USA-Reisen: Knast statt Grand Canyon
Die New York Times schildert die Erlebnisse eines 35-jährigen Juristen aus Italien, der in Amerika eine Freundin besuchen wollte. Doch die geplante Reise zum Grand Canyon und nach Las Vegas fand nicht statt. Der Tourist wurde zehn Tage eingesperrt und hatte keinerlei Möglichkeit, sich rechtlich zu wehren:
While those turned away are generally sent home on the next flight, “there are occasional circumstances which require further detention to review their cases,” Ms. De Cima said. And because such “arriving aliens” are not considered to be in the United States at all, even if they are in custody, they have none of the legal rights that even illegal immigrants can claim.
Nachträglich werde behauptet, er habe um Asyl in den USA gebeten, berichtet der Betroffene.
Für die NYT ist die Sache Anlass zur Feststellung, dass USA-Reisende offensichtlich das Risiko unterschätzen, in die Mühlen der Homeland Security zu geraten:
Mr. Salerno’s case may be extreme, but it underscores the real but little-known dangers that many travelers from Europe and other first-world nations face when they arrive in the United States — problems that can startle Americans as much as their foreign visitors.
Ende des Jahres muss ich auch mal wieder in die USA. Da wird einem bei solchen Geschichten ganz anders. Dazu noch die Laptopgeschichten….
Kann man da nicht nachträglich die Staaten irgendwie verklagen?
Wie war doch noch der dume Spruch: "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten".
Hier sieht man, daß das keine Rolle spielt, wenn ein Staat rumtickt. Für mich ist Amiland erstmal passe.
dume = dumme
Jedenfalls scheint es langsam sicherer, die Einreise per Borderguide über Kanada/Mexico zu arrangieren.
Schon erstaunlich, wenn man aus rechtsstaatlichen Erwägungen heraus den rechtswidrigen (illegalen?) Weg vorziehen sollte!
;-))
Sehr glaubwürdig: Ein Italiener bittet um Asyl. Wir sollten bald die Alpenpässe dicht machen, am Ende kommen die italienischen Asylanten in Strömen zu uns.
Meine Grundmeinung zum Thema ist ja: Nicht hinfahren.
Aber es gibt mir doch zu Denken wenn die firmeninternen Datenschutzverfahren für Reisen nach China und in die USA schnell konvergieren (auf das chinesische Verfahren)
@ #1: Verklagen ? Wo denn, beim Internationalen Gerichtshof ? Ausserdem tun die USA NICHTS illegales, das es DUMM ist steht nicht zur Debatte.
Da bleibt einem glatt die Spucke weg. Sehr beachtlich finde ich die Rechtsauskunft:"Because such “arriving aliens” are not considered to be in the United States at all, even if they are in custody, they have none of the legal rights that even illegal immigrants can claim."
Das bedeutet ja wohl: wer aus den nicht-visapflichtigen Ländern in die USA reist, trägt damit das Risiko, die Rechtsposition eines Gunatanamo-Insassen aufs Auge gedrückt zu bekommen.
Merke: nicht nur Deutschland hat seine Bürokraten.
wann merken die da endlich, dass der tourismus drunter leidet, nicht nur der terrorismus?
(tusch!)
nee im ernst. wäre auch gern nochmal da, nette leute dort, aber nein. nein. nein.
zum glück wird sich das alles ändern, wenn erst der erlöser (obama) dort präsident wird. 200´000 extrem intelligente berliner können schließlich nicht irren! der mann wird das land endlich wieder wunderbar machen! hurraaa!!!
naja… bestimmt, sag ich mal.
Sowas passiert nich nur Italienern.. hier der "Erlebnisbericht" einer Isländerin, die nur mal ein Wochenende in New York shoppen wollte: http://eggmann.blog.is/blog/eggmann/ – liest sich nur unwesentlich positiver als bei dem Italiener.
@ 10 (Ergänzung): stand auch in diversen Medien, siehe hier: gnn.tv/headlines/16233/Ic..._at_JFK_for_1995_overstay
Der nächste Schritt ist dann das während dem Flug zu tragende Taser-Bracelet (Taser-Armband): washingtontimes.com/weblo...orture-with-your-peanuts/ => Passagier versucht jemanden an Bord anzugreifen und kann per Fernbedienung getasert werden..
