Sehr bezeichnend
Ein Alexander Reich berichtet in der jungen Welt über die Leipziger Buchmesse. Zu Bloggern fällt ihm auch was ein:
Das sind keine Personen oder gar Persönlichkeiten, sondern Kunstfiguren. Sie heißen Don Alphonso, Don Dahlmann, Lyssa, Madame Modeste und x. Ihr Bemühen um Originalität ist anstrengend bis peinlich.
Überhaupt ist es doch sehr bezeichnend, daß der Siegeszug der Weblogs hierzulande nicht stattfindet, sondern fortwährend beschworen wird von den etabliertesten Medien, für deren Niedergang die Blogs ja eigentlich sorgen sollen. Die Demokratisierung wird von oben »verhindert«, lange bevor überhaupt von Demokratisierung gesprochen werden kann. Ein Grund ist, daß die Blogger nichts wollen, außer aufgekauft zu werden; diese verdammten Nutten.
Sehr bezeichnend. Fragt sich nur, für wen. Und was.
(Link gefunden bei Peter Turi)
ich möchte ja niemandem zu nahe treten, aber teilweise hat der mann recht.
der unheimliche siegeszug der blogger findet hier ehrlich gesagt wirklich nicht so sehr statt.
gut, "wo bis du mein sonneschein" wurde ursprünglich von einem blogger zum hit "gemacht". ein blogger wird von einem politiker verklagt. ein anwalt schreibt das weitaus interessanteste blog, mit den besten kommentaren/diskussionen.
aber seien wir doch mal ehrlich, das einzige blog, von dem man mal etwas mehr hört – und zwar auch AUßERHALB der blogger-gemeinde, ist das bildblog. und das auch nur VERDAMMT selten.
natürlich, innerhalb der internet-community ist das hier ne tolle sache. aber wenn ich sowas lese wie hier kürzlich, "ich hab ne anfrage bei ner großen firma gemacht und antwort bekommen, als ich auf mein blog hinwies…" – ich finde, da gebt ihr euch zum teil illusionen hin.
bisher ist das einfach noch nicht DIE riesen-bewegung hier in deutschland, sondern immer noch eine kleine subkultur. natürlich, wenn man sich überwiegend in dieser bewegt, meint man, da sei etwas riesiges im gange; und vielleicht ist es das auch – aber im moment eben noch nicht.
zum artikel nochmal allerdings: das mit dem "aufgekauft zu werden" kann ich schlicht und ergreifend nicht nachvollziehen. ein blog ist kein studiVZ, sondern immer noch eine erstmal private sache. von daher würde das aufkaufen ja nichtmal sinn machen. da ist der autor eindeutig übers ziel hinausgeschossen, keine frage.
Buchmesse, Weblogs, Demokratisierung… was???
Was is denn die "Junge Welt"? Ist das so eine Art "Bravo" für linke Intellektuelle?
Den ersten Absatz kann ich noch nachvollziehen, der letzte Satz lässt aber darauf schließen, dass der Verfasser einen ganz kleinen hat – weblog, natürlich.
Hat sich die 'junge welt' mittlerweile eigentlich entschieden, ob sie lieber links- oder rechtsradikal sein will? Ich jedenfalls bin mir immer noch nicht ganz sicher, was das Blättchen betrifft.
Der erste zitierte Absatz mit "Bemühen um Originalität" und den Kunstfiguren gefällt mir, genau das nervt mich auch an vielen Blogs.
Einer der Gründe, weshalb ich hier gerne lese. Die Klarheit.
Natürlich ist die deutsche Blogger-Szene noch nicht so groß und einflußreich wie die in den USA.
Aber der JW-Kommentar ist oberflächlich und weitgehend falsch.
Ein einzelnes Blog mag nur eine begrenzte Leserzahl haben – aber die Vernetzung ist ja erheblich, wirklich interessante Sachen tauchen in kurzer Zeit bei sehr vielen Blogs auf.
Und das gibt dann schon eine interessante Öffentlichkeitswirkung, vor allem weil unter den Blog-Lesern wiederum viele Multiplikatoren, auch viele klassische Journalisten sind.
Wirkt ein bisschen aggressiv der Schreiberling.
Könnte er doch in (s)einem Blog verarbeiten.
(Statt eine Zeitung zu blamieren).
Finde, Blogs haben oft Seelenhygienische Funktion.
Scheint, dass derzeit viele versuchen, für Blogs eine Schublade zu finden – möglichst eine politische ("die Macht des Web 2.0")oder eine kommerzielle ("die wollen doch nur ihre Blogs verkaufen " – hä ?).
Kenne vornehmlich Blogger, die aus schlicht sozialen Gründen bloggen. (Wie wir z.B.: können nicht dauernd mails an die Riesenverwandtschaft einer Patchworkfamily in ganz Deutschland verschicken. Also schreiben wir: schaut in unseren Blog, da erfahrt ihr unsere täglichen Kleinigkeiten und Entwicklungen und wie es wem in unserer Großfamilie geht).
