9.11.2007

Mein Leben als Terrorist

Polylux schildert die Totalüberwachung eines Berliner Soziologen und seiner Familie durch das Bundeskriminalamt. Schlusssatz des Beitrags: “Wer terrorisiert hier eigentlich wen?”


polylog Terror ueberwachung @ www.polylog.tv/videothek

24 Kommentare zu “Mein Leben als Terrorist”

  1. Jan meint: (9.11.2007 um 15:34) AntwortenReply to this comment

    Recht effektheischend zusammengeschnitten. Trotzdem ist die ganze Geschichte natürlich starker Tobak.

  2. Albacore meint: (9.11.2007 um 15:50) AntwortenReply to this comment

    Bin mal gespannt, wie lange es noch dauert, bis die Familie durchdreht. Siehe El Masri.
    MfG
    Albacore

  3. Jan meint: (9.11.2007 um 16:20) AntwortenReply to this comment

    @4

    Mir ist schon klar, dass die Geschichte nicht fiktiv ist.

  4. n.n. meint: (9.11.2007 um 16:21) AntwortenReply to this comment

    @ 2

    effektheischend!? es spiegelt schlicht den blickwinkel der familienmitglieder wieder, wenn sie durch die stadt gehen, sich ständig umschauen und fast paranoid werden. ich finde kameraführung und schnitt durchaus gelungen.

  5. Bodo meint: (9.11.2007 um 16:24) AntwortenReply to this comment

    Wieso ist das so schlimm? Wenn man nichts zu verbergen hat !?

    ;-)

    Schade, dass diese Familie nie wieder Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat haben wird.

  6. Nik (Link) meint: (9.11.2007 um 16:32) AntwortenReply to this comment

    Mal angenommen, der Fall ist ungefähr so, wie im TV-Bericht dargestellt… Was für ein Horror. Wie lange hält ein Mensch das aus, ohne paranoid oder verrückt zu werden?

    Und wie kann man sich helfen, um halbsegs mornal im Kopf zu bleiben? Soll man auf alle erkennten Überwacher zugehen und ihnen (per Megaphon) öffentlich mitteilen, wohin man gerade geht? Soll man sein eigenes Leben so offen und durchsichtig führen, seine Wohnung mit Web-Cams ausstatten, um die staatliche Überwachung lächerlich zu machen?

    Ich grade mich, wie Politiker, die solche Überwachung als politisch notwendig erachten und Richter, die solche Überwachung anordnen, reagierten, wären sie selbst so einer Überwachung ausgesetzt?

  7. Struppi meint: (9.11.2007 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    Tschia, jetzt erwischt es auch den "deutschen Rechtsstaat" (wer's glaubt wird seelig, das mit dem Rechtsstaat mein ich). Vielleicht erahnen jetzt so Einige, wie ein Leben in totaler Überwachung abgeht und vor allem, was es aus einem machen kann (was keine grundsätzliche Entschuldigung der "Jammerossis" ist).

    Sehr schade finde ich nur, daß es so etwas nicht weiter als bis in eine nächtliche Spartensendung und einige interessierte Webseiten schafft (das ist jetzt KEIN Aufruf zum Terrorismus, ihr Mitleser!!! :-).
    Gab es da nicht vor Urzeiten mal sowas wie eine Volkszählung und bundesweite Proteste dagegen? Jaja, früher war alles besser… ;-))

  8. Treater meint: (9.11.2007 um 17:12) AntwortenReply to this comment

    Ohoh, 3 Mal das "T"-Wort in einem Beitrag dieses Blogs.

    Verdammt, jetzt habe ich auch noch was geschrieben. Also dann, ich bin mal eben blickdichte Vorhänge kaufen…

    Eine Schande sowas. Ich wär schon ausgetickt.

  9. Jan meint: (9.11.2007 um 17:19) AntwortenReply to this comment

    @6

    Als künstlerische Aufarbeitung finde ich es gelungen, als Informationvermittlung etwas aufdringlich. Mir ist allerdings nicht wirklich bekannt, welchem Genre "Polylux" zuzuordnen ist.

    Was ich zum Ausdruck bringen wollte: Wenn mir der Fall nicht vorher schon bekannt gewesen wäre, hätte ich den Inhalt des Beitrags aufgrund der Art der Vermittlung nicht sonderlich ernst genommen.

