21.11.2008

Nachhaltig angelegt

Eigentlich war ich der Meinung, vor einiger Zeit rechtzeitig aus Aktien raus zu sein. Vielleicht hätte ich auch an die private Rentenversicherung denken sollen. Die habe ich 2005 abgeschlossen, weil mich der Kundenberater meiner Bank belatschert hat die Beiträge seitdem von der Steuer abgesetzt werden können.

Ich habe mich damals wohl dafür entschieden, dass die Versicherung mein Geld in Aktienfonds steckt. Offensichtlich sendet die Versicherung allenfalls jährlich einen Zwischenstand. So erfahre ich jetzt, dass zum 1. November 2008 noch 52,6 Prozent des eingezahlten Kapitals vorhanden sind. Wie immer bei Verlusten tröste ich mich damit, dass es sich um eine nachhaltige (Copyright: Angela Merkel) Anlage handelt und ich damit das Finanzsystem stütze. Ist doch schön, wenn man helfen kann.

Eine andere Passage des Schreibens stimmt mich allerdings nachdenklich. Für jeweils 10.000 Euro Vertragsguthaben wird mir eine monatliche Rente von 25,16 Euro garantiert. Wenn ich das überschlägig hochrechne, muss ich sehr gesund leben und auf den Tag hoffen, an dem mich der Fotograf der Lokalzeitung zum 100. Geburtstag mit dem Bürgermeister ablichtet – sonst dürfte von nennenswerter Rendite kaum die Rede sein.

34 Kommentare zu “Nachhaltig angelegt”

  1. Noby meint: (21.11.2008 um 13:20) AntwortenReply to this comment

    Die steuerliche Bevorzugung einer Anlage als ausschlaggebenden Grund für ein Investment in diese zu nehmen ist m.E. nicht sinnvoll.
    Ganz zu schweigen davon, dass bei den meisten Versicherungsprodukten mehr Haken lauern als einem lieb sein kann. Deshalb halte ich auch Abstand von den ganzen Riester- und Rürup-Produkten.

  2. Andreas Klein meint: (21.11.2008 um 13:21) AntwortenReply to this comment

    Also, was bleibt übrig? Die Versicherung beitragsfrei ruhend stellen … und eine andere Anlageform suchen, die mehr Rendite bringt! :)

  3. Agadius meint: (21.11.2008 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    In erster Linie denken Banken und Versicherungen immer an sich selber und nicht an den Kunden.

    Sie verdienen beim Aktien kaufen (Provision, Gebühr etc.) und auch beim Verkaufen (Provision, Gebühren etc.).
    Der Gewinner ist immer die Bank.

  4. slowcar meint: (21.11.2008 um 13:26) AntwortenReply to this comment

    ich empfehle dazu die entsprechenden artikel der nachdenkseiten. nachdem ich mich einmal umfassend informiert hatte lasse ich da die finger von.

  5. Schädling meint: (21.11.2008 um 13:28) AntwortenReply to this comment

    @ 1: Riester-Rente kann man m.E. ziemlich gefahrlos als Sparvertrag bei Sparkassen (und Banken) abschließen – bieten nur nicht alle an. Verzinsung ist zwar nicht toll, aber Risiko eben gering.

  6. Detlev T. meint: (21.11.2008 um 13:28) AntwortenReply to this comment

    Ist das dann der tatsächliche Betrag (oder man bekommt eventuell mehr)? Und ist dann das gesamte Geld nach dem Erblassen weg? Wenn die Antwort auf beide Fragen "Ja" lautet, dann lohnt sich das nie, auch nicht bei totaler Steuerfreiheit und biblischer Lebenserwartung.

  7. Danny77 meint: (21.11.2008 um 13:30) AntwortenReply to this comment

    Hat sich da jemand belabern lassen…? Private Rentenversicherung, wenn es nicht gerade Rüruprente ist, ist für einen Freiberufler in etwa so interessant wie für die SPD die Landtagswahl in Hessen erfolgreich sein wird.

