13.3.2008

Er ist dann mal weg

Ein guter Bekannter von mir verlässt Deutschland in Richtung Asien. Er hat dort einen Job gekriegt. Für unwesentlich mehr Geld als für seine bisherige Tätigkeit in Deutschland. Aber von der Kaufkraft her mutiert er zum Mitglied der Oberschicht.

Früher wäre es keine Frage gewesen, dass man bei so einem Schritt erst mal ein Standbein in Deutschland behält. Aber nicht so bei ihm. Wohnung und Auto sind verkauft, Verträge gekündigt und die wenigen Dinge, die es sich mitzunehmen lohnt, auf dem Weg.

Bei einem, den der Gerichtsvollzieher sucht wird und der keine Freunde hat, wäre das alles nicht erwähnenswert. Aber der Bekannte ist eigentlich genau das Gegenteil. Ein etablierter Spießer eben.

So gut wie nach seinem Entschluss, sagt er zum Abschied, habe er sich seit Jahren nicht gefühlt.

48 Kommentare zu “Er ist dann mal weg”

  1. Judas meint: (13.3.2008 um 08:44) AntwortenReply to this comment

    Oh ja, das kenne ich. Da merkt man erst, welche Last doch der ganze angesammelte Plunder sein kann. Wenn man dann allerdings wiederkommt, fehlt a) doch das eine oder andere liebgewonnene Stück, und b) geht die Sammlung gerade wieder von vorne los.

  2. MArtin meint: (13.3.2008 um 08:56) AntwortenReply to this comment

    Meine Erfahrung ist: Man weiß erst, was man an Deutschland hat, wenn man im Ausland gelebt hat. Regeln und soziales Netz sind was tolles. Und wenn sich dann noch die Mehrheit daran hält und nicht jeder einen Flachbild-Fernseher und ein nagelneues Auto haben und Superstar sein muss, dann geht's uns eigentlich ganz gut.

    Und ich war nur 7 Monate in Südkorea…

  3. Kritzel meint: (13.3.2008 um 09:04) AntwortenReply to this comment

    @2
    Geht mir nach 1 Jahr Portugal auch so.
    Allerdings ist das schon 10 Jahre her. Die Begingungen in Sachen Soziales Netz und Superstar haben sich in der Zeit allerdings stark geändert. Die Überlegung, ins Ausland zu gehen ist daher schon wieder da, nur anders. Es spricht ja nichts dagegen, es beim nächsten Mal besser zu machen.

  4. F.R. (Psycho-Blog) (Link) meint: (13.3.2008 um 09:04) AntwortenReply to this comment

    Warten wir mal die Verfilmung ab.

    Zuerst bei "GOODBYE DEUTSCHLAND – Die Auswanderer" auf VOX und jetzt neu: "Die Rückwanderer" … jeden Di um 21.15 Uhr … 8)

  5. Jan (Link) meint: (13.3.2008 um 09:07) AntwortenReply to this comment

    Ja da gehört schon was dazu, wirklich alles abzubrechen. Anders sieht das aus mit einem Expatriate-Vertrag, zeitl. befristet, da weiß man auch "im tiefsten Busch", dass bald wieder deutsches Brot auf den Teller kommt (und das fehlt mir schon hier in Polen!).
    Wie auch immer, immerhin hat man dank Internet und Co. noch eine Nabelschnur nach Hause…

  6. mez meint: (13.3.2008 um 09:14) AntwortenReply to this comment

    Bei meinem letzten Umzug – zwar innerhalb Deutschlands – hab ich all mein Hab und Gut auf die Müllkippe gefahren. Alles was übrig war waren zwei Pappkartons und meine Kleidung. Ich hab mich lange nicht so frei gefühlt. Besitz kann einem viel Freiheit nehmen. Hat man ein Haus muss man sich ständig drum kümmern, hat man eine eigene Firma kann man nichtmal befreit Urlaub machen weil man ständig in Sorge ist ob im Betrieb wohl alles läuft usw.

    Reich ist nicht unbedingt der der viel hat, sondern auch der der wenig braucht.