Noch jemand Lust auf einen kleinen Amerikatrip:
zeit.de/2002/37/200237_new_york.neu.xml?page=1
Es reicht ja auch schon, wenn es nicht schon mehrere Tage, sondern nur eine verlängerte Nacht ist. So habe ich das schon öfter gehört, Jedes Mal wurde rechtlicher Beistand abgewehrt, wenn überhaupt zugehört wurde. Einmal war sogar ein Baby dabei, dass erst nach Stunden des Bettelns die nötigen Windeln und Brei bekam. Es reichen exotische Stempel im Pass.
So bei meiner etwas verpeilten Cousine, die nach jahrelanger Arbeit in Dubai meinte, mit dem gleichen Pass in die USA einreisen zu können. 20 Stunden keinen Außenkontakt und schöne Befragungen. Sie ist (zwar) blond, aber das nächste Mal hat auch sie dazugelernt und sich einen Zweitpass zugelegt.
Das es solche Zweitpässe überhaupt gibt, finde ich ja an sich kurios, aber ich überlege schon nach meinem letzten Thailand-Urlaub, ob sich der Extraaufwand für den nächsten USA-Flug lohnt. Wer weiss schon, was ich da getan haben könnte.
Das passt auf eine andere Geschichte.
Ein deutscher Rechtsanwalt wurde in den USA nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung einem Richter vorgestellt.
Der war ein Anhänger von Johannes S. Bach. Und verlangte nun von dem Anwalt, weil der Deutscher und zumal Jurist ist, klangliche Proben zu Bachs Musik.
Der Anwalt kannte keine und war der Arroganz und dem Hohn des US-Richters ausgeliefert, der ihn solange in Haft hielt, bis er Bachklänge aus dem Mund des deutschen Anwalts hörte…
Wer nach Amerika einreist, sollte den Einwanderungsbeamten nicht mehr erzählen, als unbedingt nötig. Eine Liebesgeschichte war schon vor 20 Jahren ein Problem, als meine Tante ihren damaligen amerikanischen Freund (mit dem sie immer noch verheiratet ist) besuchen wollte und dies dem Einwanderungsbeamten erzählte. Sie hatte Glück und konnte irgendwann rein, aber erst nach längerer Befragung.
@ 13: Den besorg ich mir auch.. Freizügigkeitsbescheinigung der Niederlande (lt. USA die Drogenhölle Europas) im deutschen Pass, außerdem Visa der Volksrepublik China (Kommunisten) und Saudi-Arabiens (Terroristen).. wenn ich damit meine Verwandten in den USA besuchen würde, könnte ich gleich nach Guantanamo einchecken *ggg*
Alles nicht überraschend. Ich würde da unter keinen Umständen mehr hinfahren, das ist seit Jahren klar. Letztmalig war ich Mitte der Neunziger in den Staaten.
Was ich überhaupt nicht verstehen kann, sind die Leute, die heutzutage dort hinreisen – auch und gerade die Personen, die für ein freies Internet eintreten und sich sonst allerhand Gedanken machen und diese veröffentlichen, aber gleichzeitig (offenbar) so gedankenlos sind, einen derart regierten Staat (letztlich mit Risiko für ihre eigene Sicherheit) zu besuchen. Namen will ich hier nicht nennen.
Ich war immer ein Freund der us-amerikanischen Freiheitsrechte, die aber seit einigen Jahren abgeschafft scheinen. Schlußfolgerung: solange die USA am undifferenzierten " Kampf gegen den Terror" festhalten und dabei selbst terrorähnliche Handlungen vornehmen und gegenüber Einreisenden eine verächtlich-abwertende Haltung praktizieren, kann man von US-Reisen nur abraten.
Als Geschäftsführer eines Unternehmens würde ich angesichts der Risiken für mein Personal und meine Geschäftsgeheimnisse ernstlich erwägen das US Geschäft komplett einzustampfen. Denn da geht die Gewinn und Verlustrechnung nicht mehr auf… sollen sie sich ruhig einmauern und dann in ihrem selbstgebauten Gefängnis verrecken. Denn zwar sind die USA ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für z.b. Europa und Asien… aber im Umgekehrten sind Europa und Asien nahezu lebenswichtig für die USA weil die mittlerweile kaum noch Konsumwaren zur Deckung täglichen Bedarfs herstellen sondern nur noch Faschismus und Krieg exportieren.
