Jedes Mittel recht
“Um das zu bekämpfen, ist jedes Mittel recht.” Sagt Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, über Kinderpornografie.
Bei solchen Sprüchen von oben darf man sich nicht wundern, wenn Polizisten vor Ort Grund- und Verfahrensrechte nicht kennen, sie jedenfalls für Kokolores halten und der Zweck sowieso die Mittel heiligt.
Man muss den Polizeifunktionären nur zuhören, um zu ahnen, welchen Staat sie sympathisch finden.
Passend dazu hat sich auch mal wieder der Herr Ziercke geäussert.
Gelesen bei Heise.de
heise.de/newsticker/BKA-f...ate–/meldung/114990
Grr, langsam hasse ich Heise mit ihrer Linkgestaltung. Hier der richtige Link.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/114990
Inwieweit hat der zitierte Herr eigentlich eine juristische Ausbildung genossen, oder kann man von jedem Polizisten erwarten, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu kennen?
Als ob eine juristische Ausbildung….. Dr. Werner Best war auch Jurist. Lesetip: "Die Generation des Unbedingten" von M. Wildt.
"Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die Forderung des Bundeskriminalamtes, zur Eindämmung der Kinderpornografie Web-Seiten im Internet sperren zu können.
…
Wichtig seien, so der GdP-Vorsitzende, vor allem internationale Vereinbarungen, da bei nationalen Repressionen die Täter auf ausländische Server ausweichen können."
A) Passt das gar nicht zusammen. Der Herr erweckt ja fast den Eindruck, das Zeug würde auf deutschen Servern lagern und man könnte dagegen nix machen.
B) lässt sich sowas eh in 2 Minuten umgehen.
wenn du keine persönlichkeit, keinen charakter, keine qualifikation, keine talente hast und dennoch einen job suchst, dann gehst du halt zur polizei. da hast du den rest deines lebens wenigstens eine chance, jemals "über jemandem zu stehen". gewieftere, aber dennoch von obigem kaliber, studieren jura und machen dann vielleicht politik, die die niedrigeren kaliber bei der polizei durchsetzen. und die wenigsten juristen sind wirklich gute juristen. damit meine ich nicht die prädikatsjuristen, sondern die, die auch mal über den tellerrand blicken können und sich ihrer gesamtverantwortung bewusst sind.
wir sehen immer mehr, wie arschlöcher das land gegen die wand fahren.
aber was will man dagegen machen? was? was nur?! akzeptieren? hinnehmen? das würde einem der psychotherapeut raten in fällen, in welchen man nichts ändern kann. ist das so ein fall?
Leider spricht er damit sogar dem Volk aus der Seele…
ahoipolloi.blogger.de/sta...loi/images/unschuldig.jpg
"Um das zu bekämpfen, ist jedes Mittel recht."
JENAU Herr Freiberg. RICHTIG SO! Feste druff und gemäß Ihrer Einstellung hätten sie sicher auch nichts dagegen Linienflüge nach Thailand routinemäßig, auf den Verdacht hin das dort Kinderschänder an Bord sind, abzuschießen. Das ist auch nur "ein rechte Mittel" und würde ggf. sogar endlich mal die Produzenten treffen. Unser werter Herr Verteidigungsminister wird sie da sicher voll unterstützen, schließlich sind sie zur Gefahrenabwehr nur Ihrem Gewissen verantwortlich.
Überspitzt? Polemisch? Nunja… ich passe mich nur dem Niveau der Leute an die leichtfertig die oben zitierten Äußerungen tätigen.
Dank gewisser historischer Vorgänger denen auch "jedes Mittel recht" war Herr Freiberg verdankten die Schöpfer unseres Grundgesetzes die Einsicht das der Bürger unabdingbare Abwehrrechte gegen einen (offensichtlich schon wieder amok laufenden) Staat benötigt um eine freiheitlich demokratische Grundordnung aufrecht zu erhalten… so bedauerlich das im Einzelfall, in diesem konkreten Fall, auch sein mag.
Aber werter Herr Freiberg wir wissen ja nur zu gut warum mißbrauchte Kinder und potentiell explosionsgefährdete Islamisten hier immer wieder als Sau durchs Dorf gejagt werden.
Eine freiheitlich demokratische Grundordnung ist nur durch unabdingbare Grundrechte aufrecht zu erhalten, auch wenn diese Grundrechte in Einzelfällen "Ermittlungserfolge" erschweren. Diese Einzelfälle immer und immer wieder als Argument für die Aushöhlung besagter Grundrechte zu mißbrauchen zeugt von allem, aber sicher nicht von einer Selbstverpflichtung freiheitlich demokratische Prinzipien zu verteidigen.
Seit wann zählt das BKA denn Kinderpornographie zum Bereich der organisierten Kriminalität? Was hat Kipo überhaupt mit OK zu tun? Ich dachte bislang, untter OK würden nur die "klassischen" Wirtschafts-, Rauschgift-, Proliferations-, Gelfälschungs- sowie Geldwäschedelikte gehören, sofern sie in großem Stil bzw. bandenmäßig begangen werden. Wie rechtfertigt das BKA die Aufnahme von Kinderpornographie in diesen Katalog? Darüber findet sich, soweit ich sehe, in der Presseerklärung nichts.
Vielleicht zielen Herrn Freibergs Verhältnismäßigkeitsabwägungen auf die Möglichkeit vermehrter `Initiativermittlungen´ im Bereich Kinderpornografie ab ? Dies wäre m.E. nachvollziehbar.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Bierzelt-Ansichten mitunter diejenigen Leute vertreten, die hierzulande in Schlüsselpositionen sitzen.
Immerhin schreckt er aber noch vor der ultimativen Forderung zurück – ich nenne sie hier mal die Rübe-ab-Lösung.
@9 (Jens),
na ja… Kinderpornokonsumenten, und entsprechend Verdächtige, werden ja auch mit in die Anti-Terror-Datei verbunden…
Hm.. Wenn doch jedes Mittel recht ist gegen diese Kinder=&%$§! – warum werden dann nicht einfach alle Wohnungen Deutschlands zwangsdurchsucht und außerdem alle Eltern auf ihre Erziehungsfähigkeit getestet? Sowas müsste sich doch machen lassen!
Immer schön, wenn man ein Zitat sinnentstellend kürzen kann.
Desweiteren sagt Freiberg nämlich, direkt im nächsten Satz: "Wichtig sind vor allem internationale Vereinbarungen" (Richtig erkannt, das Internet macht nicht an Staatsgrenzen halt)
Außerdem fordert er mehr Ressourcen für die Auswertung beschlagnahmter Computer. Wäre doch schön, wenn das nicht immer 2 Jahre dauert, und man den Computer (wenn überhaupt) faktisch wertlos zurückbekommt.
