31.3.2009

Mitgedacht

Der Beschuldigte war nicht zu Hause. Die Polizeibeamten, versehen mit einem Durchsuchungsbeschluss, ließen die Tür aufbrechen. Hierzu folgender Vermerk:

Aufgrund der Altersstruktur der Hausbewohner und der scheinbar sehr funktionierenden Hausgemeinschaft wurde auf das Hinzuziehen eines Nachbarn als Zeugen wegen des bestehenden Tatvorwurfs verzichtet. Da ansonsten damit gerechnet werden kann, dass Herr J. einen Wohnungswechsel vornehmen kann.

40 Kommentare zu “Mitgedacht”

  1. e7 (Link) meint: (31.3.2009 um 13:12) AntwortenReply to this comment

    Selbst das Aufbrechen einer Wohnungstür sollte aufgrund der Altersstruktur und der funktionierenden Hausgemeinschaft schon Grund genug sein.

  2. dellife (Link) meint: (31.3.2009 um 13:13) AntwortenReply to this comment

    Immerhin scheint dem "Bullenstaat" bewusst zu sein, dass er eigentlich eine "Rentnerdemokratie" ist…

  3. Skjoll meint: (31.3.2009 um 13:21) AntwortenReply to this comment

    @2Dellife
    Ich sehe nirgends was von Rentnern es könnte sich auch um ein Haus voller 30jähriger Linksalternativer Leute gehandelt haben
    wofür zb die funktionierende hausgemeinschaft sprechen würde.

  4. Petr A. meint: (31.3.2009 um 13:28) AntwortenReply to this comment

    Oh ja, linke Zecken sind überall zu finden. Im Moment trauen sie sich ja wieder aus den Löchern.

  5. Malte S. (Link) meint: (31.3.2009 um 13:32) AntwortenReply to this comment

    Dann sollten die Behörden halt einen Zeugen von einer nicht mit ihr verbandelten Behörde hinzuziehen. Oder ggf. als "Zeugen" eine totale Videodokumentation der Aktion durchführen – das sollte eh bei Eingriffen dieser Intensität Standard sein.

  6. Volker meint: (31.3.2009 um 13:33) AntwortenReply to this comment

    Hört sich stark nach Kinderpornographie an. Altersstruktur wäre demnach viele Familien mit Kindern.

  7. gerhardq meint: (31.3.2009 um 13:35) AntwortenReply to this comment

    Auf Zeugen verzichtet, geht das überhaupt?
    Hätten die da nicht einen unabhängigen Zeugen von außen zuziehen müssen?

    Moderne Rentner werden immer linker und renitenter!

  8. Kampfschmuser meint: (31.3.2009 um 13:42) AntwortenReply to this comment

    Wie ist diese HD rechtlich haltbar? Der Inhaber, der bei Möglichkeit hinzugezogen werden soll, sowie ein Zeuge, waren nicht vor Ort. Nur eine Handvoll Beamter, die so natürlich keinerlei Rechte beachten brauchen.

    Da würde es mich kaum wundern, wenn der Inhaber der Wohnung später eine Menge Wertsachen vermißt und Anzeige wegen Diebstahl erstattet. Dann wäre wenigstens mal ordentlich was los. ;)

  9. DerStefan meint: (31.3.2009 um 14:02) AntwortenReply to this comment

    Wo genau steht da nochmal, dass stattdessen ueberhaupt kein Zeuge hinzugezogen wurde? Ich lese da nur, dass darauf verzichtet wurde einen Nachbar als Zeugen hinzuzuziehen.
    Aber man soll sich durch Fakten natuerlich auch nicht im Kommentieren bremsen lassen, die Luecken kan die Fantasie ja fuellen.. Andere betreiben mit sowas schlieslich eine erfolgreiche grosse Tageszeitung.

  10. Steffen meint: (31.3.2009 um 14:05) AntwortenReply to this comment

    Klingt nach Mehrfamilienhaus in Studentenviertel mit Studentenwgs.

  11. h meint: (31.3.2009 um 14:07) AntwortenReply to this comment

    Der Polizist konnte "scheinbar" gut Deutsch.

  12. Detlev T. (Link) meint: (31.3.2009 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    Den Vermerk verstehe ich nicht ganz. Wenn Herr J. nach Hause kommt, muss er doch bemerken, dass ein Heimsuchung stattgefunden hat und kann dann immer noch "einen Wohnungswechsel vornehmen". Oder war das etwa ein "konspirative Hausdurchsuchung", von der der Beschuldigte (vorerst) nichts erfahren sollte? ;)

  13. der ich meint: (31.3.2009 um 14:14) AntwortenReply to this comment

    Könnte auch eins der sog. "Schweinehäuser" sein, in dem sich unterhaltspflichtige Männer gerne gegenseitig decken wenn der Gerichtsvollzieher o. ä. kommt.