Anders ist es nicht erklärbar das sie sich jetzt schon auf zollgestützte Wirtschaftsspionage verlegen müssen um überhaupt noch konkurrieren zu können.
@14: Urband legend. Das stammt aus einem Film ("Minnie"?), der mal vor Jahren im Fernsehen lief. (Der Mann konnte aber Bach summen und wurde sofort freigesprochen.)
Verpass einem Ami eine Uniform und schlagartig steht er drei Stufen über Dir. Amiland verkommt zur Farce. Nix mit Freiheit. In Sachen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Willkür stehen die Amis wohl weit vor den 'bösen Deutschen' an erster Stelle. Und der hochgelobte 'nette' Obama wird daran nichts ändern. Zumal er ja noch kein Präsident ist.
@17: Naja, wer denkt schon, dass es einen selbst treffen könnte. Ich jedenfalls fliege sehr ungern hin, habe aber (aus guten Zeiten) noch eine Austauschfamilie da. Wenn da jemand heiratet oder stirbt, dann ist es keine Frage, in was für einem Staat die nahestehende Person lebt. Fast keine.
Man muss allerdings auch sehen, dass diese Eskalationen bei Leuten passieren, bei denen es eine Vorgeschichte gibt, sei sie auch noch so albern. Überschrittenes Visum, falsche Stempel im Pass, auffällig viele Besuche, usw.. Da bin ich dann mit meinen Besuchen alle zwei Jahre mal im grünen Bereich.
Ok, seit meinem Thailandstempel hab ich es noch nicht wieder versucht. Und ich bin froh, dass ich beim Umsteigen in Abu Dhabi nach Thailand Abu Dhabi nicht betreten und so keinen Stempel von denen bekommen hab. :-)
Naja, manche hier übertreiben aber ganz schön, das ist ja fast wie bei der Terrorhysterie: Natürlich besteht eine gewisse Gefahr, dass einem bei einer Reise in die USA so etwas passiert. Vermutlich ist dies Gefahr auch wesentlich höher als während des Aufenthalts von einem Terroranschlag betroffen zu sein. Aber sie wird immer noch geringer sein, als die Gefahr während des Aufenthalts aus irgendwelchen anderen Gründen (Autounfall, etc.) verletzt oder getötet zu werden.
Das Problem ist, dass viele Touristen einem Irrglauben erlegen sind. Der Durchschnittsreisende geht nämlich davon aus, er bräuchte kein Visum zur Einreise in die USA. Das ist aber m.E. nach nicht richtig. Das Visum wird lediglich in einem vereinfachten Verfahren direkt bei Einreise erteilt – oder eben verweigert. Es empfiehlt sich deshalb sich vor der Reise bereits ein Visum zu besorgen, das kann viel Ärger ersparen!
Ich finde das ja auch alles sehr Schade: War dreimal in den USA, zuletzt 2003 und habe Land und Leute stets genossen, aber seit der erkennngsdienstlichen Behandlung bei Einreise als Standard-Prozedur ist das Land leider nicht mehr betretbar.
Davon abgesehen, hat jedes Land so seine Macken und Mühlen. Viele Austauschstudenten in Deutschland können da viele bunte Geschichten erzählen.
"Es empfiehlt sich deshalb sich vor der Reise bereits ein Visum zu besorgen, das kann viel Ärger ersparen!"
Eher nicht. Da Deutsche dieses Visum eben nicht brauche, erregt jeder, der trotzdem eines hat, nur umso mehr Aufsehen. Man braucht es nur, wenn man (als Tourist) länger als 3 Monate bleiben möchte.
Übrigens berechtigt auch das Visum noch nicht zur Einreise.
Rechte hätte man bei der Einreise durchaus – z.B. konsularischen Beistand. Das wird aber in den USA oft verwehrt.
Tatsächlich gäbe es (momentan) keine rechtliche Handhabe, bei der Einreise nicht nach Guantanamo verfrachtet zu werden.
