17.3.2009

Laster sind die größte Gefahr

Auf den 575 Kilometer langen Autobahnen rund um Köln sind im vorigen Jahr bei insgesamt 1.612 Verkehrsunfällen 15 Menschen gestorben. Über die Hälfte aller Unfälle sind auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen, auch mangelnder Sicherheitsabstand gehört zu den häufigsten Ursachen.

Obwohl die Zahl der Verunglückten seit 2004 ständig gesunken ist und im vorigen Jahr einen neuen Tiefstand erreicht hat (2007 gab es 28 Todesopfer), mahnte gestern der Kölner Polizeipräsident: „Der Gefahrenschwerpunkt liegt beim gewerblichen Schwerlastverkehr“. Klaus Steffenhagen kritisierte scharf, dass Fuhrunternehmer wegen des finanziellen Vorteils “tickende Zeitbomben” auf die Straßen lassen.

Die Verkehrs- und Wirtschaftspolitik auf europäischer Ebene müsse höhere Sanktionen und Geldstrafen schaffen – gegenüber den Verhaltensweisen von LKW-Fahrern, Verladern und Spediteuren, die aus Geldgier das Leben der anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen. “Als letztes Mittel”, so Steffenhagen, “muss man bei Mehrfachtätern auch über den Entzug der Konzessionen nachdenken!” (pbd)

38 Kommentare zu “Laster sind die größte Gefahr”

  1. Malte S. meint: (17.3.2009 um 08:29) AntwortenReply to this comment

    Gewinnabschöpfung würde das Verlustrisiko ausreichend erhöhen. Natürlich muss dennoch ausreichend kontrolliert werden. Irgendwelche Bußgelder sind i.Ü. selten ein ausreichender Sanktionsmechanismus, weil sie eben in keiner Beziehung zu dem zu erwartenden Gewinn liegen. Dadurch würden kleine Unternehmer abgeschreckt, weil sie für einen Rechtsverstoß schon ein zu hohes Bußgeld erhalten würden. Große können dagegen viel breiter kalkulieren und setzen dann meist ein Limit, wie viele Rechtsverstöße aufgedeckt werden dürfen.

  2. Mr X meint: (17.3.2009 um 08:32) AntwortenReply to this comment

    "Überhöhte Geschwindigkeit & Drängeln" vs
    "Laster als größte Gefahr"? Irgendwie hab ich da einen Widerspruch.

  3. Martin Sp. meint: (17.3.2009 um 08:33) AntwortenReply to this comment

    In der Aufzählung der Schuldigen fehlen die Auftraggeber. Nämlich die Firmen, die ihre Lagerhallen auf öffentliche Straßen ausgelagert haben. Man muss endlich den volkswirtschaftlichen Schaden einbeziehen, den das Just-in-time-Prinzip anrichtet.

  4. Jeremy meint: (17.3.2009 um 08:36) AntwortenReply to this comment

    @2 Mr X

    Nee, nee. Da ist kein Widerspruch. man hat nur Schwerlastverkehr mit Radverkehr verwechselt…. :)

    *SCNR*

  5. marc meint: (17.3.2009 um 08:36) AntwortenReply to this comment

    man moege mir einen spediteur zeigen,der sich im gelde suhlt…

  6. schlawiener meint: (17.3.2009 um 08:52) AntwortenReply to this comment

    @5
    nimm die Reutlinger Spedition mit den hell blauen LKW´s und den gelben Planen. Der Firmengründer hat einen Vornamen ähnlich wie Billi und der Nachnamen ist ähnlich wie Wetz.
    Und glaube mir der suhlt sich im Geld!

  7. gerhardq meint: (17.3.2009 um 09:09) AntwortenReply to this comment

    Nur zum Verständnis, immer wenn ein Unfall passiert, ist mindestens eine Ursache zu hohe Geschwindigkeit. Sonst wäre der Unfall nicht passiert!

    Viele LKW sind zu schnell, fahren zu dicht auf und sind extrem rücksichtslos, z.B. bei Überholvorgängen.

