9.2.2009

Zweifel an Internetsperren

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat ein kritisches Gutachten zu den geplanten Internetsperren geschrieben. Nachzulesen ist die Stellungnahme bei Netzpolitik.org.

Hier geht es direkt zum PDF.

32 Kommentare zu “Zweifel an Internetsperren”

  1. Hobbyjurist meint: (9.2.2009 um 15:51) AntwortenReply to this comment

    Soviel Realitätssinn hätte ich gar nicht erwartet – erst recht nicht bei dem akut vom Überwachungs- und Kontrollwahn befallenen Bundestag.

  2. JCL meint: (9.2.2009 um 15:59) AntwortenReply to this comment

    Der Realitätssinn liegt auch nicht beim Bundestag, sondern bei dessen »Wissenschaftlichen Dienst« – der wiederholt erfolgreich ignoriert wurde.

  3. Rockafella meint: (9.2.2009 um 16:03) AntwortenReply to this comment

    Herr Prof. Hoeren hält diesen Ansatz für unsinnig, weil technisch nicht umsetzbar:
    http://www.youtube.com/watch?v=VLwlrrrmS9Y

  4. RA JM meint: (9.2.2009 um 16:19) AntwortenReply to this comment

    <a href="http://www.golem.de/0902/65120.html&quot; rel="nofollow">Chinesische Verhältnisse</a>, made by von der Leyen & Co., erfahrungsgemäß ebenso IT-unerfahren wie beratungsresistent.

  5. horst meint: (9.2.2009 um 16:20) AntwortenReply to this comment

    @ 3
    Danke für den Link.

  6. anonym meint: (9.2.2009 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    Keine Überraschung, bei dem ahnungslosen Gequassel der Politiker. Glos (Minister für Wirtschaft und TECHNOLOGIE) ist gut drei Jahre zu spät abgetreten; und die Leyen?

  7. h meint: (9.2.2009 um 16:52) AntwortenReply to this comment
  8. Ben (der Unerwünschte) meint: (9.2.2009 um 16:53) AntwortenReply to this comment

    Vollkommen egal. Wissenschaftlicher Dienst? Da waren womöglich IT-Experten am Werk. Die große Mehrheit von denen sagt seit Jahren regelmäßig bei den jeweiligen debattierten "Sicherheits"-Gesetzen "Bloß nicht umsetzen!" und wird von den "Volksvertretern" ebenso regelmäßig komplett übergangen.

  9. llamaz meint: (9.2.2009 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    Wen interessiert das schon ob die Sperren technisch einfach umgehbar sind. Es geht doch hier lediglich darum dass die Seiten offiziell in Deutschland nicht mehr erreichbar sind. Dann hat man seine Schuldigkeit getan.

    Wie war das aber früher auch anstregend wenn wieder mal irgend so ein besorgter Bürger Kinderpornos im Netz entdeckt hat. Da musste man ermitteln, und ausländische Provider kontaktieren – die können manchmal gar kein deutsch! Und man musste mit ausländischen Behörden kooperiern um zu versuchen an die Hintermänner zu kommen. Kostet alles Geld und Resourcen. In Zukunft kann man die Seite auf eine Sperrliste setzten, die Seite ist dann offiziell in Deutschland nicht mehr erreichbar und man ist dann ja auch nicht mehr zuständig. Fall abgeschlossen.

    Dass das technisch leicht zu umgehen ist spielt doch keine Rolle und das wissen doch die Maischberger und der Kerner und die Bildzeitung gar nicht. Und man kann dann stolz verkünden: Während meiner Zeit als Ministerin ist die Zahl der von Deutschland erreichbaren KiPo Seiten um x% zurückgegangen.

    Wer glaubt diese Sperren seien ein Fortschritt im Kampf gegen KiPo irrt gewaltig. Das Gegenteil wird der Fall sein.

  10. dot tilde dot meint: (9.2.2009 um 17:21) AntwortenReply to this comment

    @1 (hobbyjurist):

    ihre wahrnehmung der des wissenschaftlichen dienstes könnte überprüft werden: die haben sich <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/07/24/gefahrder/&quot; rel="nofollow">auch hier schon</a> als sehr lesenswertes autorenkollektiv gezeigt.

    .~.

