Bayerns Innenminister Joachim Herrmann:
Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand infrage stellt.
Die Betonung liegt hier übrigens auf “unserer … Gesellschaft”. Die Gesellschaft in der geistigen Geiselhaft solcher Politiker ist aber keineswegs auf friedliches Miteinander ausgelegt. Sondern auf Simplifizierung, Bevormundung, Diffamierung, Angst, Ausgrenzung und Demagogie. Und noch ein paar andere unschöne Dinge, die ich lieber nicht schreibe.
Zitiert nach golem.de
Pressemitteilung
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann:
Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand infrage stellt.
Die Betonung liegt hier übrigens auf "unserer ... Gesellschaft". Die Gesellschaft in der geistigen Geiselhaft solcher Politiker ist aber keineswegs auf friedliches Miteinander ausgelegt. Sondern auf Simplifizierung, Bevormundung, Diffamierung, Angst, Ausgrenzung und Demagogie. Und noch ein paar andere unschöne Dinge, die ich lieber nicht schreibe.
Zitiert nach golem.de
Pressemitteilung
Gamer auf eine Stufe stellen mit Dealern & Pädophilen … ohne Frage eine Beleidigung. Echt eine Frechheit was manche Politiker für einen Müll von sich geben.
hier die originale Pressemitteilung
http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php
Alle Drogen, also auch Bier, sind in Bayern verboten?
Haben wir heute den 1. April oder was?
Gut, dass ich mir neulich das schöne T-Shirt "Ich wähle keine Spielekiller" gekauft habe. Es verändert zwar nichts, aber man fühlt sich besser.
Ts ts ts, echt 'ne Unverschämtheit!
In die Liste könnte man noch "Autofahren unter Alkoholeinfluss" einreihen, damit haben unsere bayrischen Politiker wenigstens Erfahrung.
Ich als Teil "unserer Gesellschaft" schüttle ob solchen Quarks nur vehement den Kopf, kotze evtl. noch ein bisserle ab und zocke meine Spiele weiter wie bisher.
Beschwert euch nicht! Ich habe nicht CDU/CSU gewählt!
Damit stellt er alle Gamer auf eine Stufe mit Kinderporno-Konsumenten und Drogenabhängigen. Ich frage mich gerade, ob das nicht $130 Abs. 1 Punkt 2 trifft.
§ 130 Volksverhetzung
(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. [...] oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
@6: Wie immer: Hinterher will keiner dabei gewesen sein, oder was gewusst haben… ;-)
@7: Zeigen Sie mir einen Politiker, der für seine verbalen Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen wurde.
Würde das Schule machen, könnte das Rollkommando gegen Grundrechte umgehend vom Reichstag nach Moabit überführt werden.
Ja, es ist immer wieder schön anzusehen in welche Niederungen sich Politiker hinabbegeben um ihre Ziele zu verwirklichen. Der Ausspruch "…unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft…" löst bei mir ein kaltes Schaudern aus, ich fürchte mir gehts da nicht alleine so. Irgendwie werden diese "Debatten" immer gruseliger…
Man darf auch fragen, ob die deutsche Gesellschaft nicht inzwischen gespalten ist. In einen Teil, der zum Großteil unter 40 ist und für den Computerspiele, auch Egoshooter, sehr wohl zum Wertekonsens gehören (eventuell unter Berücksichtigung von Altersbeschränkungen). Und in einen zweiten, hauptsächlich aus älteren Leuten und Politikern bestehenden Teil, der seine Kindheit und Jugend ohne Computer verbracht hat und daher die Faszination, aber auch die Selbstverständlichkeit der Technik im Alltag nicht verstehen kann und manchmal wohl auch nicht verstehen will. Für diesen Teil gehören PC-Spiele ganz sicher nicht zum Wertekonsens. Dafür das regelmäßige Frühschoppen im Schützenverein. Wenn Politiker jetzt versuchen sich beim letztgenannten Teil einzuschmeicheln indem sie dem erstgenannten die Existenzberechtigung absprechen könnten sie sich langfristig auch ins eigene Fleisch schneiden. Denn diejenigen die ohne PC aufgewachsen sind sterben aus. Sämtliche kommenden Generationen werden mit dem PC aufwachsen und es sich gut überlegen ob sie Politiker wählen wollen, die für ihre Lebenswelt keinerlei Verständndis aufbringen wollen.
Schoen … mit 12 jahren darf ich in einen schuetzenverein eintreten, mit 21jahren kann ich mit 320km/h und 0,49 promille und dem kofferraum voll schusswaffen voellig legal ueber die autobahn heizen … aber computerspielen darf ich nicht
irgendwie unverhaeltnismaessig
Ja, mit 16 Jahren verbietet man den Jugendlichen die Killerspiele, weil man Angst hat, sie könnten sich für Gewalt und Waffen begeistern und 2 Jahre später, macht man Werbung für die Bundeswehr und wie toll und interresant doch der bewaffnete Einsatz in fernen Ländern wie Afganistan doch sein kann.
