Erstes Blog auf dem Index

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien fühlt sich auch für Weblogs zuständig. Sie hat ein Blog indiziert, das Magersucht verherrlichen soll. Dies ist im Beck-Blog nachzulesen.

Die Indizierung bewirkt, dass die Inhalte Minderjährigen nicht mehr zugänglich sein dürfen (Wikipedia). Der Blogbetreiber müsste also eine wirksame Altersverifikation (Passswortschutz und PostIdent) einbauen, wenn er weitermachen will.

Nachtrag: Spreeblick veröffentlicht die Entscheidung der Bundesprüfstelle.

Bericht auf heise online

  • juchuu

    juchuuuuuuuuuuuuuuuuuuu
    endlich entscheidet der Staat darüber was ich lesen darf und was nicht. Wurde aber auch zeit! Mir wurde schon viel zu lang mein eigenes Denken zugestanden…

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    Was für ein unglaublicher Schwachfug. Willkommen in der Bananenrepublik mit der besten Demokratie, die man für Geld kaufen kann :-(

  • keiner

    Eigentlich ein logischer Schritt und wohl nur der Anfang…

    PS: Blogbeck ist wohl zusammengeklappt unter dem traffic…

  • Volkswirt

    Normalerweise bin ich bei Einschränkungen der Redefreiheit und verwandter Rechte auch sehr kritisch. Hier finde ich jedoch, daß man diese Maßnahme durchaus gutheißen kann. Gründe:
    1. Magersucht IST ein großes Problem, und es ist nach Meinung von Experten zwar nicht 100%ig erwiesen, aber durchaus möglich, daß Jugendliche durch solche Seiten “getriggert” oder in Ihrer Krankheit bestärkt werden.
    2. Auch wenn es natürlich Möglichkeiten gibt, auf ausländische Foren auszuweichen, ist zumindest ein Anfang gemacht. Schließlich werden Seiten von Holocaust-Leugnern u.Ä. auch nicht in Deutschland geduldet.
    3. Die Einschränkung gilt nur für Minderjährige. Erwachsene sind nicht im geringsten eingeschränkt. Ich finde, daß es sich damit um eine relativ geringe Einschränkung handelt, die man hinnehmen kann, wenn es sich um eine so tückische Krankheit wie Magersucht handelt. IMHO lohnt es sich auch bei solchen grundsätzlichen Rechten immer, den Einzelfall anzusehen und nicht reflexartig zu reagieren.

  • anonym

    So lächerlich wie mittlerweile fast alles in diesem Staat.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @Volkswirt: Schau mal in den Beitrag hinter #3
    Zensur ist niemals gut und schon gar nicht, wenn sie so willkürlich statt findet, weil eine staatlich beauftragte Stelle “beschließt”, dass es so sei.

  • anonym

    @5 Sie übersehen bei Ihrer Argumentation relevante Dinge. Magersucht ist nicht das einzige Problem auf der Welt. Es ließen sich in Windeseile seitenlang Probleme Deutschlands und der Welt auflisten, wo man dann entsprechende Webseiten genauso sperren könnte. Denn um eine Sperrung, und dies ist Ihr zweiter wesentlicher Irrtum, handelt es sich quasi, wenn man sich, um die Seite lesen zu können, identifizieren muß. Alle Nutzer werden eingeschränkt, ob erwachsen oder nicht. Ich gebe jedenfalls nicht meinen Namen und meine Adresse (und was sonst noch?) im Netz an, um eine Seite lesen zu können; zumal selbst mit diesen Angaben keine wirksame Altersverifikation erfolgen kann.
    Aus meiner Sicht sind alle Ihre Argumente leider unzutreffend. Und mit Meinungsfreiheit ist keine dieser Überlegungen kompatibel.

  • Volkswirt

    @Stefan: Ich verstehe durchaus Deinen Standpunkt, und gebe Dir prinzipiell Recht. Aber in diesem speziellen Fall wäge ich eben anders ab. Ich finde nicht, daß es sich um Zensur handelt, wenn für volljährige alle Inhalte weiter verfügbar sind. Und die staatlich beauftrage Stelle beschließt das hier ja nicht aus heiterem Himmel, sondern weil solche Seiten eine ganz reale Gefahr für magersüchtige Kinder darstellen. Hast Du Dich denn schon einmal mit der Krankheit näher beschäftigt?

    Prinzipien sind gut, aber wenn man sich nur auf diese verläßt, wird man zum Prinzipienreiter oder zum Fanatiker. Ich finde, man darf über den Prinzipien nicht den Einzelfall aus den Augen verlieren. Aber diese Abwägung muß jeder für sich selbst treffen. In diesem Sinne…

  • @Volkswirt

    Zum 3. Punkt:

    Das ist keinesfalls nur eine geringe Einschränkung. Eine Altersverifikation wie vom Gesetzgeber gefordert ist teuer und aufwändig. Damit müsste sich jeder Leser per Postident-Verfahren erstmal registrieren. Und das macht wohl keiner. Damit kann das Blog effektiv nicht mehr vernünftig betrieben werden.

    Die Indizierung kommt damit in der Praxis einer Totalzensur gleich.

  • Dominic

    FSK 18 Inhalte müssen ja auch per Altersverifikation geschützt werden. Und vom ansehen von Bildern und videos stirbt keiner oder wird extrem krank. Wirklich nicht. An Magersucht, Bulimie und Konsorten aber schon. Ich habs erlebt, leider.

  • Johanns

    Die Tendenz die in unserem Staat mittlerweile zu beobachten ist, tendiert immer mehr gegen extrem bedenklich. Da bestimmte intime, persönliche Bereiche (Finanzen, Steuern, Bank, Kommunikation etc.) immer weniger geschützt und geheim bleiben, folgt nun das, was von außen auf mich einfließt. Es steht mir nicht mehr frei was ich lese und an Informationen aufnehme. Auch persönliche Entscheidungen unterliegen immer weniger meinem Willen und meiner Kontrolle (z.B. Patientenverfügung). Wir leben in einem Staat dessen Führung immer stärker von der Dummheit, Unselbständigkeit und Trägheit der Masse (=Volk) profitiert. Wer alles mitmacht darf sich nicht beklagen.

    Es ist an der Zeit aufzustehen, überhaupt den Ars.. hochzubekommen und endlich etwas zu tun! Und keiner soll sagen er hätte es nicht gewußt. Aber immer nur jammern ist natürlich sehr bequem.

    Johannes

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @Volkswirt
    Die Seite von Beck ist leider derzeit offline. Dort steht als Begründung unter anderem, Kinder & Jugendliche würden “genötigt”….

    Ich habe mich aus verschiedenen Gründen mit solchen Auffälligkeiten wie Magersucht, Autoaggression und anderem schon beschäftigen müssen und kann daher nachvollziehen, was Du denkst. Auch der Beck-Blog weist ja auf die Gefahr des Triggerns hin.

    Das Problem ist jedoch, dass eine solche Indizierung (#8 hat erläutert, dass damit indirekt eine Sperre einhergeht) das Problem nicht löst: Weder werden solche Seiten damit aus dem Netz verschwinden noch wird sich sonstwie die Situation verbessern.

    Im Gegenteil, gerade auch solche Seiten können wirkungsvoll in therapeutische und prophylaktisch wirkende Konzepte eingebaut werden. Ein Verbot hilft niemandem und schadet eher. Und wenn es in letzter Konsequenz eben der Freiheit der Meinungsäußerung, der Berichterstattung, der freien Entfaltung in Deutschland schadet. Von einer quasi staatlichen Stelle und ohne Rechtsgrundlage, wider dem GG. Und damit wird es dann übrigens zur Zensur.

    Hier ist die “Magersucht” der Türöffner, der woanders der “Terrorismus”, die “Kinderpornographie” oder meinetwegen irgendwas anderes wäre… Und dann? Irgendwann braucht es eben keinen Türöffner mehr. Dann wird gesperrt, was unliebsam ist? Verboten, was nicht gedacht werden soll?

  • Volkswirt

    @8 (anonym): Sicher gibt es viele problematische Seiten. Darum geht es aber nicht, sondern darum, daß eine Internetseite eine tatsächliche Gefahr darstellt. Das kommt doch nur sehr, sehr selten vor, z.B., wenn auf einer Seite zum mord an einer Person aufgerufen würde. Und in ganz seltenen Fällen kann ein Forum eben auch eine Gefahr für die Gesundheit von psychisch Kranken darstellen. Ich denke, daß Magersucht da ein Fall ist, und mir fällt auf Anhieb auch kein weiterer ein.

    ZUm zweiten Argument, wenn erwachsenen Nutzern der Aufwand zu groß ist, sich zu identifizieren, dann ist das deren freie Entscheidung. Als “Zensur” würde ich das aber nicht bezeichnen.

  • me

    @5(Volkswirt):
    > 3. Die Einschränkung gilt nur für
    > Minderjährige. Erwachsene sind
    > nicht im geringsten eingeschränkt.

    Das ist falsch.
    * Es verhindert die Erfassung der Bloginhalte durch Suchmaschinen.
    * Es verursacht jedem Besucher Kosten (Postident ist nicht umsonst), Umstände, Wartezeit und ein Risiko für seine Privatsphäre und den Schutz seiner Daten.
    * Es verursacht dem Betreiber u.U. erheblichen Aufwand (je nachdem wie er das Altersverifikationssystem umsetzt — ob er das z.B. selbst macht oder in die Hände von dritten gibt)

  • lord

    Koffein und Zucker machen auch süchtig; werden nun von Red Bull unterstützte Seiten gesperrt? Sicher nicht.
    Was ist mit Ferrero, Jacobs, Kraft und Konsorten? Oder Marions Kochbuch? letztere verführt einen ja zu ungesundem Essen. Alles verbieten?
    Das einzige was passiert: es wird in ne .com Domain umziehen, und der “Betreiber” wird ne ltd. aka online content…..

  • Peter von Frosta

    Kann man nicht einfach dem ganzen Schwachsinn entgehen indem man einfach einen UK Hoster nimmt?

  • AlterEgo

    “3. Die Einschränkung gilt nur für Minderjährige. Erwachsene sind nicht im geringsten eingeschränkt. ”

    Dass ich nicht lache…

    Nicht im geringsten eingeschränkt? Ein Blog mit anerkannter (!) Altersverifikation? Also nicht CreditCard/Perso-Nummer, usw. Am besten noch Post-Ident?

    Umständlicher kann man die Schließung eines Blogs auch nicht anordnen. Das ist es nämlich. Denn Blogs leben ebend vom freien Zugang. Was wäre das Lawblog, wenn man erst eine Altersverifikation durchlaufen müsste? Wer würde es noch lesen?

    Das ganze Problem gabs schon in den 80ern, wo man sexualethische Musik versucht hatte zu indezieren (zB von Die Ärzte). Das hatte die mittelbare Folge, dass keine Tonträger verkauft wurden. Auch nicht für Erwachsene. Denn den Händlern war das einfach zu mühselig, ständig nach Ausweis usw zu fragen. Genutzt hats nichts. Die Interessierten beschafften sich die Musik trotzdem.

    Genau das wird auch bei solchen Verboten passieren. Dann macht man halt ein neues Blog auf und mottet das alte ein.

    Die BPjM ist einfach das falsche Mittel. Wenn die Eltern ihre Kinder besser erzögen, würden Kinder auf so ein Schwachsinn gar nicht kommen. Aber da setzt man ja nicht an, lieber Meinungsdiktatur für alle.

  • TDIFlorian

    Was kommt als nächstes?

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @19:
    Burks & Fefe
    dann
    Du & ich

  • Peter von Frosta

    >> Die BPjM ist einfach das falsche Mittel. Wenn die Eltern ihre Kinder besser erzögen, würden Kinder auf so ein Schwachsinn gar nicht kommen. Aber da setzt man ja nicht an, lieber Meinungsdiktatur für alle.

    Das Problem ist eher das sich heute kein Mensch mehr darin erinnert warum es die BPjM überhaupt gibt. Sie wurde erschaffen um Besatzungszensur zu verhindern. Leider konnte man sich daran 1991 nicht mehr erinnern. Schade eigentlich, denn man hätte sie damals einfach auflösen können.

  • http://www.blogfuerst.de Blogfuerst

    Weiß zufällig jemand um welche Seite es sich handelt? Ich hab mal gegoogelt und gleich ein halbes Dutzend Weblogs zu dem Thema gefunden. Bei einem war sogar auf der Startseite ein eindringlicher Warnhinweis. Sowas ist ja schonmal ein Anfang. Mit dieser Verbotspolitik werden diese Seiten ja nur bekannter. Vielleicht hätte ein freundlicher Brief der Prüfstelle, mit der Bitte eine vorgeschaltete Startseite einzurichten mit einer entsprechenden Warnung ausgereicht… ? Dann hätte niemand (zusätzlich) von solchen Seiten Notiz genommen.

    Aber das Schreiben eines Briefes oder einer E-Mail an einen Webseiten-Betreiber ist ja in Zeiten von obrigkeitspolitischen Verboten und Abmahnunwesen leider völlig aus der Mode geraten. Mehr Kooperation, statt Konfrontation täte dem Miteinander im Web sehr gut….

  • thomas

    @volkswirt

    du redest dir eine indizierung schön, bzw. folgst der (selbstlegitimierenden) argumentation der bpjm: die inhalte sind ja nicht “verboten”, da die inhalte erwachsenen “weiterhin” offen stehen, deshalb ist es keine zensur, denn die ist in deutschland ja nicht gestattet.

    faktisch kommt eine indizierung drastischen distributionseinschränkungen gleich. diese gestalten sich unter freimarktwirtschaftlichen bedingungen als so triftig, dass es sich kaum rechnet, indizierte oder von indizierung möglicherweise “bedrohte” medien zu veröffentlichen oder, im falle des einzelhandels, ins sortiment aufzunehmen. was erst einmal indiziert wurde, steht erwachsenen somit also keineswegs einfach so weiterhin offen, sondern ist zunächst einmal so konsequent von der bühne verschwunden, dass schon ein ganz konkretes interesse und vor allem ein erhöhter zeit- und energieaufwand vonnöten sind, um in den “genuss” indizierter medieninhalte zu kommen. indizierte filme zum beispiel sind eben einfach nicht ganz so einfach zu bekommen – auch für erwachsene nicht. filme im übrigen, die es im restlichen europäischen ausland ganz selbstverständlich in fast jedem dvdhandel gibt.

    die indizierung ist damit meines erachstens ein krypto-zensurierendes verfahren, das nach außen hin zwar das zensurverbot als gewahrt erscheinen lässt, da der zensureffekt nicht mehr von einer institutionalisierten vorabzensur abhängig ist, sondern in den entscheidungsrahmen von programmanbietern & einzelhändlern verschoben wird (“schere im kopf”).

    und ein blog, das in deutschland geschrieben und gehostet wird, zu indizieren, heißt eben mehr oder weniger: das ende dieses blogs. nur ein immens gesteigerter arbeits- und geldaufwand, um den auflagen einer indizierung genüge zu leisten, würde das fortbestehen des blogs ermöglichen. man kann sich vielleicht vorstellen, welche entscheidung hier die naheliegendere ist.

    und im übrigen ist wohl kaum irgendein blog in irgendeinem seitenarm der blogosphäre eine gefahr für möglicherweise von magersucht bedrohte kinder, sondern eher deren – von sozialen faktoren abhängige – dummheit, das geschwätz eines solchen blogs für bare münze zu nehmen und im folgenden sich eine essneurose anzueignen. weitere, von indizierung nicht betroffene, weit größere gefahren: schlankheitswahn, eskalation medialer schönheitsideale, mangelnde bildung, mangelndes selbstbewusstsein.

    investiert in die bildung & charakterformung von jungen menschen und man hat damit schon im kleinen mehr erreicht, als durch wild davon galoppierende indizierungen.

