23.8.2008

Geht bitte zur Konkurrenz

Dass Banken die einigermaßen guten Konditionen für Neukunden reservieren, ist ja schon länger ein Ärgernis. Die Deutsche Bank hat sich jetzt was anderes einfallen lassen. Sie bietet fünf Prozent Zinsen für ein Jahr. Aber:

Das Angebot gilt nur für Gelder, die sich nicht auf Konten und in Depots der Deutschen Bank befinden.

Für Deutsche-Bank-Kunden, die sich den Zinssatz sichern und nicht zu viel Bargeld über Nacht unterm Kopfkissen bunkern wollen, ist das ja wohl eine Einladung. Endlich mal woanders ein Girokonto zu eröffnen, damit der Anlagebetrag bedingungsgemäß von einem Fremdkonto abgebucht werden kann.

Dumm nur, wenn es den Kunden bei der Konkurrenz dann gut gefällt. Zum Beispiel, weil das Konto dort kostenlos ist.

25 Kommentare zu “Geht bitte zur Konkurrenz”

  1. Consultant meint: (23.8.2008 um 10:22) AntwortenReply to this comment

    Aber wehe dem, der vergisst das Konto rechtzeitig zu kündigen …

  2. Chris meint: (23.8.2008 um 10:24) AntwortenReply to this comment

    Das Angebot verstehe ich aber eher so: Die Zinsen gelten für Neukunden bei der Deutschen Bank. Und zwar für Geld, das neu bei der Deutschen Bank angelegt wird. Das Zitat von der Website müsste korrekterweise lauten: "Das Angebot gilt für Gelder, die sich AKTUELL nicht auf Konten der Deutschen Bank befinden". Die wollen das Geld also schon bei sich sehen :-)

  3. Martin Sp. meint: (23.8.2008 um 10:59) AntwortenReply to this comment

    @2: Der Trick geht folgendermaßen. Ein DeuBa-Kunde hat genug Geld auf seinem Konto bei der DeuBa, aber kein Fremdkonto. Also geht er hin, eröffnet ein Konto bei einer anderen Bank, z.B. einer Sparda. Überweist das Geld auf das neue Konto. Und nimmt mit diesem Konto das Angebot der DeuBa an.

    Die Sparda-Banken bieten aber kostenlose Girokonten an, ohne Mindestumsatz. Könnte ja sein, dass das dem DeuBa-Kunden gefällt nach einem Jahr ;-)

  4. Karl meint: (23.8.2008 um 11:08) AntwortenReply to this comment

    Es ist doch klar. Die Banken brauchen _frisches_ Geld. Das Geld, das sowieso schon bei ihnen angelegt ist, haben sie schon. Nimm das Geld, das bei der Deutschen Bank angelegt ist, und lege es bei der Postbank an. Die hat das gleiche Angebot. Für 5,25%.

  5. marcel meint: (23.8.2008 um 11:14) AntwortenReply to this comment

    Bin mir nicht ganz sicher ob es auch was mit diesen Thema zu tun hat aber…

    Ich nutze schon länger dass VW Bank-(Tagesgeld)Konto, so hab ich auch meine ~4,8% Zinsen.

  6. TheDuke meint: (23.8.2008 um 11:54) AntwortenReply to this comment

    Also ich denke auch, dass das Wort "aktuell" ganz einfach vergessen wurde. Sicherheitshalber würde ich aber nachfragen und es mir nochmals schriftlich geben lassen :)

    Aber was soll's. Bald gibt es sowieso wieder Zinssenkungen. Das hohe Zinsniveau im Moment ist natürlich ein guter Kundenfang. Aber auch zu niedrige Zinsen sind nicht gut, wo einem das Darlehen praktisch nachgeworfen wird. Die Banken verstehen es beide Extreme in vollen Zügen zum Kundenfang auszunutzen :)

  7. curios meint: (23.8.2008 um 12:07) AntwortenReply to this comment

    naja, darunter steht ja klein geschrieben:
    "* Dieser Zinssatz gilt für Neuanlagen bei der Deutschen Bank von 2.500 bis 100.000 Euro."

