25.6.2007

Datenroboter

Während andere Backups machen, setzt die Bundeswehr “Datensicherungsroboter” ein. Jetzt sind riesige Mengen wichtiger Informationen futsch, berichten Spiegel online und tagesschau.de.

64 Kommentare zu “Datenroboter”

  1. n.n. meint: (25.6.2007 um 15:46) AntwortenReply to this comment

    das lässt eigentlich nur zwei schlüsse zu:

    entweder: die bundeswehr will um jeden preis verhindern, dass ein untersuchungsausschuss einsicht in die geheimen protokolle nimmt und man war einfach nicht intelligent genug sich eine weniger peinliche ausrede auszudenken.

    oder: dort ist man wirklich zu blöd, die wichtigsten und sensibelsten daten ordentlich zu backupen.

    beides keine angenehme vorstellung.
    aber schäuble will die jungs ja unbedingt in der inneren sicherheit einsetzen …

  2. Mark meint: (25.6.2007 um 15:51) AntwortenReply to this comment

    @1: Also die zweite Möglichkeit schliese ich aus, ansonsten wäre es wirklich besser man würde den Dienst nach Indien outsourcen, würde mehr bringen und deutlich weniger kosten.

  3. L. meint: (25.6.2007 um 15:58) AntwortenReply to this comment

    Ich wäre da vorsichtig, ich habe auch schon "Datensicherungsroboter" aus Bundeswehrbeständen begutachtet, die unter aller Sau waren. (Die wurden aber ausgemustert)

  4. Florian meint: (25.6.2007 um 15:59) AntwortenReply to this comment

    Ich denke bei den Robotern handelt es sich um automatische Systeme (hauptsächlich Greifarme) zur Archivierung und Sortierung von Magnetbändern, wie sie zur Sicherung von großen und permanenten Datenbeständen dann durchaus zu Backup-Zwecken eingesetzt werden.

    Solange die nicht kaputt gehen sind die auch tatsächlich sehr zuverlässig.

  5. Harry B. meint: (25.6.2007 um 16:02) AntwortenReply to this comment

    Generell ist das natürlich ein derber Vaupax dass die Datensicherung nicht funktioniert hat – besonders bei derart sensible Daten – aber den Satz "Während andere Backups machen…" finde ich ein wenig daneben.
    Ein Datensicherungsroboter ist wohl ein Bandroboter, der automatisch Backuptapes in Laufwerke einlegt, wie man das normalerweise bei sehr großen Datenmengen macht… daran gibt es überhaupt nichts auszusetzen.

    Nur als Beispiel: dell.com/content/products...l=en&s=biz&cs=555

  6. Udo Vetter (Link) meint: (25.6.2007 um 16:05) AntwortenReply to this comment

    Sorry, ich dachte der Roboter macht das Backup. Wieso wird es aber nicht gemeldet, wenn der Roboter die Bänder falsch einlegt? Oder sogar überprüft?

  7. Thorsten meint: (25.6.2007 um 16:06) AntwortenReply to this comment

    @4: Solange etwas nicht kaputtgeht, ist das meiste zuverlässig…

  8. Florian Liekweg meint: (25.6.2007 um 16:08) AntwortenReply to this comment

    "Solange die nicht kaputt gehen sind die auch tatsächlich sehr zuverlässig." Äh, ja, genau.

    Quelle: tagesspiegel.de/politik/D...ehr-Kurnaz;art122,2327897

    Nicht der Roboter selber war kaputt, sondern die Bandkassetten waren nicht mehr lesbar, konnten nicht mehr lesbar gemacht werden, und wurden deshalb – gemäß Vorschrift – vernichtet.
    Daß Backups nicht lesbar sind, hat schon so mancher gemerkt – und zwar beim ersten Restore. In so fern ist es durchaus nützlich, wenn sich bald nach Inbetriebnahme einer Backup-Lösung ein Datenverlust einstellt: Man merkt, ob die Restore-Prozedur reibungslos durchläuft.

  9. Treater meint: (25.6.2007 um 16:08) AntwortenReply to this comment

    Haben die beim Bund noch nie etwas von RAID gehört??? Ich kann mir nicht vorstellen, dass solch wichtigen Daten nur ein einziges Mal vorhanden sind und dann gelöscht werden worden sein sollen. Selbst ich habe die Daten meiner Internetseite auf drei verschiedenen Datenträgern.

  10. Treater meint: (25.6.2007 um 16:09) AntwortenReply to this comment

    - werden

  11. n.n. meint: (25.6.2007 um 16:14) AntwortenReply to this comment

    man sollte in der tat davon ausgehen, dass derart wichtige daten redundant gebackupt werden. alles andere ist in der tat ziemlich dämlich.