  7. Dutchie meint: (13.3.2008 um 09:18) AntwortenReply to this comment

    Den Bekannten kann man nur beglückwünschen. Wohne selber seit fast zwei Jahren in den Niederlanden und fühle mich pudelwohl ;-)

    Allerdings sollte man sich auf so nen Schritt gut vorbereiten, sonst droht Übel à la "Wie macht man im Ausland ein kleines Vermögen? – In dem man ein großes Vermögen aus Deutschland mitnimmt!"

    Mein Niederländisch war zB bereits vor der Auswanderung beinahe auf Muttersprachlerniveau – will heißen ich bin hier mittlerweile vollständig integriert. Auffällig viele andere Deutsche, mit denen ich ab und an zusammentreffe, verkehren hingegen in deutschen Parallelgesellschaften – die gucken sich lieber die Bundesliga über Satellit an, als sich mit niederländischen Freunden Ajax ./. Feyenoord anzugucken. Ist fast schon wie bei manchen ehemaligen Gastarbeitern in Deutschland *ggg* Deutschland vermissen tu ich übrigens überhaupt nich – ich wär zwar innerhalb einer Stunde in Deutschland, war aber das letzte halbe Jahr kein einziges Mal mehr dort ;-)

  8. keiner meint: (13.3.2008 um 09:35) AntwortenReply to this comment

    @5 Brotbackmischungen gibbet bei Al*i oder sonstwo im deutschen Supermarkt… Brot ist wirklich ein schwieriges Thema, aber sonst.. Probleme gibt es erst wieder, wenn man einen Arzt braucht und dann gerne in seiner Muttersprache verhandeln würde…

  9. RA JM (Link) meint: (13.3.2008 um 10:11) AntwortenReply to this comment

    Wen wundert's wirklich – nicht zuletzt angesichts der politischen Szene.

  10. bru meint: (13.3.2008 um 10:12) AntwortenReply to this comment

    Das mit dem Brot ist doch Quatsch. In Deutschland wurde vernünftiges Brot irgendwann Ende der 90er stillschweigend abgeschafft, und keiner hat sich beschwert.

  11. Tano meint: (13.3.2008 um 10:12) AntwortenReply to this comment

    Recht hat er!

  12. aussi meint: (13.3.2008 um 10:16) AntwortenReply to this comment

    Ich hab das vor 5 Jahren Richtung Australien so gemacht. Beste "grosse" Entscheidung die ich je getroffen habe.

    @8: ALDI hat es hier auch gleich um die Ecke. Aufbau und Sortiment praktische identisch zu denen in Deutschland.

  13. Perainor meint: (13.3.2008 um 10:19) AntwortenReply to this comment

    Ich beglückwünsche ihren Bekannten zu dieser doch sehr guten Entscheidung :-)

    lg
    Perainor

  14. Lionel Hutz meint: (13.3.2008 um 10:36) AntwortenReply to this comment

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zu der Entscheidung, wobei Asien natürlich schon eine große Umstellung ist. Schade ist nur, dass die deutsche Politik immer schlechter werden wird, solange hier die Leute bleiben, die die Zustände in diesem Land schön reden.

    @4: Das bizarre an den Auswanderershows ist ja, dass sich dort genau die Leute fürs Fernsehen prostituieren, deren Vorhaben ziemlich wenig aussichtsreich erscheint (keine bis rudimentäre Sprachkenntnisse, weder Kapital noch Business Plan für geplante Existenzgründung). Die sind dann zwar nach 12 Monaten willkommenes Futter für die Rückwanderershows, aber es ist nicht repräsentativ für den typischen Fall des heutigen Auswanderers. Dieses Land hat tatsächlich ein "brain drain"-Problem. Schade nur, dass man als Jurist nicht so mobil ist, wie andere Berufsgruppen …

  15. Dutchie meint: (13.3.2008 um 10:40) AntwortenReply to this comment

    @ 15: "Dieses Land hat tatsächlich ein “brain drain”-Problem."

    Richtig, bin Rechtsanwaltsfachangestellter und habe zwei Studienabschlüsse ;-) Danke Deutschland für das Sponsoring ;-)

  16. Ralph (Link) meint: (13.3.2008 um 10:47) AntwortenReply to this comment

    vielleicht hat er das gemacht gerade WEIL er ein spiesser war, bzw sich so langsam wie einer gefühlt hat.

