15.8.2008

Gebeugt

Für den heutigen Freitag musste mein Patenkind S. 7,3 Kilogramm Bücher und Hefte mitschleppen. Die Basics für ihren Unterrricht. Mit Wasser und dem Pausenbrot wog ihr Tornister acht Kilo.

Bei einem Schulweg von anderthalb Kilometern ist das ganz schön heftig. Nicht nur für eine Quintanerin.

Vielleicht sollten deutsche Schulrektoren öfter mal amerikanische Teeniekomödien gucken. Mit besonderem Augenmerk auf die langen Schulflure, vollgestellt mit Spinden.

72 Kommentare zu “Gebeugt”

  1. Christian meint: (15.8.2008 um 19:53) AntwortenReply to this comment

    Sowas hatten wir als ich anno '99 Abi gemacht habe, schon.
    Und zwar seit ein paar Jahren.

  2. Pessimist meint: (15.8.2008 um 19:58) AntwortenReply to this comment

    Aber nur gegen entsprechendes Entgelt versteht sich natürlich …

  3. Christian H. meint: (15.8.2008 um 20:02) AntwortenReply to this comment

    Früher (?) gab es "Scout"-Ranzen, die hatten im Griff eine Waage eingebaut. Bereits in der ersten Klasse passierte es täglich, dass die 4kg-Obergrenze vollkommen ausgereizt war. Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich als kleiner Wicht nicht mit Schwung den Ranzen auf der Rücken hiefen durfte, da ich sonst hinten über gefallen bin ;-)
    Früh übt sich, was ein Rückenschaden sein will…

  4. jemand meint: (15.8.2008 um 20:05) AntwortenReply to this comment

    Da ich (ehemals 10.klasse, bald 11.klasse) sowieso manche Schulbücher nicht bekommen habe (auslaufendes G9 und wenn dann manche aus den Jahren um 1980 oder älter, nehme die bücher sowieso nicht mit…. Sit trotzdem schwer und das bei 2km hin und zurück. Hab aber glücklicherweise gerade Ferien…

  5. Malte S. meint: (15.8.2008 um 20:06) AntwortenReply to this comment

    Ärzte, Ergotherapeuten und KGs sind auch schon seit langem der Überzeugung, dass diese hohe Belastung der Kinder und Jugendlichen zu massiven Schäden führen können. Gerade bei dem stiefmütterlich behandelten Schulsport findet leider auch kein gezielter Aufbau der wichtigen Muskelgruppen statt.
    Eigentlich sollte man sich mal die medizinischen Untersuchung wirklich zu Gemüte führen und eine Maximalgrenze festlegen. Wenn die Schule dann mehr sehen will, bekommt sie halt n netten Brief der Eltern…

  6. Glammy meint: (15.8.2008 um 20:07) AntwortenReply to this comment

    @ Udo
    Die Spinde müssen bezahlt werden – wovon? Die Schulen haben kein Geld für sowas, zudem ist zu wenig Platz, um für ca. 350 Schüler pro Schule einen Spind nach amerikanischem Vorbild zur Verfügung zu stellen.
    Zudem (eigene Erfahrung aus dem Verwandtenkreis) werden die Spindmieten nicht bezahlt, werden dort Dinge gelagert, die da nichts zu suchen haben (3 Wochen altes Pausenbrot – hm, lecker!) und die Spindschlüssel werden verbummelt bzw. nach Ende der Miet- oder Schulzeit nicht retourniert.
    Alles in allem viel Ärger für den armen Lehrer, der den Hut für die Scheiße aufhat.

    @ #3 (Christian H.)
    Die Scouts haben immer das maximal mögliche Gewicht angezeigt, egal, wie leer oder voll sie waren. Liegt an der Sache mit der Schwerkraft ;-) Ich erinnere mich noch an die physikalischen Tests auf dem Schulhof…

  7. HKJansen meint: (15.8.2008 um 20:10) AntwortenReply to this comment

    Das mit den Spinden in den Fluren geht nur in Ganztagsschulen ohne Hausaufgaben.

  8. IB meint: (15.8.2008 um 20:14) AntwortenReply to this comment

    Pfft, bezahlt werden … bevor jedes Blag 'nen Laptop kriegt (qweil dann ist das ja besser für die Wirtschaft später, irgendwie) könnten ja mal Spinde beschafft werden.

  9. Darkstalker meint: (15.8.2008 um 20:20) AntwortenReply to this comment

    (Großvaters Weisheit)
    Was nicht tötet, härtet ab. Generationen vor uns haben es überlebt.
    (/Großvaters Weisheit)

    Nein, ernsthaft. Gut ist das nicht, aber die Spind-Lösung ist in vielen Schulen nicht praktikabel (Kosten/Platz). Das Ziel muss eine Reduktion im Umfang der "Lehrmaterialien" sein. Wenn man sich nur mal erinnert, wie viel unnützes Zeug man täglich mitgeschleppt hat. Nur, damit man es dabei hat, FALLS man es braucht. Man brauchte es aber … NIE!

    Vielleicht wäre es aber auch einfach sinnvoll, das Problem bei der Wurzel zu packen und endlich mal die deutschen Pädagogen auszubilden.

    Nein, nicht BESSER ausbilden, sondern ÜBERHAUPT ausbilden!

    Und zwar nicht in ihren "Fächern" sondern evtl in so "zweitrangigen" Dingen wie Pädagogik, Psychologie, Didaktik, Krisenmanagement … Denn das lernt der Lehrämtler an der Uni nicht. Es sei denn, er besucht ein (maximal fünfstündiges) Seminar … freiwillig versteht sich. Und bei der "Motivation" im Lehramtstudium kann man sich an einer Hand abzählen, wie oft diese Angebote wahrgenommen werden …

    So, genug gelästert :o) Flamewar freigegeben!

  10. Christian meint: (15.8.2008 um 20:20) AntwortenReply to this comment

    Spinde haben bei mir in der Schule wunderbar funktioniert. Ein externer Anbieter stellte sie auf und man konnte diese dann zu fairen Preisen mieten (weiss leider nicht mehr wieviel). Der Haken an der Sache ist allerdings, dass die meisten Bücher zuhause und in der Schule gebraucht wurden und deswegen meistens mein Helm und Sportzeug drin lagerten. Die schweren Bücher musste ich trotzdem wieder nach Hause und schleppen. Und das waren teilweise für jede der 7 Stunden ein Buch, plus Hefte/Block, Schreibzeug ung Verpflegung. Zu dieser Zeit bin ich teilweise den kompletten Schulweg leicht nach vorne gebeugt gelaufen, um nicht umzufallen und das war ne knappe halbe Stunde.
    Da wusste ich als kleiner Schüler schon, dass das nicht gesund sein kann.

  11. Jens meint: (15.8.2008 um 20:23) AntwortenReply to this comment

    So schlecht wäre das gar nicht. Man braucht ja nicht diese riesigen Spinde, von der Größe wie es sie auch im Schwimmbad gibt, sondern eher kleiner. Da passen gut und gerne 4-5 Stück von übereinander.

