30.9.2008

Buchpreisbindung für E-Books

Die deutschen Buchhändler wollen auch bei E-Books darauf pochen, dass die gesetzliche Buchpreisbindung gilt, heißt es in einer Erklärung des “Börsenvereins des Deutschen Buchhandels“.

Das würde bedeuten: Der Preis für ein rein elektronisch heruntergeladenes Buch könnte zwar günstiger sein als das gedruckte Exemplar im Laden, aber einen Preiswettbewerb der Anbieter dürfte es nicht geben. Flatrate-Angebote, bei denen für einen fixen Preis beliebig viele Bücher heruntergeladen werden können, wären ebenso unmöglich, meint Heise.de.

Über Buchpreisbindung lässt sich herzhaft streiten. Die einen sehen darin ein krassen Verstoß gegen das Prinzip des freien Wettbewerbs; andere meinen, nur so lasse sich das Kulturgut Buch retten. Wer mag, kann sich bei Wikipedia in die Argumente vertiefen.

Kaum zu bestreiten ist aber, dass die Buchpreisbindung schon jetzt immer wieder umgangen wird. Kaufhäuser stellen dafür dann eben Azubis ab, die Bücher mit Buntstiften bemalen oder Eselsohren reindrücken. Dann sind es Mängelexemplare, die nach Belieben verramscht werden dürfen.

Bei E-Books könnte m.E. der Nutzen des Gesetzes, sofern überhaupt anwendbar, noch fraglicher werden – dann nämlich, wenn der Verkäufer seine E-Book-Downloads formal im fernen Ausland anbietet. Nicht nur in China dürfte das deutsche Buchpreisbindungsgesetz schwerlich durchsetzbar sein.

(Autor: AK)

33 Kommentare zu “Buchpreisbindung für E-Books”

  1. alpha meint: (30.9.2008 um 13:15) AntwortenReply to this comment

    @ "Kaum zu bestreiten ist aber, dass die Buchpreisbindung schon jetzt immer wieder umgangen wird. Kaufhäuser stellen dafür dann eben Azubis ab, die Bücher mit Buntstiften bemalen oder Eselsohren reindrücken."

    Also ich drücke da immer selber Eselsohren rein, aber nur so, dass ich den "Schaden" zu Hause wieder mit nem Bügeleisen beheben kann.. Bringt oft 50 % Rabatt *ggg*

  2. zf.8 meint: (30.9.2008 um 13:38) AntwortenReply to this comment

    Und unter der Hand lassen sich bei vielen Buchhändlern auch durchaus ansehnliche Mengenrabatte erfeilschen, wenn man zum Beispiel für einen ganzen Kurs Lektüren kauft. Auch wenn auf der offiziellen Abrechnung dann der ganz normale Preis stand und der Lehrer die ~ 30 Euro in die eigene Tasche gesteckt hat. Zu schade, dass einer seiner Schüler Praktikum in genau dem Buchladen hatte. :D

  3. abc meint: (30.9.2008 um 14:29) AntwortenReply to this comment

    Wenigstens das mit den Mängelexemplaren wird bei elektronischen Büchern wohl kaum funktionieren können :-)

  4. Noby meint: (30.9.2008 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    Also ich war während meines Auslandssemesters in GB sehr überrascht, als die Neuerscheinung meines Lieblingsautors mit 50% Rabatt beworben wurden ("weil sie ja neu ist" nach Auskunft des Verkaufspersonals). Wenigstens etwas, das damals billiger war als hier.

  5. Nicolas meint: (30.9.2008 um 15:14) AntwortenReply to this comment

    Noby, auch hier werden englische Bücher deutlich billiger verkauft, denn für die gilt die deutsche Buchpreisbindung auch nicht.

  6. meckimesser meint: (30.9.2008 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    wie eine Buchpreisbindung für E-Books durchgesetzt werden könnte, ist mir auch schleierhaft.
    Das die Buchpreisbindung notwendig ist, ist für jeden kleinen und mittleren Buchhändler wie mich, eindeutig. Wenn es weiterhin Buchläden geben soll, in denen man stöbern kan, sich beraten lassen kann, Stammkunde werden kann .. wenn also die Vielfalt erhalten werden soll … die es erlaubt mehr als 3 immergleiche Elefantenläden der immergleichen Douglas und Co Ketten in den Fußgängerzonen vorzufinden, wenn es als erhaltenswerter Kulturbestandteil gesehen wird und erhalten werden soll, dass selbst ein Städtchen wie Daun drei – unterschiedlich ausgerichtete – kleine Buchläden vorweisen kann …etc etc dann müssen mehr und mehr Kunden verstehen, dass mit einer Aufgabe der Buchpreisbindung genauso wie mit dem ständigen shoppen bei den Großbuchhändlern oder bei amazon und co dieses nicht erreicht werden kann.

