend, welche Haltung die am meisten verbreitete zu sein scheint.)

  43. Wanja meint: (22.3.2007 um 14:33) AntwortenReply to this comment

    Werden diese "Proben" eigentlich anschließend, nach "guter deutscher Manier" gesammelt, also in der Datenbank belassen, oder müssen die gelöscht werden? Bei letzterem wäre es ja dann wieder die Frage, ob man das nachweisen kann.

  44. 321 meint: (22.3.2007 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    Wie sagte unser Bundesinnen Schäuble so schön – ich bin ja anständig, …..
    In diesem Blog sind offensichtlich nur unanständige – ist ja unglaublich.

    Haben wir unsere Beiträge eigentlich schon in vorauseilendem Gehorsam der Innenministerkonferenz zur Kenntnis gegeben?

    Auf Ideen kommen diese unverständlichen Bürger die sich im Internet rumtreiben….

  45. Mark meint: (22.3.2007 um 14:36) AntwortenReply to this comment

    Mich würde mal interessieren ob die das so Organisieren das die DNA Labors immer voll ausgelastet sind. Das heißt quasi von Stadt zu Stadt wandern bis alle Leute in Deutschland mal erfasst sind.
    Könnte ja auch ne Arbeitsbeschaffungsmassnahme für die Labore sein.

  46. Ben (der unerwünschte) meint: (22.3.2007 um 14:44) AntwortenReply to this comment

    Meines Wissens werden die Proben normalerweise NICHT vernichtet.

    Und wieso poste ich bitte "comments too quickly" (laut WordPress)?

  47. G meint: (22.3.2007 um 14:46) AntwortenReply to this comment

    Weiß zufällig jemand, wie lange die Auswertung einer solchen DNA-Probe in der Praxis dauert?

  48. Hobbyjurist meint: (22.3.2007 um 14:50) AntwortenReply to this comment

    @28: Die Massenüberprüfungen scheinen in gleichem Maße zuzunehmen wie die Verfassungsferne des Gesetzgebers und die Gleichgültigkeit der Bürger gegenüber elementaren Grundrechten. Eine insgesamt recht bedenkliche Entwicklung.

    @ 44: Die Innenministerkonferenz ist dank heimlicher Online-Untersuchung wahrscheinlich schon bei Dir auf der Festplatte. Denen braucht man nichts mehr zur Kenntnis geben, die holen sich alles Wissenswerte schon von ganz alleine. ;-))

  49. TheDoctor meint: (22.3.2007 um 14:51) AntwortenReply to this comment

    @43:
    Im Prinzip müssen sie wohl gelöscht werden.
    Aber wie wir bei Moßhammer gesehen haben, manchmal werden sie noch eine Weile aufgehoben.

    Bekommt man eigentlich eigentlich eine Quittung über die ordnungsgemäße Vernichtung der Probe und des daraus abgeleiteten Datensatzes ?

  50. Micha meint: (22.3.2007 um 14:52) AntwortenReply to this comment

    Kann mir mal jemand erklären, wie man bei der Aufklärung eines Verbrechens hilft, wenn man zu einem DNA-Test kommt, zu dem man gar nicht eingeladen ist?

  51. Don meint: (22.3.2007 um 14:56) AntwortenReply to this comment

    Erstaunlich Dumm die Menschen.

  52. Reinhard meint: (22.3.2007 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    Micha, das ist bei vielen Menschen ein instinktiver Reflex gerade bei solcher Art von Verbrechen. Man möchte das Gefühl haben, etwas zum Fassen des Täters beizutragen, obwohl es überhaupt keine Rolle spielt, ob man nun an dem Test teilnimmt oder nicht.

    Deswegen ja auch immer diese unergiebigen Diskussionen, wenn es um Verbrechen gegen Kinder geht. Da setzt der Verstand aus und die reine Emotion gewinnt Überhand.

  53. Agiro meint: (22.3.2007 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    «Familienausflug mit DNA-Probe.
    Dresden (dpa). Bei der zweiten Runde im Massengentest zur Ermittlung eines Sexualstraftäters haben gestern zahlreiche Männer im Dresdner Norden freiwillig eine Speichelprobe abgegeben. Schon vor Testbeginn hatten sich Freiwillige vor einer Sporthalle eingefunden … „Der Termin wird teilweise als Familienausflug betrachtet“, sagte ein Polizeisprecher der dpa. Viele Männer kämen mit Frau und Kindern.»
    (Quelle: Sonntag aktuell v. 23.7.2006)

  54. Dita meint: (22.3.2007 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    @ 50:

    Naja, wenn man selber der Täter ist…
    Falls nicht, dann hat die Polizei wenigstens einen dringend Tatverdächtigen weniger.

  55. Wolf Hagen meint: (22.3.2007 um 14:59) AntwortenReply to this comment

    Die läd man dann freundlich auf das Polizeirevier und unterhält sich bei einer Tasse Cappuccino in entspannter Atmosphäre. Und – schwupps, nach dem ersten Schluck ist die Tasse weg.

  56. TheDoctor meint: (22.3.2007 um 15:00) AntwortenReply to this comment

    @48:
    Meine These ist ja das die Bereitschaft zu Massenüberprüfungen nur vom Automatisierungsgrad der Prüfung abhängen (und damit den Kosten für den Staat)
    (Das die Leute das mitmachen…
    …je nun, Schafe halt)
    Hätte der Staat Roboterdrohnen, die für billiges Geld eine Wohnung durchsuchen können, er würde sie in so einem Fall auf ganze Kleinstädte loslassen.

