2.4.2007

Klappt bei allen …

Wieder was gelernt. Zigarettenindustrie, Brauereien und andere Wirtschaftsunternehmen zahlen kräftig, um Partei- und Regierungsfeiern zu unterstützen. Auch wenn es ganz offiziell wirkt, wird anscheinend gern auf Kosten von “Sponsoren” einer draufgemacht. So musste jetzt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff eingestehen, dass die Zigarettenhersteller zum Beispiel das Sommerfest der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin mit 2.500 Euro unterstützt haben.

Ist Wulff, dessen Land als einziges bisher kein wirksames Rauchverbot in der Gastronomie einführen möchte, damit käuflich? Dies wirft ihm die SPD vor. Bemerkenswert, wie Wulffs Pressesprecher laut Wirtschaftswoche den Vorwurf zu entkräften sucht:

Wulffs Sprecher konterte: Das Sponsoring aus der Tabakindustrie „unter der Regierung Gabriel-Jüttner ist doppelt so hoch gewesen, ohne dass nennenswerte Aktivitäten zum Nichtraucherschutz gezeigt wurden“.

Die Aussage lässt sich aber auch verdammt gut in eine ganz andere Richtung deuten.

39 Kommentare zu “Klappt bei allen …”

  1. Torsten meint: (2.4.2007 um 15:46) AntwortenReply to this comment

    Welche Richtung ist gemeint?
    Mir denkbar wäre zB die, dass die jetzige Regierung zu günstigeren Sätzen zu beeinflussen ist…

  2. Ron meint: (2.4.2007 um 15:47) AntwortenReply to this comment

    Hehe, wirtschaftsfreundlich wie sich die CDU gibt bekommt man sie anscheinend sogar billiger als die Sozen ;-)

  3. Heinz meint: (2.4.2007 um 16:12) AntwortenReply to this comment

    Es lässt sich _nur_ so verstehen, dass
    1- die jetzige Landesregierung billiger zu haben ist
    2- das Politikverständnis der aktuellen Politikergeneration offensichtlich beinhaltet, käuflich zu sein, sei das normalste der Welt.

    Was für ein Desaster, diese Volltrottel.

  4. Sponge meint: (2.4.2007 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    Es wäre mir neu, wenn die Politik nicht käuflich ist.

  5. Jochen Hoff meint: (2.4.2007 um 16:18) AntwortenReply to this comment

    Yepp, das ist wirklich gut. Gabriel war teurer als Wulff? Durch die Besetzung des niedersächsischen Ministerpräsidenten mit Christian Wulff sinken die Aufwendungen der Unternehmen für Politikerbestechung?

    Mehr geben wir für Wulff nicht aus.

    Eine herrliche Vorlage. Mit St. Corruptius Lammert als Bundestagspräsident wird wenigstens nicht mehr vertuscht. Korruption ist kein Geheimnis mehr.

  6. Anonymous meint: (2.4.2007 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    Schade daß die Autolobby nicht so effektiv gegen diese ganzen sinnlosen Tempolimits vorgeht.

    Was mir ein Rätsel ist. Eltern dürfen daheim Qualmen, aber wehe jemand fährt zügig durch eine Spielstraße hindurch.

  7. Ethelbert meint: (2.4.2007 um 16:35) AntwortenReply to this comment

    oder die Variante:

    Es kommt weniger Geld rüber und die Regierung fängt mit dem NR-Schutz an, da halt die Kohle nicht stimmte.

  8. Cleansy meint: (2.4.2007 um 16:35) AntwortenReply to this comment

    "Wulffs Sprecher konterte: Das Sponsoring aus der Tabakindustrie „unter der Regierung Gabriel-Jüttner ist doppelt so hoch gewesen, ohne dass nennenswerte Aktivitäten zum Nichtraucherschutz gezeigt wurden“."

    Umkehrschluss: die Tabakindustrie "sponsort" weniger, deswegen sehen sich die Politiker gezwungen die Nichtraucher mehr zu "beachten"… ;)

  9. h.c. meint: (2.4.2007 um 16:43) AntwortenReply to this comment

    Die SPD-Abgeordneten lassen sich von gewissen Automobilherstellern bezahlen, die sollten erstmal in der eigenen Fraktion kehren bevor sie andere beschuldigen.