    Vor Jahren hatte ich ein LKW-Erlebnis der besonderen Art. Ich fuhr auf einer dreispurigen Autobahn, wo die mittlere und linke Spur frei waren, auf der mittleren Spur. Meine Geschwindigkeit war nicht gerade langsam. Plotzlich scherten vor mir 2 LKW aus. Ich, nichts böses ahnend, wechselt auf die linke Spur. Urplötzlich wechselte der letzte LKW, der eine Continentalplane hatte, auf die linke Spur. Ich mußte eine extreme Vollbremsung hinlegen. Als ich dann hinter dem LKW herfuhr, stellte ich fest, daß er lockere 130km/h draufhatte. Damals brannte dann bei mir eine Sicherung durch – das Adrenalin kam sowieso schon wegen der Bremsung aus allen Poren. Als der LKW wieder nach rechts einscherte, setzte ich mich vor ihn und fuhr mit etwa 100km/h weiter. Das Ergebnis war ein Lichthupenkonzert und 6 Wochen später eine Anzeige wegen Nötigung! Bei der Verhandlung stellte sich dann heraus, daß der LKW eine Sondergenehmigung hatte, für ihn galt die Höchstgeschwindigkeit für LKW nicht, es war ein Conti-Versuchswagen. Zum Glück ließen sich auf Grund des Fahrtenschreibers keine starken Bremsungen erkennen. Der Spaß kostete mich damals 400,-DM und war mir eine Lehre. Wegen seines waghalsigen Überholmanövers passierte gar nichts, die Richterin meinte nur, das wäre wegen meiner Geschwindigkeit mein eigenes Problem.

  8. ewu meint: (17.3.2009 um 09:35) AntwortenReply to this comment

    auch auftraggeber von transporten können sich mitschuldig an unfällen machen, wenn sie zu enge oder unflexible zeitpläne vorgeben und bei nichteinhaltung sogar mit strafen drohen. leider ist es zumindest in unserer branche üblich, dass feste abhol- oder anliefertermine vergeben werden, sodass schon ein kleiner stau den fahrer zwingt anschließend "fünfe gerade sein zu lassen". unser laden gibt daher bewusst keine termine vor (und hält ausreichend lagerbestand um verzögerungen abzupuffern), außer es steht zb ein festival an bis zu dessen start etwas geliefert sein muss, dann ist der termin nunmal sachlich nötig. aber auch dann gilt: wer zu spät kommt, den bestraft das leben – nicht wir :-).

    darüber hinaus befragen wir unsere händler regelmäßig per fax, ob ihnen bei den ankommenden spediteuren was aufgefallen ist, und bitten sie den fahrer zu fragen ob der seine ruhezeiten einhalten durfte. falls nicht, wollen wir den namen des fahrers nicht wissen – wohl aber den namen der spedition, um sie auszusortieren. man kann sich als auftraggeber um sowas kümmern wenn man will, macht gar nicht soviel arbeit.

    den firmennamen nenne ich bewusst nicht, soll ja keine werbung sein – aber ich wünsche mir mehr ähnliches verantwortungsbewusstsein bei anderen auftraggebern …

  9. timon meint: (17.3.2009 um 09:44) AntwortenReply to this comment

    Mal an alle "Autobahn-ist-die-Hölle"-Panikverbreiter:

    Nur rund 11% der tödlichen Unfälle in Deutschland passieren auf Autobahnen. Landstraßen sind sehr viel gefährlicher. Das ist auch leicht nachzuvollziehen, wenn man bedenkt, dass auf Landstraßen Relativgeschwindigkeiten >200km/h eher die Regel als die Ausnahme sind. Auf Autobahnen dagegen rennen die Lemminge alle in eine Richtung (von seltenen Leitplanken-Durchbrechern oder -Überspringern mal abgesehen). Sollte hier wegen zu geringem Abstand ein Auffahrunfall geschehen, dann liegen die Relativgeschwindigkeiten meist unter 50 km/h.

    Wenn es dennoch zu einem tödlichen Unfall kommt, dann weil ein Nachfolgender nahezu ungebremst in eine eben entstandene Unfallstelle oder ein Stauende rennt. Erst recht, wenn er auch noch 40 Tonnen auf die Waage bringt.

