Keine falschen Rücksichten
Heute so lange Vernehmung im Polizeipräsidium Bochum gehabt, dass wir mit dem Beamten durch den Seiteneingang raus musste. Er hatte seinen Privatwagen am Straßenrand neben dem Hauptgebäude geparkt. Routiniert pulte er das Knöllchen unter dem Scheibenwischer hervor.
“Das ist die Lieblingsbeschäftigung des Ordnungsamtes”, erzählte er. “Hier wird jeden Nachmittag noch mal ordentlich Kasse gemacht.”
Ohne falsche Rücksichten, wie es aussieht. Nicht mal der GdP-Sticker scheint noch zu helfen.
Wie jetzt, darf er oder darf er nicht dort parken?! Wenn nicht, was soll die Arroganz sich als Polizist darüber hinwegzusetzen?
Wenn der Sticker ein Freibrief wäre, hätten wir sicher 20 Millionen Gewerkschafter. Aber, wenn der Herr Beamte diese Prozedur doch kennt, warum stellt er sein Auto immer wieder dort hin? Das zeugt doch davon, das er unbelehrbar ist. Steht da nicht bald der Führerschein zur Disposition?
der gdp-sticker vielleicht nicht, aber die internen kontakte vielleicht schon ;)
Das Parkschein-Kontrollieren in London ist privatisiert und wird dementsprechend profitorientiert betrieben. Hier der Bericht eines frustrierten Londoners (nicht von mir): http://www.doc.ic.ac.uk/~wjk/parking/walkabout.html
Sämtlichen Postautos vor dem Postamt einen Strafzettel zu geben ist schon ziemlich genial.
Er darf dort nicht stehen und bekommt daher das Knöllchen. Er weiß das, also beschwert er sich nicht. Er tut es trotzdem, weil … wieso parken andere Leute immer wieder im Parkverot? Weils keinen anderen PP gibt? weil der Parkschein teurer wäre? Weil er zu faul zum gehen ist? Wer weiß das schon …
@1
Wo steht denn, dass er sich drüber hinwegsetzt?
Bliebe die Frage, warum sich Herr V. wundert, dass das Knöllchen verteilt wird. :-D
Noch Fragen, Kienzle? Ja, Hauser!
Vielleicht schindet ein GeStaPo-Aufkleber mehr Eindruck? Arme Polizei…mir kommen die Tränen.
@5: Hier in meinem Wohngebiet ist die Antwort eindeutig: weil es keine braucbaren Alternativen gibt. Wer durch Schichtdienst gezwungen ist, nach 22.00 Uhr einen Parkplatz zu suchen, darf gerne 10.15 Minuten einplanen, um überhaupt eine Platz zu finden, oft genug sind das aber Stellen, wo es Knöllchen gibt. Formal zu Recht, obwohl praktisch völlig unsinnig.
Übrigens kann man bei permanentem Falschparken auch seine Fahrerlaubnis verlieren ;)
15 Euro mal 20 Arbeitstage = 300 Euro. Entweder verdient der Herr mit Rang Oberspezialwachtmeister ordentlich, er hat einen Draht jeden Tag das Knöllchen zu killen oder er sammelt Knöllchen als Hobby. :)
Andererseits: Arbeiten die überhaupt 20 Tage im Monat? ;)
Zum Bochumer Polizeipräsidium kommt man übrigens ganz super mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann muss man auch keinen Parkplatz suchen.
@12: Das Ziel ist meistens kein Problem, oft der Start. Wer auf kleinen Dörfern wohnt (gibt es sowas in der Nähe von Bochum überhaupt?), kann manchmal ganz schön gekniffen sein.
@9: Geh mal nach München/Maxvorstadt, dort sind es nicht 10-15 min sondern 30-60min. Da es ja so ökologisch ist wenn Autos eine dreiviertel Stunde sinnlos rumgurken. Und wohlgemerkt: Trotz Parklizenzen.
@12
Das Düssel-Dorf.
Amüsant. Doch.
Nur um das mal gesagt zu haben, besonders in Richtung 9: Es gibt kein Menschenrecht auf einen Parkplatz im öffentlichen Raum. Auch wenn das eine schwer erträgliche Wahrheit ist.