  12. Harry B. meint: (25.6.2007 um 16:19) AntwortenReply to this comment

    Theoretisch sollte er das automatisch und direkt nach dem Schreiben (mit einem zweiten Kopf) tun.
    Aber wieso in den meisten publizierten Artikeln bzgl. Technik immer nur so flache Informationen geschrieben werden frage ich mich schon lange. ;)

  13. Flame meint: (25.6.2007 um 16:19) AntwortenReply to this comment

    Der Roboter ist eine Datenarchivierungslösung mechanischer weise. auch Jukebox genannt ;-)
    Solange nur die Mechanik defekt ist kein Grund zur Sorge da die Daten vorsorglich seit Ende der 90 er auf MO Technologie [WORM] gebrannt werden. Die Dinger sind unverwüstlich. Also auch keine Tapes.
    So sieht sowas aus http://www.plasmon.com/udo/glibrary.html

  14. hans12 meint: (25.6.2007 um 16:19) AntwortenReply to this comment

    @6:
    Der Robbie hat die Bänder nicht falsch eingelegt, sondern die Magnetbänder waren beim späteren umkopieren auf eine neue Maschine nicht mehr lesbar.

    Bänder sind ein Verschleissteil. Deshalb wird normalerweise jede Information mehrfach redundant auf verschiedenen Bändern gespeichert. Diese Bänder werden dann auch noch an verschiedenen Orten gelagert.

    Alle Anwender von solchen "Band-Robotern", die ich kenne (ok, sind nicht so viele) haben aus diesem Grund mindestens 2 Systeme, die soweit irgend möglich sogar in unterschiedlichen Gebäuden stehen.

    Zu den Aufgaben der Backup-Software gehört es auch, regelmäßig (ca. 1 mal pro Jahr) alle Bänder umzuspulen und möglichst mit dem 2. Backup zu vergleichen, um zu verhindern, dass die empfindlichen Bänder durch lange Lagerung mechanische "Unwuchten" bekommen, bzw. zu erkennen, wann ein Band Lesefehler erzeugt.
    Dann wird automatisch vom noch lesbaren Band eine weitere Kopie erzeugt und das defekte Band aussortiert.

    Das hier solche Mechanismen nicht gegriffen haben, ist schon erstaunlich und lässt Spielraum für Spekulationen aller Art…

    Ciao,
    H.

  15. R.A. meint: (25.6.2007 um 16:28) AntwortenReply to this comment

    Generell gilt ja: Versuche nie mit einer Verschwörungstheorie zu erklären, was man auch mit normaler Blödheit erklären kann.

    Und wenn man so sieht, wie fahrlässig das Thema "Datensicherung" in vielen Firmen gehandhabt wird, dann muß man überhaupt nicht wie der Spiegel über politische Hintergründe spekulieren – wieso sollte das ausgerechnet bei der Bundeswehr besser laufen …

  16. Peter meint: (25.6.2007 um 16:40) AntwortenReply to this comment

    @6, Udo.
    Dachtest du wirklich, die Bundeswehr lässt jetzt schon Roboter für sich arbeiten, weil sie keine Leute mehr finden: "Hey, Robo! Geh mal die Akte hier kopieren!"
    Oder ich hab einfach zu viel Futurama geschaut.. :-)

  17. yves meint: (25.6.2007 um 16:45) AntwortenReply to this comment

    Wie kann man einfach sagen, dass die Dinger nicht mehr lesbar waren – ohne wenigstens mal bei http://ontrack.de/ (o.ä.) anzurufen?

    Jeder, der Bandsicherungen macht, weiss dass die Dinger eigentlich sehr zuverlässig sind – jedes Band hat dazu normalerweise einen Zählstand, der die Zahl der Nutzungszyklen begrenzt und übermäßigen Verschleiß ausschließen soll.
    Ausserdem haben die Dinger eine Lagerungsfähigkeit von mehreren Jahrzehnten. Laufwerke haben Liefergarantieren von mehreren Jahren. Hier ging es nur um ~5 Jahre…

    Am merkwürdigsten finde ich den begrenzten verlorenen Zeitraum und Themengebiet. Ich muss doch davon ausgehen, dass die solche Daten in Datenbanken speichern – dann müsste aber viel mehr im Teich sein.