  • Grünpool

    @Volkswirt. Es ist doch aber ein Unterschied, ob ich z.B. ein Spiel oder Buch indiziere, oder eine Webseite. Wenn ich in einen Markt gehe, kann ich doch als Erwachsener (meistens durch Alteseinschätzung des Verkäufers) das Produkt erwerben, ohne das ich mich idendifizieren muß. Vielleicht muß ich meinen Ausweis zeigen, mehr aber nicht.
    Wenn ich als Volljähriger Bürger, nur um eine Seite zu lesen, die ja keinen strafbaren, sondern indizierten Inhalt hat,ein Postidentverfahren und Passwortschutz in Kauf nehmen muß, möchte ich sehen, wer sich dann noch eine Seite ansieht.
    Die Hürde ist hier also ungleich höher, als wenn der selbe Inhalt als Buch verbreitet würde, denn dieses könnte ich ohne weiteres (Altersprüfung, Angabe meiner Personalien) im Buchhandel als Volljähriger erwerben.
    Und faktisch wird damit das Webangebot, obwohl nicht strafbar, für alle nicht mehr nutzbar. Ob das Zensur ist, oder nicht, darüber mag jeder selbst nachdenken.

  • zf.8

    4/keiner

    Sehe ich ähnlich. Es war nur eine Frage der Zeit, bist die BPjM auch auf dem Blogmarkt tätig wird. Allerdings hatte ich eher erwartet, dass man mit einer Seite, die über indizierte Videospiele berichtet anfängt.

    11/Dominic

    Der Unterschied zwischen FSK und BPjM ist Ihnen augenscheinlich nicht bewusst. Ich empfehle Ihnen sich mit ihm vertraut zu machen. Davon abgesehen überzeugt Ihr Vergleich schon nicht, weil er die grundlegenden faktischen Unterschiede zwischen den Indizierungsfolgen eines Webangebots und einem “traditionellem” Medium (DVD, Spiel) gefließlich übersieht.

  • Hundemetzgerei

    Hauptsache die Zigarettenwerbung bleibt erlaubt, damit die Jugend weiterhin gute Vorbilder bekommt und die vielen Krebserkrankungen auch in Zukunft gesichert sind.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zigarette#Zigarettenwerbung
    “Die Bundesregierung, sowohl die Kohl- als auch die Schröder-Regierung, versuchte in Brüssel vergeblich gegen das Werbeverbot vorzugehen.”

  • http://home.t-online.de/wolf-dieter.busch Wolf

    Also, ich find die Zensur gut. Eigentlich brauchen wir mehr davon.

    Mein Motto: nie wieder selber denken! (Ist doch nur lästig.)

    Weiter so.

  • Banane

    @ Volkswirt:
    Die Gefahr wird nicht durch eine Seite im Internet dargestellt sondern durch Eltern die Kinder und Jugendliche unbeaufsichtigt durchs Netz turnen lassen. Es wurde hier schon immer wieder gesagt das ein Kind das sich beaufsichtigt durchs Netz bewegt weder vor diesen noch sonstigen Gefahren des Netzes etwas zu fürchten hat.
    Desweiteren KÖNNEN solche Seiten vielleicht einen “Trigger” darstellen, dies aber nur für ohnehin gefährdete Jugendliche. Das die Gesamtheit der Internetnutzer eine Einschränkung Ihrer Bewegungsfreiheit hinnehmen soll “zugunsten” einer Handvoll Gefährdeter deren Gefährdung nur vermutet nicht aber nachgewiesen ist, ist unverhältnismäßig und somit nach freiheitlich demokratischen Grundsätzen inaktzeptabel. Es käme auch niemand auf die Idee das Autofahren zu verbieten, weil Kinder und Jugendliche die durch Ihre Unerfahrenheit und damit einhergehenden Risikobereitschaft einer besonderen Gefährdung durch Kraftfahrzeuge ausgesetzt sind.
    Die “Indizierung” dieses Blogs ist und bleibt Zensur. Wenn ich mich bei jeder Webseite namentlich und nachprüfbar identifizieren muß um an die Inhalte zu gelangen nur weil irgendjemand sie nach nicht nachvollziehbaren ,zumindest aber spekulativen, Kriterien für bedenklich hält, ist dies weder mit meinem Grundrecht auf freie (und damit auch anonyme) Informationsbeschaffung vereinbar noch mit dem Grundrecht auf Meinungsäußerung der Autoren, die einen massiven Aufwand (Altersverifikation) betreiben müssen und u.U auch noch für etwaige Fehler bei diesem Prozess haftbar gemacht werden.

    Erst ist es Terrorismus und extreme politische Meinungen, dann die allseits beliebte (Kinder)pornographie, Abhandlungen über bestimmte Bereiche der organischen und anorganischen Chemie – Stichwort “Bombenbauanleitung”. Jetzt sind wir schon bei psychischen Erkrankungen die unter diversen, oberflächlich betrachtet positiven, Vorwänden tabuisiert werden.

    Der richtige Weg wäre gefährdete Personenkreise für die Gefahren zu sensibilisieren. Ähnlich wie es beispielsweise in der Grundschule meinerzeit durch das Stattfinden von “Verkehrserziehungsunterrichten” geschah. Stattdessen wird der Allgemeinheit vorgeschrieben worüber sie sich informieren darf und worüber nicht, oder nur mit unverhältnismäßigen Hemmschwellen bzw. in juristischen Minenfeldern.

  • WakeAlan

    Tolle Aktion, und wohl denkbar wirkungslos. Anstatt mit Postident und PINs zu agieren, wird ein geneigter Betreiber eines Pro-Ana-Blogs wohl den Weg ins Ausland suchen.

  • Hobbyjurist

    In der Schule hat man uns früher beigebracht, daß ein totalitäres System im Grunde überall entstehen kann.
    Das stimmt natürlich.
    Ist aber nur die halbe Wahrheit, denn aufgrund der spezifischen Voraussetzungen gedeiht solch ein System hierzulande besonders gut.
    Deutschland ist kein Land mit langer demokratischer Tradition. Dafür muß man gar nicht erst in die NS-Zeit zurückblicken. Auch die Bürger der ehemaligen DDR kennen es gar nicht anders, als vor der Obrigkeit zu kuschen. Wenn wir aber eine Demokratie bleiben wollen, die diese Bezeichnung verdient, müssen wir den unsäglichen Untertanengeist überwinden.
    Wenn wir das nicht schaffen, dürfen wir uns nicht darüber beschweren, zunehmend bevormundet und damit letztlich entrechtet zu werden.

  • TDIFlorian

    Genug gejammert. Was tun?

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @32: Zum Beispiel eine Partei suchen, die sich als einzige konsequent gegen den ausufernden Überwachungswahn ausspricht: die Grünen zum Beispiel. Hab ich auch gemacht.

    Eintreten. Kämpfen und Diskutieren, Ämter übernehmen. Hab ich auch gemacht.

    Versuchen, konsequent zu gestalten.

    Oder: die unterstützen, die sich auflehnen, die den Mund aufmachen. Sei es durch Verlinkung und Verbreitung der Worte oder sei es durch Spenden / Mitarbeiter in Richtungen wie AK Vorrat und andere.

  • Hendrik

    soso. postident. Das schreit ja geradezu nach bundesweiter Einführung einer nicht skalierenden Public-Key-Infrastructure. Gut dass es bald die Gesundheitskarte gibt, und ach wie gut dass wir auf dem besten Weg zu einem Personalausweis im Scheckkartenformat mit eingebauten Verschlüsselungs- und Identifikationsmerkmalen sind. Braucht man ja nur noch die total sicheren, vorgehackten Kartenterminals aus China.

  • http://gruene.wettach.org Wolfgang G. Wettach

    Wie Stefan @34 richtig sagt: Zu den Grünen und zur Grünen Jugend (Jahresbeitrag niedrig zweistellig) gehen und gegen Internetzensur aktiv werden zum Beispiel bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Medien, wo auch Gäste immer willkommen sind: http://www.gruene-bag.de/cms/default/rubrik/1/1916.medien.htm

    Denn wer etwas Ahnung vom Netz hat weiß: Das Indizieren von schwierigen Blogs kann genausowenig der Weg zu Demokratie im Netz sein wie das von Frau von der Leyen geplante Sperren von Webseiten (deren Auswahl in einer undemokratischen weltpolizeilichen Blackbox stattfindet).

    Es grüßt:
    Wolfgang G. Wettach, Grüner Europakandidat ’09 und ’14

  • ein jemand

    Scheint als wäre gleich noch der Blog mit gesperrt worden, der darüber berichtet hat. Sicher ist sicher :)

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @36: Vielleicht hätte ich auch eine Signatur drunter setzen sollen ;-) Aber ich möchte hier ja keine Werbung für “meine” Partei machen, auch wenn die dummerweise gerade die einzige zu sein scheint, die sich nachhaltig auf Bundesebene dafür einsetzt, dass es nicht zu doll wird. Leider noch nicht mit dem notwendigen Einfluss.

  • Peterdrei

    Wenn ich da jetzt weiterdenke, dann könnten sie genausogut Bilder von sehr dicken Mädchen und Frauen indizieren. Denn Fettleibigkeit schadet auch der Gesundheit und wenn ich mich so umsehe sind da jedenfalls sehr viele Menschen “getriggert” worden.
    Ironie- Man muß jetzt einfach nur Veröffentlichungen mit dem Thema Fettheit zensieren und alle werden schlank und die Gesellschaft gesundet! ; Merkt ihr was?

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    Ich fürchte, “die” merken nichts mehr. Aber auch gar nichts.
    Und witzig: Nahezu zeitgleich mit #40 schlug bei mir ein ähnlicher Kommentar auf:
    “Was ist mit Chefkoch.de? schliesslich verglorifizieren die das essen, was für viele mit Fettsucht zu einem echten Problem wird? ”
    http://unkreativ.net/wordpress/?p=3771#comments

  • N.N.

    Zitat aus dem Beck-Blog:

    >> Medieninhalte, die suggestiv fordernd auf Kinder und Jugendliche einwirken, um sie zu Lebensweisen zu drängen, welche dem Erziehungsauftrag, der auch die Sorge um das körperliche Wohl umfasst, widersprechen, erfüllen nach Auffassung der BPjM den Tatbestand der Jugendgefährdung. Solche Medieninhalte unterliefen Elternrecht- und -pflicht und nötigten Kinder und Jugendliche, sich dem Erziehungsbemühen zu entziehen. Nach Ansicht der Bundesprüfstelle gefährden und behindern entsprechende Inhalte nachhaltig ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. <<

    Ersetzt man “Medieninhalte” durch “Schule”, trifft das auch auf die Realschule zu, die unser Sohn besucht. Dort wird in jugend- und erziehungsgefährdender Art eine Denkweise vermittelt und gefördert, die als asozial, hochgradig egoistisch, rechthaberisch, verantwortungslos und chaotisch bezeichnet werden muss. Das ist übrigens die Ansicht sämtlicher Eltern, mit denen ich mich bislang unterhalten habe.

    Kann ich diese Schule auf den Index setzen lassen? Wenn ja, wer ist dafür zuständig?

    @Topic:
    Wieder einmal – symbolisch für das Ringen gegen die Realität…

  • J.B.

    also leute. diesen abwehrreflex ggü. Eingriffen in Grundrechte halte ich euch ja zu gute. Der fehlt viel zu vielen Bürgen. Aber Koffein mit Magersucht vergleichen (@16)? das ist schon sehr gewagt.
    Erst mal überlegen, bevor man sich aufregt und hier löwenmäßig rumbrüllt.. Die BPjM beschließt nicht einfach wahllos, sondern wird auf Antrag tätig und begründet ihr Vorgehen. Ausserdem ist Zensur nicht gleich Indizierung.
    Auch wenn die Auswirkung der Indizierung einer Zensur schon nahe stehen kann, wie im vorliegenden Fall.
    Und nur weil jmd. eine Regelung umgehen kann (@6,17,30 uvm), ist die Regelung noch lange nicht unsinnig. So argumentiert könnten wir uns das BtMG sparen, weil jeder der wirklich will sowieso an Drogen kommt. Lieber nochmal drüber nachdenken … und nicht unqualifiziert daherschreien.

  • Hobbyjurist

    In obigen Kommentaren ist vereinzelt zu lesen, man solle doch die Grünen wählen. Meinem Eindruck nach scheinen die Grünen jedoch nur so lange etwas von Bürgerrechten zu halten, wie sie in der Opposition sind. Schließlich waren sie es, die zusammen mit der SPD Millionen von Arbeitslosen in eine Art Armenfürsorge vorindustrieller Ausprägung zurückkatapultiert haben (bei Interesse einfach mal nach “Hartz IV” und “Verfolgungsbetreuung” googlen). Das nur mal so am Rande.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @43
    BtMG:
    Das führt zu der interessanten Diskussion, warum der Staat meint, er müsse nicht nur die Menschen untereinander schützen (Gewaltverbot), sondern auch vor sich selbst (und der Entscheidung BTM zu konsumieren) und das dann aber nur halbherzig, wenn es sonst die Steuereinnahmen zu stark gefährdet (Tabak & Alc).

    Bevor Du also anderen unqualifiziertes Schreien unterstellst, weil sie Vergleiche wählen die möglicherweise nicht in der Tragweite richtig sind, solltest Du Dir überlegen, was Deine Aussagen in der Konsequenz bedeuten.

    Just my 2 Cents und nicht bös’ gemeint!

    @44:
    Du hast recht. Dem kann und darf man nicht widersprechen und man kann nur hoffen, dass die Bundesgremien gelernt haben: Aus der berechtigten Kritik, aber auch aus dem Zuspruch den die Grünen seit dem wieder erfahren.

  • H.