@24:
Nein, das stimmt so nicht.
Siehe:
german.germany.usembassy....many-ger/visa/index2.html
und
german.germany.usembassy....many-ger/visa/vwinfo.html
Man betrachtet den Einreisenden also als nicht auf amerikanischem Boden befindlich, ABER beansprucht Jurisdiktion?
Ob es der Regierung von Niemandsland gefällt, dass ihre Souveränität von den USA so in Frage gestellt wird?
Ob man Udo Vetter nach diesem durchaus regierungskritischen Artikel überhaupt noch in die USA einreisen lässt? Also ich seh da schwarz für's nächste Weihnachtsshopping!
Auf meiner persönlichen Liste der Schurkenstaaten steht Amerika momentan ganz oben. Vielleicht nicht mehr allzu lange: Deutschland holt enorm auf.
Was ist an Amerika den schurkischer als an Nordkorea? Die Einreise-Bestimmungen?
#1 Kann man da nicht nachträglich die Staaten irgendwie verklagen?
Oh selbstredend kann man. Herr Masri kann dazu einiges sagen.
die angriffskriege ohne un mandat z.b. ?
Bei aller berechtigten Kritik: Der extreme USA-Hass, der hie bei der Mehrheit aufblitzt, ist meiner Meinung doch extrem überzogen. Es besteht kein Zweifel, dass die Bush-Regierung wirklich eine Menge Scheiße gebaut hat, und ein Großteil der Maßnahmen, die im sog. "Krieg gegen den Terror" erlassen wurden, sowohl die allgemeinen Menschrechte, die US-Verfassung und schlicht grundlegende zivilisatorische Grundsätze verletzen – der Meinung sind übrigens auch die meisten Amerikaner.
Deswegen aber die USA als den großen Satan hinzustellen, der selbst Terroregimes wie China, Saudi-Arabien und Nordkorea in den Schatten stellt, ist einfach nur blinder Fanatismus.
Sarkozy sollte mal langsam ein Schiff rüberschicken, das die Freiheitsstatue wieder abholt. Wer als Staat Menschen festhält, ohne diesen einen Anspruch auf Rechtsbeistand einzuräumen, darf sich nicht mit solchen Symbolen schmücken.
@34 Daß jetzt wieder von USA-Haß die Rede ist (und von blindem Fanatismus), war zu erwarten. Es trifft aber eben weitgehend nicht zu. Ich z. B. bin verschiedene Male in den USA gewesen, bin auch immer gern und freiwillig hingefahren (damals) und bin eigentlich mein ganzes Leben lang amerikainteressiert und -freundlich gewesen.
Das ändert aber leider keinen Deut daran, daß die USA seit Jahrzehnten (nett und zurückhaltend ausgedrückt) das Völkerrecht verbogen und verletzt haben und rigoros eigene Interessen durchgesetzt haben, ohne Rücksicht auf irgendetwas auf der Welt. Kurze Stichworte wären: Pearl Harbor, Japan, Vietnam, Chile, Grenada, Afghanistan, Irak, Guantanamo; das ließe sich nahezu beliebig verlängern (in die Vergangengeheit sowieso). Ergo: USA und USA-Politik sind nicht ganz dasselbe. Ein gewisses Maß an Geschichtswissen sollte man in seinem Leben schon parat haben (ohne jetzt hier noch George Armstrong Custer bemühen zu wollen).
USA-Reisen sind für mich schon länger vom Tisch. Vor 10 Jahren hätte das noch anders ausgesehen…
@34: Lern lesen. Du prangerst etwas an, das hier keiner so geäußert hat.
Da kann man es ja fast nur so machen, dass man seine Lieben zu Hause instruiert, dass sie die deutsche Botschaft in den USA einschalten, sollten sie binnen x Stunden nach Abreise nichts von einem hören.
Oh Mann, die Reise in jedes x-beliebige Schwellen oder Dritteweltland ist angenehmer. Und auch die machen Fotos von einem bei der Einreise.
Grüße
Der "kleine" Unterschied?
