8.11.2008

Links zwei – neun – acht

Jura-Professor sieht Parallelen zur DDR – und weist darauf hin

Der Fall Heidegger (Chronik)

Chirurg und Erpresser?

Bahn beschäftigt Medien-Autisten

“Dr. Engelhardt” und die Hinterbliebenen

Krafttraining verlängert das Leben

40 Kommentare zu “Links zwei – neun – acht”

  1. Max meint: (8.11.2008 um 18:20) AntwortenReply to this comment

    Diese Diskussion um den DDR-Pulli des Professors halte ich für eine scheinheilige, inhaltsleere Debatte.

  2. Schwarzmaler meint: (8.11.2008 um 19:09) AntwortenReply to this comment

    Erschreckend, wie illiberal eine Uni sein kann. Wobei Juristen eigentlich keine richtigen Studenten sind, aus Sicht der Ingenieursfakultäten :).

  3. Thomas meint: (8.11.2008 um 19:13) AntwortenReply to this comment

    Ich finde es erschreckend, dass man sich jetzt in Deutschland schon dafür rechtfertigen muss, wenn man ein Bekleidungsstück einer ehemaligen deutschen Olympiamannschaft trägt.

    Die Ironie der Aussagen des RCDS-Hansels ("Es dürfe nicht sein, dass ein Uni-Professor Symbole des DDR-Unrechtsregimes zur Schau trägt") und des Rektors ("Ich gehe davon aus, dass das Tragen einer solchen Jacke ab sofort unterbleibt.") ist diesen Leuten wahrscheinlich nicht einmal bewusst.

    Professor Hefendehl dürfte sich dadurch jedenfalls in seiner Aussage bestätigt sehen. Jeder, der die DDR noch live erleben "durfte", wird wissen, was ich meine.

  4. corax meint: (8.11.2008 um 19:30) AntwortenReply to this comment

    Der Vorsitzende vom RCDS ist Gottfried Ludewig.
    Das ist der der u.a. im Frühjahr Rentnern und Arbeitslosen das Wahlrecht einschränken wollte.
    Und auch sonst hat der schon so einiges gebracht was Zweifel an dessen Verfassungstreue wecken könnte.

  5. Marcus meint: (8.11.2008 um 19:37) AntwortenReply to this comment

    Man könnte es als Provinz-Posse abtun, oder sich ernsthaft damit beschäftigen. Letzteres schien mir der vernünftigere Weg zu sein.

    Als jemand, der sowohl mit Prof. Hefendehl als Student zu tun hatte, als auch in der DDR geboren und unter DDR-Lehrern groß geworden ist, war mir es doch zu wichtig und zu persönlich, als es einfach abzutun.

    In meinem Blog schrieb ich bereits zu jenem Thema einen Eintrag und würde alle an einer ernsthaften Diskussion Interessierten bitten entweder hier im lawblog oder bei mir sich dazu zu äußern.

    An dieser Stelle ein Auszug für die übrigen Law-Blog-Leser:

    "[...]Wenn sich also nun ein Freiburger Strafrechtsprofessor hinstellt, um gesetzgeberische Entscheidungen der letzten Jahre damit anzugreifen, indem er in seiner Vorlesung provozierend mit einer DDR-Jacke samt Hammer, Zirkel und Ehrenkranz erscheint, halte ich das zumindest für äußerst fragwürdig. Wenn er das privat tragen würde, wäre das alles kein Thema. Aber in seiner Funktion als Lehrstuhlinhaber bekommt es dann doch einen fadigen Beigeschmack. Die BRD ist mit ihrer liberalen Grundordnung gar nicht mit der DDR vergleichbar. Rechtsstaatliche Mittel gegenüber hoheitliche Handlungen existierten in der DDR praktisch nie. Im heutigen Deutschland wäre es undenkbar, nicht auch hoheitliche Akte vor den Gerichten anfechten zu können. Wir sind also trotz der verschärften Gesetzgebung im vereinten Deutschland noch meilenweit davon entfernt zu einem neuen Stasi-Staat zu werden.