    Ich bin vehementer Gegner von Indizierungen, möchte aber hinzufügen, was Clay Shirky dazu mal gesagt hat (und wo er m.M.n. den Nagel auf den Kopf trifft): Das Problem von Magersucht-Verherrlichung im Internet ist, dass es kein gesellschaftliches Korrektiv mehr gibt.

    Das Internet ist prima geeignet, zu jedem Randthema eine Community zu finden. Deshalb ist es ja auch toll. Nun kann dieses Randthema etwas harmloses sein wie Fiat 500 Reparaturen, Tolkien-Bücher oder Live Action Roleplaying sein.

    Es gibt aber auch weniger harmlose Communites wie eben die der Magersucht-Verherrlicher, wo sich Jugendliche gegenseitig darin bestärken, dass Magersucht ganz ganz großartig ist.

    Eine solche Community konnte sich vor dem Internet sehr viel schwerer bilden. Man konnte keine Magersucht-Fanzeitung veröffentlichen, weil kein Verlag mitgemacht hätte. Man konnte im örtlichen Jugendzentrum keinen Magersucht-Fantreff einrichten und selbst wenn, hätte man ihn nicht in der Lokalzeitung ankündigen können.

    Ein solche Magersucht-Community (ebenso wie eine Selbstmord-Community – gibt’s!) zu verbieten, ist einerseits zu kurz gegriffen. Aber nichts zu tun und einen Eingriff als Zensur zu bezeichnen, ebenfalls. Wir müssen einen Weg finden, wie die Gesellschaft mit Communities umgehen soll, die selbstschädigendes Verhalten propagieren.

  • http://abraxa.wordpress.com Abraxa

    danke Stefan ;)

    als früher von Seiten zum Thema Selbstverletzendes Verhalten getriggerte kann ich sagen, wenn man seinen Trigger nicht im Web findet findet man ihn bei den Menschen die einen umgeben. Irgendwer ist immer dünner/hübscher als man selber, trägt Armstulpen unter denen Narben verborgen sein könnten, oder ähnliches. Das langt im allgemeinen als Trigger.

  • gant

    Die Maßnahme ist im Grunde wirkungslos, selektiv benachteiligend und hat daher Willkür- und Zensur-Charakter!

    Die Situation ist dieselbe als würde man Kinder in einen Rotlichtbezirk schicken und nur von den Betrieben mit ungerader Hausnummer die Durchsetzung des Jugendschutzes verlangen, während man den Rest wissentlich gewähren lässt.

    Das Internet ist international und bietet auch Inhalte, auf die das deutsche Jugendschutzrecht keinen Einfluss hat. Entsprechend muss der Zugang zum Internet selbst unter Jugendschutz-Aspekten geregelt werden oder begleitend der Zugriff durch Jugendliche.

    Hier aber selektiv die Jugendschutzmaßnahmen auf einzelne greifbare Anbieter zu verlagern, während andere ausländische Anbieter derselben Inhalte unbeirrt ihre jugendgefährdenden Inhalte präsentieren können, ist doch klar ersichtlich falsch.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @48
    Es entspricht aber dem nationalstaatlichen Denken, dass aus den Köppen nicht heraus zu bekommen ist. Nach wie vor glaubt jede Regierung, “ihr” Land im Griff zu haben oder haben zu können und hält sich berufen, nationale Regeln zu treffen. Die Wirklichkeit hast Du begriffen, viele anderen Kommentatoren hier auch. Die “Entscheider” leider (noch?) nicht.

  • http://www.mortek.de mortek

    Ich bin Betreiber von http://www.sterben-macht-frei.de . Eine Seite wo, so wie ich finde, auf durchaus unterhaltsame Weise und mit einem Augenzwinkern das Erhängen erklärt wurde. Samt Tabelle mit den entsprechenden Fallhöhen pro Körpergewicht, und Knüpfanleitung für den berühmten Henkersknoten. Aber trotzdem noch mit Verweis auf die Nummer der Telefonseelsorge, falls das ganze jemand ernst nehmen sollte.

    Diese meine Seite habe ich auf Drängen von jugendschutz.net schliessen müssen. Wollte ich doch den in den nunmehr auf der Seite dokumentierten Anschreiben aufgeführten Drohungen entgehen.
    Ich denke, dass mir die zu meinem Text verfassten Kommentare samt Verweise auf externe Seiten das Genick gebrochen haben (hihi). Denn da waren scheinbar heftige Sachen dabei, aber ich als Demokrat lösche fremder Leute Meinungen halt nicht.

    Wie gesagt habe ich das Anschreiben von jugendschutz.net auf der Seite veröffentlicht, vielleicht interessiert das ja jemanden von hier :)

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @50:
    Das ist aus mehreren Gründen schwer bis gar nicht mehr zu ertragen, was hier abgeht. Ich habe das mal aufgegriffen, wenn es recht ist.
    http://unkreativ.net/wordpress/?p=3797

  • WakeAlan

    @43:

    Soso, das ist also unqualifiziertes Rumschreien. Eine Regelung, die ein Staat nicht durchsetzen kann, *ist* aber sinnlos. Der Vergleich mit dem BtMG ist idiotisch, weil der Staat auf seinem Gebiet die Bestimmungen des Gesetzes zumindest prinzipiell durchsetzen kann, etwa indem er den illegalen Drogenhandel bekämpft und den legalen überwacht (“Giftbuch”). Das funktioniert auch deshalb so gut, weil es sich hier um materielle Güter handelt.

    Jugendschutz nach alter Väter Sitte funktioniert bei einem immateriellen Gut wie einer Internetseite aber nur extrem beschränkt. Eine Seite kann beliebig oft gespiegelt werden, so dass es praktisch unmöglich ist, den Zugriff darauf zu verhindern. Was hat es also gebracht, ein Blog zu indizieren? Auch wenn die Honks von jugendschutz.net das nicht begreifen, so ist das Internet eben kein traditionelles Medium, das sich so leicht verbieten oder zumindest unter den Ladentisch verbannen lässt. Und spätestens da sollte man sich die Frage stellen, wie man nun vorgeht.

  • anonym

    Daß ausgerechnet die Grünen sich für die Bürgerrechte einsetzen, das habe ich ja seit mindestens zwölf Jahren nicht mehr gehört (und auch nicht wahrgenommen)! Im Gegensatz zu früher würde ich diese Partei nie mehr wählen und auch nicht unterstützen, denn ihr Verhalten in den letzten zehn Jahren war doch sehr ernüchtend, um nicht zu sagen entlarvend. Beispiele ließen sich da einige bringen, nicht nur die Bürgerrechte, auf die diese Partei permanent pfeift, sondern etwa auch der von ihr mitgetragene Militarismus.

  • Hobbyjurist

    @ 50 (mortek): Tja, leider sind es solche Seiten wie Deine, die den Leuten mit Zensurbestrebungen geradezu in die Hände spielen. Freiheit bedeutet für mich auch, mit derselben verantwortungsvoll umzugehen. Irgendwie kann ich das bei Deiner Thematik nicht erkennen, tut mir leid.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @54:
    Lies bitte mal die Datenschutz-Rückbetrachtung von Twister auf Heise.de.

    Vermutlich bist Du einfach… selektiv gering hörend ;-)

    @55
    Es kommt aber nicht auf persönlichen Geschmack an, was Satire und freie Meinungsäußerung ist oder sein darf. Letztlich stünde es lediglich einem Richter zu, auf Grundlage der Gesetze eine Entscheidung zu treffen, welches Recht hier höher wiegt. Weder Dein Missfallen, noch die Interpretation von Jugendschutz.net oder irgendetwas anderes oder anderer hat das zu entscheiden.

  • idlelurk

    internet abschalten – jetzt – bevor uns skynet vernichtet

  • Hobbyjurist

    @ 56 (Stefan): Ich habe gar nicht vorgehabt, irgendwelche allgemeingültigen Entscheidungen zu treffen. Mein letzter Kommentar war nicht mehr und nicht weniger als eine Meinungsäußerung.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @58
    Ich weiß, dachte ich habe das zum Ausdruck gebracht.

    Denn genau da liegt ja immer die Gefahr: Man neigt dazu, Dinge mit einer persönlichen Meinung zu betrachten und damit Verständnis für etwas zu entwickeln, dass jedoch vom Grundsatz her falsch ist.

    Sorry, falls Du Dich missverstanden gefühlt hast.

  • Teutone

    Wäre es für die Betroffenden Jugendlichen, die auf diesen Seiten aktiv sind, nicht besser den Anschlussinhaber (meistens die Eltern) ausfindig zu machen und mit denen über das Verhalten der Kinder im Netz zu reden und ggf. Hilfen anzubieten.
    /zynisch
    Oder besser die Eltern einsperren wegen verletzung der Aufsichtspflicht gegenüber ihrer Kinder und diese ins Heim…
    /zynisch
    Aber verbieten und aus den Augen aus dem Sinn ist besser/billiger.

  • Der Gerd

    @ 36 Wolfgang G. Wettach +
    @ 38 Stefan

    Welche Partei meint ihr denn mit den “Grünen” die so für Bürgerrechte kämpft? Etwa Bündnis/90 – Die Grünen, die 7 Jahre mit der SPD an der Regierung waren? Die die Sicherheitspakete I und II, die sogenannten Otto-Kataloge mit beschlossen haben? Die das Bankgeheimnis in Deutschland faktisch abgeschafft haben? Die meint ihr doch nicht oder?

    Der Gerd

  • Strecker

    Alle Befürworter von Meinungseinschränkungen hinsichtlich der Bewertung der deutschen Geschichte(130 stgb) brauchen sich über Zensur nicht beschweren. Freiheit ist unteilbar,wer sogenannten Bösen die Meinung verbietet,verbietet sie letztlich sich selbst

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @61
    Hallo Gerd,
    ich widerspreche Dir nicht, was die Beteiligung der Grünen in der Rot-Grünen Koalition angeht. Siehe #45

  • http://magerquark.de Uwe

    ESST NUR 200 kcal AM TAG!

    Harhar, jetzt habe ich dafür gesorgt, dass das Lawblog auch indiziert wird und Postident braucht.

  • anonym

    Tut mir leid, ich bleibe dabei: Die Grünen sind in jeder Beziehung “verbrannt” durch das, was sie in den letzten Jahren getan und nicht getan haben; es ist eine Art
    FDP für Arme geworden. Auch die “Bürgerrechtspartei” FDP kümmert sich ja um dieses ihr Thema schon seit langem nicht mehr. Wie offenbar überhaupt keine Partei in Deutschland sich mehr um die Bürgerrechte Sorgen macht.
    Es sind nur noch einzelne Politiker, die das Thema aufnehmen, wie z. B. Frau Schnarrenberger.

  • Void

    @66:

    Öko-FDP ist der richtige Ausdruck

  • fdaw

    Ich für meinen Teil find die aktion auch nicht so schlimm wie viele tun.
    Das Blog wurde ja nicht verboten, sondern nur die Auflage erteilt keine Minderjährigen reinzulassen.

    Hätten sie diese (mMn logische Einschränkung) von selbst und früher durchgeführt, gäbs jetz keine Auflagen und sie könnten selbst entscheiden wie sie das handhaben wollen.

    In dieser Aktion eine Einschränkung der Meinungsfreiheit zu sehen ist schlichtweg Paranoid. Mädchen mit schlechtem selbstwertgefühl einzureden es wäre gut sich halbtot zu hungern und jedes kilo das sie sich abhungern zu feiern, kann durch die Freie Meinungsäußerung nicht gedeckt sein. Das ist keine Meinung, das ist ein Verbrechen an den Kindern.

  • Palladium

    Jeder Mensch, der in Deutschland einen Internetanschluss beantragt, muss dafür volljährig sein. Wenn Eltern meinen, dass sie ihre Kinder ab einem gewissen Alter unbeaufsichtigt surfen lassen können, dann ist das deren Entscheidung. Solange man sich um seine Kinder kümmert, mit ihnen über das redet was sie bewegt und für ihre Probleme immer ein offenes Ohr hat, sollte das auch kein Problem sein.
    Für alle die anderer Meinung sind gibt es ja immer noch die Möglichkeit lokale Filter auf dem Heimrechner zu installieren ohne dabei die freie Informationsbeschaffung aller (v.a. Erwachsener) zu beeinträchtigen.

  • Thomas

    @ 66:
    Namen sind Schall und Rauch… Die Grünen sind noch genauso grün wie die SPD sozial oder die CDU christlich, von der Sache her ist die komplette Mainstream-Parteienlandschaft doch komplett austauschbar geworden.
    Was spricht eigentlich dagegen, alles wieder zu ‘ner Einheitspartei zusammenzuschmeißen? In der Praxis würde sich nichts ändern, wir wären den ganzen Wahlk(r)ampfzirkus los und vielleicht könnten bei der Gelegenheit auch ein paar (hundert) Planstellen für Berufspolitiker eingespart werden.

    Aber mal zum eigentlichen Thema: ich halte solche Indizierungen generell für bedenklich. Bei konkreten Verstößen gegen geltendes Recht (wobei ich mir nach den Gummiparagraphen der letzten Monate auch nicht mehr sicher bin) mag das wieder etwas anderes sein, aber eine subjektive gut-böse-Schiene zu reiten ist gefährlich. Wer kann denn wirklich rational entscheiden, was richtig oder falsch ist? Wer garantiert, daß sich nicht nächste Woche die Meinung ändert? Und wenn man einmal anfängt, kommt irgendwann eine Lawine in’s Rollen…

    Wie war das? “Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.”

  • Magersuchtfan

    Volkswirt: Was Sie hier von sich geben, erinnert mich stark an einen gewissen Wiefelspütz – immer alles schön beschwichtigen und beschönigen.

    “Magersucht IST ein großes Problem, und es ist nach Meinung von Experten zwar nicht 100%ig erwiesen, aber durchaus möglich, daß Jugendliche durch solche Seiten “getriggert” oder in Ihrer Krankheit bestärkt werden.”

    Was IST ein großes Problem? Eins, das viele Menschen betrifft, oder eins, das viele Todesopfer fordert, oder eins, das sich großartig missbrauchen lässt?

    Es ist auch nicht 100%ig erwiesen, dass die Erde morgen nocht existiert. Die NASA könnte uns einen großen Asteroiden verschweigen, der uns morgen alle auslöscht, oder ihn einfach übersehen haben. Wieso tut niemand etwas dagegen? Wozu haben wir denn die ganzen schönen Atomwaffen, mit denen man die Erde gleich mehrmals zur Scheibe machen könnte?

    Nur damit Sie mir folgen können: Wenn etwas nicht “100%ig erwiesen ist”, dann ist es überhaupt nicht erwiesen. Der Ausdruck an sich ist nur ein Euphemismus für “Ich erzähle gerade zwar dummes Zeug, aber…”.

    “Auch wenn es natürlich Möglichkeiten gibt, auf ausländische Foren auszuweichen, ist zumindest ein Anfang gemacht. Schließlich werden Seiten von Holocaust-Leugnern u.Ä. auch nicht in Deutschland geduldet.”

