Schüler-Selbst-Marketing
Das Friedrich-Wilhelm-Heft ist keine Legende. Wie ich gerade feststellte, schreibt die frischgebackene Kanzlei-Gymnasiastin tatsächlich in solche Dinger.
Bin gespannt, ob es der Schülerkarriere förderlich ist.
Das Friedrich-Wilhelm-Heft ist keine Legende. Wie ich gerade feststellte, schreibt die frischgebackene Kanzlei-Gymnasiastin tatsächlich in solche Dinger.
Bin gespannt, ob es der Schülerkarriere förderlich ist.
Hm, ich habe vor genau 20 Jahren Abitur gemacht (ok, in Hessen, das zählt jetzt nicht so ganz), war also vor 20 bis 30 Jahren in der Schule, habe auch Schüler-Selbst-Marketing betrieben (nicht so professionel, wie manche heute) aber von dem "Friedrich-Wilhelm-Heft" habe ich noch nie gehört.
Bei uns gab es zwar auch Hefte mit breitem Rand ("Brunnen"?), die waren aber immer farbig: Blau die linierten, rot die karierten und grün die nicht-linierten Hefte. Glaube ich.
Der Begriff war mir auch neu. Für Klassenarbeiten gab es auf meinem Gymnasium auch verschiedenfarbige Hefte.
Die schwarzen waren nur für die Klassenarbeiten.
Die Teile gibts auch in dunkel-blau – hab ich nämlich auch benutzt ;)
Meinem Abi hats ned geschadet dass ich nie irgendein Heft hatte. Werd das aber bei nem evtl. irgendwann auf die Welt kommendem Kind stark in betracht ziehen, nachdem ich jetzt in Bayern wohne :-)
ich frage mich ob ein solches schwarzes heft nicht auch noch dafür sorge tragen sollte, dass die deutschen in dem pisa-vergleich besser abschneiden
das deutsche schul-system ist, ähnlich dem juristischen bereich, dekadent, scheu und bevorzugt die leute mit kohle
Also ich kenn dieses Hefte auch noch. Bei mir ist das mit der Schule auch noch nicht sehr lanhe her^^
Und bei uns mußten sich damals alle Schüler so ein Heft kaufen. Diese blieben dann in der Schule bis zu einer Klassenarbeit. Nach dem Unterschreiben der Arbeit durch Eltern wurde das Heft wieder zurückgelegt.
Ergebniss:
Ordentliche Hefte zumindestens bei den Klassenarbeiten.
Jeder Schüler hatte am ende des Schuljahres immer noch die möglichkeit sich alle Arbeiten anzuschauen. Was sonst bei einigen durch wegschmeißen nahc der Arbeit wohl nicht mehr der Fall war.
Aber das beste war, das diese Hefte auch einen psyschologischen efeckt auf die Schüler hatte. Man nahm die Arbeit halt einfach ernster. Zumindestens beim schreiben. Wurde an unsere Schule jedenfalls mal getestet. Schüler mit normalen Helften hatten im Durchschnitt schlechtere Noten.
Ja, bei uns (noch nicht lange her) hat ein Lehrer auch darauf bestanden, dass diese Heft für Klausuren benutzt werden. Außer durch den 2 Zentimeter breiteren Rand und den dreifachen Preis unterscheiden die sich nicht von anderen Heften.
Ich habe in meinem Leben keine einzige Klausur in ein Heft geschrieben – selbstverständlich ging ich vom Vorhandensein schuleigenen genormen Papiers aus.
Um so überraschter war ich dann in meiner ersten Universitätsklausur, die ich dann auf (von mir nicht mitgeführtes) eigenes Papier schreiben sollte… tja, was für ein sozialer Abstieg. ;-)
"Bin gespannt, ob es der Schülerkarriere förderlich ist."
