8.8.2008

Ohne mich


Quelle: wulkan (www.wulkan-comic.de)

Die Gefahr, dass ich Sport anschaue, ist ohnehin gering. Bei diesen Olympischen Spielen ist sie gleich null.

59 Kommentare zu “Ohne mich”

  1. Falki meint: (8.8.2008 um 13:57) AntwortenReply to this comment

    Es ist sowieso traurig, dass das IOC den Gedanken des Boykotts sofort verwarf.

    Auch ich bin gegen einen Boykott, aber wäre der Gedanke nicht gleich verworfen wurden, hätte China vielleicht etwas mehr über seine Taten nachgedacht.

    So wurde China meiner Meinung nach nicht genügend in seine Schranken gewiesen.

  2. Hans-Georg meint: (8.8.2008 um 13:59) AntwortenReply to this comment

    Ich boykottiere die Übertragungen!

  3. stefan meint: (8.8.2008 um 14:16) AntwortenReply to this comment

    Normalerweise gucke ich bei Olympia sogar Dressurreiten und Synchronschwimmen – diesmal ist die Lust auf die Spiele gleich NULL!
    Dazu passt auch die Marke des Tages "TIBET OLYMPIC SHAMES BEJING 2008 CHINA"
    http://www.markenblog.de/2008/08/08/die-marken-des-tages/

  4. hans12 meint: (8.8.2008 um 14:20) AntwortenReply to this comment

    @1: Es ist sowieso traurig, dass das IOC den Gedanken des Boykotts nicht schon bei der Bewerbung verwarf.

    Die Situation in China war auch schon vor 10 Jahren nicht anders als heute. Man wusste sehr genau, worauf man sich einliess. Oder wozu reisen die hohen Herren immer wieder bei den Bewerbern herum? Doch um die "olypische Bereitschaft und Fähigkeit" zu erforschen.

    jetzt zu jammern ist eh viel zu spät.

  5. schreibmaschine meint: (8.8.2008 um 14:20) AntwortenReply to this comment

    Ich habe immer den Eindruck, dass im Internet mehr Bedenkenträger als in der übrigen Gesellschaft unterwegs sind.

    Ich boykottiere nicht, weil das keinem hilft, schon gar nicht den Menschen in Tibet. Und weil mein Respekt vor den Leistungen und dem Trainingseifer der Athleten genauso groß sind wie meine Ablehnung eines totalitären Systems.

    Durch Wegschauen ist im Übrigen noch nie etwas verändert worden. Vielmehr ist es angebracht, gerade diese Olympischen Spiele ganz genau zu betrachten. China ist ein wichtiger Teil der Welt, der in Zukunft immer wichtiger werden wird. Vielleicht helfen die Spiele, das Land besser zu verstehen. Die Eröffnungsfeier ist jedenfalls sehr beeindruckend.

    Und die sportlichen Wettbewerbe muss man ohnehin völlig getrennt von der Politik betrachten. Das gebietet schon der Respekt vor der Leistung der Athleten. Gespannt bin ich allerdings auf die Doping-Kontrollen.

  6. Lipflip meint: (8.8.2008 um 14:24) AntwortenReply to this comment

    Ich glaube ein Boykott hätte den Menschen in China kaum geholfen. Geschadet hätte es nur den zahlreichen NischensportlerInnen, die ihr halbes Leben für diesen kurzen Moment im olympischen Rampenlicht trainieren.

    Was mich aber vor allem nervt ist die Einstellung des IOCs zu der Zensur und den Menschenrechtsverletzungen. Alles nicht so schlimm und das wird schon. Mit Sicherheit werden sie in 14 Tagen die erfolgreichsten Spiele aller Zeiten verkünden und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen.
    Spiele von mir aus, aber dann sollen sie auch bitte das Medieninteresse nutzen um die Menschenrechtsverletzungen zu kritisieren.

    http://blip.tv/play/gZ8ftM8Pia8O

  7. Free Your Mind meint: (8.8.2008 um 14:24) AntwortenReply to this comment

    Es gibt nichts schlimmeres, als diese widerlichen medial aufgeputschten Neokolonialisten, mit ihren "Free Tibet" T-Shirts. Informiert euch entweder mal etwas unabhängiger über die Problematik, als aus den westlichen "Hilfe! Gelbe Gefahr!"-Medien oder haltet einfach eure Klappe. Ist ja widerlich diese Verdummung. Hauptsache eine Meinung haben, wa? Wer böse ist, steht ja sowieso fest.

  8. schreibmaschine meint: (8.8.2008 um 14:31) AntwortenReply to this comment

    @ Nr. 7:

    Schon lange nicht mehr so einen Unsinn gelesen.