@11: Sehen Sie, hier machen Sie schon den ersten fatalen Fehler. Das sind keine "Bierzelt"-Ansichten, sondern es sind Kundgaben für das Bierzelt. Das ist ein Unterschied, die Apologeten eines Bundessicherheitshauptamtes sind nämlich alles andere als dumpfe Typen. Deswegen sind sie auch zunehmend erfolgreich – und um so ernster sollte man solcherlei Ausflüsse nehmen. Jeden einzelnen davon.
@14 (Thomas),
ist "alles" nicht "alles", nur weil dahinter eine einzelne Forderung steht? Das ist nämlich definitiv keine Einschränkung, und somit auch keine Sinnentstellung…
"… welchen Staat sie sympathisch finden" – Dessen Kanzler wäre dann wohl Rollstuhlfahrer.
Ach, lieber Udo, immer dieses zweischneidige Schwert…
Du erlebst und präsentierst immer die fette Pranke des Staates, die erbarmungslos bei Unschuldigen oder gar bei Schuldigen zugreift.
Wir erleben meistens die Rialos, die sich darüber kaputt lachen, alles nehmen und weitergehen.
Im Zugriff diese Landes/Staates möchten wir nicht stecken, aber man darf sich auch nicht selbst wehren. Jedenfalls nicht wirklich. Und eh die Polizisten vor Ort sind, ist die Kacke passiert. Ansonsten braucht man Dich.
Verkehrte Welt.
Nee, alles Quatsch, wir ziehen seit knapp 18 Jahren Kinder groß(männlich/weiblich/ungeschändet), genießen die Selbständigkeit und erleben vollkommen überrascht, das unsere Kinder den gleichen Eindruck gewinnen.
Also, ich kenne Herrn Freiberg nicht. Vielleicht meinte er auch nur "ist jedes [mir bekannte/zulässige] Mittel recht" und wollte nur ein knackiges Statement texten. Vielleicht meinte er es aber auch so, wie er es gesagt hat…
Wie auch immer, ich finde die Ableitungen aus diesem Statement irgendwie etwas weit hergeholt.
vermutlich muss es bei Kinderpornographischen Schriften aehnlich gemacht werden wie bei BTM, naemlich eine Art "geringe Menge" einfuehren um sich auf die KiPo-Ringe, Hintermaenner und vor allem endlich mal die Produzenten konzentrieren zu koennen. Es ist ja schockierend, wenn x-tausend Leute in einem Monat auf eine Webseite mit 2 KiPo-Filmen zugreifen. Aber es liegt doch auch auf der Hand, dass sich die Behoerden bei der Menge mit der Verfolgung jedes einmal-klickers selbst geisseln. Qualitaet sollte gerade hier vor Quantitaet stehen und alle Kraft auf die Verfolgung der Produzenten und auf die Verfolgung derer, die daran verdienen oder das Zeugs online stellen, gelegt werden. Und die sollten sich dann auch nicht wundern brauchen, wenn sie sich beim Spielen mit Feuer auch mal die Finger verbrennen, weil "der Staat" eben *alle Mittel* einsetzt…
@ Volker mit V:
wenn es eine Art "geringe Menge" gäbe, dann würde dies einen kleinen Handel erlauben … die Nachfrage würde steigen.
Und im Gegensatz zu BTM hinterläßt KiPo schon beim Erzeugen Opfer … Kinder.
Es ist ein Unterschied, ob man in seinem Wintergarten etwas Gras züchtet oder ein Kinderporno dreht. Egal, ob nun für Eigenbedarf oder für den Nachbarn.
Die Medien, inzwischen auch die öffentlich-rechtlichen ("Brisant" u. a.), heizen durch oberflächliche und falsche Berichterstattung gemeinsam mit Faschisten ("Todesstrafe für Kinderschänder") die deutschen Stammtische an.
Bei den beiden Dateien, deren Download die vermeintlichen Täter im aktuellen "Kinderporno-Fahndungserfolg" der bayerischen Polizei versucht haben sollen, handelt es sich NICHT um die Darstellung eines vom unbedarften Leser/Zuschauer vermuteten und von Politikern und Polizei gebetsmühlenartig angeführten "massiven Mißbrauch" von "Kleinkindern und Säuglingen".
Gezeigt werden soll in dem einen Video ein mit Klebeband versehenes 10jähriges Mädchen, das auf einem Bett liegt. Das zweite Video soll ein 12jähriges Mädchen zeigen, das "unzüchtige" Berührungen am eigenen Körper vornimmt.
Scheinbar reicht die Beschreibung der tatsächlich meist in Kinderpornos dargestellten Szenen (posierende nackte Kinder, überwiegend im Alter zwischen 8 und 12 Jahren, ohne Körperkontakt zu Erwachsenen) nicht aus, um einen ausreichenden Ekel beim Mob zu provozieren. Dieser ist jedoch notwendig, um die Akzeptanz für (weitere) Überwachungsmaßnahmen und Grundrechtseinschränkungen, die auch alle "anständigen Bürger" treffen, zu erhöhen.
Das Problem bei der "geringen Menge" ist, dass jedesmal tatsächlich ein Kind missbraucht (d.h. oft: vergewaltigt) werden muss, damit auch nur ein Bild/Video hergestellt werden kann. Das muss den Konsumenten auch bewusst sein und ist mE dann doch anders zu bewerten als der Konsum von Drogen. Organisierte Kriminalität ist natürlich nicht auf Wirtschaftsdelikte beschränkt, sondern beschreibt Systeme, in denen Kriminelle weiträumig und unter strengen organisatorischen Bindungen zusammenarbeiten (und damit viel Geld verdienen). Was meint ihr, was für eine Mafia hinter der Produktion solcher Pornographie steckt? Und wieviel Geld damit verdient wird? Wer sagt, dass nicht klassische Mafiaorganisationen längst tief mit drinstecken, so wie auch bei Spamversendern?
Das nur, um der Diskussion ein paar faktische Überlegungen hinzuzufügen, nicht um dem Spruch von der Erforderlichkeit aller Mittel zu rechtfertigen. Polizisten sind auch nicht alle beschränkt und dumm, aber sie haben halt genau nur einen Job: Straftaten verhindern (und aufklären, wenn's denn passiert ist). Dafür werden sie eingestellt und ausgebildet. Und diesen Job nehmen sie ernst und haben von daher einen anderen Blick auf Grundrechte. Juristen, v.a. bei den Gerichten, sind dann wieder dazu da, dieser Pflichterfüllung ein paar Grenzen einzuziehen.