  18. @15 meint: (25.6.2007 um 16:47) AntwortenReply to this comment

    Ganz einfach deshalb:
    Wenn die halbe Luftwaffe hops geht, ist das zwar ein Problem, man ist aber noch handlungsfähig.
    Wenn dazu die halbe Marine hops geht, ist das zwar ein Problem, man ist aber noch handlungsfähig.
    Wenn die Hälfte der Infanterie hops geht, ist das zwar ein Problem, man ist aber noch hanlungsfähig.

    Wenn aber der Geheimdienst, also auch Aufklärung, Kommunikation und Auswertung gefährdet sind, ist das ECHT ein Grund im Kriegsfall sehr sehr nervös zu werden. –> Genau deshalb werden dort auch kaum Kosten gescheut. Dass jetzt ausgerechnet an so einer zentralen Stelle, der Datenarchivierung, KEINE mehrfach redundanten Backups gemacht wurden, ist *absurd*. Leute, die mit Archivierungsrobotern zu tun haben, sind keine Anfänger.
    –> Die Leute sind eben NICHT dumm. Jeder, der mit einem solchen System arbeitet, weiß, wie wichtig Backups sind.
    –> Inkompetenz/Dummheit scheidet IMHO aus
    [Anmerkung: ich habe bisher bei allen Quellen gelesen, die alten Bänder seien "nicht mehr lesbar" gewesen. Das heißt 1.) die Bänder waren "kaputt" (entmagnetisiert, zu schwach magnetisiert) oder 2.) Das Datenformat auf den Bändern war inkompatibel mit dem neuen System --> extrem unwahrscheinlich, weil in solch einem "Hochpreissegment" es kein Problem darstellt, kurz mal einen "Dateikonverter" zu programmieren.]
    –> in keinem Fall sehe ich, wie das "einfach so" passieren konnte

  19. A. John (Link) meint: (25.6.2007 um 16:48) AntwortenReply to this comment

    Bei der Polizei haben auch immer nur die Videobänder technische Defekte, auf denen bestimmte Vorgehensweisen von Beamten festgehalten wurden (Wendlandsyndrom).
    Ich gehe mal davon aus, das man in Regierungskreisen über die "Verluste" bestimmter Daten nicht unglücklich ist.

  20. Martin meint: (25.6.2007 um 16:51) AntwortenReply to this comment

    Von Redundanz haben die Herren bei der Bundeswehr also noch nichts gehört? Auch bei der Bundeswehr müssten kompetente, bzw. zumindestens professionelle ITler arbeiten. Jedes Unternehmen ist dazu angehalten, dass wichtige Daten redundant vorhanden sind. Eventuell sollte ich bei der nächsten Buchprüfung auch einfach behaupten, dass ich wegen eines Computerfehlers meine Belege von (natürlich sauteuren) Maschinen aus dem Jahre 2001-2005 nicht vorlegen kann. Ich bestehe aber dennoch auf die volle Absetzbarkeit der Maschinen und die Umsatzsteuerrückerstattung. Und die Einkommenssteuer können die wegen der linearen Abschreibung auch gleich vergessen – ich möchte zu gerne dann deren Gesicht sehen. Und vor allem die Steuerrückerstattung!

    Ist ja echt nicht mehr zu glauben, was die Politiker uns weiszumachen versuchen. Als nächstes verschwinden wahrscheinlich die Protokolle über den Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von Genmaisfeldern im Zuge des G8-Gipfels. Oder die Aufklärungsfotos des G8-Camps… *ungläubig mit dem Kopf schüttel*

  21. vivec (Link) meint: (25.6.2007 um 16:54) AntwortenReply to this comment

    Honi soi qui mal y pense. Ausgerechnet die Daten von dem Kurnaz sind weg?

    "Mord? Nein, das war Selbstmord. Er ist die Treppe runtergefallen. Wie? Ja, drei Mal. Die Stichwunden? Naja, da unten stand dieses Nagelbrett… wie bitte, indisch? Ja, er war ein großer Fan der indischen Kultur…"

  22. sebausat meint: (25.6.2007 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    nun technische Defekte können auftreten.
    Aber dann einfach 4-Jahre vernichten deutet eher darauf das diese Daten vorsätzlich vernichtet wurden.
    Oder die Leute dort sind so inkompetent 4-Jahre nicht zu prüfen ob ihre Backups funktionieren.
    Das ist technisch und praktisch fast nicht möglich da Datensicherungen – dieser Qualität – immer redundant sind. D.h es gab irgendwo auch ein örtlich getrenntes zweites Datenzentrum mit einer komplett unabhängigen zweiten Robotermechanik.

    Es war also schon im Voraus beabsichtigt die Daten nie zu verwerten.

    Ich hoffe für Deutschland, dass dies Konsequenzen bis in die oberen verantwortlichen Kreise hat.

