7.6.2007

Globalisierungs-Irrtümer

Fünf Irrtümer der Globalisierungskritiker listet der Wirtschaftswissenschaftler Henning Klodt auf:

Irrtum 1: Die Globalisierung ist von politischen Kräften ausgelöst worden und kann deshalb auch politisch wieder zurückgedrängt werden. Tatsächlich stellt nicht die Politik, sondern die Verbreitung moderner Informationstechnologien die zentrale Triebkraft der Globalisierung dar. Es wäre illusorisch, das Rad der technologischen Entwicklung zurückdrehen zu wollen. Zwar haben daneben auch politische Entwicklungen die Globalisierung getrieben, allen voran der Fall des Eisernen Vorhangs und die daraus resultierende Integration ehemals kommunistischer Länder in die weltwirtschaftliche Arbeitsteilung. Doch auch diese Entwicklung ist mit politischen Kräften nicht umzukehren – zum Glück.

Hier geht es weiter.

41 Kommentare zu “Globalisierungs-Irrtümer”

  1. kore meint: (7.6.2007 um 11:13) AntwortenReply to this comment

    Ich denke nicht, dass das tatsächlich ein verbreiteter Irrtum ist. Den meisten Globalisierungskritikern ist durchaus klar, dass die aktuelle Entwicklung nicht bewusst herbeigeführt worden ist, sondern die natürliche und von Unternehmen erragte Weiterentwicklung des globalen Handels ist.

    Aber genau wie klarer Kapitalismus um 1900 entstand, als natürliche Enicklung, und später mittels sozialer Marktwirtschaft auf ein soziales, menschliches und gesellschaftlich verantwortliches Niveau gehoben wurde, ist es auch erforderlich mit der Globalisierung. Hier ist nur das aktuelle Problem, dass keine internationalen Regulierungsgremien existieren, oder diese nicht ausreichend effektiv eingesetzt werden.

  2. anonym meint: (7.6.2007 um 11:22) AntwortenReply to this comment

    Es wäre mindestens genauso interessant, die wichtigsten Fehlaussagen der "Globalisierungsbefürworter" aus den letzten fünf Jahren zu lesen.

  3. Jochen meint: (7.6.2007 um 11:23) AntwortenReply to this comment

    @kore bzgl. Regulierungsgremien
    Vielleicht liegt es auch daran, daß es in einer freien Welt (in der es auch Länder gibt, die nicht Sachzwängen unterliegen) nicht möglich ist, verbindliche Regeln flächendeckend ohne Androhung von Gewalt durchzudrücken.

  4. ABC meint: (7.6.2007 um 11:25) AntwortenReply to this comment

    Ein weiterer weit verbreiteter Irrtum ist, dass "Globalisierungskritker" grundsätzlich gegen Globlisierung in jeglicher Form sind. Die Kritik richtet sich hauptsächlich gegen die Globalisierung in ihrer momentanen Form, in der wirtschaftliche vor humanitäre Interessen gestellt werden.

  5. Torsten meint: (7.6.2007 um 11:26) AntwortenReply to this comment

    Globalisierung im eigentlichen Wortsinne gibt es seit mehr als 100 Jahren. Sicher haben Kommunikationswege eine wichtige Rolle, aber auch Verkehrsmittel, Konservierungstechniken etc.

    Das Klischee "Globalisierung" hingegen ist sehr wohl zum guten Teil politisch. Freihhandelsabkommen, Regeln auf den Kapitalmärkten, internationales Recht – alles eine Frage der Politik. Natürlich kann ein kleines Dorf nicht alleine gegen die Klimaerwärmung ankämpfen – das konnte es aber noch nie.

  6. Steffino meint: (7.6.2007 um 11:31) AntwortenReply to this comment

    wie abc schon schrieb: es gibt einen unterschied zwischen globalisierungskritikern und globalisierungsgegnern. erstere sind gegen die form der "real exisiterenden globalisierung", letztere (die deutlich in der minderheit sein dürften) lehnen globalisierung grundsätzlich ab.