    Die Tatsache, dass einige die Buchpreisbindung umgehen, kann nicht als Argument gegen sie in Anspruch genommen werden. Das wäre genauso, als würde man die tatsache, dass es trotz Gesetzen weiterhin Ladendiebstähle gibt als Argument dafür nehmen, den ladendiebstahl zu legalisieren. Hier hilft Kontrolle … (Übrigens ist das Folge davon, dass nicht mehr Buchhändler die großen Kettenläden führen, sondern die Controller und 'Manager' es übernommen haben, Buchläden beinahe ausschließlich nach neoliberalen Gesichtspunkteh zu führen – könnte ich mir als kleiner Buchhändler nicht erlauben.)

  7. TheDuke meint: (30.9.2008 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    >Die einen sehen darin ein krassen Verstoß gegen das Prinzip des freien Wettbewerbs

    Darüber lässt sich nicht streiten – das ist ist krasser Verstoß gegen das Prinzip des freien Wettbewerbes.

    >andere meinen, nur so lasse sich das Kulturgut Buch retten.

    Ich bin davon überzeugt, dass man E-Books und klassische Bücher nicht miteinander vergleichen kann. Das E-Book wird das klassische Buch niemals ersetzen, stelle man sich nur einmal vor, dass man mit dem Notebook am Strand sitzt um einen guten Roman zu lesen – das klassische Buch wird weiterleben. Ich finde es daher nicht Argument genug, die Preise hoch zu halten nur um das klassische Buch zu schützen. Die Gefahr die ich hierbei sehe, sind wieder einmal zahlreiche Abmahnwellen an E-Book-Shop-Betreiber, die zu günstig anbieten und das Aus für viele E-Book-Betreiber, da sie für die hohen Preise keinen ausreichenden Absatz mehr finden werden. Vor allem kleinere wird das treffen.

    Leider macht sich über die Konsequenzen derartiger Entscheidungen wie gewohnt mal wieder niemand Gedanken. Hauptsache man ist davon überzeugt, dass das klassische Buch nur so weiter existieren kann…

  8. Noby meint: (30.9.2008 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    Ich weiß, allerdings hatte ich mir vor dem Auslandsaufenthalt nur die deutschen Übersetzungen gekauft.

  9. Marlee meint: (30.9.2008 um 15:29) AntwortenReply to this comment

    Da ich seit Jahren eher den englischen/amerikanischen Autoren verfallen bin, ist mir die Buchpreisbindung schon seit langem sehr fremd. Jedes Mal, wenn ich ein deutsches Buch als Geschenk kaufe, wundere ich mich, dass ich das englische Original teilweise für einen Bruchteil bekommen kann.
    Ich kenne genug Leseratten, die ohne Buchpreisbindung vielleicht auch mal eher zum Kaufexemplar als zum Büchereiexemplar greifen würden. Aber es geht ja um die Fachliteratur….

  10. Jeeves meint: (30.9.2008 um 15:37) AntwortenReply to this comment

    "Kaufhäuser stellen dafür dann eben Azubis ab, die Bücher mit Buntstiften bemalen oder Eselsohren reindrücken."

    Hä?
    Ich kaufe seit einem halben Jahrhundert reichlich Bücher, sowas hab' ich noch nicht bemerkt, auch noch nirgends was drüber gelesen oder läuten gehört.
    Ist das also nur 'ne Unterstellung? Vermutung? Idee?
    Welches Kaufhaus? Wann? mit welchem Buch oder welchen Büchern?

  11. Marlee meint: (30.9.2008 um 15:41) AntwortenReply to this comment

    @7 theduke

    Sag niemals nie! Gerade in letzter Zeit tut sich immer mehr im Ebook-Readerbereich. Gerade mit der neusten Generation kann man auch im hellsten Sonnenlicht ohne Probleme ein Buch lesen, außerdem hat man ein Gerät im Taschenbuchformat und unzählige Bücher dabei.
    Ich als Vielleser bin inzwischen für zu Hause fast vollkommen auf Ebooks umgestiegen, finde es inzwischen sogar angenehmer, Bücher am kleinen Laptop mal zwischendurch zu lesen.

