Ausweiskopien können strafbar sein

Wer vorsorglich nur Kopien seiner Papiere mitnimmt, lebt möglicherweise gefährlich. Jedenfalls wenn er an dienstbeflissene Polizisten gerät. Die zeigten letztes Jahr eine 54-Jährige in Krefeld an. Die Frau hatte Farbkopien ihres Führerscheins, Fahrzeugscheins und Personausweises gemacht und diese in Plastik einschweißen lassen.

Urkundenfälschung, meinten Polizisten bei einer Verkehrskontrolle. Eine Ansicht, die auch der zuständige Amtsrichter in Krefeld teilte. Er verstand es mit plumper Prozesstaktik, die ehemalige Museumspädagogin zur Aufgabe zu bewegen. Sie hat letztlich einen Strafbefehl akzeptiert.

Man soll sich gemeinhein nicht zu viele Hoffnungen auf die nächsten Instanzen machen. Aber in diesem Fall hätte es schon reichlich dumm laufen müssen, wenn nicht in der zweiten Halbzeit (Landgericht) oder in der Nachspielzeit (Revision vor dem Oberlandesgericht) ein Freispruch, zumindest aber eine Einstellung wegen geringer Schuld drin gewesen wäre. Zu unklar die Rechtslage, zu fragwürdig der erforderliche Vorsatz der Angeklagten („Ich habe immer sofort gesagt, dass es Kopien sind, und warum ich sie habe“).

Prozessbericht in der Rheinischen Post.

58 Gedanken zu “Ausweiskopien können strafbar sein

  1. 1

    Aus diesem Grund haben meine Kopien ein anderes Format (etwas verkleinert) und sind durch einen großen Aufdruck “Kopie” auf jeder Seite, eindeutig als solche gekennzeichnet.

  2. 2

    Das Urteil ist sicher grenzwertig. Ich kann nicht beurteilen, ob die Farbkopien den Originalen in Aussehen und Größe so ähnlich waren, dass man sie zumindest bei einem nur flüchtigen Blick mit diesen verwechseln konnte. Ob die Frau dann bei einer bestimmten Kontrolle darauf hingewiesen hat oder nicht, wäre dann zweitrangig. Falls nein, hätte ich das eher so gewertet, als wenn sie gar keine Papiere dabei hätte.

    Ihre Begründung kann ich allerdings auch nicht nachvollziehen. Man muss ja aus gutem Grund die Originale mit sich führen und damit auch das Risiko eines Verlustes tragen.

  3. 3

    In unseren Autos liegen, in ein Bündel gepackt, Führerschein- und Prsonalausweiskopien von allen Fahrern. Es hat sich noch nie jemand beschwert.

  4. 4
  5. 5

    “Dass Unwissenheit nicht vor Strafe schütze, lerne jeder Jurist im ersten Semester, meinte der Amtsrichter.”

    Ich frage mich, wofür die §§ 16, 17 StGB dann gut sein sollen.

  6. 6

    @4: na wenn dein auto aufgebrochen wird oder du ausgeraubt wirst ists sicher leicht neue kopien der dokumente herzustellen als nen neuen perso, führerschein und xyz-ausweis zu beantragen und irgendwie wieder an fahrzeugpapiere zu kommen. kostet auch einiges, alles zusammengenommen mehr als ein dieb normalerweise aus meinem geldbeutel an barem entwenden könnte.

  7. 7

    Naja, die Frau hat die Kopien mit der Intention gemacht, sie statt der Originale zu verwenden – insoferne sehe ich da schon einen Vorsatz gegeben.

  8. 8

    Wenn man die vollen Kosten der vollen ersten Halbzeit, der zweiten Halbzeit und Nachspielzeit schätzt, erscheint das Akzeptieren doch als wirtschaftlich sinnvollere Entscheidung.

  9. 9

    Davon abgesehen, dass das der beste Beweis für den erbsenzählenden Beamten ist – Führerschein und Zulassung ist klar…

    ABER: Ich kann mich auch irren, aber ich muß doch keinen Ausweis mitführen, oder?!?!?!

    Herr Anwalt?

  10. 10

    Dumme Frage eines Laien: Zur Urkundenfälschung gehört laut Gesetzestext die Absicht zur Täuschung im Rechtsverkehr. Nun waren die Kopien aber wohl eben nicht verändert und konnten daher auch niemanden über die darin dokumentierten Tatsachen täuschen. Warum ist dann trotzdem auf Urkundenfälschung zu erkennen?

