21.11.2008

Regierung führt das e-Porto ein

In den FAQ zur geplanten staatlichen De-Mail findet sich ein interessanter Passus:

Wie teuer wird der De-Mail-Versand?

Preise und Modalitäten wird jeder Anbieter von De-Mail im freien Wettbewerb um die Kunden selbst festlegen. Es wird voraussichtlich ein ähnliches Prinzip wie beim Postversand gelten: der Absender zahlt ein e-Porto.

Eigentlich kann man so was doch nur ernsthaft erwägen, wenn der Anschlusszwang für jeden Bürger eine Option ist. Offen gesagt wird das zwar noch nicht. Aber jetzt wette ich, De-Mail wird keine freiwillige Angelegenheit bleiben.

(Link gefunden bei netzpolitik.org)

51 Kommentare zu “Regierung führt das e-Porto ein”

  1. name(erforderlich) meint: (21.11.2008 um 13:55) AntwortenReply to this comment

    Bis jetzt habe ich mich immer schlecht gefühlt, weil ich beim Emailversand kein Porto zahlen konnte, aber jetzt wird ja zum Glück alles besser :-)

    Edith meint außerdem: Erster ;-)

  2. Noby meint: (21.11.2008 um 14:08) AntwortenReply to this comment

    "Aber jetzt wette ich, De-Mail wird keine freiwillige Angelegenheit bleiben."

    Anders bekommt "Sie" mich auch nicht als Nutzer.

  3. McDough meint: (21.11.2008 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    Juchu! Einmal mehr zeigt sich, dass jemand die Sache mit dem elektronischen Verkehr nicht so ganz verstanden haben. Freiwillig wird wohl keiner den Dienst nutzen, wenn er für jede verschickte Mail einzeln zahlen darf. Wenn ich "rechtssicher, vertraulich und einfach elektronisch kommunizieren" will, werde ich auch in Zukunft meine normale Mailadresse nutzen. Mit DE-Mail sind zwei der drei Merkmale nicht gegeben. Und was die Rechtssicherheit angeht… Gut, die kann geschaffen werden. Aber ob das positiv ist, ist eine andere Frage.

  4. Nobody meint: (21.11.2008 um 14:16) AntwortenReply to this comment

    Ich sehe das "Porto" nicht ganz so negativ. Immerhin wird es unwirtschaftlich, 12 Mio Mails zu versenden, in der Hoffnung daß einer der Empfänger zufällig gerade Viagra braucht. Die ökonomische Lösung des Spam-Problems wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die nachhaltigste werden.

    Der größere Nachteil bleibt allerdigs: wer vertraut in Sachen Postgeheimnis einer Einrichtung, die von unserem sehr geehrten Herrn Innenminister promoted wird?

    Da kann man seinen gesamten Schriftwechsel ja gleich per bcc an ueberwachungszentrale@bmi.bund.de schicken.

  5. MaxR meint: (21.11.2008 um 14:16) AntwortenReply to this comment

    Ja, wer soll denn die Leute bezahlen, die das alles lesen müssen?

  6. Clark Wilhelm Griswold meint: (21.11.2008 um 14:20) AntwortenReply to this comment

    Aus der FAQ:
    ———————–
    Können Nachrichten manipuliert werden?

    Nein, eine Manipulation würde sofort entdeckt werden. Jede Nachricht erhält eine hochkomplexe Prüfsumme, die vor Versand auf Versenderseite gebildet wird. Bei nachträglichen Änderungen würde der Inhalt nicht mehr zur Prüfsumme passen, die nach Erhalt der Nachricht auf Empfängerseite nochmals verifiziert wird.
    ———————–

    Aha, fein…. Das hör ich seit zwanzig Jahren. ;)

    Dann:
    ————————–
    Wie werden Datenschutz und Sicherheit gewährleistet?

    Im Rahmen der Akkreditierung müssen die Provider auch technische und organisatorische Maßnahmen nachweisen, die einen internen oder externen Zugriff auf die Daten verhindern. Grundsätzlich soll auch der Betrieb des Anbieters keine Einsicht in die Daten nehmen dürfen. In jenen Fällen, in denen ein Zugriff zwingend notwendig ist, wird beispielsweise das Vier-Augen-Prinzip eingesetzt, d.h. ein Mitarbeiter kann nie alleine auf die Daten zugreifen, sondern nur autorisiert und kontrolliert durch einen Kollegen.
    —————————-

    ? Wie viele Stellen und Leute haben dann den wohl allgemeingültigen Schlüssel, mehr oder weniger als 1000?