  57. Wolf Hagen meint: (22.3.2007 um 15:09) AntwortenReply to this comment

    Es ist fein, dass Leben in der Deutschen Demokratischen Bundesrepublik!

  58. Wolf Hagen meint: (22.3.2007 um 15:11) AntwortenReply to this comment

    Ein "s" zu viel, ich nehms zurück :-)

  59. Anonymous meint: (22.3.2007 um 15:27) AntwortenReply to this comment

    Ihr seht das alles viel zu eng! Wollt ihr, dass Kindermörder frei durch die Gegend laufen? Ihr habt doch nix zu verbergen, also! Ich bin für flächendeckende Genproben schon ab der Geburt. DAMIT könnte der Staat (und das sind wir alle!) wirklich viel Geld sparen. Bei späteren Verbrechen hätte man den/die Täter sofort, ohne viel Aufwand. Hurra, wir werden kriminellenfrei!

  60. STU meint: (22.3.2007 um 15:40) AntwortenReply to this comment

    Dieser Regionalsender dürfte den kritischen Journalismus auch nicht wirklich erfunden haben.

  61. tut nichts zur sache meint: (22.3.2007 um 15:45) AntwortenReply to this comment

    OT:
    kriegt jemand den ZDF-Link aus 42 unter OSX (Safari oder Firefox) zum laufen? Geht nicht mit Safari und nicht mit FF. Quicktime, WinMediaPlayer, Flip4Mac, Flash alles da. Der URL nach ("…wm…") vermute ich, dass es sich um einen Windows Media-File handelt, sollte eigentlich auf meinem System laufen.

    Nichts als Ärger mit dem Microsoft-Müll! Alle Welt macht's mit Flash und die -entschuldigung!- unfähigen Schnarchnasen vom ZDF machens anders und testen dann ihren Kram nicht mal. Hat jemand ne Idee?

    Aber Gebühren … ich halt es nicht mehr aus. echt.

  62. Dominik meint: (22.3.2007 um 15:47) AntwortenReply to this comment

    Zur Dauer der Auswertung einer solchen Probe: Rein technisch liesse sich das in 1-2 Tagen in dringenden Faellen machen. Normalerweise muesste man vermutlich mit einigen Tagen rechnen. Andererseits lag die Bearbeitung einer Verifikation beim LKA NRW im Jahre 2002 auch bei 25 Wochen, es ist also hoechst unterschiedlich je nach Auslastung des Labors. Fuer die komplette Auswertung eines solchen Massentests wuerde ich vermutlich mit einigen Wochen rechnen. Wobei es halt keinen technischen/wissenschaftlichen Grund hat, sondern eher organisatorische.
    BTW mal als Nachtrag zu einer frueheren Frage: Private externe Labors nehmen fuer solche Untersuchungen auch mehr als die gut 30 Euro pro Probe, die z.B. das gerichtsmedizinische Institut in Muenster verlangt, dort liegt man angeblich bei 88 bis 200. Macht ein LKA selber die Untersuchungungen, wird keine Rechnung gestellt, sondern "die Kosten „als „Vormerkung von Auslagen im Strafverfahren“ mitgeteilt.“

  63. Andreas meint: (22.3.2007 um 16:12) AntwortenReply to this comment

    @61:
    Naja, Flash ist nun auch wirklich nicht des Video-Rätsels beste Lösung, weil dafür eigentlich auch nicht unbedingt gedacht und ebenfalls so proprietär wie WMV.
    So oder so, bevor es noch mehr OT wird, der direkte Link zur Video-Datei:
    mms://ms.mdcs.dtag.de/zdf/zdf/070321_03_rep_h.wmv
    Vielleicht hilft das weiter.

  64. tut nichts zur sache meint: (22.3.2007 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    @63
    danke Andreas – funktioniert.

    (Klar ist Flash auch proprietär, habe aber im Gegensatz zu Real und WMV noch nie von Problemen bei Usern gehört. Gehe dabei davon aus, dass auch Linux durch freie Player unterstützt wird.) Gibt es ein freies Videoformat, dass webtauglich ist?

  65. Marodeur2 meint: (22.3.2007 um 16:21) AntwortenReply to this comment

    Schoen das es diese Testreihen gibt noch schoener das alle so brav mitmachen, BUT es ist voellig Sinnfrei das Ganze.

    Damals an der Hochschule lerte man in der Kriminalistik das das Auswerten von einzelspuren den Taeterkreis einengt, was soll das denn hier bitte bringen? Errinert ein wenig an Kasperle Theater.
    Kann mich gar nicht erinnern das vor 20 Jahren Massentest mit Fingerspuren gemacht wurden und diese sind GENAU so Aussagekraeftig und es ist billiger!

    Ermittlungstaktik ist DAS nicht und wird es nie werden ausser einer vermuteten (warum vermutet?) Datenspeicherung fuer die Zukunft wird dabei NICHTS!!! rauskommen, nie im Leben. In meinen 11 Dienstjahren ist bei KEINER EINZIGEN Massentest Aktion auch nur ein Taeter erkannt wurden.