    (früher nannte man das midlife-crisis glaube ich, habe ich seid ich 16 bin ;)

  17. keiner meint: (13.3.2008 um 10:52) AntwortenReply to this comment

    @L. Hutz:

    Das ist VORAUSSETZUNG, um bei diesen Shows genommen zu werden. Ich kenne eine Familie, die wurde nicht akzeptiert, Begründung: Die Auswanderung sei zu gut geplant…. Die WOLLEN solche Chaoten, die sich öffentlich zum Deppen machen.

  18. Mathias meint: (13.3.2008 um 10:53) AntwortenReply to this comment

    Ich lebe gerne in Deutschland. Ich durfte Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Ich habe ein festes Dach über den Kopf und bekomme jeden Monat von meinem Arbeitgeber Geld auf mein Girokonto. Das Geld kann ich an vielen Geldautomaten abheben und mir davon viele schöne Dinge kaufen. Mir wird im Handel eine Unmenge an Wurst-, Fleisch- und Käsesorten angeboten. Ich bekomme Gemüse, Obst und andere gesunde Ware zu Spottpreisen. Ich mach den Wasserhahn auf und bekomme astreines Trinkwasser. Ich habe einen PC und andere elektronische Unterhaltungsmedien, die ich nur in die Steckdose stecken muss und dann auch funktionieren. Wenn ich krank bin, kann ich zu einem Arzt gehen und werde versorgt. Wenn ich einen Unfall habe, werde ich vom Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Ich kann durch den Wald spazieren ohne mir große Gedanken über etwaige gefährliche Tiere machen zu müssen. Ich kann an einem sonnigen Tag gemütlich durch die Gegend laufen ohne mich vorher mit Sunblocker 50 eingeschmiert zu haben. Es gibt in nahezu jeder größeren Stadt Kinos, Museen, Teather und andere wertvolle kulturelle Einrichtungen, die ich nutzen kann. Mein Land lebt in freundschaftlicher Weise zu seinen Nachbarstaaten.

    Ich liebe Deutschland!

  19. Dutchie meint: (13.3.2008 um 10:57) AntwortenReply to this comment

    @ 19: Glaub ich auch. Ich hatte vor meiner Auswanderung meine Möbel im Kleinanzeigenteil einer Zeitung ("wegen Auswanderung zu verkaufen"). Ruft mich so ne Tante von ner Produktionsgesellschaft an, sie wären auf der Suche nach Kandidaten für ne Auswanderer-Doku… Mitmachen wollte ich wohl, nachdem sie aber erfuhr, dass ich alles so gut durchgeplant hatte, dass ich inkl. An-/Ab-/Ummeldungen innerhalb von drei Tagen "umgesiedelt" sein würde, war Ende…

  20. D.K. meint: (13.3.2008 um 10:59) AntwortenReply to this comment

    20: Psst, nicht so laut, man könnte meinen du wärst sogar stolz drauf. Und was dann passiert, weiß man ja… ;)

  21. Robert meint: (13.3.2008 um 11:28) AntwortenReply to this comment

    @20:
    Ok, dann mal abwarten, bis die Rente kommt!
    Ab dann Schaufensterbummel (einkaufen ist nicht mehr), Lesen ja, aber nur tagsüber, weil Strom ist zu teuer. Fernsehen geht auch nicht mehr und Telefon/PC kann man sich dann auch nicht mehr leisten.
    Ärzte werden dich dann auch nur noch rudimentär behandeln (oder bist Du privat versichert?).
    Auf den Rettungswagen darf man heute als Herzinfarktpatient auch schon 30 min warten.
    Die einzige kulturelle Einrichtung die Dir bleiben wird ist die Parkbank vor'm Haus, für alles andere ist nämlich kein Geld mehr da!

  22. R.A. meint: (13.3.2008 um 11:28) AntwortenReply to this comment

    @20, Mathias:
    > Ich habe ein festes Dach über den Kopf …
    > Das Geld kann ich an vielen Geldautomaten
    > abheben …
    > Mir wird im Handel eine Unmenge an Wurst-,
    > Fleisch- und Käsesorten angeboten …
    Und es gibt fließend Wasser und der Strom kommt (noch) aus der Steckdose.