  23. Peter meint: (25.6.2007 um 17:01) AntwortenReply to this comment

    >Ich hoffe für Deutschland, dass dies Konsequenzen bis in die oberen >verantwortlichen Kreise hat.

    Haha, der war gut..

  24. Fassungslos meint: (25.6.2007 um 17:14) AntwortenReply to this comment

    Die "Bundeslöschtage" nach der letzten Kohl-Wahl waren ja auch nur ein bedauerliches Versehen. Sowas kann schonmal passieren. Da muss man schon Verständnis haben. Das war auf keinen Fall Absicht. Schliesslich hat unsere Regierung doch nichts zu verbergen.

    Und der Herr Jung möchte jetzt gerne seine Auslandseinsätze verlängern lassen. Na, aber sischer doch, Herr Jung! Hier, da kriegense nochn schönen Orden! Die abgestumpften/verängstigten/resignierten "Bürger" dieses Landes werden es schon fressen, wie immer.

  25. sebausat meint: (25.6.2007 um 17:19) AntwortenReply to this comment

    @23
    Ich bin zuversichtlich. Denn entweder muss sich das deutsche Militär nun vorwerfen lassen das unfähigste Militär der Welt zu sein, oder die Sache aufklären.

    Das – meistens überzogene – Ego so ziemlich jeden Militärs dem ich bis jetzt begegnet bin wird dafür sorgen es als "Ehrensache" zu betrachten diese Sache aufzuklären.

    "umfasst im wesentlichen die Daten, die in den Jahren 1999 bis 2003 aus den Einsatzgebieten gewonnen wurden",

    Das ist einfach blanker Hohn. Als ob ein defekter Robotor gezielt "im wesentlichen" die Bänder zerstört. Einfach blanker Hohn.

    ps.: natürlich kann es auch einfach nur Bauernopfer geben, aber na man soll nie die Hoffnung aufgeben.

  26. Udo Vetter (Link) meint: (25.6.2007 um 17:20) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht sollte man im Ministerium mal fragen, welche Anstrengungen unternommen wurden, die – angeblich – nicht lesbaren Bänder wieder lesbar zu machen, bevor man sie – angeblich – vernichtete.

    Kann es außerdem wirklich sein, dass sämtliche Geheiminformationen der Bundeswehr nur auf einem Backup-System vorhanden sind?

    Bei so einem Apparat müsste doch etliche Male auf diese Daten zugegriffen werden. Oder werden die für die aktuelle Arbeit überhaupt nicht mehr benötigt? So lange liegen die Zeiträume ja nun auch nicht zurück, dass diese Daten nur für Militärhistoriker interessant wären.

    Ich habe schon lange keine unwahrscheinlichere Geschichte mehr gehört.

  27. Anonymous meint: (25.6.2007 um 17:28) AntwortenReply to this comment

    @20: Ich glaube die Bilder von den Tornados über den Camps sind schon verschwunden.

  28. Anonymous meint: (25.6.2007 um 17:35) AntwortenReply to this comment
  29. Marco meint: (25.6.2007 um 17:37) AntwortenReply to this comment

    @27: Ja, die hat der Diensthund gefressen.

  30. x-cube (Link) meint: (25.6.2007 um 17:56) AntwortenReply to this comment

    Ha ha, dann brauchen wir wenigstens keine Angst wegen der Vorratsdatenspeichergeschichte zu haben.

    Aber mal im ernst. Wir sind eine Werbeagentur und haben keine Staatstragenden Daten. Trotzdem haben wir ein Raid-System und Bandsicherung mit täglicher Sicherung zum Ausserhausnehmen (wenns mal brennt) am laufen. USV dazwischen wegen Überspannungsschutz.

    Ich denke auch das stinkt bis zum Himmel! Dumm dreiste Ausreden um den Untersuchungsausschuß zu behindern und Jung und Steinmeier im Amt zu halten.

  31. Marco meint: (25.6.2007 um 18:08) AntwortenReply to this comment

    @30: Ich habe gerade mit meinen Kollegen gesprochen und wir haben beschlossen unser RAID wegzuschmeissen und auch so einen Bandroboter zu kaufen. Weil wenn man *damit* durchkommt, dann kann uns das Finanzamt künftig oral verwöhnen.

  32. mdo (Link) meint: (25.6.2007 um 18:23) AntwortenReply to this comment

    RAID bringt nicht viel, wenn die Daten softwaremässig geschrottet werden, bspw. durch einfaches Löschen.