  10. Haf meint: (17.3.2009 um 10:02) AntwortenReply to this comment

    @9: Trotzdem fühle ich mich auf der Autobahn unsicherer, weil die Lemminge, welche in meiner Fahrtrichtung unterwegs sind, gerne mal wie die gesenkte Sau auf Koks fahren. Gerade auf der A5, wo ich am häufigsten unterwegs bin, muss ich immer wieder extrem rücksichtsloses Verhalten mit ansehen. Am schlimmsten sind dabei zum einen die Brummi-Fahrer, welche Autofahrer irgendwie aus ihrer Wahrnehmung auszublenden scheinen und zum anderen die Bleifussleute auf der linken Spur. Da fahr ich eigentlich lieber Landstraße…

  11. Karel meint: (17.3.2009 um 10:28) AntwortenReply to this comment

    @7 gerhardq
    "Vor Jahren hatte ich ein LKW-Erlebnis der besonderen Art. [...] Urplötzlich wechselte der letzte LKW, der eine Continentalplane hatte, auf die linke Spur. Ich mußte eine extreme Vollbremsung hinlegen. Als ich dann hinter dem LKW herfuhr, stellte ich fest, daß er lockere 130km/h draufhatte."

    extreme Vollbremsung/130km/h -> klingt als warst du zu schnell (in dieser Situation).

    Ich bin vor Jahren mal auf einer zweispurigen Autobahn mit 160 an einer LKW Kolonne (10 und mehr Fahrzeuge) vorbeigefahren. Hat zum Glück keiner ausgeschert. Das gab aber einen schönen Adrenalinschub. Seitdem fahren ich langsamer an so einer Kolonne vorbei.

    @9 timon
    "Sollte hier wegen zu geringem Abstand ein Auffahrunfall geschehen, dann liegen die Relativgeschwindigkeiten meist unter 50 km/h."
    Das mag sein. Aber nach dem Aufprall:
    - du bist immer noch mit meist > 100km/h unterwegs
    - kann es zum schleudern kommen
    - wodurch man Fahrzeuge auf anderen Fahrbahnen tangiert
    - ist auf Autobahnen höhere Geschwindigkeit erlaubt -> höhere Wahrscheinlichkeit, dass jemand in den Unfall reinfährt

  12. timon meint: (17.3.2009 um 10:53) AntwortenReply to this comment

    @10 Haf:
    Gefühl und tatsächliches Risiko ist eben nicht immer deckungsgleich. Jeder muss für sich entscheiden, zu welchen Handlungen er sich von seinen Phobien zwingen lässt. Nach dem 11. September gab es in den USA auch 2500 mehr Verkehrstote auf den Straßen, weil viele lieber Landstraße gefahren sind anstatt zu fliegen.

    @11 Karel:
    Unter einen LKW zu crashen ist schon ab 50 km/h ziemlich tödlich – Unterfahrschutz hin oder her. Du kannst also getrost mit 220 an den LKW vorbeifahren, es macht keinen großen Unterschied falls wirklich einer unvermittelt rauszieht.

    Natürlich hast du recht, dass es Fälle gibt, bei denen jemand nach einem simplen Rempler auch noch ins Schleudern kommt und dann irgendwo mit hoher Geschwindigkeit einschlägt. Die Kollision mit anderen Fahrzeugen (außer LKW) ist aber kein großes Problem, da diese meist ebenfalls mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind und man sich nicht drunter verklemmt. Ungeschützte Brückenpfeiler oder Mauern sind da schon eher ein Problem.

    Aber generell reicht mir die Zahl der Getöteten als Beweis, dass dies eben auf Autobahnen deutlich seltener der Fall ist als auf Landstraßen, auf denen es am Straßenrand quasi ständig neue Möglichkeiten gibt in massive Hindernisse zu donnern.

  13. franz meint: (17.3.2009 um 11:18) AntwortenReply to this comment

    @11, Karel.

    Genaus so kommen die Statistiken zu Stande. Du sprichst hier von überhöhter Geschwindigkeit. Die Situation war nach Schilderung klar. Zwei Spuren waren frei. Falsch verhalten hat sich der LKW in 2facher Hinsicht. Zum einen hat er nicht links zu fahren, zum anderen gilt für alle Fahrer, man darf die Spur nur wechseln, wenn man dabei keinen anderen gefährdet. Dieser Punkt wird aber immer gerne vergessen.
    Es ist natürlich auch einfacher dann mit überhöhtem Tempo zu argumentieren und vorausgegangene Fehler nicht mitzubewerten.
    Nur Aufmerksamkeit kann so eine Situation lösen. Hohes Tempo, erhöhte Aufmerksamkeit. Keine noch so niedrige Geschwindikeit kann mangelnde Aufmerksamkeit kompensieren.

    Grüße vom Vielfahrer,
    Franz.