    Wird hier etwa nach dem Ausschluss Verfahren gegenagen , alle die nicht teilnehmen sind dann die Verdaechtigen und werden nochmals geprueft? Wie gross ist denn neuerdings in Germany die SoKo? 100 Leute oder wie?

    Im Ausland macht so ein Quatsch auch keine Polizei mehr (Ausnahme bei Faellen mit mehreren Taetern und/oder ganz besonderne Spuren) vielleicht sollten die Herren Kriminalisten ihre 35 Jahre Berufserfahrung nehmen und in Rente gehen! Wird Zeit das endlich wieder jemand an die Faelle gelassen wird der nicht glaubt das Computer Wunder bewirken oder den Taeter ganz alleine ermitteln.

    Das ist doch Irsinn.

    Regards
    Maro

  66. Martin meint: (22.3.2007 um 16:36) AntwortenReply to this comment

    Wenn die Polizei alle Männer Bayerns als Verdächtige untersuchen lässt, hat sie vorher ihre Aufgaben als Ermittler nicht ordentlich gemacht und kann nur noch ihre Bankrotterklärung abgeben.

    Die Polizei gibt es, um mich zu schützen, und das soll sie bitte auch tun. Sie soll aber nicht ankommen und mich grundlos zur "freiwilligen" Aufgabe meiner Rechte als Bürger auffordern, und das auch noch bei einer Maßnahme, die zur Aufklärung herzlich wenig taugt und allenfalls der Datensammlung dienen kann, zudem mit erheblichen Kosten verbunden ist, die ich als Steuerzahler letzten Endes mittragen muss.

    Warum genetische Massentests ohne weitere Verdachtsmomente selbst bei marginalen Fehlerquoten zu einer größerern Anzahl falscher "Treffer" führen können, erklärt gern jeder ausgebildete Statistiker.

  67. M meint: (22.3.2007 um 16:38) AntwortenReply to this comment

    Im Endeffekt geht es hier doch um zwei Dinge: Einerseits baut die bayerische Justiz eine immer größere DNS-Datenbank auf. Andererseits grenzt man den bislang wohl unüberschaubaren Kreis der potentiell Verdächtigen ein. Jeder, der seine Probe nicht freiwillig abgibt, ist dann verdächtig. Leider habe ich mit dem Herrn Oberstaatsanwalt und der Coburger Justiz schon praktische Erfahrung gesammelt habe und fürchte deshalb, dass dort allein die Verweigerung, an dem Test freiwillig teilzunehmen, dringenden Tatverdacht begründen könnte. Das reicht dann für den Erlass eines Haftbefehls und schlimmstenfalls auch für eine spätere Verurteilung.

  68. Rainer meint: (22.3.2007 um 16:39) AntwortenReply to this comment

    jaja wer nicht beweisen kann das er unschuldig ist ist halt schuld. darum heisst es ja auch im zweifel für den angeklagten. oder zählt das heute nicht mehr?

  69. Detlev T. meint: (22.3.2007 um 16:46) AntwortenReply to this comment

    @68: Das hast du falsch in Erinnerung, der ganze Satz lautet:
    Wir machen jetzt einen Prozeß und entscheiden uns dann für denjenigen, der bestraft werden soll – im Zweifel für den Angeklagten. ;-)

  70. M meint: (22.3.2007 um 16:56) AntwortenReply to this comment

    "Im Zweifel..". Aber wer hat denn schon Zweifel, dass derjenige, der sich dem Test verweigert, nur der Täter sein kann? Und falls die DNS nicht übereinstimmt: Niemand sagt, dass die gefundene Spur vom Täter sein muss. In einem Supermarkt fallen so einige Spuren an…
    Ergo: Kein Zweifel!

  71. h.c. meint: (22.3.2007 um 17:00) AntwortenReply to this comment

    @53 (Agiro)

    Mich würden mal die Kosten dieser Maßnahme interessieren. Und wie viele präventive und soziotherapeutische Maßnahmen man damit hätte schaffen und damit eben solche Verbrechen hätte verhindern können.

    Rational herzlos, ich weiß.

    @59 (Anonymous)

    Das klingt jetzt etwas satirisch. Ich hoffe so ist es auch gemeint…

    @62 (Dominik)

    Und die Auswertung der DNA-Probe im Fall Uwe K. scheint eher 25 Wochen zu dauern. Hier hat man ja schon einen TATVERDÄCHTIGEN und scheint sichs nun gemütlich zu machen… Ich hoffe das wird nicht allzu schnell zum Alltag, irgendwann gehts nämlich auch mal nach hinten los…

    @65 (Marodeur2)

    "Damals an der Hochschule lerte man in der Kriminalistik das das Auswerten von einzelspuren den Taeterkreis einengt, was soll das denn hier bitte bringen? Errinert ein wenig an Kasperle Theater."

    Je nach DNA-Spur beweist man damit etwas (z.b. einen sexuellen Kontakt, menschliche/technische Fehler gibts da natürlich trotzdem) oder man hat ein Indiz – ein Haar auf der Kleidung beweist nämlich rein gar nix, bis auf das zumindest das Haar der Person irgendwie an die Kleidung kam. Darum guck ich auch immer etwas seltsam, wenn man mit DNA-Spuren eine Straftat "nachweisen" will.