Hier ein Erlebnis von und in den USA:
Habe im Januar diverse Bücher über Amazon.com geordert; Tehmen
der Bücher: Explosivstoffe u. Bobby-Traps
Im April bekam ich einen Anruf vom FBI mit der Bitte um ein Treffen
in der Mensa an meinem Arbeitplatz. Es stellte ich heraus daß meine
Bestellung eine rote Fahne gehisst hat, weil ich ins Raster von
Terorristen passte: Ausländer, ledig und Arbeit in einem
sicherheitssensitiven Bereich da wir im Institut u.a. ein Level 3
Biohazard-Labor (das ist meines Wissens nach HIV, Hepatitis,
Gelbfieber und Dengue Fieber; höchstes Level ist 4 d.h. Ebola,
Marburg-Virus und Co.) haben. Beim Treffen wurde ich von dem Special
Agent (der Ausweis war recht eindrucksvoll) interviewt d.h. er fragte
mich, warum ich die Bücher bestellt hatte, meine Hintergründe
(politische Meinung, Religion usw.) Das Ende vom Lied war, daß ich
als "Quirky" vgl. http://www.dict.cc/englisch-deutsch/quirky.html im
Sinne von "schrullig [unkonventionell]" eingestuft worden bin und die
Sache erledigt sei.
Nun kann man sich über die Sache entrüsten und in Deutschland ist
diese Form der Überwachung (noch?) nicht etabliert, bloß wenn ich mir
die Lage und den Weg hier in Deutschland so ansehe würde ich sagen
sollte es in Deutschland mal soweit kommen, daß eine Bestellung von
verdächtigen Büchern eine rote Fahne hisst, dann erfolgt kein
Interview wie in meinem Fall in Hawaii, sondern dann stehen die
Herren in Grün mit einem vom Richter unterschriebenen HD-Befehl am
Arbeitsplatz oder an der Wohnung.
Und genau das ist für mich der Unterschied, denn ich habe das Gefühl das es in De. und auch Europa im Hinblick auf den ganzen Überwachungs- und Gesetzeskomplex nur in eine Richtung geht und zwar der Schaffung neuer Straftatbestände (Hacker-§; Jugendpornographie) und Verschärfung bestehender, sowie Einführung neuer Überwachungsmethoden…..
bombjack
bombjack, ich vermute, bei einer mittelöstlichen Herkunft wäre das nicht so glimpflich abgegangen.
Vielleicht wird man in Deutschland schneller verhaftet, man verschwindet dann allerdings nicht incomunicado für längere Zeit.
Wobei es schon fast ein wenig dämlich ist, so ein Zeug über Amazon zu ordern.
Erstaunlich, wie offen das FBI in Deutschland hier aktiv gewesen wäre. An sich wird so was von deutschen Behörden nicht gern gesehen.
@Udo
So wie ich das verstehe, hat das ganze in Hawaii stattgefunden. Alles andere wäre schon ziemlich haarsträubend.
Wahrscheinlich konnte das auch nur in Hawaii grade noch gutgehen…
@bombjack: prinzipiell klingt die story gut, sie hat nur einen haken – hätte der nette agent dich als gefährlich eingestuft (nehmen wir mal an deine eltern wären pakistanis gewesen und du hättest erzählt bekennender moslem zu sein und che guevara toll zu finden) dann wärst du unter umständen für lange zeit irgendwo eingesperrt gewesen ohne kontakt zur aussenwelt, mit allem was man sich so über psychoterror und folter im namen der terrorbekämpfung erzählt.
ich denke schon dass man da in deutschland mit einer hausdurchsuchung und einem prozess mit anwaltlichem beistand besser weggekommen wäre …
Anmerkungen:
a) zu "hätte der nette agent dich als gefährlich eingestuft…" Okay, ein Punkt; allerdings wiegt für mich die Unverletzlichkeit der Wohnung höher als ein Interview mit einem FBI Agenten….desweiteren inzwischen Dank der BKA-Novelle wird oder hat sich die Sache auch in De. geändert, oder wie war das mit der Ungültigkeit des Aussageverweigerungsrechts wenn es um Terrorismus geht?
b) [...]So wie ich das verstehe, hat das ganze in Hawaii stattgefunden. Alles andere wäre schon ziemlich haarsträubend.[...]
