26.7.2008

Fähige Beamte

Zwei aktuelle Meldungen:

In Mönchengladbach hat ein Polizist (über 30 Dienstjahre) eine Bank überfallen. Als Fluchtfahrzeug nutzte er ein Fahrrad, das er einem Kollegen im Polizeipräsidium gestohlen hatte (Meldung 1). Der radfahrende Beamte erkannte auf Pressefotos sein Fahrrad wieder. Später identifizierten weitere Kollegen den Täter auf dem Überwachungsvideo der Bank.

In Gladbeck überfiel ein 26-jähriger Polizeibeamter einen Getränkemarkt. Er fuhr mit dem eigenen Auto vor und sprühte der Kassiererin Pfefferspray ins Gesicht (Meldung 2). Ein Zeuge notierte sich das Nummernschild des Fluchtfahrzeugs.

Gottseidank ist die Polizei diese beiden Versager los. Damit dürfte die Quote fähiger Beamter wieder bei 100 % liegen.

27 Kommentare zu “Fähige Beamte”

  1. Lars meint: (26.7.2008 um 22:01) AntwortenReply to this comment

    Hmm, beim letzten Satz fehlen die Ironie-Tags. ;)

  2. Jens meint: (26.7.2008 um 22:19) AntwortenReply to this comment

    Wurden die anderen erwischt? Na eben!

  3. 4thmarch meint: (26.7.2008 um 22:37) AntwortenReply to this comment

    Ich vermute Udo bezieht Versager auf "Der 53-jährige Oberkommissar hat die Tat bereits gestanden."

  4. Psychologenversteher meint: (26.7.2008 um 22:40) AntwortenReply to this comment

    Irgendwie tut mir schon einer leid, besonders der 53-jährige. Hätte nur noch ein paar Jährchen Dienst schieben müssen und dann den wohlverdienten Ruhestand gehabt. Aber nein, muss so einen Mist machen. Was wird in dem Mann nur vorgegangen sein. Schade um solchen Leute. Müssen ja grundsätzlich keine bösen Leute sein. Irgendwann mal nen schlechten Tag gehabt alles durcheinander und alles verplant und dann kommt man auf diese Idee mit dem Banküberfall – irgendwie macht mich das traurig.

  5. Hobbyjurist meint: (26.7.2008 um 22:53) AntwortenReply to this comment

    Wie sagt man noch: shit happens. ;-)

  6. Christian meint: (26.7.2008 um 22:55) AntwortenReply to this comment

    Das muß an der Hitze liegen…

  7. qrn meint: (26.7.2008 um 22:57) AntwortenReply to this comment

    Nicht vergessen, dass das die fähigen Beamten sind, die wissen mit wem wir wann telefonieren, wo wir uns zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt aufgehalten haben, welche Internetseiten wir ansurfen und was wir mit unseren Kreditkarten gekauft haben. Kann mir gut vorstellen, das einer von denen für ein paar hundert Euro auch mal jemand anderem als dem jeweiligen Vorgesetzten Bericht erstattet.

    Aber dem Staat können wir ja vertrauen. Wem denn sonst?

  8. Pascal Hartig meint: (27.7.2008 um 01:54) AntwortenReply to this comment

    Herrlich! Was in solchen Menschen vorgehen muss …

  9. SvenC meint: (27.7.2008 um 02:40) AntwortenReply to this comment

    Auch ein Polizist ist nur ein Mensch…. lol

  10. Beamtenversteher meint: (27.7.2008 um 11:01) AntwortenReply to this comment

    Hallo Allerseits,

    warum die Häme? Schwarze Schafe gibt es auch unter Anwälten, ich möchte mir nicht die Mühe machen, die 3 Artikel aus den letzten 3 Monaten hier zu posten, die sich auf untreue Anwälte beziehen, die teilweise auch sofort geständig waren. Der Eine oder Andere musste aber auch erst zum Gericht, und verurteilt werden, ehe er dazu stehen konnte.