  8. n0ne meint: (21.11.2008 um 13:38) AntwortenReply to this comment

    apropos wirtschaftskrise: wer hat eigentlich das geld, von dem heute gesagt wird, es fehle in der wirtschaft? hat sich das in luft aufgelöst?

  9. nullblicker meint: (21.11.2008 um 13:42) AntwortenReply to this comment

    Private Rentenversicherungen, insbesondere die "Riester-Rente", sind einfach nur Massenbetrug (im tatsächlichen, nicht juristischen Sinne).

    Die Rente soll doch nur dafür sorgen, das Waren und Dienstleistungen vom "produktiven" Teil der Bevölkerung auf den "unproduktiven" Teil verteilt werden.
    Da man Waren und Dienstleistungen schlecht "sparen" kann, müssen diese also immer (!) aus der aktuellen Produktionsleistung erbracht werden.
    Die finanzielle Rente ist somit nur das Hilfsmittel, diese Umverteilung gesellschaftlich zu ermöglichen.

    D.h. gesetzliche Rente und private Rente haben letzlich das gleiche Ziel (Oma kriegt 'ne Frisur und was zu Beissen) – nur das bei der privaten Rentenversicherung noch ein oder mehrere Mittelsmänner dazwischen stehen (Banken, Versicherungen) und über Jahrzehnte hinweg abkassieren (Verwaltungskosten etc.).

    Tatsächlich ist die Umlagenorientierte gesetzliche Rente das beste System, da es dem tatsächlichen Ziel (Verteilung der aktuellen Produktionleistung) analog entspricht.

    Das ganze Gequatsche von "Privatvorsorge" etc. ist doch nur neoliberale Gehirnwäsche – die im Einzelfall funktionieren mag, aber nicht gesamtgesellschaftlich.

    Wer es nicht glauben mag:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These

  10. mary meint: (21.11.2008 um 13:47) AntwortenReply to this comment

    Es liegt weniger an den schlechten Kursen, dass das Guthaben nur ungefähr zur Hälfte der Beitragssumme entspricht. Der Vertrag ist mit Abschlusskosten belastet, die bei diesen Produkten in der Regel auf die ersten drei bis fünf Jahre verteilt werden. Der Kundenberater weiß da genaueres ;-)

    Deshalb wäre eine Beitragsfreistellung zum jetzigen Zeitpunkt sinnlos (zumal man davon ausgehen muss, dass dafür Stornogebühren fälig werden). Bei einem Vertrag, der als Altersicherung dienen soll und eine entsprechend lange Laufzeit hat, sollte man nicht versuchen, die Rendite nach gerade mal drei Jahren zu ermitteln. Das kann nur schlecht aussehen.

    Der Rentenfaktor kann sich übrigens noch ändern. Da lassen sich die Versicherer ein Hintertürchen offen, für den Fall, dass z.B. die Lebenserwartung weiter ansteigt.

  11. Volkswirt meint: (21.11.2008 um 14:01) AntwortenReply to this comment

    @9 (nullblicker):

    Die Mackenroth-These geht u.A. von einer geschlossenen statischen Volkswirtschaft aus und vernachlässigt, daß Kapital einen Produktionsfaktor darstellt. Sie ist darum unsinnig, wenn man statt einer bestimmten Modellwelt eine tatsächlich existierende Volkswirtschaft wie Deutschland betrachtet.

    Bitte lies den von Dir zitierten Artikel mal ein paar Zeilen Weiter bis zum Punkt "Kritik", und informiere Dich bei weiterem Klärungsbedarf in einem beliebigen Lehrbuch (Grundstudiumsniveau reicht) über die Grundzüge der VWL.

  12. gerhardq meint: (21.11.2008 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    Bei Selbständigen ist das Problem, daß die Altersvorsorge im Konkursfall normalerweise nicht geschützt ist. Nur die "staatlich unterstützten" Produkte wie die Riesterrente sind im Insolvenzfall vor dem Zugriff durch Gläubiger wenigstens teilweise geschützt. Ein Aktiendepot oder eine Lebensversicherung unterliegen nicht dem Vollstreckungsschutz. Aus diesem Grunde kann eine Riesterrente sinnvoll sein. Denn, Pleite gehen kann man als Selbständiger immer!

