1.12.2008

Zu bezahlbaren Preisen

Da wirbt ein Chefredakteur für ein Hochglanzmagazin, “welches Sie nicht am Kiosk kaufen können”. Also für ein PDF. Zu “bezahlbaren … Preisen” bietet er die Möglichkeit, “selbst einmal zur Titelstory” zu werden. “Oder lassen Sie sich durch uns in unseren Medien porträtieren.” Denn:

Was kann Ihnen mehr Glaubwürdigkeit verleihen und was mehr Seriösität ausstrahlen, als ein Portrait oder gar eine Titelstory in einem Branchenmagazin wie dem … ?

Jetzt wehrt sich der Herr über seinen Anwalt gegen die Bezeichnung “Mietmaul”. Ich finde, da hat der Abgemahnte wirklich treffend formuliert.

25 Kommentare zu “Zu bezahlbaren Preisen”

  1. Jens meint: (1.12.2008 um 13:45) AntwortenReply to this comment

    Höhö, die Bezeichnung ist gut :-)

  2. dot tilde dot meint: (1.12.2008 um 13:49) AntwortenReply to this comment

    hochglanz – das hängt aber doch wohl sehr vom display ab.

    .~.

  3. Detlev T. meint: (1.12.2008 um 14:07) AntwortenReply to this comment

    Gibt es da nicht im UWG einen §4(3). So von wegen "Erkennbarkeit von Werbung"? Und: Die Bezeichnung bringt es wirklich auf den Punkt. :)

  4. screne meint: (1.12.2008 um 14:10) AntwortenReply to this comment

    Fehlt noch der Name des Magazins, damit der Streisand-Effekt auch zum Tragen kommt.

  5. spätburgunder meint: (1.12.2008 um 14:29) AntwortenReply to this comment

    Warum denn den Namen nennen? Nur um festzustellen, dass das ein denglischer Begriff ist, der aus einer falschen Substantivierung von erbeuten oder sich beschaffen gebildet wurde?

    edit: Hansen, so geht das natürlich auch.

  6. Horst meint: (1.12.2008 um 14:29) AntwortenReply to this comment

    Bin ich eigentlich der Einzige, der sich unter einem "Mietmaul" was ganz anderes vorstellt?

  7. Detlev T. (nochmal) meint: (1.12.2008 um 14:36) AntwortenReply to this comment

    @3(ich selbst)
    Nach Ansicht einer "Leseprobe" nehme ich meine obige Frage zurück. Als "verschleiert" kann man die Werbung in dem Magazin meiner Meinung nach wirklich nicht mehr bezeichnen. Die erscheint mir vielmehr offensichtlich.

  8. Marxty meint: (1.12.2008 um 14:42) AntwortenReply to this comment

    Eigentlich könne sie doch eher klagen http://www.mietmaul.de

  9. MaxR meint: (1.12.2008 um 15:25) AntwortenReply to this comment

    @6 – nein, außer Dir ganz offenbar auch der Kläger. LOL

    Aber der Begriff Mietmaul ist gebräuchlich für eine bestimmte Klasse von Journalisten.

  10. Andreas Kunze meint: (1.12.2008 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    Wie gut, dass er nicht versehentlich "Medien-Stricher" geschrieben hat. Zu redaktioneller Werbung gibt es übrigens eine BGH-Entscheidung. Solche Verträge sind demnach nichtig wegen Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften, siehe
    http://www.finblog.de/2007/12/05/schleichwerbung-gibt-es-gratis/

  11. Hans Gruber meint: (1.12.2008 um 16:01) AntwortenReply to this comment

    @5(spätburgunder)
    Mir würde spontan nur "Die Obtainers" einfallen??

  12. Der Regenmacher meint: (1.12.2008 um 16:10) AntwortenReply to this comment

    …so viel zum Thema unabhängige Medien. Wer liest denn so was bitte, und wie will der das an Leser vermarkten? *kopfschüttel*

  13. gans meint: (1.12.2008 um 16:36) AntwortenReply to this comment

    Deutsche lesen sowas.

