E-Mail-Adresse gekapert – Hausdurchsuchung

Vermeintlichen Spam oder Irrläufer-Mails sollte man nicht unbeachtet lassen. Das legen die Erfahrungen von M.B. aus V. nahe. Er durfte heute eine Hausdurchsuchung über sich ergeben lassen – bloß weil jemand seine E-Mail-Adresse gekapert hat.

Sein Bericht:

Heute morgen klingelte mein Mobiltelefon. Ein Polizist war dran, er stünde in meiner Wohnung. Ob ich mal eben vorbeikommen könnte. Mein im gleichen Haushalt lebender Bruder hatte die Tür geöffnet.

20 Minuten später war ich zu Hause. Mein PC (kein Monitor, keine CDs, keine der offen herumliegenden Festplatten!) stand bereits fertig gepackt im Wohnzimmer.

Der Verdacht: Computerbetrug.

“Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, unter Angabe falscher Personalien, nämlich des Geschädigten X, kostenpflichtig Internetleistugen in Anspruch genommen zu haben.”

Ich folgte den Beamten auf die Wache, um dort gemeinsam mit dem Ermittler die vorliegende Akte einzusehen.

Um es kurz zu machen: Einziger “Beweis” gegen mich ist die Tatsache, dass meine eMail-Adresse “(gängiger Vorname)@gmx.de” bei der Anmeldung für die nicht bezahlten Dienstleistungen angegeben wurde. Die E-Mail-Adresse habe ich im Jahr 1997 auf meinen korrekten Namen inkl. Anschrift registert, das war wohl ein Fehler.

Anfänglich sagten die Polizisten noch etwas davon, dass meine IP-Adresse identifiziert wurde, mit der die Leistungen in Anspruch genommen wurden. Davon fand sich in der Akte jedoch nichts. Lediglich eine Anfrage an den Provider Tele 2 war enthalten, jedoch nicht dessen Antwort. Tele 2 habe ich auch nie als ISP verwendet.

Die eMails mit Rechnungen und Mahnungen habe ich tatsächlich bekommen, diese aber wie so viele andere ignoriert. Es stand ja auch ein ganz anderer Adressat in der Rechnung, nämlich Herr X.

Fazit bis jetzt: Der Polizist hat sich sehr darüber gewundert, dass allein aufgrund der Nennung meiner Adresse ein Durchsuchungsbeschluss angeordnet wurde. Sein einziger Einwand immer wieder: “Wenn sich nicht noch herausstellt, dass die besagte IP-Adresse Ihnen zugeordnet werden kann.”

Er sagte mir zu, dem StA nahezulegen, dass mir mein Rechner umgehend wieder ausgehändigt werden darf.

  • Volker mit V

    Und mal wieder so ein Hammer. Wurde solch ein Vorgehen nicht schon von oberster Stelle gerügt? Hier wurde solch eine Vorgehensweise ja auch schon öfters angeprangert. Ich verstehe die Richter nicht, kapieren die nicht, dass eine Hausdurchsuchung ein extrem massiver Eingriff in alle Lebensbereiche eines Menschen ist, mit gravierenden Folgen in jeglicher Hinsicht? Das hat doch nichts mit Überlastung o.ä. zu tun, schließlich würde es wahrscheinlich einfacher sein, Hausdurchsuchungsanträge abzulehnen; da braucht man doch auch keine halbe Stunde die Akte durchlesen, gerade bei einem Fall wie er hier beschrieben wurde. Da sieht man doch auf den ersten Blick, dass ein Hausdurchsuchungsbeschluß völliger Humbug ist (und kann sich dann auch die weitere Arbeit sparen, was im Interesse aller ist). Zumal in diesem Fall die Hinweise noch dreimal geringer waren, als sie meist sowieso schon sind.

  • Stefan

    > Der Polizist hat sich sehr darüber gewundert, dass allein aufgrund der
    > Nennung meiner Adresse ein Durchsuchungsbeschluss angeordnet wurde.

    Soso, das “rechtsstaatliche Allheilmittel” Richtervorbehalt hat mal wieder dem Missbrauch/der Unverhältnismäßigkeit einen Riegel vorgeschoben. Äh, Moment, hat es nicht. Verflucht.
    Dabei ist doch der Richtervorbehalt die Placebo-Beruhigungspille aller Zierckes/Uhls/Schäubles/etc. bei ihren Forderungen nach VDS, “Online-Durchsuchung”, …

  • Bernd

    Wann kommt die Amtshaftung für den Richter, der solches Wischiwaschi unterschreibt?

  • http://Lost-Moon.de Nik

    Staat / Ermittlungsbehörden, die nicht Verbrechen dieser Qualität fehlerfrei bewältigen können, wollen den großen bösen “internationalen Terrorismus” aufspüren?

    Es kommen spannende Zeiten auf uns zu.

  • http://telemedicus.info Simon

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass das nach hinten losgeht. Vor allem, wenn die Anzeige von einem der üblichen Verdächtigen (pdf) stammt…

  • Treater

    “the internetz -> serious business”

  • Reinhard

    Hmm, die Polizei hatte ich noch nicht im Hause. Aber diverse, hochoffizielle, ernst gemeinte, viren- und trojanerfreie Abmahnungen in PDF-Format, in denen man demjenigen, der eine meiner Adressen bei einer Registrierung verwendet hatte, allerschlimmste Konsequenzen angedroht hat.

    Die Kanzlei gibt es tatsächlich und auf eine irgendwann erfolgte telefonische Nachfrage, ob man denn bitte endlich die Zusendung dieser unsinnigen Abmahnungen einstellen könne, wurde ich auch noch am Telephon dumm angemacht, dass ich mich nicht auf Dauer von den Zahlungen drücken könne und man mir auf die Schliche kommen wird.

    Ich war kurz geneigt, diesen netten Anwalt wegen Beleidigung und Nötigung anzuzeigen. Dann ist mir aber eingefallen, dass jemand, der auf diese Weise seine Brötchen verdienen muss, eh schon gestraft genug ist ;-)

  • Noby

    Ohoh,

    ich habe noch einige verwaiste Emailaccounts bei einem der großen deutschen Mailprovider liegen. Falls dort solche Mails aufschlagen bekomme ich das noch nicht einmal mit, da ich mangels Nutzung die Passwörter nicht mehr kenne. Da kann man nur hoffen, daß solche Karteileichen nach einiger Zeit gelöscht werden, gleich mal die Nutzungsbedingungen checken …

    Gruß

  • mirko

    Also ich verstehe hier eins nicht…wo wurde die Addresse denn GEKAPERT ?

