Hauen und Stauken
Die gestrige Folge der Supernanny macht Schlagzeilen, weil sie das Martyrium eines von seiner Mutter verhassten Siebenjährigen zeigt. Die Sendung ist derzeit noch auf RTL zu sehen.
Abseits von allem, insbesondere dem guten Ende für den Jungen, frage ich mich, wieso die Mutter in der Sendung überhaupt mitgemacht hat. Und wieso sie die Ausstrahlung des Beitrags nicht wenigstens verhindert hat. Ahnt die Frau nicht, was sie sich damit antut?
Wahrscheinlich tut sie es wirklich nicht.
Der Grund warum das so im Fernsehen läuft kann zwei Gründe haben:
1. Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos
2. Das Ganze ist (wie fast alles bei den sog. Realitiy Shows) fake
Lieber Herr Vetter,
Ihre Sicht Pro-Mandant ist ja meistens sehr gut und hilfreich. Hier haben wir es aber mit einer Frau zu tun, die kurz davor stand, ihrem Kind Gewalt anzutun, das immerhin noch merkte, nicht selber den Mumm hatte zum Jugendamt zu gehen und in ihrer begrenzten Weltsicht nur den entwürdigenden Ausweg über RTL gefunden hat. Keine schöne Sache, aber die Welt ist ja auch nicht nur schön.
Grüße,
alb
Ich verstehe das sowieso nie bei der Supernanny. Selbst wenn ich sonst das größte Arschloch wäre, aber wenn ein komplettes Fernsehteam bei mir im Wohnzimmer stehen und filmen würde, würde ich mich nichtmal trauen, in der Nase zu bohren. Und außerdem vorher aufräumen. Für mich gibts da 3 Möglichkeiten:
1. Sie schnallens nicht.
2. Es ist gestellt.
3. Das IST schon deren bestes Benehmen.
Gibt es schon erste Volksvertreter und Bischöfe die aufgrund der Folge ein Verbot der Sendung fordern?
ich erinner mich an eine folge wo sie sich am fuß verletzt hatte und nicht mehr so ende "helfen" konnte.
wusstet ihr nasen eigentlich schon,das die rtl menschen aus 100 stunden filmmaterial eine folge zusammenscheiden?
außerdem bekommt die familie 2000€ nach dem dreh von RTL
Ich glaube tatsächlich, dass das einfach ein naiver Glaube daran ist, dass wenn nur die Supernanny (vgl. Superheld) kommt, alles plötzlich ohne eigene Arbeit besser wird…das Obama-Syndrom quasi :-)
@6 (öffentlich-rechtlicher blogger):
pädagogischer interventionismus mit werbeplattform. meiner meinung nach für die bespielten theater sehr schädlich, für wenige zuschauer unter umständen den horizont erweiternd.
wie sich das bei einem privatsender die waage halten soll, ist mir schleierhaft.
.~.
Die Eltern sind vollkommen davon überzeugt ihr Kind wäre das Problem. Ihr eigenes Verhalten können sie offensichtlich nicht einschätzen. Das sieht man recht schön an ihrer Bestürzung wenn sie sich später die Aufnahmen ansehen.
@1.1
Wissen ist begrenzt, Unwissen ist unbegrenzt.
Das wirklich krasse an der gestrigen Sendung war das Verhalten des Jugendamtes mit ihren banalen Ausreden.
Außerdem hatte die Supernanny nicht schon zum ersten Mal mit Eltern zu tun, die ihre Kinder schlagen. Was also sollte der Aufstand gestern ?
Der erste Link zu den Google News ließt sich wie das Who is Who der Boulevardblätter. Wieso hab ich es nur voher schon geahnt…
Ich bin der Übersetzung, dass diese ganzen Doku-Soaps und Casting-Sendungen komplett gestellte Sendungen sind. Von daher ist es komplett überflüssig, sich Gedanken über die Folgen der Handlungen der Hauptdarsteller in solchen Produktionen zu machen.
Machen sich die Kameraleute nicht strafbar, wenn sie da schön draufhalten, wenn die Mutti ihren Sprössling prügelt? Unterlassene Hilfeleistung oder so?
Mindestens ebenso wichtig ist m. E. diese Frage: Wissen die Verantwortlichen bei RTL, was sie dem deutschen Bildungsniveau durch die Ausstrahlung ihres Programms antun???