  14. Heiner meint: (17.3.2009 um 11:27) AntwortenReply to this comment

    Auf dem Weg vom Büro nach Hause gibt's seit kurzem eine 80er Zone auf der Bahn. Der Sinn ist nicht wirklich erkennbar, aber aufgrund einiger früherer "Blitzerfahrungen" halte ich mich dran.
    Seitdem mache ich nahezu ausnahmslos jeden Tag folgende Erfahrung: PKWs stören sich nicht an mir, fahren meist auch nur wenig schneller als ich, und überholen einfach, wenn ich denen zu langsam bin.
    LKW-Fahrer, die selbst maximal 10 km/h schneller fahren als ich, fahren dicht auf, benutzen die Lichthupe oder die richtige Hupe, und zeigen mir auch schon mal nicht allzu nette Handzeichen. Alles in allem also Nötigung im Sinne des Gerichts.

    Im Schnitt passiert mir das mit ein bis zwei LKWs TÄGLICH. Die 80er-Zone ist alles in allem höchsten drei oder vier Kilometer lang, also wirklich noch erträglich. Selbst wenige hundert Meter, bevor die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wird, wird noch gedrängelt.

    Mich würde nicht wundern, wenn der eine oder andere "nervösere" PKW-Fahrer durch diese Autobahnschweine zum Schnellfahren gedrängt wird.

    Und: Hier lohnt nicht mal mehr eine Anzeige. Ich will schließlich nicht JEDEN Tag bei der Polizei anrufen, zumal ich meist alleine im Auto unterwegs bin.

  15. Schulzki meint: (17.3.2009 um 11:34) AntwortenReply to this comment

    Wer sich in Köln auf die Straßen begibt, sollte sowieso unbedingt mit Wahnsinnigen am Steuer rechnen – LKW`s hin oder her (wobei auch ich den Zusammenhang zwischen der Statistik und dem Vorwurf an die LKW-Fahrer nicht sofort erkenne: Die fahren doch auf allen Autobahnen Deutschland mörderisch.).

    Das macht dann aber auch fit für die Teilnahme am Straßenverkehr z.B in Frankreich: Je südlicher man kommt, desto näher kommt einem der Franzmann.

  16. Badenserbub meint: (17.3.2009 um 12:29) AntwortenReply to this comment

    @Malte S.
    Gewinnabschöpfung geht im OWi-Recht schon immer. Wird nur leider meist nicht gemacht. Auf der Seite von RA Brenner gibt es ein paar Beispiele wie man sowas berechnen könnte – und dann bräuchte man auch keine höheren Geldbußen!

  17. Kritiker meint: (17.3.2009 um 12:36) AntwortenReply to this comment

    @7
    Da kann ich mithalten. Mir kam mal auf einer Bundesstraße (zum Glück übersichtlich) ein LKW auf meiner Spur entgegen der einen anderen überholt hat. Habs rechtzeitig gesehen und musste bis auf den Stillstand abbremsen sonst wären wir kollidiert.
    Warum eigentlich eine Anzeige wegen Nötigung? Wenn er 130 fahren darf, kann er dich doch auch mit deinen 100 überholen?

  18. Axel John meint: (17.3.2009 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    @ 1: Große können dagegen viel breiter kalkulieren und setzen dann meist ein Limit, wie viele Rechtsverstöße aufgedeckt werden dürfen.
    Genau hier liegt das Problem.
    Der Bußgeldkatalog gilt für den selbstständigen Einzelfahrer genauso, wie für den großen Konzern mit Millionenumsatz.
    Würde man die Bußgelder nach der Höhe der Bilanzsumme bemessen, wäre das nicht nur gerechter, sondern auch wirksamer.
    Gleiches gilt übrigens auch im privaten Bereich.
    Ein nach Einkommen gestaffelter Bußgeldkatalog wäre für die bestens-Verdiener wesentlich heilsamer

  19. Siggi meint: (17.3.2009 um 13:29) AntwortenReply to this comment

    @14: LKW haben geeichte Tachometer, die also den genauen Wert anzeigen, während "normale" Kfz mit Voreilung (?) arbeiten, also x% mehr anzeigen. 80 bei Ihnen sind nicht 80 beim LKW. Drängeln gehört sich aber trotzdem nicht.

  20. Judas meint: (17.3.2009 um 14:18) AntwortenReply to this comment

    @7:
    So, wie geschildert, ist das Quatsch, urban legend oder Schlimmeres.
    Ein Grund ist, daß es keine Ausnahmegenehmigung gibt, die linke Spur zu versperren, ein weiterer, dass man mit 100 auf der rechten Spur niemanden nötigen kann. Denn der kann ja vorbeifahren. Als Conti-LKW sogar mit 130.