    Taschenbücher kommen mir so gut wie nicht mehr ins Haus. Und bis ich mir einen der neuen Reader kaufe, vergeht auch nicht mehr viel Zeit. Leider sind im deutschen Markt noch keine Geräte auf dem Markt, aber Amazon hat mit dem Kindle in Amerika bereits angefangen, den Markt zu erobern, andere Firmen ziehen nach. Und die Preise sinken auch langsam aber sicher.

  12. Ben meint: (30.9.2008 um 15:46) AntwortenReply to this comment

    ..und es wird gleichzeitig verboten eBooks im (europäischen) Ausland zu kaufen?

    LOL. es geht also nur darum deutsche online-händler zu vernichten.

  13. Detlev T. meint: (30.9.2008 um 15:50) AntwortenReply to this comment

    @meckimesser. "Das die Buchpreisbindung notwendig ist, ist für jeden kleinen und mittleren Buchhändler wie mich, eindeutig."

    Das mag ja sein, aber warum gilt das nur für gedruckte(!) Bücher? Warum nicht für Hörbücher? Oder Musik-CDs und Video-DVDs? Sind Musik und Film nicht eben solche Kulturgüter wie das geschriebene Wort? Und hätte man dann nicht auch zum Schutz der "Tante-Emma-Läden" eine Lebensmittelpreisbindung einführen sollen?

    Der Staat darf ja aus ordnungspolitischen Gründen in die Marktwirtschaft eingreifen. (Mit Blick auf die Finanzkrise wünschen sich das ja mittlerweile sogar die NeoCons). Aber warum diese Sonderregelung ausschließlich für gedruckte Bücher?

  14. dwp meint: (30.9.2008 um 16:10) AntwortenReply to this comment

    Sicherlich finden sich ausreichend Politiker, die um der Rettung der einzigartigen deutschen Kulturgutes willen ein Gesetz auf den Weg bringen werden, dass

    a. das Abspielen im Ausland erworbener E-Books im Inland verbietet.
    b. einen Ländercode für Ebook und Abspielgerät zwingend vorschreibt.
    c. das knacken dieses Ländercodes unter Strafe stellt.
    d. dem Börsenverein des Buchhandels erlaubt qua E-Book Trojaner die E-Book-Reader der Kundschaft auf illegales Material zu scannen.
    e. allen Anwälten das Recht einräumt jedes so gefundene Werk mit Millionen Euro Streitwerten und entsprechenden Abmahnungen zu verwerten.

    ;)

  15. darph meint: (30.9.2008 um 17:16) AntwortenReply to this comment

    Nicht nur in China dürfte das deutsche Buchpreisbindungsgesetz schwerlich durchsetzbar sein.

    Und dann kommt ein finder Abmahnanwalt im Auftrag der Verlage und mahnt jeden ab, der auf diesen ausländischn, virtuellen Buchladen verlinkt und die Kreditkartenfirmen werden bedrängt, für diese Website keine Transaktionen mehr durchzuführen. Und die Website heißt dann allofbook.com oder so …

  16. darph meint: (30.9.2008 um 17:17) AntwortenReply to this comment

    findig sollte das heißen. :(

  17. dipol meint: (30.9.2008 um 17:40) AntwortenReply to this comment

    gibt es in anderen ländern ebook-flatrates? würde mich gerade für die englische sprache interessieren. ebooks im kindle-store sind zum teil teurer, als das gedruckte pendant.

  18. Andreas Kunze meint: (30.9.2008 um 17:55) AntwortenReply to this comment

    @Jeeves: Geh mal in ein Kaufhaus Deiner Wahl, dort zu einem Grabbeltisch mit Büchern für einen oder zwei Euro. Typisch bei diesen absichtlich produzierten Mängeln sind Bundstiftstreifen quer über die Seiten.

  19. Christian meint: (30.9.2008 um 18:53) AntwortenReply to this comment

    Hoffentlich scheitern die Literatur-Flatrate-Ideen nicht am Ende an der Buchpreisbindung. Denn das wäre wirklich schade…

  20. fh meint: (30.9.2008 um 19:07) AntwortenReply to this comment

    @dipol Kommt immer drauf an was genau du haben willst. Für Fachbücher gibts da zum Beispiel https://ssl.safaribooksonline.com/subscribe

  21. Testkaninchen meint: (30.9.2008 um 19:19) AntwortenReply to this comment

    @18

    Was sind denn Bundstiftstreifen? Rangabzeichen der Bundeswehrazubis?