  11. 11

    @3:
    Jedenfalls den Personalausweis MUSS man nicht mitführen.
    Es gibt in Deutschland keine Ausweispflicht.

  12. 12

    @4: Einfach mal etwas nachdenken.

    Meine Frau ist ausländischer Herkunft. Sie hat daher keinen deutschen Personalausweis, sondern muss eigentlich Ihren Reisepass mit Aufenthaltsgenehmigung mitführen. Sollte der Reisepass verloren gehen, kann dieser nur im Konsulat in Hamburg neu beantragt werden. Um den Aufwand zu vermeiden, nimmt sie das Original nur mit, wenn sie es gewiss braucht. Ansonsten führt sie Kopien der wichtigen Stellen des Ausweises mit sich. Das werden wir auch trotz des Urteils so beibehalten; sollte uns solch ein Strafbefehl erreichen, dann werden wir das durchfechten.

    @10: Eine Urkundenfälschung liegt vor, wenn die Urkunde nicht vom eigentlichen Aussteller stammt. Dies ist bei einer Kopie der Fall, wenn die Kopie nicht vom Aussteller erstellt wird.

    @11: Den Personalausweis muss man mitführen (§ 1 Abs. 1 PersonalausweisG).

  13. 13

    gibts in deutschland nicht nur eine ausweispflicht – nicht hingegen eine mitführpflicht?

  14. 14

    “Der Richter zeigte sich aber auch gnädig. Zu der Einlassung der Angeklagten, er habe es eigentlich mit zwei Urkundenfälschern zu tun, da ihr Lebensgefährte die Kopien eingeschweißt habe, sagte er: „Das haben die Staatsanwältin und ich jetzt aber nicht gehört.“”

    Wenn ein Richter von Mittätern bei einer Straftat erfährt, darf er das dann einfach so ignorieren? Hoffentlich zeigt ihn niemand dafür an ;)

  15. 15

    @13: Ja, Wikipedia schreibt, es gäbe keine Mitführpflicht. Nur wie soll man den Ausweis auf Verlangen vorlegen, wenn man ihn nicht mitführt?

  16. 16

    AFAIK muß man als Kraftfahrzeugführer einen Personalausweis mitführen.
    Sonst besteht keine Verpflichtung.

    Wer einmal einen Führerschein/Personalausweis verloren hat, weiß warum man so weit es geht nur Kopien mitführt.
    Die Zeit und die Kosten für die Wiederbeschaffung sind um ein Vielfaches höher als das Risiko, von einem kleinkarierten Beamten kontrolliert zu werden, und eine geringfügige Strafe wegen nicht mitgeführten Originaldokumenten zu zahlen.

  17. 17

    Also, zum Thema Pflicht, den Personalausweis mitzuführen:

    Unter dem Link findet man den Gesetzestext des PersonalausweisG. Nach dem Gesetzes besteht KEINE Pflicht, den Ausweis mitzuführen. Man muss als Deutscher nur einen Personalausweis besitzen. Es sei denn, man hat einen gültigen Reisepass, dann braucht man keinen Personalausweis.

  18. 18

    Heißt es nicht immer “Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte?”? Vom BPA redet da doch niemand. Und -ohne auf die Frau eintreten zu wollen- eingeschweißte Kopien? Warum auch noch eingeschweißt? Naja.. alles in allem dennoch etwas kleinlich.

  19. 19
  20. 20

    Wie ist es eigentlich zu bewerten, wenn man einen Stempel “Kopie” auf die zurecht geschnittenen Kopien drückt?

  21. 21

    Sind dann nicht alle Mobilfunkverträge Anbieter schuldig. Schlieslich stifften die einen bei Vertragsabschluß an Kopien des Persos mitzusenden.

  22. 22

    @17: Im PersonalausweisG steht nicht nur, dass man den Personalausweis besitzen, sondern auf Verlangen auch vorzeigen muss. Das heißt mE aber, dass ich mich bei einer Kontrolle ausweisen können muss.

    Ich nehme jedoch zur Kenntnis, dass dies größtenteils anders interpretiert und dargestellt wird, ich also eher eine Mindermeinung vertrete.

  23. 23

    @22: Steht aber nicht im Gesetz, wie lange die Zeit zwischen Verlangen und Vorzeigen maximal sein darf, oder?

