4.11.2007

Werktägliche Geschäftigkeit

Obwohl Automaten-Videotheken ohne Personal funktionieren, sollen sie in Nordrhein-Westfalen auch sonntags geschlossen bleiben. So will es das Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Richter sehen es als wettbewerbswidrig an, wenn sich Bürger am Sonntag von einem Roboter Videos geben lassen:

Gestützt wird der Beschluss auf § 3 Feiertagsgesetz NRW:

An Sonn- und Feiertagen sind alle öffentlich bemerkbaren Arbeiten verboten, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu stören, sofern sie nicht besonders erlaubt sind.

Dass in der Videothek eigentlich niemand arbeitet, umgehen die Richter mit einer bemerkenswerten Auslegung der Vorschrift:

Durch die Öffnung ihres Ladengeschäfts an Sonn- und Feiertagen für den Kundenverkehr und die Vermietung von Filmen übt die Beklagte nach außen erkennbar ihre gewerbliche Tätigkeit und damit öffentlich erkennbare Arbeit aus, auch wenn sie an Sonn- und Feiertagen die Ladenöffnung und den Vermietungsvorgang ohne den Einsatz von Personal in automatisierter Form bewerkstelligt.

Wieso stört aber eine Automaten-Videothek die “Ruhe des Tages”? Dazu die Richter:

Wenn, wie im Streitfall, die Vermietung von Videofilmen in einem für die Kunden zugänglichen Ladengeschäft betrieben wird, erweckt dies aufgrund des Kundenverkehrs in dem Ladengeschäft auch nach außen den Eindruck werktäglicher Geschäftigkeit und stört damit die äußere Ruhe von Sonn- und Feiertagen. Anders als an Bankautomaten halten sich Kunden, die Videofilme zunächst aussuchen und sodann – automatisiert – mieten, für eine gewisse Zeit in dem betreffenden Ladengeschäft auf, was eine typisch werktägliche Tätigkeit ist. Für den Kauf von Lebensmitteln an Warenautomaten, die in der Regel an Orten wie Bahnhöfen aufgestellt sind, um den Reisebedarf zu decken, ist das Betreten eines Ladengeschäfts nicht erforderlich.

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, auf den sich das OLG Düsseldorf bezieht, erkennt in einem älteren Beschluss sogar eine gesellschaftspolitische Dimension:

Die vermieteten Videokassetten und DVDs dienen zwar auch dem Freizeitvergnügen der Kunden an Sonn- und Feiertagen. Sie müssen zu diesem Zweck aber nicht notwendigerweise auch an diesen Tagen entliehen werden, sondern können werktags zum Gebrauch an Sonn- und Feiertagen gemietet werden…. Art. 140 GG, Art. 139 WRV machen die Rechtmäßigkeit der zum Schutz der Sonntagsruhe getroffenen gesetzlichen Regelungen auch nicht davon abhängig, dass spontane Wünsche auf der Stelle befriedigt werden können, und muten dem betroffenen Publikum mit dem gesetzlichen Schutz der Sonntage und Feiertage eintretende Beschränkungen als verfassungsmäßige Beschränkungen grundrechtlicher Freiheiten zu.

Aber es gibt doch die Ausnahmevorschrift des § 4 Ziff. 5 Feiertagsgesetz NRW. Erlaubt sind danach

Arbeiten, die der Erholung im Rahmen der Freizeitgestaltung dienen. Dazu gehört insbesondere der Betrieb von Saunas, Bräunungs- und Fitnessstudios.

Aus dem Nachsatz (“insbesondere”) entnehmen die Richter, dass es sich um Angebote handeln muss, die “an Ort und Stelle” gemacht werden. DVDs ausleihen und zu Hause gucken, falle “ersichtlich” nicht darunter.

Warum, wird nicht erklärt. Ausgerechnet am entscheidenden Punkt fehlen den Richtern also die Argumente. Sie haben auch keine. Der Nachsatz macht nur klar, dass die Ausnahme für bestimmte Sparten jedenfalls gilt und es auch andere Ausnahmen gibt. Keineswegs grenzt er aber die in Frage kommenden “Arbeiten” ein. Schon gar nicht ergibt sich aus ihm der Grundsatz, dass der Kunde unmittelbar an Ort und Stelle direkt von der Arbeit profitieren muss.

Aber wo eine Mission ist, da findet der Jurist auch den passenden Dreh. Man könnte auch sagen: Wünsche einen schönen Kirchgang gehabt zu haben.

108 Kommentare zu “Werktägliche Geschäftigkeit”

  1. Klaus meint: (4.11.2007 um 11:36) AntwortenReply to this comment

    Und was ist mit Geldautomaten in Bankfilialen?

  2. Jemand meint: (4.11.2007 um 11:38) AntwortenReply to this comment

    Wann werden die Zigarettenautomaten abgehängt? Denn dort kaufen die Leute sich die Zigaretten und konsumieren diese dann Zuhause. Nach außen hin wirkt das auf mich, als würde ein Mensch am Tresen eines Tante-Emma-Ladens stehen und dort die gewünschten Zigaretten dem Kunden aushändigen.

  3. x meint: (4.11.2007 um 11:57) AntwortenReply to this comment

    Macht ihr eure Witze.. Ich finde das auch nicht gut. Wenigstens am Sonntag sollte mal Ruhe einkehren und zwar überall. Von daher: Applaus für die Richter.

    Selber wohne ich übrigens in einem niederländischen Dorf, wo die Läden in der Woche alle um 17 Uhr schließen. Viele haben auch eine Mittagspause und montags wird erst um 12 Uhr geöffnet :-) Und ja: die Menschen sind hier glücklicher als in der Stadt ;-)

  4. n.k.r. meint: (4.11.2007 um 12:00) AntwortenReply to this comment

    @3
    Niederlande? Die Hochburg des Liberalismus? Gehört da nicht auch dazu, dass man die Leute selbst entscheiden lässt, was sie glücklich macht? Soso…

  5. blob meint: (4.11.2007 um 12:08) AntwortenReply to this comment

    @3 genau, Sonntags wieder Ruhe. Am besten noch gleich die Rechenzentren der Provider abschalten. Kann ja nicht angehen, dass da Sonntags Server laufen. Als nächstes kommt wohl eine Sonntagsruhe in Krankenhäusern. So eine Not-OP kann ruhig bis Montag um 12 warten

  6. x meint: (4.11.2007 um 12:14) AntwortenReply to this comment

    @ 5: Richtig gedacht. Auch das gibt es in den Niederlanden. Ruf mal die Seite des Reformatorisch Dagblad, einer der größeren Zeitungen des Landes auf.

    http://www.refdag.nl/ => Der "Special-Effekt" kommt aber nur an Sonntagen ;-) Finde ich eigentlich gar nich so verkehrt.

    Grobe Übersetzung:

    Vielen Dank für Ihr Interesse in refdag.nl, die Nachrichtenseite des Reformatorisch Dagblad.

    Heute ist Sonntag. Wir weihen diesen Tag besonders dem lieben Gott. Wir betrachten den Sonntag als einen Ruhetag, als einen Auftrag von Gott und als ein Geschenk, für das wir dankbar sein dürfen. Aus diesem Grund aktualisieren wir unsere Seite heute nicht.

    Steht die Nachrichtenwelt an Sonntagen still? Nein, das nicht – wir leben in einer schnellen Zeit worin der Unterschied zwischen Sonntagen und Werktagen leider immer kleiner wird.

    Morgen bringen wir Sie gerne wieder auf die Höhe der täglichen Geschehnisse, versehen von Hintergründen, Kommentaren und Meinungsartikeln. So wie sie das von uns gewohnt sind.

    Hauptredaktion Reformatorisch Dagblad

  7. blob meint: (4.11.2007 um 12:23) AntwortenReply to this comment

    @6
    Das Rechenzentrum ihres Providers geht anscheinend noch sonst wären sie ja nicht hier. Warum sollten andere auf das Vergnügen verzichten sich Sonntags ein Video auszuleihen aber sie nutzen den Sonntag um im Internet zu diskutieren. Wären sie denn damit einverstanden jeden Sonntag komplett auf der Internet zu verzichten ? Wenn sie das Ausleihen eines Filmes als Störung der Sonntagsruhe betrachten, so müsste es ihr heutiges Surfverhalten ja auch sein.

