Blogbeitrag gelöscht, 800 Euro verdient
Einem Blogger wird erst mit dem Anwalt gedroht, letzten Ende lässt er sich aber für die Löschung des Beitrags mit 800 Euro bezahlen. Interessant dabei ist, dass es gar nicht um den Beitrag ging. Der soll für den Abmahnenden positiv gewesen sein. Gestört haben vielmehr die kritischen Kommentare.
Das “Geschäftsmodell” wird hier geschildert.
Also ich finde ja Microsoft, Apple, Oracle, eBay, Google und viele andere Firmen total blöd.
(50:50?)
Klingt nach einem sehr angenehmen Stundensatz. Wieviel verlangt eBucht für das Löschen negativer Bewertungen?
Wie die Zeiten sich ändern. Früher hieß es immer "plata o plomo", heute also "plata o abogado". Nicht schlecht…
Gibt es irgendwo in diesem Universum, irgendwo, noch irgendjemand mit wirklichem Rückrat oder ist mittlerweile wirklich absolut alles käuflich ? Zu k.. solche Typen. Schon aus Prinzip hätte ich dem Typ vor die Schuhe ge….
Have fun
Otaku
m.E. auch eine Art der Prostitution. :-(
Na wenn er die kritischen Kommentare stehen gelassen und bloß den positiven Beitrag gelöscht hat, find ich das nicht so schlimm. ;-)
Ich hatte mal das Glück, für die Verwendung einer brachliegenden Domain, die mit dem Markenzeichen des Abmahnenden kollidierte, abgemahnt zu werden. Was auf den ersten Blick einfach aussah (er Warenzeichen, ich Domain gegrabbt), war es keinesfalls, schließlich haben wir die Domain bereits vier Jahre vor Anmeldung des kollidierenden Warenzeichens intensiv im geschäftlichen Verkehr genutzt, was wir dank Suchmaschinen, Geschäftsunterlagen und archive.org sehr detailliert beweisen konnten.
Durch die Abmahnung ergab sich eine für beide Seiten ungünstige Deadlock-Situation: Entweder ich verliere die Domain oder wir müssen eine Löschung der Marke verlangen. Dass es für die Marke nicht gut aussieht, war auch dem Abmahnenden klar und da wir das Projekt, für welches wir die Domain verwendet haben sowieso unter neuem Namen neu launchen wollten (was wir dem Gegner natürlich nicht sagten), pokerten wir auf eine kostenpflichtige Überlassung der Domain mit einer langen Übergangszeit (6 bis 18 Monate je nach Dienst).
Die Rechnung ging auf: Wir bekamen eine mittlere vierstellige Summe für die Domain. Der Gegner zahlte seine und meine Anwaltsgebühren und wurde so wohl insgesamt eine niedrige fünfstellige Summe los.
Das hätte er auch billiger haben können: Eine ordentliche Recherche vorausgesetzt hätte er selbst merken können, dass die Domain lange sehr aktiv benutzt wurde und einfach nachfragen können, ob sie zum Verkauf steht.
Rückgrat hin oder nicht: Also ich könnte bei einer Summe, die käufmännisch gerundet vier Stellen ergibt nicht ablehnen. Das sind immerhin zwei Semester studieren oder ein bis zwei Monate leben.
Also ich finde McDonalds, Shell, BMW, Mercedes und Audi sowas von total doof. Und VW ist viel blöder als Volkswagen.
Udo, dafür will ich aber dann eine 60:40-Verteilung.
Ich find' es ja recht überheblich und risikoreich, für die Löschung von Kommentaren, die man wohl mit Brechen und Biegen unter Umständen gerichtlich erzwingen konnte, mit einer "niedrigen vierstelligen Summe" als Ersatzzahlung in den Ring zu gehen – schließlich ist die Relevanz vom Gruban-Blog doch sehr, sehr gering. Der Unternehmer hatte wohl keine Ahnung.
Patrick Gruban weist inzwischen meinen Zensur-Vorwurf zurück: http://www.gruban.de/2008/07/zensur.html
@4 hat eindeutig recht.
