Post bekommt Filial-Konkurrenz
Alle 750 Konkurrenten der Deutsche Post AG dürfen ab Jahresbeginn eigene Brief-Filialen eröffnen, in denen sich Kunden die Leistungen ihrer Wahl aussuchen können. Eine entsprechende „Allgemeinverfügung“ hat gestern die Bundesnetzagentur veröffentlicht: „Mit dieser Verfügung werden ohne großen bürokratischen Aufwand die formellen Voraussetzungen für weiteren Wettbewerb im Postmarkt geschaffen“, sagte Matthias Kurt, der Präsident der Behörde.
Der Weg für kreative Geschäftsmodelle und flexible Lösungen sei bereitet. Bislang müssen die Post-Konkurrenten, um an eine Lizenz der Bundesnetzagentur zu kommen, noch strenge Auflagen erfüllen. Sie haben etwa Briefe bei ihren Kunden abzuholen und eine termingenaue Zustellung einzuhalten. Ab dem 1. Januar sind sie, so Kurt, „in der Gestaltung ihrer Dienstleistungen völlig frei“. (pbd)
Obs was bringt … oder nur eine Meilenstein mehr in der Servicewüste Deutschland?
Was heißt „in der Gestaltung ihrer Dienstleistungen völlig frei“?
Können die Anbieter – natürlich in den AGB versteckt und im Zweifel unwirksam ;-) – gar keine Zusteller beschäftigen, sondern durch öffentliche Zustellung an Litfasssäulen, Bushaltestellen, … etc. die Übermittlung "bewirken"?
Na dann schöne Weihnachten.
alles ist mir lieber als das staatlich verordnete monopol, dann kann der kunde wenigstens mit den füßen abstimmen.
"Sie haben etwa Briefe bei ihren Kunden abzuholen und eine termingenaue Zustellung einzuhalten."
Kann man diese Regelung nicht beibehalten? Für alle? Auch für die Deutsche Post AG und DHL? Das wäre schön…
Und noch besser wäre es, wenn man Paketzusteller dazu verpflichten könnte, die Pakete auch bis in die dritte Etage zu liefern, anstatt bei den Nachbarn zu klingeln und einen Zettel in den Briefkasten zu werfen.
Grüße!
Briefzustellung ist schwieriges Geschäftsmodell. Billig (-,55) ist es außerhalb des dichtest bebauten Raums der Innenstädte nur möglich, wenn es als Massengeschäft betrieben wird, also täglich in jeder Straße vielfach, möglicht jedem Haus etwas zuzustellen ist. Da durch die Privatisierung ja nicht mehr Briefe geschrieben werden, kann sich der Kuchen nur auf mehrere Anbieter verteilen und schon bricht das System zusammen, denn wenn Leute von vier Unternehmen alle durch die selbe Straße fahren und dort die Briefe einwerfen, die vorher einer dort eingeworfen hat, ist das nicht mehr bezahlbar.
Daher halte ich die Briefzustellung im Regelfall für ein natürliches Monopol, die Privatisierung wird nicht viel ändern. Neue Anbieter können auf Dauer nur im Premiumgeschäft mit Sahnehäubchen wie der Zustellung am selben Tag oder bei versicherten Wertsendungen Erfolg haben. Der Massenmarkt bleibt bei der Post AG und volkswirtschaftlich ist das auch völlig in Ordnung.
"“Sie haben etwa Briefe bei ihren Kunden abzuholen und eine termingenaue Zustellung einzuhalten.”
Kann man diese Regelung nicht beibehalten? Für alle? Auch für die Deutsche Post AG und DHL? Das wäre schön…"
… Oh-Ja Außerdem sollten die Postboten beim Abholen der Briefe frisch gebackenen Kuchen dabei haben und noch ein kleines Tänzchen aufführen
der herr kurth heisst eigentlich kurth (http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Kurth)
Filial-Konkurrenz? Welche Filiale? Nachdem immer mehr Postfilialen schließen (meine 25.000 Einwohner zählende Heimatstadt hat inzwischen kein eigenes Postamt mehr), kann man ja wohl kaum noch von Konkurrenz reden – eher von Neuentwicklungen.
@3(Hootch):
"Und noch besser wäre es, wenn man Paketzusteller dazu verpflichten könnte, die Pakete auch bis in die dritte Etage zu liefern, anstatt bei den Nachbarn zu klingeln und einen Zettel in den Briefkasten zu werfen."
Das geht ja noch. Ich kenne das auch so, daß einfach ein orangener Zettel in den Kasten geworfen wird ohne vorher überhaupt irgendwo zu klingeln. Mit dem Resultat, daß man dann am nächsten Tag zur Paketausgabestelle gehen darf.
@8 (flx)
Luxus – des öfteren passiert es hier, daß im Mehrfamilienhaus die Benachrichtigungskarte nicht etwa eingeworfen wird, sondern am nächsten Tag mit der Briefpost kommt. Zyniker würden das so erklären: Wagen beladen, vom Hof rollen, an der nächsten Ecke stehen bleiben und die Sendungen durchgehen – "nicht angetroffen, nicht angetroffen, … – oh schon Feierabend".
Wird eine Sendung beim Nachbarn abgegeben, so gibt es eine blaue Hinweiskarte auch nur in den Fällen, in denen der Zusteller beim Gehen beim eigentlichen Empfänger vorbeikommt – sonst müßte man ja noch einmal zum Kunden hoch.
Ich denke, Beitrag #4 sagt eigentlich alles. Zum noch einmal durchlesen zitiere ich ihn einfach.