@14: Parklizenzen meint vermutlich so ein Bewohnerparkgedönse. Das ist auch kein reservierter Parkplatz, lediglich ein Vorrecht gegenüber anderen. Eine weitere schwer erträgliche Wahrheit, denn man zahlt ja noch Geld dafür. Abzocke! Unerträglich!
Schalten sie auch morgen wieder ein, wenn das schwule Pärchen im schicken Gründerzeitviertelaltbaudachgeschoss sich bewusst für einen zweiten Wagen entscheidet. Oder die Patchworkfamilie mit ebenfalls zwei Autos unten drunter sich bitter beschwert, dass man mit dem Kinderwagen nicht mehr den Gehweg entlangkommt. Und vergessen wir bitte auch nicht den netten Opa im Haus nebenan, der letzte Woche leider verstarb, weil der Rettungswagen minutenlang nicht an einem Falschparker vorbeikam. Ach, und dann sind da noch all die Leute zwei Straßen weiter in den Einfamilienhäusern, die in ihren Garagen nun Hobbykeller oder Bondagedungeons eingerichtet haben, aber der Stadtverwaltung Briefe schreiben, es gäbe zu wenig Parkplätze. Immer die anderen! Abzocke! Gemeinheit!
Auch das ist die Realität in all ihrer Pracht, natürlich holzschnittartig überzeichnet, nur wird das wohl zu selten mal ausgesprochen. Aber gerade in den Städten müssen wir alle uns irgendwann mal entscheiden, wie wir in Zukunft leben wollen. Irgendwie hätten ja alle gerne 'ne schöne Straße vor der Hütte, aber auch einen Parkplatz für den Zweitwagen pro Haushalt.
Ich kenn das aus Wiesbaden. Die Stadt, in der ich als Bürger immer den Eindruck hatte, dass Parken im Stadtkonzept generell nicht eingeplant war, aber zufällig an manchen Stellen möglich ist. Wer die Bleichstraße entlang fährt, bemerkt am Eingang der Straße erstmal ein Schild, dass das Ganze als Anwohnerparkzone kennzeichnet, alle Anderen dürfen 2 Stunden mit Parkscheibe parken. Dann fängt es aber plötzlich an, dass entlang der kompletten Straße Parkscheinpflichtige Bereiche starten, enden, in eingeschränktes Halteverbot übergehen, bis man vor lauter Schilderwald auf ca 750m Straßenlänge gänzlichst den Überblick verloren hat. Profitieren tut davon das Ordnungsamt, denn: Selbst wenn du dir sicher bist, dass du die Schilder richtig interpretiert hast, letztendlich zählt nur das, was das Ordnungsamt für richtig hält.
In Mainz ist man da parkfreundlicher, die Parkscheinzonen sind klar gekennzeichnet (und die Parkscheine kosten faktisch nichtmal die Hälfte), das Ordnungsamt ist toleranter, wenn man zum Entladen mal eben 10 Minuten in der verkehrsberuhigten Zone parkt und dann wieder weg fährt und wo ich abends um 10 oder später in Wiesbaden bis zu einer halben Stunde auf der Suche nach einem Parkplatz ein bis zu 4 Quadratkilometer großes Areal abgefahren bin, finde ich im Umkreis von ca 500m von meiner Wohnung in der Neustadt eigentlich spätestens nach 10 Minuten was.
@18 Nein, es gilt nicht immer dass am Ende die Meinung des Ordnugnsamtes zählt.
Ich habe hier inzwiscchen langsam eine Sammlung an (fälschlich ausgestellten) Parkzetteln. Auf dieser Straße gibt es eine Reihe Parplätze mit Parkscheibe zwischen 9 und 18 Uhr. Und eine Ladezone mit generellem Halteverbote zwischen 8 und 15 Uhr. (Parken nach 15 Uhr also erlaubt) Ich hab an der Stelle nun des öfteren Parkzettel bekommen mit kreativen nicht-zutreffenden Ordnugnswidrigkeiten bei denen der Widerspruch inzwischen fast schon als Vordruck verwendet werden kann. Und auch akkzeptiert wird. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen es wäre Absicht…
die Rache des kleinen Mannes ;)
Das ist doch nett von dem Herrn Polizisten, dass er freiwillig was in die Stadtkasse spendet.
Schreiben Sie darüber, damit andere es ihm gleichtun?