In meinem Jahrgang ging das 1,0 Abitur an einen Heavy-Metal-Fan mit Tigermuster-Strech-Hosen, Cowboystiefeln (Hose dabei IN den Stiefeln, nicht drüber.) und schulterlanger Mosher-Mähne, der nie Hausaufgaben gemacht und grundsätzlich nur einen Werbeartikel-Kuli zur Schule mitgebracht hat. (Papier hat er sich immer "geliehen".) Als ich ihn das letzte Mal getroffen habe hatte er die Haare ab und war Vorstandsassistent bei einem deutschen Autokonzern.
Die properen Mädels mit ihren genauso properen Heften dagegen arbeiten heute irgendwo als Sachbearbeiterin "auf dem Amt" und sind nach der ersten Scheidung auf der Suche nach einem neuen Familienfinanzier, was sich mit 1-2 Kindern und der ab Mitte 30 verschärft einsetzenden Cellulitis als schwierig darstellt.
Also: Finger weg von diesen Heften…
Liest die Kanzlei-Gymnasiastin hier eigentlich mit?
In der Schule habe ich anders als der Vor-Vorredner (N° 9) – abgesehen von den Abiturklausuren – nie auf institutseigenes Papier geschrieben, da wurden Hefte verlangt. Und zu Anfang bestand meine Mutter auf schwarzen Heften. Die Seitenaufteilung darin war aber nicht anders als in den normalen, lediglich der Umschlag war stärker kartoniert.
In der Universität war das anders; weder die Philipps-Universität noch die Ruprecht-Karls-Universität noch die Ruhr-Universität noch gar die Université Marc Bloch wären zu arm gewesen, um in den Klausuren Papier zu stellen; es gab an der UMB sogar zwei Sorten Papier: eines zum Paraffieren und eines für die Reinschrift.
Die Problematik, die der Vorredner (N° 10) darstellt, dürfte eher grundsätzlich mit dem Unterschied Mann/Frau zusammenhängen als mit den Schulheften. Eine schlampige Frau steht garantiert nicht besser da, vielleicht aber doch dann und wann der spätgezündet ordentliche Mann.
Ich weiß es nicht, ich bin keiner…
Klausuren und Co. hätten wir niemals auf etwas anderes als einem leeren Blatt schreiben dürfem, man hätte sich ja irgendwo notizen machen können.
schade, hab das heft nirgends zum kaufen gefunden.
Ja das waren noch Zeiten,…
bei uns wurde in der Oberstufe einfach ein A4-Heft genommen und ca. 3cm bis ein Drittel (Je nach Fach und Lehrer der Seite als Rand weggeknickt, fertich war die Laube. Ansonten haben die Lehrer hin und wieder farbige Umschläge vorgeschrieben, damit sie die Klassen auseinanderhalten konnten
Offenbar unterscheide ich mich charakterlich von dem durch diese Masche implizitierten Lehrerbild. Wenn ich Uni-Klausuren korrigiere (offiziell ist das nur vorarbeiten, Noten vergibt nur der Prof), dann weiß ich zwar Lesbarkeit zu schätzen, aber allzu große Ordentlichkeit, Abwesenheit von schmierigen Nebenrechnungen, und sauber unterstrichene "Überschriften" stimmen mich nicht eben wohlgesonnen.
P.S.: Kennt noch jemand die properen Mädchen, die die Aufgabenstellung erst fein säuberlich abschreiben, bevor Sie mit der eigentlichen Bearbeitung beginnen? Einer meiner Profs sah sich bereits gezwungen, für diese Unart erheblichen Punktabzug anzudrohen.
Und in der Uni hat man dann Klausurenblöcke. Preiswert vom H*mmer oder Alpm*nn, oder eben in teuer von einem "richtigen" Verlag.
Vielleicht täusche ich mich, aber steht nicht die Form ohnehin reziprok proportional zum Inhalt?
Und damit meine ich nicht nur Jahresabschlüsse später insolventer Unternehmen.