    Die könnte man mit etwas gutem Willen in den Fluren aufstellen (die Lehrer müssten einen dann in den Pausen nur daran lassen – die haben die Schulordnung so umdefiniert, wie es gerade passte) und dafür die Kleiderhaken entfernen (waren bei uns fast ausnahmslos auf den Fluren).

    Und für die Schlüssel bräuchte man nur ein Pfand, 10 Euro oder was auch immer ein Baumarktschloss kostet.

  12. Ben meint: (15.8.2008 um 20:29) AntwortenReply to this comment

    Wenn man das OB einmal beschlossen hat, ist das WIE bloß formalsache.

    Wir haben z.B. damals ('99) statt einem sinnlosen Projekt-Tag Spinde selbst gebaut. Aus 6 Brettern, mit Schrauben, Nägeln und bunter Farbe. (Dinge, die wir Schüler damals schon nur aus dem TV kannten) Die kamen so gut an, dass jetzt die ganze Schule mit "echten" Schließfächern nachgerüstet wurde.

    Hat eigentlich jemals jemand einen dieser unsäglichen Kleiderhaken benutzt?

  13. noch jemand meint: (15.8.2008 um 20:30) AntwortenReply to this comment

    Ich bin Jahrgang 1975 und selbst zu Zeiten meiner ersten sechs Schuljahre haben meine Lehrer ihre Zeit darauf verwandt, Gedankengut zu indoktrinieren, das ich rückblickend mit aller Höflichkeit nur als linksnaiv werten kann ("Gib dem Peter was von Deinem Essen ab, Du hast doch viel zu viel", "Die Fatima ist ungewaschen, weil man das in der Türkei einmal im Monat so macht", "Bülent haut nur deshalb andere Kinder, weil ihr ihn nicht liebhabt"). Selbst für offenkundig asoziales und/oder kriminelles Verhalten war immer eine sozialromantische Entschuldigung zur Hand. Was außerhalb des Klassenraumes in der Schule gelassen wurde (Bastelarbeiten, Turnzeug, Material für Projektarbeiten) war am Folgetag regelmäßig beschmiert, versteckt oder ganz geklaut. Und das Ganze war auf dem platten Geburtsland Gazprom-Schröders, damals sogar noch unter "Zonenrandförderung", nicht etwa in Berlin oder Köln…

    Will sagen: Was in den amerikanischen Teenie-Komödien selbstverständlich ist, scheitert in Deutschland schon daran, daß selbst in der Grundschule kein Respekt vor Privateigentum und -Rechten vermittelt wird, im Gegenteil dem Beifall geklatscht wird, der es mit Füßen tritt. Spinde würden aufgebrochen, beschmiert und angezündet, und Pädagogen im Geiste der 68er würden für jeden einzelnen Fall eine tolle Begründung finden, die Worthülsen wie "Ungleichgewicht", "sozial", "Benachteiligung", "Verzweiflung", "kann nicht anders" enthält und letztlich den zum Schuldigen erklärt, dessen Sachen gerade zerstört und|oder geklaut worden sind.

  14. Klopfer meint: (15.8.2008 um 20:32) AntwortenReply to this comment

    Ich kapier's nicht. Ich hatte selbst zu Abiturzeiten nur zwei Schulbücher, die über ein halbes Kilo gewogen haben, die anderen haben etwa 350 Gramm auf die Waage gebracht (und waren Paperbacks). Mit den Heftern kamen vielleicht 700 Gramm im Durchschnitt pro Fach zusammen. Auf 7 Kilo kam ich nur, wenn ich an langen Tagen auch noch Sportzeug mitschleppen musste. Dazu haben uns die Lehrer meistens gesagt, ob wir die wirklich schweren Bücher brauchen. Also entweder sind Schulbücher in letzter Zeit schwerer geworden, oder diese Schulen wählen die Schulbücher schlecht aus, oder aber es wird einfach zu viel unnötiger Mist mitgeschleppt. Wenn ich so an die Erzählungen meiner Mutter denke (Grundschullehrerin), die in den Schulranzen ihrer Schüler nicht nur sämtliche Schulsachen (also nicht nur die, die für den konkreten Tag benötigt wurden) erblickt hat, sondern oft auch irgendwelches Spielzeug, würde ich anstelle der Eltern doch mal schauen, ob da wirklich klug gepackt wird.

  15. Jens meint: (15.8.2008 um 20:45) AntwortenReply to this comment

    Zu den Spinden: Das würde auch Perspektiven für neue Formen der Jugendgewalt eröffnen.

    @14: 6,3 kg Sportzeug?!

  16. Jens meint: (15.8.2008 um 20:47) AntwortenReply to this comment

    @10: Was fürn Helm? Mofa? Betrifft Grundschüler ja eher noch nicht …

  17. Johanna meint: (15.8.2008 um 20:52) AntwortenReply to this comment

    Ich hab letztes Jahr Abi gemacht und bei uns konnten nur die Oberstufenschüler Schließfächer mieten. Jeder hat eine Kaution bezahlt und das Ganze hat wunderbar geklappt. Wir waren wirklich dankbar, dass wir nicht dieses ganze Zeug mitschleppen mussten, man hatte ja zumeist auch Bücher, die für zwei Jahre golten, also sehr dick und schwer waren. Für Mathe zum Beispiel brauchten wir bis zu drei Bücher gleichzeitig, weil die Lehrerin nie wusste, welches wir am nächsten Tag benützen würden.
    Die Spinde waren nicht groß, es reichte gerade für ein paar Bücher und die Sportschuhe, daher passten auch fünf Stück übereinander.
    So etwas sollte es definitiv für alle Schüler geben. Ich glaube, die meisten würden sich sogar bereiterklären, Geld dafür sammeln zu gehen.

  18. StephanH meint: (15.8.2008 um 20:53) AntwortenReply to this comment

    Meiner Meinung nach sind die meisten mitgeschleppten Schulbücher eh überflüssig. Werden keine bzw. kaum Hausaufgaben aufgegeben, sollte die Schule die Bücher im jeweiligen Fachraum lassen. Und mal ehrlich: Selbst für die meisten Hausaufgaben brauch man kein Buch, da reichen Notizen und Kopien. Und für ein Selbststudium kann man es ruhig zu Hause lassen. Sicherlich liegt es an jedem Lehrer selbst, wie er das managt, mehr Rücksichtnahme ist aber sicherlich nicht fehl am Platz.

  19. Alexander meint: (15.8.2008 um 20:53) AntwortenReply to this comment

    Lohnt sich nicht wirklich. Da müsste man erst eine Art Campus oder gar Gesamtschule haben, wo sich das eventuell lohnen würde. Des weiteren wird es immer mehr an Schülern mangeln und ob sich das dann noch lohnt ist auch so eine Sache.
    Aber an sich bin ich dafür.

  20. Johanna meint: (15.8.2008 um 20:59) AntwortenReply to this comment

    @15: Es waren glaube ich 700 Gramm pro Fach gemeint plus das Sportzeug.

  21. me meint: (15.8.2008 um 21:19) AntwortenReply to this comment

    also meine schultasche hat damals (vor 3 jahren) schon mehrmals pro woche gute 15kg gewogen. ohne turnzeug.