  7. knut meint: (7.6.2007 um 11:33) AntwortenReply to this comment

    Da kommt es schon sehr drauf an, was man unter Globalisierung versteht… Politisch gemacht ist sicherlich der große Druck der Industrienationen auf "Entwicklungsländer", damit die gefälligst ihre Märkte öffnen. Insbesondere ist auch der Exportdruck Deutschlands auf andere Länder zumindest politisch kontrollierbar: Wer so viel exportiert wie D setzt die Maßstäbe, die das Kapital in einer "Marktwirtschaft" eben auch in anderen Ländern angelegt. Nein Globalisierung ist kein Naturgesetz und aus internationaler Standortkonkurrenz (soweit die nicht nur ein Kampfbegriff ist) kann auch internationale Solidarität werden (s. Steuersenkungswettlauf). Aber auch das ist abhängig vom politischen Gestaltungswillen: Seien wir realistisch und versuchen alles Mögliche!

  8. Betroffener meint: (7.6.2007 um 11:55) AntwortenReply to this comment

    Juristen dürfen nicht mehr als Angestellte sein. Werden Ihnen Leitungsaufgaben übertragen, ist der Weg in die Katastrophe vorprogrammiert.

  9. Markus meint: (7.6.2007 um 12:00) AntwortenReply to this comment

    Das sich das ganze nicht mehr abändern lässt sollte eigentlich jedem halbwegs vernünftig denkenden Menschen klar sein, was allerdings den Protest dagegen nicht berührt. Nur weil man etwas nicht mehr ändern kann, sollte man trotzdem nicht aufhören seine Meinung dazu kund zu tun.

  10. Steffino meint: (7.6.2007 um 12:02) AntwortenReply to this comment

    @betroffener: inwiefern sind juristen mehr als angestellte?

  11. Jens meint: (7.6.2007 um 12:07) AntwortenReply to this comment

    Alleine "moderene Informationstechnologien" zur Triebkraft der Globaliserung zu machen finde ich wahnsinnig. Ich empfinde "Globalisierung" als logische Konsequenz weltweiter Entwicklung, die -so wie alles- Chancen und Gefahren birgt. Insofern sehe ich mich weder als Befürworter oder Gegner, ebenso könnte ich sagen, ich bin ein Gegner des Regenwetters.
    Der verlinkte Artikel hat mich aber teilweise enorm überrascht ob der offensichtlichen Richtung die dort eingschlagen wurde. Man sollte es nicht kritiklos übernehmen.

  12. Tim Jansen meint: (7.6.2007 um 12:25) AntwortenReply to this comment

    @7: Sind es nicht eher die Entwicklungsländer, die eine Marktöffnung wollen? Dann natürlich eine richtige, also ohne Zölle und Subventionen in den Industrieländern.

  13. martin meint: (7.6.2007 um 12:30) AntwortenReply to this comment

    natürlich läßt sich das nicht mehr abändern. und auch wenn ich mit attac sympathisiere, bin ich mir doch sehr wohl bewusst, dass ich hier als armer noch-student in deutschland ein großer nutznießer der globalisierung bin. (billige waren, weltweite informationsmöglichkeiten, billigste kommunikationskosten, …).

    aber der punkt ist doch der: man KANN das alles auch erreichen, OHNE immer irgendein land oder einen kontinent völlig auszubluten. mann KANN auch billig lebensmittel produzieren und verkaufen, OHNE dafür völlig widernatürlich zu produzieren und den letzten mist, der sich gerade noch so mit essen (zB tomate) vergleichen lassen kann, als schmackhaft zu verkaufen.

    es handelt sich viel weniger um eine politische diskussion als um eine moralische. das scheinen die G8-befürworter, und auch Sie, herr vetter, nicht zu verstehen, oder es ist ihnen egal.

    diese moralische komponente ist aber auch nur eine sache. es wäre schon ein anfang, bei dem (jetzt aus PR-gründen nicht mehr so bezeichneten) "weltwirtschaftsgipfel" einfach mehr leute einzuladen und mehr interessen zu vertreten als diese VOLLKOMMEN unrepräsentative und undemokratisch (nämlich selbst-) bestimmte de-facto-weltregierung, die momentan tagt.