;-)
Für unsere Physik-LK-Klausuren hatten wir Papier mitzubringen, vorschrieben war nur A4, Farbe und Lineatur unbeachtlich. Unser Lehrer hat es vor Klausurbeginn bei jedem Schüler durchgeblättert und jedes Blatt mit seinem Namenszeichen versehen – natürlich bei jeder Klausur in einer anderen Farbe und an anderer Stelle.
Die Schule ist ein großer Kindergarten… die Insassen dürfen ihre Fantasien und ihren, äh, Gestaltungswillen an anderen ausleben.
Beispiel Zeichnen und Malen: Kinderchen
* müssen malen, das ist pädagogisch toll, weil die Tante das weiß.
* brauchen dazu (meistens sauteure) Utensilien der Marke XYZ und ZYX, und zwar genau im Baujahr ABC Version DEF.
Bei jedem Erwachsenen würde die Tante abblitzen. Erwachsene MALEN NICHT, und wenn dann sind sie Künstler und nehmen was immer sie wollen dazu.
Oder nächstes Beispiel: die einzigen Bücher, die an Schulen vorhanden sind, sind die (extra auf dumm-doof getrimmten) Schulbücher.
leichte Korrektur: oft fast die einzigen Bücher
Arbeiten in Hefte schreiben??? Hä? Also bei uns wurden dafür immer Blätter genommen, fertig.
Und ob da nun n schwarzes Heft ist oder nicht. Wenn man nichts weiß, dann nützt das auch nichts.
Im Bezug auf 19:
Da kommen die wohligen Erinnerungen an die Zeit auf, als man Punktabzug angedroht bekam, weil man mit dem Ausweis zum SB-Großmarkt an das Zeug billiger rankam als wenn man sich das "günstig" von der Lehrerin erkaufte.
Auch sehr interessant waren versteckte "Kopiergebühren" wenn Lehrer Lektüren geschlossen für Klassen bestellten. Pech dabei ist nur, wenn einer der Schüler von dem unter der Hand gemachtem Rabatt in der Buchhandlung praktikumsbedingt weiß und es auffliegt, dass eine A13 Lehrkraft es anscheinend nötig hat bei jeder Buchbestellung 10 Euro Gewinn zu machen.
Ich hatte noch das Vergnügen, ab Klasse 5 einen promovierten Lateinlehrer zu haben, der auf diese Hefte bestand. Jaja, das waren noch Zeiten…
Jaja, wir Freaks, damals immer belächelt, dann für Überraschungen gut. Habe solch ein Buch auch gehabt. Gibt sogar eine lustige Lehrerkommentare darin! Aber nichts für ungut, heute glaubt keiner mehr, dass ich der Freak bin und an der Geschichte mit den properen Vorzeigeheften ist was dran… Habe da auch so meine Erfahrungen mit Mitschülerzicken. Ach ja, bei uns waren die blau oder es gab das "Ausweichpapier" der Schule (auch ganz vorschriftsmässig). P.S. Ich habe meine noch (zum Kinder-Erschrecken).
@19: Habe auch diese Erfahrung mit dem Markenbewusstsein von Leerkörpern gemacht. Schüler wurden direkt fertig gemacht, wenn Papa oder Mama aus Geldnöten heraus auf ähnliche Produkte billigerer Firmen zurückgriffen. Habe jetzt eine Freundin, deren Tochter zu einer Sonder- und Förderschule geht. Komisch, die dürfen sogar die Schnellhefter vom Vorjahr benutzen und der Füller muss kein LAMY sein… Was so alles geht…!
Grüsse
Wir hatten in der Schule nur normale Hefte für Klassenarbeiten. Bei manchen Lehrern konnte man auch auf Zettel schreiben. Gerade in Fächern wie Geschichte, Gemeinschaftskunde, Erdkunde usw. war das ein guter Qualitätsindikator für den Lehrer. Gute Lehrer, denen es z.B. mehr darauf ankam das jemand wusste um was es bei der französischen Revolution ging, und welche Auswirkungen die hatte liesen auf Zettel schreiben. Faktenhuber bei denen Geschichte aus einer Aneinanderreihung von Daten bestand oder die einem das Wesen der Demokratie an der Anzahl der Mitglieder der Bundesversammlung oder an den Feinheiten des d'Hondtschen Wahlauszählungssystems beibringen wollten haben mehr auf Hefte gesetzt.