Ist doch ganz einfach: Dafür gibts Geld.
@9: Auch wen es für einige paradox klingen mag, Eltern die ihre Kinder schlagen empfinden für sie mitunter Liebe.
Hier war das offenbar nicht der Fall. Warum auch immer.
Der Link führt bei mir zu einem etwa fünfminütigen Ausschnitt am Anfang der Sendung, habt ihr das gleiche Problem, oder mag RTL vielleicht keine iBooks? :)
hier bestätigten sich in besonderer Weise die Aussagen von MRR. Das Fernesehn ist sich für nichts zu schade.
Was den konkreten Fall angeht kann man sich für den Buben nur wünschen, dass die Behörde mal hart eingreift. Das die Mutter im TV ist, liegt sicher auch an ihrer Verzweiflung,. Man verspricht ja die Probleme zu lösen, was sicherlich nicht oft klappt.
@5 yeswecan – 100 Stunden Material? Hallo? Wer soll das bezahlen? Die Doku-Soaps laufen deshalb so gut, weil sie für den Sender so billig sind. Ein Team kostet am Tag mindestens EUR 500, ein Schnittplatz nochmal mindestens dasselbe. 200 x 500 = 100.000 EUR Kosten? Niemals. Kurz, knackig und gestellt. Zwei Tage Dreh – wobei ich das nur schätze, ich weiss es nicht, muss ich ehrlicherweise sagen. Allerdings weiß ich ein wenig über Kostenstrukturen im Mediengeschäft.
@16 (ÖRB): Das scheint ein Mac-Problem zu sein, dass ich auf meinem kleinen MacBook auch habe. Und zwar unabhängig davon, ob ich Safari oder Firefox nutze. Video öffnet sich extern in Quicktime, läuft knapp 10 Minuten und dann ist Sense. :(
Edith wollte auch mal getestet werden. Hat ihr und mir Spaß gemacht.
Für die, die es sowieso schon immer gewusst haben: Die gestrige Sendung hatte fast fünf Millionen Zuschauer. Das ist Staffelrekord: http://dwdl.de/article/story_18890,00.html
Ungeachtet dieser Zahlen und sonstiger Verschwörungstheorien, fand ich die gestrige Sendung ausnahmsweise sogar sehr wichtig. Es war keine schallende Ohrfeige, sondern eher ein brutaler Faustschlag in die Gesichter all derer, die dieser Familie eben NICHT geholfen haben. Es ist wirklich erschreckend, daß erst durch die Intervention eines Fernsehteams überhaupt ein Termin beim Jugendamt stattfinden konnte.
Man kann über diese Sendung wirklich geteilter Meinung sein, aber das waren die ersten, die die richtigen Schritte eingeleitet haben.
In der später folgenden Sendung Stern.tv war die Mutter und Frau Saalfrank anwesend, und haben sich dort auch zu den Gründen der Veröffentlichung geäußert.
@16 die Folge ist auch auf youtube.com
einfach nach 'Nanny Justin' suchen.
Was für ein Bild vermittelt diese Serie? Eltern mit Problemen wenden sich an RTL, die Supernanny kommt ins Haus und nach einer Stunde und vier Werbepausen sind alle Probleme gelöst. Wer das glaubt, wendet sich halt dorthin.
Warum hat die Frau die Ausstrahlung nicht verhindert? Ob sie wusste, dass diese Möglichkeit besteht? RTL macht da sicher keine Rechtsbelehrung, die werden in einem solchen Fall vermutlich sagen, dass sie der Ausstrahlung schon vorher zugestimmt hat. Sicher hat sie am Anfang irgendeinen Wisch unterschrieben. Fairness ist wohl nicht im Auftrag der Produktionsfirma enthalten.
Oje, es wird leider bei den Privaten zu oft gefakt oder passend gemacht – eben leichte kost für das entsprechende Publikum – nur der Insider wundert sich.
Erinnere mich an eine Produktion, wo 3 junge Leute eine Bar in Thailand eröffnet hatten. Erst nach massiven Druck der Insider kam raus, die hatten zwar eine Arbeitsgenehmigung, aber nicht für den Barbetrieb, sondern lediglich für den Film und nach dem Dreh wurde die Strandbar abgebaut :-)))
Aber schon lustig, was für Leute sich da öffentlich ausziehen …
13: Wissen die Verantwortlichen bei RTL, was sie dem deutschen Bildungsniveau durch die Ausstrahlung ihres Programms antun???