  24. 24

    @23:
    Genau meine Meinung. Wenn das so gemeint wäre, hätte es der Gesetzgeber schon deutlich gemacht.
    Ausserdem steht im Gesetz, man müsse den Ausweis “vorlegen” und nicht “vorzeigen”.
    In meinen Ohren klingt das eher so, als ob man den Ausweis eben auf Verlangen z.B. mitbringen muss.

  25. 25

    Das Gesetz enthält keine Frist; daher ging ich beim ersten Lesen auch von einer Mitführpflicht aus (anders die wohl hM).

  26. 26

    @10: Es ist ein Unterschied ob du behauptest du würdest über X verfügen oder ob du X vorweisen kannst. Wenn jemand durch eine Kopie nicht mehr sicher unterscheiden kann, ob du das eine oder das andere tust, dann liegt schon eine Täsuchung vor, es geht gar nicht um die in X dargestellten Fakten, sondern um das Vertrauen das der Vorlage der Urkunde entgegengebracht wird.

  27. 27

    @22: Man muss sich zwar ausweisen können, allerdings nicht immer und überall. Meines Wissens kann man höchstens dazu aufgefordert werden, sich innerhalb einer Frist bei einer Polizeiwache (o.ä.) auszuweisen.

    (Sonst könnte man ja auch mal zum Spaß im Schwimmbad von Badegästen verlangen sich auszuweisen).

  28. 28

    @22, vorzeigen kann man den Personalausweis ja. Dazu müssen mich die Polizeibeamten eben zum Aufbewahrungsort begleiten.

  29. 29

    Ich verstehe es trotzdem nicht: Wo ist die Urkundenfälschung, wenn Sie mit der Kopie nicht den Rechtsverkehr täuschte?

    Ihr Fehler war ja eigentlich nur, dass die Kopie zu gut war. Separate Kopie für Vorder- und Rückseite dürften doch kein Problem sein?

    Wie sieht es aus, wenn man die Kopie mit “Kopie” beschriftet, oder anders verändert (z.B. Löcher reinmacht), so dass es sich offensichtlich nicht um die Originalurkunde handelt?

    Geldscheine darf ich doch auch kopieren, solange der Maßstab >2 oder <0,5 ist. (Gilt genaugenommen nur für 2-seitige Kopien, einseitig reicht eine Größenabweichung von 25%)

    Grüße, Joey

  30. 30

    Mein Vater macht es wie @1 und hat einfach in die Kopien zweimal gross “Kopie” eingefuegt. Generell frage ich mich, als ich letztens ein japanisches Dokument kopierte, war auf der Kopie gross das Wort “Kopie” (nur halt auf Japanisch) zu sehen. Wird wohl durch Muster im Hintergrund erzeugt, die bei einer Kopie … ich habe keine Ahnung. Aber, es gibt Kopien, die sich selbst als solche outen – waere sowas nicht auch bei Personalausweisen moeglich?

  31. 31

    Ich habe neulich einen Anwaltsausweis beantragt. Die zuständige RAK machte die Ausstellung davon abhängig, dass ich eine Kopie des Personalausweises mitschickte.

    Und das bei einer öffentlich-rechtlichen Zwangskörperschaft! Ist das jetzt Anstiftung?

  32. 32

    § 854 Erwerb des Besitzes
    (1) Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben.

    Wenn ich also nach PersonalausweisG den Ausweis besitzen muss,
    ist dies dann nach der o.g. Definition gegeben wenn ich ihn zuhause liegen habe? Oder ist der Personalausweis (Urkunde) im rechtlichen Sinne nicht als Sache zu sehen?

  33. 33

    Kann die Gefahr nicht erkennen. Ich würde die Kopien ohnehin nur in s/w anfertigen. Und selbst wenn ich mal von mir selbst verfaßte Schreiben kopiere, schreibe ich immer in Versalien “Kopie” drauf. Kann man gar nicht überlesen. Für so einen Fall benötigte man dann also schon speziell in Schwachsinn ausgebildete Polizisten.

  34. 34

    Systematischer Vergleich von § 1 I PersonalausweisG und § 1 I PassG ist das einfachste Argument gegen Mitführpflicht.

  35. 35

    Ich frage mich in dem Zusammenhang immer, was passiert wenn ich mit einem Mietwagen von der Polizei angehalten werde. Ich glaube mich zu erinnern, dass dort nie ein Fahrzeugschein im Auto war, geschweige denn das Original statt der Kopie.

