Zu bezahlbaren Preisen
Da wirbt ein Chefredakteur für ein Hochglanzmagazin, “welches Sie nicht am Kiosk kaufen können”. Also für ein PDF. Zu “bezahlbaren … Preisen” bietet er die Möglichkeit, “selbst einmal zur Titelstory” zu werden. “Oder lassen Sie sich durch uns in unseren Medien porträtieren.” Denn:
Was kann Ihnen mehr Glaubwürdigkeit verleihen und was mehr Seriösität ausstrahlen, als ein Portrait oder gar eine Titelstory in einem Branchenmagazin wie dem … ?
Jetzt wehrt sich der Herr über seinen Anwalt gegen die Bezeichnung “Mietmaul”. Ich finde, da hat der Abgemahnte wirklich treffend formuliert.
Höhö, die Bezeichnung ist gut :-)
hochglanz – das hängt aber doch wohl sehr vom display ab.
.~.
Gibt es da nicht im UWG einen §4(3). So von wegen "Erkennbarkeit von Werbung"? Und: Die Bezeichnung bringt es wirklich auf den Punkt. :)
Fehlt noch der Name des Magazins, damit der Streisand-Effekt auch zum Tragen kommt.
Warum denn den Namen nennen? Nur um festzustellen, dass das ein denglischer Begriff ist, der aus einer falschen Substantivierung von erbeuten oder sich beschaffen gebildet wurde?
edit: Hansen, so geht das natürlich auch.
Bin ich eigentlich der Einzige, der sich unter einem "Mietmaul" was ganz anderes vorstellt?
@3(ich selbst)
Nach Ansicht einer "Leseprobe" nehme ich meine obige Frage zurück. Als "verschleiert" kann man die Werbung in dem Magazin meiner Meinung nach wirklich nicht mehr bezeichnen. Die erscheint mir vielmehr offensichtlich.
Eigentlich könne sie doch eher klagen http://www.mietmaul.de
@6 – nein, außer Dir ganz offenbar auch der Kläger. LOL
Aber der Begriff Mietmaul ist gebräuchlich für eine bestimmte Klasse von Journalisten.
Wie gut, dass er nicht versehentlich "Medien-Stricher" geschrieben hat. Zu redaktioneller Werbung gibt es übrigens eine BGH-Entscheidung. Solche Verträge sind demnach nichtig wegen Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften, siehe
http://www.finblog.de/2007/12/05/schleichwerbung-gibt-es-gratis/
@5(spätburgunder)
Mir würde spontan nur "Die Obtainers" einfallen??
…so viel zum Thema unabhängige Medien. Wer liest denn so was bitte, und wie will der das an Leser vermarkten? *kopfschüttel*
Deutsche lesen sowas.
Ich bin inzwischen soweit, daß ich Ratschläge der Presse als Negativempfehlung sehe. Wenn jemand schwarz auf weiß als "Experte" vorgestellt wird, dann wird er Peinlichkeiten und Banalitäten absondern und Werbung für seinen Müll machen.
Kopfschmerzen brauchen Expertenrat. Der Experte kennt die richtige Pille. In manchen ist Koffein drin, die machen dann munter. Kennt sich aus: D. Lack. Laden Sie von http://www.gammel.domain einfach den neuen Virenchecker, rät der Experte. So in etwa ist das auf jedem Fachgebiet.
ist nicht jeder anwalt ein mietmaul!?
ebenso wie übrigens auch die damen aus dem dienstleistungssektor?
Crack Whore Magazine?
Schönes Google-Ergebnis: "Meinten Sie: mehr Glaubwürdigkeit verloren" – klappt sogar mit dem gesamten Exzerpt.
Ein MLM-Propagandist, ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes und Skinhead möchte kein Mietmaul sein.
Schön.
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: Das ist technisch unmöglich.
Peter Ustinov
mansche Menschen sollte zuerst Kopf ein schalten und dann etwas schreiben…gilt für alle xD
@15: volle Zustimmung
Könnte bitte jemand vielleicht doch noch einen Hint mit dem Zaunpfahl geben: Habe nicht die geringste Ahnung, um welches Magazin es sich handelt :-(
Kann man positiv und negativ sehen diese Bezeichnung "Mietmaul".. negativ: Klar er nutzt andere Meinungen und steht dann auch für andere Meinungen greade..könnte zu Schwierigkeiten führen.
Andererseits kann man auch sagen er stellt sozusagen einfach ein Medium für Leute, die ihre Meinung kundtun möchten. Da ist dann nur noch die Frage: warum diese Leute das dann nicht einfach selber z.B. in Blogs oder eigenen Internet Seiten machen?! Vielleicht ist es möglich durch dieses Angebot des "Mietmauls" mehr Leute zu erreichen..Ich finds schwierig und bedenklich was das "Mietmaul" da anfangen möchte. :)
ich hatte – vor Jahren – auch schon "Interviewanfragen" von solchen *Magazinen* an deren Ende dann die dreiste Frage nach der Größe des zum Artikel abzudruckenden Fotos stand (sprich: Artikel kostenlos, Foto ab 1000 EUR).
Dreimal darfste raten, ob wohl ein Artikel erschien, wenn man kein Foto haben wollte…. inzwischen lehne ich derlei "Interviewanfragen" (die spätestens alle 2-3 Monate bei uns auflaufen) stets nach ca. 15 Sekunden Telefonat *etwas* kurz angebunden ab.
@Laura: ja, ist vermutlich ähnlich unjustiziabel wie der Oberförster vor kurzem ;-)