    "Kann mich gar nicht erinnern das vor 20 Jahren Massentest mit Fingerspuren gemacht wurden und diese sind GENAU so Aussagekraeftig und es ist billiger!"

    Man findet aber nicht immer Fingerabdrücke, dafür aber DNA-Spuren. Macht die Sache trotzdem nicht besser. Grundrechte von ein paar zehntausend Menschen zu verletzen um ein Verbrechen aufzuklären ist i.A. sehr stark im Zusammenhang mit der Verhältnismäßigkeit betrachten. Mal davon abgesehen das wir mit den Millionen die man für DNA-Massentests ausgibt im kriminalpräventiven Bereich viel mehr erreichen könnte.
    Und das DNA-Tests abschrecken würden wäre mir auch neu.

    Aber heutzutage gilt ja Rationalität und Verhaltnismäßigkeit als Übel…

  72. Reinhard meint: (22.3.2007 um 17:21) AntwortenReply to this comment

    Ist nicht zufällig ein Innenminister oder ehem. Innenminister an einer Firma zur DNA-Analyse beteiligt? Oder verwechsle ich das nur mit Schily und seinem Biometrie-Engagement?

    Denn wundern täte es mich nicht, wenn das der wirkliche Grunde für diese Massen-Untersuchungen wäre.

  73. Leon Weber meint: (22.3.2007 um 17:25) AntwortenReply to this comment

    Einen Ähnlichen Fall wie diesen gibt es bei uns in der Nähe von Dresden. In dem Brief fand sich allerdings keine Drohung, er war so formuliert, dass man meinen könnte, die Polizei wäre todtraurig wenn man nicht hingeht. Erst durch einen befreundeten Krimininalpolizisten erfuhr ich, dass sie davon ausgehen, dass der Täter nicht hingehen wird, und sie bei den übrig gebliebenen an die Haustür kommen werden und nach der Probe fragen. Oder im Zweifelsfalle eben nachbohren, warum man nicht will.
    Grauenhaft.

  74. h.c. meint: (22.3.2007 um 17:56) AntwortenReply to this comment

    @73 (Leon Weber)

    "Oder im Zweifelsfalle eben nachbohren, warum man nicht will."

    Antwort: "Warum lasst ihr mich nicht in euer Schlafzimmer?"

    Und wenn dann nix passendes kommt verabschieden und Tür zu machen. Hab noch was anderes zu tun als mich den lieben langen Tag mit dahergelaufenen Beamten zu unterhalten.

  75. corax meint: (22.3.2007 um 18:33) AntwortenReply to this comment

    @32 Dominik

    Hab mich gerade 2 Stunden durch die Diplomarbeit geackert.
    Sehr lehrreich, danke.
    Für die Faulen hier, die Quintessenz steht auf den
    Seiten 129 bis 135.
    Wird aber die Mehrheit in Deutschland leider nicht interessieren.

    MfG corax

  76. Dominik meint: (22.3.2007 um 18:57) AntwortenReply to this comment

    Ah, freut mich, dass der Link interessant war.
    Ich hab gerade auch wieder was interessantes gelesen, ein Artikel in der FAZ. Tenor: DNA-Analysen dauern viel zu lange, um damit "Massenkriminalitaet" aufklaeren zu koennen, die Labors sind total ueberlastet, bei Straftaten wie Einbruch und Autodiebstahl dauert es bis zu einem Jahr, bis die Auswertung gemacht wird. Daher muss das alles beschleunigt werden und deshalb bauen wir neue Labors auf.
    Ich glaub, sehr lang ist die Erfassung aller Bundesbuerger in der DNA-Analyse-Datei echt nicht mehr hin, wenn ich mir das so durchles.
    Link zum FAZ-Artikel: http://springhin.de/7J1kB

  77. Dominik meint: (22.3.2007 um 19:03) AntwortenReply to this comment

    Achja, das alte Argument, dass wir alle Straftaeter und Spuren von Tatorten erfassen und schnellstens auswerten muessen, da der Autodieb von nebenan ja der Sexualmoerder sein koennte, fehlt natuerlich auch nicht.
    Dann ist es nur folgerichtig, alle Menschen praeventiv zu erfassen.

  78. Wolf Hagen meint: (22.3.2007 um 19:17) AntwortenReply to this comment

    Ich habe ja wirklich nichts dagegen, wenn die DNA-Tests ausschliesslich zur Aufdeckung eines Verbrechens verwendet und danach wieder vernichtet werden. Mit so ein wenig Speichel, Blut oder ein paar Haaren lässt sich allerdings sehr viel mehr anstellen, als nur ein DNA- Vergleich. Wer möchte schon gerne, dass in irgend einer Datenbank seine kompletten genetischen Erbinformationen gespeichert sind?

    In bestimmten Abschnitten der DNA befinden sich die sogenannten Gene, also kodierte genetische Informationen, die die Strukturpläne für Proteine und Moleküle enthalten, die bei der Proteinsynthese, dem Zellaufbau und dem Stoffwechsel eine entscheidende Rolle spielen. Davon ist abhängig, ob die Person an einem Gendefekt, einer Erbkrankheit oder sonst einem auch psychischen Leiden erkrankt ist oder eventuell erkranken wird. Auch Rückschlüsse auf die Intelligenz sind möglich.