Natürlich wissen die das. Das Geschäft des Trash-TV ist es, Werbezeit zu verkaufen. Je höher die Quote, desto mehr Geld gibt es dafür. Quote bekommt man aber nur, wenn man zielgruppengerechte Sendeformate anbietet, mit denen eine bildungsferne Unterschicht nicht überfordert ist.
Zum Fall: Selbst hohe Sportfunktionäre, manchmal auch bis dahin unbekannte Politiker oder Firmen erleben ihr PR-Desaster und begreifen das (wenn überhaupt) erst, wenn es zu spät ist.
Im Rahmen ihrer intellektuellen Fähigkeiten hat die Frau vermutlich das richtige getan.
Im Umgang mit Behörden sind oft auch sg. "Bildungsbürger" hoffnungslos überfordert. Die Unfähigkeit und Ignoranz des deutschen Amtsschimmel sind sprichwörtlich.
Vielleicht weil die häusliche Situation für alle Beteiligten unerträglich geworden ist, sie allein keinen Ausweg fanden und vom Jugendamt vorher nicht die Hilfe erhielten, die sie brauchten?
Allerdings gebe ich ihnen in einem Punkt Recht, Herr Vetter: Sie wird nicht geahnt haben, was sie sich mit der Veröffentlichung der Sendung antut. Ich nehme an, der Durchschnitts-RTL-Gucker ist ein potenzielles Lynchmobmitglied, und der formiert sich gerade…
@18, spätburgunder
Du kennst den Unterschied Tag/Stunde?
@26 kaminofen – ups, also nicht nur iudex non calculat. richtig. aber dennoch: 100 stunden – das glaube ich einfach nicht. Das wäre ja eine richtige Doku, keine Soap.
Aber: Ich lasse mich gerne von jemandem, der nicht nur rechnen kann ;-), sondern auch Ahnung von einer solchen Produktion hat, eines Besseren belehren.
Ich würde mich auch nicht gerade als Fan der ganzen Privatsender und ihrer Programme bezeichnen, aufgrund dieses Beitrags habe ich mir dann doch einmal eine Folge der Super-Nanny angesehen und muss zu meinem eigenen erstaunen sagen das es in diesem Fall gut war, dass die Nanny da geholfen hat.
Allein schon die Tatsache, dass das Amt der um Hilfe bittenden Mutter erst in der nächsten Woche einen Termin geben wollte ist ein Skandal, wenn man sich die tragischen Schicksale von Kindern aus ähnlichen Problemfamilien in der Vergangenheit anschaut. Hätte es die Nanny in dem Fall nicht gegeben hätten wir in den Zeitungen der Zukunft von einem weiteren tragisch geendeten Fall gelesen und alle hätten sich gefragt woran soetwas gelegen hat.
Klar, wir können auf den privaten Sendern und ihren Inhalten herumprügeln, vielleicht auch zurecht aber den Kern des Problems trifft das noch lange nicht. In unserer Gesellschaft läuft eine ganze Menge falsch, es fängt bei einer falschen Politik an und hört bei den sozialen "Rand"gruppen und ihren Problemen (welche auch unsere Probleme sind) auf.
Es braucht schlicht und ergreifend weniger Menschen die motzen und meckern, sondern mehr Menschen die klotzen und anpacken! Schön das zumindest dem Jungen geholfen wurde, was sich RTL dabei an Geld hereingeschaufelt hat darf uns letztlich herzlich egal sein solange wir nicht selber dafür sorgen das sich in Deutschland endlich etwas ändert…
Ahh, die erinnert mich an diese nicht (!) lustige Stand-Up Komikerin "Cindy aus Marzahn", bzw. an das was die versucht darzustellen.
Und wenn man schon total dumpf im Kopf ist, dann zumindest nen Arschgeweih!
Bei Nichtausstrahlung wird die Geldzahlung gestrichen.
Ich denke mal, Justin wird ein später ein Stammkunde eines Strafverteidigers. Aus solchen Verhältnissen kommen die meisten Knackis.
Warum kommt der Junge nicht zum Vadder, wenn die Erzeugerin ganz offensichtlich nicht damit klarkommt?
Naja, immerhin hat sie ihn nicht heimlich in der Tiefkühltruhe deponiert. Ist ja schon die Standardlösung heutzutage.