    Wahnsinn.

    Ich lebe ja auch ganz zufrieden in Deutschland und schätze gewisse Vorteile.

    Aber diese naive Schilderung hört sich an, als hättest Du noch nie einen Fuß über deutsche Grenzen gesetzt und erwartest, daß der Rest der Welt barbarische Wildnis ist.

  23. Singapore Slinger meint: (13.3.2008 um 11:44) AntwortenReply to this comment

    Genau diesen Schritt haben wir in Kürze vor uns (es geht in einen südostasiatischen Stadtstaat). Nach der Kündigung sämtlicher Dauerverträge, der ersten Steuerberatung und den vollständigen Umzugsplanungen stellt sich in der Tat ein Gefühl der Befriedigung ein…besonders, wenn man seinen deutschen Steuerbescheid für 2006 in den Händen hält. Die Infrastruktur in unserem Zielland ist übrigens trotz (manche würden sagen, gerade wegen) der niedrigen Steuern auf westlichem Standard.

  24. 321 meint: (13.3.2008 um 11:45) AntwortenReply to this comment

    @20, Matthias – ich kann Dir insgesamt nur recht geben.

    Das heißt aber weder das es woanders immer schlimm ist oder das hier alles gut ist -

    Es kommt einfach darauf an was man will und wo man sich wohlfühlt.
    Ich bin vielleicht ein Spießer – aber nach Studium und Referendariat mit ziemlich vielen Ortswechseln – fühle ich mich da wo ich bin insgesamt einfach wohl.

    Natürlich ist nicht immer alles in Ordnung und man kann manches verbessern – aber ich der festen Überzeugung das das Gras auf der anderen Seite des Zaunes auch nicht grüner ist.

    Ballast loswerden hilft aber beim Wohlfühlen ungemein – erst neulich haben wir ca. 5 Faltkisten an Büchern und Zeitschriften weggehauen die wir aller Wahrscheinlichkeit doch nie wieder angucken werden. Aber keine Sorge eine kleine Bibliothek ist es mit ca. 1400 Bänden immer noch.

    Wenn nicht rigoros ausgemistet wird kann aber sonst leicht Richtung Messi rutschen!

  25. Jens meint: (13.3.2008 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    @ 20, 26: Ich lebe auch sehr gern in Deutschland und all die von Nr. 20 aufgezählten Vorteile treffen ja zu. Ich habe mal ein Jahr in Kopenhagen gewohnt. Als ich dort einen Rettungswagen brauchte, dauerte es eine halbe Stunde, bis zwei Tölpel kamen, die nicht mal den Blutdruckmessen konnten.

    Aber angesichts der Steuer- und Beitragslast überwiegen bei der Kosten-/Nutzenrechnung vielleicht irgendwann oder auch jetzt schon die Nachteile. All der in Nr. 20 beschriebene Spaß muss schließlich finanziert werden. Eine ordentliche Gesundheitsversorgung, ordentliche Bildungschancen für die Kinder, klar ist das wichtig. Aber ist es denn in Deutschland darum immer noch so tipptopp bestellt? Mit Pisa und herrschendem Gesundheitssystem ist vernünftige Ausbildung und Behandlung doch nur noch mit Privatschule und -versicherung möglich. Das kann ich auch z.B. in den USA haben. Aber in Deutschland soll ich parallel das marode staatliche System weiter durch meine Steuern und Beiträge finanzieren.

  26. 潘绥远 meint: (13.3.2008 um 12:52) AntwortenReply to this comment

    Nach dem Studium geht es bei mir auch nach Asien. Danach kann hier passieren, was will.

    Es betrifft mich nicht mehr.

  27. jooonas (Link) meint: (13.3.2008 um 15:02) AntwortenReply to this comment

    Kann ich gut verstehen. Bei mir steht das auch Anfang 2010 auf dem Programm, ich bleibe meiner Firma zwar treu, aber eben in Asien.

  28. Derfeineherr meint: (13.3.2008 um 15:35) AntwortenReply to this comment

    Ich kann jedem nur empfehlen, bei fachlicher Qualifikation Deutschland ruhig zu verlassen. Ich bin in der glücklichen Lage gewesen dank meines Studiums auch international schnell Arbeit zu finden und verdiene jetzt netto 35% mehr als in Deutschland, bei ungefähr vergleichbaren Lebenshaltungskosten.