    Anfang ist ein gutes Stichwort. Der Anfang war ja gerade das “Leugnen des Holocaust” zu verbieten. Nur seltsam, dass man nicht Lügen allgemein verbietet. Vielleicht weil es im Bundestag dann sehr leise und leer wäre?

    “Die Einschränkung gilt nur für Minderjährige.”

    Nein, sie gilt für alle Internetnutzer.

    “Erwachsene sind nicht im geringsten eingeschränkt.”

    Gut, wenn Sie das sagen, wird es wohl stimmen.

    “Ich finde, daß es sich damit um eine relativ geringe Einschränkung handelt, die man hinnehmen kann, wenn es sich um eine so tückische Krankheit wie Magersucht handelt.”

    Moment mal, eben was es noch nicht die “geringste Einschränkung” und nur einen Satz später ist es “nur eine geringe Einschränkung”? Merken Sie überhaupt noch, was Sie schreiben?

    “Und in ganz seltenen Fällen kann ein Forum eben auch eine Gefahr für die Gesundheit von psychisch Kranken darstellen.”

    Die ganze Welt stellt eine Gefahr dar auch für psychisch Gesunden. Wir wollen mal großzügigerweise davon ausgeben, dass es die gäbe.

    “Ich denke, daß Magersucht da ein Fall ist, und mir fällt auf Anhieb auch kein weiterer ein.”

    Der Haken ist jetzt, was? Das auf “Anhieb”? Also erst morgen, oder wie? Offensichtlich erzählen Sie uns einen vom Pferd oder Sie sind etwas beschränkt, was ihre Fantasie anbelangt. Mir fiele da noch ein ganze Menge mehr ein, aber ich nehme den Zensurfreunden sicher nicht die Arbeit ab.

    Ich verstehe auch nicht, was Kinder und Jugendliche überhaupt im Internet bzw. dem Web verloren haben. Für einen Internetanschluss braucht man immer noch einen vertragsfähigen Erwachsenen, im Regelfall die Eltern. Wenn Eltern es nicht schaffen, ihre Kinder vom Internet fernzuhalten bzw. dessen Nutzung entsprechend einzuschränken, dann ist das deren Problem, denn es liegt in ihrem Verantwortungsbereich. Wenn aber Eltern nicht einmal merken, dass ihre Kinder sich zu Tode hungern, dann fällt mir auch nicht mehr viel dazu ein. Das letzte was mir einfiele, wäre es das Internet zu zensieren. Das erste was mir einfiele, wäre das Jugendamt zu verständigen und den Eltern das Sorgerecht zu entziehen. Wie wäre es, wenn man anstatt sich ein Zweitauto oder sonstigen Luxus zu finanzieren mal wieder um den Nachwuchs kümmert. “Magersucht” ist wohl kaum primär ein Problem von arbeitlosen oder geringverdienenden Eltern.

    Jedenfalls können Kinder und Jugendliche auch ohne Internet ganz unmittelbar viel gefährlichere Dinge tun: Feuer legen, Autofahren, aus großen Höhen springen, sich erhängen, sich und andere abstechen, ertrinken, vergiften, etc.

    Beim Thema Magersucht kommt leider noch hinzu, dass die ganzen Fettsüchtigen gern von sich selbst ablenken, obwohl sie genau so ungesund leben, und dann auch gern ganz normale, schlanke Menschen als “magersüchtig” verunglimpfen, so dass das Problem viel verbreiteter erscheint, als es eigentlich ist.

  • Dirk Moebius

    @66:
    Welche Alternative bietest Du an?

  • Flying Circus

    @69/Palladium:

    Diese lokalen Filter zu umgehen, dürfte Jugendliche, die Google bedienen können, keine 5 Minuten kosten.

    Was die “Erhängen”-Seite angeht, ich halte es mit Tucholsky. “Was darf die Satire?” “Alles.” (Mal abgesehen davon, daß diese Art von schwarzem Humor – “Hat mir das Genick gebrochen …” – genau meine ist)

    Magersucht ist eine Gefahr, keine Frage. Aber ob man über die Zensur von Blogs, Webseiten etc. diese Gefahr effektiv bekämpfen kann? Da habe ich heftige Zweifel.

    Aber hey, wenn wir mal dabei sind: Mord, Betrug und ähnliche Straftaten sind kein Stück besser. Ich fordere also die Zensur aller Web-Inhalte, die dabei helfen könnten. ;-)

  • TheDoctor

    @71, Magersuchtfan:
    Das sagt alles was gesagt werden muss, vollständig, richtig.

    Das hat System, was da gemacht wird, man schaue sich nur die Diskussion über Patientenverfügungen z.Z. an.
    Ich hab gestern in “heute” dem Bosbach beim Darlegen seiner Position zugehört…
    …wo kommen wir den hin, wenn dem Bürger zugestanden wird, über sein eigenes Schicksal zu bestimmen ohne das im ein Notar und drei Berater das Händchen halten….

    Aaaaarghhhh…

    BTW. Blöder Nick, sollte wohl sarkastisch sein…

  • Tommy

    Der fürsorgliche Staat schlägt wieder zu!

    Der geschilderte Fall ist doch exemplarisch für das, was in den nächsten Monaten und Jahren folgen wird, nachdem die ersten Türen geöffnet wurden.

    Unser Damen und Herren Volksvertreter, bzw. deren Auftraggeber (also die wirklichen, nicht die, in deren Namen sie vorgeben zu handeln), entscheiden mehr und mehr, was uns zu interessieren hat. Und alles was – theoretisch – “schaden” kann, wird verboten-äh, sorry: indiziert.

    Und diese Art von fürsorglicher Entmündigung ist doch gerade das Merkmal der typisch grünen Denkweise. Schwäbische Öko-Stalinisten im Verbund mit doppelverdienenden, kinderlosen Lehrerehepaaren (mit leichter Waldorf-Orientierung)und neoliberalen Marktwirtschaftsfans à la Oswald Metzger – ich kann gar nicht glauben, dass ich früher auch mal “Grün” gewählt habe…was für ein Irrsinn!

    Also sind die Grünen nun wirklich die letzten, denen man noch einmal eine Chance geben sollte, es sei denn, man möchte sich politisch und gesellschaftlich auf das Niveau eines dreijährigen Kindes zurück stufen lassen…

  • zaungast

    @72

    auch wenn ich nicht nr. 66 bin:

    http://www.piratenpartei.de
    http://ich.waehlepiraten.de

  • Magersuchtfan

    Flying Circus: Sie haben vermutlich keine Ahnung, wie man Internetfilter fachmännisch installiert. Kleine Kinder lässt man maximal mit einem dedizierten Account und Domain-Whitelist ins Web. Wenn man wie Otto-Normal-Faultier natürlich schon viel zu faul ist, überhaupt ein Passwort zu verwenden geschweige denn Benutzeraccounts anzulegen, dann kann man es natürlich auch gleich lassen. Was ich nicht einsehe ist, dass solche Fauleltern dann nach dem Staat rufen – aber das hat wohl auch niemand von denen getan.

  • belef

    Und was macht diese famose Bundesjugenddingsda wenn der Blog auf twoday.net steht..? Internet abklemmen? Und überhaupt – gibt es irgendwo diese sagenhafte, veröffentlichunsverbotene Indizierungsliste? Ich meine zur Gänze, denn als EU-Bürger möchte ich ja auch vom EU-Ausland her wissen, ob ich meine Inhalte dem unbedarften Publikum in .de anbieten kann! Falls einer einen Link oder die Liste hat: Ich stelle sie zur Gänze ins Web, denn irgendwas Belustigendes aus Deutschland ausser Volker Pipers möchte ich zu gerne erleben…

    belef

  • Schwarzmaler

    Scheibchen für Scheibchen für Scheibchen… Irgendwann ist nichts mehr da von der Wurst, und das Spiel von Revolution und Evolution kann von vorne beginnen.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @77
    LOL
    Es gibt ja auch keine Hemmnisse, komplexe Filter- & Proxy-Lösungen zu installieren und natürlich kann ein “Durchschnittsfamilienvater” das mal eben Abends erledigen und dabei auch wirksam verhindern, dass sein Kind sich über Umgehungsmaßnahmen informiert.

    Leute, Filter taugen NICHTS im Vergleich zu Erziehung.

  • stuff

    @77 Ahemm, aber bitteschön eine sicherlich dumme Frage, möglicherweise sogar als beleidigend empfunden: Bitte wie blöd sind (Ihre?) Kinder denn eigentlich..? Ich meine, im ordinären Windows ist das rauswachsen aus seinem Account ja nun wirklich ein Kinderspiel, das sogar Blondinen in Behörden beherrschen, sollten Sie das so dicht hinkriegen, wie sie beschreiben, ist der PC für andere User unbrauchbar und sollte das Kid der einzige User sein, werden Sie die Maschine in zwei Wochen nicht mehr wiedererkennen, Linux draufgespielt und im raubkopierten VMWare Papas Windows laufen lassen. Schon mal aus so einer “dichten” Maschine probiert?

    Okok, passiert mir immer wieder, meine Einwände sind sowas von störend.

    Stuff

  • some.body

    Dr. Liesching hat den Volltext der Entscheidung veröffentlicht.
    Link dazu im Beck Blog (der Blogbeitrag wurde ergänzt) oder direkt hier

    http://www.technolex-anwaelte.de/index.php?id=43&news_id=261&bpid=35#

    (Der Site scheint gerade down zu sein, vorhin gings noch)

    Ich finde, die begrifflichen Klimm-Züge sind beachtlich:

    “Texte nötigen…dem elterlichen Erziehungsauftrag zu entziehen …und behindern die Erziehung” (!)

    Seit wann können Texte nötigen und behindern?

    Vielleicht besteht die Erziehung ja darin, junge Menschen vor und während der Internet-Nutzung die notwendige Medien-Kompetenz zu vermitteln, und jüngere Kinder garnicht unbeaufsichtigt ins Web zu lassen?

  • http://akagisan.de akagisan

    Erste Vorboten der Internetzensur… Und: die von der Leyen wähnt sich mit Ihrer naiven Sicht auf die Dinge und ihrem Vorstoß zur Filterung von Webseiten als Vorreiter im politischen Kasperletheater und realisiert gar nicht, wie sie damit einen weiteren Grundstein für weitreichende Zensurmöglichkeiten im Netz legt…

  • rollo

    @65: ;-)

  • Magersuchtfan

    Stefan: Ich schrieb schon ganz bewusst “fachmännisch”. Allerdings sind auch nicht alle Kinder “Computergenies”, auch wenn die stolzen Eltern das natürlich gern behaupten. Wenn man nicht-triviale Boot- und Account-Passwörter einrichtet, die nicht auf einem Zettel unter der Tastatur stehen, dürfte das für die allermeisten Kinder und Jugendlichen eine ausreichende Hürde darstellen, den Computer unbeaufsichtigt zu nutzen, bis sie aus dem gröbsten heraus sind.

    Wie gesagt, da es schon daran scheitert, ist es müßig darüber zu diskutieren, wie komplex es wäre, effektive Filter und Proxies einzurichten.

    stuff: Meine Kinder haben einen IQ von exakt 0. Ihren superschlauen Blondinen ist wahrscheinlich entgangen, dass sie Adminrechte besitzen, dass man auch nicht-triviale Passwörter verwenden kann und dass nicht jeder Chef schlauer als seine Angestellten ist. Wie das Kind ohne root-Passwort und ohne Zugriff auf das BIOS das Betriebssystem austauschen will, ist mir schleierhaft. Außerdem braucht es die Internet-Zugangsdaten um ungehindert Zugriff aufs Internet zu haben. Im Prinzip ist es mir aber zu blöd, anhand eines fiktiven, theoretisch unbegrenzt schlauen Kindes zu diskutieren. Wenn das Kind intelligent genug ist, solche Maßnahmen zu überwinden, sollte es reif genug sein, Magersucht nicht für total 1337 und kewl zu halten. Letztlich ist Magersucht wie schon geschrieben sowieso kein technisches Problem, sondern ein Erziehungsproblem.

  • hallo

    Wer würde denn seine Kreditkartennummer angeben + Postident machen, bloß um einen Blog zu lesen (und ansonsten heißt es Website abgeschaltet)? Diese theoretische Möglichkeit – die aber in der Praxis niemals umsetzbar wäre – ist doch nur eine schäbige Ausrede, um die Sachen nicht beim Namen nennen zu müssen: “Zensur”

  • Palladium

    @73, 80, 81

    Natürlich sind lokale Filter zu umgehen. Aber wer sich Linux und ne VM installieren kann, der kann auch mit ein paar Tricks IP Sperren umgehen (wie die Arcorsperre bei YouPorn 2007), mit älteren Geschwistern das PostIdent für Forenregistrierungen austricksen oder ganz low-tech Papas Pornosammlung unterm Bett finden.
    Es gibt keine absolut sicheren Lösungen für den Jugendschutz, aber es gibt Lösungen, die den Zugang für Erwachsene nicht so stark erschweren, dass man von Zensur sprechen kann. Wenn es dem Staat wirklich nur darum ginge die Kinder vor “gefährlichen Inhalten” zu schützen, dann sollte man lieber eine idiotensichere Filtersoftware auf der BSI-Homepage anbieten – oder Aufklärungsarbeit und Interneterziehung in den Schulen leisten. Aber das wäre ja zu teuer.

  • .

    @85: Dann benutzt das Kind den Rechner also niemals selbstständig, schließlich muss immer jemand den rechner an und aus machen.
    Da kann man auch gleich das kabel jedesmal mitnehmen, das hat wenig mit filtern zu tun.

  • stuff

    @85
    Hmm, ich verrammle berufsbedingt Arbeitsplatzcomputer gegen die bösen User, bin also in ähnlicher Lage wie die Bundesjugendprüfstelle, nur ohne Jugendschützergestus und kann Ihnen mitteilen, dass Admin-Rechte in einem leidlich aufgerichtetem Windows-Netz überhaupt & mitnichten notwendig sind, “schreckliche” Dinge aufzuführen. Auch lassen sich BIOS-Einstellungen bei den meisten BIOS mit undokumentierten (haha) Tastaturaffengriffen auf null stellen und – falls Disketten- bzw. DVD-LW eingebaut sind booten die jede BART-CD oder eben ein Recovery-Linux mit allen Bösartigkeiten drauf, die in Deutschland wegen der Hacker-§§ ja Gottseidank ganz voll verboten sind. Sollte die BART-CD booten, ist das Admin-Passwort ab sofort dasjenige, das der User eingibt und ist der ganz schlau, ändert er nur das PWD eines Users mit Admin-Rechten. Das Beispiel mit dem VMWare stammt von einer befreundeten Familie in Österreich, die von mir so einen dichten PC wünschten und einige Wochen später sollte ich die Filter “updaten”. Der hoffnungsvolle Sprössling war dazumals 11 Jahre alt – ctrl+alt-Taste drücken und es erschien die KDE-Oberfläche. Nein, ich habe nochmals ctrl+alt gedrückt und die Filter im Windows updated…
    Und im Unix? Obigen Affengriff und eine Recover-CD einlegen, Platte mounten und im etc-Directory in der pwd – ach was! Wozu weiter schreiben!