  8. Lukas meint: (23.8.2008 um 12:12) AntwortenReply to this comment

    So eng sehen die das nicht bei der DeuBa. Als ich vor 2 1/2 Monaten dort war, habe ich mal nach dem Angebot mit dem Tagesgeld gefragt (da waren es noch 4%) und es wäre kein Problem gewesen das Tagesgeldkonto zu eröffnen und das Geld vom Girokonto (DeuBa) dafür zu verwenden.

    Habe mich aber doch nicht dafür entschieden und habe jetzt ein Postbank Giro Plus extra Konto mit 4,75% Tagesgeld und 5,25% Festgeld. =)

  9. Felix meint: (23.8.2008 um 12:51) AntwortenReply to this comment

    Bei der 1822direkt ist das so ähnlich. Da gibt's die tollen Zinsen dann für das Geld, dass man mehr auf dem Konto als zu einem bestimmten Stichtag in der Vergangenheit hat. Hin und her überweisen bringt da also nichts.
    Wer zu dem Zeitpunkt natürlich gerade zufällig viel Geld auf dem Konto hatte und dann was teures gekauft hat, der hat natürlich Pech gehabt, da bringt's dann auch nichts, wenn man tatsächlich Geld von einer anderen Bank überweist.

  10. Justus meint: (23.8.2008 um 13:19) AntwortenReply to this comment

    @ U.V.

    " … Endlich mal woanders ein Girokonto zu eröffnen, damit der Anlagebetrag bedingungsgemäß von einem Fremdkonto abgebucht werden kann…"

    So mach ich das schon seit "Ewigkeiten" zwischen COMBA und DB; einfach hin- und herbuchen lassen.

  11. Florian meint: (23.8.2008 um 14:01) AntwortenReply to this comment

    machen ja viele Banken so ähnlich.

    Aber die Marketing-Logik dahinter will mir nicht so ganz einleuchten.
    Ich sehe hier 2 Verstöße gegen gängige Marketing-Regelen:

    1.
    Bestehende Kunden sind üblicherweise wesentlich proftiabler als Neukunden (erstens entfällt die teure Aquise, zweitens muss man die eigenen Abläufe nicht mehr erklären, drittens wandern langjährige Kunden nicht gleich ab, weil ihnen mal irgendwas nicht 100% passt).
    Daher gibt es in vielen Branchen ja auch alle möglichen Kundenbindungs- und Treue-Prämien.
    Nur die Bankenbranche (und die Zeitungsbranche) benachteiligen konsequent die Stammkunden gegenüber den Neukunden. Und zwar so offensichtlich, dass das die Stammkunden auch merken werden.

    Natürlich kann man damit Neukunden ködern.
    Man zieht sich damit allerdings eine sehr flatterhafte Klientel und verprellt die treuen Kunden.

    2.
    Diese Zins-Sonder-Angebote sind immer auf bestimmte Maximalbeträge begrenzt. (Hier z.B. auf 100.000 Euro).
    Was für eine Logik ist das denn?
    Das Signal lautet dann doch: "Wir wollen zwar Kleinanleger. Aber an Kunden mit richtig viel Geld haben wir kein Interesse".
    Aber warum?
    Ein Festgeldkonto mit 10.000 Euro macht für die Bank genauso viel Arbeit wie eines mit 10 Mio. Warum ist der Bank also nicht statt 1.000 Kunnden mit jeweils 10.000 Euro ein einzelner Kunden mit dem 1.000 fachen Betrag auf dem Festgeldkonto genauso recht?

  12. Michael meint: (23.8.2008 um 14:23) AntwortenReply to this comment

    "Diese Zins-Sonder-Angebote sind immer auf bestimmte Maximalbeträge begrenzt. (Hier z.B. auf 100.000 Euro).
    Was für eine Logik ist das denn?"