    Seinerzeit wurde von den massgeblichen Politikern betont, dass man diese Informationen, die über den üblichen DNA-Vergleich hinausgehen, nicht abrufen werde. Ich bin da sehr skeptisch, wenn ich sehe, was sich heute so alles Politiker nennt und wer von denen das Sagen hat…. Mich gruselts alleine schon bei dem Gedanken.

    Es besteht von Seiten der Politiker und anderer Institutionen auch keine besondere Bereitschaft, die Bevölkerung über die Tragweite eines DNA-Tests aufzuklären. Nur so ist es zu verstehen, dass viele zu solchen Massentests gehen wie zu Aldi und Lidl, wenn es neue Schnäppchenangebote gibt.

  79. corax meint: (22.3.2007 um 19:48) AntwortenReply to this comment

    @ 77 Dominik

    Dafür wurde ja wohl der Gummiparagraph 81g StPO eingeführt.
    Alle Straftaten ab "besonders schwerer Diebstahl" führen zwecks zukünftiger Aufklärung noch nicht begangener Straftaten zur Speicherung in der Datenbank auf unbestimmte Zeit. Einmal Dieb immer Dieb (oder Schlimmeres).
    Wo wird das noch enden?

    MfG corax

  80. Jan.P meint: (22.3.2007 um 20:26) AntwortenReply to this comment

    Also ich glaube kaum, dass diese Massentests auch nur annähernd effektiv genug sind, um die enormen Kosten, die damit verbunden sind, zu rechtfertigen. Wie hier schon gesagt wurde: Man kann sich einfach weigern. Das werden bestimmt auch mehr als nur eine Hand voll Leute machen und die Polizei kann diese Männer nicht einfach alle unter Generalverdacht stellen.
    Das ist eine absolut sinnlose Verschwendung von Steuergeldern!

    Gruß,
    Jan.P

  81. Leon Weber meint: (22.3.2007 um 22:40) AntwortenReply to this comment

    @74
    Klar, ich hätte das auch gemacht. Aber vermutlich knickt da der Großteil eben ein.

    Mittlerweile hab ich noch was gelesen (https://www.datenschutzzentrum.de/material/themen/polizei/dna-reihe.htm) dass "Verweigerer" notfalls per Gericht dazu gezwungen werden — Geht sowas? o_O

  82. Eldersign meint: (22.3.2007 um 22:44) AntwortenReply to this comment

    Wenn sich Geladene, die nicht erscheinen, verdächtig machen – was ist eigentlich mit den Übereifrigen, die kommen obwohl sie nicht geladen sind. Da sollte man doch mal nachfragen, warum sie so eifrig bemüht sind, so ihre Unschuld beweisen zu müssen.
    Und außerdem könnte man ein solches Verhalten ja schon als bewusste Behinderung der Ermittlungsarbeit werten.

  83. Leon Weber meint: (22.3.2007 um 22:45) AntwortenReply to this comment

    @80
    Lies mal https://www.datenschutzzentrum.de/material/themen/polizei/dna-reihe.htm und vielleicht auch noch http://www.polizei.sachsen.de/lka/3076.htm und http://www.polizei.sachsen.de/lka/3070.htm — du wirst sehen, dass erschreckend wenig Leute verweigern. Bei den letzten beiden Links steht leider nicht die Zahl der Leute dabei, die nicht zum Test gegangen sind. Aber dass so wenige vor Ort verweigern, halte ich auch für schlecht.

  84. koffski meint: (22.3.2007 um 22:47) AntwortenReply to this comment

    Der Staat schreit Wolf und alle erschiessen ihre Hunde.

  85. corax meint: (22.3.2007 um 23:46) AntwortenReply to this comment

    @83 Leon Weber

    Den ersten Bericht hab ich mir durchgelesen, erschreckend.
    Das Verweigerern ruck-zuck mit einem Gerichtsbeschluss von
    irgendeinem Amtsrichter entgegengetreten wird halt ich für bedenklich. Es sollten zumindest spezielle Stellen mit besonders geschulten Richtern dafür eingerichtet werden find ich.
    Das Amtsgerichturteile ja öfters von höheren Instanzen später "kassiert" werden sagt ja einiges. Und von "Gefahr im Verzug" kann ja bei diesen Fällen nie die Rede sein.

    MfG corax

  86. Anonymous meint: (23.3.2007 um 07:27) AntwortenReply to this comment

    @54

    Suuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuper! Dann bleiben ja nur noch 5.999.999.999 …

  87. h.c. meint: (23.3.2007 um 08:51) AntwortenReply to this comment

    Irgendwie hat das System meinen letzten Beitrag nicht genommen… Also noch mal:

    @81 (Leon Weber),

    scheint so, aber das ganze ist erschreckend. Solche Entscheidungen stärken den Generalverdacht gegen jeden, eigentlich ist es nichts weiter als ein Generalverdacht. Wenn man sich die Verhältnismäßigkeit anschaut und die damit in Verbindung stehenden Kosten kann ich nur sagen, das solch ein Massentest nur in sehr sehr sehr wenigen Fällen angewandt werden darf, beispielsweise bei einer Reihe schwerer Straftaten die nach Beweislage in Zusammenhang stehen und es damit wahrscheinlich ist das weitere Verbrechen geschehen werden und keinerlei andere Beweise dafür sorgen das man dem Täter auf die Spur kommt, außerdem muss natürlich der Täterkreis zuvor eingeschränkt werden – 100.000 Männer aus einer Stadt mit knapp 250.000 Männern klingt nicht gerade so. Da wurden vermutlich alle Männer genommen die ein Führerschein und ein Auto haben – das ist als Eingrenzung doch etwas begrenzt.
    Das dürfte wohl sehr selten in Deutschland vorkommen. Und wie greßlich es auch ist – wenn ein Sexualmord 10 Jahre her ist und vergleichbares nicht noch mal geschehen ist ist ein Massentest nicht gerechtfertigt.
    Das das ganze langsam zur normalen Ermittlungsmethode wird ist erschreckend.