Briefzustellung ist schwieriges Geschäftsmodell. Billig (-,55) ist es außerhalb des dichtest bebauten Raums der Innenstädte nur möglich, wenn es als Massengeschäft betrieben wird, also täglich in jeder Straße vielfach, möglicht jedem Haus etwas zuzustellen ist. Da durch die Privatisierung ja nicht mehr Briefe geschrieben werden, kann sich der Kuchen nur auf mehrere Anbieter verteilen und schon bricht das System zusammen, denn wenn Leute von vier Unternehmen alle durch die selbe Straße fahren und dort die Briefe einwerfen, die vorher einer dort eingeworfen hat, ist das nicht mehr bezahlbar.
Daher halte ich die Briefzustellung im Regelfall für ein natürliches Monopol, die Privatisierung wird nicht viel ändern. Neue Anbieter können auf Dauer nur im Premiumgeschäft mit Sahnehäubchen wie der Zustellung am selben Tag oder bei versicherten Wertsendungen Erfolg haben. Der Massenmarkt bleibt bei der Post AG und volkswirtschaftlich ist das auch völlig in Ordnung.
Dem kann ich mich nur anschließen. Das ist einfach unsinnig, hier ein Monopol mit Gewalt vom Sockel stoßen zu wollen.
ah, ich wußte doch gleich, dass da was kommt, 2008 :)
war mir aber eben nimmer sicher, ob 2008 oder erst 2009.
cu, w0lf.
Wer sagt eigentlich, daß -,55 ein konstanter Betrag ist? Der Sinn der Liberalisierung ist je gerade, die Preise zu senken!
Außerdem ist die messerscharfe Analyse von 4 etwas problematisch. Die Privatisierung eines natürlichen Monopols ändert selten etwas an der Marktform. Deshalb wird er Markt ja auch reguliert. Im Übrigen bleibt das Massengeschäft wegen des Universaldienstes zwangsweise bei der Post.
@12
Wie willst du denn den Preis senken? Durch Einsparungen, richtig.
Wie spart man Dinge ein?
- Entweder man zahlt den Arbeitern Hungerlöhne. Funktioniert nicht. Zum Glück.
- Man erbringt eine scheiß Leistung. Regelt der Markt dann von alleine und die Firma ist hopps.
- Lieferung nur alle paar Tage mal, da es nicht machbar ist, mit so wenig Arbeitern jeden Tag überall hinzukommen.
Ist das toll? Macht Liberalisierung dann Spaß? Wenn die Leistung schlechter wird als vorher?
@12
Wie willst du denn den Preis senken? Durch Einsparungen, richtig.
Wie spart man Dinge ein?
- Entweder man zahlt den Arbeitern Hungerlöhne. Funktioniert nicht. Zum Glück.
- Man erbringt eine scheiß Leistung. Regelt der Markt dann von alleine und die Firma ist hopps.
- Lieferung nur alle paar Tage mal, da es nicht machbar ist, mit so wenig Arbeitern jeden Tag überall hinzukommen.
Ist das toll? Macht Liberalisierung dann Spaß? Wenn die Leistung schlechter wird als vorher?
Man senkt Preis, indem man bspw. Effizienzpotenziale nutzt bzw. Monopolrenten der Post reduziert. Üblicherweise funktioniert das so. Siehe Telekom.
In deiner Welt ist das sicherlich anders :-)
@#14
Effizienzpotentiale, welche denn zum Beispiel? Fahrzeuge mit Hypergeschwindigkeit, die rasend schnell von einer Lieferstelle zur nächsten kommen?
Und Wie? Siehe Telekom? Habe ich da etwas verpasst?
Also ich habe seit der Liberalisierung 1998 des Telkomarktes deutliche Preissenkungen wahrgenommen.
Wahr wohl eine Einbildung…
Aber ihr habt schon recht. Liberalisierung ist schlecht und unsozial. Am besten, wir verstaatlichen wieder die gesamte Wirtschaft.
Und ich habe ein deutliches Sinken des Niveaus wahrgenommen. Service bspw. kennt man dank der Möchtegernkonkurrenz inzwischen nicht mehr. War (ich schreibe es ohne h) wohl auch eine Einbildung.
In Bereichen wie Bahn, Strom, Post ist Privatisierung Liberalisierung in der Tat schlecht. Wie sich immer und immer wieder neu beweist.
Wahrnehmung ist Realität…
Vielleich schafft es ja mal EIN Unternehmen WIRKLICH Service zu leisten und zwar DANN, wenn der allgemeine Arbeitende zu Hause ist. Nämlich NACH 18:00 Uhr!
Alles andere ist uninteressant und unwichtig. Von daher kann es auch bei der allgemeinen Post/DHL bleiben.
Also #4 hat schon Recht: Es macht einfach keinen Sinn, wenn jeden Tag jeweils drei, vier oder mehr Briefzusteller jedes Haus in Deutschland abklappern, um dort mehr oder weniger viele verschiedene Briefe abzuliefern… Daher müßte man es eigentlich so regeln wie bei Telefon-, Gas- oder Stromversorgern. Der Monopolist bietet das "Netz" an, muß aber der Konkurrenz gegen eine festgesetzte Gebühr erlauben, dieses mitzunutzen. Dies gilt jedenfalls für die letzte Meile, die Zustellung beim Empfänger. Dein Briefträger bleibt also Dein Briefträger, er bringt nur Briefe von der Post, von PIN, von TNT und von XYZ…
Viel wahrscheinlicher ist es meines Erachtens, dass nun billige Alternativ-Anbieter nur an einem Tag der Woche gesammelt z.B. Rechnungen und Werbung austragen um eine optimale Auslastung zu erreichen. Dann könnten sie auch 400-EUR-Kräfte dafür einstellen.