  21. Snickerman meint: (17.3.2009 um 15:46) AntwortenReply to this comment

    @ 21:
    Sachlich falsch, eine "Urban Legend" ist ja gerade etwas, was irgendeinem Bekannten passiert sein soll und nicht wirklich nachprüfbar ist- hier schreibt 7 ja, dass es IHM geschah und ER auch verurteilt wurde!

  22. Judas meint: (17.3.2009 um 16:07) AntwortenReply to this comment

    @22, Snickerman:
    Ja, das schreibt er. Und? Was beweisst das?
    Das hier ist ein anonymes Forum im Internet…

  23. Jerry meint: (17.3.2009 um 16:19) AntwortenReply to this comment

    Das Führerhaus ist aller Laster Anfang….

  24. Svetlana meint: (17.3.2009 um 17:05) AntwortenReply to this comment

    Ich hasse LKW :)
    Vor allem, wenn sie jenseits der rechten Spur fahren.

  25. Badexp meint: (17.3.2009 um 17:53) AntwortenReply to this comment

    Wenn man das richtig durchsetzt, sicherlich wird dann die Unfallquoute sich drastisch ändern… das problem ist nur es sind ja meistens immer die ausländischen LKWs die Unfälle verursachen … kann man dort so einfach durchgreiffen?

  26. Cohn Structa meint: (17.3.2009 um 22:35) AntwortenReply to this comment

    @15 woher nimmst Du diese Erkenntnis ?
    meine Erfahrungen seit 20 in Köln tendieren in Richtung Italien: wer fährt hat Vorfahrt – der westfälische Bauernschädel oder Kleinstadt-Fahrer hat damit Probleme, ich allerdings auch, wenn ich in Aachen zu meinem Vater fahre…:-)

    Es ist sicherlich richtig, daß ein Unfall mit eienm LKW mehr Schaden verursacht, als ein Unfall mit einem PKW. Aber:
    1) hat kein LKW Fahrer Interesse an einem Unfall (kostet Zeit + Geld, die Tachoscheibe ist nie sauber, selbst 82 km/h reichen für eine Teilschuld)
    2) in einer Schicht a 10 Stunden fährt ein LKW ca. 500 km, mal 6 Arbeitstage (!) mal 40 Wochen (ohne Urlaub, krank, Werkstatt…) sind IM JAHR 120.000 km. Von diesen LKW sind wieviele täglich unterwegs – bei (und jetzt:) WIE VIELEN UNFÄLLEN ????
    3) Unfälle und gefährliche Situationen entstehen beweisbar durch hohe Geschwindigkeitsunterschiede. Fliessender LKW-Verkehr hat – auf der Autobahn etwa 85-88 km/h, und zwar in einer recht homogenenen Masse. Wer dann mit 130, 160 oder 220 km/h von hinten geflogen kommt, der ist derjenige mit der hohen Geschwindigkeit, der andere gefährdet (Beispiel Wiehltalbrücke vor ca. 5 Jahren, BMW in Tanklaster)
    4) Es gibt unter allen Fahrern Idioten.
    5) Ich habe mehr, viel mehr Angst vor den Ausbremsern, Stoßstangenklebern, Linksfliegern, Lückenquetschern etc… Das sind aber zu 99 % (auf dem Kölner Ring und nicht nur da) PKWs, gerne Marke "Schwanzverlängerung"-ich-brauche-das-um-mich-toll-zu-fühlen-und-auch-auf-Frauen-wirkt-es-toll
    6) nein, ich habe keinen Klasse 2- Schein, habe nie mehr als 7,5 ton gefahren und finde, wenn es denn mal möglich ist schnellfahren absolut geil… aber nur dann.

  27. Schulzki meint: (18.3.2009 um 10:55) AntwortenReply to this comment

    @28

    Seit fünf Jahren Immi auf Kölns Schlaglöchern:
    Spontanes Einscheren von rechts – Standard.
    Hysterisches Hupen wegen aber auch jedem Scheiss – immer und zwar mit hassvoll-aggressivem Gestikulieren.
    Rasen auf jedem Parkplatz, in der 30er Zone sowieso und vor Schulen überhaupt.
    Parken? Einer geht noch rein – wie die anderen raus kommen, egal. Und vor Schulen sowieso.
    Radwege? Zum Parken da (wenn überhaupt welche da sind).
    Radfahrer – auf auf zum fröhlichen Jagen…..