Yep, war in Hawaii; der bittere Nachgeschmack ist allerdings, daß die Bücher Mitte Januar angekommen sind und das Interview Mitte April war d.h. inwiefern mein Telefon, Internet, Mail und Post überwacht worden sind keine Ahnung….
Das anscheinend eine Observation stattgefunden hat, steht für mich insofern fest, als daß mich der Agent sofort identifiziert hat, er genau wußte daß ich zu Fuß (quirky!) in die Arbeit gehe und wie lange ich brauche….
c) [...]Erstaunlich, wie offen das FBI in Deutschland hier aktiv gewesen wäre. An sich wird so was von deutschen Behörden nicht gern gesehen.[...]
Wie oben geschrieben es war in den USA….allerdings meinte der Agent, daß einige Angaben von mir von FBI Mitarbeitern in De. überprüft werden; würde mich interessieren ob die noch was finden da ich 1987 als Jugendlicher mal wegen Pyrotechnik aufgefallen bin (kein Eintrag ins Bundeszetral- bzw. Erziehungsregister)….
d) [...]Wobei es schon fast ein wenig dämlich ist, so ein Zeug über Amazon zu ordern.[...]
Naja, ich sammle solche Bücher und da die Teile in den USA billiger sind als wenn ich sie in De. in den USA bestelle habe ich da halt zugeschlagen….und da die Teile in den USA und auch in De. legal sind, sollte es man auch machen dürfen…..
Interessant dürfte die Sache werden, wenn ich die Teile von De. aus geordert hätte…inwiefern würde da das FBI die deutschen Behörden informieren…..
Bei dem Interview war auch noch ein "Immigration and Customs Enforcement Officer" dabei der sich mein Visa angesehen hat, wo im September die Verlängerung ansteht…..laut abschließender Aussage von dem Menschen steht einer Verlängerung nichts im Wege…..
Der FBI-Mensch meinte das der Auslöser für die Ermittlung mehr oder weniger die Tatsache war, daß ich wie im Orginalpost angemerkt in einem sicherheitsrelevanten Bereich tätig bin…..
Irgendwie kann ich es verstehen, wenn die Jungs da hellhörig geworden sind, allerdings wenn das der erwartete Level ist auf den sich die Terroristen bewegen….dann gute Nacht….obwohl wenn ich mir die Aktionen des Wasserstoffperoxid-Trios und des Koffer-Duos so ansehe, ist dies erwartete Level auch nicht mehr so weit entfernt…..
bombjack
PS: zum Wasserstoffperoxid-Trio hat sich der Händler der das H2O2 verkauft hat wie folgt geäußert: Ein Faß hat er an einen der Jungs verkauft, daraufhin kam das BKA und hat ihn gebeten nur noch die 3% Lsg. zu verkaufen d.h. nichts mit einer genau geplanten Aktion des Austausches von Seiten des BKAs….
Das wirft für mich ein paar Fragen auf:
1. Woher kam die Kohle für die Fässer? Soviel ich mitbekommen habe waren alle drei kurz vor oder sogar in Hartz IV.
2. Hätte der Händler überhaupt die gesamte Menge verkauft oder hätte es Fragen geben und damit eine Verweigerung des Händlers weiter zu verkaufen. Dazu sei angemerkt daß es mit H2O2 ähnlich verhält wie mit Natriumcyanid; beides sind Industriechemikalien die im Falle von NaCN im 200 kg Maßstab z.B. bei der galvanischen Vergoldung eingesetzt werden. Darum fällt es erstmal gar nicht auf wenn jemand ein Faß kauft, erst wenn es regelmäßig passiert kommen Fragen auf….
3. Es kann dann auch recht wahrscheinlich sein, daß der Händler von sich aus die Behörden informiert hätte, wenn ihm die Sache "spanisch" vorgekommen wäre…..
Aus dem Ganzen ergibt sich für mich daß ander Berichterstattung über dieses Wasserstoffperoxid-Trio eigentlich ziemlich wenig dran war und auch ist…..und es würde mich überhaupt nicht wundern wenn die Geldmittel für die H2O2 Fässer eigentlich Steuermittel gewesen sind…..