"Die im Vorfeld als Saalfranks “schwerster Fall” mehrfach angekündigte Ausgabe der “Super Nanny” weckte auch das Interesse der Zuschauer. Die zuletzt nicht mehr so Quotenträchtige Doku fuhr gestern die besten Zahlen seit 2004 ein."
BINGO! Hat ja prima geklappt ;-)
Habe mir die Sendung gerade im Internet angesehen. Der kleine Junge konnte einem schon richtig leid tun. Ich glaube nicht, daß das ein Fake war.
Ich persönlich halte nicht allzu viel von diesen Reality-Sendungen, aber wenn diese Sendung dem Jungen (und damit indirekt auch der Mutter) geholfen hat, soll es mir recht sein.
Nennt mich naiv oder unglaublich dumm – oder beides –, aber ich kann mir wirklich *nicht* vorstellen, dass all das gestellt bzw. abgesprochen sein soll. Nehmen wir mal hypothetisch an, dass dies dennoch der Fall sein könnte: hätte das nicht Konsequenzen für RTL? Klar, die Konsequenzen könnte der Sender aus der Hüfte bezahlen, aber immerhin würde hier ja auch ein Kind für die Sendung missbraucht werden… in diesem Fall dann *ausschließlich* für die Sendung. Das könnte doch zu einem handfesten Skandal ausarten (den man nach ein paar Wochen natürlich vergessen würde… aber dennoch).
Auch wenn's im Business knüppeldick und knallhart zugeht, kann ich mir das rein menschlich nicht vorstellen. Die Gespräche mit der Mutter mögen ja einen roten Faden haben und teilweise abgesprochen sein, aber ein Kind kann man doch nicht so quotenträchtig von seiner Mutter prügeln lassen, oder?
Was die Mutter sich antut, ist mir ehrlich gesagt schnurz. Aber was den Kindern -die sich ja weder de jure noch de facto dagegen wehren können- in dieser Sendung und zwar in jeder einzelnen Ausgabe, angetan wird, geht auf keine Kuhhaut.
@Hugo (#37)
Mir nicht! Ich würde mir nämlich wünschen, dass sich mehr Mütter Hilfe holen, die nicht in der Lage sind (aus welchen Gründen auch immer) ihre Kinder so liebevoll zu versorgen, wie die das brauchen. Aber wenn diese Mutter da jetzt am Medienpranger öffentlich gesteinigt wird, was glaubst Du, wie viele andere Mütter dann noch freiwillig beim Jugendamt anrufen? Und sie sind es doch vor allem, die sich diesen ersten Schritt trauen müssen.
@ 20
stimme zu, trotz allem tv-wahnsinn, es ist leider eine notwendige sendung, die andere zur selbstreflektion anstoßen könnte.
@ 21
das auf youtube ist ein anderer justin, was für ein zufall ;)
Erschreckend… Vielleicht doch lieber Elternführerschein einführen.
Was meint ihr eigentlich alle genau mit Fake? Sollen das alles Schauspieler sein? Das würde ich mal ziemlich allgemein ausschließen: Leute mit Problemen (vom renovierungsbedürftigen Wohnzimmer aufwärts) sind doch garantiert billiger zu haben als Darsteller, die Leute mit Problemen einigermaßen überzeugend spielen können.
@ 38 – Iris. Nur der Vollständigheit halber, sind es nicht immer nur Mütter die (um es mal harmlos und neutral zu formulieren) was falsch machen mit den Kindern. Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, dass Väter dem in NICHTS nachstehen.
Zur Frage des Eintrages – Geld. Die meisten der Leute die sich in ihrer Not ans Fernsehen wenden, interessiert auch doch gar nicht ihr eigendliches Problem, die wollen ihr finanzielles Problem geschmälert sehen und dafür erniedrigen die sich dann auch vor der ganzen Nation, solange man sich nur ein klein wenig Licht sieht bei den Schulden.
Alle Leute, die schreien, das wäre Fake wollen solche Zustände einfach nur nicht wahr haben! Doch Leute: Das ist DEUTSCHLAND im Jahre 2008! Warum sollte RTL solche Sachen stellen und dann dazu 'nen Beamten einer Behörde befragen … Ach so, stimmt ja, die sind alle gekauft. Hatte ich vergessen …
Zitat 42: und dafür erniedrigen die sich dann auch vor der ganzen Nation,
und bedenken dabei nicht, dass Dank youtube u.ä. die Erniedrigung quasi für die Ewigkeit dokumentiert ist und abrufbar bleibt
Die Mutter ist einfach nur krank und gehört in eine Therapie.