  10. donjon meint: (9.11.2007 um 18:37) AntwortenReply to this comment

    ich hab den beitrag zufällig im fernsehen verfolgt und kann mich dem "tobak" statement nur anschließen.

    ihr glaubt doch nicht im ernst, dass der herr aus dem video so unschuldig ist, wie er tut?!? die beim bka sind definitiv keine idioten und wenn solche maßnahmen wirklich ergriffen worden sind, wird es einen guten grund geben.

    aber interessant, wie polemisch selbst die öffentlich-rechtlichen sind. wobei: seit frontal 21 schockt mich eigentlich nichts mehr.
    die moderatorin bei polylux scheint nett zu sein ;)

  11. Jan meint: (9.11.2007 um 19:30) AntwortenReply to this comment

    @12

    Also da solltest du dich meinem Statement lieber nicht anschließend, denn der starke Tobak bezog sich auf das, was das BKA da abzieht.

  12. Tilman (Link) meint: (9.11.2007 um 20:53) AntwortenReply to this comment

    Ich hab den Polylux-Bericht damals auch gesehen. Darin wurde leider nicht erwähnt, dass das Soziologie-Früchtchen Holm in der Linksextremistischen Szene zu tun hat – das passt halt nicht in die PR des ohne Grund verfolgten Wissenschaftler, der nur deshalb ins Visier der Behörden geraten ist, weil er Schwurbelwörter wie "Gentrifizierung" verwendet hat. (Siehe BGH Urteil)

  13. JCL meint: (9.11.2007 um 21:16) AntwortenReply to this comment

    Erläutere bitte mal »in der Linksextremistischen Szene zu tun hat«, denn mir ist da kaum etwas bekannt, dass allzu weit über ein »hat mal mit XY telefoniert« oder »mit XY in einem Raum gesessen (und vielleicht sogar noch ein paar Worte gewechselt?)« hinaus geht. »Links« engagiert zu sein, ist zunächst erstmal nicht »extrem«, auch wenn man dabei mal einen Extremisten treffen sollte, oder?

  14. Udo Vetter (Link) meint: (9.11.2007 um 21:23) AntwortenReply to this comment

    Im Bericht wird ausdrücklich erwähnt, dass H. ein Linker ist und in der linken Szene tätig ist. Das ist an sich ja auch nicht verboten.

    Oder habe ich eine Gesetzesänderung verpasst?

  15. Moxy meint: (9.11.2007 um 22:39) AntwortenReply to this comment

    Ich jedenfalls bin froh, in einem fensterlosen Keller zu wohnen. Von hier kann ich meine "umstürzlerischen" (weil sozial gerechten) Aktivitäten planen und vorbereiten, ohne dass ich visuell beobachtet werden kann…

    Revolution – den König vom Thron!

    ;-)

  16. jens (Link) meint: (10.11.2007 um 12:06) AntwortenReply to this comment

    hier sollte jemand zum extremisten und terroristen gemacht werden. daß der und seine frau sich jetzt nicht an die spielregeln halten und stattdessen offen reflektieren, was mit ihnen gemacht wird ist etwas neues und gutes, das auch wieder einmal zeigt, wie wichtig unhierarchische offene medien wie das internet für eine gesellschaft sind.

  17. Justus meint: (10.11.2007 um 14:20) AntwortenReply to this comment

    Den Schutz vor dem Staat sollten eigentlich die Grundrechtsartikel gewährleisten. Man stellt jedoch fest, dass selbst in der Richterschaft die juristische Qualität zunehmend zu wünschen übrig läßt, sonst würde der gesetzliche Richtervorbehalt – soweit (noch) vorhanden – bei eingeschränkt zulässigen Eingriffen in bürgerliche Grundrechte vorbeugend besser greifen …

  18. Mutorga meint: (11.11.2007 um 22:53) AntwortenReply to this comment

    @Tilman
    Genau. Er wird kriminalisiert, da er Linker ist und dazu nutzt man seine komischen Worte.

  19. Anja meint: (11.11.2007 um 23:55) AntwortenReply to this comment

    Kränker wie krank was hier abgeht. Meiner Meinung nach, unbeschreiblich krank, pervers krank, unglaublich wasserköpfig, lachhaft, kindisch, total durchgedreht, klappsmühlereif. Toll ein solcher Kick, Menschen zu beschnüffel, wie elektrisierend, jamesbondisierend. Ein echt zufriedenstellender Job.Die Stasi ist auferstanden, oder……war sie eigentlich je weg? Was sind das für Menschen, die einen solchen Job erledigen können.