Du darfst studieren ? Weißt du wie privilegiert du allein aufgrund dieser Tatsache bist ? Schaue dich um auf diesem Planeten !
Gehe wenn es sei muss Klo putzen. Das schändet nicht, im Gegenteil.
Ist jedenfalls besser als der in deinem Kommentar zum Ausdruck kommende Opportunismus. Ich meine wo ist den dann die Grenze für dich ? Wenn deine Freundin sich 2 bis 4 mal mal… kannst du auch 2 Semester weiter studieren, nicht wahr ?
Sei froh das ich nix zu melden habe sonst wären Leute mit deiner Einstellung ruck zuck exmatrikuliert.
Have fun
Otaku
igitt-igitt, pfui Deibel. ist ja widerlich damit auch noch zu protzen.
Doch in Zeiten in denen doof-sein als schick gilt, ist das nur eine natürliche Auswucherung bereits degenerierter Moral/Werte.
Und überhaupt, wer macht uns das käuflich-sein tagtäglich vor? Eben! Die Damen/Herren der Sozialisten/Christen-Cliquen.
#k.
@13: Hallo, geht's noch?
@Text: Puh, auch in Kleinbloggersdorf gibt es offenbar ein Sommerloch. Juhuu! In einem Blog, von dem ich noch nie etwas gehört habe – wie vermutlich 99,25% meiner Mitmenschen – wurde ein Artikel gelöscht, weil irgendein – vermutlich selten dämlicher – Unternehmer nicht mit Kritik umgehen kann. Gibt's echt nichts wichtigeres?
Hier "Zensur" zu schreien ist vollkommen lächerlich. Geht mal nach China, Leute, dann wisst ihr, was Zensur ist. Ich denke, dass der betroffene Blogger die für seine Situation beste Entscheidung getroffen hat und dass sich die Auswirkungen auf das Gemeinwohl in Grenzen halten dürften (um es mathematisch auszudrücken: x geht gegen 0). – Obwohl, grad seh ich die Schlagzeilen vor meinem inneren Auge: "Skandal! Gr**** hilft Geschäftsmann Pfusch zu vertuschen!". Herrlich.
@15 (Striedel),
komm mal wieder zur Ruhe. Du bist aber aufgeregt. Nimm ein kühles Bad, dass hilft…
Sowas ist für mich ein Grund einen Blog nicht zu lesen. Ich hab sowieso ein Problem mit Käuflichkeit
Käuflichkeit kommt im Kapitalismus jedenfalls nicht überraschend. Ein vollständig journalistisches Selbstverständnis haben eh nicht alle Blogger. Daher ist jetzt Argumentation mit journalistischer Ethik wohl auch nicht so ganz angebracht. Es bleibt lediglich ein 'Gschmäckle — aber das ist unmittelbar erstmal nur auf den Blog bezogen und lehrt dann erst mittelbar das ein oder andere Prinzipielle über Blogs. Vielleicht fühlen sich gerade deshalb auch manche, die sich sehr wohl so einem Selbstverständnis verantwortlich fühlen, zumindest etwas »nestbeschmutzt«. Kollateralschaden. Kann man ja seine Meinung zu schreiben, und genau das ist ja auch passiert.
Die lustige Spezialität ist eben die Löschung gegen Geld, statt mal etwas für Geld (oder geldwertes) zu schreiben. Löschung der Kommentare ist dann noch so ein Unterpunkt.
Was seinen eigenen Beitrag angeht, trifft den Autor bei der Löschung sicherlich nicht der Vorwurf der Zensur. Man könnte jetzt noch moralinsauer darüber diskutieren, ob und ab welcher Höhe der »Entlohnung« denn vielleicht von Zensur durch den Zahlenden die Rede sein kann.
Was die Kommentare angeht ist das eher spannend.