    Was sagte ein Sicherheits-Guru von einer Virenbekämpfungsfirma? “They are always ahead, because they are inspired!” Und das ist ja das allererste, was dem Durchschnittskind ausgetrieben werden muss!

    stuff

  • TheDoctor

    @85, Magersuchtfan:

    Jo, das ist auch meine Definition von reif für unbeschränkten Internetzugang: Wenn Kind/Jugendlicher die Sperre aufbekommt.

    Und wenn ICH die Tüte zumache, dann IST sie zu.

  • Magersuchtfan

    Palladium: Nein. Von welchen Medien der Computer Booten darf und soll, lässt sich im BIOS einstellen. Außerdem kann man diese Einstellungen mit einem Passwort schützen. Der Bootloader lässt sich somit nicht mehr umgehen und der Nutzer kann sich nur in Accounts einloggen, deren Zugangsdaten er kennt. Gegen physische Eingriffe, wie das Austauschen der Festplatte, hilft natürlich keine Software, aber physische Sicherungen. Der Autoschlüssel hängt aber wahrscheinlich ungesichert am Schlüsselbrett und irgendwo endet ja auch die Verhältnismäßigkeit. Eigentlich aber sollte es völlig reichen, wenn die Eltern Regeln aufstellen und dessen Befolgung vor allem anfangs und dann immer mal wieder kontrollieren. Der Gesetzgeber kümmert sich bei der Erlassung von Verboten auch nicht darum, ob sich Verstoße dagegen absolut – wenn überhaupt – verhindern lassen oder nicht. Wer sich erwischen lässt, ist dran. Alle anderen haben eben Glück gehabt. Fertig. Aus. Basta. Alle tot? Nein? Weitermachen.

    Worum es eigentlich geht, ist doch, dass das Internet nunmal per se keine jugendfreie Zone ist und man deshalb keine Rücksicht auf Jugendliche sowie Kinder zu nehmen haben sollte. Genauso wie ich auf der Autobahn nicht damit rechnen muss, dass Säuglinge über die Fahrbahn krabbeln.

  • Thomas

    Schön zu sehen, wie die Diskussion abtriftet… ;-)

    Vielleicht stehe ich mit der Meinung ja auch so ziemlich allein – aber wäre es nicht sinnvoller, Kindern den kritischen Umgang mit Informationen beizubringen anstatt sie in Watte zu packen und krampfhaft zu versuchen, alles abzublocken, was nicht 110%ig rosarot ist? Ich behaupte mal, ein Kind, das in einer sterilen “Vollkasko-Umgebung” aufwächst, wird mit ziemlicher Sicherheit Probleme bekommen, wenn plötzlich mal niemand für es denkt.

    Soll heißen – wir haben damals doch auch “Hänsel und Gretel” gelesen und anschließend keine alten Omas auf der Straße angezündet. Oder den “Froschkönig” als Aufforderung zur Zoophilie verstanden…

  • bombjack

    @52 Stefan
    […]
    @50:
    Das ist aus mehreren Gründen schwer bis gar nicht mehr zu ertragen, was hier abgeht. Ich habe das mal aufgegriffen, wenn es recht ist.
    […]

    Hier mal ein netter Artikel über diese “Damen und Herren” (Eigenzensur um nicht in Konflikt mit diversen § des StgB zu kommen):

    http://blog.assoziations-blaster.de/2007/12/jugendschutz-erwachsenenschutz.html

    Noch interessanter dürfte z.B. das “BpjM-Modul” (einfach mal danach suchen) sein, was z.B. von Google.de zur Manipulierung der Suchergebnisse eingesetzt wird. Interessanterweise steht im Jugendschutzgesetz §24 Abs. 5 folgendes Zitat:
    […](5) Wird ein Telemedium in die Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen und ist die Tat im Ausland begangen worden, so soll die oder der Vorsitzende dies den im Bereich der Telemedien anerkannten Einrichtungen der Selbstkontrolle zum Zweck der Aufnahme in nutzerautonome Filterprogramme mitteilen. Die Mitteilung darf nur zum Zweck der Aufnahme in nutzerautonome Filterprogramme verwandt werden.[…] aus http://bundesrecht.juris.de/juschg/__24.html

    Zudem findet sich dort auch dieser Passus in §28 Abs. 3 Nr. 2 Jugendschutzgesetz:
    […]
    (3) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig […]
    2. entgegen § 24 Abs. 5 Satz 2 eine Mitteilung verwendet.
    […]

    Mir stellt sich die Frage, wie der Begriff “Nutzerautonom” mit der zwangsweisen Filterung von Suchergebnissen von Suchmaschinen vereinbaren läßt, die nicht ausschaltbar ist?
    Logischerweise ist der Begriff “Nutzerautonom” vielen “Jugendschützern” da ein Dorn im Auge und ich kann mich an mehrere Versuche besonders der CSU erinnern ihn aus dem Jugendschutzgesetz streichen zu lassen….
    Wetten, das der nächste Antrag zur Streichung bald wieder kommt, damit auch einer staatlichen Zwangsfilterung (die Leyen läßt grüßen) nichts im Wege steht?

    bombjack

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    Thomas, Du hast völlig recht. Das nennt sich “Vermitteln von Medienkompetenz” und ich habe gerade im Spreeblick im Kommentar #45 darauf hingewiesen, dass man mit seinen Kindern auch “die dunkle Seite der Macht” gemeinsam erkunden sollte:
    http://www.spreeblick.com/2009/01/22/bundesprufstelle-indiziert-blog/#comments

    Aber hey, wie so oft ist es egal, was gut wäre. Hauptsache wir machen was und geben uns aktionistisch. *seufz*

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @94
    Wie jetzt?
    Google filtert nach einer Liste der BPjM die Suchergebnisse?

  • stuff

    @92
    So zum Schluss noch: Woher haben Sie die Gewissheit, dass dieser BIOS-PWD-Schutz auch tatsächlich einer ist? Weils im Handbuch steht? Oder: Weil Ihnen es noch nicht geglückt ist, den zu umgehen? Denn selbst Firmen wie Siemens ist es lange entgangen, dass man vom meistverkauften “Behörden”-PC, sogar vom Modell, das eine SmartCard-Sicherung hat(te) mittels Affengriff in das PXE-Bootmenu kam und übers Netz booten konnte, wobei man ungehindert alle Parameter eingeben konnte und von einem Server weit hinterm Horizont ein Minimal-OS booten konnte. Die PC gab es dann weit vor dem technischen und buchhalterischen Ablaufdatum zu ~35 € zu kaufen, in fast beliebigen Stückzahlen…

    belef

  • Palladium

    Ich glaube die durchschnittlichen Eltern können ihren Computer nicht so absichern, dass durchschnittliche Jugendliche die Sperre nicht umgehen können. Früher konnte man solche Bios-Passwörter durch allseits bekannte Masterpasswörter wie “lkwpeter” ersetzen. Inzwischen fehlt mir das Fachwissen um solche Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Ich werde wohl langsam alt :)

    Einig sind wir uns aber in dem Punkt, dass wir aus dem Internet kein “Kindernet” im Sinne des Jugendschutzes machen müssen. Von daher bevorzuge ich – wenn überhaupt – lokale Filter. Und wenn die Kinder schlau genug sind um Filter zu umgehen, dann sollten sie auch genug geistige Reife haben um das internet zu nutzen.

  • zf.8

    65/Uwe

    Immerhin schreiben Sie ja “kcal”.

    Es gibt genug “Informationsseiten”, die den Tagesbedarf einer Frau bei 2.000 Kalorien ansetzen. Denen sollte man auch mal mit der Indizierungskeule kommen.

  • Magersuchtfan

    stuff: Ganz einfach. Wenn ich nicht recherchieren kann, ob und wie sich der Passwortschutz umgehen lässt, dann findet das auch kein Blag heraus. Außerdem kann man das beim Hersteller anfragen oder sich zusichern lassen. Es gibt auch modifizierte BIOS-Software mit zusätzlichen Features, wo dann eben keine Masterpasswörter funktionieren. Ohne Zugriff aufs CMOS kann man sich auch kein Passwort generieren.

    Jumper etc. sind im BIOS-Handbuch oder auf Webseite des Herstellers dokumentiert.

    Zum Daddeln sollte man den Kindern sowieso besser eine Spielekonsole kaufen. Das ist nicht nur sicherer und wartungsärmer, man braucht auch nicht ständig aufrüsten, um die neuesten Spiele spielen zu können.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    Angeblich filtert Google mit einer Liste der BPjM??
    http://unkreativ.net/wordpress/?p=3824

  • jungejunge

    ich find die beißreflexe hier schon ein wenig überzogen. man muss sich vor augen halten, worum es eigentlich geht. die gefahr, dass sich diverse gefährdete jugendliche in einer ziemlich gefährlichen art und weise aufschaukeln ist absolut gegeben. diese basis den kindern zu nehmen ist absolut legitim. wenn auf offener straße teenager mit transparenten rumlaufen würden die das selbe verbreiten wie im besagten blog, würde das auch unterbunden werden und niemand würde sich aufregen. wo also ist der unterschied? oder ist das internet ein rechtsfreier raum? ich finde es auch sehr viel erstaunlicher, dass solch eine nachvollziehbare aktionen derart wellen schlägt aber die kinderpornozensurgeschichte niemanden interessiert. dort wird nämlich zu ungunsten tausender unschuldiger kinder nicht die ursache bekämpft, sondern nur geflickt. aber das scheint nicht so sehr zu interessieren.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    Und auf welcher Rechtsgrundlage sollten die Transparente verboten werden?

  • Thomas

    @102:
    Der Vergleich hinkt: Es wäre das gleiche, als würde man einfach die Gardinen zuziehen, um die Teenager mit ihren Transparensten nicht mehr sehen zu müssen.

    Egal, ob es nun um diesen konkreten Fall oder die allgegenwärtigen “islamistischen Kinderpornoraubkopierer” geht – es ist immer der gleiche Populismus. Erstmal drauf mit Gebrüll, Hauptsache, man erweckt den Eindruck, was zu tun. Wen interessiert schon, daß man nur Symtome übertüncht und die Ursachen geflissentlich ignoriert? “Steht nicht einfach rum – verbietet irgendwas!”

  • jungejunge

    @103: wenn auf den transparenten stünde, dass nichts essen gesund ist und schön und reich macht und gleichzeitig flyer mit erfolgsbildern und erfolgsgeschichten verteilt würden, hätte das kaum was mit meinungsfreiheit zu tun. solch eine kundgebung würde mit sicherheit aufgelöst werden. welche rechtsgrundlage ein verbot hätte , weiß ich nicht. ich bin kein richter oder polizist.
    @104: islamistische kinderpornoraubkopierer..?

  • stuff

    @100
    Okok, ich geb mich geschlagen, wir sind beim klassischen Modell: Wenn ich das nicht verstehe, verstehens die Prolos erst recht nicht, die Methode, nach der scheint’s in .de Gesetze gemacht werden: Der Grund, warum ich Deutschland verlassen und mir ein Land mit einer Staats_bürgerschaft_ gesucht habe, keiner Staats_angehörigkeit_, wg. hörig oder so. Jedoch: Da ich gelegentlich noch immer in Deutschland zu tun habe und ab und an Unterlassungsbegehren, Abmahnungen u. dgl. bei mir hereinflattern, bin ich – unwillig, aber doch – mit Deutschland verbunden. Es dauert oft recht lang bis die Verfasser dieser Elaborate mitkriegen, was ich mit “hat die deutsche Wehrmacht das Gebiet, in das sie Ihr Schreiben richten, vor mehr als 60 Jahren verlassen” so meine…

    stuff

  • Magersuchtfan

    jungejunge: Ich empfinde es als absolute Unverschämtheit, was Sie da schreiben. Das fängt schon beim Wort “beißreflexe” an, mit der Sie alle Kommentare hier als dumm abtun wollen. Dass sich da etwas “aufschaukelt” ist überhaupt nicht “absolut gegeben”. Das ist einzig und allein Ihre Hypothese, die Sie gefälligst zu belegen haben. Ich bin gespannt.

    Die Formulierung “rechtsfreier raum” finde ich übrigens sehr putzig, denn Sie meinen “verbotsfreier Raum”. Unter Rechten verstehe ich nämlich so etwas wie “freedom of speech” – nicht etwa so lächerliche Pseudo-Rechte wie die angebliche “Meinungsfreiheit” oder die ominöse “Redefreiheit”, die an der Schädelinnenseite enden. Sie wollen keine Rechte, Sie wollen Verbote.

    Dass Sie behaupten, die Kommentatoren hier würden die Aktionen von Frau Leyen gutheißen, ist wirklich der Gipfel. Mit ein bisschen mehr Intelligenz würde man erkennen, das dies ganz und gar nicht der Fall ist. Dass diese Blogsperrung und die Websperrungen Kinder desselben Geistes sind, sollte jeder ohne Merkbefreiung mitbekommen. Das wurde auch oben schon so angedeutet. Einfach mal lesen und versuchen zu verstehen, anstatt wild um sich zu beißen.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @105
    Einzelne Teenies mit Transparenten? Würde man belächeln.
    Eine angemeldete Demo “wir wollen nicht mehr essen”? Mir ist nicht bekannt, dass das etwas ist, was in irgendeiner Form mit geltendem Recht kollidiert und daher nicht zulässig wäre.

  • Magersuchtfan

    stuff: Den wirren Stuss muss ich jetzt nicht verstehen, oder? Immer das gleiche mit euch unfehlbaren Pseudo-IT-Experten, die auch noch stolz auf ihr selbst erworbenes Aspergersyndrom sind. Einen angenehmen Dunning-Kruger wünsche ich.

  • stuff

    @109
    Nein, niemand muss das verstehen, das versichere ich allen, die meine Elaborate lesen. Allerdings – Unverständnis _und_ zugleich die Fähigkeit zur Ferndiagnose – da bin ich doch etwas erstaunt. Das mit dem IT-Experten, das weise ich entschieden zurück, über das “Pseudo”, da könnt ich mich noch verständigen, der Recherche-Vorsprung zu den “Blagen”: Ein echter Dunning-Kruger..?

    Stuff

  • Thomas

    @105:
    Stimmt, ich hätte eigentlich “killerspielspielende, islamoterroristische Kinderpornoraubkopierer” schreiben müssen.