    @83 (Leon Weber)

    Ich zitiere mal ein paar Zeilen aus dem letzten Link:

    "Die Auftaktveranstaltung …
    Die Resonanz bei der Coswiger Bevölkerung war überwältigend. Bereits am Samstag erschienen 1.224 Männer …
    Am Sonntag, dem zweiten Tag …, setzte sich der positive Trend vom Samstag fort….
    Am gesamten Wochenende kam es zu keinerlei Störungen …"

    Alles verlief ganz toll, liest sich in den Auszügen wie ein Maifest aufm Dorf. Na ja, nur den Täter haben sie nicht bekommen. Aber sonst war alles positiv. Es ist bezeichnend…

    @86 (Anonymous),

    Na man darf wohl davon ausgehen das nicht jeder Mensch auf Erden zu der Zeit am Tatort war. Bleiben also doch nur noch 79.999.999 Tatverdächtige…

    So, hab mal bei Wikinews geschaut: http://de.wikinews.org/wiki/Dresden:_DNA-Massentest_l%C3%A4uft_an

    2,5 Millionen €(!!!). Das wären auf 30 Jahre gerechnet über 83.300 € pro Jahr. Knapp 6950 € pro Monat. Oder anders ausgedrückt: 2 bis 3 angestellte (Sexual-, Sozial-, Reha- pp.)therapeuten. Ob präventiv oder bei Verurteilten eingesetzt hätten die mit Sicherheit mehr Verbrechen verhindert als der Täter aus Dresden in seinen Lebzeiten begehen könnte. Wie viele Polizisten und Kriminaltechniker werden eigentlich dabei eingesetzt? Würden die bei der normalen Ermittlungsarbeit nicht vielleicht bessere Erfolge bringen können?

    Na ja. Aber in Dresden sollen ja selbst Hunde zum DNA-Test: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4188748,00.html

    Scheint so als ob die da von dieser Methodik besessen sind…

  88. Anonymous meint: (23.3.2007 um 09:09) AntwortenReply to this comment

    @87/88:
    "Na ja. Aber in Dresden sollen ja selbst Hunde zum DNA-Test: [..] Scheint so als ob die da von dieser Methodik besessen sind…"

    Ist dir bei diesem Artikel der Tagesschau das Datum aufgefallen?
    "Stand: 01.04.2005 10:49 Uhr" :-)

  89. Leon Weber meint: (23.3.2007 um 09:51) AntwortenReply to this comment

    Ay, cool dass bei Wikinews die Zahl der Eingeladenen steht. Wenn ich das grob überschlage, ist also nur ungefähr die Hälfte dahin gegangen. Kann man davon ausgehen, dass die Polizei die anderen alle persönlich besucht? Wenn ja, dann wird das wohl noch deutlich teurer (und natürlich noch kritikwürdiger…), und wenn nicht, halte die Maßnahme bei rein logischen Überlegungen für reichlich sinnlos.

  90. Leon Weber meint: (23.3.2007 um 09:54) AntwortenReply to this comment

    @85
    Bedenklich.. hm. Aber es geht anscheinend? Auf welcher Grundlage? Hieße ja, sie können einzelne zwingen, aber nicht die ganze Bevölkerung? Und habe ich da immernoch das Recht auf Zeugnisverweigerung?

  91. Smee meint: (23.3.2007 um 11:12) AntwortenReply to this comment

    Mag jetzt nicht alles lesen, aber glaube das wurde noch nicht erwähnt:
    "Noch immer ist nicht eindeutig geklärt, ob es ein oder mehrere Täter waren, …" (aus dem Video)
    Wenn sie DAS nicht wissen, mit welcher DNA wird denn dann überhaupt verglichen??

  92. h.c. meint: (23.3.2007 um 13:45) AntwortenReply to this comment

    @88 (Anonymous)

    Öhm. Nö, darauf hab ich jetzt nicht geachtet. Aber immerhin sind ja bis dato nur die Dresdner auf solche Ideen gekommen. Immerhin. ;o)

    @89 (Leon Weber),

    eben. Dadurch verstärkt sich natürlich meine Überlegungen. Wenn die wirklich alle die nicht dort hin gehen überprüfen (mit allem drum und dran) kann ich mir vorstellen das die Aktion die zweistellige Millionengrenze erreichen könnte. Wie viel Verbrechen man mit dem Geld bei kriminalpräventiven Aktionen hätte verhindern können… ich will lieber gar nicht dran denken.