Ein alter Trick:
Sage in öffentlichen Diskussionen Dinge, die Du nicht auf dem Dienstwege anordnen kannst. Stelle sicher, daß Dich jeder Untergebene 'verstanden' hat.
Geschehen dann Dinge, so kann man jedes Fehlverhalten auf Untergebene abschieben, weil man XYZ niemals offiziell angeordnet hatte. Es waren also immer Subalterne, die…
Traurig, daß diese alte Masche immer noch zieht.
Interessanter Aspekt!
Die Medienindustrie behauptet voller Überzeugung "copy kills music". Mal angenommen sie hätte recht, wäre der derzeitige Ansatz langfristig nicht erfolgversprechend; er führt zu einer Verknappung des "kostenlosen" Angebots und daher zu größeren Margen für die Hersteller entsprechender Materialien.
Das Problem unserer Strafrechtspflege ist, daß die Polizei ständig nach mehr Eingriffskompetenzen schreit und diese erhält; eine Evaluation von Schaden/Nutzen findet aber nicht statt. Daraus, daß man trotzdem nur in Einzelfällen bessere Erfolge hat, zieht man nicht den Schluß, daß der Eingriff vielleicht doch nicht das Allheilmittel war, sondern weitet die Eingriffsbefugnisse nur noch weiter aus – mit vorhersehbar großen Schaden für die Grundrechte und geringen Nutzen für die Rechtspflege.
Was mir bei der ganzen Diskussion immer in den Sinn kommt, aber was nie thematisiert wird, ist folgendes:
Ich bin z.B. beim lockeren Herumstreifen im Internet noch nie auf kinderpornografische Videos gestolpert. Wenn das aber theoretisch der Fall gewesen wäre, hätte ich sicher nicht gedacht: Eh, das könnte für mich interessant sein.
Wenn also auf solche einzelne Videodateien angeblich 10.000 Deutsche Nutzer zugreifen, aber das Angebot derart versteckt und sogar verschlüsselt ist, dass Uneingeweihte mit der Datei auch gar nichts hätten anfangen können – dass also nur Leute davon Kenntnis haben, die danach konkret gesucht haben, dann lässt das nur zwei Schlüsse zu:
Die Täter sind extrem gut vernetzt, bilden also eine kriminelle Vereinigung im Sinne von §129. Man kennt sich und gibt solche Links per Mundpropaganda weiter. Organisierte Pädophilengruppen in Größenordnungen von mehreren 10.000 Leuten? Schwer vorstellbar, das würde ja selbst die Mafia in den Schatten stellen. Wegen §129 ist m.W. aber auch noch kein Kinderpornografiekonsument verurteilt worden.
Oder es handelt sich um ein gewaltiges gesellschaftliches Problem, was totgeschwiegen wird. 10.000 zufällige Nutzer deuten bei einer "Fundquote" von 0,1% aller deutschen Internetnutzer auf Millionen von Interessenten in Deutschland hin, von denen nur 10.000 von genau diesen zwei Dateien Kentniss erlangt haben.
Das wäre doch dann wohl das eigentliche Problem.
Egal, was Herr Zierke oder sonstwer von „da oben“ fordert, das was dabei herauskommt ist letztlich nur eins: Zensur.
Dann haben wir wieder das Phänomen, daß Nachbarn „plötzlich verschwinden“ und man selbst nur hoffen kann, nicht selbst „verschwunden zu werden“. Denn viel weiter als über den eigenen Tellerrand blickt man in diesen Zeiten nicht mehr.
@21 (volker mit v),
Staatsanwälte wollen aber lieber Quantität – mit Qualität ließe sich bei weitem nicht so viel Presse machen, man könnte nicht das Lob des Vaterlandes für den Sieg gegen das Böse erhalten. Dass man insbesondere dann keine Kinder schützt, dass man sich auf Leute konzentriert welche Material tauschen, welches schon Jahre und Jahrzehnte im Umlauf ist, darf man da zwar nicht erwarten – das „gute“ Volkswissen sagt aber einem immer, dass das aktuelles Material sei.
Diese Aussage gilt selbstverständlich nicht für alle Staatsanwälte. Es gibt durchaus auch noch ein paar vernünftige, es erscheint nur immer schwerer zu werden sie zu finden…
@22 (Roland),
90%(+x) aller Verhandlungen dreht sich aber um ALTMATERIAL.
@23 (Ernst Lage),
Massiv wird wie „schlimmste“ prinzipiell immer gebraucht, und nach dem ein EU-Rahmenbeschluss die sexuelle Mündigkeit von 5 und 17jährigen gleichgestellt hat muss man 10-12jährige nun auch als „Kleinkinder“ bezeichnen. Im Gegensatz zu 17jährigen sind sie ja noch recht klein. (Wer einen leichten Anflug von Sarkasmus findet hat richtig gelesen…)
@24 (cajad),
siehe Kommentar@22
Und bitte erzählen Sie mir nichts von milliardenschwerer Mafia. Von „faktischen Überlegungen“ kann da keine Rede sein, Sie äußern hier irgendwelche Annahmen ohne Hintergrund. Es wird in Wirklichkeit auf der gesamten Welt auf einen Umsatz-Höchstmaß von einer geringen bis mittleren zweistelligen Millionensumme ausgegangen, dafür interessieren sich dann höchstens irgendwelche Hobby-Mafiosi.
@30 (Neuling),
Die Strafermittler können erzählen was sie wollen, ob das nun unbedingt so richtig ist ist eine ganz andere Frage. Entsprechende Links werden zunächst in eine geschlossene Gruppe eingeleitet, findet dann zunächst Einzug in andere geschlossene Gruppen. Von dort aus wandern sie dann langsam aber sicher in die „Halböffentlichkeit“, sprich in offene Gruppen, Chats, Dateiupload-Dienste etc. etc., die mit einer einfachen Suche gefunden werden können. Dabei ist es auch möglich, dass der Link NICHT den Anschein erweckt, es handele sich dabei um (verbotene) Pornographie, und somit noch weitere Personen auf der Suche nach nicht-verbotener Pornographie oder legale Kinderdateien auf diesen Link geklickt haben.
Und ich darf auf die Aktion „Himmel“ verweisen. Dort haben die Mehrheit der User entweder nur ein Vorschaubild gesehen und/oder waren nur wenige Sekunde auf der Seite. Das heißt die Fehlerquote, dass Personen so etwas finden die nicht auf der Suche danach waren, ist erheblich höher. Bei Videos muss man erstmal komplett runterladen, da es dort i.A. keine Vorschau gibt. Zumindest bei rapidshare pp. gab es so was noch nie. Gleichzeitig darf man auch annehmen, dass die User bei der „Aktion“ Himmel durchaus entweder legales pornographischer oder legales Kindermaterial gesucht haben, und nicht aus purem Zufall darauf stießen.
