0,31251543671913 %
Schreiben vom Insolvenzverwalter:
Aufgrund des im Verfahren vorhandenen Bestandes ergibt sich eine Quotenerwartung für alle Gläubiger mit 0,31251543671913 %. Ihre Forderung wurde auf 20.523,80 EUR festgestellt. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Quote steht daher ein Betrag zur Auszahlung an in Höhe von 64,14 EUR.
Der Mandant dürfte die Sache längst verarbeitet haben. Immerhin ist das die erste Nachricht seit rund vier Jahren. So wird das Schreiben nur alte Wunden aufreißen.
Armer Insolvenzverwalter… hat nie eine höhere Schule besucht und dort das Runden erlernt.
Naja, wenn schon kein Geld da ist, so gibt es wenigstens genug Nachkommastellen.
Runden? Wo kämen wir denn da hin? Da könnte ja ein Gläubiger 0,01 € zu viel oder zu wenig erhalten.
rundest du ab, hat der Schuldner am Ende noch Geld über, das wieder jemand eintreibt. Rundest du auf, verschuldet er sich erneut.
Vermutlich dachte sich der I-Verwalter genau das. Und weil sein Taschenrechner 14 Nachkommastellen angezeigt hat…
Also entweder steht der Schuldner irgendwo mit einigen Billiarden in der Kreide, oder die letzten Stellen sind irrelevant, da sie weniger als einen Cent ausmachen.
Auf den ersten Blick hatte ich schon befürchtet, der wackere Insolvenzverwalter habe versehentlich auf die pi-Taste gedrückt ;-)
Also bei mir wär' die durch mehr als 600.000€ geschlagene Wunde auch nach vier Jahren noch nicht verheilt …
Die übrigen 0,004320136080294 Cent steckt der Insolvenzverwalter ein?
Wieviele Gläubiger gibt es denn? 320?
Solcher Nachrichten wegen gibt es mehr Selbstmorde als Verkehrstote in Deutschland.
@1: Der Insolvenzverwalter hat sowohl das Runden gelernt (sonst kämen ja keine EUR 64,14 raus), als auch wann man rundet – nämlich erst am Ende der Rechnung. Wer zwischendurch mal was rundet, riskiert nämlich dass die Rundung das Ergebnis genau um das Quentchen verändert, auf das es ankommt.
Wenn dem Insolvenzverwalter zu langweilig ist, kann er natürlich daran arbeiten, die Quote auf genauso viele Stellen zu runden, dass es die Forderung keines Gläubigers mehr beeinflusst. Das wäre allerdings ein Zeichen für massive Unterbeschäftigung … und wenn man schon Hobbymathematiker ist, kann man sich auch interessanter beschäftigen.
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bauträger" rel="nofollow">Bauträger</a>?
@9: 319,98419358 sagt mein Taschenrechner ;)
Ich hasse es nach 4,5 Jahren Beträge von 0,64 € auskehren zu müssen – das kostet einen richtig Geld. Aber was solls ….
Nein – nicht als Insolvenzverwalter sondern als Gäubigervertreter wo nach Jahren minimale Gutschriften auf Forderungsanmeldungen auf dem Fremdgeldkonto auftauchen.
Inzwischen lass ich die Mandanten die Forderung lieber selber anmelden.
Da will ich mich mal als Klugscheißer outen:
Stichwort "Kaufmännisches Runden", es wird auf 5 Stellen nach der Haupteinheit gerundet und das Ergebnis dann als genau angenommen…
Wenn ich in einer Klausur Zwischenergebnisse schreibe mit 14 Nachkommastellen würden mich meine Profs erschlagen.
Was ich meinte Lionel Hutz: rechnen tut man mit den "exakten" Werten aber hinschreiben tut man sie nicht, man rundet sie.
So viele Stellen sind wichtig.
Jedem studierten Menschen sollte die Existenz des mathematischen Problems von kleinen Differenzen großer Zahlen bekannt sein. Da waren die fünf Stellen bei der Euroumrechnung noch Peanuts. Alle die eine Aufrundung fordern sollten mal über eine Brücke fahren, die mit so einer Aufrundung bemessen ist.
@17: Und warum rundet man dann nach 14 Stellen? So viele Stellen sind doch reine Angeberei. Würde man es wirklich genau brauchen, so wäre das Ergebnis als Bruch angegeben, ganz ohne Rundung.
Hätte man es als Bruch ausgedrückt wäre es warscheinlich kürzer und sicherlich exakter..
@17
Wenn die 14. Nachkommastelle bei der Brückenberechnung ins Gewicht fallen würde, sollte man besser keine einzige Brücke mehr befahren.