@C. Seidel (#45):
Stimmt. Das hat sie sogar selbst inzwischen eingesehen und macht eine (kam in der nachfolgenden SternTV-Sendung zur Sprache).
@Iris: Find ich gut, ich habs heute morgen in den Nachrichten gelesen und gucks mir grade bei RTLNow an.
Ich finds echt schlimm und traurig wie man einfach so verachtent gegenüber seinem Kind sein kann.
Die Tatsache, dass es solche Sendungen gibt, zeigt wie krank die Gesellschaft ist. Nicht weil die Kranken im TV gezeigt werden, sondern weil es soviele Kranke gibt, die sich die Sendung anschauen.
Private Sender richten ihr Programm ausschließlich nach den zuerwartenden Einschaltquoten – also nach der möglichen Erwartungshaltung bei den Zuschauern.
Es bringt halt wahnsinns Einschaltquoten, wenn sich Frauen tauschen, Väter in Talkshows ermittelt werden müssen und sonstiges gesellschaftliches Mitbringsel von der Polizei gemaßregelt wird.
Wenn der Zuschauer nicht danach giert, würden die Shows nach der zweiten Sendung wieder aus dem Programm genommen.
Dazu fällt mir nur eins ein:
"Du bist Deutschland"
Hoch leben die Auswanderer-Shows :-)
Die Suppennanny im LawBlog? Muss mal ein Feed überarbeiten…
Hat jemand einen Alternativlink? Youtube oder so?
"Die Mutter ist einfach nur krank und gehört in eine Therapie."
Die gehört nicht in eine Therapie, die gehört weggesperrt. Wie ich es hasse, mit solchen Leuten noch Mitleid zu haben. Die haben doch schon genug Mitleid mit sich selbst. Oh, sie wurde in ihrer Kindheit noch härter erzogen.
Als ob das eine verfluchte Rechtfertigung wäre!
Die Frau war eindeutig zurechnungsfähig. Sie hätte auch viel früher "Hilfe holen" können.
Die Frau Saalfrank find ich gut, deren Ansatz bezieht sich immer auf eine Verhaltensänderung bei den Eltern. Also so einfache Dinge wie gemeinsames Essen und vernünftiger Umgangston. Ich kenne da schlimmere Erziehungsstrategien als respektvoller Umgang miteinander. Man sollte mal drauf achten wie die Eltern teilweise sozialisiert sind, da finde ich jede Hilfe wichtig. Die haben es eben leider nicht gelernt, wenn da wirklich eine Verhaltensänderung gewünscht wird muss es langfristig geplant werden und ganz früh anfangen. Zwei Tage Crashkurs ist da leider zu wenig, aber besser als nix.
@49/Hallo?
Es geht hier nicht um eine TV-Sendung.
@51/Therapie
Vor allem hätte sie vor Jahren paar Cents für Verhütungsmittel ausgeben sollen. Es gäbe dann wesenlitch weniger unglückliche Justins, Chantals, Kevins oder Cedricks.
#k.
Ich glaube, dass durch die Sendung viele Leute anfangen über ihren eigenen Erziehungsstil mal nachzudenken. Das allein ist schon viel wert. (Dass nebenbei auch ein Voyeurismus bedient wird, geschenkt.)
Und ich muss bei allem anfänglichen Unverständnis für die Mutter ihr doch großen Respekt zollen. Weil sie erkannt hat, dass es so nicht weiter geht, sich Hilfe gesucht hat und bereit ist, sich zu ändern.
zu (#51):
Genau deswegen sollte man sowas imo nicht im Fernsehen zeigen.
Es geht hier nicht um Rechtfertigung, Herr oder Frau Therapie, sondern um das Durchbrechen eines über Generationen weitervererbten Gewaltkreislaufs – im Sinne des kleinen Justin und der Kinder, denen er vielleicht einmal ein Vater sein wird (und das ist nur ein Bespiel von zig Tausenden, die sich nicht an die Supernanny wenden).
Was bitte hätten er und seine Geschwister davon, wenn man seine Mutter (die er übrigens trotz allem liebt) 'wegsperrt'?