  8. Stefan meint: (4.11.2007 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    Ich finde das ganze nicht verkehrt. Ich kenne einen Videothekenbesitzer. Der macht mit den Filmen bis 16 Jahren nur noch Minus. Kann Sie aber nicht abschaffen, weil in eine reine Pornovideothek keiner reingeht. Er sagt noch max 1 Jahr dann meldet er alles ab und macht Hartz4 und wartet auf seine Rente.

    Die ganzen Automaten funktionieren vieleicht in Japan aber nicht hier in DE.

  9. x meint: (4.11.2007 um 12:25) AntwortenReply to this comment

    @ 6: Hehe.. eigentlich schon ja ;-) Höre auch gleich auf mit Surfen ;-)

  10. kharthax meint: (4.11.2007 um 12:29) AntwortenReply to this comment

    wie ist es mit den Video-Automaten an der Tankstelle? Die betrifft es ja sowieso nicht, oder? … finde ich eigentlich schon sehr praktisch (1 Mal/Jahr)

  11. aw meint: (4.11.2007 um 12:30) AntwortenReply to this comment

    Rückzugsgefechte… Langfristig wird sich das nicht aufrechterhalten lassen, schon garnicht mit solchen hanebüchenen Begründungen.

    Wenn jemand wie das "Reformatorisch Dagblad" freiwillig entscheidet am Sonntag absolut ganz komplett geschlossen zu haben, ist das vielleicht etwas schrullig, aber völlig OK – der Versuch allerdings, einem kleinen Teil der Entertainmentindustrie den wahrscheinlich umsatzstärksten Wochentag zu entziehen, ist IMHO einfach nur Wettbewerbsverzerrung.

  12. x meint: (4.11.2007 um 12:34) AntwortenReply to this comment

    @ 7: Was Sie zu Hause machen, juckt in den Niederlanden keinen. Da können Sie Sexorgien zelebrieren, dem Islam nacheifern oder was auch immer. Oder eben im Internet surfen. Das steht jedem frei, solange es nur nicht gegen die Gesetze ist und die anderen nicht gestört werden.

    Bei ner Videothek ist es allerdings anders: da laufen in der Tat für jeden gut sichtbar Kunden rum, kommt es eventuell zu erhöhtem Straßenverkehr etc. Darüber freut man sich hier (Ausnahme Touristenzentren) wirklich nicht.

  13. NachtKind meint: (4.11.2007 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    Und was is dann mit Tankstellen?

  14. Luto meint: (4.11.2007 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    Ich habe mich schon über das Urteil in BaWü amüsiert und geärgert, dass die Richter in NRW da ähnlich denken wundert mich in der Tat. Meine Güte, in welcher Welt leben die? Damit machen sie es den Vor-Ort-Videotheken ja noch schwieriger. Denn übers Internet komme ich auch Sonntags an Filme ran. Das Angebot ist zwar noch recht bescheiden (maxdome & co), aber das ist bei solchen Urteilen dann nur noch eine Frage der Zeit.
    Nicht dass jemand meint ich hätte was gegen Gott, aber ich bin der Meinung, dass man es jedem selbst überlassen möchte, ob er Sonntags in die Kirche oder eben vor die Glotze geht. "Publikumsverkehr" ist übrigens auch bei solchen Festen wie Kerwe (Kirchweih!), vor allem Sonntag morgens beim Frühschoppen. Das sollte man dann am besten auch gleich abschaffen ;-)

  15. darph meint: (4.11.2007 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    12, 13
    Oder mit Banken? Ich kann mit meiner Geldkarte die Tür zum Vorraum aufschließen und mit den neueren Multifunktionsautomaten ja mittlerweile alles Mögliche machen, wofür ich vor ein paar Jahren noch zum Schalter mußte. Werden jetzt sonntags die Bankterminals abgeschaltet?

    Wie ist das mit Kippenautomaten? Da herrscht mithin ja auch reger Verkehr, sonntags.

  16. h.c. meint: (4.11.2007 um 12:55) AntwortenReply to this comment

    Apropos Banken: Sonntags kann man sich auch beim Online-Banking anmelden. Tankstellen sind auch offen, und dort können auch diverse Nahrungsmittel erworben werben. Und das Internet, insbesondere Amazon und Co., müsste man ebenso schließen.

    Hilfe!

  17. ParkRocker meint: (4.11.2007 um 13:03) AntwortenReply to this comment

    Ich kann das nicht nachvollziehen.
    Hier in Niedersachsen, ist es völlig normal, dass Videotheken am Sonntag geöffnet haben – sogar mit "lebendem Personal". ^^

  18. PeterPetersen meint: (4.11.2007 um 13:07) AntwortenReply to this comment

    Aber das ist doch gerade das Schöne an unserem Rechtssystem: Auch das OLG Düsseldorf vertritt nur eine Meinung. Und noch dazu eine semi-juristisch weltfremde.

  19. Mathias Schindler meint: (4.11.2007 um 13:14) AntwortenReply to this comment

    Die Konsequenz für den Automatenvideotheksbesitzer ist, eine Sonnenbank oder einen Treppensteiger dorthin zu stellen. Oder einen Geldautomaten mit UV-A-Kanone.

  20. h.c. meint: (4.11.2007 um 13:27) AntwortenReply to this comment

    @17 (ParkRocker),

    und das sicherlich auch erst, seit dem die FDP mit an der Regierung ist. *schleichwerbung schleichwerbung*
    ;)

  21. Markus meint: (4.11.2007 um 13:27) AntwortenReply to this comment

    Hmm, es gibt ja die sog. teleologische Auslegung.
    Und bei § 4 Ziff. 5 des Feiertagsgesetzes kann man aus den Beispielen doch eine gewisse Tendenz herauslesen.

    Was haben Sauna-, Bräunungs- und Fitnessstudios gemein?
    Andererseits dient das Feiertagsgesetz ja gerade dem Zweck, die Ausübung dieser Feiertage so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Kundenbewegungen bei einem Video-Automaten sind da schwer von denen bei den obigen drei Fällen zu unterscheiden.

  22. A. John meint: (4.11.2007 um 13:28) AntwortenReply to this comment

    Anders als an Bankautomaten halten sich Kunden, die Videofilme zunächst aussuchen und sodann – automatisiert – mieten, für eine gewisse Zeit in dem betreffenden Ladengeschäft auf, was eine typisch werktägliche Tätigkeit ist.
    Ich nehme an, der Richter war noch nie Sonntags an einem Geldautomaten im im Vorraum einer Bank, weil er nicht weis, wie er die Tür aufbekommt.
    Ist die Befähigung zum Richteramt eigentlich Voraussetzung, um derart hirnrissige Gedankengänge zu entwickeln?
    Oder reagiert hier ein Richter seinen Frust ab, weil er die Bedienungsanleitung seines DVD-Players nicht kapiert?

    @18: Aber das ist doch gerade das Schöne an unserem Rechtssystem: Auch das OLG Düsseldorf vertritt nur eine Meinung. Und noch dazu eine semi-juristisch weltfremde.
    Privat kann das Gericht ja meinen, was es will. Übel ist es nur, wenn Menschen gezwungen werden, sich an den Blödsinn zu halten.

  23. Dominik meint: (4.11.2007 um 13:41) AntwortenReply to this comment

    die leute, die bei der frage ob sie am sonntag konsumieren wollen "hier" schreien möchte ich mal sehen wenn es darum geht selber am sonntag zu arbeiten…

  24. h.c. meint: (4.11.2007 um 13:47) AntwortenReply to this comment

    @22 (Dominik),

    alles schon gemacht. Außerdem frage ich mich grad, ob man Maschinen wirklich mit Menschen vergleichen sollte.

  25. martin meint: (4.11.2007 um 13:56) AntwortenReply to this comment

    ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle kommentatoren hier verstanden haben, dass es um AUTOMATISIERTE videotheken geht (#3, #22).

  26. x meint: (4.11.2007 um 14:07) AntwortenReply to this comment

    @ 24: Ja. Es geht mir ja auch darum, dass eben kein Kundenverkehr stattfindet…Es soll einfach mal Ruhe einkehren in den Straßen etc.

  27. h.c. meint: (4.11.2007 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    Und warum?

    Und vor allem: Es besteht Sonntags kein Ausgangsverbot, und in den Innenstädten ist Sonntags nicht viel weniger los als Samstags. Nur sind die Leute dann wegen eines anderen Grundes da.