Jäger und Sportschützen argumentieren wie wichtig der Einsatz der Waffen (für die Jagd bzw. für die Erfolge bei Olympia)ist, anstatt einfach zu sagen "Schießen ist geil und macht jede Menge Spaß" – genau so wie die Jugendliche sagen "Ego-Shooter sind geil und spielen mit/gegen Freunde und Bekannte macht einfach Spaß".
Das Jugendliche mit gewaltverharmlosenden Spiele nichts zu tun haben sollte, ist genauso richtig, wie dass sie mit Drogen, übermässigen Alkoholkomsum und Strafdelikte zu tun haben sollten. Aber generell jeden Computer-Spieler der in seiner Freizeit Ego-Shooter spielt, gleich auf eine Ebene mit Drogenkonsumenten und Pädophilen zu setzen geht doch etwas zu weit. Auch Millionen von Computerspieler als potenielle Amokläufer zu bezeichnen ist sicherlich völlig verfehlt.
Was muss man da als mündiger Bürger machen? Klagen? Strafanzeige stellen?
§ 130 Volksverhetzung sehe ich in der Tat im Anschlag – also bitte kurzen Tip, weil mir reichts jetzt!
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich spiele keine Killerspiele, die Gewalt verherrlichen und ja schon verboten sind, sondern z.B. Counterstrike. Ein Spiel das geprüft und erlaubt wurde und bei dem ich nicht töte, sondern Pixel steuere.
Solange sich dieser Herr Minister nicht auf solche Spiele bezieht, habe ich kein Problem mit ihm.
Leider bezweifele ich das er überhaupt weiß von was genau er da spricht. Kann ihm ja auch recht egal sein, er ist ja nur Politiker und kein Experte für dieses Thema.
Ich schliesse mich Lupus (Kommentar 14) an.
Wie ist das eigentlich, müssen Staatsanwälte bei bestimmten Taten nicht sogar von sich aus ermitteln, sobald sie Kenntnis davon erlangen?
In dem Fall würde es ja reichen, wenn ich die hiesige Staatsanwaltschaft anrufe und auf die Pressemitteilung hinweise, oder?
Tolle Idee, am besten setzen wir dann neben den "Killerspielen" auch noch andere Medien auf die Liste, in denen Gewalt als probates Mittel der Zielerreichung dargestellt wird. Da fallen mir spontan ein Haufen Hollywood-Blockbuster ein oder auch ein großer Teil der Romane. Da sieht/liest man doch regelmäßig wie ein Protagonist bis zum Ende der Geschichte dutzende, wenn nicht hunderte Widersacher in den Hades schickt.
Um dieses böse Internet-Dings kümmern sich ja zum Glück schon andere Politiker.
*kopfschüttel*
@14
Politiker "geniessen" Immunität …
Ich spiele zwischendurch gerne mal eine Runde Farcry oder Crysis.
Wenn Herrmann meint, mich mit Pädophilen vergleichen zu müssen, bitte.
Dann meine ich allerdings, dass die CSU für mich unwählbar geworden ist. Als Bayer habe ich im September ja praktischerweise auch den passenden Wahlzettel zur Hand.
Die Pressemitteilung hat auch noch andere schöne, zitierfähige Stellen:
"In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt."
Ja? Dann ist Kinderpronografie so schlimm wie ein Computerspiel? DAS wird die Staatsanwälte sicher besänftigen.
"Für Herrmann ist es wissenschaftlich klar erwiesen"
Da braucht man nicht weiter kommentieren, der Typ ist ein würdiger Nachfolger von Stoiber und beckstein.
Zitat: "…Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt"
Stelle ich im übrigen sehr wohl (in ihrer jetzigen Form) in Frage !
Strafanzeigen kann man schriftlich an die Polizei oder jede Staatsanwaltschaft richten. Man kann sie auch mündlich erstatten – auf jeder Polizeiwache.
@19, sogar schon im Juni. Bei der Europawahl kann jeder mitmachen die CSU aus dem EU-Parlament zu kicken. In Bayern müssen nur genug Leute nicht CSU wählen und in den anderen Bundesländern müssen nur genug Leute überhaupt wählen gehen.
Kommt die CSU bundesweit unter 5%, dann stellen sie keinen EU-Abgeordneten mehr.
http://www.welt.de/politik/article2509226/CSU-droht-bei-der-Europawahl-ein-neues-Debakel.html
Ich seh' die zukünftige Etymologie des Begriffs "Kinderpornographie" schon vor mir. In wenigen Generationen wird es ein allgemeiner abwertender Begriff sein.
"Puh, man, dass Essen schmeckt ja kinderpornographisch"
*Brrrr* "hier ist es echt kipo kalt"
"Echt ey, was redest du hier für eine Kinderpornographie?!"