Naja, und von den weniger privaten Blogs schaue ich, ehrlich gesagt, wirklich nur täglich bei Udo Vetter und manchmal beim Sexblog der ZEIT vorbei ;-)
Naja, man muss ja nicht gleich jeden Pups, den irgendeiner irgendwo geschrieben hat, zitieren und damit sogleich bewerben.
Bei manchen Artikeln, sei es Online oder Print, habe ich das Gefühl, als hätte der zuständige Schreiberling auch hier reingeschaut, um ein klein wenig Hintergrund zu recherchieren.
Das ist prinzipiell auch nachzuvollziehen, wo bekommt man umsonst auch derart viel juristischen Sachverstand, der sich oftmals sogar bemüht, außerhalb des Fachjargons Dinge verständlich darzulegen?
Insofern hat imho zumindest das law blog durchaus Einfluß.
Den Gedankengang zum Aufkaufen im zitierten Artikel kann ich dagegen weniger nachvollziehen. Solche reflexartigen Beschimpfungen sind m.E. allerdings oftmals Ausdruck der Angst vor unwillkommenen Veränderungen.
KEINE PANIK! die jungs von der jungen Welt haben bestimmt einfach nur einen neuen Webserver und wollen testen wieviele Hits der pro Sekunde aushält. Deswegen bemüht sich genannter Schreiberling ordentlich kontrovers zu kommentieren. Das vergeht wieder… bestimmt…
Turi liest Junge Welt?
herrje! Schreiben fördert doch Schreiben? Wen man seinen Schreibstil einem Publikum zur kritischen Betrachtung gibt, kann sich dieser – falls man sich die Mühe macht – nur verbessern! In Zukunft wird es also zu mehr und besseren Schriftstellern/Journalisten kommen, einfach weil der Kommerz auf eine breitere Masse zugreifen kann.
Dieser (offensichtliche) Blogger-Hassartikel hat mich doch spontan sehr stark an den TAZ-Beitrag von Herrn Grönling von vor etwa zwei Jahren erinnert: "Ich blogge, also bin ich", Lawblog-Eintrag hierzu: "TAZ muss nicht sein".
(bin jetzt zu faul, ihn aus dem Archiv herauszusuchen).
Jeweiliger Tenor: Blogger & web 2.0 = böse & unseriös & versteckt kommerziell, etablierte Medien = gut & seriös (und gar nicht kommerziell :-)
Ist Blogger-Bashen eigentlich eine Spezialität linker Medien? Ich dachte, die sind irgendwie basisdemokratisch und egalitär! *kopfschüttel*
Nachtrag:
… und egalitär, und müssten sich über journalistische Arbeit von "unten" eigentlich freuen! Oder ist vielleicht nur gewünscht, was politisch "auf Linie" ist? (vgl. Indymedia)
… eine Demokratisierung, die es gar nicht gibt, wird von oben verhindert, weil die Blogger sich kaufen lassen wollen.
Das verstehe ich nicht.
@13: Nein, "Links sein" hat bei der JW nicht mehr viel mit "fortschrittlich sein" zu tun. Dort versteht man unter "Links sein" ein krampfhaftes Festhalten an längst vergangenen Konzepten und ein Nachweinen des guten alten real existierenden Sozialismuses. Neues wird durch die Bank weg abgelehnt. Weil man diese neue Dinge wie Bloggen nicht mehr vernünftig mit sozialistischem Vokabular in die passende Schublade packen kann.
Und da sich die JW in Ablehnung nahezu aller aktuell stattfindenen gesellschaftlichen Veränderungen in bester Gesellschaft mit vielen Rechtsextremen befindet, kommt man nicht zu Unrecht zu dem Schluss, dass man nur weit genug nach Links gehen muss, um ganz Rechts wieder herauszukommen.
Sehr typisch, eigentlich — da werden hohe Forderungen an ein neues Medium gestellt, und dann Spott und Häme ausgegossen, weil die Forderungen nicht erfüllt werden.
Warum kann man die Sache nicht einfach mal laufen lassen, ohne gleich zu evaluieren, was es bringt? Tautoko nannte das in einem Blogartikel zu Twitter "die komplette Unfähigkeit, zu spielen" ( http://tautoko.info/2007/03/10/twitter-thesen-zum-hype/ ).
Es gibt so viele schlechte Bücher, deren Autoren meinen, dass sie die Welt umkrempeln. Es gibt so viele bescheuerte Fernsehsendungen. Warum sollten viele schlechte Blogs ein Beweis dafür sein, dass das Medium nicht funktioniert?
Hallo Herr Vetter,
sehr interessantes Blog haben Sie hier.
Lese hier als Nicht-Jurist sehr regelmäßig und bin Ihnen auch sehr dankbar, dass Sie auch aktiv Widerstand gegen unsere Grundgesetzfeindlichen Politiker leisten.
Was mich allerdings schon verwundert ist, dass es hier keinen Eintrag zu dem umstrittenen Koran-Urteil gibt. Ist dieses spezielles Thema oder generell "Migrantengewalt" hier ein Tabuthema über das nicht berichtet werden darf? Sie können natürlich selbst entscheiden was Sie hier publizieren, aber ich finde, dass es negative Entwicklungen gibt, die man nicht unter den Teppich kehren sollte.