    "Nebenbei" sollte man nicht vergessen das die Forderung der niedersächsischen Landesregierung, spezielle Raucherrestaurants mit einem "R" zu kennzeichnen, aus der FDP kommt. Und wir setzen uns generell gegen ein generelles Rauchverbot ein, auch in den anderen Ländern.

    Die Antwort des MP-Pressesprecher ist natürlich… ähm… na ja, nicht unbedingt produktiv.

  10. Anonymous meint: (2.4.2007 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    Ich würde mir gerne mal von einem Strafrechtler sagen lassen, warum §223 StGB nicht bei Rauchen in der Öffentlichkeit greift.
    Es steht ja groß auf vielen Packungen drauf, daß es auch die Gesundheit von dritten schädigt. Wer es dann trotzdem tut, macht dies vorsätzlich, oder nimmt die schäden zumindest billigend in kauf.

  11. anonym meint: (2.4.2007 um 16:52) AntwortenReply to this comment

    Was ist bei der Sache das Problem? Wenn Auto- und Rüstungsfirmen dergleichen tun, ist es weniger schlimm als bei Herstellern von Tabakwaren? Sollte der Eintrag vielleicht gar ein Beitrag zum Kreuzzug gegen das Rauchen sein?

  12. anonym meint: (2.4.2007 um 16:57) AntwortenReply to this comment

    @10 Die "Gesundheitshinweise" auf den Zigarettenpackungen sollte man wohl nicht so bierernst nehmen. Es sind Behauptungen ohne Beweis ("Raucher sterben früher"; früher als wer?), mithin alles andere als "gerichtsfeste" Feststellungen. Vielleicht sollte man sie als politikeigene Werbeform begreifen. Oder als Realsatire.

  13. Udo Vetter meint: (2.4.2007 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    Ich wusste gar nicht, dass es so was bei offiziellen Anlässen gibt. Dass Parteien den Fuhrpark stellen oder die Bewirtung auf Sitzungen zahlen lassen, war mir bekannt.

    Aber Landesregierungen? Ich muss mir gleich mal den Mund spülen. Der schale Geschmack kommt nicht davon, dass es im Fall der Zigarettenindustrie hochkocht.

  14. Florian meint: (2.4.2007 um 17:00) AntwortenReply to this comment

    Ich sehe nicht, was in diesem Fall "Käuflichkeit" bedeutet.

    Ohne die 2.500 Sponsoring hätte das Fest den Staatshaushalt halt um diesen Betrag mehr gekostet.

    Weder Herr Wulff noch die CDU (bzw. in früheren Zeiten Gabriel und SPD) haben davon persönlich profitiert.
    Sondern das Land Niedersachsen.
    Und schließlich ist es ja die Aufgabe eines Ministerpräsidenten, den Nutzen des Landes zu mehren.
    Wo ist also das Problem bzw. der Interesssenkonflikt?

    Problematisch wäre es aus meiner Sicht nur, wenn ein Unternehmen private Feiern von Herrn Wulff unterstützen würde.

  15. xyz meint: (2.4.2007 um 17:00) AntwortenReply to this comment

    Ganz perfide eingestielt von der Nichraucherindustrie:

    http://die-rote-fahne.eu/news/2007/377D79BC-311E-4892-A7A8-4C0E403321D4.html

    Ich rauche weiter für die Revolution!

  16. Udo Vetter meint: (2.4.2007 um 17:09) AntwortenReply to this comment

    @ Florian: Wie gut, dass die Zigarettenindustrie so selbstlos ist. Verschenkt Geld und erwartet nichts dafür. Denn immerhin weiß sie ja, was für standkräftige Typen unsere Politiker sind. Die würden solche Zuwendungen nicht mal mit Wohlwollen vergelten.

    Für unsere Politiker geht es immer nur um die Sache, ohne Ansehen von Personen und Institutionen. Würde mich nicht wundern, wenn solche Geldgeber sogar noch extra unsanft angepackt werden, damit bloß kein falscher Eindruck ensteht.

