9.1.2009

Links 330

Die Familienministerin arbeitet in Berlin, ihre Fahrer leben in Bonn

“Sie sperrt eure Kinder ein”

Jeder Vierte lebt offline

Rabiates Jugendamt: Schmerzensgeld für falsch verdächtigte Eltern

Belege nicht voreilig wegwerfen

Türkischer Karnevalsverein – Qualitätsmedien lassen sich leimen

Auch Anwälte klauen gerne – vor allem im Netz

Mehrmals täglich

Keynes für Anfänger

12 Kommentare zu “Links 330”

  1. Gerhard meint: (9.1.2009 um 16:52) AntwortenReply to this comment

    „Eine Mitarbeiterin des Münchner Jugendamts hatte 2006 in einem Kindergarten ein kleines Mädchen mit einem blauen Auge gesehen und vermutet, das Kind sei von seinen Eltern geschlagen worden. [...] Die Vierjährige wurde daraufhin der Familie entzogen. Die völlig aufgelösten Eltern mussten von der Polizei in die Psychiatrie gebracht werden, nachdem der Vater der fünfköpfigen Familie in seiner Verzweiflung gedroht hatte, er werde sich umbringen.“

    Erschreckend. Mehr fällt mir dazu nicht ein. :-(

  2. Hobbyjurist meint: (9.1.2009 um 17:33) AntwortenReply to this comment

    Eigentlich ein Witz, daß Leitsätze urheberrechtlichen Schutz genießen.

  3. gant meint: (9.1.2009 um 20:19) AntwortenReply to this comment

    "rabiates Jugendamt"
    @1

    | Ärzte einer Kinderklinik bestätigten damals nach Angaben
    | des Landgerichts, dass die Ursache der Verletzung nur eine
    | Kindesmisshandlung sein könne.

    Sorry, aber nach diesem Satz ist die Schlagzeile einfach falsch. Der Schwarze Peter geht hier in erster Linie an die Quacksalber der Uniklinik, die ja offensichtlich recht schnell bei der Hand sind, alle anderen Möglichkeiten abseits von Kindesmissbrauch vehement zu verneinen. Gratulation.

    Sorry, aber wer wird sich über solch eine Aussage eines angeblichen Fachmanns für Kindesverletzungen hinwegsetzen?

    Zu Recht scharf kritisieren muss man, dass die Sache erst nach 4 Wochen aufgeklärt wurde.

    Wieder einmal mehr ein Beleg dafür, wie vermeintlich Sachverständige die mittelbaren Richter sind, denen man zunächst hilflos ausgeliefert ist, da ihnen einfach für gewöhnlich blind geglaubt wird.

  4. Grasflasche meint: (9.1.2009 um 20:29) AntwortenReply to this comment

    In Zeiten, in denen selbst Juristen nicht mehr den Unterschied zwischen Kopieren und stehlen begreifen wollen, und man an geistiges Eigentum sowie UFOs glaubt, irritiert es mich, dass man nicht von "Steal & Paste" spricht. Eigentlich müsste doch spätestens seit Vista ein Dialog aufpoppen, der einen über die rechtlichen Folgen aufklärt, wenn man Strg+C drückt.

  5. Jens Ferner (Link) meint: (9.1.2009 um 20:48) AntwortenReply to this comment

    @2. Kein Witz, wenn man versteht, dass redaktionelle und eben nicht amtliche Leitsätze gemeint sind.

  6. Alexander Merrick (Link) meint: (9.1.2009 um 20:59) AntwortenReply to this comment

    Zu Auch Anwälte klauen gerne – vor allem im Netz:

    Ich würde einen Schritt weitergehen und sagen das nicht mehr klar ist was Urheberrecht bedeutet. Ein Artikel besteht nur aus dem Gerichtsurteil und der Bequemlichkeit nimmt man die Überschrift noch hinzu -und die fällt dann unter das Urheberrecht. ???
    Wer soll sich bei dem Ganzen denn noch auskennen?
    Microsoft will/wollte sich den Fortschrittsbalken schützen lassen, Telekom geht gegen Firmen mit Magentarot vor, Blogs klagen weil ein anderes Blog die gleiche Farbmischung hat, der Begriff Netbook ist patentiert (von einer Firma von der noch nie jemand was gehört hat) und und und ….