  13. Volkswirt2 meint: (21.11.2008 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    Da hat UV einen kompetenten Finanzjournalisten als (Urlaubs-)Vertreter und begeht trotzdem einen der klassischen Geldanlagefehler (Steueroptimierung seiner Vorsorge ohne Berücksichtigung von Provisionen und Risiken)..
    Davon abgesehen werden sich wohl noch so einige umschauen was die private Rente angeht.

  14. Kairos meint: (21.11.2008 um 14:23) AntwortenReply to this comment

    … weil mich der Kundenberater meiner Bank belatschert hat.

    http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/belatschern.html

  15. nullblicker meint: (21.11.2008 um 14:25) AntwortenReply to this comment

    @11 (Volkswirt)

    Danke, den Punkt Kritik habe ich durchaus gelesen und verstanden.
    Dennoch lassen sich Waren und Dienstleistungen nicht über Jahrzehnte hinweg sparen ("Geld" übrigens auch nicht, siehe aktuelle Ereignisse), sondern die materielle Versorgung der Rentner (und Kinder und andersweitige Sozialempfämger) muss aus der aktuellen Produktion/Real(!)-Wirtschaftsleistung erbracht werden.
    Diese Aussage von mir haben Sie auch nicht widerlegt.

    Im übrigen haben uns die Dogmen der VWL und BWL genau dahin geführt wo wir heute sind – bei Deleveraging, Finanzkrise, Wirtschaftkrise, Massenverarmung.
    Deswegen, lieber mal den gesunden Menschenverstand einschalten statt Lehrbücher rezitieren.

  16. carlo meint: (21.11.2008 um 14:28) AntwortenReply to this comment

    Auch wenns schmerzhaft ist: wenn möglich, die Verträge auflösen und das eingezahlte Kapital in Edelmetalle, natürlich physisch gehalten, anlegen. Im Augenblick, wenn man es mal inflationsbereinigt sieht, steht Gold ziemlich niedrig, vermutlich sind in ein bis zwei Jahren die Verluste mit dieser Methode ausgeglichen. Vor dem 100dertsten Geburtstag.

  17. Klaus meint: (21.11.2008 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    Das mit den hundert Jahren ist nichts neues. Die Versicherungen kalkulieren ungefähr mit dem Alter.

    So z.B. beim "riestern":
    http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2008/0522/subventionen.php5

    Daher ist die ganze private Vorsorge einfach nur Beschiss. Besser ist es das Geld selbst anzusparen. Dann kann man wenigstens in Notzeiten darauf zugreifen und wird nicht so schnell in die Harz-IV-Sklaverei gedrängt. Die ganze private Vorsorge ist nur für den Staat und für die Unternehmen sinnvoll. Dem einzelnen Bürger bringt es nur Nachteile, weil er nicht mehr über sein Vermögen verfügen kann. Letztlich kann es höchstens zu Verlusten kommen.

  18. Volkswirt meint: (21.11.2008 um 14:53) AntwortenReply to this comment

    @15 (nullblicker):

    Ich probiers nochmal:

    "sondern die materielle Versorgung der Rentner (und Kinder und andersweitige Sozialempfämger) muss aus der aktuellen Produktion/Real(!)-Wirtschaftsleistung erbracht werden."

    Das bestreitet ja keiner. Aber diese Aussage gilt nur für die Welt als ganzes und nicht für ein einzelnes Land. Zweitens ist Kapital an der Produktion als Faktor beteiligt. Deshalb ist die Mackenroth-These unsinnig.