  11. Karsten meint: (9.2.2009 um 17:22) AntwortenReply to this comment

    Was taucht da eigentlich immer der Jugendschutz in der Argumentation auf? Speziell die Jugend von KiPo ferngehalten zu wollen ist doch irgendwie nicht schlüssig und auf der anderen Seite kann keine Sperre die missbrauchten Kinder selbst schützen. Ist das ein Hilfkonstrukt, weil man eine Zensur sonst juristisch gar nicht mehr schön geredet bekommt?

  12. Wer nichts wird, wird Virenwirt meint: (9.2.2009 um 17:26) AntwortenReply to this comment

    anonym(9): Wieso sich jetzt noch über das Regime ärgern? Im September ist sowieso Ende-Gelände.

  13. dot tilde dot meint: (9.2.2009 um 17:28) AntwortenReply to this comment

    eine prinzipielle frage habe ich noch, dabei geht es mir nicht um details (bitte keine urls, ich brauche keinen kinderporno, danke sehr):

    wo gab es eigentlich früher kinderpornos? wie und wann wurden früher solche tatorte angegriffen? was war notwendig, um die kreise der täter zu infiltrieren?

    und was hat sich dann mit der digitalen revolution verändert? könnte es nicht auch leichter geworden sein, täter zu verfolgen? zumindest scheingeschäfte mit anbietern von kinderpornographie zu tätigen, stelle ich mir für die ermittlung heute einfacher vor.

    für literaturhinweise über die angesprochenen probleme wäre ich dankbar. bis jetzt habe ich da nur randbemerkungen in allgemeinen werken gefunden.

    .~.

  14. Prior meint: (9.2.2009 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    naja. sonderlich tolle experten sind das aber auch nicht. man lese sich nur mal die begriffsbestimmung des WWW durch: "Das World Wide Web (WWW) ist ein verteiltes Softwaresystem, das auf dem Internet läuft." -> das ist doch schwachsinn hoch drei.

  15. Schwarzmaler meint: (9.2.2009 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    Man kann ja über diese Bundesregierung sagen, was man will. Aber wenn die Chinesen das Internet überwachen, dann bin ich mir sicher, mit Sachverstand, für den Normalnutzer schwer zu umgehen, und mit strafrechtlichen Konsequenzen für den Nutzer, der sich versehentlich auf einer Anti-Tibet-Seite verirrt. So wie es sich für ein vernünftiges Regime gehört. Wenn unsere Regierung das gleiche will, dann wird sie eine Sperrliste von Kinderpornoseiten im Klartext per e-Mail verschicken, den DNS-Server großer Provider ändern, und in Foren wird innerhalb von Stunden ein Umgehungs-DNS samt Liste der gesperrten Seiten verfügbar sein. Es lebe die Demokratie.

  16. R.B. meint: (9.2.2009 um 18:29) AntwortenReply to this comment

    @14: Ich vermute, das lief ähnlich wie die Raubkopiererei früher.

    (1) Man kannte jemanden, der einen kannte, der einen kannte, der das organisierte oder für einen in entsprechenden Zirkeln bürgte.

    (2) Chiffre-Anzeigen und Postfächer.

    Das Beispiel Raubkopierer zeigt auch schön, wie schnell so ein System wieder auf die Urform zurückfällt bzw. sich davon nie entfernt hat: Die, die öffentlich im Netz "spreaden" oder doof per P2P tauschen, sind nicht die Erst-Inverkehrbringer sondern bestenfalls die 4. Ableitung davon…

    Lediglich der Zugang für Personen, die nicht (1) angehörten und sich (2) nicht trauten, wurde temporär einfacher. Am angerichteten Schaden ändern die letztendlich nichts.

  17. Putze meint: (9.2.2009 um 19:42) AntwortenReply to this comment

    @9 (llamaz) Wer glaubt diese Sperren seien ein Fortschritt im Kampf gegen KiPo irrt gewaltig. Das Gegenteil wird der Fall sein.
    Interessant. Der Kampf gegen KiPo wird also durch die Sperren erschwert. Wie das denn?

  18. Putze meint: (9.2.2009 um 20:01) AntwortenReply to this comment

    Und was ist das hier eigentlich für ein Blödsinn:

    den Schutz der deutschen Bevölkerung vor der Verbreitung von kinderpornographischen Inhalten, illegalem Glücksspiel, Werbung für terroristische Ziele, Volksverhetzung oder Betrug durchzusetzen

    Es geht ja darum, den Zugang gerade für den Personenkreis zu unterbinden, der absichtlich die Seiten aufrufen will. Wovor werden die jetzt geschützt? Oder ist die Restbevölkerung gemeint? Soll ich davor geschützt werden, dass sich andere Leute Naziseiten reinziehen?