Wenn Sie dies beides nicht suchen ist die Gefahr dass Sie etwas zufällig finden natürlich deutlich geringer.
Damals war ja die Rede davon, dass der Bilderdienst bei der Aktion „Himmel“ die russische Seite imgsrc.ru gewesen sein soll. Gehen Sie dort mal hin und suchen Sie dort mal nach Stichworten wie „Child“, „Girl“ oder „Boy“. Bei „child“ findet man 165, bei „Girl“ 2965 und bei „Boy“ 9.264 Alben. Wenn ich bei „Boy“ beispielsweise die erste Seite ansehe sehe ich das Album „13yo boy prev“, also wohl eine Person von denen durchaus kinderpornographische Dateien hergestellt werden konnten. Obs nun wirklich welche sind weiß ich nicht, da es mit Passwort gesichert ist kann ich auch nicht nachsehen. Da ich aber ein mutiger Mensch bin klick ich einfach mal auf ein anderes Album, „boys12“ und sehe 5 Fotos mit voll bekleideten Jungs im Alter von ca. 10-13 Jahre, teilweise in einer Wohnung, teilweise wohl in irgendwelchen Freizeiteinrichtigen.
Worauf ich hinaus will: Um an Kinderbilder zu suchen, auch solche die für den Betrachter einen sexuellen Hintergrund haben, muss man nicht wie uns die Polizei immer weiß machen will irgendwelche geheimen Wörter kennen. Ob nun hinter „boys12“ verbotene oder legale Bilder sind konnte ich vorher auch nicht feststellen.
Ich erinnere mich auch noch, da hat Herr Vetter davon berichtet dass jemand ein illegales Video geladen haben sollte, dabei aber nicht ersichtlich war dass es sich eigentlich um ein illegales Video gehandelt hat.
Also wenn ich das jetzt noch mal zusammenfassen darf: Man sollte den Strafermittler nichts glauben!
Abschließend darf ich dann nur noch darauf hoffen, dass nicht jemand auf die Idee kommt, dass die angeschauten Bilder mit völlig bekleideten, nicht-posierenden Kindern welche sich mehrheitlich in der Öffentlichkeit bei weiteren anwesenden Personen befinden, kinderpornographisch sein könnten und dann die lieben Freunde eine HD bei mir machen… Nach der Aktion "Himmel" darf man ja auf so einiges "hoffen"…
Wir haben Angst vor Ihnen, schöner Krawatten-Mann, Hugo-Boss-Monster.
bild.de/BILD/news/standar...8/28/post-von-wagner.html
@33 (ruhepol),
Herr Wagner scheint eher Paranoia zu haben.
@7 (fincut):
dem "volk" aus der "seele", <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-tote-michelle-die-neonazis-und-rtl/" rel="nofollow">ich weiß nicht</a>. nicht mal so recht, was das denn überhaupt sei.
.~.
Herrn Freiberg nicht zu kennen und sich dafür an wohlwollenden Interpretationen seiner Äußerungen zu versuchen, bringt nichts. Im Grunde ist es auch nicht wichtig, wie diese Figuren heißen, denn sie sind letztlich austauschbar. Und sie wollen immer dasselbe.
Es hat in Deutschland leider schon mehrmals einen Staat gegeben, der so gestaltet war, daß er den Zwecken dieser Leute entsprechen würde. Ganz egal, was sie selber dazu sagen. An ihren Äußerungen (und an ihren Taten) jedenfalls kann man sie immer erkennen, unabhängig davon, wie sie heißen.
"Jedes Mittel recht" in Kombination mit der völlig unsinnigen und mE auch verfassungsrechtlich bedenklichen "Reform" (Europäisierung, deshalb kann Reform shcon nicht wirklich passen) des Sexualstrafrechts führt dazu, dass man demnächst jedes Pärchen, bei dem ein Part minderjährig ist, mit Hausdurchsuchung, Dauerobservation u.ä. maltretieren kann und vielleicht auch sollte – dann würde die Öffentlichkeit die Absurdität der Moralgesetzgebung endlich mal spüren.
@22(Roland): KiPo selbst hinterläßt nur in der Herstellung tatsächlich Opfer. Nicht im Besitz und nicht in der Verbreitung. Die Besitz- und Verbreitungsstrafbarkeit hat ihren Hauptgrund nicht unmittelbar im Rechtsschutz der ursprünglichen Opfer, sondern in der problematischen Ermittlung der Hersteller.
Das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Opfer kann eigentlich schon aufgrund der grundsätzlichen Wertung des Persönlichkeitsrechts in Deutschland kein Grund für die Androhung von Strafmaßnahmen sein. Wäre aber der einzige Grund, der überhaupt vorliegt.
Seit 10 Jahren sind immer breitbandigere Internet-Anschlüsse auf dem Vormarsch, ich glaube, mehr als die Hälfte aller Haushalte hat bereits einen Internet-Anschluss.
Betrachten wir daher die Verbreitung von KiPo auf diesem Wege mal als ein großes, kollektives empirisches Experiment, dessen Durchführung sonst nie denkbar oder machbar gewesen wäre: biete fast allen Bevölkerungsschichten die möglicherweise unauffällige (und scheinbar nicht verfolgte) Möglichkeit, solche Bilder oder Filme zu suchen und zu betrachten.
EINS steht jedenfalls fest, finde ich: Was genau NICHT passiert ist, dass die Hellfeld-Zahl der tatsächlich missbrauchten Kindern während dieser Zeit ansteigt!
Und das, bei gleicher oder eher gestiegener Anzeige-Bereitschaft in der Bevölkerung (durch bessere Aufklärung).
Der Sozialschädlichkeits-Mythos, dass der KiPo-Konsum damit aus den Konsumenten zwangsläufig übergriffige Straftäter macht, ist damit empirisch in einem gigantischen -ungewplanten- Experiment widerlegt.
Zumindest ist mir kein empirisches Messverfahren bekannt, das diese These -quantitativ- stützen würde.
Bleibt noch die These der Nachfrage-Induktion. Dass die tatsächlichen Umsätze für den Erwerb der Bilder und Filme für das OK völlig uninteressant sind, m.a.w. ein kommerzielles Interesse der Produzenten weitgehend fehlen dürfte, wurde oben schon erwähnt.
Beim Thema Sexualität und Kinder / Jugendliche scheint bei vielen eine Art Gehirn-Schnellabschaltung einzusetzen.