  22. Rowerle meint: (15.8.2008 um 21:26) AntwortenReply to this comment

    Das erinnert mich wieder schwer an die Anleitung einer (sorry, aber das war wirklich so eine) Trulla vom Kinderschutzbund im Vorgriff auf die Einschulung meiner Ältesten. Sie riet extremst dazu, daß der Ranzen nicht mehr als 10% des Kindsgewichtes ausmachen sollte (wobei ich mir die Spitzfindigkeit, ob sie 10% mit dem aufgeschnallten Ranzen meinte, oder nur vom "blanken" Kind, verkniff). Ich habe ihr dann vorgerechnet, was ein vernünftiger, robuster und wasserfester Ranzen allein schon wiegt (also tara). Mit dem dazugepackten Pausenbrot und Getränk, sowie dem Mäppchen, kam ich damals schon auf die 10% des Gewichtes meiner Tochter (die nur geringfügig leichter als der Schnitt laut U-Heft war). Auf die Frage, wie man denn dann Papier und Bücher noch sinnvoll in die Schule bringen sollte, konnte sie mir auch nichts sagen (Ich hätte als Lehrer dann gesagt, daß sie sich nicht vorbereitet habe und vielleicht von eine 5- dafür bekommen könnte).
    Glücklicherweise durften die Turnsachen in der Klasse verweilen – mußten aber natürlich auch ab und an ausgewechselt werden… Aber was ist, wenn die wegen vieler Ballspiele für alle Hallenschuhe vorschreiben, das Kind aber vielleicht noch im Verein Sport macht? Dann braucht man entweder 2 Paar (wieder Geld) Schuhe, oder es muß dauernd geschleppt werden.
    Aber zurück zum Thema:
    Selbst wenn die Grundschüler nur das Minimum mitschleppen, so wiegt der Ranzen zu Beginn der 1. Klasse gute 2 kg, und in der 3. Klasse auch mal 2,5 – 3,5 kg.
    Meine Frau hat regelmäßig die alten Blätter (von vor 3 Wochen) aussortiert, bzw. macht das weiter, und daheim abgeheftet, sonst wäre es noch mehr an Material geworden. Das Problem liegt m.E. darin, daß die Schulbücher häufig zu dick sind, und sich die Lehrer nicht einig sind, was wirklich geschleppt werden muß.

  23. horstilein meint: (15.8.2008 um 21:30) AntwortenReply to this comment

    /me weiß nicht mal was eine Quintanerin ist, hat aber Jahrelang für seine Lehrer Bücher rum geschleppt, die nicht im Unterricht aufgetaucht sind. Einen Klassenbucheintrag für faule Lehrer hat es, glaube ich, dafür nie gegeben ;-))

  24. Schulzkis meint: (15.8.2008 um 22:08) AntwortenReply to this comment

    Joha, Vladimir, der miese, hinterhältige kleine Streber sieht mit seinem Schultrolley echt cool aus……..

    Wer von meinen Vieren über Rückenschmerzen jammert, bekommt hochgezogene Augenbrauen, die klarstellen, dass auch der beste Daypack versagt, wenn die Gurte das Gewicht in den jungen Arsch verlagern…

  25. Thomas meint: (15.8.2008 um 22:15) AntwortenReply to this comment

    Tonister sind teilweise viel zu schwer bepackt, das dürfte ich leider auch viel zu häufig feststellen.

    Positiv ist jedoch der Toni meiner kleinen Schwester, die nun die erste Klasse besucht: Zwei dünne Hefte, eine noch dünnere Mappe, Etui und halt Pausenverpflegung. Mehr muss wirklich nicht sein.

  26. Flo meint: (15.8.2008 um 22:29) AntwortenReply to this comment

    @6: Die Schulen bezahlen da nichts mehr für, das wird alles den Schülern aufgedrückt – http://www.astradirekt.de/

  27. Marvin meint: (15.8.2008 um 22:30) AntwortenReply to this comment

    An unserem Gymnasium gibt es die Möglichkeit, relativ günstig einen Spind zu mieten. Ich mache davon tagtäglich Gebrauch.
    Morgens packe ich alle Bücher ein, die ich den Tag über in der Schule brauche und nehme nur die Bücher mit, die für die Hausaufgaben gebraucht werden. Trotzdem ist mein Schulranzen teilweise viel zu schwer, denn meistens braucht man nur ein, zwei Seiten zur Bearbeitung der Aufgaben. Daher wäre ich für digitale Bücher, damit man (Zuhause) nur das hat, was wirklich nötig ist.
    Es gibt die Alternative mit ziehbaren Trolleys. Die sind aber a) sehr komisch aus und b) sehr unhandlich (immer wieder zu beobachten bei kleineren Schülern aus einer anderen Schule, wenn sie in den Bus ein- und aussteigen).

  28. Preiset13 meint: (15.8.2008 um 22:32) AntwortenReply to this comment

    @13 Sie haben es wirklich sehr schwer gehabt. Zum Glück haben die es nicht geschafft Sie zu indoktrinieren. Und ja, es ist alles soo schrecklich – sozialromantische Ansichten, kein Respekt vor Privateigentum usw. Man kann tatsächlich nur verschämt und verstohlen ins gelobte Land der unbegrenzten Möglichkeiten schielen. Und die pösen, pösen 68er erst, ich sehe vor meinem geistigem Auge schon Scharen dieser ehemals langbehaarten Affen wie sie Horden von Kindern und Jugendlichen anstacheln und ihnen dann noch zujubeln beim verschmutzen und verbrennen von Spinnden.
    Außerdem hatten diese Rowdies immer für alles eine Erklärung und schlimmer noch die haben auch noch nach Gründen für asoziales Verhalten gesucht, man kann nur immer wieder sagen – es ist schrecklich.
    Aufgrund ihres anregenden, geistreichen Kommentars werde ich noch heute einen Brief an meinen zuständigen Bundestagsabgeordneten verfassen mit folgenden Forderungen:

    1. 68er und 68erähnliche Subjekte sind sofort vom Schuldienst zu suspendieren.
    2. Peter soll mit seinem Essen besser haushalten
    3. Fatma muss sich mindestens 4 x die Woche ordentlich waschen
    4. Waffenverbot für Bülent
    5. Spindverbot an deutschen Schulen und solchen die es werden wollen

    Ich bin glücklich das es Menschen wie 13 gibt, ohne Sie wäre dieses Land um einen differenzierten Denker ärmer.

  29. Thomas meint: (15.8.2008 um 22:35) AntwortenReply to this comment

    Lawblog-Deutsch für Dummies:

    Quin|ta|ner der; -s, -: (veraltend) Schüler einer Quinta.