  19. some.body meint: (9.2.2009 um 20:21) AntwortenReply to this comment

    @Putze: überdenken Sie Ihre Argumentation.

    Angeblich gebe es 300 Tsd. Bezahl-KiPo-Konsumenten in D (eine Zahl, die aus einer Um-Rechnung von ich glaube dänischen Zahlen auf die Bevölkerung in D stammt und allerfragwürdigst ist). Gerade solche "Kunden", wenn es sie gibt, werden aber den Sachverstand aufbringen, einen DNS Server zu ändern oder Proxy Gateways zu verwenden.
    Ergebnis: selbst wenn es Bezahl-Konsumenten gäbe, wird gerade *diese* Gruppe von einer derart unbrauchbaren technischen Maßnahme wohl allerwenigst abgebracht.

    Zur Gegenteiligen Wirkung (Ihr Kommentar 19) nehmen Sie als empirisch erprobtes Beispiel das "Scorpions Conver" mit dem nackten Mädel vorne drauf.
    Als die Artikel-Sperre bekannt wurde, avancierte der ab nun verbotene Artikel zu einem der meist-aufgerufensten Wikipedia Artikel in diesen Tagen.
    Das könnte man "inverse Nachfrage-Induktion" nennen.

    Wie bei Listen aus benachbarten Ländern bereits geschehen, lassen sich Sperrlisten entweder aufbauen oder sie "leaken" irgendwie nach draußen.
    Dann haben Sie eine neugierige Bevölkerung, die, zieht man das Scorpions Beispiel als Vorlage heran, sich vielleicht durchaus auch einmal selbst davon überzeugen möchte, welche Seiten der staatliche Zensor ihnen vorenthält, und dann über die bekannten möglichen Umgehungswege diese Seiten nachfragt, die sonst nicht bekannt wären, weil zu schwierig recherchierbar.

    Die Recherche übernimmt nun das BKA und veröffentlicht sie quasi "invers".

    Und den Begriff des "Schutzes" halte ich für falsch in diesem Zusammenhang, es geht um eine im Geiste des Gesetzgebers konstruierte Abstrakte Gefahr, die durch den Konsum des Materials angeblich enstünde.
    Wie bereits öfter angeführt (zuletzt von einem Handelsblatt-Blogger) ist die reale Missbrauchsrate in D in den letzten zehn Jahren leicht gesunken –vor dem Hintergrund eines massiven Ausbaus der Breitbandanschlüsse.
    Blieben sicherlich noch die Persönlichkeitsrechte derjenigen, die abgebildet und durchs Netzwerk geschickt werden.
    Auch wenn es eine Minderheitsposition ist, schließe ich mich der Meinung eines früheren Beitragenden in einem anderen Thread an, dass es wahrscheinlich besser wäre, Besitz und Verbreitungstatbestände straffrei zu stellen und sich ausschließlich auf die Hersteller zu konzentrieren. Die Ressourcen wären wirksamer eingesetzt.
    Außerdem "darf" die Justiz in Zukunft ja auch Jugendpornographie verfolgen (das trifft dann viele schwule Jugendliche), und dass die Fallzahlen hierfür steigen würden, hat die Cottbusser Staatsanwaltschaft ja schon angekündigt:

    http://www.heise.de/newsticker/Staatsanwalt-rechnet-mit-mehr-Kinderpornografie-Faellen-im-Internet–/meldung/127118

  20. cosmo meint: (9.2.2009 um 20:49) AntwortenReply to this comment

    @16 (Prior)
    Was genau sollte denn an dem von Ihnen zitierten Satz "Schwachsinn" sein? Als toller Experte könnten Sie doch da sicher etwas konkreter werden?

  21. alex meint: (9.2.2009 um 20:53) AntwortenReply to this comment

    @16/22 : Ich bin das erste Mal auch an dem Stil und Inhalt des Dokuments hängengeblieben. Zuerst dachte ich an einen guten Fake.

    Vielleicht ist das das technische Niveau, auf dem unsere Volksvertreter sind – was sehr bedauernswert wäre – andererseits auch die neuere Gesetzgebung zu dem Thema erklären würde :-/

  22. dk meint: (9.2.2009 um 21:22) AntwortenReply to this comment

    Artikel des WD, bei dem die Autoren die Amtsbezeichnung nicht führen, sollten mit Vorsicht genossen werden. Vor allem, wenn Begriffe wie "Fachtermina" auftauchen. Oder die verwandte Literatur fünf Jahre alt ist.