  28. Harald meint: (4.11.2007 um 14:14) AntwortenReply to this comment

    Was ist eigentlich mit Onlineshops? Ist es erlaubt dort zu schreiben, dass die Info & Bestellhotline auch am Sonntag besetzt ist?

  29. Meine Güte meint: (4.11.2007 um 14:15) AntwortenReply to this comment

    Warum erwähnt denn niemand die Terrorgefahr? Alles muß man selber machen:
    Da darf man sich nicht wundern, wenn das Anschlagsrisiko in Deutschland in wahnwitzige Höhen schnellt. Actionfilmentzug gepaart mit sonntagnachmittäglicher Langeweile ist eine ernstzunehmende Gefährdung der inneren Sicherheit und muß rigoros vernichtet werden.

  30. toebi meint: (4.11.2007 um 14:18) AntwortenReply to this comment

    wohne direkt an der Schweizer Grenze. Direkt an der Grenze hat ein Migros Detaillist sonntags geöffnet.

    Die müssen dreimal täglich das Nüdeli-Regal auffüllen.

    1000 Einwohner – vier Tankstellen – und trotzdem kommt der Tankzug jede Nacht – bei allen Tankstellen

    so isset ;-)

  31. textkoch meint: (4.11.2007 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    Ich habe überhaupt kein Problem mit geschlossenen Videotheken am Sonntag. Mag ja sein, dass es einiger jurisischer Klimmzüge bedarf, um ein entsprechendes Verbot aus den existierenden Gesetzen abzuleiten, aber mit welcher Begründung sollte man noch mehr Geschäftemacherei am Sonntag genehmigen? Die einzige Begründung heißt Turbokapitalismus, der vor keiner Lebenszeit, keiner Famiienstruktur, keinem Feierabend und keinem Feiertag mehr halt machen will. Irgendwann ist ja auch mal gut. Es haben schon zuviel Geschäfte zu lange und am Sonntag geöffnet. Sich so zu organisieren, um seine Belange und Einkäufe an normalen Tageszeiten an normalen Werktagen zu erledigen, sollte möglich sein. Ist es das – etwa aus beruflichen Gründen – nicht, wäre dies nur ein Beleg dafür, dass Arbeitszeiten eben vor nichts mehr halt machen. Da wird an der falschen Seite der Schraube gedreht. Die richterliche Aussage, dass es nicht zu den Grundrechten gehört, das spontane Wünsche auf der Stelle befriedigt werden müssen, ist in diesem Sinne pure Kapitalimuskritik. Sehr schön.

  32. Jörg meint: (4.11.2007 um 14:37) AntwortenReply to this comment

    Demnach müssten doch eigentlich auch Bankomaten an Sonn und Feiertagen nicht mehr in Betrieb sein. Ich hoffe die Richter kommen mal Sonntags in akute Geldknappheit ^^

  33. h.c. meint: (4.11.2007 um 14:41) AntwortenReply to this comment

    AHHHHHHHHHHHHH……………….

    "… aber mit welcher Begründung sollte man noch mehr Geschäftemacherei am Sonntag genehmigen?"

    Müssen wir neuerdings unsere Freiheit begründen? Wo leben wir denn???

    Ich hab übrigens auch kein Problem damit, Tankstellen Sonntags zu schließen. Oder Bäcker rund um die Uhr zu schließen. Oder oder oder zu schließen. Ich brauche diese Sachen nicht. Auch n tolle Argumentation…

    "Die einzige Begründung heißt Turbokapitalismus"

    Ah, sozialistisches Gedankengut. Das ist natürlich eine Begründung: Sozialisten brauchen für jedes Freiheitsrecht erstmal 'n Begründung.

  34. Ralph meint: (4.11.2007 um 14:41) AntwortenReply to this comment

    Das OLG Düsseldorf hat ganze Bevölkerungsschichten diskriminiert. Freitags muß auch alles geschlossen sein (Moslems) und Samstags wird auch nicht geöffnet (Juden).

  35. MM meint: (4.11.2007 um 14:55) AntwortenReply to this comment

    Irgendwie erinnert mich das ganze an Gesprächen in London vor 30 Jahren zwischen jüdischen Rechtsreferendaren, ob man am Sabbat mit der U-Bahn fahren darf, da das Einschieben des Fahrscheins in das Automat als Arbeit gelten könnte.

  36. Reinhard meint: (4.11.2007 um 14:56) AntwortenReply to this comment

    Ahhh, glücklich ist der, der anderen vorschreiben kann, wie sie zu leben haben! Jubel, jubel, halleluja!

  37. Schulzki meint: (4.11.2007 um 15:00) AntwortenReply to this comment

    Die, die keiner Religionsgemeinschaft angehören – und deren gibt es in NRW auch reichlich – leiden auch mit.

  38. martin meint: (4.11.2007 um 15:46) AntwortenReply to this comment

    @30: => #24

  39. textkoch meint: (4.11.2007 um 16:15) AntwortenReply to this comment

    @37: Habe ich irgendwas von armen Leuten gesagt, die Sonntags arbeiten müssen? Es geht mir ganz grundsätzlich um das Primat der Gewinnmaximierung gegenüber dem Primat des Feiertags.
    @32: Ist das nicht lustig? Wann immer man der Aufassung ist, nicht alles (wie zum Beispiel Feiertagstraditionen) habe sich der Idee unendlicher Gewinnmaximierung unterzuordnen, steht man sofort unter Sozialismusverdacht. Klar, pöse Sozialisten wollen einen immer nur gängeln. Das Grundrecht auf 190 km/h wollen die jetzt ja auch abschaffen und dann diese kommunistischen Nichtrauchergesetze…viel zu tun für liberale Freiheitskämpfer.

  40. Lurker meint: (4.11.2007 um 16:31) AntwortenReply to this comment

    @38:

    Naja, wenn die Gängelung unter dem Deckmantel der Sozialromantik ihr häßliches Haupt hebt, sollte man schon darauf zeigen dürfen… es ist nunmal so, daß die "sozialen" Parteien federführend bei der Bürgerbevormundung und bei der Durchsetzung sinnloser Regelungen sind.

  41. henteaser meint: (4.11.2007 um 17:02) AntwortenReply to this comment

    @Stefan (Kommentator Nr. 8):

    "Ich kenne einen Videothekenbesitzer. Der macht mit den Filmen bis 16 Jahren nur noch Minus. Kann Sie aber nicht abschaffen, weil in eine reine Pornovideothek keiner reingeht."

    Klingt nach der falschen Branche.

    "Er sagt noch max 1 Jahr dann meldet er alles ab und macht Hartz4 und wartet auf seine Rente. "

    Und ginge es sozialer zu in diesem Land, würde er nicht unter seiner '<a href="http://www.umwaelzung.de/workno.html&quot; rel="nofollow">Arbeitslosigkeit</a>' leiden müssen, sondern würde sein freigewordenes Leben fröhlich nutzen. Zum Beispiel könnte er sich Filme in der Automaten-Mediathek ausleihen.

    "Die ganzen Automaten funktionieren vieleicht in Japan aber nicht hier in DE."

    Dein Beispiel zeigt, dass Automaten eben doch funktionieren: Sie nehmen der Menschheit nämlich stumpfsinnige Tätigkeiten ab.

    Ich bins schon gespannt, wie laut das Heulen und Zähneknirschen der im Arbeitstrott gefangenen Mitmenschen sein wird, sobald erst einmal großflächig 'vollautomatische' Tankstellen oder Kassensysteme zum Einsatz kämen.

  42. A. John meint: (4.11.2007 um 17:13) AntwortenReply to this comment

    @38: Wann immer man der Aufassung ist, nicht alles (wie zum Beispiel Feiertagstraditionen) habe sich der Idee unendlicher Gewinnmaximierung unterzuordnen
    Wer oder was muss sich denn durch den Betrieb automatisierter Geschäftsvorgänge (wie auch immer) unterordnen?
    Ich habe heute z.B. via Onlinebanking schon eine Rechnung bezahlt und in einem Onlineshop Hundefutter bestellt. Mein Stromlieferant hat heute ebenfalls schon an mir verdient, weil ich u.a. meinen Kühlschrank sonntags laufen lasse. Telefoniert habe ich heute auch schon.
    Mir wird ganz schwindelig bei dem Gedanken, wer heute schon alles Geld durch mich verdient hat.
    Was bin ich froh, Nichtraucher zu sein, sonst käme ich vielleicht noch auf die Idee zum Zigarettenautomat zu gehen.