    Unglaubliche FAQ…

    Viele Grüße

  7. Flo meint: (21.11.2008 um 14:23) AntwortenReply to this comment

    Und wenn ich mir nen schönen Wurm einfange, der sich dann mehrere zehntausend-mal selbst per de-Mail verschickt? Bankrott?

  8. Man in Metropolis (Link) meint: (21.11.2008 um 14:26) AntwortenReply to this comment

    Das Problem dürfte sein, alle Leute auch wirklich dafür ans Netzt zu bekommen.

    Es soll ja immer noch Menschen ohne geben.

  9. Dirk meint: (21.11.2008 um 14:27) AntwortenReply to this comment

    Nun, solange ich diese de-mail nur zur Kommunikation mit Behörden verwende, ist es doch OK. Diese Post landet sowieso in irgendeiner Akte oder Datenbank und ist damit im"System". Das Porto wird sicherlich geringer als mit einem Post-Einschreiben sein, mal abgesehen von den Versandnebenkosten, und ich spar mir den Weg zur Post.

    Dann muss endlich auch die GEZ meine Emails wahrnehmen ;-)

    Für meine private oder geschäftliche Email bleibt das Ganze natürlich nur Humbug.

    Gruß. Dirk

  10. jemand meint: (21.11.2008 um 14:33) AntwortenReply to this comment

    Und man wird dann gezwungen diesen Mail-Dienst zu verwenden?
    *Mit Grundgesetz wink*

    "Was ist mit Spam?

    De-Mail beugt Spam vor, da Spam-Versender sicher nicht ihre Personendaten und Erreichbarkeit preisgeben möchten. Zudem müssen Konto-Inhaber, die sehr viele De-Mails versenden möchten, ein hohes Anmeldeniveau verwenden. So wird verhindert, dass massenhaft Nachrichten über ein "gehacktes" Konto mit geklautem Benutzernamen und Passwort versendet werden."

    Das hört sich ja auch so an, als ob die das Internet übernhmen wollen.

  11. Tanja meint: (21.11.2008 um 14:39) AntwortenReply to this comment

    Gruselig das alles.

  12. Anon123 meint: (21.11.2008 um 14:40) AntwortenReply to this comment

    5: http://de.wikipedia.org/wiki/Reguläre_Ausdrücke .. die Daten liegen digital vor. Es ist kein Problem bestimmte Emails nach festgelegten Kriterien zu filtern.

    9 (Dirk): du könntest dir also vorstellen dass die GEZ auf deine Emails die du z.b. mit dem Finanzamt gewechselt hast, zugreift?

  13. stefanx meint: (21.11.2008 um 14:45) AntwortenReply to this comment

    noch viel schöner:
    Schäuble verlangt neue Abstimmungsregeln im Bundesrat => spon
    ich glaube ich kotze.

  14. Bernd meint: (21.11.2008 um 14:45) AntwortenReply to this comment

    W. T. F.

    Der Entwurf des Bürgerprortalgesetzes enthält Klöpse ohne Ende, ich komme gerade aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

    Einer der besten: Die neue Adresse wird *anbieterspezifisch*, bei einem Wechsel des Anbieters ist also auch ein Adresswechsel fällig.

  15. Dirk Moebius meint: (21.11.2008 um 14:47) AntwortenReply to this comment

    @6
    also alles ist verschluesselt und unglaublich sicher. Da kommt niemand ran – ausser, wenns sein muss. Das klingt nach Key Escrow.
    ich staune immer wieder, wie das BMI es fertigbringt, Vertrauen zu schaffen.

  16. H.B. meint: (21.11.2008 um 14:47) AntwortenReply to this comment

    ….weiterlesen hilft:

    Muss ich künftig über De-Mail kommunizieren?

    Nein, über die Eröffnung eines De-Mail-Kontos entscheidet jeder Bürger selbst. Dabei wählt er einen Anbieter seines Vetrauens aus. Es soll auch keine automatischen Einträge der elektronischen Adresse ins Melderegister geben. Möchte der Bürger mit der Verwaltung elektronisch kommunizieren, kann er seine Adresse freiwillig erfassen lassen.