  9. Udo Vetter meint: (8.8.2008 um 14:34) AntwortenReply to this comment

    Tibet ist das Thema der Karikatur. Es gibt aber noch genug andere Gründe.

  10. Daniel meint: (8.8.2008 um 14:34) AntwortenReply to this comment

    Tibet und die Proteste sind doch nur eine Randerscheinung bei den ganzen Problemem um China und den gesamten Olympischen Spielen. Das der Dalai Lama bzw. die Tibeter die Spiele benutzten um ein bisschen exponierter in den Medien aufzutauchen ist deren gutes Recht. Was mich aber wirklich stört sind Pressestimmen die immer wieder runterleiern "Wir wollen doch nur Sport machen" Das ist eine offensichtliche Lüge. Gerade das IOC will erstmal Geld machen. Seltsam ist auch das den Spielen eine politische Funktion abgesprochen wird. Auch eine Lüge. Warum wird denn so ein Aufhebens um die ganzen "Staatsgäste" gemacht. Warum wird das Olympische Motto "Frieden & Völkerverständigung" so unter den Teppich gekehrt. Warum gibt es so viele Sportler die in ihrer Funktion als Promi durchaus viele gute Sozialprojekte gegen Armut, Krankheit usw unterstützen, jetzt aber auf einmal sagen "Sportler sollten sich aus sowas raushalten, wir wollen doch nur die Spiele".
    Diese Unstimmigkein fressen echt an meiner guten Laune.

  11. Daniel Weigelt meint: (8.8.2008 um 14:47) AntwortenReply to this comment

    Jaja, die armen Tibeter, die bösen Chinesen.

    Vielleicht sollte man die Spiele in Zukunft wirklich nur noch in einem Land machen, das wahrhaft freiheitlich und demokratisch ist. Dann finden sie wenigstens gar nicht mehr statt, denn so ein Land gibt es nicht. Es ist halt immer einfacher, mit den Finger auf Andere zu zeigen.

  12. Henning meint: (8.8.2008 um 14:52) AntwortenReply to this comment

    Ein berühmter Politiker sagte einmal "Ihr Völker in aller Welt…schaut auf diese Stadt!". Die Welt blickt auf China und nun liegt es an den Leuten vor Ort und den Redaktionen in aller Welt, das Beste daraus zu machen. Boykott der Spiele schadet den Sportlern – die an dieser Stelle zu Marionetten verkommen würden. Daher bin ich der Meinung, die Spiele zu verfolgen – aber ein kritisches Auge auf das Drumherum zu werfen. Vielleicht wird der Eine oder andere demnächst bei Blick auf das Schild "Made in China" ins Grübeln kommen. Dann wäre ein erster kleiner Schritt getan.

    Let the Games begin!

  13. schriebmaschine meint: (8.8.2008 um 14:52) AntwortenReply to this comment

    Ein Exil-Chinese über China und die Spiele:

    http://www.mainpost.de/nachrichten/kultur/Kultur;art3809,4624561

  14. Kant meint: (8.8.2008 um 14:54) AntwortenReply to this comment

    Wir – der Westen – können nicht verlangen, dass ein totalitäres Regime von jetzt auf gleich eine Demokratie wird. Das klappt nicht und benötigt Zeit. Das wußte man bereits am Anfang der Aufklärung – Evolution anstatt Revolution.

    Hätte man die Olympischen Spiele jetzt boykottiert würde China in eine ganz andere Richtung wieder abdriften, schon alleine aufgrund der Enttäuschung in der Bevölkerung.
    Leute, die jetzt auf dieser Boykottwelle mitreiten, die machen es sich zu einfach und zeigen damit gleichzeitig ihre Ignoranz.

  15. Martin_mb meint: (8.8.2008 um 14:55) AntwortenReply to this comment

    Die Spiele in China sind genau richtig. Aber aus anderen Gründen als denen, weswegen China sie haben wollte und vom IOC bekommen hat:

    Ich denke die chinesische Führung hat schlichtweg unterschätzt, welches Riesenvergrößerungsglas sie sich da ins Land geholt haben. Man betrachte nur die völlig sinnfreie Internetzensur im Pressezentrum. Die bringt nichts außer schlafende Hunde zu wecken. Mit ein bißchen Pech (oder Glück, je nach Sichtweise) entwicklen sich die Spiele so zum PR-GAU. Ein paar spektakuläre Protestaktionen, vielleicht mit Toten, ein paar mit Doping erwischte chinesische Athleten, Dauersmog etc. – schwupps – spricht außer Waldemar Hartmann keiner mehr vom Sport. Und das ist gut so…

  16. otaku meint: (8.8.2008 um 14:59) AntwortenReply to this comment

    @11
    Endlich mal eine gute Idee.
    Das ganze Sinnlos zum Fenster rausgefeuerte (Steuer)Geld für diese Kommezkasperei, die nun wirklich nichts mehr mit Sport und schon gar nicht mit fair zu tun hat, könnte man dann für sinnvolleres Ausgeben.