  17. poomerang meint: (2.4.2007 um 17:10) AntwortenReply to this comment

    Ich lese das so, daß der Pressesprecher keine Korrelation zwischen Sponsoring und politischen Entscheidungen sieht. Im übrigen impliziert auch nicht jede Korrelation eine Kausalität.

  18. flipflop meint: (2.4.2007 um 17:22) AntwortenReply to this comment

    Aber je mehr Zufälle es gibt, desto weniger wahrscheinlich sind es Zufälle.

    Leider gibts nur eine Weg, solche Korruptis zu stoppen: Sich selbst wählen lassen. Wenn das nur so einfach wäre…

  19. Udo Vetter meint: (2.4.2007 um 17:32) AntwortenReply to this comment

    Auf Telepolis lese ich, dass die deutsche Autoindustrie den G-8-Gipfel sponsort:

    "Geschätzte 96 Millionen € wird das Sicherheitsprogramm kosten, nur knapp über zehn Millionen davon sind bislang gedeckt, u.a. durch Sponsoren wie Mercedes Benz, Audi und VW Nutzfahrzeuge, wie dem Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung zu entnehmen ist."

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24993/1.html

  20. A. John meint: (2.4.2007 um 17:37) AntwortenReply to this comment

    Solche Vorgänge gehören zum politischen Tagesgeschäft und zählen noch zu den Harmlosesten.
    Politiker sind zwangsläufig korrupt, das gehört zum Berufsbild.
    Der Eine oder Andere möglicherweise nicht im strafrechtlichen Sinne, moralisch aber auf jeden Fall.

  21. Klaus meint: (2.4.2007 um 17:44) AntwortenReply to this comment

    Habe gerade gestern von einem führenden Unternehmensberater gehört, das Bestechungsgelder von der Steuer absetzbar sind

  22. Gerrit meint: (2.4.2007 um 17:50) AntwortenReply to this comment

    Nachdem ich diesem Link gelesen habe ist mir speiübel.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24993/1.html

    96 Mio für dieses Treffen.
    20 Mio für eine Grillparty.

    Wo kommt es her, das Geld?
    Wer verdient an diesem "Zauber"?

    Ich kann gar nicht so viel essen,
    wie ich k****n möchte.

  23. Johannes meint: (2.4.2007 um 18:12) AntwortenReply to this comment

    Das Sponsoring des G8-Gipfels entspricht dem der Fußballweltmeisterschaft: Wenn bei einem so wichtigen Ereignis alle Staatschefs in Limousinen von Mercedes und Audi vorfahren, kommen auch ständig Limousinen von Audi und Mercedes ins Bild und werden per Fernsehen übertragen. Einfache Rechnung.

  24. Rrabbit meint: (2.4.2007 um 18:20) AntwortenReply to this comment

    Ich schliesse daraus erstmal, dass ein Landesgesetz in D ziemlich billig ist. Bei tatsaechlich erzielten Marktpreisen von 5000 bzw. 2500 Euro fange ich an mir zu überlegen, was ich mir denn gönnen möchte.

    Thomas

  25. Der Gerd meint: (2.4.2007 um 19:37) AntwortenReply to this comment

    Ich weiss nicht was dieses Gelästere hier soll! Wir leben in einem Rechtsstaat und diese Anspielungen auf eventuelle Bestechung von deutsche Beamten und Politikern ist wiederlich. In diesem unserem Lande gibt es den Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung. Dazu wurde sogar im Juli letzten Jahre ein Prozess gegen einen Politiker vorm dem LG Düsseldorf eröffnet. Dieser Prozess wurde dann…….upps.
    Gerd

  26. pirat! meint: (3.4.2007 um 09:13) AntwortenReply to this comment

    also mal unabhängig von etwaigen bestechungen: liberale politik überzeugt immer. sollen doch die wirte – und mit ihnen ihre gäste – selbst entscheiden, ob eine raucher- oder nichtraucherkneipe eingerichtet wird. das ist doch kein zugeständnis an die tabakindustrie, sondern politik, die generellen verboten eine absage erteilt. wir sind hier im blog doch sonst auch immer gegen jede art von restriktionen.