    Gerade ein Rechtsprofessor sollte diese Zusammenhänge eigentlich verstehen. Indessen verwundert es mich nicht, dass er damit Gefühle verletzt hat. Den Unrechtsstaat für seine eigenen Ziele zu instrumentalisieren, verhöhnt letztlich die, die unter dem System gelitten haben. Statt zu provozieren hätte Prof. Hefendehl auch taktvollere Mittel einsetzen können, um aufzuzeigen worum es ihn ging. So aber muss er mit der Kritik leben, die er hervorgerufen hat und darf sich über den lauten Einspruch auch nicht beklagen. Seiner ersten Reaktion war dann auch eine erste halbherzige Entschuldigung für aufkommende Missverständnisse zu entnehmen. Echtes Verständnis hört sich jedoch anders an. Von einem, der sich mit den Feinheiten der juristischen Sprache täglich beschäftigt, dürfte man ein wenig mehr Feingefühl erwarten."

  6. Fincut meint: (8.11.2008 um 19:38) AntwortenReply to this comment

    Die Antifaschisten-Faschisten vertreiben Brevik aus der Hamburger City und schlagen deren Kunden zusammen, weil ihnen Thor Steinar nicht gefällt, faschistische Antikommunisten verbieten einem Professor sein DDR-Jäckchen. Wenn das so weiter geht, werden nur noch die faschistischen Antinudisten am nörgeln sein.

  7. tzu meint: (8.11.2008 um 20:07) AntwortenReply to this comment
  8. mez meint: (8.11.2008 um 20:17) AntwortenReply to this comment

    Wow. 950.000 EUR Haftentschädigung gibts für 15 Jahre Haft in Österreich. Was gäbe es denn in Deutschland?

    11 EUR/Tag x 365 Tage/Jahr x 15 Jahre = 60225 EUR

    Abzüglich Kosten für Unterkunft und Verpflegung natürlich.

  9. Pessimist meint: (8.11.2008 um 20:26) AntwortenReply to this comment

    Schön zu sehen, dass die "RCDS-Elite" nicht nur an meiner Uni mit mehr oder minder fragwürdigen Aktionen für Furore sorgt und nach Aufmerksamkeit giert.

  10. martin meint: (8.11.2008 um 20:34) AntwortenReply to this comment

    jetzt mal abgesehen von dem aufdruck der trainingsjacke, ich dachte eigentlich immer man könnte in deutschland anziehen was man möchte? die rechtslage ist doch sogar dann klar, wenn man mit "bad religion"- oder "fuck everybody"-t-shirt zur schule geht oder nicht?
    was soll der mist? wie kann man nur einem erwachsenen mann vorschreiben wollen, was der nicht zur arbeit anzuziehen hat? irgendwann dürfen wir wohl alle nur noch schlips und hemd tragen oder was? gehts noch? auch an #5 gerichtet!

  11. martin meint: (8.11.2008 um 20:37) AntwortenReply to this comment

    nochmal für Marcus (#5) zum mitschreiben: gerade WENN man die unrechtsdiktatur miterlebt hat, sollte man doch jetzt froh sein, dass man in einem staat lebt, wo jeder anziehen kann was er möchte oder nicht?
    wenn es nach mir ginge, würden auch die klamotten der heute 14jährigen verboten werden, und vor allem ihre frisuren, aber dann denk ich mir, ihre eigene erinnerung an diese peinlichkeit wird sie genug strafen.
    anders gesagt: wenn sie dem professor die jacke verbieten wollen, sollten sie sich mal überlegen, ob sie mit diesen uniformierungs-vorschriften so viel besser sind als ein unrechtsregime

  12. Alex meint: (8.11.2008 um 21:04) AntwortenReply to this comment

    Erstsemester, die sofort den ganzen Laden aufmischen – das hab' ich gern. Seid dankbar für jeden unorthodoxen Professor und studiert die Prinzipien des Rechtsstaats umso eifriger! Rückt ihr dann in die CDU-Kader auf, könnt ihr den geistigen Vätern der Stasi 2.0 – Agenda Wissenswertes berichten. Bei diesem Unterricht erinnert ihr euch garantiert daran!