  • Noby

    Kleiner Nachtrag:

    Der ganze Vorgang ist besonders tückisch, da man heute ja schon darauf trainiert ist, Anhänge mit Titeln wie “Rechnung”, “Mahnung” etc. wegen Viren- und Trojanergefahr gar nicht mehr zu öffnen.

  • Gast

    @9: Ich weiß aus Erfahrung, dass z.B. Yahoo! den Account nach x Tagen Inaktivität deaktiviert. Zwar wird er nicht gelöscht, aber solange man ihn nicht wieder re-aktiviert, wäre das immerhin eine Möglichkeit, seine Unschuld beweisen zu können.

    Ich fürchte jedoch, bei den anderen großen Mailern sind die Fristen deutlich länger bzw. gar nicht existent. Provider wie Google schmeißen bekanntlich mit Speicherplatz terabyteweise um sich; was interessiert die dann wohl ein paar Tausend Account-Leichen. :/

  • Der Beschuldigte himself

    “Der Polizist hat sich sehr darüber gewundert, dass allein aufgrund der Nennung meiner Adresse ein Durchsuchungsbeschluss angeordnet wurde. ”

    Da kennt der aber seine Kollegen schlecht. Für einige von denen reicht Hörensagen über Dritte um einen die Bude einzurennnen *grummel*!

  • ttr

    @10: Gekapert heißt hier wohl: Die Adresse wurde irgendwann, irgendwo mal im Internet hinterlassen, und der Täter hat darauf Zugriff erhalten. Entweder, weil sie öffentlich war, oder durch sowas wie E-Mail-Verkauf. Es gibt noch zig weitere Möglichkeiten, z.B. Trojaner, Spam-Mail, Raten, usw.

    Frage meinerseits: Wenn sich die Hausdurchsuchung im Nachhinein als tatsächlich rechtswidrig herausstellt, die Beamten bis dahin jedoch ein oder zwei illegale MP3s auf dem Rechner finden würden — stände dem zu Unrecht Beschuldigten dann trotzdem Ärger ins Haus?

    Ich habe mal was von “Fruits of the Poisonous Tree” gehört, aber der Wikipedia-Eintrag erzeugt bei mir Jura-Laien nur Kopfschmerzen. :)

  • Fröschlein

    Wundern muss einen garnichts mehr. Was heute schon an Durchsuchungsbeschlüssen von den Ermittlungsrichtern durchgewunken wird, spottet jeder Beschreibung.

    Es kann aber auch nach hinten gehen, wie bei einem bekannten EDV-Berater, bei dem auch eine HD durchgeführt wurde:

    Alle Rechner und Datenträger wurden beschlagnahmt.

    Da er auf seine EDV beruflich angewiesen ist, hat er bei seinem Geschäftsfreund eine schlüsselfertige EDV Ausstattung für die Zeit der Beschlagnahme “gemietet”.

    Der Durchsuchungsbeschluss wurde im gerichtlichen Verfahren per Urteil als “rechtwidrig” beurteilt und nach Abschluss des Verfahrens mit Verfahrenseinstellung ein Antrag nach STREG gestellt.

    Nach vielem Hin- und Her wurden gute 10kEUR für die EDV Not-Austattung ausgelobt. Anwaltskosten gabs extra. Der Staatsanwalt fands garnicht witzig….

    EDV Berater sind nun mal nicht die Billigsten, wenns um Notservice geht ;-)

    Fröschlein

    PS.

    Mit der beschlagnahmten IT konnten sie garnix anfangen, Safeguard Easy sei Dank, was aber auch die Beschlagnahmedauer verlängerte….

  • Steffen

    Das gleiche habe ich im Sommer letzten Jahres erlebt: Weder war die Mail Adresse noch der Anschluss, über den der “Computer-Betrug” abgewickelt wurde, mir zuzuordnen.
    Hausdurchsuchung wurde trotzdem abgesegnet, wie war das noch mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit…?!

  • beyond

    Willkommen im Universum technischer Schein-Beweise, der Schattenseite des globalen Dorfes.

    Summa summarum – Meine Meinung:
    Das Massen-Internet-Zeitalter hat in den letzten 10 Jahren -zulasten aller Bürger- mehr strafrechtliche Verschärfungen und staatliche Bagatell-Sanktionierungen gebracht als neue Straftaten oder sozialschädliche Verhaltensweisen durch das Netz und seine neuen Nutzer im gleichen Maße entstehen.

    Mit Durchsuchungen muss ab jetzt wohl jederzeit bei jedem gerechnet werden, der mit dem Netz im weitesten Sinne in Berührung steht und ermittelbar ist. Außer sie sind vielleicht 91 und haben nachweislich weder Internet-Anschluss noch PC (das merken die Herren dann aber vielleicht auch erst, wenn sie in Ihrem Wohnzimmer stehen.)

    “on the nature of progress”

  • tph

    “Also ich verstehe hier eins nicht…wo wurde die Addresse denn GEKAPERT?”

    Es reicht u.U. wenn diese mal in irgendeinem Forum/Homepage/Newsletter o.ä. angegeben wurde. Noch einfacher geht’s z.B. über Denic und die Domain-Registrierung, da gibt’s dann bei Privatpersonen auch noch die Anschrift frei Haus.

  • GiantPanda

    Das muß noch nicht mal böser Wille des Bestellers gewesen sein. Es reicht schon, wenn dessen Adresse (VornameInitial)@gmx.de oder auch Vorname@gmx.net oder … ist.

  • http://as81.com/blog Alex

    Trotzdem wurde hier doch nix “gekapert”, sondern scheinbar einfach beim Bestellen eine falsche E-Mail-Adresse angegeben.

    Oder seh ich hier etwas falsch? Klär uns Unwissende doch mal jemand auf :D

  • Definiendum

    Wenn noch nicht einmal geprüft wurde, ob die Adresse auch dem Kunden gehört (Bestätigungslink o.Ä.), dann kann das noch nicht einmal als Anhaltspunkt gelten. Im Gegenteil, werd nicht bezahlen will gibt ja wohl kaum die eigene Emailadresse an.

  • UK

    Hehe, wie gestern bei “Boston Legal”. Willkommen in der Gegenwart.

