10.1.2008

Tauschbörse für Handykarten hilft gegen Überwachung

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung organisiert eine Handykarten-Tauschbörse. Wer eine freigeschaltete Prepaid-Karte mit mindetstens zehn Euro Guthaben einsendet, erhält innerhalb weniger Tage eine entsprechende Karte zurück.

Hierdurch soll zumindest in Teilen wieder eine (anfängliche) Anonymität beim Telefonieren hergestellt werden. Der Arbeitskreis weist darauf hin, der Kartentausch sei legal. Das ist korrekt.

Allerdings trägt jeder Teilnehmer das Risiko, dass der Empfänger seiner Karte ins Visier von Ermittlungsbehörden gerät. Die Behörden haben als ersten Anlaufpunkt oft nur die Registrierungsdaten der Mobilfunkfirma.

Der Arbeitskreis selbst will keinerlei Daten speichern und auch keine Adresslisten führen.

29 Kommentare zu “Tauschbörse für Handykarten hilft gegen Überwachung”

  1. Euripides meint: (10.1.2008 um 12:48) AntwortenReply to this comment

    Für einen Geheimdienst wäre es sehr interessant, selbst so eine Aktion durchzuführen. Auf die Art und weise erhält man erstens Namen und Adresse der richtigen Handy-Besitzer und zweitens eine Liste von Personen, die anonym telefonieren wollen. Und die betroffenen Nutzer erzählen über Handy vielleicht Dinge, die sie sonst nicht per Telefon preisgeben, weil sie sich ja anonym wähnen.

  2. Lutz Baier meint: (10.1.2008 um 13:05) AntwortenReply to this comment

    Das nenne ich doch mal eine gute Idee!
    Nur schade, dass ich kein Handy habe, sonst würde ich es sofort machen.
    Ich bin noch auf den guten alten Festnetzanschluss angewiesen.
    Aber auch der lässt sich "anonymisieren".
    Langsam wird es in diesem Stasi-Schnüffel-Land echt ungemütlich!
    Bei allen was man tut muss man überlegen, wie man die Schnüffler abhängt.
    Immer öfter ertappe ich mich mit der Schere im Kopf. Am Telefon spricht man nur noch halbe Sätze, Mails werde über komische Server in Togo verschickt. Diverse Webseite nur noch über Anonymisierer aufgesucht….
    Lustig ist was anderes!

  3. moritz meint: (10.1.2008 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    wers nötig hat..

  4. TheDoctor meint: (10.1.2008 um 13:17) AntwortenReply to this comment

    Letztlich kurieren am Symptom, nicht am Problem.

    Das gilt aber sowohl für die gesetzlichen Regeln zur Registrierung und deren Ausführung, als auch für diese Lösung.

    Insgesamt wäre mir das Mißbrauchspotenzial zu hoch.

    Es stellt sich hier halt die Frage des Eingriffes mit den minimalstens Nebenwirkungen.

    - Registrierung
    - ISM Catcher
    - Vorratsdatenspeicherung

    Da ist eine Registrierung (beim Provider, kein automatisches Durchreichen an den Staat !) wohl akzeptabel.

  5. Detlev T. meint: (10.1.2008 um 13:21) AntwortenReply to this comment

    Keine gute Idee. Da steht zu befürchten, dass sich auch diejenigen dort eine SIM-Karte besorgen, die wirklich "etwas zu verbergen" haben. Und kommt man so in das Überwachungsprogramm eines Geheimdienstes wie Verfassungsschutz oder BKA, nützt einem die Legalität der Maßnahme gar nichts. Und die Erfahrung lehrt, dass gerade die Unschuldigen in solchen Fällen in der Regel den massivsten und längsten Eingriff in die Privatsphäre erleiden, weil alle Ermittlungsmaßnahmen zwangsläufig keinerlei Beweise zu Tage fördern.

    Ich werde da jedenfalls nicht mitmachen.

  6. princo meint: (10.1.2008 um 13:34) AntwortenReply to this comment

    Lustigerweise besteht die theoretische Chance, nach einigen Tauschzyklen seine eigene Ursprungskarte wieder zu bekommen ;-)

  7. späburgunder meint: (10.1.2008 um 13:43) AntwortenReply to this comment

    leicht ot: stimmt es eigentlich, dass nach eienr straftat im rahmen der ermittlungen mobilfunkzellendaten abgefragt werden, um "zeugen", die sich zur tatzeit dort aufgehalten haben, vorzuladen?

  8. der echte n.n. meint: (10.1.2008 um 13:51) AntwortenReply to this comment

    wenn man da mitmacht, steigt das risiko dramatisch, dass man sich damit eine HD ins haus holt ….