    Beispielweise als Spende an VHEMT ( http://www.vhemt.org ).

    Oder um die EU aufzulösen.
    Oder für was ähnlich sinnvolles.

    Have fun
    Otaku

  17. gefährder von schäubles gnaden meint: (8.8.2008 um 14:59) AntwortenReply to this comment

    immer wieder lustig wenn die größten verbrechernationen die ihren reichtum/wohlstand auf leichenbergen erbaut haben mit dem finger auf andere zeigen
    ob es auch so ein theater gegeben hätte wenn die olympischen spielen in deutschland israel oder usa stattgefunden hätten….nee schon klar wenn wir andere länder besetzen/überfallen ist das humanitäre hilfe

  18. RA JM meint: (8.8.2008 um 15:00) AntwortenReply to this comment

    Frage mich nur, warum hier über Boykott diskutiert wird. Schon bei der Vergabe der Spiele war doch schon klar, bei welchen Leuten man zu Gast sein wird. Wir haben zwar nicht mehr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tian'anmen-Massaker&quot; rel="nofollow"> 1989</a>, aber …

  19. dot tilde dot meint: (8.8.2008 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    nach der apothekentour nun die jubelspiele, ich mach da auch nicht mit.

    aber china ist ein <a href="http://www.ziboy.com/&quot; rel="nofollow">bunteres land</a>, als wir manchmal denken. ich weiß auch nicht, welche der tibeter auf welche weise frei sein wollen – demokratische opposition in tibet ist für mich ein leerer fleck auf der landkarte. darüber möchte ich nicht mit bunten fahnen oder markigen sprüchen a la "free tibet" hinwegtäuschen.

    .~.

    p.s.: am besten gefallen mir bei ziboy.com die fotos von den punkkonzerten…

  20. Kristine meint: (8.8.2008 um 15:11) AntwortenReply to this comment

    @11 (Daniel): "Vielleicht sollte man die Spiele in Zukunft wirklich nur noch in einem Land machen, das wahrhaft freiheitlich und demokratisch ist. Dann finden sie wenigstens gar nicht mehr statt, denn so ein Land gibt es nicht."

    ACK.

    "Es ist halt immer einfacher, mit den Finger auf Andere zu zeigen."

    Nur weil man mit dem Finger auf China zeigt, heißt das nicht, daß man nicht mit anderen Fingern auf andere Länder zeigt. Ich zumindest tue beides.

    Allerdings gilt das nicht für alle. Die Reaktionen auf Michael Vespers Äußerungen zu Zensur in China und anderswo haben das gerade schön demonstriert.

    Gruß,
    Kristine

  21. Pessimist meint: (8.8.2008 um 15:33) AntwortenReply to this comment

    Das Problem ist doch ein anderes: Wenn die Spiele vorbei sind, ziehen die Medienkarawanen wieder in ihre westlichen Studios und lassen die Mönche & Co. in China zurück ohne auch nur noch einmal so detailliert darüber zu berichten. Insofern nervt mich dieses China-Bashing der Medien im Moment eigentlich nur, da vorhersehbar ist, dass die Chose in ein paar Wochen gegessen ist …

  22. bravo meint: (8.8.2008 um 15:54) AntwortenReply to this comment

    Es ist ja so leicht zu boykottieren, wenn die Spiele zu nachtschlafender Zeit stattfinden. In zwei Jahren ist Fußball WM. In Südafrika. Auch da gäbe es Gründe für einen Boykott. Aber die Spiele werden zur besten Sendezeit kommen. Mal sehen, wer dann vorm Fernseher sitzt.

  23. Rrabbit meint: (8.8.2008 um 15:56) AntwortenReply to this comment

    Ich boykottiere diese Spiele, und ausserdem alle mit den fuenf Ringen beworbenen Produkte. Und zwar nicht wegen China an sich, sondern wegen der offensichtlichen Verlogenheit der IOC-Funktionaere.

