30.10.2007

Entlastende Umstände

Aus einem Polizeibericht:

Die festgehaltene IP-Adresse gibt nur Aufschluss darüber, dass von dem Rechner, welcher der IP-Adressse zugeordnet ist, auf den Account zugegriffen wurde. Das heißt aber nicht, dass der rechtmäßige Accountinhaber den Angriff vorgenommen hat, weil theoretisch jeder Rechner auf den Account zugreifen und sich wegen der Sicherheitslücke Zugang verschaffen kann. Zu welchem Rechner die IP-Adresse gehört, über welche der Zugriff erfolgte, konnte nicht geklärt werden…

Und ich habe noch nicht mal eine Verteidigungsschrift vorgelegt…

10 Kommentare zu “Entlastende Umstände”

  1. Der Jurist meint: (30.10.2007 um 13:21) AntwortenReply to this comment
  2. Moxy meint: (30.10.2007 um 14:19) AntwortenReply to this comment

    Seit wann schaltet denn schon die Polizei Sachverstand ein?
    Ich dachte bislang, dies geschehe dann nichteinmal auf richterlicher Ebene?

    ;-))

  3. Geheimrat meint: (30.10.2007 um 14:22) AntwortenReply to this comment

    Das ist eine interessante Interpretation. Würde sie herrschend (wogegen ich nichts hätte), hieße das ja, dass die gesetzlich vorgesehene Provider-Vorratsdatenspeicherung komplett überflüssig wäre…

  4. Reinhard meint: (30.10.2007 um 14:31) AntwortenReply to this comment

    Was die VDS rein technisch auch ist. Komplett sinnlos und überflüssig. Aber Sammeln ist ja immer gut :)

    Nicht von ungefähr haben sich kürzlich eine Reihe von IT-Fachleuten und Referrenten darüber beschwert, dass die Abgeordneten in den jeweiligen Fachvorträgen zwar immer brav nicken, in der Abstimmung selber diese Fachkenntnisse aber bewusst ignoriert werden und somit FACHLICH FALSCHE Gesetze verabschiedet werden, die nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie stehen. Vor allem der IT- und NeueMedien-Bereich mutiert immer stärker zum politischen Schachermaterial, weil es für SPD und CDU nur noch darauf ankommt, sich für die nächste Wahl am besten darzustellen. Da wird nach rein populistischen Gesichtspunkten entschieden, weil der Wähler das "Gefühl" von mehr Sicherheit honoriert.

  5. MartinM meint: (30.10.2007 um 16:45) AntwortenReply to this comment

    Eigentlich ganz logisch: seitdem es PCs und Internetzugänge auch in einfachen Polizeirevieren gibt, bleibt dem normalen Polizeibeamten (bis etwa zum "Oberkommisar") nichts anders übrig, als sich ein wenig mit Computern und diesem Internetdingens zu beschäftigen. Ab "Hauptkommisar" hat man dann Leute, die einem das abnehmen. Bei Richtern dürfte es ähnlich sein.

    Und die "politische Ebene" ist noch ein Fall für sich. (Eher eine Welt für sich.)

  6. Mark meint: (30.10.2007 um 17:10) AntwortenReply to this comment

    @4: Nee, in diesem Fall hätte man durch die VDS ja die IP zuordnen können.

  7. Jens meint: (30.10.2007 um 22:16) AntwortenReply to this comment

    Nicht von ungefähr haben sich kürzlich eine Reihe von IT-Fachleuten und Referrenten darüber beschwert, dass die Abgeordneten in den jeweiligen Fachvorträgen zwar immer brav nicken, in der Abstimmung selber diese Fachkenntnisse aber bewusst ignoriert werden und somit FACHLICH FALSCHE Gesetze verabschiedet werden, die nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie stehen.

    Erinnert mich an die NRW-Kommunalwahlrechtsnovelle.

  8. Heiko meint: (31.10.2007 um 11:28) AntwortenReply to this comment

    Was denn für eine Sicherheitslücke?

  9. Der böse Wolf meint: (2.11.2007 um 22:03) AntwortenReply to this comment

    @6

    Die Innenminister der Länder haben bei den Landespolizeien zwar schon vieles gestrichen oder gekürzt (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld). Das zweite S des Kommissars wurde allerdings noch nicht Opfer ihrer Sparwut.

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