    Deutschland wird immer mehr zu einem Land, wo jedes Verbrechen mit allen erdenklichen Mitteln aufgeklärt werden soll. Das ist nicht nur verfassungsrechtlich bedenklich, sondern auch wenn ich mir solche Berichte von dem wohl objektivsten Gerichtsreporter Deutschlands, Frau Sabine Rückert, durchlese: http://www.zeit.de/2006/22/Strafe_xml?page=all

    Nicht das ich behaupte das eine soziotherapeutische Behandlung die Tat von Maik S. verhindert hätte. Die Gefahr dazu aber mit Sicherheit. Wie viele Verbrechen hätte man mit den Millionen die für Massen-DNA-Tests rausgeschmissen werden wohl verhindern können? Ich denke das ist eine legitime Frage die sich viel zu wenige stellen…

    Die Presse wird immer Quotengeiler. Strafverfolger scheinen da auch immer öfters mit machen zu wollen. Wenn man beispielsweise wissen würde das der Täter zwischen 30 und 50 ist und einen dunklen BMW mit Dresdner Kennzeichen fährt – ok. Darüber könnt ich noch mit mir reden lassen. Aber 100.000 Menschen? Wenn man Kinder und Jugendliche bis unter 18 außen vor lässt dürften das deutlich mehr als die Hälfte aller Dresdner Männer sein. Welche Kriterien hat man da angelegt?

    @91 (Smee)

    Mit allen die man finden kann. Ein Kopfhaar ist genauso eine DNA-Spur. Und Haare verliert man ständig. Also: Wenn ihr mit euren Kindern auf den Spielplatz geht ja einen weiten Bogen um andere Kinder machen. Sicher ist sicher.

  93. Robert B. meint: (23.3.2007 um 16:23) AntwortenReply to this comment

    DNA-Tests, solche Old-School-Methoden setzt die deutsche Polizei immer noch ein? Wo bleibt denn endlich Precrime? Und warum sinkt die Anzahl der Straftaten eigentlich kontinuierlich, obwohl doch immer mehr darüber berichtet wird?

  94. Leon Weber meint: (23.3.2007 um 18:13) AntwortenReply to this comment

    @92
    Danke für den Link, ist sehr interessant… :\

  95. h.c. meint: (23.3.2007 um 18:55) AntwortenReply to this comment

    @93 (Robert B.),

    "Precrime" gibts doch schon (wenn ich den Begriff richtig verstehe). Nennt sich Vorbeugehaft und in gewissen Teilen auch Sicherungsverwahrung. Wegsperren auf Verdacht man könnte was machen.

    @94 (Leon Weber),

    ich kann Ihnen auch sagen das das was Frau Rückert dort schreibt alles andere als ein Einzelfall ist. In der Öffentlichkeit hört man davon natürlich nichts. Es geht nur um die Strafverfolgung und wie die Öffentlichkeit denkt das man Verbrechen verhindern könnte. Z.B. mit der nachträglichen Sicherungsverwahrung. Sexualwissenschaftler, Kriminologen, Gutachter und Therapeuten sagen zwar das das kontraproduktiv ist*, und auch viele Juristen sprechen sich dagegen aus (natürlich primär aus anderem Grund), aber die Öffentlichkeit denkt was anderes. "Regierungsexperten" die Straftäter höchstens aus drittklassigen Krimiserien kennen natürlich auch, das ist aber in jedem Themengebiet so – ein befreundeter Dr. med. (FA Radiologie) hat übereinstimmend mit der Mehrheit der Ärzte Anfang der 90er gesagt das Gesundheitswesen müsse reformiert werden. Auf ihn – damals als Experte befragt – wurde natürlich nicht gehört, lieber auf die "Regierungsexperten"**.

    Es werden z.B. auch deutlich über 80% (bis 90%) der Sexualstraftäter erst gar nicht begutachtet.

    *z.B. http://www.dgfs.info/DGfS_Stellungnahme.pdf
    **vgl. z.B. auch Äußerungen von Prof. Christian Pfeiffer (KFN). Wenn ich hierfür eine Quelle finde verlinke ich diese natürlich auch.

    PS: Die Sicherungsverwahrung als "Maßregel der Besserung und Sicherung" zu bezeichnen halte ich übrigens höchstens für einen puren Witz. Besserung durch Wegsperren? Der Oberste Gerichtshof in den USA hat schon festgestellt, das die "Wegsperr-Sicherungsverwahrung" verfassungswidrig ist. Deshalb gibts jetzt auch viel weniger Sicherungsverwahrungen – die Besserung zu unterstützen kostet nämlich richtig Geld -, dafür aber viel drastischere Strafen – und das ist nun mal nicht verfassungswidrig (jedenfalls in den USA).

    Da in Deutschland die Praxis der Sicherungsverwahrung auch nur eine "Wegsperr-Sicherungsverwahrung" ist ist sie m.E. auch verfassungswidrig. Aber das BVerfG hat ja nun leider entschieden das die nachträgliche Sicherungsverwahrung nicht verfassungswidrig ist. Eine der eher wenigen Entscheidungen des BVerfG die ich nicht teilen kann. Aber das ist ja nun nicht das Thema.

  96. Robert B. meint: (23.3.2007 um 20:08) AntwortenReply to this comment

    Ich meinte Precrime eigentlich wie im Film „Minority Report“, also das Straftaten bereits vor ihrer Ausführung in Erfahrung gebracht werden können und die Täter schon _vor_ dem Begehen des Verbrechens verhaftet werden. Die dafür zuständigen „Precops“ können daher die Gedanken aller Menschen „lesen“.