Mist. Ich hab den Verdacht, das wird mir in einigen Jahren aus so gehen. Danke für die Vorwarnung.
@8 Alexander:
Nö der Insolvenzverwalter darf sich zu allererst und vollständig bedienen, danach kommen erst die Gläubiger.
Ansonsten gäbe es ja gar keine InsO Verwalter, die wären dann nämlich selber alle pleite.
Ich hoffe doch mal sehr, daß man sich nicht noch um 0,00000000000001 % verrechnet hat. Das wäre nicht nur äußerst tragisch, sondern darüber hinaus geradezu unverzeihlich. ;-)
@9+13: Wenn Ihr glaubt, dass die Quote was mit der Anzahl der Gläubiger zu tun hat, dann solltet Ihr Euch Kritik an der Verteilung lieber ersparen. Man kann aus den gegebenen Daten aber ableiten, dass EUR 6.567.291,59 an Forderungen angemeldet wurden. Auf wieviele Gläubiger sich die verteilen, ist ziemlich egal.
"Wenn ich in einer Klausur Zwischenergebnisse schreibe mit 14 Nachkommastellen würden mich meine Profs erschlagen."
Wenn ich in Thermodynamik schon bei der 14. Nachkommastelle runden würde würden meine Profs mir dafür in der Klausur doch einige Punkte abziehen. An manchen Stellen auch alle, weil der Faktor erst bei der 30. Nachkommastelle anfängt….
Sagt ja niemand das Werte im <nano Bereich als 0 angenommen werden sollen. Außerdem sprach ich von Zwischenergebnissen.
Rechnen tu ich da schon das richtige :)
Erzähl mal nem Maschbauer er soll eine Bohrung aufs µ genau machen weil das die Rechnung ergeben hat. Es macht halt keinen Sinn (selten).
@25
ihr müsst was ausrechnen in Thermoklausuren?
Also bei uns gibt es keine Zahlen in den Klausuren höchstens mal nen Bruch mit Freiheitsgeraden.
@24: Man kann aus den GEGEBENEN Angaben nicht ableiten, wie hoch die Summe der Forderungen ist. Bekannt ist nur die Quote Q und die Forderung F_1 des Gläubigers 1, der Auszahlungsbetrag des Gläubigers 1 ist A_1 = Q · F_1.
Nicht bekannt ist der vorhandene Bestand B und auch nicht bekannt ist die Summe der Forderungen der anderen Gläubiger. Diese Größen sind über die Gleichung
Q = B / (F_1 + Summe (F_2 bis F_N))
miteinander verknüpft. Dies ist EINE Gleichung mit ZWEI Unbekannten.
Aufgabe nur für Fortgeschrittene:
3 Gläubiger (Forderung je 1,00 €). Quote 33 1/3 %. Frage: Wieviel bekommt jeder Gläubiger und wer bekommt den übrig gebliebenen 1 Cent?
@28: Der Insolvenzverwalter bekommt einen Euro, und die Gläubiger gehen leer aus?
24 Lionel Hutz:
Bist du BWL- oder Jura-Student?
@28: Ja stimmt, kurzer Blackout bei mir … man kann ebensowenig darauf schließen, wie auf die Anzahl der Gläubiger.
@30: Nö, warum?
wenn du glaubst, es schmerzt deinen Mandanten zu sehr, dann lad mich von den 64,14 Euro lieber zu nem guten Essen ein – ich verrat's ihm auch nicht ;-)
Die KfW kann dagegen eine Quote von 50% erwarten. Da haben wir ja alle noch Mal Glück im Unglück gehabt…
(im vorausgehenden Satz ist Ironie versteckt)
Was ist eine "Haupteinheit"? Und wen interessiert die Anzahl der Nachkommastellen? Man sollte erst bei der ersten Nicht-Null anfangen zu zählen …
@27 ja, in Technische Mechanik (Freiheitsgrade) wird auch eher wenig mit Zahlen gerechnet, in Mathe sowiso nicht, aber in Thermo schon, doch. (studier LRT in STR)
@24: Wenn alle Angaben wirklich korrekt wären, hätten wir es hier mit einem sehr bekannten Fall zu tun.
Angenommen, die Prozentangabe ist nicht gerundet und weiter angenommnen, Geld gibt es nur bis auf Cent-Beträge. Dann hat der Schuldner mindestens 312.515.436.719,13 EUR (312 Milliarden) Vermögen. Leider auch 100 Billionen Schulden…
… oder auch ein Vielfaches davon. Kleiner geht leider nicht, da 312..usw. nicht kürzbar ist.
Daher ist wohl selbst bei dieser langen Prozentberechnung eine Rundung vorgenommen worden.