    Backups auf Bändern sind schön und gut, nur vergessen immer wieder viele auch mal Disaster Recovery zu üben — oder es hat ihnen keiner empfohlen, dies mal zu tun. Das wird nicht gemacht, weil a) wir haben ja Backup, das spielen wir halt mal eben zurück, b) wir haben keine Zeit oder c) wir haben keine zusätzliche Hardware, auf der wir das komplette Recovern mal durchspielen könnten. Das Beauftragen einer DR ist ja auch viel zu teuer, das Einrichten der Sicherung hat ja beim billigsten Anbieter schon viel zu viel gekostet.

    Das hat schon so manche Firma erwischt, die brav jahrelang gesichert hat. Jeden Tag wurde schön das Band eingelegt, nur um am Tag X festzustellen, dass die Daten unbrauchbar waren, so wie sie gesichert wurden, oder — noch besser — gar nix gesichert wurde.

  33. Fincut (Link) meint: (25.6.2007 um 18:29) AntwortenReply to this comment

    Mit "Roboter" ist eine DLT Library (Foto: www1.istockphoto.com/file...utomated_tape_library.jpg) gemeint. Eine solche Library verwaltet DLT Bänder (Strichcode) und führt nach fest vorgelegten Intervallen Datensicherungen durch. Jedes mittelständisches Unternehmen macht jede Nacht ein inkrementelles Backup. Die Bänder werden in einem Safe gelagert. Einmal in der Woche (Wochenende) wird ein Vollbackup erstellt, welches 50 Km entfernt in einer Bank aufbewahrt wird (Großschadensereignis). Meines Wissens nach gibt es sogar "Aktionärsschutzgesetze", die solche Verfahren für AGs vorschreibt.

    Wenn die Bundeswehr behauptet, dass eine verrückt gewordene DLT Library die Bänder zerstört hat, dann fragt sich jeder halbwegs gebildete IT-Huddel wie ich einer bin: Wo sind die inkrementellen Backups der Vortage? Wo sind die wöchentlichen Vollbackups?

    Ich halte die Aussage der Bundeswehr für weit über das Maß an grotesker Unsinnigkeit hinausgeschossen. Ich würde mein Feierabendbier verwetten, dass bewusst Daten zerstört wurden.

  34. Fincut (Link) meint: (25.6.2007 um 18:37) AntwortenReply to this comment

    PS: Das die Bänder vernichtet wurden, ist auch so ein lustiges Indiz gegen die Bundeswehr. Gerade Bänder eignen sich gut, um Daten zu retten, wenn man die richtigen Mittel einsetzt.

  35. Martin meint: (25.6.2007 um 18:40) AntwortenReply to this comment

    So, ich habe gerade eine netsprechende Anfrage an die Mitglieder des Verteidigungsausschusses gestellt. Ich bin einmal gespannt, wie die Antworten ausfallen, bzw. ob ich überhaupt welche erhalte.

  36. Martin meint: (25.6.2007 um 18:40) AntwortenReply to this comment

    Soll natürlich 'entsprechend' heißen.

  37. Treater meint: (25.6.2007 um 18:58) AntwortenReply to this comment

    "RAID bringt nicht viel, wenn die Daten softwaremässig geschrottet werden, bspw. durch einfaches Löschen."

    ähm,doch? Es kommt ja auch darauf an, welches RAID Level man nutzt.

  38. Fincut (Link) meint: (25.6.2007 um 19:24) AntwortenReply to this comment

    @37:

    Welcher Raidverbund ist denn nützlich gegen gelöschte Daten? Raid ist kein Backup, sondern nur eine Sache der Perfor- und Redundanz.

  39. 11X/13 meint: (25.6.2007 um 19:29) AntwortenReply to this comment

    Da wird der Deutsche Michel mal wieder schön verarscht… und die 'Experten' verbreiten sich mal wieder über RAID…

    Die Doofen sterben wohl nie aus.

  40. Heiner meint: (25.6.2007 um 20:05) AntwortenReply to this comment

    Öhm, ja, und?
    Was ist an Roboter verkehrt? Nicht alles sichert per Batch auf USB-Platte.

    Wir setzen Bandroboter ein, die in einem geschlossenem Gehäuse Bänder aus Kassettensystemen in zwei integrierte Bandlaufwerke hantieren.

    Und unser als unser altes mehr als 10 Jahre altes System vor wenigen Jahren nach und nach den Löffel abgab, mußten wir feststellen: mit Medien siehts lausig aus, in dem neuen System lassen sich die alten nicht ohne weiteres verwenden und eine Pararatur ist zu teuer. So sind halt ein paar Jahressicherungen nicht ohne weiteres lesbar ("offizielle" Version).