  97. h.c. meint: (23.3.2007 um 20:32) AntwortenReply to this comment

    @96 (Robert B.)

    Ist Vorbeugehaft und Sicherungsverwahrung was anderes? Irgendwo doch nicht. Bei beidem wird ausgegangen das die Person weiter Verbrechen begehen wird.

    Na eigentlich ist es ja bei der Sicherungsverwahrung schlimmer: Hier ists ja nur die Gefährlichkeit.

    Die Wissenschaftlichkeit der Methoden sind nach heutiger Sicht ungefähr gleich. Wie jemand in 20 Jahren "tickt" kann man nämlich genauso wenig wissenschaftliche wie "träumlich" sagen.

  98. Robert B. meint: (23.3.2007 um 20:53) AntwortenReply to this comment

    Doch, Sicherungsverwahrung und Vorbeugehaft sind etwas Anderes als _dieses Precrime_: Im ersten Fall wird – sie haben es ja schon selbst ausgeführt – davon ausgegangen, dass eine Straftat passieren _könnte_. Das im Film beschriebene Precrime schlägt aber erst dann zu, wenn der Entschluss – gleichgültig ob bewusst oder unterbewusst – für die Straftat gefallen ist, bis dahin sind die Menschen aber tatsächlich frei. Insofern haben sie natürlich recht, dass Sicherungsverwahrung etwas Schlimmeres darstellt.

  99. h.c. meint: (23.3.2007 um 21:06) AntwortenReply to this comment

    @98 (Robert B.)

    Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es aber das selbe. Von den futuristischen Annahmen ausgehend haben Sie natürlich Recht. ;o)

  100. Don Carlos Caneloni meint: (24.3.2007 um 07:09) AntwortenReply to this comment

    Ich mach bei sowas erst mit wenn auch Spermaproben angenommen werden. Soll ja auch Spass machen das ganze ;)

  101. h.c. meint: (24.3.2007 um 07:30) AntwortenReply to this comment

    @100 (Don Carlos Caneloni),

    nebenbei kann man dann auch prüfen wie fit die kleinen Kerlchen sind. Dann hat das ganze wenigstens einen Sinn, wobei ich glaube das ein freiwilliger Test deren Kosten der Staat übernimmt billiger wäre.

  102. Sven Türpe meint: (25.3.2007 um 13:07) AntwortenReply to this comment

    Wie gewissenhaft muss eigentlich die Überprüfung eines ansonsten unverdächtigen Nichtteilnehmers sein, damit der Stalking-Paragraph greift?

  103. Anonymous meint: (25.3.2007 um 13:24) AntwortenReply to this comment

    @95: Ich kann Ihnen nur zustimmen, was die Verfassungswidrigkeit der Sicherungsverwahrung angeht. Leider bemerkt offenbar kaum jemand die Abkehr vom Schuldprinzip als Begrenzung der Strafgewalt.

    Mir fällt hierzu folgender Absatz ein, den ich vor rund 10 Jahren in meiner Schüler-Facharbeit über "Darstellung und Bewertung von Straftheorien" an den Schluss gestellt hatte, als er noch galt:

    "Dem Mangel, der allen präventiven Theorien eigen ist, dass nämlich ihr Ansatz die rechtsstaatlich notwendigen Schranken der Strafgewalt nicht in sich enthält, lässt sich am besten durch ein SChuldüberschreitungsverbot abhelfen. Danach darf die Strafe in ihrer Dauer über das Maß der Schuld auch dann nicht hinausgehen, wenn Behandlungs-, Sicherungs- [!!] oder Abschreckungsinteressen eine längere Inhaftierung als wünschenswert erscheinen lassen. [...] Die Forderung, dass die Strafe in keinem Fall höher sein darf als die Schuld des Täters, ist heute in der Bundesrepublik ganz überwiegend anerkannt."
    Aus: Roxin, Strafrecht AT, 1994

    Man müsste wohl hinzufügen, "….WAR in Deutschland bis Ende der 1990er Jahre ganz überwiegend anerkannt."

  104. MC Fisch meint: (26.3.2007 um 10:42) AntwortenReply to this comment

    Wie weiter oben auch schon erwähnt sehe ich keine Kausalität zwischen Spur und Tat aber eine Umkehr der Beweislast. Ein Beispiel dafür. In der Stadt X geschieht ein Bankraub. Täter verliert dabei Haare. Jeder Bewohner der Stadt X gibt in einem Massentest per Speichelprobe. Unbeteiligter U ist Bankkunde der überfallenen Bank und hat nun ebenfalls Haare verloren. U geht freiwillig zum Test, seine DNA wird in der Bank festgestellt.

    Im übrigen sollte U nicht gerade wegen z.B Diebstahl vorbestraft sein. U könnte eine Überraschung erleben….

  105. Andre meint: (26.3.2007 um 18:47) AntwortenReply to this comment

    Hmm,

    allein schon erstaunlich, dass anscheinend nicht jeder zum Speicheltest muss. Frag ich mich doch besorgt, wer da enscheidet, ob verdächtig oder nicht.

  106. Ben meint: (27.3.2007 um 15:20) AntwortenReply to this comment

    … ich hab lange über den Sinn der Tests nachgedacht! Könnte man nicht damit hinten herum einen LEGALEN Vaterschaftstest machen?

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