"wieso die Mutter in der Sendung überhaupt mitgemacht hat."
Weil RTL Geld bezahlt.
Weil sie ihn nicht von sich aus abgeben wollte/konnte.
Weil sie, mal so daher gesagt, nicht ganz dicht ist. Sieht stark nach einer Verhaltensstörung auf ihrer Seite aus, die sie für völlig normal hält. (Wie das bei psychisch Kranken halt so ist).
Nach der Kindheit wird der Kurze wohl kein besonders glückliches Leben führen, obwohl er nen verdammt aufgeklärten und klugen Eindruck gemacht hat. Es würde mich auch nicht wundern, wenn er ihm irgendwann selbst ein Ende bereitet.
Er hat es ja sogar selbst schon angesprochen.
Das waren die Dinge, die mir in den ersten ca. 10 Minuten des Videos eingefallen sind.
Nachdem ich den Rest gesehen habe denke ich mir, dass ich mit meinem 2. Grund ziemlich nah dran lag.
Ziemlich heftige Sache, aber ich seh jetzt nicht so ganz, warum die Frau was gegen die Ausstrahlung hätte unternehmen sollen.
Es war doch ein verhältnismäßig glückliches Ende/neuer Anfang.
auch eine Meinung: http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2008/12/04/wenn-keiner-hilft-hilft-nur-das-fernsehen.aspx
Es gibt Menschen, die sind gegen Geld zu allem bereit. Nur dass es in diesem Fall am Ende mehr kosten könnte, als es einbringt, so denn die 2.000 EUR-Summe korrekt sein sollte…
lol "beziehungspause". ja genau, so ist's richtig. den jungen in's heim abschieben und der mama grösstmögliches verständnis zusichern.
Ich halte diese Sendung alleine deswegen schon wichtig, weil sie evtl. in einer ähnlichen Situation steckende wesentlich eher erreicht als eine journalistisch anspruchsvollere Doku (die vermutlich auf einem Sendeplatz erst ab 23 Uhr versteckt werden würde – egal bei welchem Sender). Und Hilfe ist angesichts der Realität in manchen Familien offensichtlich dringend notwendig, da stimme ich Iris (Post 55) zu.
@59 (IM Merkel): Ich nehme an, sie haben den idealen Lösungsansatz für eine solche Situation. Wenn nicht, dann halten sie sich bitte in Zukunft an die Nuhr'sche Weisheit.
Also RTL hin- oder her, die Supernanny wäre im ÖRF – unter hoffentlich anderem Titel – eine gefeierte Dokumentation, mit ähnlich hohen Quoten. Keine Kritik meinerseits. Nicht alles, was im Unterschichtenfernsehen läuft ist per se verteufelnswert. Die Supernanny gefällt mir jedenfalls besser als diese Heile-Rosamunde-Pilcher-Welt des ZDF.
Kleiner Hinweis am Rande:
der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband NRW, geht mit der Realityserie "Die Super Nanny" hart ins Gericht.
Zwar nicht ganz neu, aber lesenswert:
http://www.kinderschutzbund-nrw.de/StellungnahmeSuperNanny.htm
erschreckend ist das martyrium des kindes…. wahrscheinlich war es unerwünscht und muss die suppe jetzt auslöffeln…. wie immer eigentlich…. kinder ziehe immer die arschkarte, aber das interessiert die eltern sichtlich wenig… DAS macht traurig… egal, ob RTL oder nicht….
Man kann auch mit einer Heckenschere seine Zehennägel schneiden. Das Ergebnis wird am Ende nicht schön sein, eventuell geht der eine oder andere Zeh dabei drauf, aber es geht.
Danke @ 62
Besser als der Kinderschutzbund kann man es nicht ausdrücken
Die Schnittmenge zwischen lawblog-Lesern und supernanny-Zuschauern finde ich erstaunlich hoch
Fuer alle die das fuer gestellt halten, ich muss Euch enttaeuschen. Es gibt genuegend Familien in denen das genauso zugeht, ich hatte eine bei mir im Haus wohnen.
Nach 7 Minuten habe ich den Stream abgebrochen, ich kann mir sowas nicht anschaun, der arme kleine Kerl.
Ich weiss nicht ob ich nun weinen soll oder nur noch losschreien, die Frau ist einfach nur krank.
hallo
da dieser fall in meiner heimatstadt passiert ist, musste ich mir dann auch mal die nanny antun.