  17. PA meint: (21.11.2008 um 14:51) AntwortenReply to this comment

    @15 gebe Ihnen völlig recht, aber das widperspricht der hier üblichen Schwarzseherei

  18. Detlev T. (Link) meint: (21.11.2008 um 14:53) AntwortenReply to this comment

    Und man muss dann auch dem Telefax den bisherigen Rechtsstatus entziehen. Wie das Ganze technisch umgesetzt werden soll, ist mir zudem schleierhaft. Bei einer herkömmlichen E-Mail kann man den "Absender" frei eintragen. Wer hindert einen Spammer daran "de-mail.de" anzuhängen? Wie soll das mit dem Empfang mit "einem herkömmlichen E-Mailprogramm" funktionieren? Wohl doch nur mit einem *bestimmten* einer Firma aus Redmond, da es doch irgendein Überprüfungs-Plugin brauchen wird. Es sei denn, man holt seine gesamte E-Mail immer brav nur vom Server der Bundesabhörzentrale.

    Mit PGP/GPG gibt es bereits eine lange existierende Lösung mit breiter Software-Unterstützung, die man sich nur zu Nutze machen müsste indem Behörden Schlüssel signieren. Aber das wäre a) zu einfach, b) keine Möglichkeit zum Geld verdienen und c) "gefährlich", weil man dem Bürgern damit zeigt, dass man Mails auch verschlüsseln kann.

  19. TheDoctor meint: (21.11.2008 um 14:55) AntwortenReply to this comment

    Ach je,

    ich hab auch eine T-Online eMailadresse, ignorier ich auch konsequent.

    Zustellungsfähig ist der Mist eh' nicht und bevor ich mit einer Behörde elektronisch kommuniziere begeh ich eher Seppuku.

  20. angor meint: (21.11.2008 um 14:57) AntwortenReply to this comment

    Tjo, das mit dem Zwang ist ganz einfach:
    Das Finanzamt verschickt nur noch über De-Mail. Oder der Alternativweg kostet deutlich mehr.
    Selbiges mit Einkommenssteuererklärungen…
    Andere Behörden werden den selben Weg gehen.
    Und ja, das ist ein erklärtes Ziel: Versandkosten sparen.
    Haben sie uns Providern gesagt.

    Soviel zur Freiwilligkeit eines Accounts.

  21. Klaus (Link) meint: (21.11.2008 um 15:06) AntwortenReply to this comment

    Ich sag nur: alte Männer mit Kugelschreibern.
    http://jungle-world.com/artikel/2007/36/20269.html

  22. Dirk Moebius meint: (21.11.2008 um 15:11) AntwortenReply to this comment

    @13:
    auf die Idee, den Menschen name-parts wie Pedder.Peddersen@paderborn.de-mail.de zu erlauben und dann einfach eine klare Weiterleitungsadresse einzutragen, kommt da wohl keiner.
    Internetausdrucker vom Feinsten…

  23. Thomas meint: (21.11.2008 um 15:11) AntwortenReply to this comment

    Wundere mich, dass es noch nicht das de-telefon gibt. Womöglich ruft noch jemamd beim Finanzamt an und man kann, weil Telefonzelle, nicht nachvollziehen, wer es war.

    Und wer glaubt, das Ganze wird günstiger als Post – bald ist ja Weihnachten.

    Dem Fax wird dann auch der Gnadenstoß gegeben. Wenn man hier mitliest, wie zuverlässig das schon in den Behörden klappt — Prost.

    Und ja – ganz sicher wird es hundertprozentig sicher sein. So wie DVD-Verschlüsselungsverfahren, die PIN am Automaten etc etc

    Ach freu ich mich auf das Christkind ..

  24. Banane meint: (21.11.2008 um 15:15) AntwortenReply to this comment

    Wie die letzte Zeit vermehrt in vermurksten verfassungs/grundrechtsfeindlichen Machwerken unserer Bundesregierung wird die "Verpflichtung" einfach über Sachzwänge hergestellt da man eine direkte Verpflichtung vor dem BVerfG nicht durchbekommt und der einfache Bürger nicht die Ressourcen hat sich auf langwierige Verwaltungsgerichtsprozesse einzulassen.