Ja ja, in der Schlagzeile klingt das noch alles kernig. Im Artikel selbst wird dann nur über internationale Kooperation und überfällige Personalaufstockung geredet. Darüber kann ich mich gerade nicht so echauffieren.
@ 37 Malte
Hinsichtlich der Schaffung des "europäischen" (wobei dieses ja eher amerikanisch ist) Sexualstrafrechts gebe ich dir recht, wobei ja die schlimmsten geplanten Auswüchse des neuen alten Sittenstrafrechts (Darstellung von sexuellen Handlungen durch jugendlich wirkende Personen, Darstellung in aufreizender Weise) verhindert worden sind und wohl wegen Verstoßes gegen das Bestimmtheitsgebot verfassungswidrig gewesen (was aber keinen mehr interessiert, da das BVerfG ohnehin nicht mehr zuständig ist) wären.
Allerdings schützt auch § 201a z.B. das Persönlichkeitsrecht alleine. Und die Problematik, den eigentlichen Täter zu finden, hat ja auch den § 231 bisher gerechtfertigt. Also können beide Gründe alleine jeweils eine Strafdrohung rechtfertigen.
An der Strafbarkeit des Besitzes von KiPo ist nichts auszusetzen.
Problematisch sind jedoch unverhältnismäßige Verfolgungsmaßnahmen mit Erfolgsquoten im Promillebereich (Operation Himmel), Ausweitungen der Verbote (Jugendpornographie), falsche Auslegungen und u.U. Bestimmtheitsprobleme.
Bei aller Wichtigkeit des Jugendschutzes darf man nicht zum Sittenstrafrecht ganz alter Schule zurückkehren und nicht vergessen, dass die bisherigen Altersgrenzen (< 14 alles strafbar, <16 strafbar, wenn fehlende sexuelle Selbstbestimmung ausgenutzt oder wenn entgeltlich, < 18 strafbar bei Schutzbefohlenenverhältnis) sich 140 lang bewährt haben und weder die Opfer noch die Täter sich großartig geändert haben. Jugendliche haben heute wesentlich bessere Möglichkeiten, sich vor sexueller Ausbeutung zu schützen als früher, so dass Altersgrenzenänderungen wie jetzt nichts bringen.
Im übrigen muss man sich auch fragen: Wenn künftig der Gesetzgeber vermutet, alle 16-jährigen könnten grundsätzlich die Folgen eigener Prostitution und Hingabe zur Pornographie nicht abschätzen, so können auch kaum alle 18-jährigen geschäftsfähig sein.
"Wir würden in allen Kriminalitätsbereichen wesentlich mehr Fälle aufspüren, wenn die sichergestellten Datenträger rascher ausgewertet werden könnten. Bei der Polizei lagern Festplatten im Terabyte-Bereich [gemeint war wohl eher Petabyte-Bereich] und die Täter laufen noch frei herum."
Klar, da werden "Zufallsfunde" gemacht und Leute durchsucht, denen man per 1-Pixel großem Bild KiPo in den Browsercache untergeschoben hat. Dann mutmaßt man, dass jeder Durchsuchte ein Täter ist, Unschuldsvermutung mal andersrum. Daran, dass erst die Auswertung der Festplatten im Terabytebereich Klarheit schafft, ob überhaupt das Material vorhanden ist, nach dem gesucht wurde und erst der Prozess Klarheit bringt, ob nicht vielleicht doch ein gekaperter Rechner die Ursache ist, ist keine Rede.
Nein, es gilt: Durchsuchter == Täter
@40:
aus <a href="http://www.blog.beck.de/2008/08/28/strafverbot-von-jugendpornographie-tritt-bald-in-kraft/" rel="nofollow">Beck-Blog</a>
Auch Posing ist bereits in § 4 Abs. 1 Nr. 9 JMStV sanktioniert. Im StGB konnte der Einzug bislang wohl noch verhindert werden…
Die Anmerkung zum Persönlichkeitsrecht ist natürlich nicht ganz ernst gemeint gewesen ;)
@42 (Malte S.)
Danke für das Zitat. Die werte Kollegin der SPD hat in ihrer abschließende Rede (die dann allerdings zu Protokoll gegeben wurde, damit man sich nicht auch noch in der Öffentlichkeit gegenseitig auf unterstem Niveau ankeift…) es nämlich auch exzessiv herausgestellt, dass das so toll sei. "Moralgesetzgebung" ist da eh das einzige was man sagen kann.
Aber freut euch: Die EU hat in einem Bericht schon weitere Verschärfungen angekündigt. Man weiß zwar noch nicht, was man verschärfen kann, aber sie sollen kommen…
@ 42
Gut, den unteren Absatz (wirklichkeitsnahes Geschehen wie bei der eigentlichen KiPo) hatte ich übersehen.
Sinnvoller wäre dann in der Tat ein generelles Verbreitungsverbot von Pornographie über das Internet. Sicher verhältnismäßig (zu viele Gefahren) und rechtssicher; zumindest für alle besser als der Gummiparagraph. Welche Haltungen und welches Aussehen sind denn jugendtypisch? Meines Erachtens dient die neue Vorschrift der reinen Willkür und der Möglichkeit, unliebsame Menschen schlicht aus der Gesellschaft auszuschließen.
Zumindest die geschlechtsbezogene Darstellung konnte verhindert werden, wobei ich diese Tatbestandsalternative als WESENTLICH harmloser sehe als das "wirklichkeitsnahe Geschehen".
Es ist schlicht offensichtlich: Der europäische Strafrechtsvorstellung widerspricht der deutschen; entgegen der deutschen Vorstellung ist offenbar kein Rechtsgut – abgesehen von der Moral – erforderlich, um ein Verhalten zu sanktionieren. Die Wege für eine Widereinführung der Strafbarkeit des Ehebruches, der homosexuellen Handlungen und der Sodomie sind somit eröffnet und können dann – je nach Mehrheitsverhältnissen und Grundhaltungen der Staaten – genutzt werden. Bravo. Sittenstrafrecht rulez.
Man sieht an diesen europäischen Straftrechtsrichtlinien: Sowiel weiter wie 1871 sind wir mittlerweile auch nicht mehr, denn das Analogieverbot galt schon damals.
Die entscheidenden Fortschritte durch das Grundgesetz und den sich anschließenden Entwicklungen – Strafrechtsnormen nur zum Schutze gewichtiger Rechtsgüter, Moral als Rechtsgut reicht nicht aus – sind im Bereich Strafrecht vollends zunichte gemacht worden; gleiches gilt im Prinzip für die nationalen (nicht-europäischen) Entwicklungen im Strafprozessrecht, wenn mittlerweile die h.M. "Rettungsfolter" für gerechtfertigt hält.