Vor allem aber, wird es der einzige echte abwertende Begriff sein. Ein:
"Das ist ein Verbrechen an der Zivilbevölkerung, schlimmer als der Holocaust"
wird keinen interessieren, bzw. niemand verstehen, da das Schlüsselwort fehlt. Erst beim:
"Das ist ein Verbrechen, so schlimm wie Kinderpornographie"
wird die Menge dazu bewegt, in ein frenetisches Verbotsgeheul zu verfallen.
Wir haben ein Wahljahr. Da werden wir noch einige Fälle von celebraler diarrhoe von Politkern ertragen müssen.
@24(Kinch)
Ich finde diesen Begriff ohnehin bescheuert. "Kinderschokolade", "Kinderspielzeug", "Kindergarten", "Kinderteller" usw. sind Dinge FÜR und nicht MIT Kindern. Was ist dann also Ki…Po…? ;)
Hat hier jemand "Jehova" gesagt…?
Das schlägt ja beinah alles, was Beckstein je von sich gegeben hat…
Bei Holocaustvergleichen, wird ja auch gern der Umkehrschluß gezogen. Also:
Joachim Hermann verharmlost Kinderpornographie.
@26: In der Satirezeitschrift Titanic gab es dazu einmal folgende Witz-Zeichnung: Ein etwa 12jähriger Junge, im Zeitschriftenladen, vor dem Ladenbesitzer stehend, fragt: "Haben Sie auch Kinderpornos oder nur dieses Zeug für Erwachsene?"
@Dompfaff
"In einen Teil, der zum Großteil unter 40 ist und für den Computerspiele, auch Egoshooter, sehr wohl zum Wertekonsens gehören"
Ich glaube nicht, dass das stimmt, Sie leben in einer komischen Welt.
Die Spiele sind im Ansatz krank und machen die Leute (insbesondere Jungendliche), die sie spielen, krank.
Fragen Sie sich mal einen Augenblick, ob diese Spiele dazu dienen, den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern. Tun sie das nicht, braucht auch kein Mensch diesen menschenverachtenden Müll. Also weg damit.
Es ist wahnsinn wie viele Bekloppte in der Politik einfach ungestraft solche Sachen ablassen dürfen. Der hat ja schonmal so etwas abgelassen, allerdings, nachdem er einige Fragen zu seinen Äusserungen gestellt bekommen hat von Zeitungen und Internet-Portalen, sagte er, man hätte ihn falsch verstanden. Von wegen…
Ich zocke diese spiele jetzt seit über 10 Jaheren, mich hat noch nie am Bildschirm auch nur annähernd etwas so aggressiv werden lassen wie die Statements von Schäuble, Heinemann, Beckstein, Bosbach, Wiefelspütz, Schünemann (…die Liste könnte noch viel länger werden).
Und was für einen Wertekonsens spricht der da bitte an? Dass man vorbestrafte Manager mit Millionenboni an Abfindungen davon kommen lässt? Die Vorbereitung auf Zensur und Einschränkung der Informationsfreiheit durch Sperrlisten? Oder die Aussagen von Thilo Sarrazin über Alg2 Empfänger?
Hervorheben möchte ich hier nochmal, dass Herr Schäuble nach den Ereignissen in Winnenden, nachdem die Fragen nach Waffenbesitz und Schützenvereinen aufkamen, als erster sagte, dass man jetzt mit Ruhe und Besonnenheit handeln sollte und keine voreiligen Gesetzesentwürfe auf den Weg bringen. Das hat bestimmt nichts damit zu tun, dass die Waffenhersteller Carl Walther und Heckler&Koch in dem Bundesland liegen, wo Schäuble seinen Wahlkreis hat. Das wäre ja Lobbyismus und Wahlkampf mit toten Kindern. Also so fies und unmoralisch kann ja keiner sein. Nein, sie werden schon recht haben mit den Tötungssimulationen, die sind das wahre Übel.
@30
ich glaube kaum, dass Sie ein Jugendlicher sind und etwas fundiertes dazu besteuern können. Kinder und Jugendliche sind keine leeren Roboter, die durch Videospiele zu Tötungmaschienen umprogrammiert werden.
Das hat der Herrmann nur dem Beckstein nachgeplappert, der gefordert hat
Alle beide in einen Sack und draufhauen. Man kann einfach nicht daneben hauen. Obwohl … der Sack tut mir schon leid irgendwie …
Hm ja ich bin auch mal abgerutscht, und habe am Computer gespielt :-( Und ab wann ist man ganz abgerutscht? Wenn man es regelmäßig tut?
@4 Das T-Shirt war umsonst, nur der Porto musste bezahlt werden :-P
@14 Nein eigentlich nicht. So weit ich das als Laie beurteilen kann, greift hier erstmal das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, das deckt m. E. auch das Rechte falsche Tatsachen zu verbreiten. Und das Verbreiten von falschen Tatsachen wird ja nur eingeschränkt bei Verleumdun, übler Nachrede usw. Von dem her würde ich sagen, keine Volksverhetzung, auch wenn es sich zuerst so liest.