    Aber es ist schon nachvollziehbar, denn die Kopiertechniken sind heutzutage so gut entwickelt, dass Fälschungen für die Polizei nicht mehr erkennbar sind. Und wo ist das Problem alles im Original mitzuführen? Ich habe da kein Problem mit.

    Christian.

  36. 36
  37. 37

    @32, pawel:

    wenn sie daheim einen laptop haben und abends in eine kneipe gehen, besitzen sie den laptop in dieser zeit trotzdem noch.

    sie wissen wo der laptop ist und nur eine begrenzbare anzahl an personen kann darauf zugreifen. nach der verkehrsanschauung wird ein in ihrer wohnung befindlicher laptop auch nur ihnen zugerechnet.
    schlussendlich können sie ihren besitzwillen auch jederzeit bilden, nach hause gehen und mit dem laptop machen was sie wollen.

  38. 38

    @35
    Im Mietwagen ist stets der originale Fahrzeugschein. Ein einziges Mal war er bei mir nicht da. Nach Rückfrage versprach die Vermietung, im Fall der Fälle die Kosten für eine eventuelle Strafe zu erstatten, “damit ich nicht extra nochmal vorbei kommen muss”.

  39. 39

    Das alles ließe sich doch so einfach vermeiden. Einfach eine Strichcode tätowieren oder einen RFID-Chip in den Arm tätowieren…

  40. 40

    @39:
    und bei jedem neuen fahrzeug auch einen fahrzeugschein eintätowieren?
    du musst ja einen großen rücken haben, ich hoffe für dich, dass du dir nie breitere reifen o.ä. eintragen lassen musst. ;)

  41. 41

    @29 Joey5337

    De jure ist jegliches kopieren/nachmachen von Geldscheinen in jeglicher Groesse verboten (§ 146 StGB). De facto wird es aber geduldet, da die Absicht bzw. die Inverkehrsbringungsmoeglichkeit schwer nachweissbar ist. Versucht man aber mit so einer Note zu bezahlen ist man denoch dran. (Ja, das ist der neue 500-Schein, auch die EZB hat eingesehen, dass der alte zu gross war. Kann ich jetzt mein Wechselgeld haben?)

    Siehe dazu auch der Kommentar der Schweizerischen Nationalbank
    http://www.snb.ch/de/iabout/cash/id/cash_reprod

  42. 42

    @ 41 lafferi:

    unsinn. wer den objektiven tatbestand erfüllt, hat noch lange nicht den subjektiven tatbestand erfüllt. und der ist auch bei §146 nötig!

  43. 43
  44. 44

    Wenn eine Kopie als Kopie erkennbar ist, passt es doch. Wenn sich aber jemand die Mühe macht, eine Farbkopie anzufertigen, das Ergebnis hübsch aufs Originalformat zusammenzuscheiden und dann noch hübsch zu laminieren, frage ich mich schon was das soll. Einfach nur unglaublicher Basteltrieb (bei Museumspädagogen sicher plausibel) oder pedantischer Versuch alles hübsch aussehen zu lassen? Oder eben doch der Glaube, dass das Ding so eher akzeptiert wird, als eine schwarz-weiß-Kopie, der man direkt ansieht, dass es kein echter Ausweis ist?

    Abgesehen davon ist die Wiederbeschaffung eines Personalausweises nun wirklich kein Drama, sicherlich kein größeres als das Wiederbeschaffen irgendwelcher Plastikkärtchen. Bei heutigen ec-Karten müsste man natürlich den Magnetstreifen mitbasteln, aber vor 20 Jahren hätte so jemand sicher auch seine ec-Karte fotokopiert und diese bei Ausstellung eines Schecks vorgelegt, um das wertvolle Original nicht rumtragen zu müssen …. irgendwo hört’s dann tatsächlich mal auf!

  45. 45
  46. 46

    zweite Halbzeit / Nachspielzeit…

    Im Ton vergriffen oder übliche Berufsauffassung? Ehrauffassung???

    Schade!

  47. 47

    Drogensüchtige und Alkoholiker verlieren oft ihren Personalausweis, und haben große Mühe, einen neuen zu besorgen. Bei den Obdachlosen ist es noch umständlicher.