  27. Jens meint: (3.4.2007 um 11:11) AntwortenReply to this comment

    @26
    Tut mir leid aber dem Argument kann ich nicht folgen. In jedem anderen Betrieb müsste bei den Schadstoffkonzentrationen die durch Rauchen in Diskotheken und Gaststätten entstehen sofort die Arbeit eingestellt werden, der Betrieb würde geschlossen und der Inhaber wegen Verletzung der Arbeitsschutzvorschriften belangt. Wieso die Angestellten in der Gastronomie ihre Gesundheit riskieren müssen nur weil es Leute gibt die nicht in der Lage sind mal ein oder zwei Stunden ohne Zigarette auszukommen ist mir schleierhaft.

  28. SvenR meint: (3.4.2007 um 11:59) AntwortenReply to this comment

    @ Nr. 24 (Rrabbit):

    Mich wundert, dass Sie der Einzige sind, dem die Niedrigkeit des Betrags aufgefallen ist. Wie oft die wohl voher miteinander gesprochen haben, das verhandelten, nachbereiteten, und dann kommen gerade mal zwonhalb Kilo heraus.

  29. LukeNukem meint: (3.4.2007 um 13:19) AntwortenReply to this comment

    Lieber Jens, das Problem sind dabei aber nicht die Raucher, auch wenn Sie Ihr schönes Feindbild so gerne auf diese projizieren. Diskotheken haben auch ohne Raucher eine atemberaubend schlechte Luft, und zwar ganz einfach deswegen, weil die Belüftung nicht ausreichend dimensioniert wird — im Sinne gesunden Menschenverstandes, nicht der baurechtlichen Vorschriften, die in diesem Punkt zu lasch sind, und denen die aus Kostengründen zu klein dimensionierten Systeme in der Regel so gerade genügen. Wäre die Belüftung ausreichend, könnten die Raucher in den Diskos rauchen, daß die Schwarte kracht, und es würde nicht einmal jemandem auffallen.

    Wo ist Ihr Problem damit, wenn Gastwirte selbst wählen können, ob sie Ihren Gästen das Rauchen erlauben wollen oder nicht? Dann können die Angestellten, wie das Hunderttausende andere Menschen auch tun, sich wahlweise mit ihren Arbeitsbedingungen abfinden oder sich eine neue Stelle suchen. Mir ist ohnehin schleierhaft, warum jemand, der sich so große Sorgen um seine Gesundheit macht und Zigarettenrauch als größte Gefahr für diese ausmacht, ausgerechnet einen Beruf ergreift, bei dem die Exposition gegenüber Zigarettenrauch zum Berufsbild gehört. Das ist, als wollte ein Mehlstauballergiker unbedingt Bäcker werden. Irgendwie seltsam, oder?

    Dieses ganze Angestelltenschutz-Gerede erscheint mir nur vorgeschoben; um den Schutz der Gesundheit bei vielen anderen Berufen wird nicht so ein übertriebenes Bohei gemacht. Letzten Endes geht es Ihnen vermutlich nur darum, anderen Menschen etwas zu verbieten, was Ihnen nicht genehm ist. Dazu reiten Sie eben auf der ach so gefährdeten Gesundheit der Angestellten herum — genauso, wie Herr Bosbach und Seinesgleichen den Jugenschutz vorschieben, um Erwachsenen die bösen Killerspiele und am Liebsten gleich auch noch den Konsum von Pornografie zu verbieten.

  30. RRabbit meint: (3.4.2007 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    @28: Politiker (und zwar nicht nur die deutschen) scheinen insgesamt recht billig zu sein, wenn man den durch die Zuwendung erreichten Erfolg mit dem finanziellen Aufwand vergleicht.

    Wobei wir derzeit natuerlich nicht wissen, ob ausserdem den 2.5k bzw 5k noch andere Zuwendungen erfolgt sind.

    Thomas

  31. vb-208 meint: (3.4.2007 um 17:52) AntwortenReply to this comment

    An den Verteidiger der des Nicotin:

    Getroffene Hunde bellen.