  14. n.n. meint: (7.6.2007 um 12:31) AntwortenReply to this comment

    dieser beitrag ist ein geradezu klassisches beispiel unfairer kommunikation: man unterstelle dem politischen gegner eine absurde behauptung und widerlege diese elegant. der gegne wird wie der letzte idiot dastehen.

    intelligenten globalisierungskritikern geht es nicht darum, globalisierung rückgängig zu machen. es ist nur zu gut bekannt, dass das nicht möglich (und auch nicht wünschenswert) ist.
    es geht allein darum, die globalisierung politisch zu überwachen, zu steuern und zu kontrollieren. denn das ist doch das eigentliche problem der globalisierung: der staat ist nach wie vor an seine grenzen gebunden, während geld und wirtschaftsgüter nahezu ungehindert die grenzen überwinden können.

  15. mg meint: (7.6.2007 um 12:35) AntwortenReply to this comment

    Ich frage mich echt wo der seine Aussagen herzieht. Den Begriff Globalisierungsgegner scheint er ja auch wörtlich zu nehmen. BILD-Zeitungs-Leser?

    Der G8 brachte was zu Helmut Schmidts Zeit. Mittlerweile ist es eine aufgeblasene Medienveranstaltung, bei der zu bezweifeln ist, dass teilweise über mind. 30 Leute großen Politkerfraktionen aus den Unterschiedlichen Ländern sich wirklich austauschen können.

    Klar, Merkel und Bush haben da Spaß, aber wenn ich lese Programm Vormittags: 3te Welt Länder, dann Frühnachmittag: Schwellenländer, dann frag ich mich echt was aus dem proklamierten „Kamingespräch“ geworden ist. Die Realität sieht wohl wieder so aus, dass versprechungen gemacht werden und Protokolle übergangen, wie auch die Ergebnisse von Auschüssen bei Gesetzesabstimmungen, wenn es mal spät ist.

    Kurzum: die Zeit ist viel zu kurz bemessen. Und über was sollen Journalisten berichten, wenn sie nicht einmal zum Tagungsort kommen und einen halben Tag mit Kontrollen verbringen? Und ist 10.000 nicht etwas viel? Pressecenter? Es erinnert mich eher an das Mediencenter bei einem Krieg…

    Man sagt ja die G8 sei sehr flexibel. Die UNO sehe ich alelrdings als bessere Institution an. Die Staatschef können sich ja auch mal gegenseitig anrufen. Davon haben sie mehr als von einem 100 Mio. Euro Urlaub, vor allem wenn ich den zahlen darf. Und im übrigen bald den verdoppelten Etat für Afrika auch.

  16. n.n. meint: (7.6.2007 um 12:37) AntwortenReply to this comment

    oder kurz gesagt: der beitrag nichts als eristische dialektik auf niedrigem niveau:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kunstgriffe_%28Schopenhauer%29

  17. Seraja Ten meint: (7.6.2007 um 12:59) AntwortenReply to this comment

    Wovon sprechen wir hier? Von einer menschgemachten Angelegenheit oder dem Geist aus der Flasche? Natürlich ließe sich die Globalisierung rückgängig machen, sogar relativ einfach, wenn man in geschichtlichen Maßstäben denkt. Die Frage stellt sich aber gar nicht.
    Was ich mir von der Globalisierung verspreche ist ein zusammenwachsen der Menschen auf diesem Planeten, was ich ablehne ist ein zusammenwachsen des Kapitals. Geld denkt nicht, Geld hat kein Gewissen und Geld muss nicht mit den Entscheidungen leben, die heute getroffen werden.

    Auch wenn das jetzt vielleicht in manchen Ohren fatalistisch klingt, aber alles was wir bräuchten, um die Globalisierung zu stoppen ist ein Abkühlen internationaler Beziehungen, oder vielleicht ein Krieg zwischen zwei größeren Staaten der westlichen Welt. Denn wenn Geld eines scheut, dann sind das Riskiken.

    Globalisierung lässt sich regeln, wer etwas anderes behauptet betet die falschen Götter an.

  18. corax meint: (7.6.2007 um 13:12) AntwortenReply to this comment

    @17 Seraja Ten

    "…oder vielleicht ein Krieg zwischen zwei größeren Staaten der westlichen Welt. Denn wenn Geld eines scheut, dann sind das Riskiken."