    Ein sehr schöner Artikel zum "Brain Drain", also das Auswandern von Fachkräften stand mal im Cicero:

    http://www.cicero.de/259.php?kol_id=10532

    Zitat:

    "Wenn die Autobahnen in Andalusien inzwischen besser sind als im Ruhrgebiet, unsere Schulen neben denen in Skandinavien wie Baracken aussehen, wenn ein deutscher Krankenhausarzt nur noch so viel verdient wie ein Pförtner in Dubai, wenn eine Facharbeiterfamilie so hohe Steuern und Sozialabgaben zahlt, dass ihnen weniger übrig bleibt als einem Koch in Zürich, dann gehen sie eben. Immer mehr Menschen merken, dass ihnen Deutschland immer weniger bietet.
    Während die Politzirkel Berlins noch selbstgefällig über Zuwanderungsquoten streiten, ist die Abwanderungsquote das eigentliche Problem."

  29. hinweis meint: (13.3.2008 um 15:42) AntwortenReply to this comment

    @U.V. bitte Post Nr.9 (fann) wegen spam entfernen,danke.

  30. Lionel Hutz meint: (13.3.2008 um 15:44) AntwortenReply to this comment

    @20: Dem könnte man jetzt auch noch eine Negativliste gegenüberstellen, aber darauf kommt es gar nicht an.

    Was wäre zum Beispiel an der Schweiz schlechter als hier? Die Lebenshaltungskosten sind höher, okay. Dafür sind die Löhne dort auch höher und zwar auch die Bruttolöhne. Dass das Schweizer Steuersystem auch noch etwas dazu tut, den Kaufkraftverlust zu kompensieren, kommt noch dazu. Über die Sozialversicherung brauchen wir gar nicht reden ….

    Natürlich gibt es Länder wo keiner langfristig hin will und Leute nur mit massiven finanziellen Anreizen geworben werden können. Aber es gibt eben auch viele durchaus attraktive Länder. Singapur hat – wenn man der OECD glauben darf – ein besseres – und weit effizienteres Gesundheitssystem als Deutschland. Mein Fall wäre es nicht unbedingt, da ich nicht unbedingt in einer totalitären Dikatur leben will.

    Wie auch immer: Die Art von Auswanderen über die wir hier reden, steht nicht vor der Alternative hier zu bleiben oder nach Afghanistan auszuwandern – die haben da schon andere Länder im Blick!

  31. Joerg (Link) meint: (13.3.2008 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    u.a.@19

    Ich mag Deutschland auch !
    Und ich fühl mich trotz der ganzen staatlichen und wirtschaftlichen Katastrophen hier ganz wohl.

    Aber beim ersten Angebot Richtung Asien, wobei ich da einige Vorlieben entwickelt habe, wär auch ich weg.

    Denn immer nur aufgefangen, versichert, kontrolliert und beobachtet zu sein, von wem auch immer ;-) ist oftmals ganz schön nervig. Und manchmal, eben auch immer öfters regt sich ein Gedanke …

  32. exreferendar meint: (13.3.2008 um 18:16) AntwortenReply to this comment

    Ich war schon etwas traurig, daß meine Wahlstation in Asien so schnell vorbei war. Bei entsprechendem Jobangebot kann ich den Bekannten voll verstehen.

    Daß man Trinkwasser in Flaschen kaufen muß oder eine kleine elektische Wasseraufbereitungsanlage haben muß, kann man verschmerzen. Die Sache mit dem Brot fehlt etwas, aber sonst habe ich wirklich nichts vermißt. Im Gegenteil.

  33. keiner meint: (13.3.2008 um 21:01) AntwortenReply to this comment

    "…Ich durfte Lesen, Schreiben und Rechnen lernen….

    …Teather…"

    Schade, dass es hier keine SMILIES gibt…

    "…Mein Land lebt in freundschaftlicher Weise zu seinen Nachbarstaaten…."