    Nochmal in Kurzform:

    1) Es geht nicht um Geld, Waren oder Dienstleistungen, sondern um Kapital
    2) Kapital liegt nicht einfach so rum, sondern ist ein (wichtiger) Produktionsfaktor
    3) Wir leben in einer offenen Volkswirtschaft, nicht in einer geschlossenen –> Kapitalverkehr, grenzüberschreitendes Faktoreinkommen, Güterverkehr, usw.
    4) Wir leben in einer dynamischen Volkswirtschaft, nicht in einer statischen

    "Im übrigen haben uns die Dogmen der VWL und BWL genau dahin geführt wo wir heute sind – bei Deleveraging, Finanzkrise, Wirtschaftkrise, Massenverarmung."

    Gäähhn. Kein Kommentar.

  19. slowcar meint: (21.11.2008 um 14:56) AntwortenReply to this comment

    rürup arbeitet jetzt für AWD.
    siehe http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2666306?_FRAME=33&_FORMAT=PRINT

    zitat: "Dass die Konzerne von der staatlich geförderten Absicherung stärker profitieren als die Versicherten, gilt manchem Verbraucherschützer längst als sicher"

  20. asdf meint: (21.11.2008 um 15:31) AntwortenReply to this comment

    was ist denn für Selbstständige die Alternative zur Privaten Rentenversicherung? Gibts da überhaupt eine? (weil jemand meinte dass die private rentenversicherung für selbstständige der größte unsinn sei)

  21. Ano Nym meint: (21.11.2008 um 16:13) AntwortenReply to this comment

    @11,15,18: Aus der Diskussion zum Mackenroth-Artikel in der Wikipedia:

    "Der gewichtigste Kritikpunkt am Mackenroth-Theoren, ist der Hinweis auf die geschlossene Volkswirtschaft, wobei die die Globale Wirtschaft allerdings auch als geschlossenes System aufgefasst werden kann. – Das heißt, die Renditen der Kapitalanleger können auch im internationalen Maßstab immer nur von anderen Menschen erwirtschaft werden, die dafür Erwerbsarbeit verrichten. Viele übrigens zu Konditionen, die Ihnen selbst keine Altersvorsorge ermöglicht. Außerdem: Wenn deutsche Rentenfonds im großen Stil im Ausland investieren, dann geht eben dieses Kapital der deutschen Wirtschaft verloren. Ob diese Kapitalflucht wünschenwert ist?"

    Der Hinweis sei natürlich erlaubt, dass Renditen nicht zwingend erwirtschaftet (im Sinne von Produktion materieller Güter durch Arbeitskraft erarbeitet) werden müssen.
    Der Punkt ist, dass diese "Renditen" aber dann keinem materiellen Waren- und Dienstleistungsangebot mehr gegenüberstehen. Was von solchen Renditen zu halten ist, können wir seit einigen Wochen den Medien entnehmen.

    Insofern ist es natürlich sinnvoll, eine Altersversorgung genau an die Größe anzukoppeln, von der man glaubt (!), dass sie die im Alter benötigten materiellen Waren und Dienstleistungen abbildet.

    Als Ergänzung sei noch darauf hingewiesen, dass der Anteil an ausländischen Papieren in Deutschen Altersvorsorgeprodukten vermutlich auf 10 % (in der Praxis: <3%) gedeckelt ist. Das müsste man noch einmal recherchieren.

  22. Jeff Kelly meint: (21.11.2008 um 16:51) AntwortenReply to this comment

    Stellt sich halt die Frage wie man als Privatmann tatsächlich vernünftig investieren soll.

    Ich fühle mich jedenfalls von keinem Finanzberater wirklich gut beraten (die wollen einem eh nur den eigenen Ramsch andrehen) und selbst in Rieser- und sonstigen Rentenversicherungen lauern zu viele Fallstricke.

    Andererseits habe ich auch keine Lust jetzt gleich ein BWl_Studium nachzumachen nur um selbst durch den Wust an Investmentmöglichkeiten durchzublicken.