  24. anonym meint: (8.8.2008 um 15:58) AntwortenReply to this comment

    Grundsätzlich ist es traurig, daß nicht mehr Leute auf diesen Gedanken kommen; aber so ist die Welt.
    Da ich mich ohnehin in keiner Weise für Sport interessiere (egal, um welchen es geht), muß ich hier mein Verhalten nicht ändern (einen Fernseher besitze ich sowieso nicht).
    @5 Wer von dergleichen beeindruckt ist, der läßt sich eben gern beeindrucken. Ich wette, daß mich solche Eröffnungsfeiern (in welchem Land auch immer) in 100 Jahren nicht beeindrucken könnten. Dazu ist mir der ganze Kram doch viel zu uninteressant, zu unwichtig und zu läppisch; zumal ja jeder weiß, daß alles nur Propagandazwecken dient (nicht nur in China). Wem sowas gefällt, der hätte vielleicht auch gern am Reichsparteitag in Nürnberg teilgenommen (der wurde wohl noch nicht im TV übertragen).

  25. sanddorn meint: (8.8.2008 um 16:04) AntwortenReply to this comment

    Hm – ich habe heute den Dalai Lama im TV gesehen, wie er sagte das er sich freut über die Olympischen Spiele in Peking und das er gar keinen eigenes Land will …

  26. n0ne meint: (8.8.2008 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    "wir haben neben (konzentrationslager xyz) gewohnt und nichts von den grausamen taten mitbekommen. wir waren froh, dass wir arbeit hatten. wir konnten nichts dafür!"

    "wir waren bei den olympischen spielen 2008 dabei und haben nichts von den grausamen taten mitbekommen. wir waren froh, dass wir mit diesem weltevent milliarden scheffeln konnten. wir konnten nichts dafür!"

  27. Lipflip meint: (8.8.2008 um 16:20) AntwortenReply to this comment

    @25: Richtig. Will er nicht. Er fordert aber das Recht auf kulturelle Selbstbestimmung der Tibeter, davon aber ist China meilenweit entfernt.

  28. Erster meint: (8.8.2008 um 16:38) AntwortenReply to this comment

    Nicht falsch verstehen, aber mir geht dieses "Ich scheue die Übertragung wegen Tibet nicht an" auf die Nerven. Auch ein Boykott wäre scheinheilig gewesen. Wenn Boykott, dann wirtschaftlich. Dann darf man aber auch nicht jammern, dass plötzlich irgendwelche Sachen teurer sind.

  29. Kaffchris meint: (8.8.2008 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    Olympia, war früher durchaus mal interessant. Aber seitdem sich Dopingberichte häufen, schwindet das Interesse meinerseits daran wie das Interesse am Radsport. Es ist schlicht nicht mehr vorhanden. Dazu noch die Vergabe an China mit all den Problemen wie Menschenrechte, Umweltverschmutzung etc. pp. ……Olympia, ohne mich ;)

  30. schreibmaschine meint: (8.8.2008 um 17:07) AntwortenReply to this comment

    @ Udo:

    "Es gibt aber noch genug andere Gründe."

    Stimmt. Aber hoffentlich haben sie dann auch keinen Mandanten, der Geschäfte mit/in China macht.

    Und hoffentlich kaufen sie keine Produkte "Made in China".

    Oder kaufen bei Firmen, die Geschäfte mit/in China machen.

    Wird schwierig, glaube ich.

  31. Tell Mars to Stop Deadly Animal Tests meint: (8.8.2008 um 17:26) AntwortenReply to this comment

    @31: Das ist nicht logisch.

    Ich finde es schön, daß hier nochmal an Tibet gedacht wird.

  32. Helmine Ratas meint: (8.8.2008 um 17:41) AntwortenReply to this comment

    Hey..
    also ich gucke normal auch kein Sport auch die Olympischen Spiele nicht aber der Fabian Hambüchen find ich klasse ;-) der troz seines alter schon richtig was auf den Kasten hat!
    Gruß
    Helmine

  33. VB-208 meint: (8.8.2008 um 18:20) AntwortenReply to this comment

    1. Mich erinnert das ganze an die Jubelspiele im Jahre 1936 in Berlin. Hier hat seinerzeit das IOC den rechten Arm nicht nur zum Winken gehoben!

    2. Ist dem geneigten Leser eigentlich schon aufgefallen, dass kein Unternehmen (außer Rolex) mit der Olympiade (Sponsor, etc,) Werbung macht.

    3. an kann dem China-Ramsch – ob man will oder nicht – nicht immer ausweichen. Trotzdem lohnt sich das durchlesen des Made in …

    4. Ein Ignorieren des Sportes fällt mir persönlich leicht – denn Sport – so habe ich es in der 7. Klasse dem Sportlehrer mitgeteilt – ist nur was für Doofe. ;-)

  34. Matthias Prinz meint: (8.8.2008 um 19:12) AntwortenReply to this comment

    Also was China mit den Olypischen Spielen macht, erinnert mich irgendwie an die Olympischen Spiele im Nazionalsozialismus. Das eine Regierung so eine Sportergeignis solche Bedeutung zukommen lässt, und die Art und Weise wie China vorgeht finde ich irgendwie bedenklich.