  • Blogbär

    Woher hast Du diese Informationen Udo? Das erscheint mir doch fast zu unwahrscheinlich um wahr zu sein. Und es war ja auch keiner Deiner Mandanten, oder?

  • Hans

    Leider muß man zur Schande der Justiz gestehen, daß solche Fälle vorkommen. Es ist offensichtlich nicht allen Richtern und Staatsanwälten bekannt, daß bei der Anmeldung bei den Freemailern im Gegensatz zu früher teilweise keinerlei Prüfungen der angegebenen Daten erfolgt. Daß in solchen Fällen tatsächlich Durchsuchungsbeschlüsse beantragt und auch erlassen werden, ist schwer verständlich.

  • Stefan

    Tja ein gutes Beispiel dafür nie,nie,nie aber auch nie die richtige Adresse im Internet anzugeben, außer man plant Geschäfte mit der Firma. In diesen Fällen ist dann natürlich auch mit besonderer Vorsicht zu walten.

  • flx

    Also das war ja ganz ganz pöhses Hacking!!! Einfach eine fremde E-Mail Adresse irgendwo anzugeben zeugt wirklich von feinsten Skills. Das waren bestimmt keine scriptkiddies sondern Profi-Häcker (bestimmt vom CCC oder so)1!!11!elf!
    Kein Wunder daß bei der Gefahrenlage der Durchsuchungsbefehl ausgestellt wurde.

  • oldman

    @25: Das spielt nach meinem Verständnis hier auch keine Rolle. In der Maske wurde irgendeine falsche Mailadresse angegeben. Derjenige dem sie gehörte hatte schlicht pech einen selten doofen Ermittler zu erwischen.

    Wenn es Angela.Merkel@Bundeskanzleramt.de gewesen wäre hätte der Ermittlungsrichter wohl zumindest kurz gestockt….

  • 11X/13

    “Also ich verstehe hier eins nicht…wo wurde die Addresse denn GEKAPERT?”

    Die simpelste Methode dürfte sein, im Spamordner die Empfängerlisten zu durchsuchen. Ob die Adresse ‘geeignet’ ist, prüft man durch zusenden einer Mail und eine Recherche in Adreß- und Telefonbüchern.

    Das funktioniert, solange der Händler, bei dem auf Kosten des Opfers ‘eingekauft’ wird, keine Bestätigungsmail von der angegebenen EMail-Adresse anfordert, bevor er den Auftrag ausführt. Damit muß der Gauner noch nicht einmal das Paßwort des geklauten Mailaccounts zu knacken…

  • Karl Klammer

    Danke! Bald wird man seinen SPAM-Filter deaktivieren und offenkundig virenbelastete Mails öffnen müssen – nur um sicherzugehen, daß eines Tages nicht die Polizei vor der Tür steht.

    Allerdings: Was mache ich, wenn ich feststelle, daß irgendjemand meine E-Mail-Adresse bei ein kostenpflichtiges Angebot eingetragen hat? Ist es eine der Internetfirmen mit dem bekanntem Ruf, dann würde es ja wohl nichts bringen, denen den Sachverhalt erklären zu wollen. Eher im Gegenteil.

    Im übrigen: Wohl kein vernünftiger Polizist/Staatsanwalt/Richter würde annehmen, ein Betrüger gäbe seinen richtigen Namen, Anschrift o.ä. an. Warum bei einer E-Mail-Adresse von davon abgewichen wird, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.

    @14
    “Fruits of the Poisonous Tree”
    Wenn eine polizeiliche Maßnahme unzulässig war, sind die daraus gewonnenen Ermittlungsergebnisse sowie alle darauf folgenden/basierenden Ermittlungsergebnisse nicht verwendbar.

    Wird in Deutschland nicht angewendet, was vielleicht diesen sehr laxen Umgang mit Hausdurchsuchung etc. erklärt.

  • flx

    @30(11X/13):
    “Damit muß der Gauner noch nicht einmal das Paßwort des geklauten Mailaccounts zu knacken”

    Und deshalb wurde da auch keine Adresse gekapert, worauf sich die Frage von 10. vermutlich bezogen hat.

  • Thomas

    Da scheint doch schon etwas bei der Anmeldung nicht ganz koscher gelaufen zu sein. Wenn sich der Diensteanbieter nichteinmal korrekt von der Identität des Kunden überzeugen kann, dann hat er es nicht verdient überhaupt eine Forderung stellen zu dürfen.

  • Ralf

    @14
    Also das mit der vergifteteten Frucht zieht hier in Deutschland eigentlich nicht.
    Denn anders als in den USA wird bei uns die Staatsanwaltschaft als oberste unparteiische Instanz gesehen wird, die eben auch Fakten zugunsten des Angeklagten ermitteln muß.
    Daher gibts meines Wissen kein so strenges Beweisverwertungsverbot wie das in den Staaten der Fall ist.

    Mit anderen Worten, wenn bei der unrechtmäßigen Durchsuchung andere Zufallsfunde gemacht werden ergibt sich daraus nicht zwingend ein Beweisverwertungsverbot. Wahrscheinlich wird dies in DE von Fall zu Fall entschieden. So jedenfalls ist mein Wissensstand dazu.

    Generell würde ich in dem Fall wetten, daß der Richter nicht genau verstanden hat die vorliegenden Fakten richtig zu interpretieren, wo wir wieder bei dem Thema sind wie haarsträubend wenig Fachwissen in diesem Sektor bei den Richtern und Staatsanwälten vorhanden ist.

    Wars hier im Lawblog wo ich mal gelesen habe, daß die Richter in der Regel keine Möglichkeit haben zu sehen wie gut oder schlecht ihre Entscheidungen im konkreten Fall dann letztlich gewesen sind, weil sie mit der Angelegenheit nachher nichts mehr zu tun haben und auch den Ausgang eines solchen Verfahrens nicht mitbekommen. Somit ist’s dann evtl. sehr schwer für den Richter zu beurteilen wie gut die Qualität der von ihm getroffenen Entscheidungen dann am Ende ist.

    Waren es nicht 20 Minuten die ein Richter im Schnitt Zeit hat die Unterlagen zu sichten und auf der Basis seine Entscheidung zu treffen? Wo stand das noch gleich?

    Also ich würde mir Sorgen machen, wenn die Polizei dort “Zufallsfunde” gemacht hat…

  • Leo

    Ich finde, Leuten die solche Beschluesse unterschreiben, sollte man auch mal die Wohnung durchsuche. Morgens frueh, vorm Aufstehen. Waehrend sie daneben steehen, in der Unterwaesche wuehlen, und in jedes noch so kleine Kaestchen gucken.