    Früher wurden die Jahrgangsstufen des Gymnasiums mit lateinischen Zahlwörtern und römischen Zahlen bezeichnet, die von der Abschlussklasse aus gezählt wurden, wobei die oberen Klassen aber jeweils über zwei Jahre gingen:

    * Sekundarstufe I
    o Unterstufe
    + Quinta (V) entspricht der 6. Klasse

  30. Diederich Heßling meint: (15.8.2008 um 22:40) AntwortenReply to this comment

    @13: Was haben denn deine heulerischen Anmerkungen im ersten Absatz mit dem Thema zu tun? Meinst du, das eine hat was mit dem anderen zu tun? Was ein Schwachsinn.
    Außerdem: Wenn in amerikanischen Teeniekomödien die Spinde vernünfig genutzt werden heißt das noch lange nicht, dass dort Privateigentum respektiert wird. Es könnte ja vielleicht ein Unterschied zwischen Fiktion und Realität bestehen?

    Wie sieht denn deine Empfehlung aus bzgl. Fatima? Vor der Klasse die Thematik ansprechen und sie darauf hinweisen? Das ist natürlich sehr pädagogisch und wird ihr echt weiterhelfen. Ehrlich, manche…

  31. janixx meint: (15.8.2008 um 22:41) AntwortenReply to this comment

    @ 28

    Tolles rhetorisches Stilmittel. Einfach die Wahrheit dadurch verleugnet, indem man den Gegner ins Lächerliche zieht. So ist die Diskussion beendet, und man (bzw. die eigene Sache) steht als "gut" und moralisch da. Sehr fein, aber auch nichts wirklich neues.

  32. jo meint: (15.8.2008 um 22:44) AntwortenReply to this comment

    @glammy:

    Die Schulen haben kein Geld für sowas,

    Wir haben gerade einen solchen Spinnt (aka "Kleingefachschrank" falls jemand selber suchen will: http://is.gd/1xDp) für unser Institut beschafft: 5 Fächer, Maße ca. (mm): Höhe 1900, Breite 410, Tiefe 450.

    Kostet in Industriequalität inkl. Schließsystem (Generalschlüssel, einzelne Schlüssel nachbestellbar) keine 200 Euro. AstraDirekt (https://www.astradirekt.de/), der Anbieter, der in meinem ehemaligen Gymnasium Fächer für 1,80 Euro pro Monat und Schüler vermietet, setzt offenbar auf ein ähnliches Modell.

    Nimmt man ein System mit etwas kleineren Fächern und kauft entsprechende Stückzahlen, dürften die Kosten pro Schüler unter 20 Euro liegen. Das sollte finanzierbar sein. Falls nicht, bleibt die Mietlösung (und man hat zudem weniger Ärger).

    zudem ist zu wenig Platz, um für ca. 350 Schüler pro Schule einen Spind nach amerikanischem Vorbild zur Verfügung zu stellen.

    Nimmt man Kleingefachschränke mit 6 übereinander liegenden Fächern, lassen sich auf 2m Breite bereits 30 Schülern versorgen. Soviel Platz sollte in jedem Klassenraum oder auf jedem Flur sein.

  33. AlterEgo meint: (15.8.2008 um 23:00) AntwortenReply to this comment

    Tja, wer Doppelstunden hat, der muss weniger schleppen ;-)

  34. Nicolas meint: (15.8.2008 um 23:07) AntwortenReply to this comment

    Immerhin hat die gute Bücher… In Bremen habe ich als Schüler die unglückliche Kombination aus Haushaltssperre und in der Landesverfassung verankerter Lehrmittelkostenfreiheit kennen gelernt. Das Ergebnis war, dass das Land verpflichtet war, die Bücher zu stellen, aber nicht genug Geld hatte. So gab es dann für 4 Kurse oder Klassen einen Satz Bücher. Wegen der Haushaltssperre konnten keine neuen gekauft werden, also ging der Lehrer vor der Stunde die jeweiligen Seiten kopieren. Ich habe immer bezweifelt, dass die Kosten für Papier, Toner und Strom auf Dauer (geht ja über mehrere Jahrgänge so) billiger sein können, als einmal ausreichend Bücher anzuschaffen…

  35. Malte S. meint: (15.8.2008 um 23:20) AntwortenReply to this comment

    @janixx: Auf so geistlose Kommentare wie Nr. 13 kann man nicht mit Argumenten antworten. Der Poster selbst scheint einer differenzierten Betrachtung und Gegenargumenten – die er in seinem scheinbar endlosen Leiden unter 68ern durchaus gehört haben sollte – völlig zu verschließen. Alleine die Benennung der Kinder zeugt schon davon, wessen geistige Prägung hier mitgeholfen hat.
    An den realen Ursachen – die extrem oft untersucht werden und wurden (gerne bei Diplomarbeiten von Soziologen, aber auch im Bereich der Kriminologie) – scheint er absolut kein Interesse zu haben. Auch nicht daran, einen vernünftigen Zusammenhang zwischen seinem Leiden unter den 68ern und der Forderung nach weniger Gewicht in Schultaschen herzustellen.

  36. Neli meint: (15.8.2008 um 23:32) AntwortenReply to this comment

    Da hat mein Sohn (9) zum Glück eine nette Lehrerin . Die ersten 2 Schuljahre haben die Kinder alle Schulsachen, die nicht für die Hausaufgaben benötigt wurden, in der Schule gelassen. Im letzten Schuljahr hieß das für mich, öfter noch mal in die Schule fahren, weil Buch oder Heft für die Hausaufgabe nicht im Ranzen war. Und da die kleine Grundschule 3 Dörfer weit weg ist, kann ich das Kind nicht mit Fahrrad schicken. Mal sehen, wie es jetzt im 3.Schuljahr geregelt wird.

  37. Matthias Sch. meint: (15.8.2008 um 23:35) AntwortenReply to this comment

    also ich habe in der schulzeit – ab ca. klasse 10 – alles in der schule unter dem tisch gelassen, was ich an büchern und heften am nachmittag nicht daheim brauchte, vor allem dicke bücher wie z.b. atlas, musikbuch – völliger unsinn, nie gebraucht!!! – und die dreifachen mathebücher, von denen man meist ja nur zu einem hausaufgaben hatte.

    war auf eigenes risiko (wäre es weg gewesen, hätte ich neue kaufen müssen), aber das haben viele so gemacht. für einen kleinen spind wären wir alle dankbar gewesen, aber diese notlösung mit vereinzeltem ärger ("mein buch ist geklaut worden!" …. und dann fand es sich daheim) klappte zum glück auch ganz gut.

  38. janixx meint: (15.8.2008 um 23:47) AntwortenReply to this comment

    @ 35

    Der Poster hat behauptet, dass Spinde nichts bringen, sondern ohnehin alles gestohlen (bzw. der Spind angezündet) wird. Zudem hat er versucht, dies als Folge der aus seiner Sicht verfehlten Politik der 68er darzustellen.

    Man kann zu dieser Meinung stehen wie man möchte und sie für wahr, falsch oder (wie ich) für teilweise wahr halten. Aber auf diesen Beitrag so zu antworten # 28, zeigt, dass es nicht um Diskussion, sondern um Meinungsunterdrückung (meine Meinung ist richtig) und Diffamierung geht. Bestimmt wird # 13 gleich unterstellt, ein schlimmer Nazi und Judenmörder zu sein. Hier wird wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

    Man kann sich sachlich über den Beitrag von # 13 äußern, ihm recht geben, in ablehnen oder teilweise recht geben; aber gleich den Totschläger auszupacken, ist kindergarten-like. Denn man kann ja auch mal einfach den Mund halten und gar nichts sagen. Solches Verhalten wie das beschriebene führen dazu, dass kein Mensch mehr sich sachlich mit Themen wie "Muss in einem kleinen Stadtteil die dritte Moschee [in anderen gar keine] gebaut werden?" befassen kann, sondern jede Relativieren der politisch korrekten Meinung fast schon gleichgestellt wird mit Holocaust-Leugnung.