Um der Gerechtigkeit Genüge zu tun: meine Aussage "Nicht in die USA fahren" bezieht sich präzise auf die Regierung Bush.
Bei der nächsten Regierung werde ich betrachten was sie machen, dann neu entscheiden.
Bush hin oder her, ich bereise Grundsätzlich keine Länder, die die Todesstrafe praktizieren.
Fein wie hier auf den USA rumgehackt wird. Am liebsten mit irgendwelchen Ammenmärchen (Bach pfeifen) oder wilden Geschichten die leider die spannenden und erklärenden 5% der Realität weglassen.
Jeder kann doch selber entscheiden ob er da hinfährt oder nicht.
Fakt ist das sich z.B. auch die Franzosen & Spanier das Recht ausbedingen einen nicht Bürger (d.h. nicht Franzosen oder nicht Spanier) ohne Angabe von Gründen bis zu 90 Tage in Haft zu nehmen (Stichwort Terror). Das kann auch den guten EU Bürger aus DE treffen, da redet aber keiner drüber.
Aber back on topic (nicht von mir aus einem US-Forum zu dem Fall):Which brings up another huge hole in the story – requests for asylum are made on tape with witnesses. The article says the CPB claims Salerno asked for asylum but Salerno denies this. We have a clear discrepency in claims here. So why didn't the NYT ask to see the asylum evidence? They don't even speak to that point.[...]
Nahezu alle wilden USA Geschichten haben einen Hintergrund:
Die Isländerin: Sorry aber für Amerikaner ist es ein Verbrechen sein Visum zu überziehen und sie hat auf Ihrem I-94W angekreuzt, dass sie es nicht getan hätte (Sie schrieb ja das Sie sich dessen nicht bewusst war). Nur weil es in unserem ethischen Umfeld als "nicht so schlimm gesehen wird" dürfen die USA Ihre Gesetzte doch schon noch selber bestimmen.
Der Zeit Artikel: dito auch der Franzose hat sein Visum überzogen.
@48 Eine Überlegung, die, wenn man sie praktisch überdenkt, nicht mehr ganz so plausibel wirkt: Viele asiatische Staaten haben die Todesstrafe, wie überhaupt viele Staaten der Erde die Todesstrafe offenbar nicht abgeschafft haben. Da bleibt dann im wesentlichen noch der EU-Raum als Reiseziel und einige ausgewählte Länder.
komisch, ich hatte nicht mal ansatzweise irgendwelche Probleme bei der Einreise, ein gelangweilter Beamter, niemand der sich beim Zoll fuer mich interessierte. Und das alles mit Stempel vom Flughafen Dakar im Pass, sogar auf derselben Seite wo meine Visumsunterlagen eingeheftet waren. Ich habe diese harte Grenze ueberschritten. Wunder? Nein, eher voellig normal. Diese Einzelfaelle immer als Grundlage fuer USA-Kritik zu nehmen ist sehr albern.
Aber bitte, wer deswegen nicht mehr in die USA reisen will, laesst es eben, man kann ja alternativ nach, hmmm, ja wohin eigentlich fahren?
Klar, die Einzelfälle sind natürlich die anderen. Und von einem gewissen Standpunkt aus sind die Menschen die seit Jahren in Guantanamo interniert sind ja auch nur Einzelfälle, für Kritik gibt es also gar keinen Anlass. Interessanterweise deckt sich das mit dem Argument das zur Legitimation der Onlinedurchsuchung und ähnlicher Maßnahmen gerne angeführt wird, daß nämlich ohnehin 99,9% der Leute ohnehin nie betroffen sein werden, es also auch da nur um Einzelfälle geht.
Selbst wenn es sich bei den geschilderten Fällen um Einzelfälle handelt so scheinen sie doch geltendem amerikanischen Recht zu entsprechen. Und das ist allemal kritikwürdig.
Wozu die Aufregung. Es gibt doch so viele andere Länder.
@50
Gut erkannt. Und auf genau diesen Raum beschränke ich mich.