    Gerade weil auch das kriminelle menschlich ist, halte ich entsprechende Überwachung des Staates durch unabhängige Bürger für nötig. Beamte und Angestellte sind auch nur Menschen. Spricht übrigens jemand darüber, dass viele der Ladendiebstähle im Einzelhandel durch das eigene Personal passiert?

    Neben dem Schöffenamt, das auch eine Form der Kontrolle des (justiziellen) Staates durch Bürger sicherstellt, müsste es ein Ehrenamt geben, dass die Berechtigung hat, weitgehendst alle Behörden und Vorgänge zu kontrollieren – und zwar mit dem Blick eines mündigen Bürgers, und nicht des abhängigen Revisors. Das gilt besonders für die geplanten Telefon- und Internetüberwachungen. Eine Kontrolle alleine durch EINEN, meist noch überlasteten (Haft-)Richter ist da effektiv zu wenig.

    Schönen Sonntag noch …

  11. rnq meint: (27.7.2008 um 11:32) AntwortenReply to this comment

    @12
    "Neben dem Schöffenamt, das auch eine Form der Kontrolle des (justiziellen) Staates durch Bürger sicherstellt, müsste es ein Ehrenamt geben, dass die Berechtigung hat, weitgehendst alle Behörden und Vorgänge zu kontrollieren – und zwar mit dem Blick eines mündigen Bürgers, und nicht des abhängigen Revisors. Das gilt besonders für die geplanten Telefon- und Internetüberwachungen. Eine Kontrolle alleine durch EINEN, meist noch überlasteten (Haft-)Richter ist da effektiv zu wenig."

    Schön gesagt. Das wird es aber nunmal nicht funktionieren. Beispiel: das Parlamentarische Kontrollgremium für die Geheimdienste. Der bekommt auch *nichts* gebacken, von sämtlichen BND und Verfassungsschutzskandalen (z.B. Journalistenbespitzelung) der letzten Zeit hatte man dort keine Ahnung und erst in Nachhinein davon erfahren. Dasselbe würde mit einem Kontrollgremium für andere Behörden passieren.

    IMHO sollte man immer den Worst-case im Auge behalten, eben das in Behörden auch nur Menschen arbeiten, wie uns diese Vorfälle jetzt wieder verdeutlicht haben. Vorratsdatenspeicherung, TK-Überwachung, Fingerabdruckdatenbanken, et cetera wären nicht ganz so schlimm, wenn man Missbrauch durch die Benutzer 100% ausschließen könnte. Kann man aber nicht. Also sollte man mit solchen Orwell'schen Überwachungsmethoden garnicht erst anfangen.

  12. Jingsw meint: (27.7.2008 um 11:47) AntwortenReply to this comment

    Wenn er mit 53 noch nicht Hauptkommissar ist, scheint er in der Tat ein Versager zu sein.

  13. C.D. meint: (27.7.2008 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    Heute mal komplett OT, aber dafür etwas über eine große Kanzlei, die sich ihres Standortes nicht ganz so sicher ist:
    http://bucblog.wordpress.com/2008/07/26/topografie-bei-lovells/

  14. Sonnenkönig meint: (27.7.2008 um 13:40) AntwortenReply to this comment

    Das klare Feindbild Vetters deckt sich mit der Ausgewogenheit der Artikel hier.

  15. Martin_mb meint: (27.7.2008 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    @ Ludwig Sonnenkönig, 16

    Vielleicht hat das weniger mit Feindbild, als mit Verteidiger-Frust zu tun, der sich aufbaut, wenn Polizisten bei Zeugenaussagen vor Gericht nur aufgrund ihres Polizisten-Daseins übermäßig mehr Glauben geschenkt wird als Normalbürgern? ("Der Verhaftete schlug mutwillig zweimal mit dem Kopf gegen den Streifenwagen und verbeulte ihn stark. Anschließend schleuderte er sein Gesicht unter den Stiefelabsatz des Kollegen.")