  39. Thomas Bliesener meint: (15.8.2008 um 23:52) AntwortenReply to this comment

    @14: Früher war halt alles besser. Da ging man 9 Jahre aufs Gymnasium und hatte Sonnabends Unterricht. Heute gibt es G8 und die Fünf-Tage-Woche. Die Folge sind längere Schultage bis in den Nachmittag hinein und somit auch meht Fächer und mehr benötigtes Material. Nach der verunglückten Rechtschreibreform haben sich unsere Kultusminister einen weiteren Schildbürgerstreich erlaubt. Erneut auf dem Rücken der Kinder.

  40. Stefan Koch meint: (16.8.2008 um 00:10) AntwortenReply to this comment

    Also bei uns ist das so, dass viele Lehrer sagen, wenn sie ein selten benötigtes Buch doch einmal benutzen wollen. Dann kann man es gezielt mitbringen und spart sich an anderen Tagen Gewicht. Ehrlich gesagt habe ich es aber immer mitgenommen, gab mit meinem Schulranzen (recht großer Notebook-Rucksack) auch wenig Probleme. Der machte alles scheinbar leichter, wahrscheinlich hat der 'nen guten Sitz am Rücken.

    Außerdem gibt es an unserer Schule für manche Schüler Schließfächer. Leider reicht es eben nicht für alle und so müssen die Schließfächer verlost werden. Für mich wäre das wahrscheinlich zu kompliziert, weil ich dann dauernd Bücher in der Schule hätte, die ich zum Lernen brauche. (ich bin zum Glück noch G9 und habe daher manche Mittage frei)

  41. nils meint: (16.8.2008 um 00:52) AntwortenReply to this comment

    Ohne das genauer untersucht zu haben: Wer so viele Bücher mitschleppen muss, dass er nicht mehr grade laufen kann, ist einfach schlecht organisiert. Mein Ranzen/Rucksack war nie schwerer als "2 Bücher a 1.5 bis 2cm + ein DinA4-Block kariert + 1 Liter Wasser".

    Einzige Ausnahme: Die Tage an denen die Bücher ausgeliehen/zurückgegeben wurden…

    Mit ein wenig Organisation ist das alles viel leichter. Man kann zum Beispiel dem Lehrer erklären, dass das Zeug schwer ist und er Bescheid geben soll wenn man ein Buch dabei haben muss. Oder man kann sich mit dem Nachbarn abwechseln und dafür sorgen, dass rechtzeitig abgesagt wird wenn einer nicht kommt.
    Irgendwie hatte ich eh den Eindruck, dass viele Lehrer zwar behaupten sie würden die Bücher ständig brauchen, diese letztendlich im Unterricht aber doch nie anwenden sondern höchstens zum weiteren Vertiefen des Stoffs darauf verweisen.

    nils

  42. Rodnox meint: (16.8.2008 um 01:13) AntwortenReply to this comment

    Amerikanische Kinder sind ja (auch) deshalb so fett. Ich habe aehnliche Taschen tragen muessen und es hat mir nicht geschadet.

    Jammern scheint Ihnen werter Herr Vetter immer mehr eine Tugend zu werden.

  43. Henrik meint: (16.8.2008 um 01:26) AntwortenReply to this comment

    An meiner ehemaligen Schule dürfen die Schüler/innen die Spinde jetzt mieten (!). Zu meiner Zeit gab es noch keine Spinde und es hieß, dass man wegen Brandschutz auch keine aufstellen dürfe. Komisch, komisch

  44. u5 meint: (16.8.2008 um 05:08) AntwortenReply to this comment

    ich habe die Kommentare zum Schluss nur noch überflogen, aber ich habe einen Zusammenhang in den Kommentaren noch nicht gelesen:

    Der Rücken wird geschont, wenn man durch einen Bauchgurt das Gewicht auf der Hüfte trägt.
    Bei Jungs ist das Vorgehen einfach:
    Mit ihm in einen Army-Shop gehen, mit ihm zwei Spannriemen/Zurrgurte aussuchen, die in Kombination einen veritablen Bauchgurt ergeben. Dieser improvisierte Bauchgurt zieht die Schulterriemen zusammen und entlastet so die Schultern, aber gleichzeitig können die Schulterriemen stark gelockert werden, sodass dass Gewicht primär auf den Hüftknochen liegt. Ich habe das auf langen Wanderungen selber getestet, die 3-4 Euro sind ein Witz für den erkauften Komfort.
    Bei Mädchen wird die mangelhafte Optik vllt. eine Hürde darstellen, mit den Lehrern streitet es sich trotzdem etwas entspannter, wenn das Kind keinen müden Rücken hat.

    (Ich hab in der fünften Klasse von meiner Lehrerin eine ziemliche Abfuhr bekommen, als ich beiläufig sagte, mein Ranzen wär so schwer. Ihr Tenor: Ich solle erledigtes Papier aus den Schulmappen daheim lassen und ich hätte ja ein unnötiges Buch dabei oder so. Ich bin immernoch sauer und ich glaube, sie hatte nur keine Lust auf Diskussion mit einem Schüler, der einen validen Kritikpunkt a.k.a. schweren Ranzen hatte. Ich wünschte, meine Eltern wären streitbar gewesen oder wenigstens fähig zur Entlastung. Kinder brauchen Hilfe, weiss ich jetzt.)

  45. Obergrot meint: (16.8.2008 um 07:22) AntwortenReply to this comment

    Moin,

    auch ich kann dies nur aus derSchulzeit bestätigen.
    Es gibt einfach viel zu viel unnötige Unterlagen, vor allem Schulbücher.

    Doch hier gibt es ganz einfache Systeme.
    1) Die meisten Schulbücher in der Klasse liegen lassen.
    Das machen auch Lehrer gern mit, schliessen die Klassen ab und fertig.
    2) Nur die wichtigsten Bücher mitnehmen.
    Klappt auch hervorragend, ausser Lektüren und meinem Mathebuch hatte ich eigentlich keine Schulbücher mit und diese auch nur, wenn es das entsprechende Fach gab. Dazu einen einfach Block, fertig.

    Das besonders schöne daran war, das wir jedes Buch kaufen durften auf meiner letzten Schule, so das dieses etwas ärgerlicher war. Sonst mit anderen absprechen klappt meist auch.

  46. gerhardq meint: (16.8.2008 um 08:06) AntwortenReply to this comment

    Einfache Frage:
    Warum müssen Kinder überhaupt Bücher mit in die Schule nehmen?