    :-)

  22. Zacki meint: (30.9.2008 um 19:30) AntwortenReply to this comment

    @21 ne das sind Pommes…

  23. Volkswirt meint: (30.9.2008 um 20:58) AntwortenReply to this comment

    Wo ist das Problem? So was ist leicht zu umgehen. Man kann ja als verbindlichen Preis für eBooks 0,01 EUR festlegen. Und dann könnte jeder Händler für den Download eine "Servicegebühr" nach eigenem Ermessen draufschlagen. Und die Servicegebühr kann er natürlich auch beliebig ändern.

  24. Sanddorn meint: (30.9.2008 um 21:10) AntwortenReply to this comment

    "Kaufhäuser stellen dafür dann eben Azubis ab, die Bücher mit Buntstiften bemalen oder Eselsohren reindrücken."

    Unsinn, da wird direkt vom Verlag "Mängelexemplar" mit roter Tinte auf die Unterseite gestempelt. Das ist dann auch der einzige Mangel. Besonders oft seh ich solche Bücher vom Ullstein Verlag, das kann aber auch selektive Wahrnehmung sein.

  25. fdaw meint: (30.9.2008 um 21:13) AntwortenReply to this comment

    "Kaufhäuser stellen dafür dann eben Azubis ab, die Bücher mit Buntstiften bemalen oder Eselsohren reindrücken."

    na wenn das bei ebooks nicht elektronisch auch machbar ist ^^
    paar scanfehler nachträglich einbauen und schon is es ein mangelexemplar.. unendlich vervielfältigbar.

  26. CfG meint: (30.9.2008 um 21:33) AntwortenReply to this comment

    Buchpreisbindung ist toll.
    Oder will ich die Klo-Papier-Qualität der englischen Bücher?

    Man schlägt ein billigst verarbeitetes englisches Buch auf, die Buchstaben kann man abkratzen, das Papier erwartet man mehr auf einer Rolle um damit die Hände zu trocknen.

    Aber dafür kostet es nur 11€! Und weil es so schlecht im Preis/Leistungsverhältnis ist, muss ich sogar noch mehrere Buchhandlungen ablaufen, damit ich nicht mit ganz so schlechtem Gefühl nach Hause gehe.

    Dann lieber beherzt einfach bei deutschen Büchern zugreifen.

  27. r3lite meint: (30.9.2008 um 23:26) AntwortenReply to this comment

    Irgendwas wird sich schon finden lassen, um den deutschen Kunden zu verbieten, deutschsprachige eBooks im "Internet-Ausland" zu kaufen – bei Musik funktioniert das bisher doch ganz toll, siehe die vielen aggressiv plattgemachten Portale aus Russland, die sehr günstig Musik anboten.

  28. Ray meint: (30.9.2008 um 23:43) AntwortenReply to this comment

    Bin selber – erfolgreich – Buchautor (Computerbücher im Eigenverlag) und sehe die Ebook-Preisbindung kritisch. Da ich meine Bücher als Ebooks selbst über verschiedene Zwischenverkäufer vertreibe, hätte ich dann keine Chance mehr, den Verkaufspreis zu varieren. Dies kann z.B. nötig sein, wenn der Zwischenverkäufer sehr hohe Provisionen nimmt. Auch Bundles oder Rabatte zur Kundenbindung wären dann nicht mehr möglich. Was mache ich denn, wenn meine Bücher nach einigen Monaten – das geht im Computerbereich ja schnell – nicht mehr aktuell sind? Soll ich dann meine Ebooks immer noch zum hohen Preis verkaufen und Pleite gehen?

    Bei Büchern mag es mit der Preisbindung ja noch angehen, aber im Ebook-Markt gibt es doch überhaupt keine festen Vertriebsstrukturen wie im Buchhandel. Meines Erachtens wird es die auch nie geben. Durch Preisvariationen kommt deshalb keiner zu Schaden.

    Fazit: Mal wieder Quark von Leuten, die Angst haben, dass ihre Klientel davonläuft…

  29. dipol meint: (1.10.2008 um 10:29) AntwortenReply to this comment

    @fh

    Mir ging es mehr um die Belletristik, aber trotzdem Danke für den Hinweis.