    Ich empfehle denen, Kopien mit sich zu führen und fertige diese sogar manchmal für die an.

    Verleite ich diese Menschen zu einer Straftat und mache ich mich selbst nun strafbar?

    Oder ist es wie bei allen juristischen Entscheidungen für die frei und unabhängig tätigen Richtern jedes Mal ein Einzelfall?

    Der unmündige Bürger hat sich dem juristischen Verstand der Machtelite zu beugen.

  48. 48

    @47, Rolf Schälike schrieb:

    “Drogensüchtige und Alkoholiker verlieren oft ihren Personalausweis, und haben große Mühe, einen neuen zu besorgen. Bei den Obdachlosen ist es noch umständlicher.”

    => Ach so. Der Obdachlose bekommt also eine Personalausweiskopie von Ihnen. Die kann er dann mit sich rumtragen. Und was macht der OBDACHLOSE mit dem original? lässt er es ZUHAUSE?

  49. 49

    Ich habe da schon so einen Verdacht, wer der Amtsrichter aus Krefeld war. Ganz großes Kino da, gehe da gerne hin. Man darf halt nur nicht erwarten, irgendwas juristisches da geboten zu bekommen.

    Regelmäßig sitzt eine Schulklasse hinten drin, der der Zeremonienmeister dann in den Pausen wortreich die Lehren der jeweiligen Fälle erläutert.

    Macht richtig Spaß da, man muss halt nur gut vorbereitet sein (nicht im Fall, aber man muss sich ein paar Sprüche zurecht gelegt haben) und den Mandanten darauf vorbereitet haben, dass man auf jeden Fall in die nächste Instanz muss.

    Schlimm ist nur, wenn man zu früh da ist (oder die Sache sich verzögert) und man sich mit ansehen muss wie da Leute behandelt werden, die nicht verteidigt sind.

  50. 50

    @studiosus juris

    Vielleicht trägt der Obdachlose die Kopie und das Original bei sich, und minimiert damit das Risiko eines Totalausfalls?

    Vielleicht lässt der Obdachlose das Ausweis-Original bei einer ihm vertrauenswürdig erscheinenden Stelle (z.B. Caritas) und trägt die Kopie mit sich, weil er sich ausweisen können will?

    Na, es gibt vielleicht auch Gründe die du dir nicht vorstellen kannst. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht existieren. Unglaublich, oder?

    Und, ist es eh schön warm im heimeligen Zuhause?

  51. 51

    Nicht wenige Obdachlose waren früher Spekulanten, erfolgreiche Spieler, unterstüzt von den Juristen, falls nicht selbts Jurist. Drogensucht und Alkoholismus ist unter Juristern, einschließlich Richtern, sehr verbreitet angesichts der vielen Untaten und der überdurchschnittlichen psychischen Belastung.

    Ist man weit gesunken mit dem Alkohol und Drogenkonsum, dann stellt sich auch die Frage nach der Mitnahme des Pesonalsausweises. Die Sicht auf die Paragrafen ändernt sich zwangsweise wegen der Lebensnähe zu den neuen Umständen.

  52. 52

    War die Frage von studiosus juris ernst gemeint, dann die ernste Antwort.

    Den Ausweis hat er bei mir gelassen und meine Adrese war auch die für seine Post (c/o) nachdem ich all die Wege mitmachte, ihm einen neuen Ausweis zu besorgen, der wieder schnell verloren – oder weiß ich was – gegangen wäre.

    Ist wohl auch verboten?

  53. 53

    @50:
    “trägt die Kopie mit sich, weil er sich ausweisen können will?”
    => eine ausweiskopie reicht nicht zum ausweisen.

    “Und, ist es eh schön warm im heimeligen Zuhause?”
    => ach so, die beliebte-möchtegern-schlechtes-gewissen-machen-tour. auch wenn ich das obdachlosenleben zum glück nicht kenne, darf ich wohl den sinn hinterfragen.
    funktionieren sie ihr zuhause während der wintermonate in eine wärmestube um?

    @ Rolf Schälike: danke für den nachtrag.

