Lasermessung: Richter vermisst Foto
Das Amtsgericht Herford bricht mit einem Dogma. Ein Richter hält es für erforderlich, dass bei Lasermessungen im Straßenverkehr ein Beweisfoto gemacht wird. Wie das Mindener Tageblatt berichtet, hat Bußgeldrichter Helmut Knöner einem Autofahrer den Punkt in Flensburg erspart:
Im vorliegenden Fall fuhr der Betroffene versetzt hinter einem anderen Fahrzeug her. Dadurch befand sich vermutlich mehr als ein Auto im Zielerfassungsbereich des Lasergeräts. Während der Polizeibeamte vor Gericht betonte, dass nur das nachfolgende Fahrzeug gemessen wurde, zweifelte der Amtsrichter dies an: “Nur wenn ich einen Fotobeweis gehabt hätte, wäre eine Verurteilung selbstverständlich gewesen.”
Bei anderen Gerichten blitzt man mit dieser Forderung regelmäßig ab. Selbst bei unklarer Verkehrssituation wird grundsätzlich den Polizisten vertraut. Schließlich sind sie alle erfahrene Kräfte, bestens geschult und somit über jeden Fehler erhaben. Schon weil sich viele Beamte mittlerweile offensichtlich darauf verlassen, dass Amtsrichter an ihren Lippen hängen, ist die Entscheidung aus Herford begrüßenswert.
Ein ebenso großes Übel ist, dass Autofahrern nicht mal mehr die Messung gezeigt wird. Früher war es üblich, dass der Betroffene sich den Messwert auf dem Gerät zeigen lassen kann – wenn er denn darauf besteht. Die Geräte sind nicht umsonst so konstruiert, dass nur tatsächliche Messungen angezeigt werden.
Aber selbst auf diese letzte Sicherung wird mittlerweile verzichtet. Denn so lassen sich vom Messposten aus mehr Autofahrer ins Visier nehmen. Man muss nicht mehr darauf warten, dass der Gemessene sich das Ergebnis ansehen konnte. So lange war das Gerät früher blockiert.
Wer schon mal erlebt hat, wie der Messbeamte die Ergebnisse weiter gibt, wird die möglichen Fehlerquellen schnell erkennen. Da wird gefunkt oder gerufen (“Der blaue Opel 89, der weiße Daimler 87″), was das Fließband hergibt.
Von der Möglichkeit, mal eben einem unbeliebten Bekannten, der zufällig des Weges kommt, kräftig einen einzuschenken, möchte ich gar nicht sprechen.
wer misst, misst mist. ist ein alter spruch, der aber noch stimmt.
allein schon wenn man sieht (reportagen im tv), wie polizisten messen und die ergebnisse auswerten, bekommt man sofort zweifel. aussagen wie "wir messen mit 100% genauigkeit und die geräte machen keinen fehler" lassen die zweifel noch stärker werden.
Aber Herr Vetter,
der deutsche Beamte macht
1. keine Fehler und
2. würde nicht Lügen
Also sind Foto und die Ansicht des Messergebnisses völlig Überflüssig
Da krümmen sich einem die Zehennägel, wenn man so hört, was alles als "Beweis" durchgeht.
"Selbst bei unklarer Verkehrssituation wird grundsätzlich den Polizisten vertraut. Schließlich sind sie alle erfahrene Kräfte, bestens geschult und somit über jeden Fehler erhaben."
wundervoll.
Ein Polizist sagt immer die Wahrheit. Wie kann dieser Richter daran nur zweifeln? Der Zeuge ist doch POLIZIST.
Ich finde auch, dass man sich das Lasergerät sparen kann. Die Aussage eines Polizisten, dass der Beschuldigte zu schnell gewesen ist, muss reichen. Auch finde ich, dass ein Einspruch gar nicht möglich sein darf. Der Zeuge ist doch Polizist. Da hat alles Hand und Fuss.
Vielleicht sollte man dann den Beschuldigten, ähm, direkt Verurteilten sofort anhalten und direkt (ab)kassieren. Wer nicht vor Ort bezahlen kann, wird das Auto einfach konfisziert. Und wenn man schon den Erpressten vor Ort hat, kann man ja gleich mit dem Finger auf offener Straße im Anus nach BTM suchen. Man weiß ja nie, was da so mitgeführt wird. Und wenn mit dem Finger nix zu finden ist, kann man ja mit der ganzen Hand suchen.
Falls jemand Ironie findet, darf er sie behalten.
@5
nix ironie ,in österreich gängige praxis
@5: stimmt – in Österreich reicht "das geschulte Auge des Gendarmen". Und in Frankreich wird auch mal das Auto einbehalten. Sieht man mal wie gut wir es hier noch haben….
Als ich den Artikel im MindenerTageblattt gelesen habe, habe ich mich noch gewundert, dass nun doch ein Richter so entschieden hat. Find es aber einen richtigen und wichtigen Schritt um dieser Willkür ein Ende zu machen.
ich hab mir beim lesen der überschrift vorgestellt, wie der richter mit maßband oder zollstock das foto am vermessen ist.
@7
Gängige Praxis? Ich hau mich ab.
Ja, vor 20 Jahren vielleicht noch.
Heute macht dir das kein Polizist mehr, weil die Beweisführung zu schwer ist.