  25. Farlion (Link) meint: (21.11.2008 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    Wartet es ab, ich wette drauf, dass es noch besser kommen wird:
    Da es sich um eine besonders sichere Mailart handeln soll, lässt sie sich natürlich nur über ein spezielles Mailprogramm abrufen, das von der Regierung zur Verfügung gestellt wird. Und in dem könnte man ja gleich den Bundestrojaner unterbringen…

  26. Sven (Link) meint: (21.11.2008 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    Das ist doch ein Witz, oder?

    Wer will nach 20 Jahren E-Mail denn plötzlich ein digitales Porto einführen?

  27. R.A. meint: (21.11.2008 um 15:51) AntwortenReply to this comment

    Die DV-Unkenntnis unserer Gesetzgeber erreicht immer neue Tiefpunkte.

  28. leser meint: (21.11.2008 um 15:52) AntwortenReply to this comment

    Aus der FAQ:
    ———————–
    Können Nachrichten manipuliert werden?
    Nein, eine Manipulation würde sofort entdeckt werden. (…)
    —————-

    Die Antwort ist falsch. Sie muß lauten: "Ja, Nachrichten können manipuliert werden, falls sie die Prüfsummen vergleichen, würde Ihnen die Manipulation allerdings auffallen."

  29. Thomas meint: (21.11.2008 um 16:01) AntwortenReply to this comment

    Das versteh ich jetzt nicht:

    "Stellt ein Provider, beispielsweise aufgrund einer Insolvenz, seinen Betrieb ein, ist gesetzlich geregelt, dass die Dokumente und Nachrichten innerhalb eines Zeitraumes von mehreren Monaten noch herunter geladen oder weitergeleitet werden können."

    Sperrt also ein Stromanbieter dem Provider den Anschluß wegen Zahlungsunfähigkeit, dann ist er trotzdem noch in der Lage die Informationen auszuliefern – durch Strom, den die Bundesregierung in Lastern vorbeibringt oder wie muß ich mir das vorstellen?

    Das ist doch ein echtes Hindernis?
    Ach freu ich mich auf das Christkind …

  30. Trophy (Link) meint: (21.11.2008 um 16:28) AntwortenReply to this comment

    Ich glaube nicht, dass dies durchgesetzt wird. Wenn doch, dann ist das eine ziemliche Schweinerei. Bewerbungen erfolgen bald nur noch online, dies hilft auch das Post-Porto zu sparen, wird zukünftig dann nicht mehr der Fall sein, kann man also gleich wieder alles über den Postweg machen…

  31. abc meint: (21.11.2008 um 16:31) AntwortenReply to this comment

    Ich verstehe hier absolut das Problem nicht. Da steht doch nur, dass die Preise vom Provider festgelegt werden. Genauso wie das heute auch bei E-Mails ist. Genauso wie bei E-Mails könnte es also möglich sein, dass der Versand meist kostenlos sein wird.
    Gut, vielleicht sind die Kosten für De-Mails wesentlich höher als für E-Mails, so dass es sich die Provider (eventuell auch nur am Anfang) nicht leisten können, dann wird der Versand vielleicht einen Cent oder Bruchteile davon kosten. Selbst wenn der Preis das Zehnfache davon sein sollte, wird das nicht dazu führen, dass es keiner nutzt. Und welchen Sinn sollte es haben eine Pflicht einzuführen?
    Politiker haben ja zugegebenermaßen viele blöde Ideen, aber man kann es auch übertreiben…

  32. TheDoctor meint: (21.11.2008 um 16:36) AntwortenReply to this comment

    Wieviel Leute in Deutschland haben einen Internetanschluss ?
    25% ?
    50% ?
    75% ?

    Wieviele von den über 60jährigen ?

    Alles Quark, da brauchts kein Bundesverfassungsgericht, jeglicher Zwang zu sowas kippt vor jedem Amtsrichter (schon weil der selber zu solchem Unsinn keine Lust hat)

  33. me meint: (21.11.2008 um 16:44) AntwortenReply to this comment

    @28(Thomas):
    Das muß man halt ordentlich machen: Sicherheitskopien in weiteren Rechenzentren bei entsprechenden Sicherheitsdiensten. Sinnvollerweise beim BKA und dann nochmal bei einem Kooperationspartner in größerer räumlicher Entfernung, ein NSA-Rechenzentrum würde sich da anbieten (die Leute dort sind topfit in solchen Sachen).

    Ich habe da vollstes Vertrauen in unseren Innenminister, dass er das Problem längst erkannt hat und bereits an Lösungen arbeitet.