    Leider werden diese Vorfälle auf diese völlig unbegründete Bevorzugung aber keinen Einfluss haben, denn das (durchaus vernünftige) "sind ja auch nur Menschen" wird bei Polizisten immer nur dann herangezogen, wenn sie bereits unabweisbar mit der Hand in der Keksdose erwischt wurden, obwohl es eigentlich immer gilt, wie bei allen anderen Bürgern auch…

  16. theblackflash meint: (27.7.2008 um 15:42) AntwortenReply to this comment

    Kriminelle gibt es eben durch alle Bevölkerungsgruppen, natürlich auch Polizisten. Deswegen sollte man jetzt die Polizei nicht grundsätzlich verurteilen.
    Aber man sollte es eben auch nicht vergessen. Das zb. Polizisten vor Gericht eher geglaubt wird ist vielleicht verständlich, aber nicht immer richtig.

  17. Rolf Schälike meint: (27.7.2008 um 16:45) AntwortenReply to this comment

    Würde man den Polizisten vor Gericht genau so glauben, wie den anderen Bürgern, dann hätten wir bald keine Polizisten mehr.

    Die Bürger haben Ausweichmöglichkeiten. Der Staat geht nicht zu Grunde, wenn ein Bürger vom Bäcker zum Fensterputzer oder Bankangestellten wird. Bäcker, Fensterputzer und Bankangestellter kann jeder werden, Polizist eben nicht. Deswegen würden diese ausgehen.

    Das darf der Staat nicht zulassen, möchte er weiter auf Hierarchien aufbauen. Dazu benötigt der Staat die Polizei. Es gilt das Gewaltmonopol des Staates. Backen, Fenster putzen und Geldgeschäfte kann man nötigenfalls ohne den Bäckereien, Putzunternehmen und den Banken machen. Das Gewaltmonopol des Staates kann nicht ohne Polizisten realisiert werden.

    Das sieht unseres Grundgesetz so vor.

    Lasst die Polizisten lügen, Banken überfallen. Der Staat geht dadurch nicht zu Grunde. Die Polzisten müssen einen besonderen Schutz genießen, um nicht auszugehen und ihrer zum Teil entwürdigenden Arbeit nachzugehen.

    Bei den Anwälten ist es ebenso, aber nicht unbedingt nötig. Das Grundgesetz schützt deren heutige besondere Stellung nicht.

  18. Sarah Lea meint: (27.7.2008 um 17:27) AntwortenReply to this comment

    Na heftig. Der Ältere tut mir auch leid, der wird wohl einfach nur verzweifelt gewesen sein. In dem Alter kann man sich schon irre viel Probleme angesammelt haben, da schützt auch das Polizei-Sein nichts.
    Der Jüngere muss einfach nur dumm sein. In dem Alter kann die Situation noch nicht so ausweglos sein, dass man seine Karriere so dermassen blöd aufs Spiel setzen muss. Schade um die vergeudete Zeit, die er in Ausbildung und Berufsjahre investiert hat.

  19. theblackflash meint: (27.7.2008 um 17:43) AntwortenReply to this comment

    @ Rolf Schälike

    "Würde man den Polizisten vor Gericht genau so glauben, wie den anderen Bürgern, dann hätten wir bald keine Polizisten mehr."

    ich verstehe nicht worauf sie mit diesem Satz hinauswollen.
    Für mein Rechtsverständnis ist vor Gericht jeder Mensch gleich. Ich weiß nicht warum es keine Polizisten mehr geben sollte.

  20. Rolf Schälike meint: (27.7.2008 um 22:12) AntwortenReply to this comment

    @theblackflash

    Die Gerichte sind eine staatliche Institution. Die Polizei ebenfalls. Man kann das wie eine Familie sehen.