Zudem sieht man: Das BVerfG ist wirklich überflüssig und sollte endlich abgeschafft werden.
@44: Naja, das BVerfG hat ja vor kurzem auch eine reine Moralgesetzgebung für verfassungskonform befunden. Aber ansonsten: Volle Zustimmung. Wunderbar wirds erst, wenn der Vertrag von Lissabon erst in Kraft tritt – bedeutend erweiterte Strafrechtskompetenzen der EU, eine europäische Staatsanwaltschaft, deren einzige Aufgabe die Wahrung der finanziellen Interessen der EU ist.
Auch als Anhänger der europäischen Idee bin ich zur Zeit zwar gezwungen europäisches Recht zu respektieren. Akzeptieren werde ich es jedoch erst, wenn die EU ihr Demokratiedefizit ausgleicht (Sprich: Schluss mit Kommission und Rat) und die ausschließlich wirtschaftlich orientierte Zielsetzung durch eine ausschließlich dem Bürger(rechtsschutz) verpflichtete Zielsetzung ersetzt.
@43 (Christian) "Die EU hat in einem Bericht schon weitere Verschärfungen angekündigt. Man weiß zwar noch nicht, was man verschärfen kann, aber sie sollen kommen…"
Hast du da eine Quelle? Ansonsten: Man könnte "Kind" als "<21" definieren. Das wäre auch zukunftssicher: 24, 27, 30 … jede Menge Möglichkeiten, sich zu steigern und damit zu profilieren.
Gruß,
Kristine
@47 (Kerstine),
das geht aus einem Bericht der EU über die Umsetzung des besagten Rahmenbeschlusses hervor, welchen Deutschland erbeten hat und Ende November 2007 überbracht wurde. Brauch ein paar Minuten um den zu finden, werd ihn dann aber einstellen.
@47 (Kristine),
bezugnehmend auf meine Aussage in Kommentar 48:
"Angesichts der jüngsten Entwicklungen insbesondere im Bereich der elektronischen Kommunikationstechnologien wurden neue Fragen etwa zur betrügerischen Kontaktaufnahme mit Kindern im Internet („grooming“) aufgeworfen. Gleichzeitig wurden neue Methoden entwickelt, die dazu dienen sollen, mit Hilfe spezieller Strafverfolgungsstellen solche Straftaten aufzudecken und die minderjährigen Opfer zu ermitteln. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Diskussionen könnte die Kommission erwägen, den gegenwärtigen Rahmenbeschluss zur sexuellen Ausbeutung von Kindern und ähnlichen Straftaten zu
aktualisieren und zu verschärfen, insbesondere im Hinblick auf Straftaten, die mit Hilfe elektronischer Kommunikationsnetze und Informationssysteme begangen werden."
Quelle: eur-lex.europa.eu/LexUriS...2007/com2007_0716de01.pdf
Auf Deutsch gesagt könnten wir bald so weit sein wie GB: Wer ohne staatliche Genehmigung Kontakt mit Kindern aufnimmt, auch wenn nur um zu Fragen wo der nächste Supermarkt ist, wird bestraft. Wie man Opfer von "grooming" ermitteln kann darf sich jeder selbst überlegen, die komplette Überwachung aller Kommunikationsnetzwerke dürfte da ein Mittel sein.
@32 (Christian Unger): Soso, Sie haben also genaue Quellen für die Frage, wieviel Umsatz mit Kinderpornographie gemacht wird und unterstellen mir blinde Tatsachenbehauptungen, ohne Quellen für Ihre recht harmlos klingenden Zahlen ("dafür interessiert sich nur die Hobby-Mafia") zu nennen. Eine kurze Recherche im Netz ergibt, dass zumindest die UNO und Kinderschutzorganisationen davon ausgehen, dass nur mit Waffen und Drogen mehr verdient wird: spiegel.de/panorama/0,1518,558815,00.html
Ich lasse mich gern vom Gegenteil belehren, unter Angabe von seriöseren Quellen als der UNO (wie der Artikel ja auch sagt, kann das Ausmaß nur geschätzt werden), aber ich finde die Tendenz zur Verharmlosung der Kinderpornographie, wie sie sich in manchen (!) Kommentaren zeigt, doch ziemlich erschreckend. Elf- bis Zwölfjährige mögen keine Kleinkinder sein, Kinder sind es trotzdem, die da missbraucht werden. Und ob eine Sechzehnjährige schon als Pornodarstellerin auftreten sollte, da kann man wirklich geteilter Meinung sein. Immerhin darf sie nach deutschem Recht noch nicht mal ohne Genehmigung der Eltern Brötchen kaufen gehen, und da schreit keiner "staatliche Bevormundung".
@50 (Cajad),
Entschuldigung, aber was UNO und Kinderschutzorganisationen erzählen ist Schund. Wenn man 17jährige als Kinder definiert, wie das die UNO macht, mag die Zahl vielleicht hinkommen. Zudem werden auch Aufnahmen als "pornographisch" definiert, die nicht ansatzweise pornographisch sind. Und nicht nur dass schrecken viele auch nicht vor Lügen zurück: Bei der „Operation Landslide“ sollen 5.600 Internetseiten "kinderpornographisch" gewesen sein, der monatliche Umsatz aufg 1,4 Mio. €. Dabei sollen die Besitzer der Firma, die das Abbuchungssystem entwickelt haben, auf ihrer Internetpräsenz auch eindeutige Links eingesetzt haben. Ein Beweisvideo der Polizei wurde inzwischen von einem Computerspezialisten als Fälschung entlarvt. Nicht nur das: Obwohl es in den USA die schärfsten Gesetze gab wurden zwar die Daten der Kunden ermittelt, nicht aber gegen diese weiter ermittelt. Nur die, die einschlägig vorbestraft, wurden per gefälschter eMail dazu angeleitet, einschlägige Straftaten zu begehen. Wer darauf eingegangen ist wurde verurteilt, der Rest nicht. Ob es überhaupt kinderpornographische Materialien gab oder ob das ganze ein US-amerikanischer Feldzug gegen die Pornographie war darf man sich da gerne fragen.
Trotzdem wird heute von der UNO und den Kinderschutzorganisationen behauptet, es handele sich dabei um den größten Kinderpornofall aller Zeiten. Pustekuchen!
Wo sind denn bitte schön die Verurteilungen in solchen Fällen? Ach ja, die werden ja wahrscheinlich nicht entdeckt. Alles so geheim, dass nur ein paar hunderttausende bis millionen Menschen auf diese Seiten kommen und einen Haufen Geld überweisen. Ein Geheimbund von ein paar hunderttausend Menschen, die allesamt nicht entdeckt werden… ja ne, ist klar!