    LKW-Fahrer:
    10.000 Kilometer pro Jahr auf Autobahnen LKW-taktisch nur zu überleben mit V8 Sprints.

    Franzosen:
    Wir lieben Euch und die Provence so sehr – der Mörderfahrstil gehört zum besonderen Charme.

    P.S.: Bei BM-Kennzeichen gilt gesteigerte Alarmstufe, so besehen sind die Kölner doch gar nicht sooo schlechte Autofahrer.

  28. Karel meint: (18.3.2009 um 11:10) AntwortenReply to this comment

    @13 franz
    > Zwei Spuren waren frei.

    Das war lange vor dem Bremsen.

    > Falsch verhalten hat sich der LKW in 2facher Hinsicht. Zum einen hat
    > er nicht links zu fahren,

    Hat nicht oder darf nicht?

    > zum anderen gilt für alle Fahrer, man darf die Spur nur wechseln,
    > wenn man dabei keinen anderen gefährdet. Dieser Punkt wird aber
    > immer gerne vergessen.

    Woher weißt du, dass der LKW-Fahrer sich nicht korrekt verhalten hat? Wenn er auf der mittleren Spur in den Spiegel geschaut hat und eine freie linke Bahn gesehen hat, konnte er problemlos überholen. Wenn im selben Moment mit ein wenig Abstand ein Auto mit 200km/h ankommt und ebenfalls auf die linke Fahrbahn wechselt hat der LKW-Fahrer nichts falsch gemacht.
    Ich weiß aber nicht, was der LKW-Fahrer gesehen hat. Vielleicht war es so, vielleicht auch nicht.

  29. corax meint: (18.3.2009 um 11:47) AntwortenReply to this comment

    @ Karel #30

    <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/stvo/__42.html&quot; rel="nofollow"> § 42 StVO Leitlinie Zeichen 340

    [...]
    d)
    sind außerhalb geschlossener Ortschaften für eine Richtung 3 Fahrstreifen so markiert, dann darf der mittlere Fahrstreifen dort durchgängig befahren werden, wo – auch nur hin und wieder – rechts davon ein Fahrzeug hält oder fährt. Dasselbe gilt auf Fahrbahnen mit mehr als drei so markierten Fahrstreifen für eine Richtung für den zweiten Fahrstreifen von rechts. Den linken Fahrstreifen dürfen außerhalb geschlossener Ortschaften Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t sowie Züge, die länger als 7 m sind, nur benutzen, wenn sie sich dort zum Zwecke des Linksabbiegens einordnen;</a>

  30. Kand.in.Sky meint: (18.3.2009 um 15:57) AntwortenReply to this comment

    @7/gerhardq
    über was beschwerst du dich hier eigentlich?

    #k.

  31. Psy Chotic meint: (18.3.2009 um 18:52) AntwortenReply to this comment

    @ 31 (corax):

    Also verlinken kannst Du schonmal, aber was hat die Bundesstraßenregelung mit dem Artikel zu tun, welcher klar auf die Autobahn gemünzt ist?????

    Dort herrscht im übrigen FÜR JEDEN das Rechtsfahrgebot, und zwar STÄNDIG, also auch für die PKW´s und dessen Lenker.

  32. corax meint: (18.3.2009 um 20:46) AntwortenReply to this comment

    @ Psy Chotic

    Die Regelung gilt nicht nur für Bundesstraßen es wäre mir neu, dass es verschiedene StVOs je nach Straßenart gibt. Siehe deshalb auch unter Punkt f) :

    gehen Fahrstreifen, insbesondere auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen von der durchgehenden Fahrbahn ab, so dürfen Abbieger vom Beginn einer breiten Leitlinie rechts von dieser schneller als auf der durchgehenden Fahrbahn fahren. Das gilt nicht für Verzögerungsstreifen;

    Es geht darum, dass bei drei Fahrstreifen für eine Richtung der ganz linke für LKWs tabu ist (Außerorts und auf BABs).
    Dass das mit dem Rechtsfahrgebot und dessen Ausnahme innerorts für Fahrzeuge unter 3,5t gemäß:
    § 7 Benutzung von Fahrstreifen durch Kraftfahrzeuge
    (3) Innerhalb geschlossener Ortschaften – ausgenommen auf Autobahnen (Zeichen 330) – dürfen Kraftfahrzeuge sowie Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t auf Fahrbahnen mit mehreren markierten Fahrstreifen für eine Richtung (Zeichen 296 oder 340) den Fahrstreifen frei wählen, auch wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 nicht vorliegen. Dann darf rechts schneller als links gefahren werden.

    und dem Linksabbiegen auf BABs hier nicht so ganz hinhaut, dafür kann ich ja nichts. Ich hab mir die StVO ja nicht ausgedacht.