    Es geht nicht um die eigen gesundheitliche Schädigung (Suicid ist auch nicht verboten)! Sondern um die Belästigung, Störung und Schädigung anderer!
    Dies ist für die Nicotinabuser schlecht zu vertstehen, da -Achtung Provokation- der Durchschnittsraucher weniger gebildet ist.
    (Je geringer die Bildung, desto höher der Anteil der Raucher.
    Ergebnis einer US-Repräsentativstudie, veröffentlicht in Smoking and Health Review 1/96:).

  32. martin meint: (3.4.2007 um 21:03) AntwortenReply to this comment

    Egal wer -2500, und noch nicht mal in die eigene Kasse, da kann doch selbst ein Politiker aus dem Haus "Nehmen ist seliger als Geben" nicht schwach werden. Die halten ja schliesslich Diäten, die sind auch nicht ganz schlecht.
    Ich jedenfalls hätte gedacht, die wären teurer.

  33. LukeNukem meint: (4.4.2007 um 15:08) AntwortenReply to this comment

    vb-208 schrieb:
    > An den Verteidiger der des Nicotin:

    Sie meinen mich, nehme ich an. Allerdings sind Sie im Irrtum: ich bin kein "Verteidiger der des Nicotin". Ich bin ein Verteidiger des "Leben und leben lassen", des "Ruhe bewahren" und des "seid nett zueinander".
    Ich verteidige nicht das Nikotin, sondern die Toleranz. Die polemischen Diffamierungs-, Hetz- und Haßkampagnen gegen Raucher nerven mehr als die Raucher selbst.

    > Getroffene Hunde bellen.

    Mit getroffenen Hunden kennen Sie sich offenbar besser aus als ich. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer diesbezüglichen Fachkompetenz, deren praktischer Sinn sich mir allerdings ebensowenig zu erschließen vermag wie der Zusammenhang mit dem Thema.

    > Es geht nicht um die eigen gesundheitliche Schädigung

    Das wäre ja auch noch schöner.

    > (Suicid ist auch nicht verboten)!

    In anderen Ländern ist just dies der Fall, beispielsweise hat Japan eine solche Regelung — seit 2005. Aber was hat das mit dem Thema zu tun?

    > Sondern um die Belästigung, Störung und Schädigung anderer!

    Ach Gottchen, wie schrecklich. Schauen Sie, wenn Nikotinabhängige für Sie ein dermaßenes Ärgernis darstellen, dann gehen Sie ihnen doch einfach aus dem Weg. Dasselbe mache ich mit gröhlenden Karnevalisten, belgischen Automobilisten, besoffenen Fußball-"Fans" und ebenso mit qualmenden Zigarettenstinkern, ohne gleich nach Verboten zu schreien.

    Niemand zwingt Sie dazu, sich neben einen Raucher zu setzen. Niemand zwingt sie dazu, eine verräucherte Gastwirtschaft zu besuchen. Lassen Sie das doch einfach sein, und schon werden Sie weder belästigt, noch gestört, und auch nicht geschädigt. Hören Sie auf zu geifern und zu jammern, und gehen Sie den Rauchern einfach aus dem Weg — leben und leben lassen, ganz ungezwungen. Da spreche ich aus Erfahrung, ich mache das nämlich seit Jahren so, und ich fühle mich dabei ganz wunderbar.

    Probieren Sie das doch einfach mal aus: schon nach kurzer Zeit werden Sie ein völlig neues, vollkommen entspanntes Lebensgefühl und eine tiefe, friedliche innere Ruhe verspüren. Das fühlt sich anfangs oft etwas seltsam an, aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist es einfach nur herrlich. Versuchen Sie es einmal, es lohnt sich.

    > Dies ist für die Nicotinabuser schlecht zu vertstehen,

    Das gilt sogar für solche, die keine "Nicotinabuser" sind, wie zum Beispiel mich. Wenn ich eine Gefahr für mich sehe, gehe ich ihr aus dem Weg. Das halte ich keineswegs für unverständlich, sondern vielmehr für vollkommen normal.