    Weil 5% Akquisekonditionen sind. Am Geldmarkt finanziert sich die Bank günstiger (EONIA gestern 4,273 %) als mit Kundengeldern für 5 %. Also will man mit diesen Konditionen allein Neukunden gewinnen. Und zwar viele, die dann auch viele weitere margenträchtige Sachen mit der Bank machen.

  13. Frank Koehntopp meint: (23.8.2008 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    Das ist der gleiche Unfug wie bei Mobilfunkvertraegen, wo Neuvertraege besser subventioniert werden als Vertragsverlaengerungen con Stammkunden.
    So foerdert man eine Wechselkultur, und zerstoert langfristig Kundenbindung. In ein paar Jahren weiss keiner mehr was Kundenbindung eigentlich mal war ;)

  14. fullijan meint: (23.8.2008 um 16:30) AntwortenReply to this comment

    Die Deutsche Bank sieht das nicht so eng. Man kann 50.000 Abbuchen und dann wieder 52.000 einzahlen.

    Die Postbank sieht das enger. Es gibt dort aber auch 5,25% bis Monatsende. Dann gibt es bestimmt wieder eine andere Sonderaktion.
    Deutsche Bank hat aber kleinliche Schikanen. Ich fühle mich davon "hereingelegt".

    Spitzenrefinanzierungssatz bei der Zentralbank ist 5,25% für Banken.

    Was ist mit Kauphing-Bank ?

  15. Justus meint: (23.8.2008 um 16:37) AntwortenReply to this comment

    @ 13 (Frank Koehntopp)

    "Das ist der gleiche Unfug wie bei Mobilfunkvertraegen, wo Neuvertraege besser subventioniert werden als Vertragsverlaengerungen con Stammkunden…"

    Man kann diesen Umstand aber leicht ausnutzen, indem man – mit der Absicht zu verlängern – erst einmal rechtzeitig kündigt und abwartet. Mit ziemlicher Sicherheit meldet sich plötzlich/rechtzeitig vor Vertragsende telefonisch ein Kundendienstler, der nach den Gründen der Kündigung fragt und andeutet, dass er authorisiert sei, besonders günstige Sonderkonditionen für den Fall einer Vertragsverlängerung (sog. Rücknahme der Kündigung)zu gewähren, die in keinem Prospekt stehen würde.

    Ich kündige deshalb grundsätzlich,und zwar bereits kurz nachdem ich den Mobilfunk-Laufzeitvertrag abgeschlossen habe (kann ich dann nicht vergessen).

  16. tim meint: (23.8.2008 um 18:06) AntwortenReply to this comment

    Die besten Zinssätze gibts momentan eben per "Tagesgeld-Hopping" – sprich alle halbe Jahr zwischen Postbank, Commerzbank, Deutscher Bank etc. hin und her wechseln mit seinem Guthaben. Ist i.d.R. auch keine Kostenfalle mit drin.

    Ob man das nun gut findet und auch macht sei natürlich jedem selbst überlassen.

  17. Julian meint: (23.8.2008 um 20:53) AntwortenReply to this comment

    Mir wurde mein Geschäftskonto bei einer Bank gekündigt, weil es "nicht genug Umsätze" hatte. Ich hatte es schon ca. zwei Jahre, und hab es noch nicht benutzt, aber immer brav die Gebühren bezahlt. Art und Grund dieser Kündigung finde ich schon ein wenig frech…

  18. Gerichtsbeobachter meint: (24.8.2008 um 01:34) AntwortenReply to this comment

    @11:
    zum 2. ten Teil Deiner Frage: Mit den kleinen Kunden verdient das mittlere Managment das Geld, dass die Vorstandsetage bei amerikanischen Hypothekenkrediten oder Zinsswaps wieder verliert … oder anders gesagt, viel Kleinvieh macht mehr Mist, als eine Kuh.