    Was diese Welt braucht ist eine Neuauflage des Urheberrechts.
    Durch das Internet kann jede Firma jede Firma und alles Andere auf der Welt checken und kucken ob dort Urheberrechte verletzt werden:
    Nicht nur das die Firmen teilweise noch nie voneinander gehört haben (bspw. sitzt die eine in Gomptom* und die andere in Fahira*)
    Ist es unmöglich das Urheberrecht nicht zu verletzen bei solchen Kleinigkeiten.
    Woher soll ich wissen das die Neue Deutsche Zeitung schon vor einer Stunde "BVG macht Unsinn" titelte?
    Woher soll ich wissen, das Armalite Security die FArbe Magentagrün sich hat schützen lassen?
    Woher ….

    Aber was soll's ….
    Die Immergrößerwerdene Vernetzung von allem und Jedem ist nicht mehr der Segen der Informationsfreiheit -nein, es ist inzwischen das komplette Gegenteil: Jede Information gehört jemandem und keiner darf sie ohne Zustimmung (und Gebühren) nutzen. Und wenn dann nur geliehen, wie PC-Spiele, Musik, Bücher, etc. Alles leiht man sich, denn alles gehört jemandem.
    Selbst der Rechtschreibfehler.**

    *Wer sie nicht kennt: Compton ist eine Stadt im Süden von Los Angeles und Fahira ist ein Dorf im Osten von Senegal.

    **Fall aus California. Klage wegen Verletzung des Urheberrechts aufgrund eines Blogtitels: "Yes, Obama is president. MOW!" aufgrund des Rechtschreibfehlers, so die Argumentation, ist einwandfrei bewiesen das der Titel kopiert wurde. Abgewendet konnte die Schadensersatzklage von 500,000$ nur, weil der übermütige Blogger diesen Artikel schon vor dem Ergebniss geschrieben hatte, bewiesen am Create-date. Seine Gewissheit das Obama Präsident werden würde, rettete ihn vor einer aberwitzigen Schadensersatzsumme!!

  7. Putze meint: (9.1.2009 um 21:03) AntwortenReply to this comment

    "Jeder Vierte noch offline" – interessante Rechnung:

    "Damit liegt die Bundesrepublik europaweit auf Platz 5 hinter den Niederlanden (86 Prozent), Schweden (84), Dänemark (82) und Luxemburg (80)." Jetzt könnte man vermuten, die genannten Länder lägen auf den Plätzen 1 bis 4. Tun sie aber nicht:

    "Diese Länder belegen die Plätze 7, 9 und 21." Äh … ja.

    Davon mal abgesehen ist den Angaben zufolge 1/4 aller Haushalte offline, und nicht, wie suggeriert wird, 1/4 aller Personen. Denn es werden wohl tendenziell v.a. Haushalte mit älteren Menschen betroffen sein, die allein oder zu zweit leben.

  8. Stefan B. meint: (9.1.2009 um 22:20) AntwortenReply to this comment

    Zur "Familienministerin":

    "Aus Sicht des Familienressorts ist es trotzdem "gleichgültig", ob ein Fahrer aus dem 280 Kilometer entfernten Berlin oder aus dem 330 Kilometer entfernten Bonn anreist."

    Irgendetwas ist da falsch an der Geschichte. Einfach aus dem Grund, weil die Ministerin und Ihre Fahrer den Feierabend vermutlich nicht in der gleichen Stadt verbringen. Mir fehlt die Anzahl der Leerfahrten von Berlin nach Bonn…

  9. wvs (Link) meint: (10.1.2009 um 00:40) AntwortenReply to this comment

    Nur zwei kurze Absätze zu Keynes:
     
    1. Das Modell geht davon aus, daß konstantes Wachstum stattfindet, das einer aufgenommenen Geldmenge plus Zinsen entsprechen muß – da aber z.Zt. die Werte, die den Immobilien und Geldanlagen entsprechen, nur noch einen Bruchteil der buchmäßigen Werte ausmachen, wird das so beschriebene Wirtschaftsmodell zusammenbrechen ….
     