    Und den PC mitnehmen, sowieso. Standard.

    Ich denke, dann verstehen so manche Leute, was fuer ein Eingriff in das Privatleben eine solche Aktion ist.

  • tph

    @35 da fehlt noch was, Büro durchsuchen und leerräumen, alle Akten einpacken, Konten einfrieren, Telefone/Handys abhören, Bude verwanzen, Keylogger, Videoüberwachung und beschatten und das bei Angehörigen und Verwandten gleich mit (am besten man streut dann dort auch gleich passende Vermutungen und isoliert die Person damit langsam und vollständig)

  • Peter

    Wann endlich kapieren die Staatsanwaltschaften und Richter, daß
    weder eine IP-Adresse noch eine verwendete E-Mail Adresse eine eindeutige Verbindung zur realen Person darstellt ?
    So schwer ist das doch nicht zu begreifen.
    Als TOR Server betreiber rechne ich täglich damit, daß sie wieder vor der Tür stehen und Einlass begehren. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß wenigstens Grundkenntnisse des Internets irgendwann auch in die Hirne im Justizwesen eindringen.
    Und einschüchtern lasse ich mich von denen, die nicht wissen, was sie da eigentlich tun, schon gleich dreimal nicht.

  • Euripides

    Es gäbe ja ein faires Verfahren, die Höhe der Entschädigung festzusetzen: Der Richter schlägt einen Betrag vor, und der zu Unrecht “beamtshandelte” kann wählen. Entweder er nimmt den Betrag, oder er lehnt ihn ab. In letzterem Fall wird dann beim Richter eine Hausdurchsuchung gemacht, und er bekommt dann die genannte Entschädigungssumme dafür.

    So oder so ähnlich müßte es zumindest lt. Spieltheorie funktionieren, aber ich glaube nicht, daß man die Justiz davon begeistern kann ;)

  • Jan

    @38

    Sowas ähnliches gab es, glaube ich, bereits in der Geschichte, allerdings in einem anderen Zusammenhang. Im alten Athen gab es die Regel, dass die reichsten Athener ein öffentliches Gut zu finanzieren hatten (etwa eine Sportveranstaltung). Man konnte sich dem durch die Behauptung entziehen, dass jemand anders, der nicht in die Pflicht genommen wurde, reicher war als man selber. Gab der Benannte dies zu, musst der in die Tasche greifen. Stritt er es ab, musste wiederum der erste bezahlen — aber die Vermögen der beiden wurden getauscht.

  • dot tilde dot

    ich glaube, alex (#20) hat recht: kapern heißt hier “fremde adresse angeben”. dass ginge ja bei briefen dann auch.

    kapern, das klingt so sexy. nach pirat und so – und wir wären wieder beim internet.

    .~.

  • http://www.terrorjustiz.de Lutz Baier

    @Peter (37)

    “Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß wenigstens Grundkenntnisse des Internets irgendwann auch in die Hirne im Justizwesen eindringen.”

    Du hoffst vergebens!
    Ein Zitat unseres Schnüffelministers:

    “Für mich bedienen meine Kinder das Internet”

    Ich werde in einigen Tagen auf meiner Internetseite versuchen, einer absolut lernresistenten Richterin den klitzekleinen Unterschied zwischen einer “Raubkopie” (die nennt es in Ihren Schriftsätzen wirklich so) und einer absolut legalen Privatkopie erklären.

    Meinst Du, sie wird es kapieren???

  • Jason

    Wieso kam denn gleich die Polizei? Wenn ich eine Rechnung nicht bezahle steht nach mehreren Briefen irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Und Polizei bringt der doch erst mit, wenn ich ihn rauswerfe.

    Und wieso gab es keine Lieferadresse? Handelt es sich um eine “virtuelle” Ware oder eine Dienstleistung? Wieso wird die gewährt bevor Geld da ist?

    Klingt ein wenig komisch ohne weitere Details zu kennen.

  • anonym

    Es gibt tatsächlich Leute, die weit unter 90 sind und keinen Computer zu Hause haben und auch nie hatten. Und von diesen Leuten gibt es sicherlich viel mehr, als sich die meisten, die sich hier so oft so fachgerecht äußern, vorstellen können.

    Und ja, @35 hat natürlich recht, das fällt mir auch immer sofort ein. Und das hatte wohl auch Immanuel Kant im Sinn. Offenbar kennen die deutschen Richter Kant eher nicht. Was will man auch verlangen?

  • tph

    @41
    Selbst wenn man die §§ aus dem UrhG und absolut einschlägige Urteile zitiert, auch zur Anzahl der möglichen Kopien, bringt das nichts (Sicherungskopie gleich “Raubkopie”).

  • http://home.arcor.de/hirnstrom Stefan W.

    @43: absolut richtig und unbegreiflich.

    Da bietet jmd. etwas kostenpflichtig an (Videos o.ä.?), und verläßt sich beim Inkasso auf eine Emailadresse, und prüft nichtmals die?
    Wie heißt denn der Anbieter?
    Da möchte ich auch bestellen.

    Ich habe zwei Mahnungen vom ebay-Inkasso bekommen – per Schneckenpost.
    Da hat jmd. meine Anschrift angegeben, aber nicht meine Email.
    Diese Fairpay-Leute waren sehr aufsässig, aber sahen dann irgendwann ein, daß ich einem Mahnbescheid widersprechen würde.

    Zur Bestellung: Ja, die Emailadresse des Richters hätte ich dann auch noch gerne, dann muß ich mir nicht vorname@gmx.de ausdenken.

    Spam nicht unbeachtet lassen?
    Haha.
    Soll ich das etwa alles lesen und beantworten?
    Ich denke mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Richter kommt man dem Problem eher bei.

  • Richard

    Ist eigentlich einer der (zu Recht) kopfschüttelnden Poster schon mal auf die Idee gekommen, einer Staa oder einem Richter eine Schulung anzubieten – ggf. auch kostenlos und am Wochenende? Ich weiß, das der Staat eigentlich genug Geld dafür ocker machen könnte und auch sollte. Aber bevor solche schmerzbefreiten ‘Organe der Rechtspflege’ auch an unsere Tür klopfen…

  • Jason

    @Udo: Gibt es zu diesem Fall eine offizielle Quelle? Mir scheint das doch ein wenig mysteriös. Ich kann einfach nicht glauben, dass ein Richter so daneben liegen kann.