  14. Darkstalker meint: (31.3.2009 um 14:16) AntwortenReply to this comment

    Wenn man den Betroffenen nicht antrifft und auch keine Nachbarn als Zeugen zuziehen kann und sonst keine Gründe hat, das Ganze sofort durchzuziehen, dann müsste man eigentlich gehen und noch mal wiederkommen.
    Die Angst, in der Zwischenzeit würde der Betroffene von den angefragten Nachbarn informiert, spielte da wohl mit. So ließe sich zumindest die Argumentation der Polizisten nachvollziehen.

    Richtig ist das dann allerdings noch lange nicht.
    Sieht jemand ein Beweisverwertungesverbot? (Oder hilft hier mal wieder die altbewährte "Gefahr im Verzug" ?)

  15. Harry meint: (31.3.2009 um 14:22) AntwortenReply to this comment

    "in dem sich unterhaltspflichtige Männer gerne gegenseitig decken"

    Wie ist das denn gemeint? ;)

  16. Anders meint: (31.3.2009 um 14:47) AntwortenReply to this comment

    @15
    Kurz gesagt: Alle Männer sind Schweine.

    Anders

  17. Rockafella (Link) meint: (31.3.2009 um 14:47) AntwortenReply to this comment

    @14 Darkstalker, es gab immerhin einen richterlichen Beschluss. Würde mich wundern, wenn gefundene Beweismittel nicht verwertet werden dürften. Das ist bei uns in D meines Wissens sowieso die große Ausnahme, dass Beweise nicht verwertet werden dürfen.

  18. Christian Unger (h.c.) (Link) meint: (31.3.2009 um 14:53) AntwortenReply to this comment

    Muss man dem Zeugen denn sagen, was man sucht?

    Reicht doch eigentlich wenn der bezeugt, dass die Polizei die Goldbarren wie auf dem Beschlagnahmeprotokoll protokolliert nicht mitgenommen hat. Oder haben die durchschnittlichen Kinderpornografen (ich stimme dem Verdacht zu) CDs mit Aufschriften "KiPo (Text editiert. U.V.)" oder "KiPo – (Text editiert. U.V.)" rumliegen?

  19. Schnabeltier meint: (31.3.2009 um 15:06) AntwortenReply to this comment

    Anders: Vielleicht sind sie das. Aber an gleichgeschlechtlichem Verkehr sind trotzdem nicht alle interessiert. Oder sehen Sie das anders?

  20. dot tilde dot meint: (31.3.2009 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    ich bin erleichtert, dass allein die begriffe altersstruktur und funktionierende hausgemeinschaft die kommentatoren einhellig an menschen denken lassen, die im politischen spektrum links stehen.

    sich das gegenteil auszumalen bleibt unserer angeregten fantasie vorbehalten. statt nachmittags-tv, sozusagen.

    .~.

  21. Klopfer (Link) meint: (31.3.2009 um 15:56) AntwortenReply to this comment

    Wenn Menschen Nebensätze als eigenständige Sätze verwenden, ist das für mein Sprachempfinden schlimmer als ein Film, in dem Stalin und Hitler kleine Welpen verhauen.

  22. Peter meint: (31.3.2009 um 16:11) AntwortenReply to this comment

    @7,8: wie UV in einem exzellenten Video-Vortrag bei den CCC-Tagung schon ausführte, können die Beamten auch einen aus ihren eigenen Reihen als Zeuge hernehmen. Allerdings darf der sich dann auch nicht an der Suche beteilgen, was ja aber im genannten Beispiel niemand kontrollieren kann. Und selbst wenn: Fund ist Fund, fast egal wie. Oder wie man im Fussball sagt: Tor entschuldigt

  23. Christian Unger (h.c.) (Link) meint: (31.3.2009 um 16:21) AntwortenReply to this comment

    Die Editierung in @18 finde ich unnötig. Noch muss sowas pornografisch sein, und ich habs ja nun recht unpornografisch ausgedrückt….

  24. Edding meint: (31.3.2009 um 16:41) AntwortenReply to this comment

    Das Hinzuziehen von unabhängigen Zeugen dient der Abwehr von Beschuldigungen gegen die dursuchenden Beamten und in erst in zweiter Linie dem Beschuldigten. Zudem kann es sein, dass die Durchsuchung dann zwar rechtswidrig ist, dies führt aber keinesfalls zu einem Beweisverwertungsverbot in diesem Fall. Also Jacke wie Hose.