Ist auch ganz einfach warum – ein Heft bietet nur begrenzt Platz und der läst sich bei Fakten leichter kalkulieren als bei Hintergrundwissen.
Pah, was für ein Zinnober.
Bei uns ganz einfach:
Schüler hat das Schreibgerät seiner Wahl mitzubringen, die Schule stellt drei Stapel Papier: A4 weiß, liniert bzw. kariert.
Der Schüler nimmt beliebig viele Blatt von den Stapeln, und versieht jedes Blatt oben rechts mit Namen, Klasse und Tagesdatum.
Anderes Papier oder gar eigenes gibt es nicht.
Wenn alle versorgt sind, kommt der Lehrer mit den Aufgabenblättern (A3, einmal zu A4 gefaltet) rum, und die Spiele sind eröffnet.
Beim Abpfiff kommen die bemalten Blätter in das Aufgabenblatt (wir erinnern uns: A3 zu A4 gefaltet), und fertig.
Aber man merkt recht deutlich: Wir im Osten hatten halt nüscht. (Mußten dafür allerdings auch nix bezahlen, auf den EOS waren selbst die Schulbücher gratis UND stillschweigend Eigentum der Schüler.)
@26
Jo. Bei uns genauso einfach. Wir hatten auch nix. Vor der Klassenarbeit gings raus zum Holzsammeln, danach aus Zellulose Papier herstellen, trocknen und mit dem Lineal die Linien aufzeichnen. Mathe war immer am schlimmsten, wegen den Karos.
@27
Barfuß natürlich. Im Schnee.
Auch bei uns waren in der Unter- und Mittelstufe schwarze Hefte für Klassenarbeiten vorgeschrieben, und zwar ausschließlich die eines einzigen Herstellers. Deshalb kenne ich die Dinger auch nicht als KFriedrich-Wilhelm, sondern nur als "Heyda"-Heft…
diese hefte hatten wir als klassenarbeitshefte in allen fächern während der gymnasialzeit. konnten wir in jedem schreibwarenladen kaufen. in der oberstufe gab's einfachere hefte in Din A4 in blau. beim abi in schwarz. hat sich niemand darüber aufgeregt.
für hausaufgaben haben wir solche hefte niemals benutzt.
Das ist schon so lange her. Ob wir Hefte oder nicht benutzten (ich glaube eher Din A4-Bögen) ist reine Äußerlichkeit. Hauptsache bestanden.
Link? Photo? Ich mein, das muss ja schon was hermachen, bei all diesen Wirkungen, die dem Heft nachgesagt werden. Kann da nix finden.
http://www.by-pavlic.de/shop/images/big/10509.jpg
Nein, ich kenne ein Friedrich-Wilhelm-Heft auch nicht. Man lernt nie aus…
In der Sekundarstufe 1 schrieb ich auch in solche Hefte, die wuden von der Schule gestellt. Nun gibts Klausurbögen …
Dieses Heft kannte ich bisher auch noch nicht. Für Klausuren wurden meist Arbeitsblätter ausgeteilt
bleibt eigentlich bloß noch eine Frage, die noch kein Mensch gestellt hat: WARUM IN ALLES IN DER WELT HEISST DAS FRIEDRICH-WILHELM-HEFT???
Das ist ja der Hammer… Aber objektives Beurteilen ist halt nicht so die stärke aller Lehrer… Ganz schön schade eigentlich. Denn ich war früher immer eine von denen bei der die 5 auf der Stirn stand egal wie sehr ich mich bemühte… Super Gesellschaft kann man da nur sagen…
Haste was biste was!
Haste nichts biste nichts…
Hallo!
Kennt jemand eine Bezugsquelle für Friedrich-Wilhelm-Hefte?