    Wie sowas technisch aussieht (nicht unbedingt was für eine Kanzlei): h10010.www1.hp.com/wwpc/c.../24249-24381-1336323.html

  41. MaxB (Link) meint: (25.6.2007 um 20:07) AntwortenReply to this comment

    Wie konnten die Leute eigentlich jahrelang ohne diese Daten arbeiten? Wenn ich das richtig gelesen habe, sind die hochwichtigen und einzigartigen Berichte schon 2004 verlorengegangen. Und Kopien gibt es auch keine.

    Alle Lageberichte zur Verlängerung und Ausweitung des Einsatzes wurden erstellt ohne Versuch die alten Berichte zu lesen? Womöglich waren die Lageberichte ja völlig unfundiert… und die darauf basierenden Entscheidungen…

  42. flx meint: (25.6.2007 um 20:16) AntwortenReply to this comment

    @Treater (9):
    Ein RAID System hat NICHTS mit Backup zu tun. Beim Backup geht es darum die permanent anfallenden (großen) Datenmengen zu speichern, z.B. auf Bänder oder andere WECHSELMEDIEN.
    Bei einem RAID System geht es i.d.R. um die Ausfallsicherheit eines laufenden System. Wer glaubt kein Backup machen zu müssen weil in seinem Rechner ein RAID System läuft hat das Prinzip nicht ganz verstanden.

  43. Anonymous meint: (25.6.2007 um 21:30) AntwortenReply to this comment

    „Entsprechend der gültigen Vorschriften zum Umgang mit Verschlusssachen wurden die nicht mehr lesbaren Kassetten am 4. Juli 2005 vernichtet“, schreibt Wichert, ohne ausdrücklich hinzuzufügen, dass dieser Zeitpunkt vor dem Regierungswechsel von Rot-Grün zur großen Koalition lag

  44. Hannes meint: (25.6.2007 um 21:38) AntwortenReply to this comment

    Ich glaube, wir müssen ganz vorne anfangen und noch genauer klären, was im Bundeswehr-Jargon ein "Datenroboter" ist.

    Jeder, der diesen Verein mal von Innen gesehen hat, würde sich nicht wundern, wenn es sich bei einem "Datenroboter" nach Bundeswehr-Definition um einen gelangweilten Wehrpflichtigen im Rang eines Gefreiten handelt, der nach dreiwöchiger Sonderverwendungsausbildung zum Herumtragen und Auswechseln von Bändern aller Art verdonnert wurde.

  45. Anonymous meint: (25.6.2007 um 22:03) AntwortenReply to this comment

    tagesschau.de/aktuell/mel...0,1185,OID6472310,00.html
    Stand: 01.03.2007 13:36 Uhr
    BND-Ausschuss zum Fall Kurnaz vertagt
    Akten dem Ausschuss vorenthalten?

  46. Ralph meint: (25.6.2007 um 22:17) AntwortenReply to this comment

    Hallo, warum stellt den keiner mal die Frage stellt, wo den eigentlich die Orginaldaten sind. Und irgentwo sollten ja eigentlich auch die Ursprungsdateien sein.

  47. MaxB (Link) meint: (25.6.2007 um 22:34) AntwortenReply to this comment

    @46, Ralph: In der ARD lief gerade der Beitrag von "Report". Da wurde der Bericht an den Ausschuss zitiert (heisst das so beim Fernsehen? Abgefilmte Papiere mit Leuchtbalken über Satzteilen.)

    Da stand "…können auch nicht wieder rekonstruiert werden". Anscheinend gibt es laut Ministerium weder Originale noch eine zweite Kopie.

  48. Julius (Link) meint: (26.6.2007 um 00:12) AntwortenReply to this comment

    Das ist ohne politischen Skandal eigentlich nur noch mit den "Dümmsten anzunehmenden Usern" zu erklären:

    DAU: "Gestern funktionierten meine Datensicherungsbänder einwandfrei, heute nicht mehr."
    Berater: "Wie haben Sie sie gelagert?"
    DAU: "Gelocht und in den Leitz-Ordner getan."

  49. klar meint: (26.6.2007 um 01:15) AntwortenReply to this comment

    Ein Geheimdienst, der vier Jahre Backup verliert. Im Heise-Forum lachen sie sich schon halbtot. So eine dreiste Lüge habe ich seit Jahren schon nicht mehr gehört, obwohl man ja vieles gewohnt ist. Das ist wie bei den totsicheren Wahlmaschinen mal wieder glatte Volksverdummung für die DAUs. Jedes mittelständische Unternehmen hat viele Sicherungskopien an verschiedenen Orten, falls der eine zerstört wird hat man die an dem anderen noch. Übrigens: Heutzutage lassen (ließen) sich auch schwerst beschädigte Bänder noch gut restaurieren.