    2. Die durch staatliche Maßnahmen verfügten Geldmengen ("Investitionen" nach denen geschrien wird) sind nicht durch erarbeitete Waren und Dienstleistungen gedeckt:
    Sie entstehen nur dadurch, daß der Staat Geld druckt! Eine 'Luftnummer', die immer tiefer ins Verderben führt ….
     
    Eine 'stabile' Wirtschaft ließe sich nur dadurch herstellen, daß ein Schnitt die Währungen, allen voran den U.S.-$$, abwertet und nach einer solchen 'Reform' von vorn begonnen wird ….

  10. MrBrook (Link) meint: (10.1.2009 um 00:41) AntwortenReply to this comment

    Nur mal so aus Interesse: Was hat es eigentlich mit "One Smile Per Day" auf sich? Irgendwie wundert es mich, dass dieser Blog schon mit 3 Links in den letzten drei Link-Beiträgen hier bei lawblog vertreten ist. Hat das irgendeinen besonderen Grund?

  11. Tichy meint: (10.1.2009 um 12:39) AntwortenReply to this comment

    @6 Deine Ausführungen zum Urheberrecht gehen am Thema vorbei. Es geht um amtliche bzw. eben nicht amtliche Leitsätze. Urteile unterer Instanzen oder ohne besonderes rechtswissenschaftliche Interesse werden in aller Regel ohne amtliche Leitsätze veröffentlicht. Wenn ein Verlag oder ein Anwalt hierzu selbst Leitsätze verfasst, um den wesentlichen Inhalt der Entscheidung darzustellen, ist es nachvollziehbar und völlig berechtigt, dass dies dem Urheberschutz unterliegt. Im Übrigen ist eine bedenkenlose Übernahme von Leitsätzen eh problematisch, weil sie – wie ich finde, erschreckend – häufig am Kern der Sache vorbeigehen oder eben nur Anwendung auf ganz besondere Fallkonstellationen finden. Also back to the roots: Entscheidung lesen, selbst nachdenken, Zusammenfassung formulieren. Dann klappt es auch mit der urheberrechtskonformen Generierung von "content" ;)

  12. wvs (Link) meint: (11.1.2009 um 00:07) AntwortenReply to this comment

    Nachtrag zu # 9:

    " .. Wenn die Menschen aus Sorge um die Zukunft nicht mehr konsumieren und die Unternehmen trotz niedriger Zinsen nicht investieren, entwickele sich eine Abwärtsspirale. In einer solchen Situation müsse der Staat aktiv werden und Arbeit schaffen, meinte Keynes. .. "

    Falsch, ganz falsch – sage ich. Aber wer bin ich schon, daß ich dem 'großen Keynes' widerspreche ….

    Was mich allerdings in meiner Meinung bestärkt ist die Tatsache, daß die Verschuldung des Staates – z.B. der BRD – durch Staatsanleihen (also: Geld aus dem 'Nichts'!) geschieht – diese Staatsanleihen allerdings müssen zunächst erst einmal verkauft werden, damit Geld verfügbar wird …. und da sieht es <a href="http://marketpipeline.blogspot.com/2009/01/german-bond-sales-fate-signals-trouble.html" rel="nofollow">sehr, sehr finster</a> aus.

    Selbst wenn dieses Geld irgendwann zurückgezahlt werden könnte – Kapital plus Zinsen (!) – dann ginge das nur unter der Annahme, daß das Gesamtvolumen der Wirtschaft bis zum Auszahlungszeitpunkt enorm gewachsen wäre – und genau das wird nicht möglich sein, denn die Resourcen, auf denen das stete Wachstum seit mehr als hundert Jahren beruhte, sind im Schwinden begriffen:

    Deswegen hat Keynes nicht recht.
    Deswegen werden alle staatlichen Maßnahmen einen totalen Zusammenbruch der Wirtschaftssysteme nicht aufhalten ….
     

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