  23. Volkswirt meint: (21.11.2008 um 17:14) AntwortenReply to this comment

    @21 Ano Nym: Bitte berücksichtige auch das Argument, daß (wie ich nun schon mehrfach betont habe) Kapital eben auch ein Produktionsfaktor ist.

    Die Mackenroth-These ist halt so ein Aberglaube, der anscheinend nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist. Der hat sich einmal festgestzt und erscheint vielen als wahr, weil er ja von vielen anderen auch für wahr gehalten wird. Das Internet ist voll von Blogs und anderen Seiten, wo Leute die Mackenroth-These zitieren, ohne wirklich Ahnung zu haben. "Und wenn das auf so vielen Seiten steht, dann MUSS doch was dran sein…"

    Das ist so ein Aberglaube wie die Idee, daß der Aufzug schneller kommt, wenn man öfter auf den Knopf drückt. Unsinn, aber die Leute glaubens und tuns trotzdem.

    Ich gebs hier für heute auf…

  24. Matthias Sch. meint: (21.11.2008 um 21:36) AntwortenReply to this comment

    google mal nach "legaler Betrug" in Verbindung mit Kapitallebensversicherung oder so.

    Dringender Rat: beitragsfrei stellen und einen gescheiten Sparplan abschließen – die Renditekurve ist nicht nur in den ersten 3-5 Jahren negativ, sondern noch deutlich länger. Und falls du vor Ende der Laufzeit kündigen solltest (jaja, jeder sagt er will das nicht, aber die weit überwiegende Mehrzahl aller Kapitallebensversicherungen wird vorzeitig gekündigt) ist von jedem weiteren Euro, den du einzahlst, auch erstmal ne dicke Scheibe weg.

    Traurig genug, dass die Finanzinstitute trotz solchem "legalen Betrug" dermaßen mies dastehen, aber wenn du was für die Allgemeinheut tun willst, dann spende lieber an Aktion Sorgenkind oder so.

  25. Matthias Sch. meint: (21.11.2008 um 21:40) AntwortenReply to this comment

    P.S.: dass sie dir den Pegelstand von 52,6 Prozent anzeigen (müssen), liegt meines Wissens übrigens am neuen VersicherungsTransparenz-Gesetz (oder so ähnlich), gegen das sich die Branche lange heroisch gewehrt hat. Aus gutem Grund, sonst hättest du z.B. von deren Gebührenfalle wohl erst erfahren, wenn du eine vorzeitige Kündigung ins Auge fasst. Sprich: wenn es schon zu spät ist….

  26. mary meint: (21.11.2008 um 22:02) AntwortenReply to this comment

    Ich weiß gar nicht, warum hier auf der Riesterrente rumgehackt wird. Als Selbständiger ist man nicht zulagenberechtigt.

    Es wird wohl eine sogenannte Rüruprente sein, die durchaus lohnenswert sein kann. Es kommt halt immer auf die persönlichen Verhältnisse an (gilt natürlich auch für die Riesterrente).

    Aufgrund der unterschiedlichen Leistungen, insbesondere im Todesfall, liegt der Rurüprente eine andere Kalkulation zugrunde, als bei der Riesterrente.

    @Matthias Sch. : Bitte erst genauer informieren, bevor man etwas schreibt…

  27. kritiker meint: (22.11.2008 um 01:08) AntwortenReply to this comment

    @23 (Volkswirt): Du hast natuerlich voellig recht in der Feststellung, dass Kapital ein Produktionsfaktor ist. Dennoch ist dieser Punkt nicht so einfach abzuhaken: Wenn eine bestimmte, feste Menge an Kapital zum reinen Konsum in Form von Altersrenten ausgezahlt wird, ist diese Kapitalmenge fuer Investitionen verloren, und zwar unabhaengig davon, ob sie selbst aus Kapitalertraegen oder aus Umlagen stammt.

