5.6.2008

Umfragen

Seminararbeit, Diplomarbeit, Doktorarbeit. Ich habe allein seit Ende letzter Woche elf Anfragen erhalten, ob ich nicht an einer Umfrage über Weblogs teilnehmen möchte. Früher habe ich ab und zu mal Kreuzchen gemacht oder Fragen beantwortet. Aber in der Masse ist das nicht mehr zu bewältigen.

Ich werde also solche Anfragen nicht mehr beantworten. Übrigens auch aus dem Grund, weil praktisch nie ein Feedback kommt. Eine Kopie der Arbeit oder Veröffentlichung, zumindest eine Zusammenfassung der Ergebnisse wäre doch ganz nett. Manche sagen das sogar mit warmen Worten zu, von ihnen gehört habe ich aber nichts mehr.

16 Kommentare zu “Umfragen”

  1. Björn Harste (Link) meint: (5.6.2008 um 11:53) AntwortenReply to this comment

    Ich glaube, ich bastel mir mal eine FAQ dazu. :)

  2. anonym meint: (5.6.2008 um 12:09) AntwortenReply to this comment

    Diese Anfragen sind eine generelle Pest. Die qualitativ unterste Stufe lautet etwa: "Mein Name ist Xxxx Xxxxx, ich gehe in die xx. Klasse der Soundso-Schule in Piepenbrock, und wir haben das Thema Wiehießdasdochnoch? bekommen. Bitte schicken Sie mir dazu möglichst bald Informationen zu, es eilt. Vielen Dank!" Vermutlich halten sich auch nicht ganz wenige der Absender für clever und finden das eine neue, originelle Methode der Informationsbeschaffung. Sie übersehen dabei nur, daß man mittlerweile jede Woche bald ein halbes Dutzend dieser Zuschriften erhält. Eine kurze knappe Absage ist da oft das Beste. Nur wer von den Anfragern sich mehr Mühe gibt und etwas differenzierter auf das Thema eingeht, erhält dann noch eine ausführlichere Antwort. Das Basisproblem ist halt, daß es zu einfach und zu billig ist, seinen Wortmüll in alle Welt zu senden.

  3. MaxR meint: (5.6.2008 um 12:52) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht sollten Sie froh sein, daß Sie die Ergebnisse nicht zu Gesicht bekommen? Bin in einem anderen Bereich tätig , habe aber ähnliche Anfragen ebenfalls des öfteren und bearbeite sie idR gutwilig. Es ist aber wirklich erschreckend, mit was für Abschlußarbeiten heutzutage einige(!) Studenten von Universitäten, Fachhochschulen und sonstigen Lehranstalten abgehen und dafür auch noch ein Diplom bekommen.

    Man hat manchmal den Eindruck, die Lehranstalt will jemandem, den sie jetzt 20 Semester beherbergt hat, endlich loswerden, ihm dabei aber keine größeren Steine in den weiteren Lebensweg legen. Nicht, daß er noch wiederkommt…

  4. Anne Roth (Link) meint: (5.6.2008 um 13:03) AntwortenReply to this comment

    Das Indymedia-Netzwerk leidet seit Jahren unter demselben Problem und hat mal folgende Standardantwort für solche Anfragen entworfen, die ich für eine praktische Grundlage halte:

    Dear Researcher,

    Thank you for your enquiry.

    We are interested in scholarly analysis about the Indymedia project, and look forward to seeing your contribution.

    Indymedia receives many requests by researchers – Ph.D, M.A. and B.A students – as well as journalists, freelance writers and intellectuals. We have developed some guidelines, including some background information, and hope this will help you in pursuing your project.

    Indymedia is a network of volunteers dedicated to social change. Our core interest is to run the Indymedia websites and promote the Indymedia network online and offline. Therefore we only participate in selected research projects.

    Our decision depends on several factors. For example: Is the research likely to create debates and results that are interesting for us as individuals or collectives? Does the researcher make his/her motivation, methodology, theoretical framework and hypotheses transparent? Will results and theories be discussed with Indymedia, before publication? Openness for collaborative research models? Authorship – relationship between researchers and the objects of the research? Timing – are we busy with a major reporting project? And finally – does anyone feel like spending time on this project right now?

    Please feel free to get in touch with us. We can be contacted at:

    FORMALITIES

    1. You are welcome to study the newswires, center columns, publicly archived email lists and any other resources you will find browsing any Indymedia website.