    Ich unterrichte (nur) Erwachsene und brauche einfach keine Bücher. Ich empfehle zwar einige für die Arbeiten zu Hause, aber für den Unterricht selbst sind diese nicht erforderlich! Ich muß als Lehrer in der Lage sein, den Unterricht ohne Bücher zu halten! Wenn LehrerInnen in der Lage wären, sinnvollen und interessanten Unterricht zu machen, sind Bücher nur in Ausnahmenfällen nötig.

    Ich selbst bin allerdings eine Leseratte (wohl eher Lesetermite :-) )!

  47. gerhardq meint: (16.8.2008 um 08:13) AntwortenReply to this comment

    Ein kleiner Nachsatz:
    Wer wirklich etwas für sein Kind tun zu will (auch für Patenkinder :-) ), der lese die Bücher "Trotzdem lernen" von Vera F. Birkenbihl sowie das fantastische Werk von Enja Riegel – "Schule kann gelingen".

    Aber Vorsicht – diese Bücher sind extrem subversiv.

  48. mdo meint: (16.8.2008 um 09:39) AntwortenReply to this comment

    Ich habe schonmal diese Firma hier gesehen (ohne mit dieser verbunden zu sein):

    http://www.mietra.de/

  49. Malte S. meint: (16.8.2008 um 09:51) AntwortenReply to this comment

    @Janixx: Du zeigst ja schon in die gleiche Richtung. Warum willst Du denn jetzt über Moscheen und Schüler mit ausländischer Herkunft reden, wenn diese absolut nicht mit einer Frage zu Spinden zu tun haben? Ich bezweifle, dass Nr. 13 auch nur halbwegs die Realität wiedergegeben hat. Ich bezweifle noch vielmehr, dass die gesamte Devianz der Schüler von Ausländern ausgeht (wie Nr. 13 mE eindeutig zu erkennen gibt).
    Um das etwas zu untermauern: Ich war auf einer Kreuzberger Grundschule. Es gab die üblichen Raufereien, eine wirklich schlimme Messerstecherei – bezeichnenderweise von einem Deutschen begonnen – und das in diesem Alter übliche minimaldeviante Verhalten. Achso, in der Charl'burger Grundschule, auf die ich danach wechselte, war es exakt genau so.
    Und die Alt-68er-Vorwürfe von Nr. 13 kann man nicht kommentieren oder ernstnehmen. Sie sind schlicht und ergreifend nur Zeichen seiner Prägung.

  50. MTK meint: (16.8.2008 um 10:24) AntwortenReply to this comment

    Ich denke auch, daß es kein Problem sein dürfte, an den Schulen Spinde aufzustellen. Offensichtlich funktioniert das auch an vielen Schulen. Professionelle Wanderrucksäcke mit Tragegestell oder gar diese furchtbaren Trolleys können wohl kaum die Lösung sein. Ich habe, um ehrlich zu sein, manchmal das Material für die ganze Woche dabei gehabt: Man könnte ja in der einen oder anderen Freistunde noch was fürs Fach X oder Y tun… Spinde gabs bei uns leider keine, an anderen Schulen schon – ohne Probleme.

    Offtopic: Trolleys gehören, zumindest während der Hauptverkehrszeiten, verboten oder besteuert. Die Dinger brauchen unnütz Platz und ihre Nutzer lenken sie gerne mal anderen über die Füße (oder vergessen schlicht, daß sie da etwas hinter sich herziehen).

  51. Jan meint: (16.8.2008 um 10:28) AntwortenReply to this comment

    Mitte der 70er Jahre in einem Neubaugymnasium in Westdeutschland: Alles nur vom Feinsten, jeder Schüler bekommt einen Spind in voller Höhe. Dafür wurden beim Neubau extra große Kellerräume in einer Art Tiefgarage gebaut.

    Nach wenigen Monaten: Deutliche Aufrufe der Lehrer die Dinger sauber zu halten. Schimmelnde Butterbrote, Obst und monatelang nicht gewaschene Schulsport-Klamotten verbreiten ein mörderisches Aroma im Spindkeller.

    Einen Monat später: Spindkontrollen werden eingeführt. Den größten Ferkeln wird nach zweimaligem Auffallen der Spind für einen Monat entzogen. Die Schüler-Drogendealer verlegen ihre Vorratslager aus ihren Spinten.

    Nochmal wenige Monate später: Die erste Aufbruchsserie im Keller. Reihenweise wurden Vorhängeschlösser mit einem Bolzenschneider geknackt, aus den in den Spinden hängenden Jacken die Portemonnaies gelehrt. Neue Regel: Keine Wertsachen im Spind (Bücher zählen nicht zu Wertsachen).

    In den folgenden Monaten: Immer wieder Aufbruchsserien und verstärkt Vandalismus (ganze Spindreihen werden aus den Befestigungen gerissen, umgeworfen und zerbeult. Bücher zerfetzt, angezündet. Vielleicht aus Frust über die mangelnde Beute, vielleicht aus Frust der Schüler über die Schule.

    Etwa ein Jahr nach Einführung der Spindkontrollen: Spindkontrollen schlafen ein. Die Lehrer haben keine Lust auf diese Extraarbeit. Im Spindkeller stinkt es wieder höllisch. Mehr Vandalismus, Sprayer entdecken die Spinde, in jede Tür sind Delle getreten. Ein Großteil der Schüler verwendet ihre Spinde nicht mehr. Unbrauchbare Spinde werden nicht mehr repariert/ersetzt.

    Irgendwann später: Der Spindkeller wird geschlossen. Schüler haben eine Woche lang vor den Ferien Zeit ihre letzten Sachen aus den Spinden zu holen. Was nicht rausgeholt wird bleibt drin. Kellertüren zu, abgeschlossen, "keiner" (Ich wusste nicht das unser Hausmeister Herr Keiner hieß …) hatte den Schlüssel. Fertig, Ende des Experimentes.

    Im Zuge eines großen Umbaus (Rückbau von allerlei Firlefanz den man sich nicht mehr leisten kann) in den 90ern wird der Spindkeller geräumt, alles an einen Schrotthändler verkauft. Angeblich stehen der ehemalige Spindkeller heute komplett leer.

    Kurz und gut, dass mit Spinden wurde schon vor 30 Jahren an deutschen Schulen probiert. Damals lief das gar nicht gut.

  52. janixx meint: (16.8.2008 um 10:41) AntwortenReply to this comment

    @ 49:

    >>
    Und die Alt-68er-Vorwürfe von Nr. 13 kann man nicht kommentieren oder ernstnehmen. Sie sind schlicht und ergreifend nur Zeichen seiner Prägung.>>

    Dann lass es doch! Zwingt dich keiner, dazu etwas zu sagen. Aber du muss doch Nr. 13 nicht noch durch die Blume hindurch beleidigen. Wer Meinungen, die nicht der neuen politischen Korrektheit entsprechen, etwas drastischer und polemischer (Stilmittel, die jeder verwendet und die auch den guten Manieren entsprechen) ausdrückt, ist gleich ein Nazi und wird von der Diskussion ausgeschlossen. Ich bin wirklich kein Nazi, aber allmählich frage ich mich schon, ob der Art. 5 GG mittlerweile ein Sondergrundrecht geworden ist…

  53. MTK meint: (16.8.2008 um 10:47) AntwortenReply to this comment

    @51, Jan
    Ich würde sagen, das war typischer Architekten-Bullshit. Ein eigener Spindkeller – wie kommt man auf sowas? Die Spinde gehören auf den Flur oder so. Jedenfalls irgendwo hin, wo man gut dran kommt und die Dinger nicht tiefgaragenmäßig verlassen rumstehen.