    Außerdem spricht sich doch soetwas eh füher oder später rum, trotzdem gut mit/ausgedacht

  25. Christopher Kunz (Link) meint: (31.3.2009 um 16:51) AntwortenReply to this comment

    Paßt irgendwie gut zum Fall "Wikileaks.de mittelbar verlinken ist böse", der ja auch von UV vertreten wird und gerade durch die Online-Presse geistert…
    Auch die Beihilfe zur Verbreitung von Kinderpornographie ist ein Stigma, mit dem man in einer "funktionierenden Hausgemeinschaft" vermutlich die eine oder andere etwas ungemütlichere Treppenwoche zu befürchten hätte…

  26. Peter meint: (31.3.2009 um 18:05) AntwortenReply to this comment

    tja, es gibt die Nazi-Keule und nun auch die KiPo-Keule. Mal gespannt was da in den nächsten 50 Jahren noch so kommt.

  27. Darkstalker meint: (31.3.2009 um 18:44) AntwortenReply to this comment

    Och die Nazi-Keule wird uns erhalten bleiben. Dann noch die Pädo-Keule. Die Nichts-zu-Verbergen-Keule… Die Finanzkrisen-Keule … aber wenn man mal wirklich ne Keule sucht (z.B. um Entscheidungsträgern mal Verstand einzubläuen) dann hat man keine zur Hand.

    "The ironing is delicious" (TM by Bartholomew Jay Simpson)

  28. Icke meint: (31.3.2009 um 19:22) AntwortenReply to this comment

    also ohne die Kommentare hätte ich gedacht, dass das letzte "kann" eigentlich eher ein "sollte" wäre. So nach dem Motto: Wenn wir jemand der Nachbarn mitgenommen hätte, wäre der Verdächtigte in dem Haus seines Lebens nicht mehr froh – weil "funktionierenden Hausgemeinschaft" eventuell auch mit "extrem neugierige und klatschsüchtige Nachbarn" übersetzt werden könnte… ;)

  29. GxS meint: (31.3.2009 um 20:35) AntwortenReply to this comment

    @ 18 Christian Unger (h.c.)

    >“KiPo (Text editiert. U.V.)” oder “KiPo – (Text editiert. U.V.)” rumliegen?

    Schade, ich hätt zugerne gewusst, wie man “KiPo – schlimmer machen kann…

    KiPo- zerfetzte Kinder aus Burundi?
    oder
    KiPo- verhungerte Modells von DSDS (Bulimie)?

    Grüße

  30. Darkstalker meint: (31.3.2009 um 21:07) AntwortenReply to this comment

    @29: Auch wenn man der Intelligenz nach zu urteilen das gar nicht glauben mag, aber die Teilnehmer bei DSDS sind für KiPo zu alt :o)

  31. Christian Unger (h.c.) (Link) meint: (31.3.2009 um 21:11) AntwortenReply to this comment

    @30 (Darkstalker),

    ich sag nur Scheinminderjährige. Wenn ich mir angucke wie die da rumhüpfen erinnert mich das irgendwie an den Kindergarten…

    @29 (GxS),

    da Herr Vetter da wohl was dagegen hat werde ich das hier nicht wiederholen. Ich sage es mal so: Es war eine normale Präzisierung der sexuellen Handlungen mit Altersangaben. Wobei die Aufschrift "Kinderpornographie" auf der CD wohl grundsätzlich ausreichen würde, um den Nachbarn zu verstimmen. ;-)

  32. GxS meint: (31.3.2009 um 22:08) AntwortenReply to this comment

    @ 30 Darkstalker und @ 31 Christian Unger (h.c.)

    Nein, das war nicht wirklich lustig; man sollte nicht über die Million Tote
    in Burundi und Ruanda Witze machen, ich entschuldige mich dafür, aber was zur Zeit in
    Berlin abläuft, da bleibt einem nur noch Zynismus:
    Man sollte auch nicht über KiPo Witze machen, aber ich glaube nicht, dass es welche im Netz
    (http://www...) gibt. Erst recht nicht zerfetzte Kinder (und gequälte 2-jährige Säuglinge) in Zusammenhang mit KiPo, wie es zur Zeit unsere Politiker tun. Wenn, dann sollte mir das gezeigt werden (und ich maße mir an, das zu beurteilen, Bilder vom FKK Strand sind m.E. keine KiPo, was immer auch Gerichte dazu sagen, ich glaube, dass Organisationen wie CareChild und innocenceindanger (mit der Präsidentin Frau zu Guttenberg) erheblichen Schaden in der Gesellschaft anrichten.)
    Was für ein Zufall, dass die Internetzensur vom Wirtschaftsministerium vorangetrieben wird…
    Ich meinte übrigens nicht DSDS (isch abe keinen Fernseher; isch meinte das Pendant mit den Supermodels…

    Grüße

  33. Bense (Link) meint: (31.3.2009 um 22:50) AntwortenReply to this comment

    Eine radikal-anarchistische, syndikalistische Rentnerkommune. So wie bei "Monty Python".