    Spass beiseite:
    Technische Lösung: Datenspiegelung, Redundanz (hilft auch gegen andere Probleme, z.B. eine Katastrophe).
    Wirtschaftliche Lösung: Absicherung der Betriebskosten durch Rücklagen, Versicherungen, Bürgschaften,…

  34. anonym meint: (21.11.2008 um 17:09) AntwortenReply to this comment

    @20 Wer ist gezwungen, mit dem Finanzamt zu kommunizieren? Und wenn doch, wieso auf elektronischem Weg? Wer ist überhaupt gezwungen, (privat) das Netz zu nutzen? Eigentlich so gut wie niemand.
    Ehe man sich zu etwas zwingen läßt, verzichtet man eben auf die Sache. Das läßt sich in vielen Fällen prima praktizieren (auch wenn es viele derer, die es noch nie probiert haben, schon aus Prinzip nicht glauben wollen). Lemming spielen, aber sich über die Klippe aufregen!

  35. Alex meint: (21.11.2008 um 17:34) AntwortenReply to this comment

    Die Idee auf eMails eine Transportgebühr zu legen ist uralt. Allein hat der Markt das schon vor zehn Jahren nicht haben wollen. Und ich sehe nicht aus welchem Grund das demnächst anders sein sollte.

  36. Der Jan meint: (21.11.2008 um 17:39) AntwortenReply to this comment

    de-mail mit anschlusszwang = Beförderung des Tods des Mediums email.. IM kommt denen vermutlich auf Grund des Namens unverdächtig vor. Noch…

  37. Peter Schaefer (Link) meint: (21.11.2008 um 17:52) AntwortenReply to this comment

    Wenn es nicht so weh täte, müßte man lachen …

    Ich empfehle als Währung Kekse(#) oder besser noch Schellen (°).
    Und dann weisen wir die ganze merkbefreite Rasselbande aus unserem Bundestheater direkt nach dag° ein.
    Über einen Quadratmter Torfmoos kommt vermutlich eh keiner. :(

    http://www.gruppenkasper.de/minifaq.htm
    kris.koehntopp.de/inkomploehntopp/00000.html

  38. tph meint: (21.11.2008 um 18:28) AntwortenReply to this comment

    @34 "Wer ist gezwungen, mit dem Finanzamt zu kommunizieren? Und wenn doch, wieso auf elektronischem Weg?"

    Alle Unternehmen und zwar für folgenden Vorgänge: Lohnsteueranmeldung, Umsatzsteuervoranmeldung, Lohnbescheinigung, einbehaltene Kapitalertragsteuer.
    Letzteres muss zwingend mit Authentifizierung geschehen.
    Letztlich sind also schon genügend Hebel da, um DE-Mail durchzusetzen.

  39. drchaos (Link) meint: (21.11.2008 um 20:32) AntwortenReply to this comment

    Einen Benutzungszwang für Privatanwender wird es nicht geben, und zwar nicht (nur) deswegen, weil es kaum durchsetzbar wäre, sondern weil es sich für die Anbieter nicht lohnt. Privatmenschen kommunizieren halt eher selten mit Behörden, und wenn das "Porto" mehr als ein paar Cent ausmacht würde man sich vollends lächerlich machen.

    Anders sieht das bei Firmen aus, da lohnt sich das je nach Branche nämlich trotz überhöhter Gebühren – vor allem dann, wenn man einen Vorgang, für den man bisher vor Ort zu gehen hatte, nunmehr elektronisch abwickeln kann. Hat jemand eine Vorstellung, wie viele Millionen im Jahr zusammenkommen nur durch Angestellte von Autohäusern, die gezwungenermaßen stundenlang auf den Zulassungsstellen herumhängen? Da bezahlt ein Händler gerne ganze 10 Euro "Porto" wenn er darum herumkommen könnte…

    Faktisch läuft das ganze auf eine indirekte Subventionierung einer gewissen Anzahl Anbieter durch den Staat hinaus – man wird, dafür werden die auf den "IT-Gipfeln" anwesenden Lobbyisten schon sorgen, die Bedingungen so "anpassen", dass es sich nur für eine Handvoll Anbieter lohnt, die dann den künstlich geschaffenen "Markt" monopolisieren.