  • Einzelhändler Stefan

    Sowas ähnliches habe ich hier im “echten” Leben. Seit zwei Tagen bekommen ich über mein Postfach den “Rheinischen Merkur” als “kostenlose Leseprobe”, ohne dass ich dort jemals meine Postfachnummer angeben oder sonstiges Interesse simuliert hätte.

    Was mache ich, wenn die auf einmal aus zwei Wochen unwidersprochenem Bezug ein Abo konstruieren?

  • http://princo.wordpress.com/ princo

    Ergänzung zum Begriff “kapern”, welcher hier anscheinend falsch verstanden wird: “kapern” bezeichnet umgangssprachlich das “in Besitz bringen” und “darüber verfügen können”. Das bedeutet nichts anderes, als daß jemand das Passwort des Mail-Accounts gehackt hat.

    Dazu braucht es nicht einmal besonderer technischer Fähigkeiten. Es ist ausreichend, wenn man irgendeinen Dienst betreibt, bei dem sich die Anwender registrieren müssen. Weil viele Anwender sehr leichtsinnig (und vergesslich) sind, wird dort gerne ein Standardpasswort verwendet.

    Und in einer sehr großen Anzahl der Fälle wird dies auch das Passwort für den Mail-Account sein.

  • 11X/13

    @princo:

    Das Paßwort braucht der Betrüger nicht – s.o.

  • Der bald auswandern wird,

    Zitat:
    “Der Polizist hat sich sehr darüber gewundert, dass allein aufgrund der Nennung meiner Adresse ein Durchsuchungsbeschluss angeordnet wurde.”

    Och, da kann ich mithalten. “Verwundert” waren jene 6 Beamten, die morgens um acht meine Wohnung durchsuchten, weil ein vermeintlicher Ebay Käufer sich um die Lieferung einer Jacke betrogen fühlte.

  • tph

    Leicht OT: Um die Pessimisten etwas zu beruhigen
    Der BGH hat eine Bewährungsstrafe für zwei Beamte als zu milde aufgehoben.
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,527942,00.html
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,527942-2,00.htmlOb das wohl Konsequenzen für die Richter und Staatsanwälte haben wird… :->

  • Hulk

    Was halten denn die Experten von folgendem Fall, den ich als Versuch einer Kaperung (meiner Identität/Adresse) verstanden habe:

    Ich erhalte im Oktober plötzlich einen Brief von Ebay (bin kein Ebay-Kunde), in dem die Eröffnung eines Kontos bestätigt wird, das ich bitte auf der angegebenen Internetseite bestätigen solle. Mein Nachname und meine Adresse stimmen, Vorname und E-Mail-Adresse nicht, Verwechslungen mit Nachbarn sind ausgeschlossen. Natürlich habe ich das Konto nicht bestätigt, insoweit ist die Kaperung misslungen.

    Aber dann ging es weiter: Ich habe versucht, die Löschung dieses Konto bei E-Bay durchzusetzen und musste feststellen, dass es keinen einfachen Weg gibt, als nicht Nicht-Kunde kostenfrei einen Kontakt mit E-Bay herzustellen. Es gibt zwar Hilfe- und Serviceseiten und Gastzugänge, aber die laufen in irreführender Weise immer wieder ins Leere bzw. werden früher oder später auf eine Seite umgeleitet, auf der man sich einloggen muss. Solange man kein Konto eröffnet hat, kommt man nicht weiter! Funktioniert hat schließlich der Trick, entgegen der ausdrücklichen Anweisung “Bitte bestätigen Sie, dass Ihre E-Mail sich auch wirklich auf das Thema bezieht: “Impressum Anfrage”” das einzige frei verfügbare Kontaktformular auf der Impressumsseite zu “missbrauchen”. Nachdem ich dort meinen Fall geschildert habe, wurde das unter Nutzung meiner Adresse beantragte Konto dann gelöscht. So weit, so gut.

    Aber was mich wundert ist, dass ein solches Unternehmen nicht zumindest wettbewerbsrechtlich von seiner Konkurrenz abgemahnt wird, weil es doch eigentlich Angaben machen muss, “die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation mit ihnen ermöglichen, einschließlich der Adresse der elektronischen Post”. Das ist definitiv nicht der Fall, denn das Kontaktformular ist mit einem prohibitiven Text versehen (nur Thema Impressum, wenn man den Betreff ändern will, landet man wieder in der Login-Schleife). Mein höflicher Hinweis aus dem Oktober hat bis heute keine Änderung bewirkt, wie jeder leicht nachprüfen kann.

  • Arne

    Die rechtlichen Probleme mit freemail Providern sind schon eigenartig. Ich habe im letzten Jahr um Auskunft zu einem freemail Account in meinem Namen (und offenbar meiner Adresse) gebeten, den ich nicht beauftragt hatte.

    Der freemailer verlangte nun, wenn ich Zugangspassworte haben oder Loeschung des Kontos veranlassen moechte, dass ich mich beim freemailer mit meinem Personalausweis identifizieren muesse. Es genuegt offenbar nicht, dass ein Postbrief an die registrierte Adresse tatsaechlich bei mir ankam.

    Dass der urspruengliche Anmelder sich eben nicht dergestalt identifiziert hat, also der freemailer den freemail-Vertrag vermutlich mit einer anderen unbekannten Person geschlossen hat, ich also auch mit Ausweis diesen Vertrag eigentlich nicht aufloesen kann, ist schon irgendwie sehr verwirrend.

    Herausgekommen ist das Ganze uebrigens nur dadurch, dass ich ploetzlich jede Menge Werbepost von einem Unterbereich der Deutsche Post Marketingorganisation bekam. Auf Nachforschung mit Hilfe des Bundesdatenschutzbeauftragten, wie die Leute zu meiner Adresse kamen, wurde dann eine Anmeldung bei einem Gewinnspiel mit der besagten email-Adresse aus dem Hut gezaubert, die im Kleingedruckten die Verwertung der Adresse fuer Werbezwecke erlaubte.

    Nach so langer Zeit ist leider nicht mehr nachzuweisen, wer mich da angemeldet hat. Kann eigentlich nur ein wohlmeinender Bekannter oder ein zwielichter Adresshaendler gewesen sein, obwohl der Aufwand fuer letzteres eher unwahrscheinlich ist.