  13. Reisbär meint: (8.11.2008 um 21:25) AntwortenReply to this comment

    Autobahn geht mal wieder gar nicht. Die Betonplattenautobahnen der DDR gingen tatsächlich ziemlich schlecht. Es ist schon irgendwie putzig, dass Ignoranz in Deutschland als Aufklärung verstanden wird: "Einigkeit, Recht und aus den Augen, aus dem Sinn."

    Hat der RCDS eigentlich Verbindungen zu Genosse Schäuble oder will sich der Verein damit eine Schleimspur in den Bundestag legen? Genosse Schäuble hatte sich ja unlängst über die StaSi-2.0-Schäuble geärgert. Wie lange dauert es noch, bis Symbole der DDR genauso verboten sind wie Nazisymbole? Handwerker wirds freuen, wenn der Hammer demnächst als verfassungsfeindliches Symbol gilt in einem Land in dem man es seit 60 Jahren nicht einmal für nötig hält, überhaupt eine Verfassung zu beschließen, sondern sich mit einem "Grundgesetz" zufrieden gibt. Endlich kann man ungestraft den Schraubenzieher als Hammer missbrauchen. Zirkel braucht eh kein Mensch und die Abgabe an Schüler solch kritischer Symbole war für so etwas sinnloses wie Mathematikunterricht war sowieso verantwortungslos.

    Vielleicht sollte ich den Nachbarn mit seinem Trabbi bei der Polizei melden. Der ist bestimmt Staatsfeind.

    Wenn demnächst Vergleiche in Deutschland völlig verboten sind, dann braucht man wenigstens nicht mehr die unsäglichen Autovergleiche bei IT-Themen ertragen und wenn es doch jemand versucht schickt man eben die GSG9 als Totschlagargument.

  14. Jens meint: (8.11.2008 um 21:50) AntwortenReply to this comment

    Warum wird in der Presseberichterstattung der Name eines RCDS-Funktionärs geändert?

    "Gegenüber SPIEGEL ONLINE schränkte er jedoch ein: "Ich gehe davon aus, dass das Tragen einer solchen Jacke ab sofort unterbleibt." Auf den pädagogische Einsatz der blauen Jacke wird Hefendehl also in Zukunft verzichten müssen, will er seinen Rektor nicht verärgern."

    Und warum sollte er das wollen, also "seinen Rektor nicht verärgern"? Immerhin kann er die verfassungsmäßig garantierte Lehrfreiheit in Anspruch nehmen. Aber für die SPON-Deppen ist ein Rektor vermutlich ein gottgleiches Wesen …

  15. nicht-svarni meint: (8.11.2008 um 22:59) AntwortenReply to this comment

    Bzgl. Medien-Autisten (Bahn setzt aus):
    Ich muss mal ganz doof fragen: wenn die Bahn-Bediensteten die klare Anweisung haben, Minderjährige unter keinen Umständen irgendwo auszusetzen, ist das dann nicht Aussetzung von Schutzbefohlenen? Wieso wird die Staatsanwaltschaft da nicht tätig? Müssen die kleinen Schülerinnen erst vergewaltigt oder von einem Auto überrollt werden, erfrieren oder entführt werden?

  16. Delphinmetzger meint: (9.11.2008 um 00:15) AntwortenReply to this comment

    Wieviel schwieriger wäre es doch, sich durch die Qualität seiner Vorlesungen in die Schlagzeilen von Billigmedien wie SPon zu bringen. Der ist sozusagen der Bushido unter den Profs. Das wird sich natürlich abnutzen, der nächste wird da nach der Thomas-Theorie (s.o. 3) schon zu einem Bekleidungsstück einer noch älteren deutschen Olympiamannschaft greifen müssen. Aber dann wäre Thomas echt entrüstet…

  17. hui meint: (9.11.2008 um 00:25) AntwortenReply to this comment

    Medien-Autisten ?

    Ist der Bahnbedienstete wirklich Autist?
    Das kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

    Ansonsten ist die Bezeichnung, ja wohl mal unter aller Sau, hier das Verhalten des Bahnbediensteten mit der fehlenden Empathie von Autisten zu identifizieren.

    Das ist Behindertenmobbing vom Allerfeinsten.