Eine Onlinequelle habe ich dafür nicht. Ob man es glaubt oder nicht: Nicht alles was im Netz steht stimmt und nicht alles was stimmt steht im Netz. Habe jetzt jedenfalls keine Lust, diese Quellen herauszusuchen. Doch schon mit ein wenig nachdenken dürfte man darauf kommen, dass es keine Hinweise für diese Milliardenindustrie gibt.
Mal ein kleiner Vergleich: In Deutschland behaupten immer noch die Kinderschutzorganisationen: Es werden jährlich 300.000 Kinder in Deutschland missbraucht. Diese Zahl soll angeblich vom BKA stammen, der Mitarbeiter Michael C. Baurmann von dem das stammen soll weiß davon aber bis heute nix. Man lässt es auch ganz offen, ob es sich dabei nun um einen sexuellen Missbrauch aus psychologischer oder rechtlicher Sicht handelt. Das Ergebnis von Baurmann: Diese Zahl wird nur propagiert, damit man dramatisieren kann, damit das Problem als wichtig genug wahrgenommen wird.
Natürlich ist in einem Rechtsstaat weder zur Prävention noch zur Strafverfolgung nicht jedes Mittel recht – und zwar egal um welche Tat es geht. Außerdem kann man durchaus ernsthaft darüber diskutieren, ob der Besitz von Kinderpornographie strafbar sein muß. Wenn der Gesetzgeber sich aber hierfür entscheidet, ist es natürlich auch erforderlich, ausreichend qualifiziertes Personal und Material für die Strafverfolgung bereitzustellen.
Leider entwerten sich Äußerungen von Politikern und Interessenvertretern häufig in der Emotionalisierung von Themen um mediale Aufmerksamkeit zu erhalten.
Andereseits finde ich inzwischen mehr als seltsam, daß auf gleicher emotionaler Ebene von denen diskutiert wird, die anderer Ansicht sind:
Klar muß man keine geheimen Wörter kennen, um Kinderpornos zu finden. Aber wonach, wenn nicht Kinderporno, sucht man denn, wenn man child, girls12 oder boys12 eingibt. Nach medizinischen Berichten über die Pubertät?
@52 (Hans),
Zum Beispiel nach legalen Kinderbildern?
Der Erfahrung nach suchen sich Personen mit einer Sexualpräferenz für Kinder nicht zwingend illegale Bilder. Und wie gesagt: Schauen Sie selber auf imgsrc.ru, ich hab da jedenfalls keine illegalen Bilder gefunden (wobei ich natürlich keine 10.000 Alben durchsucht habe).
Natürlich darf eine 16jährige nach deutschem Recht Brötchen kaufen gehen. Sofern es sich um Brötchen, und nicht um ein Auto, ein Haus oder dergleichen handelt.
@55 (Volker),
alles was keine Folgekosten verursacht, sofort bezahlt wird und keine sonstigen negativen Konsequenzen hat. Um das mal allgemein auszudrücken.
@51: Es bleibt jedem überlassen, wem er mehr Glauben schenkt, Ihren (zitierten? selbst ausgeklügelten?) Schlussfolgerungen oder den Zahlen von Unicef & Co. Cui bono: Was hat Unicef davon, die Zahlen aufzublähen? Ich hoffe, die Antwort soll nichts mit deutscher Innen- und Sicherheitspolitik zu tun haben! Was haben andere davon, die Zahlen künstlich runterzurechnen? Jeder Seite können mehr oder weniger hässliche Motive unterstellt werden. Ich persönlich gebe lieber Unicef einen Vertrauensvorsprung.
@57 (cajad),
A) Zur Selbstdarstellung
B) Um genug Spenden zu erhalten.
Oder glauben Sie es ist Zufall, dass Unicef direkt nachdem man das Spendensiegel verloren hat plötzlich wieder mit schockierenden Daten zur Kinderpornographie kommen?
Andere Organe nutzen es auch, um ihre eigenen politischen Ansichten durchzudrücken. Sie glauben ja wohl nicht das Schäuble da der einzige ist, der sich sonstwas zusammen dichtet?
Und dabei gilt natürlich: Wer das schockierenste liefert kommt am ehesten in die Presse, wird mehr wahrgenommen und bekommt so mehr Spendengeld.
Wenn Sie da nur edle Motive hinter sehen sind Sie äußerst naiv.
Das tue ich nicht, wenn Sie meinen Post lesen. Nur sind mir die Motive, die Unicef & Co. (es sind ja noch mehr Organisationen) zum Aufblähen bewegen könnten, immer noch lieber als die Motive, die andere Seiten zum Runterrechnen bewegen könnten. Ich vermute mal, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Sie glauben an Ihre eigene Wahrheit – auch gut. Aber dann werfen Sie bitte nicht mir vor, ich würde unbewiesene Tatsachen in die Welt setzen und lassen es so aussehen, als gebe es natürlich beste Quellen für Ihre Ansichten. Was meinen Sie, wieviele Missbrauchsprozesse täglich an deutschen Gerichten landen, aber nicht in der Presse. Ich jedenfalls war überrascht vom Ausmaß. Von daher kann ich die Behauptung nicht mehr für seriös halten, da tummelten sich nur spendengierige Organisationen und rachsüchtige Ex-Frauen im Verein mit sensationsgeilen Medien.
@59 (cajad),
Jeden Tag ca. 4, also deutlich weniger als die 850 die uns diese Organisationen weiß machen wollen. Mag zwar richtig sein dass es in Wirklichkeit mehr als 4 sind, aber definitiv sehr sehr sehr sehr sehr viel weniger als 850. Außer natürlich wir halten uns strikt an die Gesetzeslage und definieren jede Knutscherei als Missbrauch. Aber das verraten uns solche Institutionen ja nicht. Vermutlich sind 840 von den angenommenen 850 Knutschereien zwischen 14 und 12/13jährigen, dann stimm ich der Zahl von 300.000 pro Jahr durchaus auch zu……………..
Und wie gesagt: Es gibt viel zu wenige reale Fälle um von einer Milliardenindustrie auszugehen. Dazu müsste es schon undurchdringliche Geheimbünde von ein paar hunderttausend bis Millionen Menschen weltweit geben, und daran glaubt ja nun wirklich niemand.
In @60 setze ersetze ich "jede Knutscherei" mit "jede Knutscherei zwischen in etwa gleichaltrigen."