  35. gerhardq meint: (8.8.2008 um 19:48) AntwortenReply to this comment

    Ich habe gerade die Eröffnungsfeier gesehen und muß gestehen, mich hat sie begeistert. Ich wünsche den Chinesen wirklich fröhliche Spiele.
    Einen Boykott halte ich grundsätzlich für sinnlos, damit werden nur die Sportler bestraft.

    Andererseits habe ich regelrechte Angst bekommen. Wenn die Entwicklung nur noch ein paar Jahre in dem Tempo weitergeht, sind wir bald Dritte-Welt-Land. Wenn wir hier im Westen uns weiterhin den eigenen Nabel betrachten, weil wir ihn für den Nabel der Welt halten, werden wir einfach den Anschluß verlieren. Was zur Zeit in den asiatischen Staaten abgeht, sollte uns wirklich zu denken geben, wir sollten es uns einmal vorurteilsfrei ansehen. Und nicht nur über Menschenrechten lamentieren, während wir äußerst geschmeidig reagieren, wenn wir sie selbst mißachten. Gerade Frau Merkel ist dabei, aus diesem Staat einen totalitären Überwachungsstaat zu machen, wahrscheinlich auch, weil sie es nicht besser weiß. Aber der Boykott der Olympischen Spiele von Frau Merkel war eine der größten Dummheiten, die ich mir vorstellen kann. Aber diese Regierung ist dafür prädesteniert, statt eines kleinsten gemeinsamen Nenners den größten möglichen Unsinn zu produzieren. Durch Frau Merkel hat China sein Gesicht verloren und das werden wir noch sehr teuer bezahlen. Als guter Freund Chinas hätten wir wahrscheinlich mehr Einfluß als mit der billigen und undiplomatischen Holzhammermethode.

    Eigentlich sollten wir doch von Japan gelernt haben. Ich erinnere mich noch, wie wir überheblich auf die "Nachbauten" der Japaner schauten. Aber in der asiatischen Kultur hat der perfekte Nachbau einen hohen Stellenwert, wer etwas genau nachgebaut hat, der hat es verstanden. Und erst dann kann man es verbessern. Den gleichen Fehler machen wir in China. Wir halten die Chinesen für dumm, plumpe Kopierer und nicht für fähig, eigene Produkte zu entwickeln. Thyssen/Krupp mußte schon am eigenen Leib erfahren, was passiert, wenn man in China pfuscht. Denn das haben sie getan und sich dann gewundert, daß man mit ihnen keine Geschäfte mehr machen wollte. China liefert schon lange nicht nur Ramsch – die meisten PC's und Notebooks kommen aus China. Es gibt heute keinen Computer mehr, der keine in China gefertigten Bauteile enthält. Wenn wir das berücksichtigen und dazu noch die Vorliebe der Asiaten für technische "Spielereien", dann dürften uns noch einige böse Überraschungen bevorstehen.

    U

  36. Student meint: (8.8.2008 um 20:24) AntwortenReply to this comment

    @ gerhardq/37:

    Stimmt, und wenn man dann noch bedenkt, daß während China mit Siebenmeilenstiefeln unsere Industrialisierung und unsere Technisierung durchläuft (und auch die anderen asiatischen Staaten schlafen ja nicht) hier in Deutschland und Europa weiterhin immer weniger Abiturienten Ingeneurwissenschaften studieren; dafür aber wenigstens immer mehr hochqualifizierte junge Chinesen unsere Unis mit einem Diplom verlassen — achso, ich vergaß, die kehren ja meistens direkt nach China zurück. Hm, doof das.

  37. wolfis 2cent meint: (8.8.2008 um 20:27) AntwortenReply to this comment

    mir geht "free tibet" schon auf die eier. unterm dalai lama waren die bauern leibeigene, die in yak-dung-hütten wohnten. sollen diese zustände zurückkehren?
    sollte es uns auch nicht wundern, dass einer der freunde des DL SS-Mann (Harrer) war?
    oder ein anderer freund shoko asahara?

  38. Phil meint: (8.8.2008 um 20:49) AntwortenReply to this comment

    Aber nicht nur deswegen. Auch weil der eigentliche Geist von Olympia nicht mehr vorhanden ist: er ist dem Geist des Kommerz gewichen.

  39. Putze meint: (8.8.2008 um 21:05) AntwortenReply to this comment

    Ich frage mich, von welchem Boykott hier die Rede ist. Wie immer man die Spiele und ihre Austragung bewertet – was soll ein "Privatboykott" bewirken? Wen interessiert es, ob die Leute vor der Glotze sitzen und sich das ansehen?