  43. ben meint: (4.11.2007 um 17:21) AntwortenReply to this comment

    Sofern sie nicht besonders erlaubt sind? Was steht dem entgegen, sie zu erlauben? Ach so, Antrag stellen und Gebühren bezahlen!

  44. ben meint: (4.11.2007 um 17:23) AntwortenReply to this comment

    Wollte nur mal anfragen, wann das Flugverbot am Sonntag kommt. Das dauernde Starten und Landen raubt mir die äussere Ruhe, und das Wissen, dass da Leute in den Urlaub fliegen, raubt mir die innere Ruhe.

  45. ben meint: (4.11.2007 um 17:36) AntwortenReply to this comment

    @38 textkoch, wer entzieht dir denn das Recht auf deinen Feiertag? Und warum soll die Gewinnmaximierung nicht auch an Wochentagen unterbunden werden? Warum arbeitest du denn unter der Woche? Um deinen Gewinn zu maximieren?

  46. Harald meint: (4.11.2007 um 17:37) AntwortenReply to this comment

    Ich finde auch doof, dass das Internet Sonntags noch erreichbar ist. Kann man das nicht Sonntags abschalten?

  47. ben meint: (4.11.2007 um 17:40) AntwortenReply to this comment

    "Wünsche einen schönen Kirchgang gehabt zu haben" Was? Das stört meine sonntagliche Ruhe, ich wohne in der Nähe einer Kirche. Warum arbeiten Pastoren überhaupt am Sonntag, wohl zur Gewinnmaximierung?

  48. Herr T. meint: (4.11.2007 um 18:19) AntwortenReply to this comment

    Darf man eigentlich am Sonntag bloggen?

  49. h.c. meint: (4.11.2007 um 18:32) AntwortenReply to this comment

    @38 (textkoch),

    es geht um die Formulierungen.

    „Feiertagstraditionen“. Gehen wir doch mal zurück zu unserem Ursprung und feiern bzw. gedenken jeden Tag, wo es was zu feiern oder gedenken gibt. Fraglich natürlich, ob man dann noch Zeit zum Arbeiten hat.

    @39 (Lurker),

    so sieht es aus.

    @43 (Ben),

    Bahnfahren nicht vergessen.

    @47 (herr T.)

    Aber nur wenn es nicht kommerziell ist.

  50. feier tag meint: (4.11.2007 um 19:06) AntwortenReply to this comment

    *hüstel* meine Eltern sind bis heute als Ärzte tätig , sowohl im Krankenhaus als auch im Praxisbetrieb , ich glaube , da war schon mancher froh , dass die nicht auf freien WEs bestanden haben .
    Ich hab jahrelang Sonn-und Feiertags gearbeitet , wenn man dafür an anderen Tagen frei bekam ? Was solls umso besser !! Einkauf und Freizeit gestalten sich gerade dann meist viel stressfreier .
    Ich hoffe nur , all diese Pro-Sonntagsruh-Schreier gehen am Sonntag selbst nicht ins Restaurant …könnt ja noch jemand Geld mit verdienen …wie abscheulich !!

  51. Rotkäppchen meint: (4.11.2007 um 19:21) AntwortenReply to this comment

    also selbst bei uns in Bayern sind die Schuppen Sonntags offen.

  52. textkoch meint: (4.11.2007 um 20:09) AntwortenReply to this comment

    Hui, was kann an doch für Wallungen auslösen, nur weil man den freien Markt nicht für den Weisheit letzten Schluss hält und Gewinnmaximierung (schönes Wort, gell?) nicht für das Maß allen Handelns. Und @48: Interessanter Hinweis. Ein zünftig organisierter Handwerker des Mittelalters hatte mit allen kirchlichen und weltlichen Feiertagen in der Tat mehr Jahresurlaub als ein stramm gewerkschaftlich organisierter Facharbeiter heute. (Los jetzt, scnell schreiben, dass ich zurück ins Mittelalter will, weil es da so toll war…)

    Ich komme mir manchmal vor, wie weiland Erhard Eppler (Sozialist?!), der in seiner Funktion als Entwicklungshilfeminister Anfang der 70er Jahre mal die rhetorische Frage aufwarf, ob man wirklich 150 Wurstsorten brauche, um glücklich zu sein. Am nächsten Tag hieß es auf dem Boulevard "SPD-Minister will Einheitswurst."

  53. h.c. meint: (4.11.2007 um 20:25) AntwortenReply to this comment

    Na klar: Sie wollen "Traditionen" (hier: Feiertagstraditionen) pflegen. Wäre jeder der Meinung würden wir heute wirklich noch im Mittelalter leben.

  54. Jossi meint: (4.11.2007 um 20:51) AntwortenReply to this comment

    @textkoch: Sie wollen anscheinend nicht verstehen, um was sich die Diskussion dreht. Ihre politischen Ansichten sind Ihnen gegönnt und mir herzlich egal. Es geht darum, dass Sie anderen Menschen etwas verbieten wollen, weil es Ihnen (aus welchen Gründen auch immer) nicht passt. Und dass andere Menschen (ich zum Beispiel) keine Lust haben, sich von Ihnen etwas verbieten zu lassen. Man nennt das "Freiheit". Und wenn ich "Freiheit" sage, denke ich dabei nicht an den freien Markt, sondern an mein Recht, das zu tun, wozu ich lustig bin (solange ich damit niemand anderem schade).

  55. Reinhard meint: (4.11.2007 um 20:57) AntwortenReply to this comment

    Werter textkoch,

    Sie mögen doch bitte die Kirche im Dorf lassen. Es geht hier um den Betrieb von automatisierten Videotheken am Wochenende. Um mehr nicht! Warum Sie meinen, dies zum Anlass für einen gewaltigen Rundumschlag nehmen zu müssen, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben. Oder anders ausgedrückt …

    Was hat Ihre Kritik am freien Markt und der Heiligen Kuh "Profit" (die ich in anderem Zusammenhang durchaus teile), mit der Möglichkeit, am Sonntag Videos einem Automaten entnehmen zu können, zu tun? Meinen Sie nicht, dass Sie hier ein "klitzeklein wenig" über das Ziel hinausschiessen? Ich musste, ganz ehrlich, bei Ihrem Ausgangsposting schon etwas lachen.

  56. thogo meint: (4.11.2007 um 21:45) AntwortenReply to this comment

    Und wann machen die Pfaffen endlich ihre Kirchen am Sonntag dicht?

    Denn durch die Öffnung ihrer Ladengeschäfte (Kirchen) an Sonn- und Feiertagen für den Kundenverkehr und die Vermittlung von Dienstleistungen (Beichte, Gottesdienst …) üben die Pfaffen nach außen erkennbar ihre gewerbliche Tätigkeit und damit öffentlich erkennbare Arbeit aus.

    Der Kirchenbesuch dient zwar dem Freizeitvergnügen der Kunden an Sonn- und Feiertagen. Sie müssen diese zu diesem Zweck aber nicht notwendigerweise auch an diesen Tagen in einer Kirche durchführen, sondern die Tempel können auch werktags besucht werden. Die zum Schutz der Sonntagsruhe getroffenen gesetzlichen Regelungen sind nicht davon abhängig, dass spontane Gebetswünsche auf der Stelle befriedigt werden müssen.

  57. h.c. meint: (4.11.2007 um 21:48) AntwortenReply to this comment

    Gebete können zudem auch außerhalb der Kirche erledigt werden.

  58. Fred meint: (4.11.2007 um 22:05) AntwortenReply to this comment

    Oh je, das ist schon ein seltsamer Fehltritt seitens des OLG. Ich kann nur hoffen, dass es der Kläger auf eine Verfassungsbeschwerde ankommen lässt.

    Ob das BVerfG ihm allerdings recht geben, oder ob man in Karlsruhe stattdessen mit einem "was er mit dem Sonntag macht, bleibt dem Gesetzgeber überlassen" antworten würde, steht natürlich in den Sternen ;)

  59. Kand.in.Sky meint: (4.11.2007 um 22:07) AntwortenReply to this comment

    Wird Sonntags nun das Internet abgeschaltet?

    #k.

  60. corax meint: (4.11.2007 um 22:37) AntwortenReply to this comment

    OT

    Gerade in der ARD hat Frau Kann Nich zum wiederholtem male einen Studiogast mit Prinz von Preussen angesprochen, obwohl der Adel in Deutschland seit 1919 abgeschafft ist. Damit wird offen die Verfassung in Frage gestellt und die Wiedereinführung der Monarchie propagiert. Protestiert jemand?