  • Andreas

    Die Frage ist doch nicht, wo melde ich mich wie mit welcher Email oder anderweitig an.

    Als “gelernter” und schon etwas älterer “Ossi”:-)) erinnert mich diese Schilderung ganz stark an die Vorgehensweise der Stasi im Osten.
    Egal ob wahr oder nicht. Ein Gerücht reicht und schon stehen sie vor der Tür.
    Der Unterschied und das scheint mir doch zu früher sehr gravierend zu sein ist, daß heute von Kontrollinstanzen (in dem Fall Richtern) diese Machenschaften unterstützt werden.
    So oberflächlich kann man doch bewußt nicht sein, das hat System und dieses System kommt mir, wie schon gesagt, sehr sehr bekannt vor.

    Da kann ich nur allen “Wessis” zurufen: Willkommen in der Realität.

  • beyond

    @58, so würde ich es machen:

    1) Einschreiben direkt an die Geschäftsführung des Unternehmens mit Bitte um Nennung von Name und Anschrift des betrieblichen Datenschutzbeauftragten (mit Frist). Hinweis auf die Verpflichtung der Bestellung. Drohung mit Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde, wenn die Nennung nicht erfolgt.
    -> Sie erhalten hoffentlich diese Auskunft. Meistens ist das ein Anwalt.

    2) Einschreiben an diesen betrieblichen Datenschutzbeauftragten mit Vorgeschichte und Bitte um Löschung aller personenbezogenen Daten (mit Frist). Ggf. Kopie des Personalausweises beilegen. Bitte um schriftliche Bestätigung der Löschung. Ggf. Hinweis auf die Möglichkeit des Klagewegs zur Löschung der Daten.

    Meistens hilft das.

  • http://www.Spieleforschung.de Spieleforschung.de

    Das klingt wirklich unglaublich. Hausdurchsuchung, ohne dass die IP zugeordnet wurde. Ich fürchte, dass dieser Bericht auch noch stimmt. Tja, am Ende weinen alle, weil es noch heftiger kommen könnte.

  • AntichristSuperSvarni

    Dynamische Systeme weichen immer dem geringsten Druck. Wenn sich eine Gesellschaft zu unwertem und würdelosem Vieh reduzieren lässt, ohne dass irgend wer Widerstand leistet, bekommt man eben das vierte und letzte Reich.
    Ich frage mich ein weiteres mal, warum der von dieser rechtswidrigen, da offensichtlich willkürlichen und grob unverhältnissmäßigen, Hausdurchsuchung Betroffene keinen Widerstand mit Waffengewalt geleistet hat. Bindung der vollziehenden Gewalt an Gesetz und Recht ist Bestandteil der Freiheitlich demokratischen Grundordnung (Art. 20 GG). Rechtswidrige Hausdurchsuchung? => Drohung mit Gewalt => Gewalt. Art. 20(4) GG. Basta. Wenn dann irgend welche Todesschwadrone Eintreffen, hat man halt Pech gehabt. Zumindest hat man seine Grundrechte ausgeschöpft. Nichts ist widersprüchlicher, als gegen den Abbau abstrakter Rechte zu protestieren, aber den Verlust unmittelbar spürbarer Grundrechte (Leben, körperliche Unversehrheit, unverletzlichkeit der Wohnung) stillschweigend hinzunehmen. Armes Deutschlang.

  • umverteiler

    @29: Wie oldman schon sagte, kann mit einfachsten Standard-Microsoft-Email-Clients wie MS Outlook als Absender einer Mail JEDER x-beliebige Name als Absender-Emailadresse eingetragen werden, solange nur das @-Zeichen vorkommt, das wird nirgendwo gegengeprüft.

    Will heißen, ich würde mich nicht wundern, wenn allein auf Grund der “Authentifizierung durch die Emailadresse” nicht hunderte Wolfgang Schäubles an der Verfassungsklage gegen die Vorratsdatenspeicherung teilgenommen hätten ;-)

  • http://www.finest-silver-gallery.com uf

    na…. dann können wir ja eigentlich nur warten bis sie bei uns vor der Haustür stehen.

  • umverteiler

    @71: Niemand braucht eine Emailadresse zu “kapern”, man braucht sie z.B. nur aus dem Impressum einer Homepage zu entnehmen.

    Und schon schreibe ich allen Forumsteilnehmern als Udo Vetter mit “offizieller Emailadresse”. Die “offizielle” Emailadresse, die notwendig ist zum Schreiben dieses Kommentars lautet ja auch “Angela.Merkel@bundestag.de” ;-)

  • allo

    warum Hausdurchsuchung? Hätte doch gereicht erst mal Mahnung schriftlich an Accountinhaber zu leiten. Der hätte dann protestiert nicht Herr X zu sein, und es wäre gut gewesen. Mehr Anhaltspunkte als die E-Mail-Addresse gab es ja wohl nicht.

  • kurti

    Für die Arbeit als Hintergrundprozess kann die Anzahl heruntergesetzt werden, stehen alle Ressourcen zur Verfügung kann mit bis zu 99 parallelen Prozessen gearbeitet werden.

    Auch die Erfassung von passwordgeschützten Websites oder die Arbeit über einen Proxyserver stellen für den Email-Grabber kein Problem dar.

  • tippgeber

    man schaue sich für alle sachen die eine mailadresse verlangen einmal mailinator.com an….so als tipp ;)

  • http://everflux.de/ Thomas

    Immerhin hatten die Rechnungen einen Empfänger eingetragen – ich schlage mich seit Wochen mit Beschwerden zu Rechnungen des Ursprungs “Xiedo Media” herum.
    Dort werden Menschen per Email Rechnungen zugestellt, wenn sie in verschiedenen Kontaktbörsen ihre Email Adresse einsehbar hatten/haben. ( http://everflux.de/xiedo-rechnung-fur-myboysfriendcom-467/ )
    Vielleicht wäre der Schritt vorwärts zu “Rechnungen sind nur als Post-Einschreiben zulässig” eine Lösung. Ich bin sicher auch Unternehmen wie PIN wären begeistert.

  • Entschädigung

    Wie sieht es denn eigentlich mit einer Entschädigung aus ? Die Verletzung der Privatsphäre und der zeitliche Aufwand zur Entkräftung der Anschuldigungen könnten doch eine finanzielle Entschädigung rechtfertigen. Oder nicht ?