  9. Jens Ferner meint: (10.1.2008 um 13:55) AntwortenReply to this comment

    Ich hoffe, keiner ist so dumm und macht da mit. Viel Spass dem, dessen getauschte Karte für Telefonterror genutzt wird. Oder ein "Spassbold" ruft damit in einem bahnhof an und droht mit einer (nicht existenten) Bombe. Ihr könnt das für euch zuständige SEK auch einfach auf einen Kaffee einladen wenn ihr die mal kennen lernen wollt.

    Deutschland ist klein, wenn ihr ruhe haben wollt kann man fast von überall her mal kurz ins Ausland fahren und sich dort eine PrePaid Karte kaufen.

  10. Hendrik P meint: (10.1.2008 um 14:33) AntwortenReply to this comment

    Sicher ist das Missbrauchsrisiko hier nicht zu vernachlässigen. Aber immerhin erhält man von der Tauschbörse auch ein Bestätigungsschreiben über den Eintausch der alten Simkarte. Damit sollte man das SEK oder die Kripo schnell wieder nach Hause schicken können. Obwohl, wenn man hier manchmal liest, wie begrenzt die Einsichtsfähigkeit mancher Ordnungshüter ist, können da natürlich Zweifel bleiben.

  11. Detlev T. (nochmal) meint: (10.1.2008 um 15:02) AntwortenReply to this comment

    @13 (Hendrik P.)
    "Damit sollte man das SEK oder die Kripo schnell wieder nach Hause schicken können."
    Hängen die dann auch die Tür wieder ein? ;-)

  12. Der mit dem Handy telefoniert, meint: (10.1.2008 um 15:23) AntwortenReply to this comment

    Also, bei meinem letzten Handykauf wurde lediglich um Ausfüllung eines Formulars gebeten:

    Michael Meier
    Bogusgasse 19
    47760 London

    Hab ich alles gemacht. Kein Problem.

  13. Malte meint: (10.1.2008 um 18:10) AntwortenReply to this comment

    Also solange man einige Discounter-Prepaidkarten problemlos auf absolute Fantasienamen und Adressen registrieren kann sehe ich für eine solche Börse praktisch keinen Bedarf.
    Auch wenn man damit vermutlich gegen die AGB der Anbieter verstößt.
    Mir jedenfalls wäre es das Risiko durch den Missbrauch meiner dort abgegeben Karte ins Visier der Strafverfolgungsbehörden zu gelangen nicht wert!
    Zudem gibt es im nahen Ausland oft auch Prepaidkarten ohne jede Registrierungspflicht.

  14. Hobbyjurist meint: (10.1.2008 um 18:43) AntwortenReply to this comment

    Eine Tauschbörse für Handykarten? Wie niedlich.
    Die Vorratsdatenspeicherung ist doch vor allem eine politisch und nicht eine technisch zu lösende Angelegenheit.

  15. Airfix meint: (10.1.2008 um 19:39) AntwortenReply to this comment

    @15
    Meine Frau hat als Ausländerin mit ihrem deutschen Führerschein als Ausweispapier eine Prepaid Karte gekauft.
    Und dann noch mit dem Mädchennamen unterschrieben…
    "Bogusgasse" ist aber noch toller.
    In Hamburg kann man auch so von vertrauenswürdigen Menschen beliebige Mengen von Handykarten erwerben.
    Außerdem reicht in Hamburg meine Auskunft, um mich beim Amt umzumelden :-)

  16. persönliche Daten beim ISP hinterlegt. meint: (11.1.2008 um 14:22) AntwortenReply to this comment

    Aber ich hab doch nix zu verbergen! ;-)

  17. Datenfunk hat Zukunft meint: (11.1.2008 um 18:07) AntwortenReply to this comment

    Allen "Privatiers" sei gesagt, anonyme SIM-Karte und anonymes Mobiltelefon/"UMTS-Device" (wegen gespeicherter IMEI) reichen vollauf, um anonym zu surfen.

    Wer dann allerdings sein Postfach aufruft mit Passwortabfrage, kann sich gleich über die Tauschbörse eine neue Prepaid-Karte holen.

    Beim Festnetzanschluß kommt natürlich keiner an vollständiger Authentifizierung vorbei, daher lohnt es sich, Aktien von Mobilfunkdienstleistern zu kaufen, der Datenfunk wird nach der überteuerten UMTS-Auktion doch noch ein ganz gutes Geschäft für die Mobilfunkfirmen.

  18. Benj meint: (12.1.2008 um 11:07) AntwortenReply to this comment

    @späburgunder:
    ist mir leider schon passiert…

  19. systemspion meint: (28.1.2008 um 19:40) AntwortenReply to this comment

    Es ist echt unglaublich, wie sich unser Staat – eigentlich die gesamte westliche Welt – in den letzten Jahren entwickelt hat und worauf sie immer mehr zusteuert.

    Wir alle sollten zusammen etwas dagegen unternehmen und langsam aufstehn und uns wehren.

    Auch wir versuchen das Thema so umfänglich wie nur möglich zu beleuchten
    http://blog.antivorratsdatenspeicherung.com

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