  30. Engywuck meint: (1.10.2008 um 13:52) AntwortenReply to this comment

    @28 Ray:
    Dann schau doch einfach mal ins Gesetz (http://www.gesetze-im-internet.de/buchprg):

    §2 sagt:
    (1) Bücher im Sinne dieses Gesetzes sind auch [...]
    3. Produkte, die Bücher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie

    Also ist ein "buchähnliches" Ebook, das so auch gedruckt erscheinen könnte (dieses also substituiert) wohl zu Recht als Preisbindungsgebunden anzusehen.

    Und schließlich:
    § 8 Dauer der Preisbindung
    [...](2) Bei Büchern, [...] deren Inhalt mit dem Erreichen eines bestimmten Datums oder Ereignisses erheblich an Wert verliert, ist eine Beendigung der Preisbindung durch den Verleger oder Importeur ohne Beachtung der Frist gemäß Absatz 1 nach Ablauf eines angemessenen Zeitraums seit Erscheinen möglich.

    Folglich sollte dies bei Computerfachbüchern sehr wohl möglich sein… wenn es sich nicht um ein 2005 erschienenes WindowsXP-Buch gehandelt hat… :)

    Und die diversen Aufschläge, die die Vertriebe verlangen sind dann künftig deren Problem, s. §6

    Also ist das Gejammer mal wieder größer als das WIssen

  31. R.A. meint: (1.10.2008 um 15:42) AntwortenReply to this comment

    @6, meckimesser:
    > Das die Buchpreisbindung
    > notwendig ist, ist für jeden
    > kleinen und mittleren
    > Buchhändler wie mich, eindeutig.
    Notwendig für manche Buchhändler – vielleicht.
    Diese private Notwendigkeit einer speziellen Gruppe ist aber noch lange keine allgemeine Notwendigkeit oder gar Berechtigung für Gesetzesprivilegien.

  32. U.W. meint: (2.10.2008 um 09:06) AntwortenReply to this comment

    Werden eBooks nicht auch online kaufbar sein? Was ist mit Seiten aus der Schweiz und Österreich? Preisbindung hin oder her, der Markt wird etwas größer. Ist ja schon bei der USK so, dass in Deutschland nicht erhältliche Titel über Versand aus Österreich bestellt werden können.

  33. A. Schwarz meint: (14.10.2008 um 09:03) AntwortenReply to this comment

    Man sollte bei all dem nicht vergessen, dass die Buchpreisbindung mehr Vorteile als Nachteile hat: beinah nirgendwo sonst ist die Qualität der Bücher so hoch und das bei einem so günstigen Preis – jeder, der schon mal im Ausland gelebt hat, wird dem nur zustimmen können; dort sind die Bücher auf minderwertigem Papier gedruckt, das Druckbild ist manchmal verschmiert, ganz abgesehen von den billigen Covern und dann zahlt man für ein Taschenbuch umgerechnet ganz schnell 15 bis 20 Euro, statt wie hier höchstens 10. Durch die Bindung wird der Preis nicht nur nach oben, sondern in erster Linie nach unten korrigiert, so dass sich in Deutschland theoretisch jeder Bücher leisten kann. Durch die Buchpreisbindung haben auch neue Autoren die Chance von ihrem Beruf zu leben und einigermaßen etwas zu verdienen, denn häufig werden sie am Gewinn beteiligt, und eine vielfältige Landschaft an Schriftstellern wiederum ist wichtig für unser kulturelles Erbe; auch hier hilft ein Blick ins Ausland, wo die Buchhandlungen lange nicht so umfang- und abwechlsungsreich bestückt sind. Zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass nur eine Vielfalt an (kleinen) Buchhändlern, denen die Buchpreisbindung ebenfalls zu Gute kommt, professionelle und kompetente Beratung und erträgliche Arbeitsbedingungen für Buchhändler und Verlagsangestellte bedeutet: wenige große Ketten würden sonst durch Dumping die "Kleinen" kaputt machen, hätten anschließend die Marktmacht und damit auch die Macht über die Preise und nicht zuletzt über die Tarifverträge im Buchhandel und den Verlagen sowie Druck und Papier. Sich in die Hände einiger weniger zu begeben, birgt immer Gefahren, umso mehr als es um Bildung in seiner ursprünglichsten Form geht – dem Lesen.

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