    Dass man den gleichen Nutzen für Kosten von praktisch Null haben könnte, wenn man einfach auf dem Meldeamt oder sonstwo den schon vorhandenen GPG/PGP-Key signieren würde, wird auf solchen Veranstaltungen sicher kein Teilnehmer erwähnen – dafür sorgt schon die sorgfältige Vorauswahl: netzpolitik.org/2008/kommentar-zum-it-gipfel/

  40. Wuff meint: (21.11.2008 um 20:54) AntwortenReply to this comment

    Da De-Mail von der hundertprozentigen Telekom-Tochter T-Systems betrieben und entwickelt wird, ist die Datensicherheit im Vier-Augen-Prinzip ("immer zwei unternehmenstreue, vertrauenswürdige Schnüffler") garantiert:
    <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/telekom-spitzelte-auch-im-festnetz;2093529;0" rel="nofollow">Handelsblatt vom 20.11.2008: Telekom spitzelte auch im Festnetz</a>

  41. soricsoon meint: (21.11.2008 um 21:16) AntwortenReply to this comment

    Falls der DE-Account Pflicht werden sollte, empfehle ich die gute alte Post und den "normalen Schriftwechsel" mit den Behörden, so kommt dann auch kein Trojaner in's Haus.

  42. SvenC meint: (21.11.2008 um 23:17) AntwortenReply to this comment

    Der DE-Account kann nicht zur Pflicht werden, da uns Merkel zwar alles möglich verspricht in Bezug auf "Anschluss für alle", dieses aber niemals! zu 100% funktionieren wird (Das müsste nämlich bedeuten, dass JEDER einen Anschluss hat und JEDER einen Vertrag mit einem Provider abzuschliessen hat).

    Ebenso wie eine GEZ NIEMALS Pflicht werden kann, da man einen Bürger nicht zwangsverpflichten kann, sich einen TV zuzulegen!
    Alles andere ist Dummschwätzerei und kann von mir nicht für voll genommen werden.

  43. Bernhard meint: (21.11.2008 um 23:18) AntwortenReply to this comment

    Die (zwangsweis) Zahlung per Bankeinzug hat doch für die Macher gleich den Vorteil, mindestens ein Bankkonto noch zu der zentralen Bürgerüberwachungsdatenbank aufnehmen zu können.

  44. Der Gerd meint: (22.11.2008 um 10:57) AntwortenReply to this comment

    @44 Wo lebst Du denn? Bankgeheimnis gibt es in Deutschland seit Jahren nicht mehr. Die Salden jedes Kontos in Deutschland werden an das BaFin gemeldet, dort in einer Datenbank gespeichert. Und auf die können bestimmte Behörden zugreifen.

  45. muaB meint: (22.11.2008 um 14:25) AntwortenReply to this comment

    Was ich bis jetzt noch nicht verstanden habe ist, was mir die de-Mail für Vorteile bringen soll.
    Es ist doch jedes "innovative Feature" bereits seit langem kostenfrei über GnuPG (PGP) zu realisieren, ohne großen Aufwand mit jeder "normalen" (Fre)Email-Adresse: the-conspiracy.net/txt/howto-sicherer-mailverkehr

  46. dot tilde dot meint: (22.11.2008 um 14:50) AntwortenReply to this comment

    naja. für uns ist das ja alles ein großes hahaha. rohrkrepierer, sockenschuss, wha'ever. welche auswirkungen haben die aktionen der regierenden internetausdrucker aber bei den älteren generationen, also bei ihresgleichen? es gibt ja durchaus noch menschen, die dem merkelschen daydream team den ganzen mist abnehmen. wenn ich an diese zielgruppe denke, kann mir doch nur schlecht werden.

    um das bild noch abzurunden, sollte übrigens noch unbedingt die anständige, also selbständige verschlüsselung des versandten textes verboten werden. dann noch einen anschlusszwang an das system, vielleicht über die lohnsteuererklärung oder so.

    ernsthaft: langsam bin ich es leid, über angedachte maßnahmen unserer regierung, die sich mit dem technisch-gesellschaflichen wandel beschäftigen, immer zur notbremse sarkasmus greifen zu müssen. dass keiner der handlungsmächtigen auf die idee kommt, die rahmenbedingungen unseres miteinanders fruchtbar zu gestalten, finde ich beschämend.

    .~.