    Wird jedes Familienmitglied genau so bahandelt, wie fremde Menschen, dann gibt es keine Familie mehr, weil die ausgestoßenen Familienmitglieder nicht ohne weiteres ersetzt werden können.

    Von den Polizisten werden Leistungen (Handlungen erwartet, die durchaus mit deren Gewissen nicht überein zu stimmen brauchen. Das ist eine ganz schöne Belastung für die armen Polzisten. Deswegen dürfen die auch bei Gericht mit mehr Nachsicht rechnen als die anderen Bürger.

    So einfach ist das.

  21. Robert meint: (27.7.2008 um 22:43) AntwortenReply to this comment

    Oh man, soviel Dummheit kann man gar nicht glauben. Aber die gibts scheinbar fast überall, egal in welchem Beruf…

  22. danielj meint: (28.7.2008 um 08:06) AntwortenReply to this comment

    @22

    Nein.

    Das ist eine Abschaffung der Gewaltenteilung. Daß es in der Praxis oft genug wie geschildert zugeht ist schlimm genug, aber das auch noch derart schön zu reden ist schon bitter.

    Daß Polizisten in ihrem Beruf ggf. großen Belastungen ausgesetzt sind – übrigens nicht nur die – ist wahr und sollte auch honoriert werden; aber nicht durch einen Gerichtsbonus o.ä.

  23. Marc meint: (28.7.2008 um 08:12) AntwortenReply to this comment

    @Beamtenversteher: Der Unterschied zu anderen Berufen ist, dass die Polizei mehr darf als ein Anwalt und vom Gesetzgeber Ermächtigungen hat oder bekommt, die der normale Bürger nicht bekommt. Und die Glaubwürdigkeit eines Polizisten vor Gericht wurde ja schon erwähnt.

  24. Marc meint: (28.7.2008 um 08:22) AntwortenReply to this comment

    Und von wegen "sind auch nur Menschen". Diesen Spruch halte ich bei Raub und Körperverletzung für verharmlosend. "Auch nur Menschen" parken falsch, fahren bei Rot über die Ampel oder betrügen ihren Partner und verschusseln mal ein Asservat. Aber Dinge, die offensichtlich Unrecht sind, kann man doch nicht damit ernsthaft entschuldigen wollen.

  25. Wärterin meint: (28.7.2008 um 10:21) AntwortenReply to this comment

    Bin in Ausübung meines Berufes öfter vor Gericht gewesen, weil bspw. ein Insasse, der mit einer Entscheidung nicht einverstanden war, bösartige Behauptungen in die Welt setzte, für die ich vor Gericht zitiert worden bin. Es handelte sich um Behauptungen wie: Die Beamtin kam in meine Zelle, als niemand anders da war und schlug mich ins Gesicht. Zeugen – Fehlanzeige. Es steht Aussage gegen Aussage (wenn man Glück hat). Wenn nicht hat der Zellenkumpan noch Tabakschulden oder Angst vor dem Anzeigenden und schon ist ein Zeuge zur Hand. Da steht man schnell ziemlich doof da. Wenn sich herausstellt, dass an der Anzeige nichts dran ist, hat das keine Nchteile für den Gefangenen. Der Unterschied zwischen Polizisten / Wärter und Normalbürger ist einfach, dass man sich in einem Umfeld bewegt, in dem solche falschen Anschuldigungen einfach viel häufiger vorkommen, als im "normalen" gesellschaftlichen Leben. Da ist man vor Gericht schon froh, wenn einem geglaubt wird, obwohl man nicht viel Entlastendes vorbringen kann.
    Ich will nicht sagen, dass es bei Wärtern / Polizisten nicht auch schwarze Schafe gibt, aber es stimmt tatsächlich, wenn ich wegen jedem Mist, den ein beleidigter Häftling von sich gegeben hat, verknackt würde, hätte ich meinen Job längst aufgegeben.

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