    Erwerbsregel 34: Frieden ist gut für den Profit
    Erwerbsregel 35: Krieg ist gut für den Profit

    LL&P corax

  19. n.n. meint: (7.6.2007 um 13:16) AntwortenReply to this comment

    @ 17
    wenn hier wirklich ein krieg zwischen westlichen staaten befürwortet wird, um die globalisierung des kapitals zu stoppen, dann habe ich die intelligenz der globalisierungsgegner offenbar doch deutlich zu hoch eingeschätzt. bekloppter gehts ja wohl kaum noch :-(

  20. Habakuk Nichtegal meint: (7.6.2007 um 13:18) AntwortenReply to this comment

    Ich glaube, derjenige, der hier fünf Irrtümern unterliegt, ist derWirtschaftswissenschaftler Henning Klodt.

  21. Patrick meint: (7.6.2007 um 13:24) AntwortenReply to this comment

    Die Irrtümer auf Zahlen der WTO zu basieren halte ich für gewagt. Die werden schon darauf achten sich nicht selber an den Karren zu pissen.

    Andere Zahlen sehen da schon anders aus:
    http://gatt.org/trastat_e.html

  22. M. meint: (7.6.2007 um 13:33) AntwortenReply to this comment

    Ich bin beeindruckt, dass der Autor der oben zitierten Zeilen die Globalisierung als etwas sieht, dass in dieser Form hingenommen werden muss und insgesamt das Beste für alle ist. Er übersieht dabei geflissentlich, dass selbst eine symetrische gegenseitige Öffnung der Märkte dann nicht gerecht ist, wenn bspw. Milch und Fleisch aus der EU weit unter Herstellungskosten exportiert werden kann, weil es subventioniert ist. Auch geht der Autor wenig auf den wachsenden Graben zwischen Arm und Reich in den sich entwickelnden Ländern ein, sondern scheint eher anhand des Durchschnittseinkommens belegen zu wollen, dass es einem Volk insgesamt besser geht. Das ist in dieser Form irreführend, wenn nicht der Einkommensmedian als zweite Größe herangezogen wird.

  23. Klopfer meint: (7.6.2007 um 13:36) AntwortenReply to this comment

    Ich bin etwas erstaunt, dass hier einerseits so vehement behauptet wird, dass Globalisierungskritiker/-gegner genau wissen, dass Globalisierung keine politische Entwicklung ist, aber andererseits Globalisierungskritiker/-gegner trotzdem in der Nähe des G8-Gipfels protestieren wollen, der ja eindeutig ein politisches und kein wirtschaftliches Zusammentreffen ist.

  24. mischel meint: (7.6.2007 um 13:51) AntwortenReply to this comment

    Meiner Meinung nach kann es Globalisierungsgegner oder -befürworter gar nicht geben.

    Globalisierung ist ein nichtaufzuhaltender Prozess ähnlich wie die Industrialisierung.
    Beides Prozesse die unmittelbar essentiell für die evolutionistische (weltweite) Gesellschaftsentwicklung der Menschheit ist.

    Ich möchte nicht mehr in Höhlen leben und nehme in Kauf das täglich zig hundert Menschen an Hunger sterben.
    Verlierer gibt es so oder so immer in unserer derzeitigen Weltgesellschaft. Star Trek ist noch sehr weit entfernt.
    Ich werde meinen Teil dazu beitragen das eines fernen Tages kein Mensch mehr an Hunger sterbern muss.

  25. mg meint: (7.6.2007 um 14:23) AntwortenReply to this comment

    Das nehme ich ja auch in Kauf, aber trotzdem haben wir soviel Resourcen auf der Welt, das wir gleichzeitig unseren wie auch „deren“ Wohlstand verbessern können.

    Das geht aber nicht, wenn wir massig uns „gegenseitig bescheißen“, wie die lieben Afrikaner sagen. Einkommen muss stärker auf reale Arbeitsleistung umgelegt werden, was nutürlich in einer Gesellschaft in der das Geld immaterial ist ein großes Problem darstellt. Und schon sind wir wieder mittendrin im Thema Globalisierung…

    Ich sage nicht, dass die Welt gerecht sein muss, aber etwas mehr Gerechtigkeit würde ihr im Moment wahrlich gut tun. Oder, wo ist das Miteinander geblieben?