Und das sind wirklich 300.000 behauptete verschiedene Kinder, nicht nur 300.000 Missbrauchsfälle? Hinter den durchschnittlich 4 Fällen (woher auch immer Sie diese Zahl haben) können mal gut und gerne ein paar hundert einzelne Begebenheiten stecken. Das muss sich nicht im Urteil widerspiegeln: 3 werden verurteilt, 50 gleichartige Taten werden eingestellt (weil nicht mehr genau datier- und beweisbar), und schon werden in verschiedenen Statistiken aus 53 eben nur noch 3 "Fälle". Sieht komisch aus, wahr sind beide Statistiken.
@62
So eine sachliche Diskussion ist schon längst mal notwendig.
Dunkelziffer e.V. schreibt auf seiner Webseite, es gibt in Deutschland jährlich 20000 Opfer laut Statistik BKA. Die Dunkelziffer sei aber 10 bis 15 mal höher.
Und Dunkelziffer schreibt auch auf der Webseite, dass mit Kinderhandel und Kinderpornografie weltweit jährlich 250 Milliarden Euro umgesetzt werden. Aber auch das sind Schätzungen.
Die Zahl 250 Milliarden habe ich von UNICEF noch nie gehört.
Je nachdem wie Ihre Englisch ist können Sie ja mal hier lesen:
http://www.radosh.net/archive/001481.html
http://www.terredeshommes.org/pdf/commodities.pdf
Anscheinend weiß keiner wo die Zahl herkommt und warum werden Kinderhandel und Kinderpornografie in einen Topf geworfen? Das stimmt nachdenklich.
Ich finde man sollte bei den überprüfbaren Fakten bleiben und sich nicht irgendwelche Schätzungen zusammanreimen.
@63 (T-Rex),
Dieser Verein kann nicht mal die PKS interpretieren…
Es sind 16.000 deklarierte Opfer
Die PKS gibt nur die angegebenen Opfer an. Das sind bei weitem aber nicht die Fälle die zu einer Verurteilung führen. Ca. 10% sind auf bewussten Falschaussagen zurückzuführen (Quelle: eine Brandenburger Staatsanwaltschaft), bei noch mehr bestehen deutliche Zweifel.
Knapp 8% der angegebenen Tatverdächtigen sind Kinder. 17 angegebene Tatverdächtige waren 5 Jahre oder jünger. Ca. 18% sind jugendlich. Bei der Mehrheit der Fälle ist nur ein geringer Altersunterschied auszumachen. Der Großteil der angegebenen Opfer befinden sich auch am Grenzbereich, sprich sind 13.
Wie gesagt: Wenn man die Knutschereien zwischen 14/15jährigen und 12/13jährigen streng nach dem Gesetz als sex. Missbrauch definiert gehe ich diese Dunkelziffer von 300.000 locker mit.
…..und so entstehen die Zahlen:
[...] Nach Interpol-Recherchen wurden weltweit bisher 19 Milliarden Dollar im Handel mit Kindern und Kinderpornografie umgesetzt. [...]
aus spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,266203,00.html
Orginalzitat:
[...] INTERPOL estimates that worldwide adult pornography and child porn together bring in some 19 billion dollars. [....]
aus
web.archive.org/web/20040...e/news203/news_berlin.htm
Ist zwar etwas alt, zeigt aber doch meines erachtens die diversen Manipulationen auf:
a) aus "adult pornography and child porn together" wird im Spiegel-Artikel "Handel mit Kindern und Kinderpornografie".
b) warum erwähnt Interpol Adultpornographie und Kinder- im gleichen Atemzug mit den 19 Mrd.? Könnte es sein, daß gehofft wird, daß beim Leser nach gewisser Zeit nur noch "Riesensumme"(Milliarden) und Kinderpornographie hängen bleiben soll?
bombjack
@49 (Christian): Danke für die Infos!
Gruß,
Kristine
Mich wunder immer wieder, dass einerseits das grenzenlose Tauschen im Internet beklagt wird, was ja kostenlos statt findet. Andererseits soll es irgendwelchen Anbietern in gesetzleslosen Staaten möglich sein, soviel Umsatz zu machen.
Klar ist, dass jeder seine Daseinsberechtigung verteidigen muss. Neue Abteilungen bei der Polizei mit massenhaften Verfahren, Kinderschutzorganisationen mit horrenden Zahlen.
@65 (bombjack),
jop, dankeschön für die Suche.
@66 (Kristine),
no problem.
@67 (Kai),
ich hab gestern auch eine Onlinequelle gelesen, wonach in Deutschland 1 Mrd. € / Jahr mit Pornographie umgesetzt wird. Davon sollen 40% KiPo sein. Heißt also 400 Millionen € bei knapp 80 Millionen Einwohner. Nehmen wir mal 400 € pro Person an wären das also 1 Millionen Personen, die fast allesamt unentdeckt unter uns leben. Aber da ja bekannt ist, das entgegen des Kindesmissbrauch die Kinderpornographie fast nur von Pädophilen genutzt wird: Bei 50.000 bis 200.000 Pädophilen in Deutschland müsste der durchschnittliche also mal eben schnell so zwischen 2.000 und 8.000 € im Jahr veranschlagen. Und das unter der Annahme, dass das jeder Pädophile in Anspruch nimmt, und jeder entgeldlich. Natürlich, bei den bisherigen Verfahren in Deutschland ist sowas bisher natürlich selten aufgefallen. Ich sag ja: Das ist ein Geheimbund von ein paar hunderttausend bis Millionen Menschen weltweit, von denen niemand irgendwas mitbekommt.
Wirklich: Wer sowas glaubt ist ganz einfach selber schuld.
@64 Angeblich stellen die Kinder das meiste davon sogar selbst her: TEENAGERS are becoming major makers of child pornography in Victoria. Aus:
news.com.au/story/0,23599,23956258-421,00.html
Das müsste alles mal unabhängig untersucht werden. Die Polizei ist nicht unabhängig weil sie schärfere Gesetze und bessere Ausrüstung will. Die Kinderschutzorganisationen nicht weil sie Spendengelder wollen.
Wenn bei so einer Untersuchung rauskommt, dass die Zahlen so hoch sind dann ist es schrecklich und man muss etwas dagegen tun. Aber es ist doch eine Schweinerei wenn der RECHTSSTAAT aufgrund von windigen Schätzungen von Lobbygruppen dermaßen ausgehölt wird, die dann auch nicht nachgeprüft wurden.
@69 (T-Rex),
die stellen das aber eher weniger zum Verkauf sondern präsentieren sich meistens unentgeldlich…
Wobei ich auch von einem Fall gehört habe, wo ein echtes Kind von sich pornografische Dateien hergestellt und diese verkauft hat. Aber das dürfte ja nun eher sehr selten passieren.