  20. Guido Starke (Link) meint: (12.11.2007 um 01:14) AntwortenReply to this comment

    Irgendwie dreht sich der Staat in der Bekämpfung von Terroristen im Kreis. Passiert etwas heißt es vom Bürger: Warum habt ihr nix gemacht – passiert nichts, darf der Staat nicht zu hart durchgreifen. Wie es der Staat macht ist es falsch. Allerdings kann ich nicht so richtig nachvollziehen, dass ein Richter diese Verfügung automatisch verlängert, wenn er sich dem Erfolg nicht bewusst ist. Gruß Guido

  21. gant meint: (12.11.2007 um 04:18) AntwortenReply to this comment

    @12
    Deine Einstellung teilen leider viele Leute und sie geht in die Richtung: "Wer nicht zu verbergen hat…"
    Konkret ist es nicht bloß eine Beweislastumkehr, denn in den Köpfen einiger Leute bleibt immer hängen, dass "man nicht ohne Grund verdächtigt" werde, auch wenn es einem gelänge seine Unschuld beweisen zu können. Trotzdem habe "man doch sicherlich noch irgendwo Dreck am Stecken".

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich Extremismus für kontraproduktiv halte (zumindest was dem angeblichen Zweck angeht), scheint derart hart besonders gegen linksgerichtete Gruppen vorgegenagen zu werden.
    Ich frage mich auch, wo die Schwelle zur Terrorismuseinstufung liegt. Werden politisch aktive, konspirativ rote Ampeln überfahrende Menschengruppen schon dazugerechnet? Oder müssen es schon 'schwerste Straftaten' sein, wie hier die wiederholte Sachbeschädigung?

  22. name meint: (12.11.2007 um 13:07) AntwortenReply to this comment

    ich war letzte woche auf einer podiumsdiskussion,die anwältin von andrej holm war dabei: und was dort aus akten zitiert wurde ist haarsträubend, die einzigen anhaltspunkte waren:

    - bewegt sich in der linken szene
    - hat mit einem (vermeintlichen!) mitglied der mg (wobei nicht sicher ist ob diese gruppe noch besteht, wenn ja wie großs sie ist und ob sie überhaupt terroristisch ist (wohl nein wie auch der generalbundesanwalt einräumen musste)angeblich 2 mal gesprochen
    - hat sich intellektuell mit sozialstudien befasst

    und aus der tatsache, dass verdeckte ermittler ihn im gewühl der humboldt uni verlorn haben wurde ein weiteres treffen und konspiratives vorgehen gemacht… (so steht es in den akten!)

    wer auch nur ansatzweise das handeln des bka oder der staatsanwaltschaft nachvollziehen kann, scheint unsere grundrechte nicht sonderlich zu mögen

    zum polylux beitrag: der ist leider wirklich etwas plump und wie die reaktionen zeigen, glauben leider nicht alle, dass es sich um einen relen fall handelt, immerhin wurde auch bundesweit auf den berliner fall aufmerksam gemacht.

  23. tigg0r meint: (12.3.2008 um 21:44) AntwortenReply to this comment

    hmtjo also einerseits ist sowas natürlich hart. Andererseits aber auch gut find ich. Jeder hört doch hin und wieder mal von Terroristen, die in Deutschland festgenommen werden. Das ist ja auch nur so möglich die zu kriegen.
    Total blöd sind die vom BKA ja nurn wirklich nicht. Wenn ich in so einen Verdacht geraten würde, würde ich halt mal meine linken Tätigkeiten einstellen(bin sowieso mittig^^). Es wurde ja auch gesagt, wenn er weiterhin nicht verdächtig bleibt, wird das Verfahren ja wohl eingestellt. Wer sagt euch, dass er keinen Extremisten getroffen hat als die ihn mal im Gewühl verloren haben? Keiner hat einen Beweis für seine Unschuld. Und genau deswegen wird er ja auch überwacht.
    Klar also wenn Menschen unschuldig sind ist das natürlich scheiße. Aber ich glaube dass KEINER von denen TOTAL unschuldig ist. Ich bin jedenfalls froh, in so einem Staat zu leben und nicht ständig mit der Angst leben zu müssen, dass mein Auto morgen früh verbrannt ist oder ich einem terroristischen Anschlag zum Opfer falle.

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