Aber die Urban Legend hält sich seit Jahrzehnten.
Aus Österreich kam noch nie was gutes … sieht man ja, zu was das immer führt :)
@10: So ging mit das auch.
Allgemein ist es schön, dass das mal hinterfragt wird, diese Unfehlbarkeitsdogmatik geht mir nämlich etwas auf den Keks. Besonders dann, wenn sie bei Diskussionen zum Thema Überwachung ins Feld geführt wird.
Ich hatte am Samstag einen Autounfall (Ich war schuld).
Die übliche Frage nach den BTM kam natürlich auch:
Haben Sie BTM genommen? NEIN
Wann haben Sie das lezte Mal BTM genommen? NOCH NIE
Sind Sie sich ganz sicher, dass Sie keine BTM genommen haben? JA
Wirklich sicher? JA
Sie sehen ganz schön verdächtig aus.
Klar stand ne Drogenkontrolle an. Negativ. Natürlich.
Ah er meinte ich würde verdächtig nach Kneipe riechen. Alkoholtest war negativ.
Am Ende kam heraus das mein verdächtigs Auftreten da durch resultiert habe, weil ich so viel gezittert hab.
Wenn jemand direkt nach einem Unfall nicht zittert, ist er nicht verdächtig oder hat schon viel Gewohnheit.
@ 15:
Sei doch froh das so etwas überprüft wird.
Das Ärgerliche ist diese Ausrichtung der Polizei am Äusseren.
Genau wie bei den Frauen.
@Uwe:
…. sagte der Mann mit der grünen Mütze, während er den Gummihandschuh über seine Hand zog….
Kleinen Parkplatzrempler verursacht und brav die Ordnungsmacht gerufen:
Haben Sie Alkohol getrunken?
Ein Bier, ist aber schon 3 Stunden her…
Hauchen Sie mich mal an!
*schnüffel*
Meine Nase sagt mir, das war mehr als ein Bier
Also mich mit zur Wache genommen (nein, ich weiss nicht warum) und eine vorschriftsmäßige Alkoholanalyse durchgeführt. Ergebnis: 0,00
Führerschein wieder in die Hand gedrückt und ein "Schönen Tag noch" mit auf den 2 km Fußmarsch zurück zum Auto bekommen.
Merke: Auch ein großer Zinken kann sich irren…
*argl*
@18: Na eine trainierte Polizisten-Nase erkennt nicht nur die Menge an Alkohol, sondern sogar Art, Alter, Spritgehalt, Konsumzeitpunkt UND den Preis der Flasche.
Diese durchaus nachvollziehbaren Fähigkeiten wollen sie den Ordnungshütern doch nicht in Abrede stellen?
Die machen mindestens fünf mal die Woche Schnüffeltraining…mit der Hundestaffel zusammen.
—
Vor allem junge Beamte sind ein witziges Völkchen. Dienstliche Stellungnahme zu einer Ingewahrsamnahme:
"Der Beschuldigte forderte uns mehrfach auf, mit den Worten 'Ihr Bullen, ihr wollt mich doch nur ficken. Kommt schon, fickt mich.'.
Dieser Auffoderung kamen wir jedoch nicht nach"
Erschreckend, dass man das dazu sagen muss …
Zu diesem Thema kann man nur eines sagen! Wer sich an die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen halten würde, der hätte nie Ärger mit Verwarnungen, Bußgeldern oder sogar Fahrverboten! Der deutsche Fahrzeugführer ist schon eine sehr besondere Gattung, welche ihre eigenen Interessen immer über alle die anderen Interessen stellt! Man selbst kann nie schuld sein! Es muss der Polizeibeamte sein, der einen immer nur ärgern will und natürlich abkassieren muss, weil er ja auch sehr viel selbst davon hat. Wenn der Nachbar zu laut ist, weil man gerade Ruhe will, dann ruft man kurzer Hand fir Bullerei! Das ist am einfachsten!! Wenn die Polizei dann da ist, soll man ja nicht den Namen beim Betroffenen nennen! Leute wie armseelig seit ihr eigentlich ? Am anderen Tag macht man selbst ne Party, weil man Geburtstag hat und ist natürlich auch ein wenig lauter als sonst! Dann kommt die Polizei und man hat 100 Gründe, dass man selbst zu laut sein darf und die anderen sollen sich doch nicht so anstellen!! Oder die Mama, die nach ner 30ger Zone schreit, weil die Autos alle so rasen! Ihre Kinder seien in Gefahr! Am nächsten Tag fährt sie ihre Kinder in den Kindergarten und fährt statt 30 km/h – 58 km/h. Dann kommt die Ausrede, ja drüclken sie doch ein Auge zu, denn ich war spät dran und musste meine Kinder in den Kindergarten bringen! Dann ist immer der Polizist der Abzocker!! Wie gesagt, seine eigenen Interessen stehen über allem anderen und sind immer über allem erhaben!! löl, lach mich platt! Denkt mal nach und sucht nicht die Schuld, bei denen, die für eure Sicherheit sorgen!! Die Polizei ist immer nur Freund und Helfer, wenn man selbst nicht von verwarnenden anzuzeigenden Maßnahmen ist!! Macht es euch nicht so leicht und biegt euere eigenen Interessen nicht so weit in den Himmel!