  18. Marcus meint: (9.11.2008 um 00:40) AntwortenReply to this comment

    @ 10, 11:

    Lieber Martin,

    es geht nicht darum jemanden Kleidungsvorschriften zu machen, als darum, dass ein Professor zukünftig etwas mehr historisches Fingerspitzengefühl an den Tag legt. Das wird ja allgemein in der Politik bei allen möglichen und unmöglichen Vergleichen mit dem Zweiten Weltkrieg offensichtlich.

    Als Privatmann kann ich tragen was ich möchte. Das gilt im Grundsatz auch für Professoren. Ob es jedoch klug ist in einem speziellen Rahmen mit provokanter Kleidung aufzutreten, ist etwas gänzlich anderes. Wenn eine Person das tut, die in der Öffentlichkeit steht – und damit sind keinesweges ausschließlich Stars oder Möchtegern-Sternchen gemeint – dann wird das automatisch anders wahrgenommen, als wenn dies im privaten Rahmen geschieht.

    Prof. Hefendehl hat sich bewusst dafür entschieden ein solches Symbol zu verwenden, um damit seine Ziele zu verfolgen und bestimmte Bilder wachzurufen. Der historische Vergleich hinkt allerdings nicht nur maßgeblich, sondern spielt auch mit den Gefühlen anderer. Jenes zu kritisieren darf nicht eine Frage über Kleidungsgeschmack bleiben, sondern stellt zumindest das Feingefühl des Professoren für Zeitgeschichte in Frage.

    Anstößig ist grundsätzlich nicht, dass der RCDS den Mund aufmacht, denn gewisse rhetorische Schärfen sind im politischen Meinungskampf hinzunehmen. Sondern, dass Fehlverhalten des Professors.

    Dass kontrovers diskutiert wird, zeigt ja, dass nicht alle denken, dass diese Sache in sich Ruhen sollte.

  19. Joachim meint: (9.11.2008 um 00:48) AntwortenReply to this comment

    @17, hui: "Ansonsten ist die Bezeichnung, ja wohl mal unter aller Sau, hier das Verhalten des Bahnbediensteten mit der fehlenden Empathie von Autisten zu identifizieren."

    Du hast das nicht verstanden. Es geht nicht um Empathie. Sondern um Leute, die aus MEDIEN nichts 'mitnehmen'/realisieren: Er soll ein "MEDIEN-Autist" sein, weil er (anscheinend, hoffentlich?) nichts davon mitbekam, wie seine Kollegin vor ein paar Wochen von den MEDIEN wegen eines ähnlichen Vorfalles demontiert wurde.

    [Ohne den Vergleich im Allgemeinen gutheißen zu wollen.]

  20. Agent Smith meint: (9.11.2008 um 01:22) AntwortenReply to this comment

    > Der historische Vergleich hinkt allerdings nicht
    > nur maßgeblich,

    Was kein Fakt sondern deine Meinung ist.

    > es geht nicht darum jemanden Kleidungsvorschriften zu machen

    Das glaube ich auch nicht, es geht hier nur um das profilieren mit heuchlerischem pochen auf angebliche historischen Taboos. Schon wenn jemand anfängt bei historischen Betrachtungen Themen mit Blick auf Feingefühl u.ä. verbieten zu wollen wird mir schlecht.

    > Anstößig ist grundsätzlich nicht, dass der RCDS den
    > Mund aufmacht

    Nein, nur was dabei rauskommt. Wobei es natürlich das gute Recht des Vereins ist seine Meinung auszudrücken, um welche Provinzposse es auch geht. Schade ist nur dass tatsächlich irgendjemand so was ernst nimmt.

  21. Hans-Georg meint: (9.11.2008 um 09:59) AntwortenReply to this comment

    Endlich mal Jemand, der die derzeitige Überwachungsmanie mit dem Überwachungsstaat DDR vergleicht. Und Endlich wird das mal öffentlich kundgetan!

  22. mpf meint: (9.11.2008 um 11:18) AntwortenReply to this comment

    #3: "Ich finde es erschreckend, dass man sich jetzt in Deutschland schon dafür rechtfertigen muss, wenn man ein Bekleidungsstück einer ehemaligen deutschen Olympiamannschaft trägt."