  54. kaputnik meint: (16.8.2008 um 11:03) AntwortenReply to this comment

    Man sagt es viel zu oft, aber das ist wirklich typisch deutsch. Da werden Spinde in Schulen vorgeschlagen, unzweifelhaft sinnvoll für die Schüler, und sofort kommen die Gegenstimmen:
    - nicht bezahlbar
    - butterbrote verschimmeln

    Die nächste Einwandstufe ist dann nur einen kleinen Gedankensprung weiter, es handelte sich bei Spindbefürwortern um weltfremde "Gutmenschen", also einen besonders lächerlichen, naiven Menschen der es einfach nicht blickt.

    In den 70/80-Jahren bin ich in Hamburg an einer großen Schule gewesen, ab der fünften Klasse hatte _jeder_ Schüler _kostenfrei_ einen Spind.

    Und wenn da auch mal ein Butterbrötchen verschimmelt sein sollte … es gab keine Seuchen an der Schule.

  55. Jan meint: (16.8.2008 um 11:22) AntwortenReply to this comment

    @54. kaputnik

    Sich über "typisch deutsch" aufregen ist auch typisch deutsch.

  56. Jan_Eisklar meint: (16.8.2008 um 11:34) AntwortenReply to this comment

    Wäre alles so einfach: in jeden Klassenraum kommt eine Spindwand mit bis zu 30 Spinden. Dort kann der Schüler alles lassen, was er zu Hause nicht benötigt.
    Wenn die Lehrer die Klasse ordentlich abschließen, wenn sie nicht genutzt wird, sind die Spinde auch sicher untergebracht.
    Der Klassenlehrer sollte nur von Zeit zu Zeit für eine Hygienekontrolle sorgen, um gammelnde Pausenbrote zu vermeiden.

    Alternativ sollten die Schulbuchverlage vielleicht mal dazu über gehen, nicht mehr ein dickes Buch für ein ganzes Schuljahr heraus zu bringen, sondern dieses in 2-4 dünnere Heftchen zu teilen. ZB. könnte es für Mathematik dann nicht mehr ein Buch mit Geometrie, Bruchrechnung und 50 Seiten Übungsaufgaben geben sondern ein dünnes Buch für Geometrie, ein dünnes Buch für Bruchrechnung und eines mit Übungsaufgaben.
    Man schleppt dann wirklich nur noch das benötigte Kapitel herum und das Aufgabenbuch braucht man eh meist nur zu Hause.

  57. ARGV meint: (16.8.2008 um 11:34) AntwortenReply to this comment

    Ich finde das Konzept des Ranzens den man nur schultern kann schon sinnlos. Letztens auf Malle Urlaub gemacht und mein Hotel war direkt neben ner Schule. Jeden Morgen kamen die Knirpse mit Ranzen die sie auf zwei Rollen hinter sich herzogen. Ungefähr so wie die Reisekoffer bei uns mit ausziehbarem Griff. Keines der Kinder hat seinen Ranzen geschleppt.

  58. Lurker meint: (16.8.2008 um 11:52) AntwortenReply to this comment

    Das Patentrezept – auf Hausaufgaben zu verzichten und die Bücher in der Schule zu lassen – hat sich zu meinen Schulzeiten eigentlich bestens bewährt… :-)

  59. kaputnik meint: (16.8.2008 um 11:55) AntwortenReply to this comment

    Danke Jan.

    Dein Hinweis natürlich auch. Typisch deutsch, juchuu, DAS Thema.

    Nicht denken, aber sich für einen kritischen Geist halten, das erlaube ich mir zu kritisieren. Und das halte ich für "typisch deutsch". Und manchmal (wie ich oben angedeutet habe) sollte man darauf hinweisen, wenn denn die Situation exemplarisch für "typisch deutsch" ist.

    Vielleicht kannst du mir erklären, weshalb nicht zuerst die Vorteile eines Vorschlages, (beispielsweise Spinds an der Schule) gesehen werden sondern als erstes Gefahren beschworen werden? Auf einem Niveau, das nicht die geringste Denkanstrengung erfordert? Die Kritik aus einem Reflex gegen alles neue abgesondert wird?

    Zuerst wird ein wünschenswertes Ziel definiert (Spinds wollen wir), dann wird über die Realisierung nachgedacht. Warum wird dann nicht entgegnet: "Ich finde Spinds an der Schule überflüssig. Die Schüler sollen lernen sich zu organisieren und die Lehrer sollen die Schüler keine überflüssigen Bücher anschleppen lassen." Das wäre wenigstens ein argumentativ.

    Aber so zu tun, als seien Spinde natürlich grundsätzlich gut, aber leider, leider nicht umsetzbar, ist dumm, ignorant, vielleicht sogar boshaft.

    Dieses Abblocken von Vorschlägen, ohne sich über Ziele zu unterhalten und Argumente auszutauschen, also zu denken – das ist tatsächlich typisch deutsch.

    Dein Kommentar zu meinem ist dagegen so vorhersehbar gewesen wie das berühmte Amen i.d.K. und der Holocaust-Schwenker eines Zeitgenossen hier, weil sich jemand erlaubt hat, ein rassistisches Hass-Posting lächerlich zu machen.

    Ich habe etwas begründet, du hast dagegen in 54 schlicht eine Platitüde verwendet.

  60. Herr Weese meint: (16.8.2008 um 11:56) AntwortenReply to this comment

    An unserer Schule gibt es diese Spinde inzwischen. Aber, Überraschung: Sie gehören einer privaten Firma und kosten Nbenutzungsgebühren…

  61. Horst meint: (16.8.2008 um 12:01) AntwortenReply to this comment

    Zur Schule kann ein jeder viel schreiben. Schule müßte grundsätzlich privat organisiert werden und es darf keine beamteten (beihilfeprivatversicherten) Lehrer geben.
    Sobald der Direktor und die Lehrer in die "Solidarkassen" einzahlen, ändert sich sehr viel.
    Das Erziehungsrecht der Eltern wird endlich ernst genommen und nicht ideologische Bildungspolitik.
    Die Probleme mit zu schweren Büchern würden schulspezifisch gelöst werden, ohne Schulkonferenz (inklusive) Stundenausfall und/ oder Kulturministerkonferenz.

    In Deutschland muß das Individuum und nicht die Volksgemeinschaft im Mittelpunkt stehen.

    Leider wird es dazu nicht kommen, da die Unterschicht den Ton angibt und das Erziehungsrecht der Eltern faktisch aus der Schule verbannt ist.