  26. mg meint: (7.6.2007 um 14:26) AntwortenReply to this comment

    Wie schön, meinen Kommentar hat der Herr Wirtschaftswissenschaftler nicht auf seinem Blog veröffentlicht.

  27. Schwarzmaler meint: (7.6.2007 um 14:39) AntwortenReply to this comment

    Im übrigen ist die Globalisierung schon öfter in der Vergangenheit aufgehoben worden, durch Blockbildung, Zollgrenzen, Kriegsfronten. Warten wir auf die Zeit, in der nicht mehr nur über Rohstoffmangel auf hohem Niveau spekuliert und feuilletonisiert wird, wenn Wasser, Kupfer, Öl, Kaffee nicht mehr reichen, um die dann 3-4 Milliarden Menschen der sogenannten reichen entwickelten Welt zu versorgen. Wenn der Preis für einen Liter Benzin zu hoch sein wird, um täglich von Alzey nach Mainz zur Arbeit zu fahren. Und wenn mich die Zeichen nicht täuschen bereitet sich die Politik stillschweigend auf diese Zeit vor. Die Fronten für den Verteilungskrieg werden vorgedacht.

  28. term meint: (7.6.2007 um 14:41) AntwortenReply to this comment

    "Ich möchte nicht mehr in Höhlen leben und nehme in Kauf das täglich zig hundert Menschen an Hunger sterben.
    Verlierer gibt es so oder so immer in unserer derzeitigen Weltgesellschaft."

    Solange man nicht selbst der Verlierer ist, lässt es sich prächtig mit diesem Gedanken leben.

    "… alle vier Sekunden ein verhungerter Mensch …"
    Jean Ziegler, Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung

  29. martin meint: (7.6.2007 um 14:45) AntwortenReply to this comment

    @24 mischel:
    eben nicht. star trek ist nicht so weit entfernt. man muss nicht in kauf nehmen, dass so viele menschen täglich hungers sterben.

    die weltwirtschaft PRODUZIERT bereits seit jahren wesentlich mehr nahrung als weltweit gebraucht wird. fakt.

    mit den ausgaben, die US-bürger JEDES JAHR für kosmetika machen, könnte sich das wasserproblem in afrika lösen lassen. fakt.

  30. statler meint: (7.6.2007 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    @22: Bevor ich zu diesem Subventionsirrtum alles nochmal schreibe, leiste ich mir jetzt ausnahmsweise mal einen kleinen Linkspam:

    http://www.s-and-w.de/?p=2119

  31. mg meint: (7.6.2007 um 17:16) AntwortenReply to this comment

    @martin

    Genau von dem sprach ich. Was den Hunger angeht vernichten die Deutschen ca. 20% ihrer Nahrungsmittel im Jahr, die Engländer gar 40%. Das sind alles Sachen die nicht verkauft werden können.

    Nicht zu sprechen dann noch von dem Zeug was der Zoll vernichtet, was wegen „Produktpiraterie“ nicht eingeführt werden darf, und wegen angbl. geistigem Eigentum. Einen Afrikaner der nichts hat, interressiert es wenig, ob da Gucci oder sonstwas draufsteht.

    Die Transportkosten dafür, tja, wie hoch wären die wohl? Aber das würde ja die Wirtschaft der eigenen Betriebe in Afrika kaputt machen. Lieber sollen sie verhungern, wenn sie es sich nicht leisten können zu leben

    Wer reich ist muss nicht unbedingt Porsche fahren, oder immer das teuerste und unnötigste haben. Es ist doch alles nur noch dekadent! Erhabenheit darüber zeichnet für mich wahren (intellektuellen) Reichtum aus.

    Die Welt stinkt. Ich habe jedenfalls nicht Lust in zwei Jahren zu hören, dass die Mehrheit der Deutschen für den Einsatz der GSG9 und Schußwaffen gegen Demonstranten ist, oder Bewaffnung von Schülern um sich gegen Amokläufer wehren zu können usw. Das ist aber die Zukunft, wie mit den ganzen 1€ Jobs nach amerikanischen Vorbild. Warum haben wir keinen Mindeslohn?