    Die sind nun mal an allem schuld und werden bei jeder Gelegenheit (und auf teilweise haarsträubende Art und Weise, vgl. zB http://www.shortnews.de/start.cfm?id=732115) hervorgekramt, wenn man wieder irgendein Verbot oder eine neue Verordnung begründen will. Ist ja auch bequem – jedem, der da nicht sofort “Hurra!” schreit, kann man unterstellen, daß er damit ja sowas unterstützt und sicher selbst was zu verbergen hat. Als ob es nicht reichen würde, daß man hierzulande vor “normalen” Terroristen schon nicht mehr treten kann…

  • jungejunge

    @108
    sich in konjunktive zu verrennen bringt jetzt glaub ich nichts. fakt ist doch, dass das gesperrte blog kein nachrichtenblog war, sondern wo gezielt eine unwahrheit verbreitet wurde, die durchaus als gefahr für leib und seele einer gewissen zielgruppe zu sehen war. ist es daher falsch dem einhalt zu gebieten?

  • Nele

    Ich vermisse einen Aspekt in der Diskussion: die Betroffenen. Für Menschen, die an Magersucht, Bulimie, Borderline oder ähnlich gravierenden Krankheiten leiden, ist es unerheblich, ob ein Blog verboten/ indiziert ist. Verbote und der Bruch von Konventionen gehören zu ihrem Alltag – zumindest ist das meine Erfahrung. Ich befürchte, dass die (praktische) Sperrung solch eines Blogs nur “Ausweichmanöver” provoziert und es an anderer Stelle weitergeführt wird. Bei der Blog-Zielgruppe würde so möglicherweise das Gefühl verstärkt werden, eine eingeschworene Gemeinschaft (gegen die anderen) zu sein.

    Meine Vermutung ist, dass die so kontrovers geführte Diskussion um die Indizierung dieses Blogs vielmehr die Ratlosigkeit der Außenstehenden, der Familien und Freunde widerspiegelt. Unbestritten gibt es Essgestörte, psychisch Kranke. Die Frage ist, ob und wie wir auf sie reagieren, wie wir damit umgehen. Und so gesehen kann ich die Reaktion im Sinnes ein plumpes Verbots nicht gutheißen (und die Indizierung ist genau das).

    Nein, ich bin kein Haus- und Hof-Psychologe. Nur selbst involviert.

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    @112
    Gefahr für Leib und Leben? Aus dem Internet?

    Weißt Du, was Du dann alles indizieren müsstest?

    Verbreiten von Unwahrheiten? Kennst Du das Bildblog?

    Sind jetzt nur noch die von Dir gerade genannten “Nachrichtenblogs” nicht indizierbar? Was ist ein Nachrichtenblog?

    Wenn ich auf meinem Blog immer und immer wieder schreibe, dass der Mond aus Käse ist und man eben doch nur von Luft und Liebe leben kann, lässt Du mich dann auch indizieren?

    Nichts als Fragen… so weit mein Auge reicht..

  • Garantiert nicht magersüchtig

    Habe gerade Heise Online gelesen.
    Ich zitiere:
    “[…]
    Das Blog sei von einer minderjährigen Autorin betrieben worden, heißt es im Antrag der KJM
    […]
    Die Bundesprüfstelle hat den Provider auf den jugendgefährdenden Charakter des Angebots hingewiesen, sagte Monssen-Engberding. Ob daraufhin Google oder die Autorin das Blog gelöscht haben, wisse sie nicht.

    “Wir kennen die Anbieterin des Blogs nicht.”

    […]”

    Sauber!
    Eine minderjährige Magersüchtige weniger – äh ich meine: eine weniger auf dem Schirm!

    Viel Spass noch beim Welt retten liebe Jugendschützer. Und vielleicht das nächste mal wenigstens so tun, als hätten Sie sich wirklich bemüht!

    Ich mach schluß ich muß jetzt leider kotzen!

  • Wie bindend ist denn so ein Beschluss? Wörtlich?

    Also, wenn da stünde, dass yyy.com auf den Index kommt, dass yyy.com Gegenstand des Verfahrens ist, im Antrag aber von xxx.com die Rede ist. Kommt dann xxx.com oder yyy.com auf den Index? Bzw. viel wichtiger: Ist dann xxx.com überhaupt auf dem Index?

    Und was, wenn ich Betreiber von yyy.com wäre und nichts getan hätte, was die Indizierung rechtfertig. Könnte ich dann Schadensersatz fordern? (Z.B., weil ich auf yyy.com Spielzeug zu Taschengeldpreisen anbiete, durch die Indizierung aber ein Großteil der Kunden nicht mehr auf meine Seite gehen darf)

  • http://faroer.twoday.net Faroer

    Beim Durchlesen der Entscheidung fällt mir auf:

    “Gemäß $ 1666 BGB umfasst das “Kindeswohl” ganzheitlich ….”

    Kindeswohl?

    Kinder, Kinder, wo sind denn die Erwachsenen? Wenn Pubertätslyrik schlimmer zensuriert wird als es ultraevangelische Eltern in den “Poesie-Alben” ihrer Kinder täten – wie konnten dann deutsche Soldatem an den Hindukusch geraten???

    Faroer

  • jungejunge

    @116
    wenn du in deinem blog was über käse und mond schreibst, hast du die lacher auf deiner seite.
    wenn du aber eine anleitung bringst, wie man sich zu tode hungert, ist das was anderes (man beachte dabei auch die zielgruppe!).
    und die herangehensweise “ja was man dann alles indizieren müsste” hinkt auch. lässt man dann alles so wie es ist?

    nachrichtenblog… bildblog… usw.
    das ist haarspalterei und keine fruchtbare diskussiongrundlage

  • stuff

    @118
    Das ist die Crux mit dem Indizieren von Web-Inhalten. Es wird eine _Adresse_ indiziert, nicht ein Werk, das ist so ähnlich wie wenn ein Verlag indiziert würde, weil die ein indiziertes Werk verlegten. Die Adresse dieses Verlages darf nicht mehr genannt werden, Antrag an die Gemeinde, die Adresse aus dem Stadtplan zu tilgen, die Firma zu löschen und die Telecom solle die Telefon-Nummern aus dem Telefonbuch streichen. Eventuell das Haus abzureissen und eine Tafel aufzustellen, dass das Lesen dieser Tafel verboten sei und daraus nicht zitiert werden dürfe.
    Bescheuert halt, aber wie sonst sollte der Heimtücke-Paragraph in die beumodische Demokratie-Zeit gerettet werden?

    Stuff

  • Zensurhasser

    Naja, bei google.cz ist die Seite noch im Cache. Viel war da sicherlich nicht los.
    Interessant, dass wegen solchem Quatsch eine Blogzensur eingeführt wird. Das hilft den Magersüchtigen sicherlich nicht.
    Die Frage ist bloß, welcher Blog wird als nächstes zensiert?
    Armes Deutschland
    der Zensurhasser

  • @121: Um das ging es mir garnicht. Mir ist nur aufgefallen, dass in dem Beschluss eine Domain auf den index geschickt wird (a-h-b.com), um die es im Antrag (a-h.b.com) nicht ging … Ist jetzt a-h-b.com, a-h.b.com oder sind beide betroffen?

  • Zensurfeind

    Es ist und bleibt Zensur, wenn Meinungen (sei sie auch noch so krude) unterdrückt werden.

    Weder findet sich in dem zensierten Blog eine Anstiftung zu Straftaten noch sonst irgend etwas, das jemand in seinem Recht (auf Freiheit) beschränkt.

    Wann werden denn Modelwettbewerbe zensiert? Wann gibt es ein Verbot von Tanzschulen (Ballerinen sind besonders gefährdet an anorexia nervosa zu erkranken!)?

    Wann führt man (endlich! seufz) Kontrollchips ab Geburt ein, damit ja niemandem “etwas” passieren könnte?!

  • Magersuchtfan

    Wird xkcd.com jetzt eigentlich auch gesperrt?

  • http://w3projekt.com Holger

    Ich persönlich finde es eine unmögliche Tatsache, dass die Politik und irgendwelche Ministerien die Meinungsfreiheit in Deutschland derart beschneiden!

    Die Internet-Zensur in China wird von allen öffentlichen Seiten in “Good Old Germany” hart angeprangert und nun selbiges in Deutschland?

    Magersucht ist sicher kein Thema, welches man bagatellisieren sollte, aber es ist keine Straftat oder? Wenn jemand über “Dick ist schick” bloggt, muss er vermutlich auch demnächst mit juristischer oder stattlicher Verfolgung rechnen, weil Fettsucht ja auch nicht grade gesund ist ….

    ….. wo leben wir hier eigentlich? In einer Diktatur?

    …..

  • GegenZensur

    “Magersucht ist sicher kein Thema, welches man bagatellisieren sollte, aber es ist keine Straftat oder?”

    Richtig.

    M.E. gibt es auch keine “Anstiftung” zur Magersucht. Genauso wenig, wie es Anstiftung zum “Konsumieren” von Alkohol, Zigaretten und sonstigen schädlichen Verhaltensweisen/Produkten geben kann. Jeder ist für sich selbst (und seine Kinder verantwortlich).

    V.a. sollten die Eltern ihre Kinder SELBST vor solchen Seiten “schützen”, indem sie ihnen den Zugang untersagen.

    Ich finde den Zugang in den USA zu diesem Thema wesentlich besser (Schutz der Kinder)!

    siehe auch (weil es auch hier um “Jugendschutz” geht):
    http://www.heise.de/newsticker/Oberster-US-Gerichtshof-beerdigt-Gesetz-zum-Online-Jugendschutz-endgueltig–/meldung/122196

  • stuff

    @123
    Geht als Schreib- oder Übertragungsfehler durch, da die Intention, die Seite mit den zitierten Texten zu sperren, klar ersichtlich ist und die Verwechslung zwischen – und . nachvollziehbar ist. Allerdings würde ich die Indizierung mit dem Hinweis, dass kein _Werk_, sondern eine Internetadresse (“Verlagsadresse” meiner obigen Polemik) indiziert würde, bekämpfen – übrigens bekämpfen: Wenn die Autorin Minderjährige ist, vermisse ich die Beistellung oder Erwähnung des Rechtsbeistandes bzw. gesetzlichen Vertreters/Erziehungsberechtigten, Minderjährige werden ja wohl sich vor solchen Gremien nicht eigenverantwortlich vertreten können!? Aber wirr sind Toitschland – so Kleinigkeiten fallen bezeichnenderweise unter den Tisch, Minderjährige sind _Objekte_, wem (zuge)hörig ist da noch das Wichtigste.

    Stuff

  • Der Große Bruder

    Ich find es doppelplusgut das uns die BPjM vor Undenk schützt und aus uns Gutdenker macht

  • xterm

    @81 “stuff”, also wenn du von “raubkopierter” VMware schreibst, sagt mir das, dass du dich mit dem Thema bereits seit Jahren nicht mehr beschäftigt hast!
    (Tip: Einfach mal bei VMware, Xen, Virtualbox oder Virtual PC reinschauen.)

  • ich

    Das ist natürlich nich so doll – genau wie die supercoole “kommt wir blocken kipo”-Aktion. Aber wo ist das Problem? Ausländischer (ohne Amtshilfe) Server => keinen Namen => kein Problem. Zur Not Freenet oder ähnliches.

    Unser Staat ist leider Gottes dämlich. Aber das stört “das Internet” zum Glück nicht :)

    Das traurige daran ist halt dass der Ehrliche der Dumme ist, und die wirklich Kriminellen nicht gefunden werden. Aber das wird die derzeitige Administration wohl nicht verstehen (wollen). Vielleicht wirds mit den nächsten Generationen ja besser.

  • Hans

    Scheinbar nimmt man es bei Google mit dem “Jugendschutz” seeeehr genau:
    http://unkreativ.net/wordpress/?p=3824

  • meinName

    Also meiner Meinung nach ist das nciht das erste Blog, das auf den Index fällt.

    Eines der (wenn nciht das) größe Blog (pi-news.de oder .net) – ein rassistisches Blog – wurde ebenfalls indiziert. Nur (leider) hat es der Betreiber einfach auf einen Hoster im Ausland geschoben und damit das Recht “aufgetrickst”.

  • Hannes

    @134

    Es ist doch ein Armutszeugnis, wenn man auf ausländische Hoster ausweichen muss, weil man im eigenen Land zensiert werden würde. Und da regen sich doch tatsächlich Leute über die Zensur in China auf. Wenn wir die geplanten Sperrlisten des BKA mit solchen Aktivitäten des angeblichen Jugendschutzes addieren dann sind wir doch von chinesischen Verhältnissen nicht mehr weit entfernt.

  • spYro

    Sekunde mal. In dem PDF steht: “Das vorliegende Internet angebot enthält frei zugänglich Texte, die ein extremes Schlankheitsideal und eine sehr probmelatische Einstellung dem eigenen Körper gegenüber propagieren”.
    Bin ich jetzt bekloppt? Was ist denn mit den ganzen Werbeplakaten mit den Modells? Was ist mit Sendungen wie “Top-Modell”? Was ist mit den ganzen Diät-Tipps in Frauenzeitschriften? “So werden sie schlank in nur 10 Tagen” ich komm mir als Bürger doch verarscht vor…
    Gibt es mitlerweile nicht einen Arbeitskreis, der sich gegen Zensur im Internet ausspricht? So wie die Vorratsdatenspeicherung?

  • meinName

    @135:
    Es ist auch ein Armutszeugnis für einen Rechtsstaat, wenn Gesetze so einfach missachtet werden können nur indem man seinen hoster verschiebt.

  • Magersuchtfan

    Hans: Man vergleiche:

    http://www.google.com/search?q=%22ana-hanna.blogspot.com%22

    http://www.google.de/search?q=%22ana-hanna.blogspot.com%22

    Wer google.de nutzt, der ist eben maximal dumm. Milliarden Jahren hat es mir niemand geglaubt. Nur müsst ihr die Suppe auslöffeln, meine lieben deutschen Freunde und Nicht-Freunde. Immer schön aufessen! Das nächste Klo kommt bestimmt.

    meinName: Seit wann ist blogspot.com ein deutscher Hoster?