    Wenn eine gewisse Anzahl von Leuten, sagen wir, eine große Fast-Food-Kette boykottiert, dann haben die weniger Einnahmen. Wenn die selben Leute die olympischen Spiele "boykottieren", indem sie sie nicht ansehen, passiert gar nichts.

  40. schorsch meint: (8.8.2008 um 23:30) AntwortenReply to this comment

    …und dass die feinen Herren wie z.b. Genosse Putin sich so seelenruhig an der Show ergötzen, während er gleichzeitig seine Panzer im Kaukasus marschieren lässt und Städte bombardiert…

    kommt irgendwie keine Freude auf, an den "sog." Spielen der Jugend…

  41. Arne Schmidt meint: (8.8.2008 um 23:32) AntwortenReply to this comment

    Also am beunruhigensten finde ich die ganze Problematik der Zensur in China. Eine freie Berichterstattung wird es wohl nicht geben. Der CCC hat zwar einen USB freedomstick rausgebracht (http://chinesewall.ccc.de/freedomstick.html), der auch gleich verbessert worden ist (http://eviltux.de/fs_ete.php), aber das ist doch alles ein Tropfen auf den heißen Stein. Wäre das IOC nicht so jämmerlich eingeknickt und sich sturr gestellt statt zu kuschen, wäre überhaupt keine Software nötig! Hier versuchen Programmierer die Versäumnisse von Politikern und Verbandsvertretern auszugleichen. Lobenswert und zugleich erschreckend, dass sowas überhaupt nötig ist.

  42. corax meint: (8.8.2008 um 23:45) AntwortenReply to this comment

    @ schorsch #42

    Städte bombardieren ließ doch wohl eher Herr Micheil Saakaschwili, ein enger Spezi vom Bush Walker Schorsch der zufällig auch gerade anwesend war, also nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

  43. Bernd D. meint: (9.8.2008 um 01:18) AntwortenReply to this comment

    Ob sich irgendwas geändert hätte, wenn wir vor einigen Jahren kollektiv die Liveübertragungen des Irakkriegs boykottiert hätten? Na? Naaa?

    Oh, ich vergaß, damals gab es noch keine Blogs.

    Na dann mal viel Glück beim Weltverbessern…

  44. Kerstin meint: (9.8.2008 um 01:42) AntwortenReply to this comment

    Die Eröffnungsfeier war spitze und wunderschön. Und da waren kreative Ideen gepaart mit hoher Disziplin – es stimmt, ich war begeistert.

    Fakt ist aber auch, das sowohl das Problem China als auch das Problem Tibet sich nicht wirklich auf das reduzieren läßt, was gerade durch die Medien hechelt.

    Aber bitte… das nächstemal bitte die Kommentatoren knebeln. Ich habe echt keine Lust bei jedem Land, was einläuft, zu hören, was in dem Land jetzt an dringenden Problemen zu lösen ist.

    Ich kann nicht die Probleme der Welt lösen. Ich kann noch nicht mal die Probleme Deutschlans lösen. Ich kann versuchen, meine eigenen zu lösen und meinem Nächsten bei der Lösung der seinen zu helfen. Aber mehr nicht.

    Wer etwas anderes meint, der heuchelt selbst ziemlich stark.

    Zu Olympia:
    1980 und 1984 haben deutlich gezeigt, was genau Boykotts bringen:

    Nix.

    Und was die Zensur angeht: Das die Pressefreiheit eingeschränkt wurde für ausländische Reporter lag wohl auch zum Teil an der Sensationsgeilen Meute, die durch die Lhasa gezogen ist und tote Mönche suchte. Die chinesische Führung _kennt_ nur eine Möglichkeit, damit umzugehen. Das weiß man aber auch als Asien-Korrespondent in der Regel auch. Nur: In der Hochzeit der Krise war auf einmal auch ein ganzer Haufen Reporterdreck da, den das einen feuchten Scheiß interessiert. Und an ausgewogene Berichterstattung war schon mal gar nicht zu denken. In Lhasa haben nicht nur die Mönche während der Proteste geblutet.

    Bah. ich reg mich grad wieder auf. Aber fakt ist: Das Problem ist unendlich vielschichtig. Und es auf den Konflikt zu reduzieren, bringts nicht.

    Aber wenns wirklich so mies ist für Minderheiten in China, kann mir dann mal einer mit einfachen Worten erklären, wieso Han-Chinesen, die fälschlicherweise einer Minderheit zugeordnet wurden, das nicht rückgängig machen lassen? Wenns Minderheiten so schlecht gehen würde (ich rede nicht von Tibet und den Uiguren, das ist ein anderes Problem), dann sollten die doch eigentlich alles in Bewegung setzen, um wieder als Han-Chinesen zu gelten?