  61. A. John meint: (4.11.2007 um 23:27) AntwortenReply to this comment

    @51: Ein zünftig organisierter Handwerker des Mittelalters hatte mit allen kirchlichen und weltlichen Feiertagen in der Tat mehr Jahresurlaub als ein stramm gewerkschaftlich organisierter Facharbeiter heute.
    Ich plädiere für die Gründung einer Automatengewerkschaft.
    Jeder Automatenpark mit mehr als 10 Automaten muss einen frei gewählten Automatenrat haben.
    Ich bin auch für gesetzlich geregelte Automatenlaufzeiten.
    Nachtbetrieb für sich in der Einlaufphase befindende Automaten wird verboten.
    Jeder Automat hat im Störungsfall Anspruch auf unterbrechungsfreie Stromzufuhr und Wartung durch einen qualifizierten Techniker.
    Es sollte auch ein Ausmusterungsschutzgesetz geben.
    Stillgelegte Automaten haben Anspruch auf Modernisierung um ihre Chance auf Reaktivierung zu erhöhen.
    Ältere, aber noch lauffähige Automaten dürfen nicht verschrottet werden. Sie haben Anspruch auf eine würdige Zerlegung und Weiterverwendung gebrauchsfähiger Teile bei verminderter Beanspruchung.
    So ein Automat ist ja auch nur ein Mensch und der wird bekanntlich verrentet und nicht erschlagen.

  62. textkoch meint: (4.11.2007 um 23:50) AntwortenReply to this comment

    @53 & 54: Ich will ja gar nichts verbieten, sondern finde lediglich eine Gerichtsentscheidung gut, die einfach mal grundsätzlich sagt, dass nicht alles am Sonntag machbar ist, was sich Kaufleute so wünschen und die sofortige Erfüllung von Konsumgelüsten sei kein geschütztes Grundrecht. Sieh an,habe ich gedacht, was man aus so einer Detailfrage ableiten kann. Find ich gut.

    So richtig in Wallung brachte mich aber nicht der eigentlich Anlass (automatisierte Videotheken), sondern erst die Behauptung, meine zustimmunden Ausführungen zu besagter richterlicher Begründung stelle sozialistisches Gedankengut dar, weswegen man sie ja nicht so recht ernst nehmen müsse.
    Ansonsten haben Sie natürlich recht: Ob diese Videotheken nun da sind oder nicht, macht den Sonntag weder ruhiger noch unruhiger ud ist insofern auch egal

    Aber an der Frage, was man am Feiertag an geschäftlicher Betätigung erlauben will und was nicht, kann man eben schon ablesen, welche Werte eine Gesellschaft für wichtig erachtet. Ich meine eben, es ist nicht alles dem freien Markt zu überlassen und bei solchen Kleinigkeiten fängt es nun mal an. Aber damit ist jetzt von meiner Seite wirklich alles dazu gesagt.

  63. Skoll meint: (4.11.2007 um 23:50) AntwortenReply to this comment

    Das Wort "frei" meint natürlich nicht die Freiheit aller, sich zu vergnügen, solange sie niemanden schaden, sondern die Freiheit weniger anderen vorzuschreiben wie sie sich zu vergnügen haben.

  64. sebausat meint: (5.11.2007 um 09:06) AntwortenReply to this comment

    Turbokapitalismus? nein.
    Durch Sonntagsausborgen erspart man sich ja im endeffekt geld wenn man nicht über wochenende ausborgen MUSS.
    Und wer bitte sagt dass man auf dem weg zur kiche nicht einen film ausborgen soll, den man dann in der trauten familie ansehen kann?
    Pornos krieg ich günstiger übers internet, aber Filme die man – spontan – mit der ganzen Familie zusammen anschauen kann nicht – außer man bewegt sich in rechtsgrauen oder verbotenen gebieten.

    Ich frage mich ja schon lange warum es noch keine automatensupermärkte mit onlinereservierungen gibt.
    Online einkaufen und dann vorbeifahren oder per boten oder post je nach vorhandener zeit abholen.

    diese haarspalterei automat drausen/in räumen ist genauso schwachsinnig wie ein rauchverbot in gut klimatisierten gaststätten – bin selbst semi-militanter nichtraucher. Und die Heizstrahler vor der Tür sorgen dann für insgesamt besseres Klima.

    Vielleicht sollte der Videotekbesiter einfach eine Wand herausreisen und versenkbare wände einbauen. Sonntags is es dann halt ein bisschen kalt.

  65. TheDoctor meint: (5.11.2007 um 09:38) AntwortenReply to this comment

    Herrje, Richter halt…
    …ausserdem, da es Wettbewerbswidrig war ist es eh' nur eine Keilerei unter Geschäftsleuten.

    Der Ladenschluß war auch mal sakrosankt…und es war böse ihn aufzuheben…und der Untergang des Abendlandes war nahe.

    Und als er aufgehoben wurde stand ich um 19:00 Uhr mit lauter glücklichen Arbeitnehmern and er Kasse alle waren froh endlich nicht mehr hetzen zu müssen. Und die Damen an der Kasse mussten auch nicht plötzlich 12 Stunden arbeiten sondern sich entscheiden wann sie Arbeiten wollen, wie fast alle Industriearbeiter auch.

  66. MEZ meint: (5.11.2007 um 09:39) AntwortenReply to this comment

    Automat ist Automat. Wo ist denn bitte sehr der Unterschied ob aus dem Automat Kondome, Zigaretten, Geld oder DVDs kommen.

    Die ersteren dienen ja auch dem Freizeitvergnügen und könnten auch unter der Woche erworben werden.

    Schwachsinnige Argumentation der Richter. Da sollte mal lieber jemand was gegen die religiösen Fanatiker unternehmen die am Sonntag morgen wie wild die Glocken läuten und sich dann in Scharen und laute Lieder gröllend in Kirchengebäuden versammeln.

  67. gestaltungsmetzger meint: (5.11.2007 um 10:05) AntwortenReply to this comment

    so sieht das aus… wenn man dem argument folge leisten wollte, müssten sonntags ja alle automaten ausgeschaltet werden – also auch z.b. bankautomaten. also manchmal kann man über solche juristen echt nur den kopf schütteln…

  68. 321 meint: (5.11.2007 um 10:25) AntwortenReply to this comment

    Ihr könnt ja alle meckern so viel wie Ihr wollt – aber ich bin auch grundsätzlich für die Sonntagsruhe.

    Viele können schon nicht mehr abschalten – und da hilft ein Tag der Ruhe.
    Natürlich wird es davon immer Ausnahmen geben. Die hat auch die so böse katholische und evangelische Kirche immer erkannt und bestätigt.

    Auch das Judentum hat dies immer festgestellt – das immerhin letztlich den Sabbat erfunden hat.

    Ohne eine Struktur und Ordnung zwischen Arbeit und Entspannung – Werktag und Feiertag – gehen Menschen in der Regel eben kaputt.

    Nicht umsonst ist BurnOut zu einem solchen Problem geworden – gerade weil eine vernünftige (nach meiner Auffassung durchaus gottgewollte Ordnung) immer mehr zerfleddert wird.

  69. WakeAlan meint: (5.11.2007 um 10:59) AntwortenReply to this comment

    @67 (321)

    Es ist ja nett, dass du dir Sorgen um die Sonntagsruhe machst. Nur: so einem Automaten ist es recht egal, welcher Wochentag gerade ist, und ich halte es für sehr vermessen, Menschen vorschreiben zu wollen, wie sie ihren Sonntag zu verbringen haben.

  70. micha42 meint: (5.11.2007 um 11:03) AntwortenReply to this comment

    Ihr seid alle so uneinsichtig: DVD-Automaten brauchen einfach auch mal ihren allwöchentlichen Ruhetag. Umgekehrt wird ein Schuh draus: auch Geld- und Zigarettenautomaten sollten demnächst sonntags schließen. Das wäre ihnen gegenüber sonst unfair!

    P.S. Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

  71. Asz meint: (5.11.2007 um 11:51) AntwortenReply to this comment

    1.Wie wäre es mit der Ruhe am 7. Tag? Damit wäre allen geholfen. Es muß ja nicht der Sonntag sein.
    Ich habe in meinem Arbeitsleben auch schon an Sonntagen gearbeitet und mich auf entspannten Einkauf und andere Erledigungen im Arbeitzeitausgleich wochentags gefreut.