Im vorfeld wurde mir schon berichtet, dass 60 Fake sein sollen.
Das Tretetn und Schlagen am Anfang wirkten auf mich noch ziemlich echt, aber ab dem Zeitpunkt mit der kaputten Brille, war doch wohl alles nur noch gespielt.
Zuerst der Mist mit dem "sprechenden Hund" und dann dann waren alle irgendwie wie ausgetauscht.
Als ob alles nur noch ein aufgesagter Text ist und alles schlecht geschauspielert wurde.
Die Tränen der Mutter waren größtenteils nicht echt, z.B. mit Wasser und Glitzer gemacht…
ICh will nochmal nachforschen, aber ich glaube sogar die RTL-Nachrichten waren sogar ein Fake….
@62: Hinweisen sollte man an dieser Stelle auch, dass sich diese Kritik ausschließlich auf den Pilotfilm der Reihe bezieht. Die Sendung hat sich in der Zwischenzeit verändert – insbesondere was die pädagogischen Mittel angeht.
In einem Fernsehinterview hat Frau Saalfrank einmal erzählt, dass das Konzept der "stillen Treppe" (bzw. des stillen Zimmers) ein Gimmick war, was sie persönlich nicht geeignet findet, aber aufgrund des Formats des (englischen oder amerikanischen) originals erst einmal benutzen musste. In der zweiten Staffel hat sie aber eigene Methoden gegen den Sender (bzw. die Produktionsfirma) durchsetzen können.
Nur noch mal zum Mitmeißeln: Auf Youtube gibt es zwei Supernanny-Folgen mit jeweils einem Justin. Die sind aber von 2007 und haben mit diesem Fall nichts zu tun!
Hat jemand vielleicht einen direkten Link zum FLV (oder WMV?) von RTL. Meine Religion verbietet mir Flash-Plugins.
Dass ständige Bashing von Privatsendern wird langsam langweilig. Vor allem scheint mir diese Pseudo-Kritik auch von den ÖR und den Leuten, deren Interessen von diesen vertreten werden, initiiert. Im Gegensatz zu den ÖR, verlangen die Privaten kein Geld von mir, wenn ich den Schrott nicht konsumieren will. Die GEZ dagegen will dagegen, dass ich Propaganda auch noch bezahle. Wie ich bei meiner Großmutter im TV sehen konnte, werden von dem Geld dann auch noch rotzfreche Hetzerspots der Sorte "schon GEZahlt" produziert. Sehr christlich mal wieder. Erinnert mich an Kreuzzüge des Mittelalters. Jedenfalls sind die ÖR doch seit weit über 10 Jahren dort, wo vorher die Privaten waren. Die ÖR sind einfach nur konservativer – sprich langsamer. Das gefährlich daran ist, dass sie sich selbst einen hohen Anspruch, Qualität und Sachlichkeit attestieren. Alle anderen akzeptieren das blind und übernehmen es einfach. Als ob die Leute, die jetzt ihre Zeit mit TV-Müll verschwenden, ihre Zeit ohne das sinnvoller verwenden würden. Andererseits wird man von ein bisschen Müll auch nicht dümmer. Das behaupten nur immer die gern, die sich gern über andere stellen, sich für etwas besseres halten und den eigenen Suppentellerrand als den ultimativen Horizont wahrnehmen. Im Gegenteil, in Maßen erweitert es den Horizont, so wie alle anderen Erfahrungen im Leben. Das sieht man ja schon daran, dass einige hier tatsächlich glauben, bei der Supernanny sei alles nur gestellt oder das es so nicht in Tausenden Haushalten täglich zuginge. Realitätsfremder geht es doch gar nicht mehr. Würde die Sendung im ÖR laufen – und in ein paar Jahren wird es ein ähnliches Format dort ganz sicher geben, dann wäre das meiste Geblubber hier sowieso hinfällig.
Wurde eigentich Strafantrag gestellt? Wie kann man als Fernsehteam zusehen, wie ein Kind mißhandelt wird und draufhalten, anstatt dazuwischen zu gehen. Verletzt dieser Bericht nicht die Würde des Kindes? Oder bin ich da zu naiv? Ich habe keinen Fernseher und kenne die Sendung nicht. Erst dieser Blog hat mich darauf aufmerksam gemacht.