    Das sehen fast alle Nachbarstaaten (incl. Liechtenstein, das aber kein wirklicher "Nachbar" ist) anders…. :-))))

  34. lostandfound meint: (13.3.2008 um 22:29) AntwortenReply to this comment

    Es stellt sich die Frage – wobei dieses Blog sicher nicht der geeignetste Diskussionsplatz ist – wohin man noch auswandern kann und will.
    USA fallen – fuer mich – raus. Kanada ist sicher nett. Australien und NZ stehen auch weit oben auf der Liste. Oder die skandinavischen Laender – Norwegen, Schweden. Nachteile: im Winter ziemlich dunkel, teurer Alkohol ;-) Vorteile: reich, relativ einfach zu lernende Sprache (fuer deutsche Muttersprachler), exzellentes Gesundheitssystem.
    Weitere Vorschlaege?

  35. Dabel meint: (14.3.2008 um 00:41) AntwortenReply to this comment

    War vor Jahren drei Jahre in USA. Bin eigentlich ganz froh gewesen, wieder hier zu sein. Nun schwappt der ganze gehasste Mist von Drüben hier langsam rüber. Wohin kann man noch gehen?

  36. keiner meint: (14.3.2008 um 08:58) AntwortenReply to this comment

    @36:

    "… Schweden… hervorragendes Gesundheitssystem…"

    Das kann eigentlich nur auf Fehlinformationen beruhen (wie so vieles, was über Schweden erzählt wird).

    Monatelange Wartezeiten auf OPs und unendliche Warteschlangen in den Wartezimmern (bis man zu einer Krankenschwester vorgelassen wird, die darüber entscheidet, ob man einen Arzt zu Gesicht bekommt….) sind wirklich nicht optimal. Und das bestätigen einem auch die Einheimischen.

  37. dk meint: (14.3.2008 um 09:30) AntwortenReply to this comment

    Bei diesen Auswanderungsdiskussionen stört mich immens, das ständige Aufzählen der Vorteile des neuen Landes. Es reicht beim besten Willen nicht, seine Entscheidung auf Urlaubserinnerungen, Ideen oder Büchertipps zu bauen.

    So "toll" auch diese neuen Länder sein mögen, bestimmt finden viele ihr Glück dort,gibt es aber auch nicht planbare Dinge, die das neue Leben in irgendeiner Weise beinträchtigen.
    Und man hat, m.M. nach, keine ausreichende Auslandserfahrung, wenn man 1 oder 2 Monate in einem fremden Land war, um dann die Entscheidung zu fällen, auszuwandern.

    Deutschland hat Probleme, die Zukunft wird für viele schwer, die Gegenwart ist es schon aber anstatt zu gehen, engagiert euch und setzt euch für euer Heimatland ein. Du bist Deutschland !

  38. Dutchie meint: (14.3.2008 um 15:10) AntwortenReply to this comment

    @ 39 (dk): "Deutschland hat Probleme, die Zukunft wird für viele schwer, die Gegenwart ist es schon aber anstatt zu gehen, engagiert euch und setzt euch für euer Heimatland ein. Du bist Deutschland !"

    Ich war Deutschland! Weil ich in Deutschland aufgewachsen bin, durfte ich erst mit sechs statt mit fünf in die Schule, musste ich dort dreizehn statt zwölf Jahre bleiben und musste ich danach auch noch 10 Monate Zwangsarbeit für Männer/Zivildienst leisten. Verlust an Lebenszeit: etwa drei Jahre. Außerdem die hohen Sozialabgaben und Steuern. Und das schlechte Bildungssystem. Darüber ärger ich mich auch heute noch kollosal, obwohl ich jetzt im Ausland wohne. Bye bye!

  39. Erdie meint: (14.3.2008 um 15:29) AntwortenReply to this comment

    Ich bin froh, 13 Jahre lang in die Schule gegangen zu sein. @41: Was glaubst Du, wozu man in die Schule geht? Wenn Deine Antwort ist: "Um möglichst schnell ein Studium/Beruf zu erlangen", dann kann ich Deine Aussage verstehen. Es soll noch Menschen geben, die dort etwas fürs Leben gelernt haben. Ich bin allerdings nicht froh, 15 Monate lang einen in meinen Augen sinnlosen Dienst absolviert zu haben.