    Im Endeffekt ist nur das Allokationssystem fuer realwirtschaftliche Gueter entscheidend. Die eigentliche Frage ist also, ob verschiedene Rentensystem verscheidene Einfluesse auf die Erweiterungs der Produktionsmittel und das Wachstum der Volkswirtschaft haben… und wer weiss das schon. Man darf bei der Diskussion nicht vergessen, dass die Ruecklagen fuer die Renten nunmal nicht existieren. Ganz im Gegenteil: Deutschland ist mit >60% seines BIP verschuldet! Aus welche Kasse nun Verbindlichkeiten und aus welcher Guthaben stammen, ist im Endeffekt fast egal–hier kommt es nur auf die Gesamtbilanz an.

  28. thogo meint: (22.11.2008 um 01:11) AntwortenReply to this comment

    Ah, das Rententhema :-)

    Ich sag schon seit Jahren: Eine gute Rentenversicherung ist eine Flinte & gutes Kartenmaterial zu den Banken und Sparkassen rund um den Alterswohnsitz. Weil:

    1. Fall:
    es geht gut –> genug Knete für den nächsten Monat.

    2. Fall:
    Freund und Helfer nietet dich um + Exitus –> keine weiteren Probleme.

    3. Fall:
    Freund und Helfer erwischt dich & du überlebst –> geschütztes Heim mit 3 Mahlzeiten täglich + rudimentärer ärztlicher Service. Das ist mehr als manche Altersheime bieten.

    Ernsthaft. Ein reines Umlagesystem ist das beste System. Alle anderen Systeme verbrauchen Kapital als Rendite für den Anbieter.

    Ok – das Argument mit dem Schutz bei Insolvenz lass ich gelten. Das kann bei Selbstständigen zweckmäßig sein.

  29. Delphinmetzger meint: (22.11.2008 um 01:19) AntwortenReply to this comment

    Nein!? Sollte es am Ende gar nicht lukrativ sein, in irgendwelche Versicherungen einzuzahlen? Man bekommt am Ende nur die Hälfte raus? Da ist eindeutig Frau Merkel schuld und nicht etwa Herr Kaiser und schon gar nicht Herr Schröder, den der kluge Beitragszahler immer so tapfer gewählt hat! Woher hätte ein Rechtsanwalt auch wissen sollen, daß (staatliche) Lebens-/Rentenversicherer noch schlechter mit Geld umgehen als er selbst.

  30. zulu meint: (22.11.2008 um 07:42) AntwortenReply to this comment

    ..trösten mit BMW-Aktien schlug fehl..

  31. Martin meint: (23.11.2008 um 11:30) AntwortenReply to this comment

    Niemand muss sich von der Beratern der Banken, Versicherungen und Strukturvertrieblern belatschern lassen. Es gibt unabhängige Berater, die nicht mit Provisionen bezahlt und an Quoten gemessen werden.

    Selbst wenn man den unabhängigen Berater mit einem teuren Kredit bezahlen muss, kommt man langfristig besser dabei weg, als mit dem Rat der Versicherungen und Banken, der selbstverständlich in oberster Priorität darauf abzielt die eigenen Gewinne zu maximieren.

    DIE ZEIT, 03.08.2006
    Geldanlage – Guter Rat ist billig
    http://www.zeit.de/2006/32/Finanzberatung

  32. Nils Meyer meint: (24.11.2008 um 15:10) AntwortenReply to this comment

    Es ist nunmal leider hierzulande auch so, dass eine individuelle private Vorsorge staatlich nicht gefördert wird. Man bekommt entweder Riester oder Rürup, bei beiden verliert man die Kontrolle über das Geld, zahlt teils. horrende Gebühren (die u.U. sogar die Förderung wieder aufressen) und kommt aus dem Vertrag nicht ohne erheblichen Verlust wieder raus.

    In den vereinigten Staaten z.B. kann man sein Aktiendepot als Individual Retirement Account führen lassen, das ist dann steuerlich vergünstigt und man kann Anlageprodukte wählen wie man lustig ist. Dies ist natürlich in Deutschland nicht möglich da die Versicherungsindustrie sich nicht so frei bedienen kann und die deutschen generell Aktien gegenüber skeptisch sind…

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