  • spYro

    Und hier die nächste Seite, die bestimtm bald ge-indext wird:
    http://gaba333.blog.cz/rubriky/anorexie

    MFG spYro

    BTW: Ich hab nur bei Google “Anoxerie” eingegeben und bin auc Bildersuche…

  • Tobster

    Seid ihr alle paranoid! Rotzt ihr euch hier auch so aus wenn der böse Staat es nicht schafft den Diebstahl eures Fahrrads aufzuklären? Ich bin froh darüber daß sich unser Rechtsstaat auch im Internet darum kümmert, daß seine Bürger geschützt werden. Habt ihr jetzt Angst verhaftet und gefoltert zu werden wenn ihr hier schreibt ihr fändet eure Frau auch zu dick oder was? Wenn sich ein Blog allein einem Thema widmet was Kinder dabei bekräftigt sich den Finger in den Hals zu stecken bin ich froh das meine Tochter auf DIESER Seite nicht mehr so schnell landet – Erziehung zu selbstständigem Denken und verantwortungsbewußtem Umgang mit Informationen aus dem Netz hin oder her, Pubertät bleibt Pubertät…

  • spYro

    @144:
    Dann einigen wir uns doch darauf, dass die Aktion mit dem Index falsch war und man statt dessen lieber ne Meldung wie bei Youporn oder so vorschaltet. Dann sollte man jedoch generell vor dem Betreten von einem Blog eine Meldung bekommen, dass das Betreten auf eigene Gefahr hin passiert und dass hier die freie Meinung eines Bloggers dargestellt wird.

    MFG spYro

  • peterdrei

    Wozu ein Blog. SPON hat doch betreffende Inhalte extra auf der Schülerseite. :(
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,489889,00.html

  • bread

    Bei einigen Kommentaren sorge eher um den Geisteszustand der Autoren als um (im vorliegenden Fall berechtigte) staatliche Einmischung.
    Ich kann mir das ernsthaft nur damit erklären, dass ein Großteil nicht den geringsten Schimmer hat worum es eigentlich geht.
    Macht nix, hauptsache das tägliche Pensum im “Mitmach-Web2.0″ wurde erfüllt!
    Sollte demnächst Dummheit im Netz auf den Index gesetzt werden, dann wird es wohl nicht mehr so viele Kommentare hier zu lesen geben.

  • http://cheopsnet.de/ Cheops

    Warum wundert ihr euch? Mit dieser Regierung ist es, wie mit BRAVO lesen oder DSDS sehen, keiner macht es und keiner hat diese Regierung gewählt. Das Ende der Meinungsfreiheit und der Privatsphäre hat doch Minister Schäuble schon 2007 zum G8 in Heilgigendamm vollzogen. Die Onlineüberwachung hat er doch auch erklärt und nun muss sich keiner wundern.

  • http://www.raketa.at/ Stuff

    @131
    Ist schon einige Zeit her, der hoffnungsvolle Sprössling ist jetzt schon ~15 und würde heute den qemu verwenden.

    @144 Aberbitteschön! Wenn wer im 6. Stock sich eine Porno-DVD ‘reinzieht, wird das Haustor versiegelt oder gar der ganze Block abgesperrt, weils jugendgefährdend ist? Der gesamte Kaufrauschtempel wird geräumt und abgeriegelt, weil ein Fahrrad abhanden gekommen ist? Beim Bankraub sähe ich das ja gerade noch ein, ist halt eine Frage der Verhältnismässigkeit! Seiten mit Kinderpornographie sind in nun wirklich allen Ländern verboten: Wieso muss man die sperren, wieso sind die nicht im Herkunftsland sofort radiert, vielleicht weil sie von der Polizei übernommen sind und weiterbetrieben werden, um erpresserisch “ein paar zu fangen”? Siehe http://karlweiss.twoday.net netter Überblick, was da so läuft!
    Wer nix zu verbergen hat, dem wird der Forensiker vorführen, wieviel KiPo auf dem Rechner ist und der Gute Staatsbürger™ darf dann haarklein nachweisen, dass das Cache-Bildchen sind, die der Browser ohne sein Zutun auf der Platte ablegt? Sowas hatten wir in der Firma schon, eine Seite für Datenbankprogrammierung war von einem Porn-Typen gekapert/übernommen/gekauft worden und bis da endlich die Seite aufging – der Mitarbeiter hatte keine Ahnung, dass auf dieser Seite nicht mehr die db-Inhalte waren – waren auch schon 4000 Thumbs auf der Platte! So nach ca 5 Bilder angucken löschte der Mitarbeiter den Browser-Cache, nach einigen Stunden aber war alles wieder da: Der staunte nicht schlecht, dass ein einfaches Progrämmchen alle Bilder wieder herstellte, ab da wusste er, wozu ein “wipe” gut ist. Wenn nun der in Deutschland nicht auch gleich unter den Hacker-§ fällt…

  • http://www.kirchenlehre.com Pater Rolf Hermann Lingen

    Man denke auch an babycaust.de – die Seite wurde von der brd auch zur Zensur gezwungen.
    Der Betreiber Klaus Günter Annen kommentiert ein diesbzgl. Schreiben der einschlägig berüchtigten “Sozietät Redeker” (Ausrottung der katholischen Kirche in Deutschland); die Redekianer haben im Auftrag der brd die Indizierung von babycaust.de betrieben:

    O-Ton Annen:
    a****
    Dieses Schreiben der RAe Redeker, Sellner, Dahs & Widmaier aus Bonn im Auftrage der Bundesprüfstelle jugendgefährdender Medien ist schon eine bodenlose Frechheit Auf der ganzen indizierten Homepage http://www.Babycaust.de (alte Version) wurde die Abtreibung nicht mit dem Holocaust gleichgesetzt. Es wurde lediglich der Holocaust dem Babycaust gegenüber gestellt. Und dies dürfte doch legitim sein, oder? Die Forderung , die Vielzahl der beanstandeten Bilder durch ein einziges zu ersetzen, bringt das Faß zum überlaufen. Das hat nichts mehr mit Informations- oder Meinungsfreiheit zu tun. Das ist knallharte Meinungs-Diktatur
    ****e

    Außerdem weist Annen darauf hin, dass die Ausstellung “Körperwelten” von der brd unbeanstandet bleibt.

  • Magersuchtfan

    Stuff: Nun ja, wenn der gute Junge mithilfe eines Emulators ausbrechen konnte, dann haben Sie nun wirklich überhaupt keine Ahnung, wie man einen Computer absichert.

  • Seph

    Ihr seid im Spiegel:

    “Beim Lawblog hat die Sperrung derweil eine Diskussion um Netz-Zensur und Präzedenzwirkung entfacht: [..Zitate aus den Kommentaren..]”

    Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,603143,00.html

  • Medmilionär

    Magersucht ist eine Erfindung der Medizin, mit der ein paar Psychos ne Menge Geld verdienen. Dumm ist nur, dass jetzt auch wichtigtuerische Organisationen sich von diesem Unsinn beeinflussen lassen. Was hier geschieht ist Zensur so wie in Russland, China und Nordkorea. Gut, dass es einfach ist, soetwas zu umgehen. Bestimnmt gibt es auf einem US-amerikanischen Server schon wieder 10 weitere Anna-Seiten, die selbst ich immer iweder gerne lese, denn ich finde auch eine schlanke Frau schöner als eine festtgefressene Frau, die vielleicht auch noch Psychotante ist, denn die sind meisten aus lauter Frust ebenfalls dick beleibt. Es wird Zeit, dass wir die Zensoren hier herauswerfen und der Medizin ihre grenzen zeigen

  • Kottan

    Also, ich verstehe die Aufregung nicht!
    Denn nach der elektronischen Krankenversicherungskarte (eGK) kommt innerhalb kürzester Zeit der implantierbare Chip (in den USA schon vielfach in Gebrauch, auch in Deutschland schon im Handel), dann kann man doch die ungemütlichen Bälger und die anderen so genannten Kritiker einfach abstellen. Siehe auch http://www.zeitgeist.com oder noch besser: Zeitgeist Movie, ein Film, der angstbefreiend wirkt.

  • Medmilionär

    Ein guter Magnet wirkt Wunder, dann war´s das mit der medizinischen Ausspähung und Ausbeutung. Habt Ihr Euch mal angesehen was Ärzte in Deutschland vom Brutoinlandsprodukt bekommen? Soviel wie keine andere Berufsgruppe mir ähnlichen Qualifikationen. Und jetzt beteiligen sie sich inderiekt auch noch an Zensur….

  • http://blog.unkreativ.net Stefan

    ist es bei all dem nicht gut zu wissen, dass Google uns vor zu viel schädlichem Wissen zu schützen weiß? ;-)

    Google und die BPjM:
    http://unkreativ.net/wordpress/?p=3850

  • http://iljuschin.wordpress.cm Iljuschin

    Nur noch ein paar Jahre und das Internet taugt zur freien und unabhängigen Recherche genausoviel wie tagesschau.de. Dann können wir uns in ein paar überwachten Restblogs ja gegenseitig angähnen. Natürlich mit Surfprotokoll und Sozial-Identnummer.

  • http://www.raketa.at/ Stuff

    @153
    Der ist nicht “mit Hilfe eines Emulators” ausgebrochen, der hat gesurft was das Zeug hergibt – aber nicht im Windows, sondern im Linux und im Emulator lief das “abgedichtete” Windows für Papa, quasi als Bildschirmschoner. Jegliche Prüfung, ob die Filter alle liefen, der Admin abgedreht u. dgl. hat dieses Windows natürlich klaglos überstanden. Klar hat das Jüngel das nicht selber programmiert, er hatte die Tips von einem Schulserver, wo das alles in handliche Scripts verpackt war…
    Und Uralt-Windows-Konfiguration (FoxPro z. B., in einem Verein) laufen auf Maschinen, für die es keine Hardware-Treiber gibt, unter quemu klaglos, statt des “startkde” steht halt das quemu-Startscript, die sehen vom Linux rein gar nix!

  • http://blog.tessarakt.de/ Jens

    Also die Entscheidung ist ja super unstrukturiert, von der Formatierung ganz zu schweigen …

    Warum schaffen andere Staaten (Beispiel: UK, USA) es, solche Entscheidungen vernünftig abzufassen, und Deutschland nicht?

  • Martin Killmann

    Pah, nur eine Seite sperren ist ja total inkonsequent! Bitte auch alle Blogs direkt mitsperren, die in irgendeiner Form die BPJM kritisieren, kann ja nicht sein, dass Jugendliche auf die Idee kommen, irgendwas wäre falsch daran, so geschützt zu werden!

    Ok, mal im Ernst: Kann bitte mal jemand diese wildgewordenen Beamten zurückpfeifen? Die haben ja wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank. Hoffentlich Setzen die demnächst jemanden auf die Liste, der bereit ist, das ganze vor Gericht auszufechten. Auf welcher Basis entscheiden die eigentlich, was ok ist und was nicht? Heute sinds Magersucht-verherrlicher, morgen Nazibriefmarkensammler, dann vielleicht ein Schwarzfahrerverein…

  • ToWi

    Was ich bei der ganzen Diskussion um das Sperren und eventuelle lokale Filter vermisse, ist die Feststellung, das der beste Jugendschutz immernoch die aktive Auseinandersetzung mit den kritischen Themen ist. In kontrolliertem Rahmen, zusammen mit den Eltern. Das befriedigt die Neugier, nimmt den Reiz des Verbotenen und Sensibilisiert für Gefahren.
    Aber dafür fehlt wohl den meisten Eltern die Lust, Zeit und oder Bildung. Es ist halt immer einfacher, Verantwortung auf jemand anders zu schieben als selber auszuüben…

  • anonym

    Das Web 2.0 hat einigen wohl nicht sehr gut getan, ihr hört euch mehr wie eine Sekte an, als wie klar denkende Menschen.
    Wie wärs mal mit Abwägen von Argumenten. Hauptsache irgendwelche Prnzipien vertreten…
    Wenn im TV Anleitungen zum töten kommen würden, würdet ihr doch genauso hohldrehen. (Keiner kann mir sagen, dass er sowas akzeptieren würde)

  • Thomas

    @164:
    Nicht bloß der beste Jugendschutz, das gilt auch für andere Bereiche. Gute Beispiele sind auch die Hysterie um “Bombenbauanleitungen im Internet” (dazu brauchts kein Internet, sondern nur ein wenig chemisches Grundverständnis und notfalls eine altehrwürdige Bibliothek) oder der aktuelle Zirkus um die Nachdrucke einiger Zeitungen von 1933 in Bayern. Natürlich alles nur mit besten Vorsätzen…

    @165:
    Vielleicht bin ich nur ein verbohrter alter Sack, aber mich hat’s schon genervt, wenn Leute unbedingt für mich denken wollten, da gab’s noch nicht mal Mailboxen, geschweige denn Web…
    Was ist so schlimm daran, die Leute selbst entscheiden zu lassen, was sie sehen und lesen wollen? Glaubst Du wirklich, irgendjemand fängt sofort an zu hungern, weil er ‘ne Ana-Website sieht? Oder kauft sich ‘nen Baseballschläger, weil ihm mal ein Hakenkreuz über den Weg gelaufen ist? Und nein – Anleitungen zum Töten (Was ist mit der Bundeswehr?) würden mich nicht stören, schließlich bin ich ja nicht gezwungen, jeden Mist nachzumachen, den ich irgendwo sehe. Sonst sollte man auch schleunigst die Nachrichten abschaffen: die Berichterstattung über einen Mord könnte Nachahmungstäter anstacheln, Kinder könnten auf die Idee kommen, “Gaza-Krieg light” im Garten nachzuspielen, Berichte über Liechtenstein und die Folgen fördern Steuerhinterziehungen…

    Wenn man alles berücksichtigen wollte, was irgendwelche Folgen haben könnte (“Sitte und Anstand”, Religion, Politik usw), bleibt nicht mehr viel übrig – ansonsten steht man prompt wieder vor der Frage, was richtig und was falsch ist, und wer das entscheiden soll. Wäre es stattdessen nicht einfacher, den Leuten ein wenig Eigenverantwortung zuzutrauen? Sie selbst mal entscheiden zu lassen, was sie wissen und sehen wollen? Oder sind wir schon soweit, daß “mündiger Bürger” nur bedeutet, alle vier Jahre sein Kreuz an die richtige Stelle zu machen und zu hoffen, “die da oben” wüßten immer, was sie tun? Der Einstellung haben wir unter anderem zwei Weltkriege und 40 Jahre DDR zu verdanken.

    Nochmal: Wenn der zB Anblick eines Ana-Blogs ein Kind dazu bringt, sich postwendend zum Skelett zu hungern, ist im Vorfeld schon einiges gewaltig schiefgelaufen. Da hilfts auch nicht mehr, an den Symptomen rumzuspielen.

    Viele Grüße,
    Thomas

  • anonym

    Ja, Thomas, mich würde es auch stören, wenn jemand für mich denken wollte, das ist hier jedoch nicht gegeben, da wie du selbst sagst, man kein Internet benötigt um sich über gewisse Dinge zu informieren.
    Nein ich glaube nicht, dass jemand der eine solche Seite sieht zu hungern anfängt, aber mal ganz ehrlich: Welcher NICHT Magersüchtige schaut sich solche Seiten an ohne sich an den Kopf zu fassen?
    Es geht in diesem Fall um den Schutz von magersüchtigen Jugendlichen. Wenn man sich hier an einem Beispiel festbeißen würde, wo konkret die Meinungsfreiheit unterbunden wird/wurde, würde ich das verstehen.