    2.Diese Sonntags- und auch Feiertagsruhdiskussion ist reine Augenwischerei. Wie war denn das früher mit dem Dienstpersonal in bürgerlichen Haushalten? Die mußten Sonntags auch arbeiten. Wenn sie Glück hatten, gab's nachmittags 'ne Stunde frei…
    Und jetzt?
    Wenn wir wirklich die "Sonntagsruhe" ganz ernstnehmen würden, müßten zu erst bitte mal die Kirchen ihr Glockengeläut lassen. Das geht mir sowas von auf den Keks!
    Und dann? Wäre ja echt mal gespannt, wie das aussähe. Ohne Heizung und Warmwasser ist es im November ziemlich kalt. Mit dem Essen gäbe es auch jede Menge Probleme. Gesundheit klang hier schon an. (Restaurents etc.)
    Ich bin auch nicht für uferlose Verfügbarkeit der Menschen als Arbeitskraft an jedem Tag der Woche rund um die Uhr. Aber ich habe es echt satt, immer wieder dieses formalistische Gelaber zu hören/ lesen. Wann passiert der meiste Zoff in den Familien? Am Wochenende und zu Weihnachten – Warum???
    Ich denke, es wird Zeit, für differenzierte Diskussionen. Die alten Schlagwörter glaubt einem heute kein Mensch mehr. Weil die Lebenswirklichkeit für die meisten Leute eine andere ist und auch schon immer war.
    – sorry, mußte mal sein –

    3. im übrigen – Online Banking – man kann zwar mit dem Programm Dinge treiben, aber die Bank tuts dann nicht am Sonntag.
    D.h. mensch kann zwar Überweisungen et c. beauftragen, aber die werden dann von der Bank erst am Montag gemacht. Was ziemlich ärgerlich werden kann, wenn mensch nicht dran denkt.
    (muß eigentlich Abrechnungen machen und schleiche mich hier sowas von herum… *kopfschüttel*)

  72. flx meint: (5.11.2007 um 12:06) AntwortenReply to this comment

    Also ich finde es klasse, daß mein DVD Verleiher am Sonntag geschlossen ist. So kann man von Sa. auf Mo. ausleihen und hat einen Tag länger Zeit :)

  73. Schaffi meint: (5.11.2007 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    irgendwie ist das alles lebensfremd. die selbstgefälligen richter, die der meinung isnd, man kann doch die DVD schon ein paar tage früher ausleihen, wenn man sie dann sehen will (ein richter macht dies bestimmt) und letztendlich die für niemanden mehr nachvollziehbare begründung, warum automaten nicht mehr betrieben werden dürfen, wenn sie in videotheken stehen. die normative kontrolle ist doch zur selbstgefälligkeit geworden.

  74. Skoll meint: (5.11.2007 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    @71 /flx)
    Das ist natürlich sehr schön solange man dann nicht für diesen Tag zahlen muss.

  75. flx meint: (5.11.2007 um 12:57) AntwortenReply to this comment

    @73(Skoll): So war das natürlich gemeint…

  76. tr meint: (5.11.2007 um 13:55) AntwortenReply to this comment

    anderer blickwinkel:

    haben videotheken mit automaten am sonntag und feiertag geöffnet, andere aber nicht, wird es bald nur noch videos aus den automaten geben, denn die mit personal sind eigentlich überflüssig und nicht mehr rentabel. es ist sozusagen eine wettbewerbsverzerrung zu lasten der kleinen betriebe.

  77. Peter Schaefer meint: (5.11.2007 um 13:56) AntwortenReply to this comment

    @70 asz
    "Wenn wir wirklich die “Sonntagsruhe” ganz ernstnehmen würden, müßten zu erst bitte mal die Kirchen ihr Glockengeläut lassen. Das geht mir sowas von auf den Keks!"

    Du brauchst ganz dringend erst mal eine Runde Fredl Fesl:

    "Jedoch kann man sich nicht beschwer'n,
    über den frommen Gotteslärm
    in unser'm Staat sind alle gleich,
    doch d' Kirch gehört zum Himmelreich"

    In diesem Sinne …

  78. Stefan W. meint: (5.11.2007 um 15:59) AntwortenReply to this comment

    @75: Ne, ne – da ist das Urteil aber falsch, denn es verbietet die Automaten ja nicht Mo-Sa, wo sie den lebenden Werktätigen Konkurrenz machen.

    Verkehr:
    ========
    Dann muß man schon eine Gesamtrechnung aufmachen, ob die Videoausleiher nicht nur kurz zur Videothek fahren und zurück, oder ob gelangweilte Wochenendler, die kein Video bekamen, dann nicht ins Kino fahren oder in den Zoo, ins Schwimmbad oder Theater, wo sie ähnlich viel oder mehr Verkehr verursachen.

    Bahnhofsautomaten:
    ==================
    Kenn ich gar nicht. Nur Läden mit echten Angestellten.

  79. h.c. meint: (5.11.2007 um 17:35) AntwortenReply to this comment

    @61 (textkoch),

    „Ich will ja gar nichts verbieten, …“

    LOL!

    Da es nix verfassungsmäßiges ist müssen wir halt eine einfachgesetzliche Regelung finden (bzw. entgegenstehende abschaffen). Und da Sie ja nix verbieten wollen haben Sie damit dann ja kein Problem…
    Entsprechende Anträge sind bei uns auch schon ausgearbeitet und zum Teil beantragt wurden. Und wer hats oft zerstört? Entweder die Linken die bestimmen wollten, wann Verkäufer ihre 42h-Arbeits-Woche zu verteilen haben, und die christ-konservativen von wegen dem heiligen Sonntag.

    @64 (TheDoctor),

    richtig, und: Es gibt keine jaulenden Tante-Emma-Laden die sich über schwindenden Umsatz beschweren, denn wer dort hin geht hat eh andere Gründe als die Öffnungszeiten. Bei uns haben einige Supermärkte bis 22 Uhr offen, manche bis 20 Uhr. Funktioniert alles wunderbar, und auch ich habe nicht gehört das irgendwelche Arbeitnehmer jetzt 12 Stunden pro Tag arbeiten müsste.

    @67 (321),

    ich kenn genug Leute, die haben fast NIE Sonntagsruhe. Dafür aber Montag oder Dienstag, oder Samstag… denen geht’s auch gut! 35/40/42h-Wochen sind 35/40/42h-Wochen, ob diese nun von Montag bis Freitag oder Sonntag bis Freitag oder sonst was abgeleistet werden.

    @75 (tr),

    warum sollen die es dann nicht schon über die Woche machen? Spricht da was dagegen?

    Ihr Argument versteh ich irgendwie überhaupt nicht…

  80. tr meint: (5.11.2007 um 18:29) AntwortenReply to this comment

    @77

    wenn ein dienstleister sieben tage die woche rund um die uhr waren anbietet, bei denen seine bemannte konkurrenz nur sechs tage pro woche anbieten _darf_ und dann möglicherweise auch nicht 24 h am tag anbieten kann, sehe ich einen klaren wettbewerblichen vorteil bei einem der anbieter, den dieser z.b. über die preise an seine kunden weitergeben könnte, womit wir bei einem weiteren wettbewerbsvorteil wären, der aus den unterschiedlichen öffnungszeiten resultiert.

    man sollte also zumindest beiden anbietern die möglichkeit geben, genauso lange und zu den gleichen zeiten die leistung anzubieten.

  81. h.c. meint: (5.11.2007 um 18:32) AntwortenReply to this comment

    Ich kenne Einzelhändler, die können Samstag nur halbtags öffnen und Montags schließen!

    Also los: Samstag das Öffnungsrecht massiv einschränken, Montag das Schließen vorschreiben!

    Hurra, wir leben im Sozialismus!

  82. tr meint: (5.11.2007 um 18:40) AntwortenReply to this comment

    #79
    offenbar ist ihnen entgangen, daß ich nicht davon gesprochen habe, etwas einzuschränken, sondern nur davon, allen anbietern die gleichen möglichkeiten einzuräumen.

    und als zusatz für die fdp´ler: von mir aus auch sieben tage die woche.

  83. h.c. meint: (5.11.2007 um 18:59) AntwortenReply to this comment

    Sie sprachen von "kann". Zumindest teilweise.