    Volle Zustimmung!

  23. studiosus juris meint: (9.11.2008 um 11:53) AntwortenReply to this comment

    @ #3/#23:

    als ob nicht mehr als ein "Bekleidungsstück einer ehemaligen deutschen Olympiamannschaft" dahintersteckt. so ein unfug!
    bei den olympischen sommerspielen 1936 trugen die deutschen sportler auch sportkleidung mit hakenkreuzen, vgl. hier:
    http://www.hall-of-fame-sport.de/galerie/daten/34

    und da steckt ja auch mehr dahinter, als "nur das bekleidungsstück für eine ehemalige olympiamannschaft". es steht auch für das regime dahinter.

    ich möchte mich von rechtem gedankengut distanzieren, und ohne die ddr mit dem deutschen reich gleichsetzen zu wollen, aber ich finde es erbärmlich, wie unsere gesellschaft rechtes gedankengut pauschal verurteilt und für linkes verständnis aufbringt. wie wenn es in der ddr keine stasi, mauertoten/-schützen etc.pp. gegeben hätte. warum "pickt" man da die sonnenseite heraus und lässt den rest im dunkeln?
    wie #13 schon meinte: auch autobahn geht gar nicht.

    wer ddr-insignien trägt KANN dies nicht einfach nur auf sport reduzieren.

  24. Lobo meint: (9.11.2008 um 12:40) AntwortenReply to this comment

    Zum Thema DDR Jacke:
    Ich hab irgendwie den Eindruck, das die CDU bzw. die CDU-nahen Kreise alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um alles was mit der DDR zu tun hatte zu verteufeln. Siehe PDS. Ja, in der Partei wird garantiert der eine oder andere Stasi Mitarbeiter Mitglied sein, aber AUSGERECHNET die CDU kreidet das an? Wie war das nochmal mit den Nazi Mitgliedern?
    Mein 2. Gedanke, wie das auch der Spiegel thematisiert, die RCDS versucht sich ins Rampenlicht zu katapultieren. "Huhu, uns gibt es und wir finden ja die DDR voll doof und ein Prof. der das trägt – geht ja gar nicht"

    Lustig finde ich auch, wie sich ausgerechnet Leute, die zu Jung sind um in der DDR gelebt zu haben bzw. gar nicht da gelebt haben, so austoben. Man könnt fast meinen, man sehnt sich ein "Feindbild" herbei.

  25. Bettelmann meint: (9.11.2008 um 13:08) AntwortenReply to this comment

    Mal kurz ein ganz anderes Thema:

    Aus einer Urteilsbegründung:
    Diese Freiheitsstrafe konnte nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden, weil das Gericht davon ausgeht, dass der Angeklagte erneut Straftaten dieser Art begehen wird. Er zeigt keine Einsicht und hätte die taz GmbH nicht einen derart guten Rechtsanwalt gehabt, hätte der Angeklagte trotz Kenntnis aller Umstände, die zum Erlöschen der Forderung geführt haben, die Internetdomain verwertet.
    Quelle: AG Tiergarten (276 Ds 58/07), Urteil vom 11.9.2008

  26. Hintergrundunbekannt meint: (9.11.2008 um 13:43) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht hat der Urgroßvater des RCDS-Aktivisten früher die SS-Uniform getragen (und keinen VEB-Putzlappen)?
    Oder er ist selbst heimlich Mitglied bei den Linken und reagiert deswegen so empfindlich?

  27. studiosus juris meint: (9.11.2008 um 14:03) AntwortenReply to this comment

    @25: zu jung um in der ddr gelebt zu haben, klar. aber nicht zu jung, um sich eine meinung bilden zu können. im umkehrschluss könnten sonst ja alle npf-mitglieder unter ~65 jahren sagen: das damals habe ich ja nicht miterlebt.