@54 Kommentar schreiben:
Es gibt viele autoritäre Regierungen auf der Welt, eher weniger die sich demokratisch nennen können (und ein paar richtig Üble)
Es ist nicht schön wenn eines aus der Riege der Demokratischen anfängt auszuscheren. Besonders nicht wenn es so mächtig wie die USA ist. Die USA haben ihre Macht im großen und ganzen immer sehr maßvoll eingesetzt (man vergleiche es mit dem Machteinsatzt Roms zu seiner Zeit, das ging anders zur Sache). Was passiert wenn dieses Maß verloren geht sieht man am Irak)
Es ist auch nicht das Problem das die USA VISA-Vergehen sehr ernst nehmen, sondern die Art, wie dann mit den Menschen umgesprungen wird.
Die USA waren nie Unschuldslämmer, aber es ist ein Unterschied ob eine Regierung z.B. heimlich Verbrecher wie Pinochet unterstützt, oder ob sie offen ein Konzentrationslager betreibt, denn nichts anderes ist das Gefängnis in Guantanamo.
(Ich behaupte nicht das die USA Vernichtungslager wie die Deutschen betreiben, aber der Begriff concentration camp stammt aus dem Burenkrieg und ist vermutlich mit "Lager in dem die Insassen rechtlos eingesperrt und misshandelt werden" gut definiert)
Es ist die Aufregung wert, es betrifft uns alle.
Das muss dazu
(…wie die Deutschen damals betreiben, …)
Wir in Europa können nichts dagegen tun wie die Amis uns Ausländer in ihrem Land behandeln, aber im Gegenzug sollten wir die Amerikaner die nach Europa kommen genauso behandeln. Dann bekommen sie ein Gefühl dafür wie es ist so behandelt zu werden.
Hatte dazu gestern ein tolles Erlebnis in London Steanstad. Eine amerikanische Touri-Familie erregte sich da weil sie genau so streng kontrolliert wurde wie das arabische Paar am Nachbar Schalter. Dies endet dann schließlich in der Bemerkung der Mutter sie seien schließlich Amerikaner und keine Ausländer, wohlgemerkt diese Bemerkung fiel nicht auf irgend einem amerikanischen Airport sondern in London mitten in Europa. Dies zeigt für mich die unerträgliche Überheblichkeit mit der die Amis dem Rest der Welt begegnen. Der Höhepunkt der Szene war dann als die Kids ihre Colaflaschen abgeben mußten, wegen der Flüssigkeitsbeschränkungen. Da konnte sich der Security Beamte wüste Beschimpfungen anhören bis hin zum f*** Wort, aber er blieb trotzdem freundlich und gelassen, eine europäische Familie in Amerika wär dafür garantiert erst mal festgenommen worden. Aber das ist halt der Unterschied zwischen Europa und Amerika!!!
@58. marc:
Genau falsch !
Die amerikanischen Bürger können nur sehr limitiert etwas dafür wie abgedreht ihre Regierung ist. Ausserdem hatten sie ja vollkommen recht.
Möchtest DU dafür verantwortlich gemacht werden wie unsere Behörden mit Ausländern aus den falschen Ländern umspringen ?
Das Niveau "…wenn du meine Bauern schlägst, schlag ich deine Bauern…" sollten wir mit der Feudalzeit hinter uns gelassen haben.
Richtig zum Bumerang wir eine solche Einstellung aber erst wenn es um Datenerhebung geht.
Denn wenn in Reaktion auf die unregelementierte Schnüffelei an EU-Bürgern der Amerikaner die EU das gleiche mit den amerikanischen Bürgern macht, dann ist die Antwort der US-Regierung nicht "oh, jetzt müssen wir unsere Übertreibungen mal zurückfahren.." sondern ".. gebt uns die Daten die Ihr unregelementiert erhoben habt, dann bekommt Ihr die Daten die wir unregelementiert erhoben haben.."
Und die EU wird freundlich lächelnd "..Deal.." sagen.
….Ausserdem hatten sie ja vollkommen recht.
-> Natürlich nur damit sich über den Sicherheitspopanz aufzuregen, das mit "…wir sind keine Ausländer…" ist schon dem amerikanischen default-Rassismus geschuldet
Hallo,
da man bei den Amis nie weiß, was die gegen einen haben könnten und dann vielleicht einfach mal so eingesperrt wird, würde ich da nie hinfahren.
Sowas kann man sich wirklich sparen.
Gruß
Karsten