  84. Skoll meint: (5.11.2007 um 20:01) AntwortenReply to this comment

    Wie ist das eigentlich wenn eine Videothek eine Drop-In Box anbietet bei der Kunden außerhalb der Öffnungszeiten Filme abgeben können?

    @78 (tr) Tscha, wenn der eine Anbieter keine Roboter beschäftigen kann, dann muss der ander Anbieter doch nicht darunter Leiden.
    Ausserdem was spräche denn dagegen, wenn der eine Anbieter die Preise gegenüber den Kunden bei gleicher Dienstleistung senken würde, weil er dazu aufgrund der Automaten in der Lage ist, die sicher auch nicht Umsonst waren.
    Mich würde das sehr freuen.

  85. Balu meint: (5.11.2007 um 22:19) AntwortenReply to this comment

    Das wird lustig. Wir haben hier eine Tankstelle mit so einem Automaten-Verleihdings :-)…

  86. textkoch meint: (5.11.2007 um 23:38) AntwortenReply to this comment

    @h.c.: Sozialismus ist, wenn Sonntags die Geschäfte zu bleiben müssen, nicht wahr? Ihre eher rustikale Sozialismus-Definition fängt langsam an, mich zu nerven.

  87. tr meint: (6.11.2007 um 09:31) AntwortenReply to this comment

    @82

    nichts spricht dagegen. ich bin nur gegen eine unterschiedliche behandlung beider anbieter bei den öffnungszeiten durch den gesetzgeber. denn diese unterschiedliche behandlung ist meines erachtens wettbewerbsverzerrend.

  88. Jens meint: (6.11.2007 um 10:27) AntwortenReply to this comment

    "Was ist eigentlich mit Onlineshops? Ist es erlaubt dort zu schreiben, dass die Info & Bestellhotline auch am Sonntag besetzt ist?"

    Hmm … Eine neue Geschäftsidee für Auto- und Möbelhäuser: "Sonntags nur Besichtigung, keine persönliche Beratung, kein Verkauf. Telefonische Beratung und Bestellannahme über die bereitstehenden Kundentelefone."

  89. h.c. meint: (6.11.2007 um 11:54) AntwortenReply to this comment

    @84 (textkoch),

    die Begründung "Am Sonntag müssen ALLE Ruhe halten" ist sozialistisch (oder eben religiös). Es gibt keinen Grund, warum jemand statt Sonntag Dienstag seinen Ruhetag nimmt. Eine Verkäuferin die 42h pro Woche arbeitet arbeitet 42h pro Woche. Das linke Getue, als würde sie dann plötzlich 8 Stunden mehr in der Woche arbeiten ist absoluter Blödsinn.

  90. h.c. meint: (6.11.2007 um 12:58) AntwortenReply to this comment

    Es gibt keinen Grund, warum jemand statt Sonntag Dienstag seinen Ruhetag nimmt.

    <– das sollte natürlich "nicht nehmen sollte" heißen.

  91. Asz meint: (6.11.2007 um 13:32) AntwortenReply to this comment

    @Peter Schaefer – verflixt!!!

  92. tr meint: (6.11.2007 um 13:58) AntwortenReply to this comment

    @90
    was denn nun, religiös (oder meinen sie christlich?) oder sozialistisch? oder ist das nach ihrer ansicht in einen topf zu werfen?

    übrigens ist die sonntagsruhe in der verfassung geregelt, Art 140 GG iVm mit Art 139 der weimarer verfassung. nach ihrer argumentation haben wir somit eine sozialistische verfassung, eine verfassung, auf deren enthaltene grundrechte sie so gerne pochen.

  93. h.c. meint: (6.11.2007 um 14:04) AntwortenReply to this comment

    @93 (tr),

    das kommt drauf an wie man es genauer begründet:

    Entweder man sagt "Das will Gott so!", dann ist es religiös (in diesem Falle christlich, bei den Juden müsste es der Freitag sein etc. pp.)

    Oder man sagt "Das will die Mehrheit so!", dann ist es sozialistisch (faktisch die Diktatur der Mehrheit und damit eben nicht demokratisch). Zumindest theoretisch, in der Praxis entscheidet eh der Herr Diktator oder die Partei, was das Volk will, selbst wenn es das nicht will.

  94. Asz meint: (6.11.2007 um 14:20) AntwortenReply to this comment

    @h.c. – ähäm, ich habe in der DDR an Sonntagen gearbeitet. Und da gab es noch die Einkaufssonntage vor Weihnachten (im Advent). Das waren einige der ersten Abschaffungen nach der Wende (wegen der heiligen Sonntagsruhe) – andere waren Nichtrauchergaststätten und Nichtraucherzeiten sowie – zonen in Restaurents (das war für die Freiheit). Der Kampf um die Früh-, Spät- und Sonntagsverkaufstellen wurde auch nicht überall gewonnen.
    Also – differenzieren bitte (schrieb ich das nicht schon Mal?)

  95. tr meint: (6.11.2007 um 14:26) AntwortenReply to this comment

    @h.c.

    ist jetzt merkel der "diktator" oder wer ist "die partei"?

    oder bezogen auf die fdp:
    westerwelle=diktator, die partei interessiert nicht, was ihre wähler wünschen?

    oder sind sie ausgewandert?

  96. h.c. meint: (6.11.2007 um 14:49) AntwortenReply to this comment

    @95 (asz),

    was hab ich von der DDR gesagt?

    @96 (tr),

    Das Verbot ist uralt und muss abgeschafft werden.

    Dr. Westerwelle ist kein Diktator, und uns interessiert was unsere Wähler wünschen. Wir haben aber unsere Meinung – wer damit nicht einverstanden ist braucht uns ja nicht wählen. Wir verändern im Gegensatz zur SPD nicht jedes Jahr die Meinung.

  97. tr meint: (6.11.2007 um 14:59) AntwortenReply to this comment

    @97

    "Das Verbot ist uralt und muss abgeschafft werden."

    oha, doch nicht wieder einer, der mal schnell die verfassung ändern will.

    "Wir verändern im Gegensatz zur SPD nicht jedes Jahr die Meinung."

    :-) stimmt, gefühlt ist das öfter ;-)

    nichts für ungut, muß noch arbeiten und ist wohl nun ausdiskutiert, aber schönen tag noch.

  98. h.c. meint: (6.11.2007 um 15:15) AntwortenReply to this comment

    Nicht "mal schnell" sondern aus gutem Grund…

  99. Sev meint: (6.11.2007 um 18:40) AntwortenReply to this comment

    Wann begreifen die Menschen endlich, daß es sowas wie "Gott" in Person nicht gibt?! Und selbst wenn, dann interessiert es ihn nicht die Bohne, ob da 'ne Videothek am Sonntag Filme verleiht. Wenn er so groß ist, daß er alles geschaffen hat, dann ist ihm so eine kleine Videothek absolut banane.

    Man, immer diese religiös gerechtfertigte Borniertheit. Ich dachte wir leben im 21. Jahrhundert???

    Jaja, glaubt ruhig an euren Gott! Aber lasst uns Agnostiker und Atheisten, die wir nicht an ihn/sie/es glauben, weil wir nicht wissen (können) ob er/sie/es existiert, bitte unser Leben leben, wie WIR es für richtig halten. Wenn ich am Sonntag arbeiten will, dann ist das gefälligst MEINE Sache. Meiner Meinung nach steht es außerhalb der Befugnis irgendeiner beknackten Kirche oder gar irgendeines Gottes, dessen Existenz mir am Allerwertesten vorbei geht, mir vorzuschreiben, wann ich was machen darf. Irgendwelchen Schlechtern und Regierungsoberhäuptern ist das auch pups egal… die bombardieren und terrorisieren ihre Feinde auch am Sonntag.

    Kommt endlich mal aus eurem Mittelalterdenken heraus! Wir leben nicht mehr zu Zeiten der Inquisition, wo man aufpassen musste, was man sagt! Wahrscheinlich gibt es den lieben Gott nicht, genau so wenig wie Allah, Jahwe, Satan, Zeus, Odin oder wie sie sonst alle heißen. Und wenn es ihn/sie/es doch gibt (ich schließe es nicht aus!), dann werden wir niemals in der Lage sein, seine/ihre Existenz nachzuweisen. Punkt, aus!

  100. Peter Schaefer meint: (6.11.2007 um 20:38) AntwortenReply to this comment

    @101
    "… bitte unser Leben leben, wie WIR es für richtig halten."