    Was ich hingegen nicht verstehen kann, ist, warum Sie das nicht genauso handhaben, sondern stattdessen darauf insistieren, Ihre Umwelt und Ihre Mitbürger umzuerziehen, bis sie in Ihr Weltbildchen hineinpassen. Das Bestreben nach der totalitären Umerziehung von Menschen hat in unserem Lande zwar eine lange, nichtsdestotrotz aber höchst unheilige Tradition — und kommen Sie mir nicht mit Ihren guten Gründen: die hatten der Typ aus Braunau am Inn, jener aus Leipzig und dessen Nachfolger aus Neunkirchen an der Saar angeblich auch.

    > da -Achtung Provokation- der Durchschnittsraucher weniger gebildet
    > ist.

    …sagt jemand, der nichtmal seinen Eingangssatz "Verteidiger der des Nicotin" geradeaus formulieren kann. Da fühle ich mich, um ehrlich zu sein, weniger provoziert denn eher belustigt. Haben Sie noch ein paar "Argumente" von solch atemberaubend sachlichem Gehalt? Bitte tragen Sie sie vor, dem harre ich mit großer Spannung.

    Aber fragen wir einmal anders: was wollen Sie mit dieser "Provokation" wohl bezwecken: möchten Sie Raucher als ungebildete Deppen darstellen und damit Ihre eigene Position überhöhen? Oder wollen Sie verunglückt formulieren, daß weniger gebildeten Menschen gegenüber keine Toleranz geübt und ihre persönliche Freiheit eingeschränkt werden soll?

    In diesem Sinne möchte ich Ihnen einen Ratschlag geben: beruhigen Sie sich. Dieses Eifern, Geifern und Provozieren schädigt Ihre Gesundheit langfristig stärker als das tägliche Besuchen verrauchter Kneipen. Da haben Sie doch auch nichts gewonnen, wenn Sie den Gesundheitsgefahren durch das Passivrauchen entgehen, dann aber vor lauter Aufregung über die bösen Raucher einen Herzinfarkt erleiden.

  34. unwichtig meint: (8.4.2007 um 16:53) AntwortenReply to this comment

    So?
    Leben und leben lassen?
    LukeNukem, wann haben sie zum letzten mal in einer Kneipe auf dem Dorf gegesen, waren sie zum letzten mal in der Disco oder wann haben sie zum letzten Mal in einem Flugzeug AUßERHALB des Raucherbreichs aber direkt dahinter gesessen. so dass einem der Rauch ins Gesicht zog man aber im Nichtraucherbereich gesessen hat?
    Ihren Ausführungen zunach gar nicht. Besonders in Flugzeugen, Bahnen und kleinen Kneipen ist eine Untertrennung von Rauchern und Nichtrauchern nicht möglich. Man kann lediglich zwischen viel und sehr viel Rauch wählen…wie gut ich leben gelassen werde.

    Ihrer Meinung muss ich wegsehen, wenn sich grade ein Abhängiger sein Heroin spritzt…leben und leben lassen. Wegsehen, wenn ein Moslem seine Frau schlägt oder wegsehen, wenn ein Tier geschächtet wird.

    Rauchen ist grob fahrlässige Körperverletzung, im Rauch zu sitzen und seine Kinder im Rauch zu erziehen auch. Und immernoch reden Sie von Toleranz? Wenn Eltern das Haus vollrauchen und die Kinder darin leben müssen, sie nachweißlich dadurch geschädigt werden?
    Wenn Kellner die Wahl haben zwischen Harz 4 und ein Leben im Rauch, Lunkenkrebs und Krankheit?

    Toleranz heißt leider in viel Fällen "ist mir doch egal, wenn es dehnen schlecht geht" und nicht das aktzeptieren von Andersartigkeiteiten. Sie führen einen großartigen Kampf für "Ist mir doch egal, mich betrifft es ja nicht."

    Und wer in der heutigen Welt davon ausgeht, das man sich seinen Arbeitsplatz noch aussuchen kann, ist in der Realität noch nicht angekommen. Nicht bei einem Gehalt von 4,50 pro Stunde im Niedriglohnsektor. Da Heißt die Wahl 4,50 pro Stunde oder 1€ Job. Eine tolle Wahl.

  35. ben meint: (10.4.2007 um 01:07) AntwortenReply to this comment

    ¦10: "Es steht ja groß auf vielen Packungen drauf, daß es auch die Gesundheit von dritten schädigt."