  33. Cohn Structa meint: (18.3.2009 um 21:32) AntwortenReply to this comment

    @29/15 klar spontanes einscheren, kurz blinken und ab in die Lücke. Wer umsichtig fährt, der erkennt des anderen Absicht, ist nicht Köln-typisch, schonmal in Paris Auto gefahren ?
    Klar Hupen, rein lassen und erst mal hupen, hupen ohne vor-die-Stirn-hauen ist sinnlos und macht keinen Spaß. Richtig Spaß macht es wenn der andere sich aufregt… – mir zumindest
    Rasen ? nicht mehr als woanders.
    Parken ? sollte man können, rein und raus (vielleicht Auto zu groß gewählt ?)
    Radwege – anderes Thema, aber in Köln katastrophal, trotz "Fahradfreundlicher Stadt", aber der Zustand der Radwege ist das Üble, zu mehr als zum Parken taugen die Meisten doch nicht.
    10 Tkm auf Autobahnen, naja, vielleicht musst Du ja noch was üben, viel ist das ja nicht – und komisch, wie "überleben" das denn die anderen mit B2 (Ente) R3 (C1) oder R4 (Rest) ???? Und warum sprinten ? Abbremsen, reinlassen, entspannt weiterfahren – Zeitfaktor höchstens Minute. Mit dem Kopf durch die Wand ohne Rücksicht und sich nachher drüber aufregen, wenn die Anderen das nicht zulassen. (Tip: Nürburgring ist garantiert LKW-frei )
    Woher nimmst Du denn die Erkenntnis mit dem BM-Kennzeichen. Gibt es – verglichen zwischen K, SU, NE, D, BM, DN, GL, GM, AW, WW irgendwelche signifikanten Unterschiede ? Vielleicht sind es ja auch die Rothaarigen, oder der Briefträger…. "alle Audifahrer können nicht einparken, zumindest sind mir gestern zwei aufgefallen" -

  34. franz meint: (19.3.2009 um 08:35) AntwortenReply to this comment

    @31 Karel.
    abgesehen davon, ob der LKW die linke Spur nutzen darf oder nicht, ein Spurwechsel darf nur geschehen, wenn kein anderer Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet wird. Darauf wurde hier wohl nicht geachtet. Gerade von Berufskraftfahrern sollte man erwarten können, dass sie Geschwindigkeiten anderer richtig einschätzen können. Zum anderen handelte es sich hier um 3 Spuren, von denen beim Annähern des Fahrers 2 frei waren, bei Erreichen der LKW dann alle befahren wurden. Wollte man eine gefährliche Situation hier ausschließen, müsste man immer genauso langsam fahren, wie der langsamste Fahrer vor einem.

    Grüße,
    Franz.

  35. Ralf meint: (21.3.2009 um 11:26) AntwortenReply to this comment

    LKWs mit überhöhter Geschwindigkeit? Ich würde mal sagen das die lediglich versuchen sich dem Verkehrsfluss anzupassen.

    Man kann den Spieß also auch bequem umdrehen. Nicht die LKWs sind zu schnell, sondern die PKWs. Demnach sollte man mal wieder ein generelles Tempolimit von 120km/h auf ALLEN Autobahnen fordern. Das würde auf alle Fälle mehr Unfälle verhindern als eh schon langsamere Fahrzeuge (LKWs, Busse, usw) noch härter zu bestrafen.
    Das ist überhaupt eine Sache die mir nicht in den Schädel will. Wenn ich mit dem PKW mit 160 Sachen durch die 100er Zone fahre, bin ich eine Gefahr weil ich zu schnell bin. Überhole ich mit meinen LKW mit 89km/h einen anderen LKW, bin ich eine Gefahr weil ich zu langsam bin (Behinderung des Verkehrs und blablabla). Offensichtlich ist jede Geschwindigkeit verkehrt, deswegen muss man sich mal auf dne kleinsten gemeinsamen Nenner im verkehr einigen. Das wären auf Autobahnen ca. 60km/h (Autokrane z.B.) bzw. höchstens 80km/h (Höchstgeschwindigkeit für LKWs). Denn wenn alle gleich schnell unterwegs sind, kann es ja nicht mehr zu gefährlichen Situationen kommen.