    Regierungsmitglieder, die so etwas anordnen, gehören vor den Staatsanwalt. Sowas ist nicht eine "Sauerei" sondern eine Straftat (oder es sollte zumindest eine sein).

    Welches sind eigentlich die "gültigen Vorschriften", nach denen diese Kassetten vernichtet wurden?

  50. meint: (26.6.2007 um 07:42) AntwortenReply to this comment

    @1:also jetzt wo du´s SO aussprichst , obwohl mir 1 warscheinlicher vorkommt bin ich bei 2 fast sicher dasses so ist…aber wer sagt das nicht beides zutrifft ?

  51. Siggi meint: (26.6.2007 um 07:46) AntwortenReply to this comment

    Die in meiner Mittelbehörde genutzte Sicherung ist sicher noch nicht "der Weisheit letzter Schluß", aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß derart wichtige Daten derart schlampig behandelt werden, gerade, was geheime Daten und Daten der mil. Aufklärung angeht.

    Das genannte "Fachpersonal", also Mitarbeiter der Entgeltgruppen E8-E14 und höher bzw. vergleichbare Beamte und Soldaten, soll solche Ausfälle möglichst verhindern. Das macht üblicherweise nicht der gelangweilte Hauptgefreite zwischen Coupé/Praline und Kaffee (wegen der wahrscheinlich benötigten Sicherheitsüberprüfung Ü3).

    Was man allerdings nicht vergessen darf, ist, daß die Daten von 1999 auch zu diesem Zeitpunkt gesichert wurden und auf jeden Fall nicht der heutige Stand der Technik angesetzt werden darf. Was allerdings berücksichtigt werden sollte, ist der Fakt, daß bereits 2005 erweiterte Recovery-Möglichkeiten bereit standen oder auch eingekauft werden hätte können. Wenn man sieht, was Spezialfirmen aus verbrannten/verätzten und ähnlich zerstörten Datenträgern noch herausholen, klingt die Begründung "unlesbar" sehr nach gewollter Lösung eines Problems.

  52. sebausat meint: (26.6.2007 um 09:29) AntwortenReply to this comment

    @Ralph
    Geheimdienste zerstören grundsätzlich jedes noch so kleine Atom Daten – das ist ihre Lebensgrundlage – bis auf ihr zentrales Archiv. Aber vielleicht haben sie ja etwas übersehen, wär jedenfalls einen Versuch wert.

  53. sebauasat meint: (26.6.2007 um 09:32) AntwortenReply to this comment

    @mdo
    Aber der Hohn ist doch das "im wesentlichen" nur die Einsatzdaten weg sind. Also will man uns einen selektiv zerstörenden Bandroboter unterschieben, oder eben eine selektiv nicht funktionierende Datenstruktur.

    Das ist lächerlich.

  54. qwertz meint: (26.6.2007 um 10:10) AntwortenReply to this comment

    Die Berliner Zeitung berichtet in ihrem Artikel zu dem Thema über neue, pikante Details. Ihren Angaben nach befanden sich unter den Daten auch Informationen, die der MAD durch Verhöre in einem Geheimgefängnis in Tuzla gewonnen hat. Dieses Gefängnis bestand (laut BZ) schon _vor_ dem 11.September und auch dort wurden Inhaftierte mißhandelt/gefoltert.

    "In Tuzla wurden vor und nach dem 11. September 2001 Terrorverdächtige festgehalten und misshandelt. Informationen, die zum Teil unter Folter von den Verdächtigen gewonnen wurden, sind damals auch dem ZNBw übermittelt worden.

    Von größerer Brisanz aber ist der Umstand, dass zumindest im Jahr 2001 auch Offiziere des deutschen Militärischen Abschirmdienstes (MAD) an Verhören von Terrorverdächtigen in Tuzla teilgenommen haben sollen."

    > berlinonline.de/berliner-...print/politik/665016.html

  55. Fincut (Link) meint: (26.6.2007 um 11:40) AntwortenReply to this comment

    Die Welt steht Kopf: in der BILD kommen kritische Stimmen zu Wort!

    bild.t-online.de/BTO/news...vernichtung-computer.html

  56. MrS meint: (26.6.2007 um 13:16) AntwortenReply to this comment

    Bernd Melchers, der Leiter der Datensicherung im Hochschulrechenzentrum der Freien Universität Berlin: "Selbst wenn Staatssekretär Peter Wichert die Bänder aufgegessen hätte, würde professionelle Datenrettungsunternehmen nach der Verdauung den Inhalt wieder herstellen können."
    Von tagesschau.de/aktuell/mel...D7002008_NAV_REF1,00.html

    Da kommt man schon ins Grübeln, wie "versehentlich" das denn alles passiert sein soll…

  57. R.A. meint: (26.6.2007 um 14:00) AntwortenReply to this comment

    Jetzt laßt doch mal die Kirche im Dorf.