  47. GH meint: (24.11.2008 um 14:14) AntwortenReply to this comment

    Jajaja, über das Projekt kann man streiten, über Teile seines Inhalts auch. Aber *bitte* nicht auf diesem Niveau. 80% der Kommentare lassen erkennen, dass die/der Autor(in) genau das tut, was sie/er "dem Gesetzgeber" oder anderen Beteiligten vorwirft: In voller oder halber Unkenntnis von Motiven und Fakten einige Schlagwörter lesen, sich einen halben Gedanken dazu machen, und dann einfach alles für Schwachsinn erklären. Ganz toll, so kommen wir wirklich weiter. Ganz kurz einige Dinge im Überblick:

    @ Herrn Vetter, 1,2,10,24, 32, 42: Glaubt wirklich jemand, dass in auch nur absehbarer Zukunft ein solcher Dienst für den Normalbürger verpflichtend wird? Das würde eklatant gegen Art. 3 GG und den freien Zugang zur Verwaltung verstoßen – nimmt im Ernst jemand an, dass die Verantwortlichen im BMI SO blöd sind?

    @ 3,4,15,18,23,47: Das System ermöglicht wie die bisherige E-Mail Kommunikation auch die Ende-zu-Ende Verschlüsselung – jeder User hat damit die Möglichkeit, sein eigenes Maß an Vertraulichkeit zu definieren.

    @ 4,10: Das Spam-Problem wird schlicht durch die sichere Identifizierung bei der Anmeldung gelöst – Spammen aus der Anonymität ist dann nicht mehr möglich.

    @ 6: Und seit mindestens 10 Jahren gibt es die qualifizierte elektronische Signatur, die genau das ermöglicht. Anbindung an das System wird ermöglicht.

    @ 6: Es gibt nicht "den" Schlüssel; gemeint ist der Zugriff des je einzelnen Anbieters. Der erfolgt im 4-Augenprinzip, und das ist eine erhebliche Verbesserung gegenüber allem, was web.de, gmx etc. heute machen – die können nämlich einfach reingucken.

    @ 18: Es ist eben kein herkömmliches Mail-System, sondern ein geschlossenes System, in dem die Absender identifizierbar sind.

    @ 19: Lesen des "Mists" hilft – die Zustellungsfähigkeit ist gerade einer der Punkte, über die im Moment diskutiert werden, und könnte geregelt werden.

    @ 21,27,47: Genau, und die alten Männer/der Gesetzgeber/die Internetausdrucker sind die, die gerade persönlich an der Technik und dem Gesetz sitzen…

    @ 23: Vielleicht wird es für den Normalbürger sogar erheblich billiger, nämlich kostenlos: Die geplante Regelung schließt doch weder ein werbefinanziertes Modell noch eine Überwälzung auf Vielnutzer aus.

    @ 29: Da steht, dass die Daten verfügbar sind – nicht, dass der Provider sie weiterhin anbietet. Einfache Lösung: ein anderer tut dies (oder notfalls der Staat) – so die Lösung im Signaturgesetz.

    @ 39: Ja, aber eben für Unternehmen – bestreitet jemand, dass es in diesem Umfeld vermutlich eine gute Lösung wäre?

    @ 46: Bietet Dir GnuPG eine Gewähr für den Absender? Eine rechtsverbindliche Zustellungsmöglichkeit? Einen Authentisierungsdienst? Einen Dokumentensafe?

  48. Roman meint: (24.11.2008 um 17:00) AntwortenReply to this comment

    @28/Leser:

    Es gibt Programme, die die Prüfsumme automatisch vergleichen und anzeigen, ob die Signatur in Ordnung ist. Z.B. kann das mutt mit pgp/gnupg-Signaturen. Da muß man sich nicht hinsetzen und das händisch abgleichen.

  49. Beamtenbasher meint: (27.11.2008 um 08:58) AntwortenReply to this comment

    @GH:

    Lass mich raten: Du bist entweder Beamter, Politiker oder Mitarbeiter/Teilhaber einer Firma, die an der Umsetzung dieser Zwangsmaßnahme beteiligt ist?

    Obige Frage ist rein rhetorisch. :-)

    Beamtenfreund aka Beamtenbasher

  50. Chris meint: (29.11.2008 um 18:56) AntwortenReply to this comment

    Das BMI entwickelt einen Standard für sicheres Mailen. Da wird ja der Bock zum Gärtner gemacht :-)

  51. Moe meint: (29.11.2008 um 19:29) AntwortenReply to this comment

    Porto verhindert Spam? Wäre mir neu…
    Oder bin ich wirklich der einzige der jeden Tag physischen Spam im Briefkasten findet?

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