"Fragen Sie sich mal einen Augenblick, ob diese Spiele dazu dienen, den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern. Tun sie das nicht, braucht auch kein Mensch diesen menschenverachtenden Müll. Also weg damit."
Was wäre das für eine Welt, in der alles, was nicht den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen "fördert", in den Müll gehört? Richtig, die Hölle.
@keiner (30.):
"Die Spiele" undefiniert, ebenso wie Killerspiele, offensichtliche frage: "Welche Spiele sind im Ansatz Krank?"
Und jetzt fragen SIE sich mal einen Augenblick ob der vergleich von tausenden Videospielenden Menschen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) mit Drogensüchtigen und Kinderschändern dazu dient, den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern.
Willkommen im Bullshit-Bingo des 21. Jahrhunderts. @30: Die Spiele machen keinen krank. Die Umwelt aber sehr wohl.
Wenn ein junger Erwachsener sich von seiner Umwelt abkapselt und keiner kriegts mit, dann stimmt was nicht mit den Leuten. Wenn ein junger Mensch durchdreht und mit der Knarre rumballert, stimmt was nicht mit der Gesellschaft, die das nicht bemerkt hat.
Gerade Stadt-Kinder wachsen mit Reglementierungen auf: Hier nicht spielen, hier nicht laut sein, hier nicht austoben, das könnte stören. Und wieviele Kinderspielplätze weggeunterschriftet wurden, ist zum kotzen. Von mir wollte so einer auch eine Unterschrift haben. Gab bös eins aufs Haupt.
In der Folge haben wir hochgradig frustrierte Jugendliche, die nicht gelernt haben, wie man die Aggressionen bewältigt. Und die nicht sozial angepasst sind.
Im Gegenteil, ich bin inzwischen sogar der Meinung, dass gerade *kotz über den Begriff* "Killerspiele" Amokläufe verhindern, weil sie als eine Art Ventil dienen, um die aufgestaute Frustration abzubauen.
Ihr wollt weniger Amokläufe? Dann kümmert euch um die Kinder. Und zwar _kümmern_. Und nicht mit noch mehr Verboten und Überwachung überziehen.
Wie soll aus einem Kind ein aufrechter, selbständig denkender Mensch werden, wenn er auf Schritt und Tritt überwacht wird?
Und wo wir dabei sind:
Nie Cowboy und Indianer gespielt? Oder Märchen gelesen, wo ganz selbstverständlich pädagogisch wertvoll Tiere zerstückelt werden oder Kinder durch eine Mühle gedreht und von Gänsen aufgefressen werden?
Eigentlich bin ich ja sprachlos, zum Glück hat 7. schon mal meine erste Reaktion geteilt.
Allerdings leiten sich da für den Strafverteidiger ganz neue Möglichkeiten ab:
"Herr Richter, spielt ihr Enkel denn nicht regelmässig PC Spiele? Sicher doch auch eins der als Killerspiele verrufenen Ego-Shoter-Spiele!? Würden sie ihren Enkel deshalb vor Gericht stellen? NEIN?
Also warum soll mein Mandant denn wegen gerade einmal einem kg Rauschmittel eine so hohe Strafe erhalten. …"
Der weitere Vergleich bedarf eigentlich keines Kommentares.
Gruss,
@30 (keiner): Tja, ich weiss nicht. Fragen Sie sich mal einen Augenblick, ob Mineralwasser dazu dient, den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern. Tun sie das nicht, braucht auch kein Mensch diesen menschenverachtenden Müll. Also weg damit.
Man koennte auch sagen: Daraus, dass man etwas, was von vielen friedliebenden Menschen als vollkommen gewaltfreies Hobby betrieben wird, als "krank" ansieht, zu folgern, dass es verboten gehoert, weil es "krank" ist … ist krank?
Alle Killerspiele verbieten! Zuerst dieses niederträchtige "Schach": Da werden Damen geopfert, Könige geschlagen, ganze Herden an Bauern vernichtet. Kein Wunder, wenn jemand nach einer Partie Schach loszieht und ein halbes Bauerndorf ausrottet!
Und auch "Mensch ärgere Dich nicht" sollte verboten werden. Die Spielidee (nämlich dem Gegener ein 'reinzuwürgen um selbst zu gewinnen) widerspricht dem Wertekonsens unserer auf friedliches Miteinander ausgerichteten Gesellschaft. Ebenso Monopoly, Pacman etc.
Und, wenn wir gerade dabei sind, sollten wir nicht vor Sportarten Schluß machen. Boxen gehört verboten, denn das ist ja wohl überhaupt nicht auf "friedliches Miteinander" ausgerichtet.