    Auf den Autos steht's nicht drauf. Schädigen die die Gesundheit etwa nicht?

  36. ben meint: (10.4.2007 um 01:13) AntwortenReply to this comment

    @vb-208: "Es geht nicht um die eigen gesundheitliche Schädigung! Sondern um die Belästigung, Störung und Schädigung anderer!
    Dies ist für die Nicotinabuser schlecht zu vertstehen, da der Durchschnittsraucher weniger gebildet ist."

    Wenn wir alles verbieten würden was belästigt und dem wir NICHT ausweichen können. Mein Nachbar hat einen Gartengrill und einen Motorrasenmäher …

    Das mit dem "weniger gebildet" ist unterste Schublade. Mit diesem Argument hat man schon ganze Volksgruppen und Rassen verhetzt. Vor noch nicht allzu langer Zeit konnte man das auch von Frauen (als Kollektiv) behaupten.

  37. ben meint: (10.4.2007 um 01:18) AntwortenReply to this comment

    @unwichtig: "wann haben sie zum letzten Mal in einem Flugzeug AUßERHALB des Raucherbreichs aber direkt dahinter gesessen."

    Toll, sitzt im Flugzeug und beschwert sich über Luftverschmutzung!
    Ich esse jeden Tag ausserhalb und direkt unter dem Nichtraucherbereich von Flugzeugen. Mit mir wohnen noch einige zehntausend Menschen im Anflug- und Abflugbereich von Flugzeugen. Stört es Sie beim Fliegen, wenn ich esse (oder schlafe)?

  38. ben meint: (10.4.2007 um 01:35) AntwortenReply to this comment

    @unwichtig: "Rauchen ist grob fahrlässige Körperverletzung, im Rauch zu sitzen und seine Kinder im Rauch zu erziehen auch. Und immernoch reden Sie von Toleranz? Wenn Eltern das Haus vollrauchen und die Kinder darin leben müssen, sie nachweißlich dadurch geschädigt werden?"

    Erstaunlich, was man so in den Illustrierten lesen kann, während man genüsslich im Flugzeug sitzt und seine Umwelt mit Schadstoffen versorgt.
    Sie sollten Ihre Vorstellungswelt einmal anhand der Realität überprüfen. Ich kenne keine Eltern, die ihr Haus vollrauchen. Und von wegen "nachweislich geschädigt" und "Körperverletzung", da scheint Ihnen eine ganze Scheibe Wissen abzugehen. Könnte es sein, dass auch einige Antiraucher zu den "weniger gebildeten" zählen. Sehen sich doch einmal die Vorschriften für die maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK) an und vergleichen Sie mit den Messwerten von Passivrauchkonzentrationen. Vielleicht geht Ihnen dann ein Licht auf.
    http://www.netzwerk-rauchen.de/documents/Chemie%20statt%20Mythen%20Version%20020207.pdf

    "Und wer in der heutigen Welt davon ausgeht, das man sich seinen Arbeitsplatz noch aussuchen kann, ist in der Realität noch nicht angekommen."

    Es ist doch aber nicht so, dass jeder, der keinen andern Job findet, einen Anspruch auf einen Job im Gastgewerbe hat? Gibt es einen Anspruch auf eine besitmmte Anzahl Jobs im Gastgewerbe?
    Hat ein Allergiker einen absoluten Anspruch auf einen Job im Tierheim oder im Zoo und muss man dann seinetwegen alle Tiere entfernen?

    Die WHO entsorgt Übrigens offizell alle Bewerbungen von Rauchern im Papierkorb. Warum soll das nicht auch umgekehrt möglich sein?

  39. ben meint: (10.4.2007 um 01:52) AntwortenReply to this comment

    @Udo Vetter: "Auf Telepolis lese ich, dass die deutsche Autoindustrie den G-8-Gipfel sponsort"

    Wie immer man dazu steht – mir ist es lieber, das Geld wird von den Kunden der Autoindustrie aufgebracht als vom Steuerzahler. Was soll daran verwerflich sein, die Industrie ist Teil unserer Gesellschaft. Mir ist zu Ohren gekommen, dass auch Anwälte sich oft von der Industrie sponsern lassen (man nennt das dann Honorare)….

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