Freundliche Tonlage
Aus dem Schreiben einer Staatsanwaltschaft in Baden-Württemberg:
Auch im Interesse einer beschleunigten Erledigung des Verfahrens, würden Sie mir helfen, wenn Sie mir … mitteilen könnten. Im Hinblick auf die gewährte Akteneinsicht nehme ich auch gerne eine Stellungnahme zum Tatvorwurf entgegen. Hinsichtlich beider Anliegen wäre ich für Erledigung bis 15.12.2008 dankbar.
Das ist nicht unbedingt der gängige Ton.
Was IST denn der gängige Ton? So schlimm klingts ja nun wirklich nicht.
morphium
klingt doch eh ganz nett oder?
(oder gehts grad darum, dass es zu nett für das übliche ist?)
@1: Eben.
"gewährte Akteneinsicht"?
Das klingt ja so, als ob das ein hochherschaftlicher Gnadenakt ist!
Nummer zwei:
Ich denke auch, dass gemeint ist, dass der Staatsanwalt unüblich nett ist.
Diese Zeile dient nur als Test der Edit-Funktion!
Ich habe die Überschrift etwas geändert.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Tja, irgendwann kommt eben auch da an, dass man mit Freundlichkeit einfach schneller zum Ziel kommt. :)
Edit: Bearbeiten muss ich ja auch mal testen… die tickende Uhr macht einem beim editieren aber ganz schön Druck…
Der StA macht eine klare freundliche Aussage. Gefällt mir. So sollte es immer sein und so kann man prima miteinander umgehen.
Ein Freund von mir ist Polizist. Im Zuge der Castortransport-Demos wurde er gefragt, wie er denn zu reagieren hätte, wenn er von Demonstranten angesprochen und nach seiner Meinung gefragt würde. Er sagte, dass er sich da auf keine Diskussion einlassen würde, weil er seinen Job machen muss und sich nicht mit stundenlangen Gesprächen ablenken lassen darf. Ausserdem muss er zu diesen Demonstrationen gehen, egal was seine Meinung zu dem Thema ist. Und dann würden viele Demonstranten die Polizei auch nur deshalb ansprechen, weil sie Provozieren wollen. Gut, kann man jetzt sehen wie man will, aber was er danach sagte, machte mich nachdenklich: Er sagte, dass viele seiner Kollegen dann hart durchgreifen oder unfreundlich reagieren, gerade wenn der Bürger selbst unfreundlich ist oder vielleicht rumbrüllt. Er fragt sich dann immer wo dabei die Deeskalation-Strategie ist. Sein Weg ist es, nett und freundlich zu bleiben und vielleicht nochmal darüber zu reden oder die Aufforderung ein zweites Mal zu stellen und vor allem den Gegenüber bitten sich wieder zu beruhigen, da er auch nur seinen Job tut.
Vielleicht ist das genau dasselbe hier. Vielleicht war die Staatsanwaltschaft der Meinung, wenn wir freundlich zueinander sind, können wir genauso unseren Job tun und produzieren dabei nicht so viel schädliches Adrenalin. ;)
Freut mich, sowas zu sehen.
Edit: Teste die Bearbeiten-Funktion. Sieht gut aus.
Edit2: Geht auch ein zweites Mal noch.
War bestimmt ein Referendar, der das verfasst hat. Die sind teilweise noch unsicher, wie der Hund bellt. :-)
Naja, seien wir uns einmal ehrlich: Nett muss der Schriftverkehr zwischen Anwälte doch wirklich nicht sein. Im Normalfall ist dies ziemlich neutral. Und so empfinde ich dieses Schreiben auch – weder nett noch "unnett". Vielleicht eine spur nett,immerhin bedankt er sich doch schon im Voraus für eine prompte Erledigung :)
Also so ganz schlau bin ich jetzt auch noch nicht geworden: Ironie oder nicht? Würde eher mal zur Ironie tendieren und Marlee zustimmen, dass da wohl ein Ungeübter am Werk war ;)
So send mr halt, mir Schwoba!!
Im Schwabenländle ticken die Uhren halt doch noch etwas anders. ;)
Bitten ist die Höflichkeitsform von befehlen.
Ja, das gilt auch für die Ungedienten.
Und ich dachte immer Staatsanwälte verpuffen, sobald sie von sich in der ersten Person Singular schreiben. Schon wieder was gelernt.
Edit: Mein Fehler, das waren die Revisoren, nicht die Staatsanwälte.
Das ist nicht unbedingt der gängige Ton.
Unverdorbener Berufsanfänger?
Suaviter in modo, fortiter in re – daran darf sich ruhig auch die Staatsanwaltschaft orientieren. Höflichkeit ist eine Frage des Benehmens, und Unhöflichkeit, die nicht "nur" der EDV-gestützten Erledigung oder dem Massengeschäft geschuldet ist, einfach unangebracht.
Es gibt schließlich auch keinem Grund, einem Verteidiger nicht – im Rahmen des rechtlich möglichen – auch in der Sache entgegenzukommen, solange nicht Sachgründe dagegen sprechen. Auch da gilt natürlich der Satz "Wie man in den Wald hineinruft …".
Wirklich sehr freundlich. Vielleicht will man so die Kooperationsbereitschaft der Verteidigung fördern und vermeiden, von dieser im Laufe des Verfahrens "unnötig" Steine in den Weg geworfen zu bekommen. ;-)
Oder der werte Herr StA ist noch ein blutiger, schüchterner oder unverdorbener Anfänger.
Mich würde ein Kommentar von "horstilein" zu diesem Thema interessieren.
Ich hoffe ja mal, dass das Antwortschreiben im ähnlichen Tonfall formuliert wurde?