Entstehen Pflichten für den, der Kommentare zuläßt und nutzt (im Sinne einer Steigerung der Attraktivität der Seite)? Er bekommt ja vom Urheber des Kommentars ein Verwertungsrecht. Das übt er nicht weiter aus. Ein Schaden entsteht dem Kommentator nicht (Am Rande: wäre mal spannend, wie es so mit Gegendarstellungsansprüchen von Kommentatoren aussieht?). Beigetragen hat der Kommentator zur »Löschung« nichts mehr. Eigentlich fällt mir wenig ein, was ein Kommentator verlangen könnte.
PS: Dieser Kommentar darf jederzeit gelöscht werden. Ich verzichte auf ggf. aus der Löschung entstehende Ansprüche.
@ 16: Ich bin doch nicht aufgeregt, nur amüsiert. Ironiefähig, anyone? Da krieg ich doch glatt 'n dicken Hals. ^^
Allerdings hat #14 recht. Angeben ist garstig.
P.S. Wo hatte ich grad noch was zur 46% Fehlerquote bei der s-Schreibung gelesen?
@17 Ach, Du arbeitest also nicht? ;)
Nein ;D ich studiere ^^
was beschwert ihr euch eigentlich alle über diesen Vorfall? – also ich finde das einen recht konstruktiven Ansatz seitens des *geschädigten* Unternehmers: Statt mit Abmahnungen zu agieren (worüber man sich hierinnen mal wieder – zu Recht – auferegt hätte) und dem Blogger sinnlose Kosten(risiken) aufzubürden, eine freiwillige Löschung der umstrittenen Kommentare inklusive des originären Artikels – und als "Schmerzensgeld" eine Entschädigung. Wenn jeder so rangehen würde, wäre die blogfeindliche Abmahn-Orgie zumindest bei unbedeutenden Fällen wie diesem endlich kein Thema mehr….
Klar muss sich jeder fragen, wo sein Preis liegt, ohne wirklichen Nutzen einen Rechtsstreit zu riskieren. Aber ob der "Nutzen für die Allgemeinheit" durch ein Nicht-Löschen (jedenfalls vorerst, man weiß ja nie was das Gericht dann am Ende macht) wirklich so groß wäre, dass die unternehmerische Entscheidung des Bloggers zu kritisieren ist….?
Schätze aber mal, das wird ein Einzelfall bleiben.
Als Gruban vor ein paar Jahren schon nicht mehr Boss der später insolventen Geldverbrennerfirma cassiopeia, aber noch führender Gschaftlhuber beim Müncher Startupperverein FIWM war, habe ich auch mal eine Mail von ihm bekommen, mit Hinweis auf das Einschalten eines Anwalts gegen meine Meinungsäusserung im Internet. Ich denke, er kennt sich ganz gut aus mit solchen kleinen Erpressungen. Kurz, bei dem würde mich gar nichts wundern. Nur, als Cassiopeie noch ein heisser Börsenkandidat war, da wären 800 Euro für ihn noch sehr kleines Geld gewesen. Heute dagegen freut er sich drüber. Tjaja.
Gleich 2 Kommentatoren vergleichen das hier mit Prostitution.
Das wundert mich jetzt ein wenig.
Also, in Bezug auf das, was diejenigen für eine Meinung von Prostitution haben müssen.
Da Prostitution ein ordentliches, steuerpflichtiges Gewerbe ist, wollen die beiden Kommentatoren wohl ihre Zustimmung zum Verhalten des löschenden Bloggers ausdrücken.
Naja – wenn mir mein Nachbar 100T€ bezahlt, damit ich meinen Balkon abreissen lassen, weil ihm die Blumen darauf nicht gefallen – dann weg mit dem Balkon.
@Chris,27: Und was krieg' ich, wenn das meine Blumen waren, die ich dir extra für den Balkon gegeben habe? ;-) SCNR…
Und wieder einmal ist die Technik nicht auf dem Stand aktueller kaufmännischer Abläufe. Schlaue Webentwickler hätten schon längst ein WordPress-Plugin ankündigen müssen, mit dem man neben Kommentaren ein kleines Euro-Symbol einblenden lassen kann, dass die Löschung einzelner Kommentare über den Warenkorb des Blog-Webshop regelt ;-)