    Tun sie aber nicht.

    Also doch nicht _alles_ schlecht in China?

    So. Nu zerreissts. *g*

  45. GermanBoy meint: (9.8.2008 um 08:15) AntwortenReply to this comment

    Es ist leider einfach schwach, wie wenig die Menschen über China wissen – und sich trotzdem grundsätzlich ein Urteil erlauben.

    China-Bashing ist gerade in, ich weiß.
    Viele Rechte sind in China nicht existent, ich weiß.
    Das ist schlimm.
    Und trotzdem: man kann China auch respektvoll zuerkennen, dass sie es geschaft haben, einen überaschend großen Teil der Bevölkerung aus der absoluten Armut geführt zu haben.
    Ich selbst habe nun über 15 Monate in Beijing gelebt, und wenn ich manche deutschen Kommentare lese, könnte ich lachen – oder vor Wut weinen, denn was ich da an Ignoranz und Inkompetenz sehe, ist unglaublich.

    China ist kein "freies" Land, richtig. In China muss vieles verbessert werden, auch richtig. Aber wie insbesondere wir Deutschen als "Hüter der Moral" auftreten, ist widerlich.
    Schade, Herr Vetter, dass Sie auf dieser undifferenzierenden Welle mitschwimmen.

  46. mez meint: (9.8.2008 um 10:27) AntwortenReply to this comment

    Ich boykotiere die olympischen Spiele auch. Gibt doch viel besseres was man machen kann. Man kann auf seinem Fernser (made in China) andere Programme gucken. Oder man holt seinen Fotoapparat (made in China) raus und geht ein bischen fotografieren. Oder man telefoniert mal wieder mit Leuten auf seinem Handy (made in China) oder Telefon (made in China). Oder man liest auf seinem Laptop (made in China) den lawblog.

    Wer kein Produkt hat, dass zumindest zum Teil aus China kommt, der kann von mir aus den ersten Stein werfen.

  47. Putze meint: (9.8.2008 um 10:39) AntwortenReply to this comment

    "Aber bitte… das nächstemal bitte die Kommentatoren knebeln."

    Ja, genau. Einfach wegzensieren den Quatsch. China hat doch nun wirklich vorgemacht, wie's geht.

    Und da wir die Probleme dieser Welt ohnehin nicht lösen können, sollte man das ganze Nachrichtengedöns auch gleich abschaffen. Wen interessiert schon, ob irgendwo ein paartausend Leute umkommen oder in China oder sonstwo Leute vertrieben werden oder ein Sack Reis umfällt. Können wir ja doch nicht ändern.

    "Also doch nicht _alles_ schlecht in China?" Nein, natürlich nicht. Beim Führer war auch nicht alles schlecht, und in der DDR auch nicht. Tolles Argument.

  48. cosmo meint: (9.8.2008 um 15:08) AntwortenReply to this comment

    @49 (Putze)
    Ja, dem kann ich mich vollumfänglich anschließen. Wie einige Kommentatoren hier schon richtig erkannt haben, sollten gerade wir Deutschen uns schwer hüten, irgendetwas zu kritisieren, denn in einem Land, in dem vor 70 Jahren Bürger verschleppt und umgebracht wurden, darf man auf gar keinen Fall mit dem Finger auf ein Land zeigen, in dem so etwas heute passiert.

  49. ETBI meint: (9.8.2008 um 16:04) AntwortenReply to this comment

    Wie viele Beiträge hier ohne in China gefertigte Hardware-Komponenten wohl stehen würden?

  50. Willie meint: (9.8.2008 um 16:35) AntwortenReply to this comment

    Ich boykottiere Olympia!

    China gefährdet die Rohstoffpreise, die deutsche Wirtschaft und damit indirekt meinen Arbeitsplatz und damit mein Leben.

    Ich boykottiere Olympia, weil es mich sowieso nicht interessiert!

  51. Kerstin meint: (9.8.2008 um 19:44) AntwortenReply to this comment

    @Putze: Ich mag die Deppen nicht, die ohne weitere Infos was von einer "gelben Gefahr" faseln, ich mag auch die Mittelschlauen nicht, die meinen, weil sie Olympia boykottieren sagen die Chinesen auf einmal "ups, alles nicht so gemeint".

    Was ich gestern sah, waren vor allem die sog. "kleinen Leute", die sich abgerackert haben, um die Eröffnungsfeier auf die Beine zu stellen. Teilweise Jahrelang. Was ich aus den Reportagen am Rande entnehmen konnte, war, dass viele sich auf die Spiele freuen, das sie stolz darauf sind.