Am besten alle Spiele verbieten! Ja, das wird eine friedliche Zukunft…
@30 wer hier in einer komischen Welt lebt ist die Frage
>Fragen Sie sich mal einen Augenblick, ob diese Spiele dazu
>dienen, den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen
>untereinander zu fördern.
danach müsste die Bildzeitung, Fernsehen, die Boulevardpresse, die Bundeswehr, Religionen und so verlogenen und bigotten Menschen die ihr eigenes Weltbild anderen aufdoktrinieren möchten genauso verboten werden.
Genauso kann man dokumentieren dass diese Bücher (Bibel, Koran) voll mit Gewalt, Mord und Intolleranz verboten werden müssen, da diese seit Jahrhunderten für Amokläufe und Morde sorgen und vermutlich mehr geistig verwirrte hervorgebracht haben, als alle Ego Shooter zusammen.
Also weg damit.
@36 Kerstin:
Genau so ist es.
@Keiner
Ich glaube, dass dieser "Teil, der zum Großteil unter 40 ist" SEHR viel größer ist als ihnen lieb ist. Ich bin 38 und zähle mich zu diesem Teil dazu.
Diese Spiele sind nicht krank. Sie machen nicht krank und sie gehören sehr wohl zu meinem Wertekonsens.
Welches Spiel dient dazu den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern? Selbst beim Tischtennis versuche ich meine Gegner 'abzuschiessen' und dumm aussehen zu lassen.
Größe -> Größenordnung, hmmpf, dieser Verbaldünnpfiff macht mich selber ganz bescheuert :)
@30 Keiner meint:
Gehen sie mal auf eine LAN-Party, Sie werden sehen wie respekt- und würdevoll die Menschen dort miteinander umgehen. Da ist weit weniger Gewalt vorhanden als bei so manchen Fußballspiel, ob jetzt auf dem Platz oder neben dem Platz, egal ob Kreisklasse oder Bundesliga.
Computerspieler als "menschenverachtende" Personen zu bezeichnen ist genauso falsch, wie sie mit Pädophilen auf eine Stufe zu stellen.
@36
"Wie soll aus einem Kind ein AUFRECHTER, SELBSTÄNDIG DENKENDER Mensch werden, wenn er auf Schritt und Tritt überwacht wird?"
Wer sagt das sowas erwünscht wäre von der Obrigkeit?
@30
Zu so einer Kurzsichtigkeit kann ich nur gratulieren.
Dieser Kommentar ist frei zur Loeschung – haben schon genug andere kommentiert.
Aus dem Jugendzimmer eines 18jährigen:
Mutti: Spielst du schon wieder diese brutalen Killerspiele. Du weißt doch was der Herr Hermann gesagt hat. Das sind Tötungstrainingsspiele, die stehen auf der gleichen Stufe wie Kinderpornos.
Junge: Ja Mama.
Mutti: Und jetzt zieh deinen Flecktarn an, du kommst zu spät in die Kaserne. Und vergiß nicht die dreckigen Klamotten zum Waschen mitzubringen, ihr fahrt nächste Woche nach Afghanistan.
Das will ich wirklich nicht, und hoffe, dass es nie passiert, aber:
Wem oder was werden die ganzen Vollidioten (ja, das habe ich geschrieben, und meine das auch GENAU so) nach dem ersten/zweiten/dritten Amoklauf NACH dem Verbot aller "Killerspiele" die Schuld geben? Wem? Da bleibt ja nix mehr, zumindest nicht für die geistigen Tiefflieger, die sich auf das erste stürzen,was keien Sinn macht, aber anscheinend publikumswirksam ist? Das würde mich mal interessieren.
Diese ganzen Sachen/Aussagen sind doch einfach nur absolut populistische Scheisse. Jawoll, genau das ist es.
Das Einzige was mir im Moment zum Thema Bayern und die dortigen Zustände einfällt, ist momentan das hier:
Süddeutsche.de: – Freiheit nach 21 Jahren und 30 Minuten -
“Mit aller Kraft versuchte die bayrische Justiz, Helmut Sieber selbst nach Ablauf der Sicherungsverwahrung im Gefängnis zu behalten. Doch dann hatte sie es plötzlich sehr eilig.” [...]
“… er war in Gaststätten eingebrochen und hatte Automaten geknackt oder Zigaretten en gros aus Supermärkten gestohlen.”
http://www.sueddeutsche.de/panorama/529/463141/text/
Das macht mich einfach nur sprachlos.
Aber wir haben ja das Thema “Killerspiele” …
Das ist für Herrn Herrmann offenbar wichtiger.
Wie gefährlich Killerspiele sind kann man doch nicht mehr verleugnen, wenn man solche Videos sieht:
http://www.youtube.com/watch?v=gtT6QuWtT44
Überall nur Blut und Tote!
@Dominic (48):
Ganz einfach, dem Internet. Da man, nach einem Verbot, immernoch "Killerspiele" aus dem Intenet laden kann.