  62. kaputnik meint: (16.8.2008 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    @61 Horst

    Zum Glück bist gerade _du_ natürlich völlig frei von ideologischer Borniertheit

    Ist deine Aussage, das "Individuum und nicht die Volksgemeinschaft müsse im Mittelpunkt stehen" nicht allerlupenreinste Ideologie? :) (die mögliche Bewertung der Aussage spielt dazu keine Rolle).

    Und in Deutschland gibt also die Unterschicht den Ton an? Und deshalb gibt es in der Schule kein Erziehungsrecht der Eltern?

    Schalt' mal dein Gehirn an. du Horst.

  63. Jens meint: (16.8.2008 um 13:25) AntwortenReply to this comment

    US-amerikanische Schulbücher sind auch so 700 bis 1000 Seiten Wälzer.
    Und für so gut wie jedes Fach eins. Da musste man in den Pausen zum Schliessfach gehen. Anders hätte man die Menge an Büchern auch nicht schleppen können. Rucksacke waren ja nicht erlaubt und jeden tag gab es die gleichen Stunden in den gleichen Reihenfolge (ein Schuljahr 98/99 in Texas)

    Auf 8 kg bin ich zu meiner Schulzeit wohl nie gekommen. Aber das man Bücher hatte die von den Lehrern nicht verwendet wurde kam oft vor (z.B. das Lesebuch für den Deutschunterricht)

  64. Sanníe meint: (16.8.2008 um 13:35) AntwortenReply to this comment

    Mir ist es immer ein Rätsel, warum seit Jahrzehnten bekannte Probleme nicht einfach mal gelöst werden. In kaum einem Fach außer vielleicht Mathe wurde doch das komplette Buch durchgeackert. Warum also nicht Zettelwirtschaft, kann man sicher auch urheberrechtlich bequem lösen, und sich so davon verabschieden, jeden Tag das Lehrmaterial für zwei Jahre mitzuchleppen.

    In Hamburg werden aber auch andere Ansätze versucht: Vermehrt Doppelstunden, z.B. (Ich hätte ja Fächer- oder Thementage früher schon gut gefunden.)

    Trotzdem brauchen Schüler Aufbewahrungsmöglichkeiten in der Schule. An der Uni gab es Spinde, die man nur nutzen konnte, wenn man sich sein eigenes Schloß mitbrachte. Kann jawohl nicht so wahnsinnig teuer sein, sowas anzuschaffen.

    Die armen Gestalten, die hier im Lawblog ihr Unwesen treiben, sind doch die, die früher schon keiner leiden konnte: Meldeten sich fingerschnippend, hatten aber nie was zum Thema beizutragen.

  65. Horst meint: (16.8.2008 um 19:54) AntwortenReply to this comment

    @ 63 Ihr Sprachhabitus offenbart Ihre fehlende Kenntnis. Das GG ist aus den Erfahrungen der
    unsäglichen Diktatur bewußt dahingehend formuliert worden, dass nicht die "Pseudo"-
    Gemeinschaft die Orientierung liefert, sondern die Menschenwürde. Das Kind hat im Mittelpunkt zu stehen.
    Dass dies von der Politik und den Gesetzen nicht beachtet wird, ist zu offensichtlich.
    In Deutschland werden Eltern ins Gefängnis gesteckt, sofern Sie ihre Kinder selbst unterrichten möchten. Dies ist absurd!

    @63
    Die Unterschicht füllt Strukturen aus und nur Personen mit Geld können gestalten.

    @63 Es ist in keiner Gesellschaft akzeptabel, dass Solidarität bezüglich Krankenversicherung und Pflege nur von Arbeitern und Angestellten per Gesetz verpflichtend besteht.
    Diese Struktur ist für viele Mißstände verantwortlich und Ursache für die mangelnde
    Gestaltungsfreiheit des Einzeln. Wer dies negiert ist Vertreter des Subordinationssystems, welches historisch gesehen nur noch bestehen blieb, weil es die Sowjetunion gab.

  66. Martin_mb meint: (16.8.2008 um 20:29) AntwortenReply to this comment

    @ Udo:

    Schritt 1: Von den Lehrern die Lehrpläne für das Schuljahr einkassieren.

    Schritt 2: Komplette Fotokopien der Bücher deines Patenkindes ziehen und dann den Dötzen jeweils nur die Abschnitte mitgeben, die laut Lehrplan relevant sind. Ist weniger Gewicht, die Bücher bleiben ansehnlich, und Notizen lassen sich auf Fotokopien auch besser und mehr machen (Rückseite!), als am Buchrand. Bis auf den Atlas müsste das eigentlich für alle Fächer funktionieren.

    Lehrer, die meinen das Prinzip reiten zu müssen ("Laut Zentraler Schul-Dienstvorschrift sind Bücher jederzeit vollständig am Mann zu führen, damit ein ordnungsgemäßer Schulbetrieb möglich ist.") sind nur zu faul oder zu blöde, oder beides, um sich einen Lehrplan zu machen, und das würde ich denen mit dem Hinweis, daß mein Kind sich nicht für deren Dämlichkeit die Knochen ruiniert, auch so sagen.

  67. Stefan W. meint: (18.8.2008 um 04:13) AntwortenReply to this comment

    a) Einfach jedes Buch doppelt kaufen, und ein Exemplar im Spind lassen

    b) Radfahren

    c) Wasser wird von der Schule gestellt. Wem das zu 68 ist, der läßt sein Kind Wasser schleppen.

  68. danielj meint: (18.8.2008 um 08:15) AntwortenReply to this comment

    @67

    c) Wasser wird von der Schule gestellt.

    Aha, warum nur hat uns das bisher niemand gesagt?

  69. tshalina meint: (18.8.2008 um 17:50) AntwortenReply to this comment

    Oh weia, das ist heftig. Ich erinnere, dass meine "Ranzen", "Tornister" oder wie auch immer man das nennt, deutlich leichter waren. Dies lag aber nicht zuletzt daran, dass ich mit meiner Tischnachbarin halbe-halbe gemacht habe. So schleppte sie die Bücher für z.B. Bio, Geschi und Deutsch mit und ich den goldenen Rest. Spinte kam es nicht in der Schule, aber auf dem Gymnasium, auf welches ich ging, gab es die Möglichkeit Schulbücher in einen davor vorgesehenen Schrank im Klassenraum zu deponieren. Dumm nur, wenn man mal wieder versehentlich das Falsche eingesteckt und mit nach Hause genommen hatte…

  70. Lionel Hutz meint: (18.8.2008 um 19:58) AntwortenReply to this comment

    @22: Das mit dem Körpergewicht ist doch kein Problem, die Jugend verfettet ja bekanntlich eh immer weiter. Wenn man die Kinder ausreichend mästet, schafft man es auch, dass der Ranzen (also der auf dem Rücken zu tragende) nur 10% des Körpergewichts ausmacht. Würde ich der Dame, äh Trulla, vom Kinderschutzbund mal vorschlagen!

  71. xwolf meint: (19.8.2008 um 12:21) AntwortenReply to this comment

    Was nutzt denn das Schulbuch in der Schule im Spind, wenn der Schüler es für die Hausaufgaben auch zu Hause braucht…

  72. dipol meint: (21.8.2008 um 07:42) AntwortenReply to this comment

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