    Wenn der Stadt Gewalt ausübt, kann der Widerstand dagegen nicht zwangsweise friedlich sein. Damit nehme ich aber nicht die Chaoten in Schutz die vor Zerstörung von Privateigentum nicht zurückschrecken.

  32. Marodeur2 meint: (7.6.2007 um 17:25) AntwortenReply to this comment

    Dieser Artikel zeitigt die ueblichen Reaktionen.
    Inahltliche Fakten sind stimmig und belegbar, daher:

    a: wird die Person des Schreibers angezweifelt
    b: wird der Stil des Schreibers runtergemacht
    c: wird ein Nebenkriegsschauplatz thematisiert
    d: wird jeder Fakt ignoriert und alle alten Luegen wiederholt

    Womit das typische Muster aller GLOBALISIERTEN "gut Menschen" erreicht wurde.

    Spinnereien alla :"Die Globalisierung muss durch eine Politische Fuehrung geziehlt ueberwacht und gesteuert werden" haben wirklich Star Trek Qualitaet.
    WER soll denn da die Organisation stellen? Weltregierung? Green Peace? Amnesty International, Das Rote Kreuz, oder doch die Augsburger Puppenkiste?

    Ausserdem: Wer verurteilt denn die Globalisierten Umweltverbaende wegen ihres tuns?? Die Auswirkungen sind schlimmer als jede Art der Wirtschaftlichen Ausbeutung.

    Regards
    Maro

  33. Schwarzmaler meint: (7.6.2007 um 18:31) AntwortenReply to this comment

    Wenn die Globalisierungskritiker im Namen der Armen sprechen werde ich das ungute Gefühl nicht los, hier wird die Insel der Seligen vor der Flut der ungewaschenen Massen geschützt, vorgeblich im Namen dieser Wortlosen. Was kann den Hungernden denn Besseres passieren als zum wirtschaftlichen Tanz auf dem Vulkan hinzugebeten zu werden statt heute den aus den Wehrtürmen der Reichen abgeworfenen Brosamen genannt Entwicklungshilfe nachzujagen?

  34. RA Lothar Müller-Güldemeister meint: (7.6.2007 um 19:57) AntwortenReply to this comment

    "Globalisierung" ist ein ähnlicher Wortmollusk wie "Kapitalismus", "Freiheit", "soziale Gerechtigkeit", "Emanzipation" oder "Postmoderne". Solche Begriffe haben den Vorteil, dass man dafür oder dagegen sein, die Existenz des Phänomens, das sie umschreiben wollen, gänzlich leugnen oder vehement behaupten kann, ohne irgendeine Verbindlichkeit dabei einzugehen. Kein Wunder, dass der Protest sich im vorliegenden Fall gegen etwas denkbar unkonkretes richtet, nämlich eine Versammlung von mehr oder weniger mächtigen, mehr oder weniger gewählten, mehr oder weniger zwischen Sachzwängen, Etatlücklen und unrealistischen Wählerwünschen eingemauerten Politikern.

    Ich persönlich habe immer noch nicht verstanden, wogegen die selbsternannten Globalisierungskritiker eigentlich protestieren, welche Erscheinung sie für Globalisierung halten und schon gar nicht, welche konkreten Maßnahmen sie für sinnvoll halten. Vielleicht kann mir das hier mal einer erklären.

  35. martin meint: (7.6.2007 um 20:08) AntwortenReply to this comment

    @34: naja, wenn man sich dumm stellt:
    wenn sie wirklich wissen wollen, wogegen die protestieren, und was sie für sinnvoll halten, dann würd ich vielleicht nicht einfach auf den bildschirm starren, sondern einfach mal bei attac nachgucken. wunder wunder: http://www.attac.de.
    oder mal bei wikipedia nach "tobin steuer" suchen.

    oder, wenn sie dafür zu faul sind (tut mir leid, aber bei DER fragestellung wie in ihrem post sieht es so aus), dann lesen sie hier auf dieser seite die kommentare 4, 13, 25, 29, 31.

    viel spaß!