  28. Freibürger meint: (9.11.2008 um 14:28) AntwortenReply to this comment

    Hach die Freiburger Uni: Ein wahrer Leuchtturm der akademischen Exzellenz und an peinlicher Kleingeisterei…

    Selbst der Oberbürgermeister Salomon eröffnete die deutsch-französischen Kulturtage mit den schönen Worten: "Deutschland und Frankreich haben viel gemeinsam. Beide werden von Ausländern regiert. Sarkozy als Sohn eines ungarischen Immigranten und Merkel als Kind der DDR…"

    Kam leider trotz knapp 1.000 geladenen Gästen nicht auf Spiegel Online ;). Gut, dass der RCDS nur bei den häufigen Schäuble-Besuchen erscheint.

  29. Alex meint: (9.11.2008 um 15:34) AntwortenReply to this comment

    @ Marcus

    Eine kontroverse Diskussion kann ich zumindest in diesem Forum nicht erkennen. Meiner Wahrnehmung nach besteht jegliche Kontroverse im Protest des RCDS.

    @ studiosus juris

    Die DDR-Insignien sollten gerade nicht auf Sport reduziert werden. Das ist ja Stein des Anstoßes: der Vergleich mit dem Überwachungsstaat.

  30. bennie meint: (9.11.2008 um 15:36) AntwortenReply to this comment

    @alle Schäuble-Vergleicher
    Schon mitbekommen, dass dem Manne in diesem Staat glücklicher Weise Grenzen gesetzt werden? Schon mal Ähnliches aus der verflossenen DDR gehört?
    Was mich an diesem Professor stört, ist der Populismus, auf den er setzt, den er bedient und den er auslöst. Die Zumutungen eines Wolfgang Schäuble so zu erklären, ist Banalisierung der DDR. Meine Meinung: Und wenn nur die Gefühle eines einzigen Opfers der zweiten deutschen Diktatur verletzt werden, ist so eine Jacke an einer Uni fehl am Platz.
    Was der Mann privat trägt, ist mir wurscht. Ich würde ihn einfach für einen politisch Zurückgebliebenen halten …

  31. p90 meint: (9.11.2008 um 16:19) AntwortenReply to this comment

    @ Bennie
    Schäuble werden Grenzen gesetzt? WO den bitte?
    Jedesmal wenns ne Grenze gibt dauert es kein Jahr und weg ist sie. Wie war das mit der heimlichen Wohnungsöffnung um den Bundestrojaner drauf zu bekommen? Wie war das mit dem Mautsystem? "Das Regelt ein Gesetz, das wird nur für die Abrechnung benutzt, nicht um Leute zu überwachen", wenig später, "Es kann nicht sein, das wir einen Straftäter eine Rechnung schicken können, ihn aber nicht festnehmen dürfen"
    Und es wird immer mehr. Herr Schäuble hat es mal schön ausgedrückt: Wenn das Grundgesetz dies nicht erlaubt so müssen wir das Grundgesetz ändern.

  32. Kairos meint: (9.11.2008 um 16:52) AntwortenReply to this comment

    Zur DDR-Sportjacke:

    "Wessis" haben bis heute nicht bemerkt, dass Begriffe wie "Unrechtsregime", "Diktatur" etc. im Zusammenhang mit der DDR praktisch ausschließlich von westdeutschen Medien verwendet werden. In ostdeutschen Medien (z. B. Sächsische Zeitung, MDR) werden diese Worte selten bis gar nicht benutzt.

    Und nein, ich bin kein PDS-Wähler und weine auch der DDR nicht hinterher.

  33. sophiste meint: (9.11.2008 um 17:23) AntwortenReply to this comment

    @3 Die Jacke einer "ehemaligen deutschen Olympiamannschaft". Ich spare mir jetzt einen "sinnigen" oder "wulfigen" Vergleich über Jacken ehemaliger "deutscher" Olympiamannschaften. Aber wie man bei der DDR einfach so zu tun kann als ob sie ein normaler Staat gewesen sei ist mir absolut unverständlich. Dies betrifft auch ihre Symbole und ähnliches.

  34. Marcus meint: (9.11.2008 um 17:43) AntwortenReply to this comment

    @ Alex und @ bennie

    Ja, dass sich der SDS/Die Linke oder der AStA zu Themen aller Art in den schillernsten Tönen äußert, verwundert viel weniger Menschen. Dass der RCDS das einmal tut, setzt gleich alle Welt in Erstaunen. :)

    Kann euch ansonsten nur zustimmen.