  34. Volker meint: (1.4.2009 um 07:35) AntwortenReply to this comment

    Sollte jemals in meinem Haus eine Durchsuchung während meiner Abwesenheit stattfinden wäre ich heilfroh, wenn meine Ü70-Nachbarn nicht als Zeugen dabei wären. Denn ganz egal, was der Anlass für die Durchsuchung wäre und wie die Sache ausginge, mein Ruf als "anständiger Bürger" wäre garantiert durch das Bekanntwerden solch einer Aktion in der Nachbarschaft für immer zerstört.

  35. Christian Unger (h.c.) (Link) meint: (1.4.2009 um 07:47) AntwortenReply to this comment

    @32 (GxS),

    gut, das mit den "Supermodels" habe ich mir bisher noch nicht angetan. Soweit ging meine masochistische Ader noch nicht.

    Und von zerfetzten Kindern im Zusammenhang mit Kinderpornografie habe ich bisher noch nie was gehört. Aber wahrscheinlich guckt unsere Bundesregierung zu viel CSI Miami. Und für alle Nichtfernsehbesitzer: Das ist einer der vielen "Krimiserien", die Realität vorgaukeln und beim nachdenkenden Menschen erhebliche körperliche Verletzungen, insbesondere erhebliche Kopfschmerzen durch die Kontaktaufnahme mit Wänden, verursachen.

    @34 (Volker),

    die Polizei überhört man auch als Rentner nicht. Vor allem weil Rentner ja sehr neugierig sein sollen. Und besser die wissen was vom Betrugsvorwurf als dass die sich ihre Raubkopiererkinderschänderterroristen-Fantasien ausmalen?!

  36. ghost meint: (1.4.2009 um 09:16) AntwortenReply to this comment

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, das eine Hausdurchsuchung unauffällig bleibt. Sicher kommt da nicht ein einzelner Herr daher, der wie ein Vertreter für Staubsauger aussieht und klingelt und an der Tür klopft.

  37. GxS meint: (1.4.2009 um 13:21) AntwortenReply to this comment

    @35 Christian Unger (h.c.)
    Da meine Antwort von heute früh offensichtlich vom System verschluckt wurde, hier nochmal der Link:

    bmfsfj.de/bmfsfj/generato...teilungen,did=116112.html

    oder:
    bmfsfj.de/bmfsfj/generato...nterviews,did=115254.html

    >Ursula von der Leyen: Die Kinder werden immer jünger. Jedes dritte Opfer von Kinderpornographie ist jünger als drei Jahre. Das werden durch brutale Vergewaltigungen Kinderseelen und Kinderkörper zerfetzt. Und: Die Bilder und Filme der Kinderpornographie werden immer gewalttätiger.

    Ich glaube, was auf den zu sperrenden Seiten schlimmstenfalls angeboten wird (ohne es überprüft zu haben…) sind Viren und Würmer und FKK oder Posing Bilder als Thumbnails, als sowas, was vor 25 Jahren noch legal an jedem Kiosk zu haben war und heute indiziert ist (irgendwoher muss ja der Umsatz von 24 Milliarden US $ herkommen, den der Verein von Frau zu Guttenberg behauptet (http://innocenceindanger.de/index.php?id=702).

    Aber weil die Opfer immer jünger werden, muss man schließlich das Schutzalter erhöhen (soein Desaster wie bei der Aktion Himmel soll schließlich nicht nochmal passieren)…

    Und die Politiker sind sich nicht zu Schade, die Aktionen Himmel und Mikado als Erfolg darzustellen…

  38. Christian Unger (h.c.) (Link) meint: (1.4.2009 um 21:34) AntwortenReply to this comment

    @37 (GxS),

    Naja. Wenn man sagt: "Das Problem ist rückläufig, es gibt immer weniger neues Material auf immer weniger Seiten." kann man damit ja auch keine massenhafte Überwachung rechtfertigen.

  39. der Beschuldigte meint: (3.4.2009 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    Es ging also um mich. Und mit Alterstruktur ist gemeint, dass hier bei mir fast ausschließlich Rentner wohnen. Aber was sie mit plötzlich wegziehen meinen?! Wenn sie später wiedergekommen wären, hätte ich nicht einmal mitbekommen das sie da waren.

  40. der Beschuldigte meint: (3.4.2009 um 15:16) AntwortenReply to this comment

    Achsoo.. die meinen, wenn sie einen Zeugen hinzugezogen hätten, hätte ich umziehen müssen, weil mich meine Nachbarn nicht hier haben wollten. Mir geht ein Licht auf (:

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