  • Magersuchtfan

    anonym: Welcher Sekte gehören Sie eigentlich an? Ich vermute mal stark, Sie verstehen frühestens, wenn Sie ausgemergelt mit Wagnerklängen in den Ofen geschoben werden. Aber vielleicht haben Sie sich bis dahin auch auf die Stelle als Heizer beworben.

  • tr

    die überschrift stimmt wohl nicht. denn soweit ich sehe, steht die seite nicht auf einem index, sondern ist inzwischen komplett verschwunden. es geht also nicht nur um den zugang für minderjährige (stichwort: jugendschutz), sondern zeigt, daß allein der eventuell sogar berechtigte eintrag auf der liste für jugendgefährdende schriften dazu führen kann, daß ein blog oder eine seite komplett gesperrt wird.

    abgesehen davon habe ich im internet noch folgenden text gefunden:
    snip/
    jugenschutz.net, eine 1997 von den Jugendministern aller Bundesländer gegründete Initiative zur Prüfung von jugendschutzrelevanten Angebote im Internet, hat im Jahr 2006 mehr als 30 Pro-Ana-Websites sperren lassen.
    /snap

    wen´s interessiert, jahresbericht 2006: http://213.239.207.220/cgi-bin/nph-15ef5.cgi/110100A/6f6161773a2f2f6464642e71626e6c756b7a6a6f6261672e756c612f776b6d2f696c79706a6f61323030362e776b6d

    woraus ersichtlich es sich um kein wirklich neues thema handelt, erstaunlich ist deshalb für mich die plötzliche resonanz.

  • http://www.raketa.at/ Stuff

    @169

    Jau! Und dort sogleich ein paar supa-dupa Vorschläge, Gewicht eher auf Schläge:

    Die Forenbetreiber tragen große Verantwortung,
    da nur sie eine positive und sichere Atmosphäre
    schaffen können. Sie nehmen ihre Verantwortung
    derzeit jedoch nur unzureichend wahr.
    Bisher müssen sie auch keine Eignung nachweisen,
    wie das beim Betrieb riskanter Orte im
    realen Leben der Fall ist (z.B. einer Spielhalle).

    S-P-I-E-L-H-A-L-L-E-!

    Naja, das Leben ist ein Spiel und wir brauchen eine Kindergartenrepublik, bei der uns 12 weise Kindergartentanten erklären, dass diese Republik kindergerecht eingerichtet sein müsse und gefälligst bei Betreten der Strasse die Altersverifizierung vorgehalten werden muss. Nur die vielen Verkehrsunfälle, naja, die Autoindustrie kann man wegen der Exportnotwendigkeiten leider nicht so kindersicher machen, anderswo ist die Kindergartendemokratie noch nicht so weit.:

    jugendschutz.net leitet Verstöße im Ausland
    routinemäßig auch an Meldestellen im Ausland
    weiter. 2006 wurden in 517 Fällen Partner-
    Hotlines aus dem INHOPE-Netzwerk informiert.
    Allerdings führen diese Weiterleitungen nur
    in den seltensten Fällen zu einer Entfernung
    unzulässiger Angebote aus dem Netz, da die
    meisten Mitglieder des INHOPE-Verbundes nur
    gegen kinderpornografische Angebote vorgehen.
    Hier gilt es weiterhin, zunächst auf europäischer
    Ebene für ein stärkeres Vorgehen gegen
    „harmful content“ zu werben.

    Während sich die Situation des Jugendmedienschutzes in
    Deutschland langsam verbessert, bestehen unverändert Probleme
    mit unzulässigen Angeboten im Ausland. Die guten Ansätze
    in Deutschland stoßen angesichts der Internationalität,
    grenzüberschreitenden Verfügbarkeit und unterschiedlicher
    Gesetzeslagen an ihre Grenzen.
    Die hiesigen gesetzlichen Regelungen und praktischen Modelle
    zur Verbesserung des Jugendschutzes im Internet haben
    Beispielcharakter. Sie werden auch von internationalen Organisationen
    geschätzt. jugendschutz.net hat daher 2006
    damit begonnen, Best-Practice-Verfahren auf internationaler
    Ebene stärker zu kommunizieren.
    Die enge Zusammenarbeit mit ausländischen Anbietern, Partnerorganisationen,
    mit der Europäischen Union (EU) und der
    Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
    ist für einen effektiven Jugendschutz im Internet unerlässlich.

    BEISPIELCHARAKTER!

    “Mit unzulässigen Angeboten im Ausland” – gemeint ist wohl “mit in Deutschland unzulässigen Angeboten aus dem Ausland”? Oder wird die Gesetzeslage “des Auslandes” als unzureichend eingeschätzt?

    Wow, ist dieser Bericht als Drohung aufzufassen, an das unbotmässige “Ausland”?

    Ich raffs nicht – aber ich glaube, ich schreibe hier widerum nur unverständlich…

    Teutsch sein, heisst Rapunzel sein, nicht blühen, sondern blähen. (Wolfgang Neuss)

    Stuff

  • Martina22

    Ich war selbst mal an Magersucht erkrankt und kannte diesen Blog. Die Begründung der Behörde find ich schon sehr anmassend

    Ich bin zutiefst entsetzt und enttäuscht über diesen Vorgang und über unsere Politik der mir sehr viel Angst macht.

    Letztendlich versucht man mal wieder einfach was zu sperren, löschen oder zu verbieten DAMIT wir ,- und unsere Kids-, nicht damit konfrontiert werden wo wie sie es mit so vielen anderen Branchen und diversen (legalen) Seiten auch schon gemacht haben.

    Dabei wäre es grade wichtig unsere Kids damit zu kofrontieren in Form von Diskussion und Gespräch, Aufklärung und Prävenation.
    Das wäre besser als es einfach abzuschalten um sich dem Problem zu verlschiessen.

    Grad im Nachbarforum gefunden:

    http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guido_westerwelle-650-5485-68.html#fragen

    Bei denen würde es keine Verbote geben sondern Präventation.

    Zur Wahl gehe ich trotdem nie mehr.

  • Hannes

    Ich hoffe bloss das dieser Beitrag und die ganzen skandalösen Verbote und Zensuren die sich diese von unseren Steuern üppig bezahlten Behörden wie BpjM, KJM (oder wie die alle heissen) erlauben durchs Netz gejagt werden damit der letzte mal aufwacht.
    Schuld sind aber nicht allein die Fanatiker sondern die Politik die mit ihren Gesetzen diesen Behörden diese Freiheit lassen jeden der in Deutschland wohnt zu bevormunden was er sehen darf oder nicht und über seriöse Webseiten bestimmen kann ob sie abgeschaltet werden dürfen oder nicht.

    Die sperren doch sogar schon Blondinnen Witze:

    Link hier:

    http://blog.jensthebrain.de/index.php?serendipity%5Baction%5D=search&serendipity%5BsearchTerm%5D=jugendschutz

    Leute überlegt Euch was ihr im September wählt!!!!

    Eine Politik mit Zensur und Bermundung (Online Durchsuchungen, Kontodaten, Telefon Überwachung usw.) oder in einem freien Kand wie alle unsere Nachbarn und im der Rest der EU.

  • Usedom_peter

    Auch wenn keinen interesiert:

    Ich komme aus der ehemaligen DDR und fühl mich wieder erinnert an diese Zeiten von damals. Da hat man auch einfach alles weg gesperrt oder vernichtet was der Regierung nicht passte.

    Ohne Groll oder Vorurteil:
    So ist es bald mittlerweilen auch hier. Unglaublich irgendwie was hier läuft.

  • Thorsten

    - Früher waren es die Erotik Anbieter die diese Behörden mit ihren Vorschriften hier allsamt in die Nachbarländer auswandern liess.

    – Dann waren die Videos wie Horror, Action etc. dran die man im Web bestellen konnte. Wegen diesen Regeln hier sind auch die alle nicht mehr im Lande. Das prominenteste Beipiel wohl

    http://www.schnittberichte.de (bitte lesen)

    Übrigens; Die zensierten sogar Rambo im Kino obwohl der eh erst ab 18 war, (sind da nicht die die auch den Blog sperrten ?)
    IMFOLINK: http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=648

    – Dann gingen sie auf die PC Spiele los, (auch hier alles mittlerwielen nur noch zensiert oder verboten und die Hersteller allesamt im Ausland).

    Jetzt findet man nichts mehr was man zu beanstanden hat und nun sind halt die Blogger dran.

    Ich glaub das machen die nur so öffentlich alles damit ihre Chefs im Bundestag erfahren das es sie noch gibt damit weiter am Monatsende das nette Gehalt aus Berlin kommt.

    Ähnlich war das ja vor einem Jahr als die KJM Dieter Bohlen und RTL verklagte weil angeblich seine Sprüche bei DSDS jugendgeführdend sind wobei RTL dagegen klagt.
    Wie in der jetzigen Staffel zu hören ist hält sich unser Dieter nicht dran. Bin gespannt ob sie wieder schreien “unsere” Juegndschützer.

    Infolink hier: http://unterhaltung.de.msn.com/DSDS08_artikel.aspx?cp-documentid=8844057

    Mal ehrlich: Dieter Bohlen Sprüche jugendgefährdend:

    Ist das nicht irre hier ??

    Sicher ein Beweis für vieles was hier schief läuft in Deutschland.

  • Petra

    Bin sehr froh bei lawblog Infis zu erhalten was hier alles vor sich geht. Wusste nicht das dies hier schon solche Ausmasse angenommen hat.

    Aus welcher Grundlage haben diese das Recht Seiten zu sperren ?

    Was ich oder meine Kidner sehen, oder was diese für PC Spiele spielen oder sonst was in Internet suchen entscheide immer noch ich und nicht solche Staatsorgane denen es wohl eher um Populismus als um sinnvolle Jugendschutz Bemühungen geht.

    Die Politik scheint das nicht zu interessieren weil sonst wär es nicht schon so weit das man sogar Blogs sperrt.

  • berti

    Der Jugendschutz ist die einzige ‘Ausrede’ um unliebsame Inhalte auszusperren, egal wo. Ob im Netz oder im Real-Live. Ein Land in dem Kinder mit weniger auskommen müssen als Erwachsene (was richtigerweise inzwischen als Verfassungswidrig anerkannt wurde), Kinder in Massenanstalten halbtags unterrichtet werden müssen statt soziales Lernen zumindest ansatzweise zu ermöglichen, handelt nur konsequent wenn es Kinderzensurstellen schafft anstatt lebendiges Lernen und sozialen Umgang zu ermöglichen. Wer selbst Kinder erzieht weiss was dieses für eine Aufgabe ist und kann beurteilen wieviel Kraft und Energie dieses kostet – nicht nur Geld.
    Und wer sich ein wenig mit Geschichte und soziologischen Prozessen in Gruppen und Gesellschaften beschäftigt erahnt vielleicht wo die Reise hingeht, oder zumindest hingehen kann wenn niemand aufpasst. Aber wer nicht aufpasst dass er alle Informationen bekommt, und das auch als 15 jähriger damit das dann mit 18 klappen kann, wird das auch seinen Kindern nicht beibringen (können) und nimmt verfälschte oder fehlende Infos als Wahrheiten hin die in Wirklichkeit keine sind. Die schlimmsten Infos sind diese die man nicht bekommt.
    Wie hier schon richtig bemerkt, Magersucht ist keine Erkrankung der Unterpriviligierten. Es ist eine ernste psychische Erkrankung von jungen Menschen die sich ungeliebt und ausgegrenzt fühlen, die unbehandelt zum Tode führt. Aber man triggert keine Anorexia nervosa, Alkoholismus, Schizophrenie und andere Beispiele durchs Internet, auch wenn dieses Medium für Jugendliche immer wichtiger wird. Der kausale Nachweis fehlt, ebenso fehlt der Nachweis das eine Bundesprüfstelle Sinn macht. Würden diese Kinderzensurstellen weiter mit freier Fahrt agieren dürfen, wäre der Planstellenbedarf unermesslich, wer weiss schon was noch so ‘abfärbt’ aus dem Netz.

  • Slime-Time

    “Magersucht” sei eine psychische Erkrankung von jungen Menschen. Das ist ja lächerlich. Niemand will heute mehr fett sein. Psychos haben “Magersucht” erfunden, um damit Geld zu verdienen, mehr nicht. Sie mischen sich in die privaten Angelegenheiten der Bürger ein, das muß aufhören. Mitlerweile tragen diese Psychos dazu bei, dass hier wie in der Nazizeit zensiert wird.

  • berti

    @Slime-Time
    Es macht schon Sinn sich Informationen zu verschaffen. Ein bischen hungern, ein bischen Alkohol und ein bischen Spinnen ist nicht gleich krank. Aber wenn bestimmte Verhaltensweisen Suchtmerkmale tragen und im aktuellen Beispiel sich junge Leute zu Tode hungern weil sie nicht mehr aus diesen Verhaltensweisen raus können, ist das krank. Wenn Du einmal Leute im letzten Stadium gesehen hast die nur noch Haut und Knochen sind, Wunden vom Liegen haben weil sie nicht mehr die Kraft haben aufzustehen und Halluzinationen ihr noch bischen Leben bestimmen, wird auch Dir sicher klar, warum das krank sein könnte, wie andere psychische Erkankungen auch. Nicht die Psychos tragen zur Zensur bei, sondern die Leute die es mitmachen. Die Leute die bequem vor ihrem PC sitzen, die Couch-Potatoes die es ganz ‘gesund’ finden dass Leute in ihr Leben eingreifen ohne dass die es bemerken. Demokratie und Meinungsfreiheit sind keine Naturgesetze, sie müssen immer wieder neu gefordert und definiert werden. Und zwar auch mit dem Gedanken seine Mitmenschen zu schützen und nicht auszugrenzen, im konkreten Fall verhungern zu lassen. Eine Indizierung einer Website auf der eine verhungernde junge Frau ihre Seele offen legt, zeigt nur unsere Geisteshaltung und hat mit sozialer Demokratie nichts zu tun. Sie zeigt eine Einstellung dass Jugend nicht ernst genommen, sondern ausgegrenzt wird, oder auch einfach zu funktionieren hat, statt einen ständigen Dialog zu führen. Wer diese Website gelesen hat, kapiert auch schon als 12-jähriger dass dieser Mensch der dort schreibt Probleme hat. Aber besser solche Probleme verstecken als zu diskutieren ist die Devise. Hier liegt die eigentliche Gefahr.

  • guinan Gardinia

    Hallo,

    habe mit Überraschung diese Diskussion mitverfolgt. Unsere heutige Zeit mit den Nazis zu vergleichen ist ja ein Witz. Wer sich mal ein wenig mit dem 3. Reich beschäftigt hat, der weiß wie gut wir es heute haben und wir darum kämpfen sollten, dass es so bleibt.

    LG
    guinan