  23. Senfgnu meint: (9.2.2009 um 21:32) AntwortenReply to this comment

    @14: Man hat das Auto gesattelt und ist kurz nach Holland gefahren. Oder Dänemark.
    War so problematisch wie Kiffen heute. Und als es da verboten wurde, gabs ja auch bald das Internet. Als Pädophiler fand man wohl immer was, denke ich.

  24. Nobody meint: (9.2.2009 um 21:36) AntwortenReply to this comment

    Unsere "höchst kompetente und fachkundige" Justizministerin (Browser – was ist das nochmal?) wird sich doch von solch kleinlichen Bedenken von Leuten, die mehr Ahnung als sie selbst haben, nicht von Ihrer Symbolpolitik abbringen lassen.

    Schließlich haben wir Wahlkampf, und da geht es nicht um die Sache, sondern um eine Profilierung vor ahnungslosen Bildzeitungslesern.

  25. Putze meint: (9.2.2009 um 21:57) AntwortenReply to this comment

    Jawohl! Inkompetente Politiker, Symbolpolitik, Wahlkampf, doofe Bildleser. Womit mal wieder alle Klischees erfüllt wären.

    @21 (some.body): Klar, man kann natürlich jede beliebige Möglichkeit konstruieren, wenn man lange genug daran rumfeilt. (Warum allerdings gerade "Bezahl-KiPo-Konsumenten" mehr techn. Sachverstand haben sollten als andere Leute, ist mir nicht ganz klar. Und wieso Leute, die bis jetzt keinen Bock auf Kinderporno hatten, sich durch eine Sperrung dafür interessieren sollten, auch nicht.)

  26. mez meint: (9.2.2009 um 22:35) AntwortenReply to this comment

    @putze
    Lesen Sie eigentlich die Beiträge hier oder greifen Sie per Zufallsgenerator einfach nur Satzfragmente raus und schreiben dann irgendwas drunter.

    Im übrigen zum technischen Sachverstand: Wie wärs mit einem Selbstversuch. Gehen Sie auf

    http://www.hotspotshield.com

    und installieren Sie die Software. Das sollte nicht länger als 1 Minute dauern. Schon ist die "von der Leyen Sperre" ausgehebelt.

    Im übrigen zeigen Ihre Beiträge hier, dass sie sich mit der Materie überhaupt nicht befasst haben. Sie haben ja nicht mal das oben verlinkte Gutachten zumindest überflogen. Am besten Sie verschwinden einfach wieder unter Ihrer Brücke, da warten die anderen Trolle schon mit dem Abendessen.

  27. Komi meint: (9.2.2009 um 23:21) AntwortenReply to this comment

    @28 / mez

    Im übrigen zum technischen Sachverstand: Wie wärs mit einem Selbstversuch. Gehen Sie auf

    http://www.hotspotshield.com

    und installieren Sie die Software. Das sollte nicht länger als 1 Minute dauern. Schon ist die “von der Leyen Sperre” ausgehebelt.

    Oder noch einfacher, man benutzt einen der vielen Webproxys im Internet. Gibt sogar Schnittstellen zu den Darknets TOR und I2P bspw. bei http://tor-proxy.net oder nur zu den Darknets bei der German Privacy Foundation https://www.awxcnx.de

  28. Putze meint: (10.2.2009 um 18:35) AntwortenReply to this comment

    @28: Wie wärs mit einem Selbstversuch.

    Warum sollte ich das tun? Habe ich irgendwo behauptet, besagte Sperre sei nicht zu umgehen? Ansonsten: Entspann dich mal …

  29. Arguwerfer meint: (11.2.2009 um 09:15) AntwortenReply to this comment

    Es gibt eine sehr schöne Zusammenfassung warum dieser Filter völliger Unsinn ist und was man anders (besser) machen könnte:
    http://www.carechild.de/news/politik/filterung_von_kinderpornografie_ist_ungeeignet_545_120.html

    Besonders brisant dabei finde ich: Der Beitrag stammt von einer Kinderschutzorganisation, die sonst methodisch nicht zimperlich ist wenn es um die Bekämpfung von Kinderpornografie geht. Wenn selbst die nichts davon halten?

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