    Ich bin inzwischen soweit, daß ich Ratschläge der Presse als Negativempfehlung sehe. Wenn jemand schwarz auf weiß als "Experte" vorgestellt wird, dann wird er Peinlichkeiten und Banalitäten absondern und Werbung für seinen Müll machen.

    Kopfschmerzen brauchen Expertenrat. Der Experte kennt die richtige Pille. In manchen ist Koffein drin, die machen dann munter. Kennt sich aus: D. Lack. Laden Sie von http://www.gammel.domain einfach den neuen Virenchecker, rät der Experte. So in etwa ist das auf jedem Fachgebiet.

  14. der echte n.n. meint: (1.12.2008 um 17:33) AntwortenReply to this comment

    ist nicht jeder anwalt ein mietmaul!?
    ebenso wie übrigens auch die damen aus dem dienstleistungssektor?

  15. Thomas meint: (1.12.2008 um 21:30) AntwortenReply to this comment

    Crack Whore Magazine?

  16. Grumpy meint: (1.12.2008 um 22:51) AntwortenReply to this comment

    Schönes Google-Ergebnis: "Meinten Sie: mehr Glaubwürdigkeit verloren" – klappt sogar mit dem gesamten Exzerpt.

  17. Dunkelkammer meint: (2.12.2008 um 07:37) AntwortenReply to this comment

    Ein MLM-Propagandist, ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes und Skinhead möchte kein Mietmaul sein.
    Schön.

  18. helga meint: (2.12.2008 um 08:05) AntwortenReply to this comment

    Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: Das ist technisch unmöglich.
    Peter Ustinov

  19. Badratgeber meint: (2.12.2008 um 09:13) AntwortenReply to this comment

    mansche Menschen sollte zuerst Kopf ein schalten und dann etwas schreiben…gilt für alle xD

  20. PA meint: (2.12.2008 um 11:54) AntwortenReply to this comment

    @15: volle Zustimmung

  21. Schulzkis meint: (2.12.2008 um 17:49) AntwortenReply to this comment

    Könnte bitte jemand vielleicht doch noch einen Hint mit dem Zaunpfahl geben: Habe nicht die geringste Ahnung, um welches Magazin es sich handelt :-(

  22. Laura meint: (3.12.2008 um 11:28) AntwortenReply to this comment

    Kann man positiv und negativ sehen diese Bezeichnung "Mietmaul".. negativ: Klar er nutzt andere Meinungen und steht dann auch für andere Meinungen greade..könnte zu Schwierigkeiten führen.
    Andererseits kann man auch sagen er stellt sozusagen einfach ein Medium für Leute, die ihre Meinung kundtun möchten. Da ist dann nur noch die Frage: warum diese Leute das dann nicht einfach selber z.B. in Blogs oder eigenen Internet Seiten machen?! Vielleicht ist es möglich durch dieses Angebot des "Mietmauls" mehr Leute zu erreichen..Ich finds schwierig und bedenklich was das "Mietmaul" da anfangen möchte. :)

  23. Matthias Sch. meint: (3.12.2008 um 20:59) AntwortenReply to this comment

    ich hatte – vor Jahren – auch schon "Interviewanfragen" von solchen *Magazinen* an deren Ende dann die dreiste Frage nach der Größe des zum Artikel abzudruckenden Fotos stand (sprich: Artikel kostenlos, Foto ab 1000 EUR).

    Dreimal darfste raten, ob wohl ein Artikel erschien, wenn man kein Foto haben wollte…. inzwischen lehne ich derlei "Interviewanfragen" (die spätestens alle 2-3 Monate bei uns auflaufen) stets nach ca. 15 Sekunden Telefonat *etwas* kurz angebunden ab.

  24. Matthias Sch. meint: (3.12.2008 um 21:00) AntwortenReply to this comment

    @Laura: ja, ist vermutlich ähnlich unjustiziabel wie der Oberförster vor kurzem ;-)

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