Unser Grundgesetz und unsere Rechtsordnung gilt es gegen jegliche Feinde zu verteidigen, nicht nur gegen die von Rechts.
Beste Grüsse,
Leonhard
Ein paar Worte zur Junge Welt:
Diese Zeitung auch nur im Ansatz rechtsradikales Gedankengut zu unterstellen, ist, man verzeihe mir die Ausdrucksweise: Einfach nur dämlich. Die JW ist die einzige, wirklich linke Tageszeitung, die heute noch existiert. Wenn man mal etwas anderes lesen will, als das, was FAZ, SPIEGEL, BILD, SZ, Focus u.a. schreiben, dann ist die JW der erste Anlaufpunkt.
Bereits im Januar druckte die JW den Brief von Christian Klar ab, der auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz verlesen wurde. Die anderen Medien stürzten sich erst später wie die geier drauf und kopierten diesen einfach aus der JW. Diese musste dann noch drauf bestehen, dass sie wenigstens als Quelle angegeben wird.
Man muss sicher nicht mit der politischen Einstellung der JW einverstanden sein. Aber dort findet man immer noch Themen, die in anderen Medien totgeschwiegen werden.
@ Leonhard: Der von Ihnen angesprochene Fall läuft momentan ja nun wirklich nicht Gefahr, medial unter den Tisch gekehrt zu werden. Das law blog ist (siehe auch mein Impressum) kein Nachrichten- und Kommentardienst. Ich kann und will nicht jedes Thema aufgreifen, auch wenn es noch so ein großer Aufreger ist.
Bei dem Koranfall habe ich überdies das Gefühl, dass ich den unzähligen anderen Kommentaren momentan auch nichts hinzufügen kann.
Ich wußte schon immer, daß UV eine Kunstfigur ist. Im wirklichen Leben heißt er Horst Schlämmer. :-)
@Tim:
Turi liest Junge Welt?
Nee, der googled wohl nur ständig nach "Don Alphonso".
Ich glaube, das nennt sich penisneid2.
@19:
Die jW beschäftigt Schreiberlinge wie WP, RR oder auch RG, deren Diktion und Einstellung gegenüber Israel und den USA regelmäßig Artikel zu Stande bringt, die in Passagen wortgleich in NPD-Verlautbarungen zu finden sind. Ohne Jux, nicht nur strukturell ähnlich, sondern oft tatsächlich wort- und phrasengleich. Mit einer genuin linken, fortschrittlichen Tageszeitung hat das nicht viel zu tun.
Unter dem Mantel einer "antiimperialistischen und antizionistischen" Grundhaltung werden dort Hetzartikel gegen den "raffenden Finanzkapitalismus" geschrieben, in denen zB stets – obgleich für den eigentlichen Artikel irrelevant – darauf hingewiesen wird, dass Akteur XYZ "eine doppelte Staatsangehörigkeit" habe (isralisch und british bzw. amerikanisch) oder es werden die ominösen "Interessen bestimmter Kreise an der amerikanischen Ostküste" bemüht. Das ist nicht nur widerlich, sondern auch kein Stück links.
Was am Abfeiern von kriminellen Banden, die den Irak immer weiter im Strudel der Gewalt versinken lassen, als "legitimer irakischer Widerstand", der zudem noch finanziell zu unterstützen sei (WP!), links sein soll, erschließt sich mir auch nicht.
Sozialistisch? In Teilen. National? Aber hallo. Schlussfolgerung? Eben.
> Was is denn die “Junge Welt”?
Sowas wie "Der Stürmer", allerdings für die SED/PDS/Linkspartei.
@21 RA F:
und ich dachte, alle kunstfiguren heißen in wirklichkeit hubertus albers
Schade, da hat wohl jemand nicht das Potential von Blogs erkannt – dabei wäre es so wünschenswert, dass auch in Deutschland die Blogosphäre wächst.
Der Textausschnitt ist natürlich Schmarrn, aber Leute wie Don Alphonso sind schon ziemlich selbstherrlich.
Mich nerven vor allem diese inzestösen Zustände, 90% der kleineren Blogs berichten doch über Dinge, die sie in anderen Blogs gelesen haben, da wimmelt es dann von Trackbacks.
Über BildBlog: hat zwar "Blog" im Namen, aber ist es wirklich einer? Da sitzt doch eine ganze Redaktion mit journalistischer Ausbildung dahinter, kommentieren kann man auch nicht. Laut Wikipedia ist ein Blog ja ein digitales Tagebuch.
Wann wird wohl der lawblog aufgekauft werden ^^
Bloggen ist doch doof!!!
Über BildBlog: hat zwar “Blog” im Namen, aber ist es wirklich einer? Da sitzt doch eine ganze Redaktion mit journalistischer Ausbildung dahinter, kommentieren kann man auch nicht. Laut Wikipedia ist ein Blog ja ein digitales Tagebuch.
Dieser Bildblog gehört genauso wenig zum Social Network wie Wikipedia. Deshalb sollte man sie auch nicht bei diesem Thema ausklammern.