  • http://bildschirmschoner-bildschirmschoner.de Bastian

    Für den Fall der Fälle könnte man sich ja auf einen Besuch der Polizei vorbereiten und ne Schachtel Merci in den Tower packen. Am besten noch mit einem Zettel versehn: Finger Weg! Ist für die Hausdurchsucher!

  • http://www.spieleforschung.de Spieleforschung.de

    Das schlägt ja hohe Wellen. Gibt es noch mehr Infos zu diesem Fall?

  • http://www.noamik.de noamik

    Das mit den Merci ist nur eine begrenzt gute Idee. Typische Temperaturen in einem PC-Gehäuse liegen zwischen 35 und 40 °C, und das auch nur, wenn sie dem ATX-Standard genügen. Die Durchsucher dürften nach 2-3 Monaten Lagerung nicht mehr viel Freude dran haben.

  • Kubaa

    Und dem Vegetarier legt man paar Möhren rein :D

  • Kubaa

    Bei manchen leuten stehen auch peilwagen vor der tür so wegen wlan mp3 und film tausch habe ich gehört. wie sieht es da aus mit hausdurchsuchung ?

  • Amy

    verteilung von porno bildern ist ja auch verboten. und wird verfolgt so ein gesetz ist hier: http://www.jura.uni-saarland.de/Entscheidungen/Bundesgerichte/BGH/strafrecht/bgh46-01.html
    also ob man das über wlan macht oder wie auch immer ist egal.

  • Amy

    anonym im netz ist man ja lange nicht mehr: http://www.medialing.com/info_filesharing.php#anonym

  • scherzkeks

    ich finde leute immer noch lustig, die dem richtervorbehalt irgendetwas positives beimessen. solche fälle reichen, um die wirksamkeit eindeutig zu widerlegen.

    der eingriff ist immens. ich bin dafür, solchen fehlern und schlampigkeiten von polizisten, richtern und staatsanwälten sehr saftige schadensersatz und mentale wiedergutmachungszahlungen folgen zu lassen.

    hausdurchsuchung, nachträglich unberechtigt: gleich mal 50.000 € an den durchsuchten.

    alles andere ist stasi. und “kann ja mal passieren” hat gefälligst nicht als rechtfertigungsgrund zu gelten, wenn staatlicher seits solch ein unrecht passiert.

    der staat hat sich gefälligst mal zu zügeln!

    so.

    frohes landtagswahljahr!

    der scherzkeks

  • http://www.Spieleforschung.de Spieleforschung.de

    In anderen Fällen (Kindesentführung, Terroranschlag etc.) würden die meisten einer schnellen Hausdurchsuchung beim geringsten ernstzunehmenden Verdacht zustimmen, oder? Kommt natürlich auf den Einzelfall an.
    Eine Bekannte hat einen Zugriff der Polizei der delikaten Art miterlebt. Die Polizei dachte, sie würde ein illegales Bordell stürmen, stattdessen wurde da gerade eine Party vorbereitet. Hat es wohl einen falschen Tipp gegeben. Das Schlimme war aber die Härte des Zugriffes: Alle Anwesenden mussten sich auf den Boden legen, Hände über den Kopf und wurden von dunkel gekleideten Menschen mit der Waffe bedroht. Ich konnte später genaue Details zum Vorgehen lesen. Die Bekannte war leicht traumatisiert von diesem Erlebnis. Eine Entschuldigung für dieses Missverständnis gab es meines Wissens nicht.

    Wie verhält es sich denn nun? Die Exekutive scheint ja ziemlich viel zu dürfen, wenn ein Verdacht vorliegt.

    Beste Grüße, Christian

  • willnichterkanntwerden

    ich bekam schonmal mit der polizei zu tun,weil ich das urheberrecht angeblich verletzt hätte,dabei habe ich mir gelegendlich nur freeware aus dem internet besorgt,hinterher flog auf,das mein w-lan router unsicher gewesen ist und sich jemand bei mnir eingeschleust hatte und von dort aus kräfitig das internet aufgeräumt hat. ich habe eine sehr hohe strafe bekommen,weil ich keine ahnung hatte,das mein router unsicher war und gesagt wurde nur,ich sei selber schuld,ich hätte den eigendlichen täter ja sogar dazu eingeladen…. soviel zur deutzschen justiz,wenn man mal keine ahnung hat,wird man gleich bestraft,heute habe ich ahnung und räume selbst das netz leer,wo es nur geht, ich lasse mich aber deswegen nicht mehr erwischen!!! ich sage nur,jeder ist selber schuld,wenn er sich bei was erwischen lässtund keine ahnung hat!!!!

  • Matthias

    vor einigen tagen bin auch ich “opfer” einer hd geworden. leider muss ich bestätigen, dass die durchsuchung (so peinlich sie sein mag) die geringste last war.
    man nahm mir meinen pc, festplatten etc weg. und das alles nur weil mich meine exfreundin angezeift hat. ich hätte angeblich eine email in ihrem namen versendet und sie somit in verruf gebracht.
    ich bin student und habe lange auf diesen pc gespart. ausserdem benötige ich ihn für diverse arbeiten (auch diplomarbeit war bereits begonnen). da kann doch von verhältnismäßigkeit wohl keine rede sein. ein solch massiver eingriff wegen einer email?!?
    aber das eigentlich schlimme daran (klingt zwar nach weichei, is aber so): ich fühle mich in meiner wohnung überhaupt nicht mehr sicher. ich schrecke bei jedem klingeln, bei schritten im haus etc. zusammen und zittere. macht es sinn sich einen neuen pc zu kaufen wenn doch jederzeit die staatsmacht kommen und sich nehmen kann was immer sie will?!?!?!?
    mein vertrauen in dieses system mit seinen gewalten ist dahin.

    und ob ich meinen computer jemals wieder bekommen werde steht wohl auch in den sternen.

  • stefanie beckenbauer

    ich find des sch

  • http://haus.durchsuchungen.de/ Markus Müller

    Siehe auch http://haus.durchsuchungen.de/. Ganz normal was da passiert ist, nicht sehr verwunderlich wenn man bedenkt wie Richter (zumindest vom Amtsgericht) mit dem Internet umgehen.