    Wir reden hier NICHT über Papierakten, die man auf Echtheit oder Vollständigkeit untersuchen könnte. Sondern über EDV-Datensätze, die fast beliebig manipuliert werden könnten.

    Vorausgesetzt nun:
    a) Die Daten würden peinliche Details zu Kurnaz oder anderen Vorgängen enthalten und
    b) die Bundeswehrführung / die Dienste wären skrupellos genug, die Gesetze zu mißachten und das Parlament zu belügen.

    Wäre es dann naheliegend, daß die sich ausgerechnet so eine peinliche Sache wie den Datenverlust ausdenken?
    Wäre es nicht DEUTLICH schlauer, die Daten herauszugeben – aber in gewünschter Weise zu manipulieren?

    So bescheuert einem diese technische Schlamperei vorkommen mag, es ist ziemlich abstrus, hier Absicht zu vermuten.

  58. sebausat meint: (26.6.2007 um 14:30) AntwortenReply to this comment

    @57 R.A.
    Aber vielleicht gibt es doch andere Aufzeichnungen. Vielleicht haben andere Staaten auch Aufzeichnungen gemacht. Vielleicht gibt es einen Handschriftlichen Beleg über die Ausfolgung von neuen Stiefeln für den Gef. XY der dann bei der Vernehmung nicht erklären kann wie er den in Ort A, Stiefeln ausgefolgt bekommen hat, wo er doch nach Aktenlage in B war? Wenn sich so etwas häuft wird wohl wer misstrauisch werden.

    So einfach ist es sicher nicht eine Lügengeschichte zu erfinden, die dann auch noch von allen eingehalten werden kann. Und das ohne einer etwaigen Überwachung konkurrierender Geheimdienste in die Lappen zu gehn.

    Da ist es einfacher zu sagen, tschuldigung das weiß ich leider nicht mehr, schon möglich dass das so war aber sicher bin ich mir nicht. Oder einfach zu schweigen. Man kann schwer Verbindungen aufdecken und dementsprechende Fragen stellen wenn man keine Ahnung hat wen man eigentlich fragen sollte.

  59. Kand.in.Sky meint: (26.6.2007 um 16:33) AntwortenReply to this comment

    Bei der MusikIndustrei nachfragen, die können angeblich alle Daten zurückholen.

    #k.

  60. dot tilde dot meint: (26.6.2007 um 17:35) AntwortenReply to this comment

    sieht für mich so aus, als hätte einfach nur jemand seine arbeit getan. ist für viele besser, wenn die daten weg sind. es dürfte vielleicht sogar leute geben, die denken, für uns und unsere gesellschaft sei es besser, diese daten existieren nicht oder werden nicht mehr nachgefragt.

    terrorkampf kostet auch schon mal kreativen geist, selbst gegen alle logik. es ist nicht zu verstehen, drum lasset uns vertrauen unserem datenministerium, das uns doch alle liebt. oder?

    .~.

  61. genevainformation (Link) meint: (26.6.2007 um 20:41) AntwortenReply to this comment

    Da bin ich aber froh daß das nicht mein Schießbuch ist, das verschwand.

  62. A. John (Link) meint: (26.6.2007 um 23:17) AntwortenReply to this comment

    @57: b) die Bundeswehrführung / die Dienste wären skrupellos genug, die Gesetze zu mißachten und das Parlament zu belügen.
    Das ist das normale Tagesgeschäft des MAD / BND usw.

    Wäre es dann naheliegend, daß die sich ausgerechnet so eine peinliche Sache wie den Datenverlust ausdenken?
    Gemessen an dem Schwachsinn, mit dem die Politik tagtäglich die Intelligenz 14 jähriger Kids beleidigt, ist das geradezu brillant.

    Wäre es nicht DEUTLICH schlauer, die Daten herauszugeben – aber in gewünschter Weise zu manipulieren?
    Die sind noch zu blöde, um einen Bierdeckel zu fälschen. (Siehe "Celler Loch").

    es ist ziemlich abstrus, hier Absicht zu vermuten.
    Nein. Es ist zwingend. Alles Andere ist lebensfremd.

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