  40. Frank (Link) meint: (14.3.2008 um 17:19) AntwortenReply to this comment

    Ich verstehe jeden, der geht. Ich kann leider nicht, da mit das Startkapital fehlt. Was bleibt? Sich politisch zu engagieren, damit es nicht so übel bleibt, wie es ist. Vielleicht klappts ja doch, was zu ändern. Und dann… kann man wieder drüber nachdenken, ob man nicht doch bleibt.

  41. Jens (Link) meint: (14.3.2008 um 18:11) AntwortenReply to this comment

    @41: Also wenn ich zumindest mal die Außendarstellung meiner Schule mit meinen Erfahrungen vergleiche, scheint sich da aber ordentlich was zu tun.

    Daß das Zeit braucht, ist auch klar.

  42. Patrick meint: (14.3.2008 um 18:16) AntwortenReply to this comment

    @22
    Hab dem kommentar nur so zufällig beim rumsurfen gesehen… aber kann ich einfach nicht stehenlassen.
    Die Niederlande haben zusammen mit österreich das beste gesundheitssystem in Europa und auch die Rentenabsicherung ist deutlich besser als der Mist in Deutschland. Zudem bleibt sowieso soviel netto mehr über das privatvorsorge kein Problem ist.
    Ich lebe nun schon einige Jahre in den Niederlanden und auch wenn deutsche selber sich immer ganz vorne sehen, die Realität ist ganz anders….

  43. Axel John (Link) meint: (15.3.2008 um 10:11) AntwortenReply to this comment

    @ 39: aber anstatt zu gehen, engagiert euch und setzt euch für euer Heimatland ein.
    "Wenn Dich jemand auf die eine Wange schlägt, so halte ihm auch die andere Wange hin."?
    Für ein skrupelloses- durch und durch korruptes System, welches einzig an der eigenen Bereicherung und Machtsicherung arbeitet?
    Nicht mein Ding.
    Zum Glück bin ich als Privatier von niemandem abhängig. Ich will von diesem Staat nur eines: In Ruhe gelassen werden. Wenn er das nicht akzeptiert, hat er schnell noch einen Steuerzahler weniger.

  44. Kasimir meint: (15.3.2008 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    War lange Zeit in Südamerika, und von dort aus muss ich sagen, sah Deutschland nicht so schlecht aus.

    Öfters am Tag wurde im Kraftwerk der Generator gewechselt, da fiel der Strom dann mal 30 Minuten aus. Trotz militärähnlichen Ordnungskräften fühlte man sich nicht wirklich sicher, ständig aufmerksam sein und misstrauisch. Bei jedem Einkauf aufs neue feilschen, um nicht übers Ohr gehauen zu werden, da man mich nun mal als nicht einheimisch erkannte. Wasser in Flaschen kaufen geht ja, aber immer schauen dass es auch die Originalflaschen sind und nichts Selbstabgefülltes. Des öfteren viel die "Wasserversorgung" aus, Duschen hat man irgendwann eh aufgegeben. Nachts schauen, dass auch ja jedes Gitter noch fest sitzt, Alarmanlage an ist, jede Tür 2x verschlossen wurde.

    Ich war froh als ich wieder zurück durfte, dort kam man sich bald vor, also ob man jeden Tag ums Überleben kämpft.

  45. ck (Link) meint: (15.3.2008 um 18:26) AntwortenReply to this comment

    "… dort kam man sich bald vor, also ob man jeden Tag ums Überleben kämpft."

    Kasimir, das ist in den USA auch so, selbst wenn es einem im US-internen Vergleich gut geht. Enormer Vorteil dabei: Man hat nicht so viel Zeit wie in Deutschland zum Meckern und Spekulieren, wie gut es einem anderenorts gehen koennte.

    Mein Fazit nach dem Leben in einigen Laendern: Anderswo ist es nicht besser, sondern anders.

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Durchgestrichen: <s> - Zitat: <blockquote>

Kommentar-Editierfunktion ist aus Sicherheits/Datenschutzgründen bis auf weiteres deaktiviert. Eine Wiederinbetriebnahme dieser Funktion ist nicht geplant.

Powered by WordPress, vollmar.net Server und Florian Holzhauer