    2. Unless stated otherwise, all Indymedia content is published under a copyleft, GFDL or creative commons licence. This means that you can (in general) copy, quote and distribute our content, as long as a reference (URL) is included.

    We also consider it appropriate that publications about Indymedia be published under such an open licence.

    3. We consider it appropriate that publications about an open publishing project are made accessible on the web. If you don´t have the resources to do so, you are welcome to upload your work in pdf format or directly on to: docs.indymedia.org/view/Global/ImcEssayCollection

    4. Since it is considered good practice within the academic community to feedback the results of any research to those who have been studied, we expect you to inform us about the results of your work. You can do so by providing a link to your work and, if it is in print, a reference, on docs.indymedia.org/view/Global/ImcEssayCollection We also expect you to inform the appropriate lists or contacts you have made about the completion of your work.

    5. If your work is to be published in print, we would expect a minimum of 3 review copies prior to publication.

  5. N.M. meint: (5.6.2008 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    Bekomme ich aufgrund meiner Website zu einer bestimmten Tierart oft Anfragen von Journalisten, Filmemachern, Radio-Redakteuren usw. Per E-Mail oder oft gar telefonisch soll man jede Menge Fragen beantworten. Auf meine Frage, ob ich wenigstens über den Sendetermin informiert werde, sichert man mir alle möglichen weiteren Infos zu dem recherchierten Projekt zu. Habe bisher noch nie eine Rückmeldung erhalten.

    Was die "Umfragen" für solche Arbeiten angeht, so frage ich mich bisweilen, was für ein wissenschaftlicher Standard da überhaupt angelegt wird. Als ob eine beliebige "Umfrage" (noch nicht einmal repräsentativ) irgendeine ernstzunehmende Aussage zuließe … So etwas geht auch nur in soziologisch angehauchten Fächern.

  6. Agadius (Link) meint: (5.6.2008 um 13:11) AntwortenReply to this comment

    @3

    Heisst das Hartnäckigkeit zahlt sich aus?

    Ich selber bin 14 Semester Ingenieurswissenschaften. Aber auch nur, weil ich parallel bei einem großen Konzern arbeite :P

  7. Don meint: (5.6.2008 um 13:54) AntwortenReply to this comment

    Jedem das Ergebnis per Blatt zukommen zu lassen ist sicherlich zu viel verlangt, aber als PDF an einer mail oder als DL Hinweis in einer Mail könnte man schon bringen.

  8. MaxR meint: (5.6.2008 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    @5 Wie meinen Sie das?
    - Hartnäckiges Beackern mit Anfragen? Ich schrieb ja "gutwillig", besondere Hartnäckigkeit ist bei mir also gar nicht nötig.
    - Oder in Bezug auf das Beackern des Lehrpersonals? Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten mit Ihren 14 Semestern. 14 ist doch noch im Rahmen dessen, was ein abwechslungsreiches und vertieftes Studium ausmacht, oder wird das heute anders gesehen?

  9. Matthias Sch. meint: (5.6.2008 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    das mit dem "praktisch nie Feedback" kann ich bestätigen; die Lust-Anfragen-zu-beantworten-Quote nähert sich antiproportional zur (Nicht-)Übersendung der Ergebnisse – die in elektronischer Form nun wirklich keine Mühe macht – auch bei mir asymptotisch der Null-Linie. Asypmtotisch, weil ich manchmal wider besseres Wissens doch noch antworte….

  10. Agadius meint: (5.6.2008 um 14:48) AntwortenReply to this comment

    @ 7

    Ich meinte das in Bezug auf leichteres bestehen von Prüfungen aufgrund des fortgeschrittenen Semesters. Also dem "loswerden" des Langzeitstudenten.

    Wenn ich jemanden meine Anzahl der Semester sage, heisst es immer, "wie, du bist immernoch nicht fertig?". Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester. Diese scheinen sich meine Meinung nach aber auf die Studenten zu beziehen, die in Hotel Mama wohnen und somit finanziell unabhängig sind.

    Ich gehe aber davon aus, das ich nächstes Jahr auch fertig sein werde. Vor allem, da mir mein Chef derzeit sehr viel Freiraum dafür lässt und sehr flexible Arbeitszeiten zulässt.

    Manchmal ist es doch ganz gut in einem großen Konzern zu arbeiten, wo man mit guten und netten Kollegen Arbeitsteilung hat und nicht alles auf einen lastet.