Internet=Killerspiele/Kinderpornos=Böse=Muss Verboten werden!
.
BTW: http://diepresse.com/home/panorama/welt/465643/index.do?from=gl.home_Panorama
Wurde sein Computer endlich gefunden?
Waren die Amokläufer nicht zufällig alle katholisch ?
Immer wenn jemand wie Hermann den Mund aufmacht, schäme ich mich, Bayer zu sein. Dabei habe ich weder ihn noch seine Partei gewählt.
Ich glaube übrigens, diesmal hat er nur in der Schublade seines Vorgängers gewühlt.
@30: "Killerspiele" klingt ja sehr gefährlich. Im Grunde sind die Spiele nichts anderes als das seit Generationen bei Kindern/Jugendlichen sehr beliebte Spiel "Cowboy und Indianer", nur eben umgesetzt mit den Mitteln moderner Technik.
Was soll daran so verkehrt sein, die eigenen Fertigkeiten virtuell mit anderen zu messen?
Die wenigsten "Killerspiele" sind wirklich brutal, meist beschränkt sich die Action auf Szenen, die im TV in vergleichbarer Weise bereits vor 22.00 Uhr zu sehen sind. Zwar wird in den Medien mitunter versucht, ein ganz anderes Bild zu zeichnen, aber das entspricht nicht den Tatsachen und kann wohl nur (entschuldigend) mit der Technikferne so mancher Redaktion erklärt werden.
Und wieder ein Innenminister, der die Fiktion von Orwells "1984" und Huxleys "Brave New World" nicht von der Realität unterscheiden kann.
“Fragen Sie sich mal einen Augenblick, ob diese Spiele dazu dienen, den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern. Tun sie das nicht, braucht auch kein Mensch diesen menschenverachtenden Müll. Also weg damit.”
Also Danke für diese Frage. Ernsthaft. Aus dieser Perspektive hab ich das noch nicht gesehen. Ich bin also in mich gegangen. Und hab etwas rausgefunden. JA, VERDAMMT noch mal, diese Spiele dienen den respek- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander.
In dem kurzen Moment des Nachdenkens, sah ich spieler die lernten repekt zu haben, die velieren lernten, und siegen, Leute die am anfang betrogen und später lernten Verantwortung zu übernehmen. Einen Clan gründeten. Eine Satzung schrieben. Regelen aufstellten und sie befolgten.
Ja. es hilft. es hilft wirklich.
Vielen dank für die Erkentnis @30
geistige Geiselhaft
ist die Alliteration des Tages und an Wahrheitsgehalt nicht zu überbieten.
@49: Was hat das mit dem Thema "Killerspiele" zu tun?
Im Übrigen: Der von Ihnen in Bezug genommene Artikel ist tendenziös und unterschlägt wesentliche Tatsachen. Sieber war in den 60er oder 70er Jahren auch verurteilt worden wegen schwerwiegender Delikte, AFAIK handelte es sich um versuchten Mord und Raub. Die Grundaussage des Artikels, Sieber habe niemals Gewalt gegen Personen ausgeübt (oder angedroht), ist daher nicht zutreffend.
@UV
“Fragen Sie sich mal einen Augenblick, ob diese Spiele dazu dienen, den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern. Tun sie das nicht, braucht auch kein Mensch diesen menschenverachtenden Müll. Also weg damit.”
Was wäre das für eine Welt, in der alles, was nicht den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen “fördert”, in den Müll gehört? Richtig, die Hölle.
An was hatten Sie denn noch gedacht? Mir fällt dazu nichts ein. Was gibt es menschenverachtenderes als herumzulaufen und um sich zu schießen? Ich hatte das live, sorry, für mich macht das die Leute krank im Kopf.
Und was wir von so einer auf Aggression konditionierte Generation haben, werden wir in den nächsten Jahren sehen. Dann wird Aggression sich ganz neue Wege bahnen in die Gesellschaft. Und es wird sein wie im tiefsten Mittelalter. aber keiner wird wissen, wo es herkommt. Die Experten sind ratlos. Warum wohl? Blinde Seher?
Ach Leute, eigentlich ist sein Spruch doch ganz erfreulich.
WIESO DEN DAS ?
Naja, zeigt halt deutlich das die CSU nur noch hysterisch um sich schlägt -> SIE HAT ANGST, und das zurecht :)
Wieviele Jungwähler hat der Mann damit in Bayern tödlich beleidigt ? Das ist Wahlkampf für die Zukunft !
Mit ihrer idiotischen NurOnlineAbwrackPrämie werden dann auch gleich noch ein fetter Brocken Altwähler vergräzt, die mit dem Internet aus den verschiedensten Gründen nichts am Hut haben, das wird eng.
Ok, die Schützenvereine haben noch etwas Gnadenfrist, aber deren Mitgliederzahlen dürften, wie bei fast allen Vereinen, zurückgehen.