    Und mal andersrum: Kann mir mal bitte einer der Moralapostel hier erklären, was denn passieren würde, wenn das nächste mal Deutschland die Spiele bekommen sollte? Gibts dann einen Fackellauf mit "Schäuble, go home"?

    In der Bibel stehts doch schon so passend: "Wer da von euch ist ohne Schuld, der werfe den ersten Stein".

    Und Menschenrechte werden von einem Staat wie den USA eingefordert – ein Staat der Guantanamo verteidigt, weil er es für sein "gutes Recht" hält, das Recht anderer mit Füssen zu treten. Menschenrechte werden von einer EU eingefordert, die ihre Grenzen so zu macht, dass ein Haufen Boat-People bereits ertrunken ist. Steht auch in keiner Nachricht.
    Näääääääää

    Boykott bringt nichts, er bestraft nur die Athleten und die Beteiligten, die dafür gerackert haben und sich gequält. Und die können am wenigsten dafür.

    Bisschen weniger Selbstgerechtigkeit und bisschen mehr Toleranz würde hier einigen gut zu Gesicht stehen.
    Achja – über China informieren würde auch fürs erste helfen. Und zwar bitte nicht aus der Bildzeitung.

  52. F.R. (Psycho-Blog) meint: (9.8.2008 um 22:15) AntwortenReply to this comment

    "Die Gefahr, dass ich Sport anschaue, ist ohnehin gering. Bei diesen Olympischen Spielen ist sie gleich null."

    *unterschreib*

    Bezeichnenderweise hat der ehemalige IOC-Präsident, der das mit China eingefädelt hatte, seine Führer- äh Führungsqualitäten übrigens unter Franco erworben:

    http://www.welt.de/wirtschaft/arti2287361/Die_Geldmaschine_Olympia_ueberhitzt.html

    @ 5:

    "Gespannt bin ich allerdings auf die Doping-Kontrollen."

    Ich denke, da wird es keine unliebsamen Überraschungen geben. Wenn keine ausländischen Kontrolleure erlaubt sind.

    @ 15:

    "ein paar mit Doping erwischte chinesische Athleten"

    *rotfl* … sehr witzig… siehe vorherige Bemerkung.

  53. Hootch meint: (10.8.2008 um 02:19) AntwortenReply to this comment

    Ich kann dieses ganze Wer- ohne- Schuld- ist- werfe- den- ersten- Stein- Gerede nicht mehr hören.
    Sicherlich leben wir hier in Deutschland nicht im besten Staat der Welt. Auch hier bei uns gibt es viel zu kritisieren, keine Frage. Dennoch haben wir ja wohl das Recht (wenn nicht, als demokratisch orientierter Staatsbürger (unabhängig von der Nationalität), sogar die Pflicht) den Finger in die Wunde zu legen. Wo auch immer auf der Welt diese Wunde ist. Ob es Moskau, Berlin, Heiligendamm oder Peking ist… egal!

    Missstände sollten immer benannt werden. Egal wann, egal wo…

    Grüße!

  54. Putze meint: (10.8.2008 um 10:50) AntwortenReply to this comment

    @53 (Kerstin): Verstehe, du magst keine Deppen. Ich sag dir, was ich nicht mag: Ich mag keine Leute, die in Kommentaren andere pauschal als Deppen und Mittelschlaue abwerten und für sich selbst in Anspruch nehmen, kompetent zu sein, nur weil sie mal ein wenig über ein Thema gelesen haben oder zufällig irgendwo gewesen sind. Dies ist eine simple Strategie, die in Foren und Blogs immer wieder verwendet wird und die ausgesprochen ärgerlich ist, weil die für sich selbst deklarierte Kompetenz natürlich nie bewiesen werden muss, während man andere Leute, deren Bildung man überhaupt nicht kennt, als Bild-Leser diskreditieren kann.

    @50 (cosmo): Einer von uns beiden hat was falsch verstanden.

  55. cosmo meint: (10.8.2008 um 12:13) AntwortenReply to this comment

    @56 (Putze)
    Das glaube ich nicht.
    Ich glaube, wir verstehen uns ganz gut. ;)

  56. Putze meint: (10.8.2008 um 19:05) AntwortenReply to this comment

    @ cosmo: Ach so. Naja, wie gesagt: einer von uns beiden. Dann war ich es wohl …

  57. Marvin meint: (12.8.2008 um 21:44) AntwortenReply to this comment

    China und die Pressefreiheit lassen sich nicht in Einklang bringen. Man hört es doch täglich.
    Wenn ich Interesse an den Olympischen Spielen hätte, würde ich sie wenigstens dieses Jahr boykottieren.

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