    @ p90

    "Schäuble werden Grenzen gesetzt? WO den bitte?
    Jedesmal wenns ne Grenze gibt dauert es kein Jahr und weg ist sie."

    So einfach ist es bitte nun auch nicht! Die Verfassung gilt nach wie vor. Auch ein Bundesinnenminister kann sich darüber nicht hinwegsetzen. So einfach ist es dann ebenfalls nicht die Verfassung zu ändern. Die notwendige 2/3-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat möchte schließlich hinter sich gebracht werden.

    Dann gibt es auch noch das Bundesverfassungsgericht. Sollten diese Hürden genommen worden sein, dürfte am Ende ein Kompromiss stehen, mit dem man wohl oder übel leben muss.

    Wem das alles nicht passt, steht es frei, früh genug öffentlichen Druck auf unsere Volksvertreter aufzubauen.

  35. Megaplonk meint: (9.11.2008 um 18:14) AntwortenReply to this comment

    Allerdings bitte nicht durch Demonstrationen auf denen "Wir sind das Volk." skandiert wird. Denn das würde die DDR verhamlosen. Gibt es eigentlich schon ein entsprechendes Gesetz, das besagt, wer als erstes die DDR in einer Diskussion erwähnt, verliert? Aber das kann und darf es ja nicht geben, denn es würde sich auf Godwin's Law beziehen und damit das dritte Reich verharmlosen.

  36. AlterEgo meint: (9.11.2008 um 18:26) AntwortenReply to this comment

    Naja, Verfassungen kann man ändern, sogar recht weit. Egal, obs nun Einsatz der Bundeswehr ist oder die Einführung des durchleuchtenden Bürgers. Grundrechte sind als solche nur bis zu ihrem Wesenskern geschützt, das heißt, dass da viele Möglichkeiten noch offen sind.

    Da anzunehmen ist, dass die große Koalition wohl auch noch nach der Bundestagswahl zustande kommen wird und die SPD auch keinen grundrechtsschützenden Kurs fährt, hat die CDU ganz gute Möglichkeiten mehr Freiheiten einzuschränken.

  37. Benni meint: (9.11.2008 um 19:00) AntwortenReply to this comment

    Zu dem Jura-Prof.: Da frag ich mich ja, was der RCDS zu meinem Prof. (ebenfalls StrR) sagen würde, der Teddys mit in die Vorlesung schleppt und sie dann mit dem Zeigestab oder sowas aufspießt. ^^

  38. alter mann meint: (10.11.2008 um 13:11) AntwortenReply to this comment

    der rcds ist schon nen ziemlich mieser haufen, wenn ich den bei uns sehe, aber erstis die sowas stört? ich würde eher sagen sagen, da mußte wohl ne rcds sippschaft die vorlesung nochmal wiederholen (tja, jeden mittwoch bei den corps und burschis saufen tut auch dem konservativen gehirn nicht gut)

  39. Volkswirt meint: (10.11.2008 um 15:42) AntwortenReply to this comment

    Der Fall Peter Heidegger ist erschreckend, aber wenigstens ist die Haftentschädigung nicht so lächerlich wie die üblichen 11 EUR hierzulande. Herr Heidegger hat 950.000 EUR für 2865 Tage erhalten, das sind gut 330 EUR / Tag. Natürlich kann Geld die Zeit hinter Gittern niemals aufwiegen (besonders, wenn man bedenkt, daß man in solcher Situation wohl irgendwann die Hoffnung aufgibt, daß das Unrecht jemals aufgeklärt wird). Aber immerhin ist das eine Entschädigung, die den Namen einigermaßen verdient.

  40. HCF_83 meint: (12.11.2008 um 00:07) AntwortenReply to this comment

    Gestern am Bahnhof durfte ich dem Gespräch zweier Bahnmitarbeiter lauschen:"Weeßte, das Gör wird erwischt, ist bestimmt dann noch selbst ausgestiegen und in der Zeitung steht dann wieder die böse Bahn wars", also offensichtlich das Kind schuld, wer auch sonst.

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Zitat: <blockquote>

Powered by WordPress - Impressum