    Bleibt noch der zu geringe Abstand. Als LKW-Fahrer sehe ich es wirklich jeden Tag und übertreibe dabei bestimmt nicht: Autocorsos auf der Autobahn die mit ca. 100-120km/h an mir vorbei fahren und dabei einen "Sicherheitsabstand" von rund 6-8 Metern einhalten. Und zwar jedes Fahrzeug!
    Ich sitze in meinen LKW ja etwas höher und habe deswegen eine andere Sicht. Wenn man weis das eine weiße Linie 6 Meter lang ist und der Abstand zw. 2 Linien 12 Meter, dann sträubt es einen oft die Haare wie viele Lebensmüde unterwegs sind.
    Sitzt man hingegen in einen PKW, sieht die Sache ganz anders aus. Für viele Autofahrer (wenn nicht sogar den meisten) ist es fast unmöglich ihren Abstand auch nur annähernd korrekt einzuschätzen. Da wird gerne mal mit weniger als 10 Meter Abstand gefahren und gedacht das es bestimmt so um die 20 oder mehr Meter wären.
    Leider verschweigt uns der Polizeipräsident wie viele von den 1.612 Unfällen mit LKWs und wie viele mit PKWs waren. Den ich sehe häufiger Auffahrunfälle zwischen PKWs als zwischen LKWs. Aber so eine verkrazte oder verbeulte Stoßstange ist halt nicht medienwirksam genug. Wenn ein LKW dem anderen hinten rein rauscht, stehen gleich 3 Kamerateams parat. Ich nenne so etwas Verzerrung der Realität.

    Die "tickenden Zeitbomben" haben mich ja mal wieder amüsiert. Vor einer Woche war mein LKW beim TÜV, drei Spiegel mussten getauscht werden weil sie nicht mehr den Vorschriften entsprachen. Kostenpunkt: rund 1.000 Euro. Dabei muss mein LKW einmal im Jahr zum TÜV und alle 6 Monate zur SP (Sicherheitsüberprüfung). zudem muss ich als LKW-Fahrer alle 5 Jahre zur Weiterbildung mit 35 Stunden Unterricht (darf ich selber bezahlen, kosten ca. 800 Euro).
    Nun vergleichen wir das mal mit PKWs. Alle 2 Jahre TÜV, keine SP, keine Weiterbildung, keine Verpflichtung zur technischen Nachrüstung. Wo sind da wohl eher die tickenden Zeitbomben zu finden?

    Ich will nicht abstreiten das es genug LKWs auf deutschen Straßen gibt die eine rollende Lebensgefahr darstellen. Ob es nun am technischen Zustand des Fahrzeuges oder am Fahrer liegt. Es ist aber auch so das es für deutsche Unternehmen und Fahrer kaum mehr finanzierbar ist ein technisch einwandfreies Fahrzeug und einen ausreichend geschulten Fahrer zu unterhalten. Wenn der Polizeipräsident sich so über die tickenden Zeitbomben echauffiert, dann sollte er mal konkrete Vorschläge machen wie man seine Anforderungen finanzieren soll. Denn der weiter oben erwähnte Spediteur der sich angeblich in Geld suhlt (er hatte übrigens einige Monate in Untersuchungshaft gesessen und mehr Geldstrafen bezahlt als andere in ihren ganzen Leben verdienen werden), beschäftigt überwiegend Fahrer aus Osteuropa und hat auch fast seine komplette Flotte in Osteuropa angemeldet.
    Der Kölner Polizeipräsident erreicht mit seinen Äußerungen lediglich eins: Es werden noch mehr Speditionen ihre Fahrzeuge und Fahrer im günstigen Ausland stationieren um Kosten zu sparen und anschließend "tickende Zeitbomben" auf deutsche Straßen zu schicken. Mit den eingesparten Geld kann man die erhöhten Geldstrafen locker bezahlen.

  36. Maik meint: (23.3.2009 um 03:12) AntwortenReply to this comment

    @ 36: >>> Gerade von Berufskraftfahrern sollte man erwarten können, dass sie Geschwindigkeiten anderer richtig einschätzen können.

    Klar doch. Wenn ein wildgewordener Pkw – Fahrer mit 220 km/h von hinten ankommt, kann ich das einschätzen.

    Solche Diskussionen bringen eh nichts, erst recht nicht in einem Weblog.

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