  54. 54

    Dass weder im Blogeintrag von einem Fachanwalt für Strafrecht noch in den 53 Kommentaren (nach Überfliegen) ein einziges Mal die Urkundsqualität einer Fotokopie hinterfragt wird, finde ich erstaunlich und bedenklich. Eine als solche erkennbare Fotokopie ist nämlich schon gar keine Urkunde! Hier weiteres: http://www.jurakopf.de/urkundsbegriff-bei-fotokopien/

  55. 55
  56. 56
  57. 57

    Hat jemals einer von euch mal einen Kopierer in echt gesehen? Geschweige mal das kleingedruckte seines Scanners gelesen? Also Großkopierer haben in der EU einen Grauen Aufkleber und das schon seid meiner Ausbildungszeit, anno 1996 war, da steht sinnesgemäß drinnen das Kopien von Ausweisen jeglicher Art, d.h. Personalausweis, Reisepass usw. sowie Geldscheine nicht vervielfältigt werden dürfen. Was sagt dieser Satz uns? Na richtig keine Kopie machen, egal ob größer oder kleiner mit und ohne Kopie Stempel drauf, es ist einfach verboten.

    Selbst wenn dieses immer wieder missachtet wird z.B. bei der Handybestellung beim Provider im Laden oder bei den Banken … Warum glaubt ihr ist beim Post Identverfahren keine Kopie nötig? Richtig weil Ausweisnummer, Ausstellungsraum und Ort sowie Gültigkeitsangabe mit den Daten im Ausweis genug sind, mehr braucht man zur Identifizierung nicht. Nur weil Großunternehmen dauernd gegen geltendes recht Verstößen weil die keiner vor den Kader zieht, dürfen wir Kleinbürger es nicht gleich tun.

    Trotz allem finde ich die Strafe hierfür unangemessen paar sozial stunden ohne einen eintrag im Führungszeugnis wären genug.

  58. 58

    Das Zitatt vom OLG Stuttgart und OLG Oldenburg halte ich auch etwas in einer Grau zone!

    Erstens kann das selbe OLG in ähnlichen Fällen anders entscheiden, hierzu wird immer wieder Einzelfall Entscheidung herbeigezogen, zwar klingt das auf http://www.jurakopf.de/urkundsbegriff-bei-fotokopien/ für mich schon logisch doch zu beachten ist das eine Kopie gleichgestellt mit einer Zweitschrift ist, eine Zweitschrift oder Duplikat ist gleichgestellt mit den original selbst wenn Farbe oder Größe bzw Form abweichen. Alleine die Tatsache das einige Sicherheitsmerkmale wie leicht in Kopien zu sehen ist vom Bundesadler und der kleinschrift (Bundesrepublik Deutschland in wellen geschrieben) kann den Eindruck zu erwecken es handelte sich um die Original selbst.

    Hierzu gibt/gab es z.B. Probleme mit allen Polizei Ausweisen, diese waren so leicht zu fälschen in den man Grün bedrucktes Papier benutzt hat und diese kleinschrift in wellen aufgelegt hat und da könnte auch ein OLG in Deutschland zum Entschluss kommen das auch schwarz weiß Kopien nicht rechtmäßig sind, den viele Ausweistypen in Deutschland sind nicht allgemein bekannt, so z.B. der Passersatz wo mir selber sogar bei der Deutschen Post AG trotz original Ausweises die Dienstleistungen versagt wurden, den es würde sich um kein Original Ausweis handeln der in der EDV Software aufgeführt ist (mittlerweile ist das Problem bei der Post auch angekommen und die Ausweistypen wurden vervollständigt). Damals hat die Postmitarbeiterin die Polizei gerufen und behauptet ich hatte einen Ausweis gefälscht! Entwarnung gaben die Beamten Vorort, doch trotz allem weigerte sich die Frau und der Filialleiter den Ausweis zu akzeptieren da dieser laut ihrer Software nicht existiert, trotz das die Uniformierten die Echtheit bestätigt haben.

    Bei einen bekannten habe ich auch einen Reiseausweis für Ausländer gesehen, dieses ist auch von der Bundesrepublik ausgestellt, alleine das jemand da die Unterschiede kennt, oder solche Ausweise mal gesehen hat bezweifel ich und daher können Kopien auch wenn diese vom original abweichen den eindruck erwecken es handelt sich dabei um originale. Genau deswegen würde ich sagen alles hier, auch der Fall in Hamm, ist eine Einzelfall Entscheidung der Richter, trotz allem die Warnschilder haben wir alle gelesen, also besser Kopien machen aber daheim aufbewahren für Notfälle und nicht unbedingt wenn nicht nötig in Umlauf bringen ist mein tipp.

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