    Das beruht aber doch letztendlich auf Gegenseitigkeit.
    Nur wenn die Gottgläubigen die Andersdenkenden tolerieren und die Andersdenkenden die Gottgläubigen tolerieren, wird ein Schuh daraus.
    Sofern aber die einen, die anderen zu einer Tätigkeit zwingen, die gegen deren jeweiligen Glauben verstößt, wird es schwierig.
    Bei einer Nichttätigkeit sehe ich das durchaus anders.

    Aber völlig unabhängig davon, ist die Frage, wem es nutzt, wenn er am Sonntag auch noch einkaufen kann und ob man überhaupt jeden Tag was einkaufen können muß, oder ob es wichtigere Dinge im Leben gibt, als Einkaufen und Arbeiten.

    Chesterton sagte mal so schön:
    "Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen."

    Da ist durchaus viel Wahres dran. Die Propheten können auch durchaus die Sonntagsauchnochverkaufenwollenverteidigersein.

    Ansonsten empfehle ich Dir noch MT 12,1-12.
    Schwerer Tobak, endet aber mit einem einfachen:
    "Wieviel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum darf man am Sabbat Gutes tun."
    Soviel zu "wegen Gott darf man nicht", man darf sich aber auch ohne Gott die Frage stellen, was man wann warum tut und ob es sinnvoll ist – man sollte Sinn aber nicht dringend mit Geld oder ähnlichem gleich setzen.

  101. Unglaublich meint: (6.11.2007 um 21:08) AntwortenReply to this comment

    @81/tr

    Einen wettbewerblichen Vorteil erkenne ich in der ungleichbehandlung nicht. Wer verbietet den der "bemannten" Partei sich ebenfalls einen Automaten anzuschaffen und sich somit gleichzustellen.

  102. Sev meint: (7.11.2007 um 09:58) AntwortenReply to this comment

    @102:

    "Das beruht aber doch letztendlich auf Gegenseitigkeit."

    Da gebe ich dir vollkommen Recht. Ich lasse jeden leben, wie er es für richtig hält, solange – und da liegt der Hund begraben – seine Lebensweise die meine nicht in irgendeiner Form einschränkt. Wo wir schon bei Zitaten sind: "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die des Nächsten beginnt". Und genau diese Grenze wird hier überschritten. Wenn ich nun am Sonntag spontan auf die Idee komme, mir ein Video ausleihen zu wollen, weil ich es gern mit ein paar Freunden oder wie auch immer spontan schauen möchte, dann ist mir das aufgrund von irgendwelchen gottgläubigen Richtern jetzt nicht mehr möglich. Ein Glaube, den ich nicht vertrete, schränkt meine Handlungsmöglichkeiten ein.

    Was macht nun jemand (die nötige kriminelle Energie vorausgesetzt), der am Sonntag einen Film schauen möchte, in so einem Fall? Er nutzt seinen Breitband Internetanschluss und lädt sich den Film (vorzugsweise illegal, da kostenlos) aus dem Netz.

    Die Frage ist, was ist der Vorteil aus einer sonntäglichen Öffnung der Geschäfte? Ist schonmal jemand Samstags einkaufen gewesen? Oder Freitags? Brechend voll! Die Leute kaufen wie die Irren, als gäb's kein Morgen! Am Samstag ist das ja auch quasi so. Man muss ja den Sonntag irgendwie überleben, irgendwie überstehen. Da muss man dann schonmal den Vorratskeller auffüllen. Könnte ja sein, daß Sonntag dann irgendwas wichtiges fehlt, was man dann nicht mehr (oder nur sehr teuer an der Tanke) erstehen kann.

    Ich bin der Meinung, eine sonntägliche/feiertägliche Öffnung der Geschäfte würde den Einkaufsalltag in der ganzen Woche wesentlich entspannter machen.

    Wichtig ist, daß die Angestellten, die da für die Kunden ihre freien Tage opfern, entsprechend entlohnt werden. Ein angemessener Feiertagszuschlag wäre also absolut Pflicht. Aber zum Thema "Automatische Videothek" zurück: diese Situation ergibt sich im Falle einer solchen Videothek überhaupt nicht. Es gibt keine Angestellten, die irgendwie für ihre geopferte Freizeit entlohnt werden oder durch die Auslegung irgendwelcher uralter göttlicher Gesetze geschützt werden müssten. Nur einen Roboter, eine Maschine. Etwas, was in den Augen der Kirche doch immer schon ein seelenloses Objekt war (womit sie wahrscheinlich sogar mal Recht hat).

    Trotzdem wird hier zugunsten einer Minderheit (gottgläubige Christen) die Mehrheit (Heim-Cineasten, die es in jeder Glaubensrichtung gibt; ja, sogar unter uns Agnostikern ;) ) in ihrer Entfaltung eingeschränkt.

    Generell zur Bibel und zu diesen ganzen anderen religiösen Büchern… das ist für mich (wie jedes andere Buch irgendeiner Religion auch) alles der Inbegriff der Zensur. Was der jeweiligen Kirche/etablierten Macht passte, wurde aufgenommen, was nicht passte, als Gotteslästerei, falscher Glaube oder aus welchem Grund auch immer schlicht wegzensiert. Geschichte (und auch Religion) wird von Siegern geschrieben. Es liest sich schwer, ist stellenweise im Sinne des Verfassers interpretiert sicher auch richtig, aber lässt viel zu viel Raum für Interpretationen, der von den größten etablierten Mächten grundsätzlich zu ihrem Vorteil ausgelegt wird. Das war früher so, ist heute so und wird auch immer so bleiben.

    Darum bin ich inzwischen an dem Punkt angelangt, da ich sage: soll jeder glauben, was er will, solange er mich damit zufrieden lässt und mich nicht in meiner Entfaltung einschränkt.

  103. Dirk meint: (7.11.2007 um 14:10) AntwortenReply to this comment

    So wie ich es verstanden habe ist nur das Verleihen an so einem Automaten am Sonntag verboten. Ist das zurück geben dann auch nicht zulässig?

  104. Peter Schaefer meint: (7.11.2007 um 16:27) AntwortenReply to this comment

    "Ich bin der Meinung, eine sonntägliche/feiertägliche Öffnung der Geschäfte würde den Einkaufsalltag in der ganzen Woche wesentlich entspannter machen."

    Das sehe ich zum Beispiel nicht so. Würden alle 24/7 Öffnungszeiten haben, würden fast alle jeden Tag ganz normal arbeiten. So einen Tag mit ganz ohne Arbeit – die lebensnotwenigen mal abgesehen – führt IMHO zu einem für alle deutlich entspannteren Leben.
    Dafür dürfen wir auch die restlichen 6 Tage 24 Stunden arbeiten, wann wir wollen. Das würde aber auch eine größere Menge an Selbstbewußtsein bei den Arbeitnehmern voraussetzen.

  105. h.c. meint: (7.11.2007 um 19:29) AntwortenReply to this comment

    @106 (Peter Schaefer),

    "Das sehe ich zum Beispiel nicht so. Würden alle 24/7 Öffnungszeiten haben, würden fast alle jeden Tag ganz normal arbeiten. So einen Tag mit ganz ohne Arbeit – die lebensnotwenigen mal abgesehen – führt IMHO zu einem für alle deutlich entspannteren Leben."

    ALLE die ich kenne, die auch Sonntags arbeiten müssen, haben dafür einen anderen Wochentag frei. Oder auch mal 2 Wochen 7 Tage / Woche und dann eben in der 3. Woche einen die Tage mehr. 40h-Wochen sind 40h-Wochen!!!

  106. henteaser meint: (7.11.2007 um 19:34) AntwortenReply to this comment

    @104 (Seb): "Wichtig ist, daß die Angestellten, die da für die Kunden ihre freien Tage opfern, entsprechend entlohnt werden."

    Warum das denn? Bereits Sonn- und kirchliche Feiertage basieren doch schon auf religiösen Geboten.

    Logisch, atheistisch und gerecht wäre es, statt Sonntagsarbeit zu bezuschussen, auch unter der Woche allen Arbeitenden diesen 'Zuschuss' zu zahlen (der dann natürlich keiner mehr wäre).

    Ich als Atheist sehe es nämlich nicht ein, dass die Sonntags vermarktete Lebenszeit meiner Kollegen mehr wert sein soll als meine 'unter der Woche' gegen Lohn getauschte.

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