Ja da wird noch aufs richtige Pferd gesetzt…
Weiter so Herr Herrmann, ich stehe voll hinter ihnen :)
Ich bin auch der Meinung, dass Politiker viel Quatsch erzählen. Und ich bin nicht der Meinung, dass es Sinn macht, solche Spiele zu verbieten. Schließlich ist mir auch klar, dass nicht jeder Spieler ein potentieller Serienkiller ist. Andererseits glaube ich auch nicht, dass diese Spiele pädagogisch besonders wertvoll sind. Dass es der Entwicklung insbesondere von Jugendlichen nicht unbedingt zuträglich ist, stundenlang solche Spiele zu spielen und dass dies bestimmte Verhaltensmuster neurobiologisch einschleift, ist meiner Ansicht nach inzwischen bekannt. Wenn man also da mit Verboten nicht weiterkommt, stellt die Auswirkung für die Gesamtgesellschaft durchaus ein Problem dar, über dessen mögliche Lösung man schon nachdenken könnte und sollte. Insoweit würde ich dem Innenminister im Ansatz schon recht geben.
Welches Drogenverbot denn bitte? Drogen gibt es in jedem Supermarkt, und schon in der DDR hat man einige Anstrengungen unternommen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Drogen sicherzustellen. Und natürlich wird auch das Verbot anderer Drogen in Frage gestellt.
@63: Ist es pädagogisch wertvoll, wenn Jugendliche stundelang Fußball spielen, die gegnerische Mannschaft beschimpfen, "feindliche" Spieler foulen und dabei eventuell verletzen und sich nach dem Spiel eventuell noch eine Schlägerei mit dem gegnerischen Team liefern?
Trainiert das nicht auch gewisse Verhaltensmuster?
Trotzdem kommt keiner auf die Idee, Jugendfussballmannschaften zu verbieten. Wieso also "Killer"-Computerspiele?
Ich mag Videospiele und stelle das Verbot von Drogen in Frage. Werde ich jetzt aus dem europäischen Wertekonsens exkommuniziert?
Die Intention von Herrn Herrmann ist doch eindeutig: Wenn die Union erst ihr gefordertes Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Egoshooter durchgesetzt hat, werden die Konsumenten auf das Internet ausweichen und sich die Spiele (legal) beim Hersteller herunterladen. Die Verbreitung des Herstellers ist jetzt schon häufig anzutreffen, er spart Verpackung und Logistik, und nach dem Verbot in einem der größten Absatzmärkten der Welt, wird diese Verbreitung weiter zunehmen. Was also tun?
Indem Egshooter mit Kipos auf eine Stufe gestellt werden, können auch die Internetseiten der Hersteller und ausländischer Verkäufer auf die Liste der gesperrten Internetseiten aufgenommen werden, die ebenfalls von der Union durchgesetzt wird. Potentiellen Käufern ist so auch der Erwerb übers Internet erschwert. Von daher eine recht clevere Idee von Herrn Herrmann diese Gleichsetzung.
Herr Herrmann steht in seinen schädlichen Auswirkungen auf einer Stufe mit Herrn Pfeiffer…
@63. Hans
Seufz…
Es ist mir vollkommen EGAL, was solche Spiele bei Jugendlichen anrichten, denn wenn sie ab 18 sind dürfen die sie nicht besitzen.
Und ich bin in meinem Alter gefestigt genug um einen Haufen Pixel, egal wie gut gerendert, von der Realität zu unterscheiden.
Es ist nur auffällig, das egal wie laut all die Jugendschützer kreischen, das Problem dem breiten Volk völlig egal ist, weil die Computerspiele nämlich für Spielzeug halten.
Jedem ist völlig klar das man einem 16jährigen keine Kawasaki mit 150PS unter den Hintern schiebt, weil das an Mord grenzt.
Es gibt Spiele für Kinder, für Jugendliche und für Erwachsene. Erwachsenen Spiele zu verbieten ist Zensur, schluss aus.
Zitat aus der Pressemitteilung:
"…Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden"
Warum sind dann alle Infantriekasernen nicht voller Computer mit EgoShootern ? Weils eben Quatsch ist. Jeder mit einem IQ oberhalb eines Toastbrotes weiss, das das nur Pixel sind, und für Pixel gibt es keine Tötungshemmung.
Das wirklichkeitsnächste "Killerspiel" das ich kenne ist die Militärsimulation ArmedAssault.
Da würde ich es richtig gut finden, wenn das alle Jugendlichen einen Monat spielen würden, bevor sie zum Bund gehen.
Wenn man sich da blöd anstellt oder nur etwas Pech hat, ist man sofort tot, genau wie in der Realität.
Das dürfte so manchen von dem Wunsch "desensibilisieren" Zeitsoldat zu werden.
SOLCHE Simulatoren WERDEN vom Militär benutzt, um ihren Offizieren Taktik beizubringen.