    Das könnte ich mir bei einem kleines Ingenieursbüro nicht leisten.

    Gruß

  11. Hannes meint: (5.6.2008 um 18:42) AntwortenReply to this comment

    Wer sagt eigentlich, dass die anfragenden Studenten wirklich Studenten sind? Behaupten kann man viel. Vielleicht ist die eine oder andere "Marketing Research"-Firma drunter, die eine Mitleidstour reitet?

    Abgesehen davon, was für einen wissenschaftlichen Wert soll so eine Umfrage haben? Wird da vielleicht so lange umgefragt, bis man genug Leute gefunden hat, die die eigene Meinung teilen?

  12. alfred meint: (5.6.2008 um 19:18) AntwortenReply to this comment

    Wenn es denn für eine Arbeit an er Uni ist, sollten 100 Teilnehmer wohl Minimum sein. Jedem nun das Ergebnis zuzuschicken scheint mir – jedenfalls in Papierform – nun doch etwas zuviel verlangt. Per Mail ginge wohl, setzt aber strukturiertes Arbeiten auch bzgl. anderer Dinge voraus, als eben nur für die (Diplom-, Doktor- oder Wasauchimmer)Arbeit. Und das erfordert Zeit, die man meist nicht hat. Die Erinnerungen an die Studienzeiten werden bei den meisten ähnlich sein. Also: mitmachen ohne Gegenleistung weil man helfen mag. Oder halt einfach bleiben lassen.

  13. Gabriel (Link) meint: (5.6.2008 um 20:54) AntwortenReply to this comment

    Hi
    Wo ist das Problem bei solchen Anfragen, Udo? Ich würde da auf jeden Fall antworten. Teile dem Umfrager einfach mit, was du als Anwalt so für ein Stundenhonorar nimmst.

  14. SvenR meint: (5.6.2008 um 21:59) AntwortenReply to this comment

    @ alfred #11:

    Da mit den 100 ist eine ziemlich willkürliche – um nicht dumm zu schreiben – Zahl. Wenn jemand über relevante Internetsuchmaschinen schreibt (eine?), koffeeinhaltige Brausehersteller mit Marktanteilen über 5 % (zwei?) oder Anwälte, die in ein Blog schreiben, dass auch noch gelesen wird (drei?), wird niemals 100 zu Befragende finden.

    @ Udo Vetter:

    Schreiben die denn wenigstens Ihren Namen immer richtig. Wenn solche oder ähnliche Anfragen (Schüler,- Studenten-, oder Langzeitarbeitsloden-Praktika, Bewerbungen auf Ausbildungsplätze oder Stellenausschreibungen, aber auch "Produktvorstellungen" und "Meinungsumfragen") auf meinem Schreibtisch landen, dann ist entweder mein Name oder der Firmenname falsch geschrieben, oder der Schreibende hat überhaupt keine Vorstellung über Firmenzweck, Firmengröße von Firmenhistorie gar nicht zu sprechen.

  15. Michael Finger (Link) meint: (6.6.2008 um 17:35) AntwortenReply to this comment

    Ich dache immer das ist gar nicht so oft, das mit den Anfragen, wegen Diplomarbeit, aber wenn man das hier liest, gibt es schon sehr viele.

    Bei mir gibt es leider auch solche anfragen, aber es gibt leider auch meist keine Antwort, was ich persönlich sehr schade finde, da man sich doch sehr viel Zeit und Mühe mit den Fragen gibt.

    MfG

    Michael Finger
    Holztechniker

  16. Badenserbub (Link) meint: (11.6.2008 um 17:25) AntwortenReply to this comment

    Bei der Umfrage "Strukturerhebung in bestimmten Dienstleistungsbereichen"[https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1020665] empfehle ich die Rücksendung (zumindest in Hinblick auf die Bußgeldnorm des § 23 Bundesstatistikgesetz)…
    Schließlich wollen wir ja alle wissen, wie schlecht es den Anwälten doch geht…

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Durchgestrichen: <s> - Zitat: <blockquote>

Kommentar-Editierfunktion ist aus Sicherheits/Datenschutzgründen bis auf weiteres deaktiviert. Eine Wiederinbetriebnahme dieser Funktion ist nicht geplant.

Powered by WordPress, vollmar.net Server und Florian Holzhauer