  19. Peter meint: (24.8.2008 um 19:12) AntwortenReply to this comment

    Das die Banken damit "neues" Geld an sich ziehen wollen ist sicherlich korrekt. Ähnliche Formulierungen finden sich, wie ja bereits gesagt, auch bei der Konkurrenz: Hier ist dann häufig die Rede von Geld, das die letzten x-Monate nicht bei der jeweilgen Bank angelegt war.

    Das mit dem "Neukundenfang" würde ich beim Festgeld etwas relativieren: Hier scheinen 5% ein durchaus realistischer Zinssatz zu sein und die Bank muss diesen ja immerhin auch 12 Monate lang durchhalten. Der Euribor für 12 Monatsgeld lag am Freitag bei 5,321%.

  20. G30RG meint: (25.8.2008 um 09:41) AntwortenReply to this comment

    Ich könnte mir auch vorstellen das die Deutsche Bank die Gelder nur auf "Tochter Banken" sehen möchte… so bleibt das Geld in einem riesen Konzern aber auch die anderen Mitglieder bekommen neue Kunden …. wer weiß das schon so genau wer alles zusammen arbeitet und Verträge untereinander hat … sowas kommt ja nicht an die öffentlichkeit.

  21. gant meint: (25.8.2008 um 12:27) AntwortenReply to this comment

    @14 (fullijan)
    Die "100%ige Absicherung" von Einlagen bis 20k EUR ist bei isländischen Banken generell mit Vorsicht zu genießen.
    http://www.modern-banking.de/n/0804091.htm

  22. 314 meint: (25.8.2008 um 14:13) AntwortenReply to this comment

    Ich sage gerade der DeuBa tschüss – 5 EUR Kontoführungsgebühr lohnen einfach nicht für den gebotenen Service. Vielleicht sollten die sich mal gedanken über ihr Konzept machen, aber bis es so weit ist, bin ich weg….

  23. gant meint: (25.8.2008 um 17:22) AntwortenReply to this comment

    @22 dito, bloß war das bei mir vor ein paar Jahren. Allerdings waren da kostenlose Girokonten auch schon längst an der Tagesordnung.
    "Eigentlich sond wir doch ganz günstig… und unter'm Strich ist es ja nur ein sehr kleiner Betrag, … und der Service… und überhaupt …. , weswegen ich nicht verstehen kann, dass Sie kündigen". "Offenbar ist der Betrag aber für Ihr Unternehmen so groß, dass Sie lieber nicht darauf verzichten wollen und statt dessen lieber Kunden verlieren."
    … und hier kann man wieder eine Diskussion über tatsächliche Kosten anstrengen und belegen, dass die geforderten Gebühren durchaus im Bereich der Kosten für die Banken liegen. Nunja, es ist ja nicht so, dass bei den Krediten auch lediglich die Kosten der Banken an die Kunden weitergegeben werden – also sparen wir uns diese "Quersubventionierung ist unseriös"-Argumentation. Gerade bei Banken.

  24. gant meint: (26.8.2008 um 23:18) AntwortenReply to this comment

    Da ist man als zahlender Kunde zu Gast bei der Konkurrenz im Osten und darf sich das hier gefallen lassen:

    > http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1217833462032

    Beim Ostdeutschen Sparkassenverband hat man nichts dagegen, dass immer mehr Mitglieder ihre Automaten für bestimmte Direktbanken sperren. "Wir wollen nicht, dass Schmarotzer und Parasiten diese nutzen", sagt Sprecherin Cosima Ningelgen der MZ.

    Laut Automatenaufkleber sind Visa-Karten folgender Banken gesperrt: VW Bank, Santander Bank, CC-Bank, ING-DiBa, Comdirekt, DKB.

    Man pflegt ja einen wirklich netten Umgang mit Kunden aus demselben Elternhaus (Sparkasse, DKB).
    Welche Schimpfworte die wohl für Kunden übrighaben, die noch weniger Gebühren scheissen als die zahlenden Geldautomatennutzer von Fremdbanken?

  25. roland meint: (27.8.2008 um 14:24) AntwortenReply to this comment

    Ein Glück, ich habe nur ein Sparbuch. :)))

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