  36. SvenR meint: (7.6.2007 um 20:45) AntwortenReply to this comment

    Mir kommt es manchmal auch so vor, als ob mancher Globalisierungskritiker so ein bischen nach dem Motto "ich bin dagegen, dass die Erde rund ist" argumentiert. Nicht, dass da nicht wirklich heere Ziele verfolgt werden, aber anstatt sich einfach anders zu verhalten und an die eigene Nase fassen…

    Das ist so, wie der Opel-Arbeiter, der einen Toyota fährt und sich wundert, dass sein Arbeitsplatz in Gefahr ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele DVD-Spieler in Deutschland verkauft worden sind, für die der Endkunde weniger bezahlt hat, als die eigentliche "DVD-Systemgebühr". Ich habe auch realtiv wenig Globalisierungskritiker mit Trigemashirts herumlaufen sehen.

    Das liese sich beliebig fortsetzen.

  37. Sebastian meint: (7.6.2007 um 20:45) AntwortenReply to this comment

    böse formuliert:
    Eine Lobby aus Ex-Kolonialmächten tut ihr bestes um ihren Status zu festigen…
    Der Rest hat in der "Ersten Welt" keine Interessenvertretung allenfalls "Kerzenschwenk" bis "Steineschmeiß" Vertreter…

    finanzielle Gewalt und Lobbies vs… äh wen?
    Also die Frage bleibt ja nun doch:
    Wie wehrt man sich gegen die stärkste Lobby dieser Erde?

  38. Ralf G. meint: (7.6.2007 um 21:00) AntwortenReply to this comment

    @37: "Wie wehrt man sich gegen die stärkste Lobby dieser Erde?"

    Sieht man doch: Mit Demonstrationsverboten, Platzverweisen, usw.

    Aber wie #36 schon gesagt hat: Nur durch's Demonstrieren wird's nicht besser…

  39. Sebastian meint: (7.6.2007 um 21:34) AntwortenReply to this comment

    Jap, wobei wir beim Problem wären…
    a: ist der Schwarze Block nur ein Haufen Gewaltgeiler oder haben die eine Legitimation ?
    b: was bitte bringen Lichterketten?
    c: monetäre Gewalt kontra … was? was ist halt angemessen?
    d: alle reiben sich brav (und öffentlichkeitswirksam) an Schäuble aber interessiert das irgendwen wirklich wichtigen ?
    e: offen…

    fragend: Sebastian …

    PS: ich weiß wohl, dass in einer Demokratie, die wir haben, Gewalt gegen den Staat illegal ist und (schärfer) auch so behandelt wird. Aber wie bitte anders ?
    Das Argument: Partei gründen, wählen lassen… ist (höflich formuliert) hohl, da die Masse der Wähler das Ganze (Parteien) ohnehin schon lange für unglaubwürdig erachtet…
    und nun ?

  40. Seraja Ten meint: (7.6.2007 um 22:16) AntwortenReply to this comment

    @ 19: Wenn man sowas hineinlesen will… Ich habe keine Krieg befürwortet, sondern nur deutlich gemacht, das ein Krieg der Globalisierung ein Ende setzen könnte. Dekandenz kann das im übrigen auch. Die letzte "Globalisierung" hatten wir im antiken Rom – viel ist davon nicht mehr da.

    @ 39: Demokratie ist ein Prozess, kein statische Gebilde. Wenn sie sich nicht in irgendeiner Form entwickelt geht sie kaputt, wird hohl, wuchert oder tut etwas, dass keiner will.

    Das Problem mit dem Einsatz von Gewalt ist, dass man viel schneller das Maß verliert, als man es selbst registriert. Und spätestens dann wird sie illegitim, wenn sie es nicht vorher schon war. Aber wir sind nicht umsonst Menschen, wir biegen uns dann nette Erklärungen, Entschuldigungen und Ausflüchte hin und gut ist es.

  41. keiner meint: (8.6.2007 um 09:06) AntwortenReply to this comment

    Ich bin kein "Globalisierungskritiker", aber:

    Natürlich hat die Politik erst die Globalisierung möglich gemacht, durch den freien, völlig unkontrollierten Fluß von Kapital (schlimmstes Beispiel: Hedge-Fonds). Und genau bei diesen Auswüchsen könnte die Politik auch wieder den Deckel drauf bekommen. Wenn sie wollte…

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