  • Jürgen Müller

    Hallo, ich bekomme vor wenigen Tagen meine E-Mailadresse von Tele2 gesperrt weil diese Freemailadresse, die ich seit etwa 10 Jahren hatte, angeblich zu einem Internetanschluß gehört, der erst vor ca. 3 – 4 Jahren eingerichtet wurde.
    Muss ich das verstehen????
    Ich bin ein sehr aktiver Internetnutzer, bekomme jetzt aber Zweifel, dass es vielleicht besser (sicherer) ist, dort fern zu bleiben.
    Jürgen

  • The Anonymos

    Tja, wenn die Amtshaftung für Richter UND Staatsanwälte nicht von staatlicher Seite kommt, wird sie irgendwann von bürgerlicher Seite kommen.

    Evtl. hat der eine oder andere schon mitbekommen wie hilflos der Staat in der Sache iSharegossip.com ist.
    Wenn jemand einen Pranger für Richter, Staatsanwälte usw. eröffnet kann jeder Bürger dort anonym Daten eintragen.
    Ja, auch seine Wohnadresse, Foto, Telefonnummer, Name des Ehepartners, Nummernschild usw..
    Dazu sein(e)/ihr(e) Vergehen.

    Ich freue ich schon drauf…

    Es reicht eine Adresse in den Benutzerdaten.
    Sehr praktisch.
    Startet man einfach OperaTOR oder TORpark, registriert sich eine Emailadresse mit dem Namen und Adresse seines Feindes, nimmt diese ominösen “Leistungen” mit dieser Email in Anspruch (welche Leistungen gibt es online ohne vorher zu zahlen die nicht eh Abzockfallen sind?) und freut sich über den Ärger seines Feindes.
    Am besten setzt man noch ein paar Verstöße gegen StGB §§ 85/90a/130/140 in Foren.
    Damit das nicht zu Plump wirkt, wartet man nach der Registrierung der Email evtl. noch ein paar Wochen oder Monate. “Plausibilität” ist hier das wichtigste.
    Aber wenn der Polizei bzw. einen Dummrichter schon die Adresse reicht… Wie heißt der Richter? Evtl. lässt sich seine Adresse ermitteln…

    Was man dagegen machen kann? So viele Amtsträger in Polizei und Justiz auf diese Weise belasten.
    Wenn regelmäßig Polizisten, Richter und Staatsanwälte auf diese Weise mit “Straftaten” versehen werden (Ordnungswidrigkeit: Müllbeutel mit Schriftstück mit dessen Namen in die Stadt legen), werden solche Anklagen und Durchsuchungsbefehle wohl weniger.
    Schickt dem Richter, Polizist usw. doch mal Drogen (Mate-Tee aus Bolivien…), Nazikram usw. aus dem Ausland.

    Am besten jedem Richter der so etwas macht. Dann überlegt er beim nächsten Haussuchungsbefehl usw. darüber nach was ihm deswegen blühen könnte.

    @Fröschlein

    Solche Fälle sollte man immer unter Nennung des vollen Namens des Staatsanwaltes und seinem Gericht machen!
    Das ist niucht nur legitim, sondern auch legal. Was man auf so einer geschilderten Seite die nicht durch die Deutschen Behörden geschlossen werden kann noch veröffentlicht ist eine andere Sache…

    @Karl Klammer

    “Projektion”. Die Ermittler und Staatsjuristen sind so Saudumm dass sie von sich auf andere schließen.
    Also dass jemand so blöd ist und nicht bedenkt dass er auch über den EMailprovider identifiziert werden kann.
    Also mit TOR-IP registrieren, aber eine Email nutzen die man vorher schon x mal ohne TOR geöffnet und registriert hat.
    Das wäre ein ganz dummer Fehler. Außer es handelt sich um einen ausländlichen Emailprovider und der weigert sich mit Deutschen Behörden zu kooperieren. Aber da sollte man genau wissen wie der eigene Provider reagiert.

    Will man jemand etwas anhängen, könnte man sich auch das zur Wohnadresse des Feindes nächste offene WLAN suchen und das nutzen.
    Das ist zwar nicht sein Zugang, aber die Ermittler könnten sich ja denken dass er sich den nächsten offenen Zugang gesucht hat.

    Das zeigt ganz klar wie gefährlich man in Deutschland lebt wenn es jemand drauf anlegt “Die Teufelin” zu spielen…

    P.S.:
    Für ca. €150/Jahr (um die 12-13 Euro im Monat) erhält man einen VPN-Proxy-Zugang (“Tunnel Service” bzw. “OpenVPN”). Man kann dan seinen kompletten Internetverkehr direkt im Router über diesen Server im Ausland leiten.
    Egal ppb Notebook über WLAN, PC am Netzwerkkabel oder Smartphone per WLAN, alles läuft z.B. über einen schwedischen oder US-Amerikanischen Server. Und damit auch über deren IP.
    Wenn man da nicht wirklich eine sonst schon gebrauchte Email angibt, ist man bei vielem sicher.

    Am besten ihr sorgt vor.
    Versteckt Kameras die automatisch aufzeichnen können. Am besten Zig Stunden in Schleife inkl. Bewegungsaktivierung und Tonaufzeichnung. Dann veröffentlicht man das später unzensiert im Internet.
    Die Chance auf Szenen wo die nicht gut rüberkommen ist gegeben.
    Gibt X “Spielzeug” für verhältnismäßig kleines Geld. Evtl. max. €150, evtl. auch schon XX Euro. Könnte man in ein Loch in die Wand (68mm Dosenbohrer für Steckdosen…) einbauen, und Tapete mit Mikroloch drüber.
    Dann noch Daten nur auf einem NAS (Netzwerkspeicher) speichern. Ist es über WLAN angebunden, kann es überall versteckt werden. Auch außerhalb der eigenen Wohnung und “Nebengelasse”.
    Sollen sie die Hardware mitnehmen, alle Daten wären dort. Bis auf LOgs, Verlauf usw. im Betriebsystem. Evtl. kann man aber auch das Betriebssystem ganz über das NAS starten. Dann müsste evtl. nicht mal eine HDD im Gerät sein. Die würden sich aber schwer wundern ;D .

    Auch schön:
    Fotos und Videos mit grausamen Verstümmelungen und fiesen Leichenbildern auf den Rechner packen.
    Am besten natürlich solche von Polizisten. Das wird dich sicher nicht unberührt lassen (egal ob mit oder ohne Polizisten). Evtl. auch als Hintergrundbild eines Gastzuganges. Wenn die nicht mit dem eigenen reinkommen, nehmen die wohl den. Wenn sie nicht gleich eine Boot-CD nehmen.