@67: In Planung –Frau "Schawahn" sprach kurz nach dem letzten diesjährigen Schüler-Mehrfachmord davon "Gewaltseiten im Internet sperren zu lassen." Siehe:
http://www.focus.de/digital/computer/kriminalitaet-schavan-gewalt-seiten-im-internet-sperren-lassen_aid_381771.html
Der nächste grundrechtsschädigende Gedankenvirus ist also bereits angesetzt. Seine Verbreitung ist nur noch eine Frage der Zeit.
Ich hoffe, dass zB FDP´ler dagegen immun sind, sonst weiß ich nicht mehr, wen ich wählen soll.
@65
Nicht alles was hinkt ist auch schon ein Vergleich!
Interessant. Jemand, der ganz eindeutig nicht zwischen Spiel und Realität unterscheiden kann, bemängelt in seiner Pressemitteilung die Jugend, welche seiner Meinung nach nicht zwischen Spiel und Realität unterscheiden kann.
Mit meinem geistigen Horizont wäre ich ein gar schlechter Politiker. Viel zu offen, zu ehrlich, zu nett, zu tolerant, zu modern und zu vorsichtig.
@71: Hier hinkt nichts. Ich kann mit Fußball nichts anfangen, Innenminister Herrmann offensichtlich nichts mit Computerspielen.
Nur schreie ich nicht nach einem Fußballverbot, obwohl es beim Fußball sicherlich auch negative Begleiterscheinungen gibt. Durch ein Verbot würde die Bevölkerung unangemessen bevormundet.
Das ist bei Computerspielen nicht anders. Ich habe als volljähriger Bürger das Recht selbst zu einscheiden, ob ich Computerspiele spielen will oder nicht. Da hat mir kein Innenminister etwas zu verbieten.
Aber eindeutig hinkt hier nicht nur der Vergleich. Es gibt kein Grundrecht, virtuell Menschen zu töten.
Fußball mag ich auch nicht, abe rsoweit ich das Spiel verstanden haben, ist es nicht im Sinne des fair play (welches offiziell propagiert wird), Menschen im Verlauf vorsätzlich zu töten. Korrigieren Sie mich, wenn ich da falsch liege.
Herr Vetter,
ich meine in letzter Zeit einen gestiegenen Unmut aus Ihren Zeilen herauszulesen.
@61
Fördern wir den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander, wenn wir jede Nacht aus dem Verdacht, unser Nachbar könnte gerade etwas machen, was nicht den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander fördert, zähneklappernd im Bett liegen und am nächsten Morgen dann noch im schlafmangelinduzierten Dämmerzustand die Politiker wählen, die uns die meisten Gesetze gegen das ganze gefährliche Zeug versprechen und siegreich aus dem Wetteifern um das größte Feindbild hervorgegangen sind?
Alternativ würde ich mal noch bitten, mal etwas über diesen Gedankengang zu reflektieren: Jeder Versuch, die natürlichen Triebe des Lebewesens Mensch – das, wohl oder übel, letztlich dort gelandet ist, wo es ist, weil seine Vorfahren es gelernt haben, der Konkurrenz die Lichter auszupusten, bevor sie selber das Zeitliche segneten, und alles, was annähernd fortpflanzungsfähig aussieht, zu diesem Zweck zu nutzen, um noch mehr lichterauspustende, fortpflanzungsfixierte Verwandte zu produzieren, und sich in seiner Position halten konnte, weil es sich diese Anlagen nicht so einfach austreiben ließ – aus der Existenz zu legislieren, führt uns einige Schritte näher zum totalen Angststaat, in dem jeder schon deswegen die anderen fürchtet, weil er an allererster Stelle sich selbst fürchtet. Die 1984-Vergleiche mögen so abgenutzt sein, dass es wirklich keinen Spaß mehr macht – aber ich meine, dass Orwell einen sehr korrekten Einblick in die menschliche Natur erhalten hatte, als er beschrieb, wie sein postuliertes Staatssystem zu einem wesentlichen Teil auf der Unterdrückung der Sexualität der Akteure und der Kanalisierung von deren Überresten in das Staatswesen fußte. Der Punkt meines anfänglichen Arguments ist, dass es sich mit der natürlichen Aggression, dem Drang zum Festlegen und Bezwingen von Gegnern, nicht anders verhalten würde. (Obendrein – gibt es denn überhaupt -irgendeine- beobachtbare Korrelation zwischen der Verbreitung von irgendwelchen "Gewaltsimulationen" und der vorherrschenden Gewalttätigkeit in der Gesellschaft?)
Wenn man von der Vermutung ausgeht, dass ein bestimmter unauslöschlicher (vielleicht individuell stark schwankender, aber statistisch vorhandener) Gewaltinstinkt Teil der menschlichen Natur ist, kommt man aber unweigerlich zu dem Schluss, dass, je breiter eine Regierung ihren Untergebenen vorschreiben kann, worauf sie diesen -nicht- richten dürfen, umso gezielter die Regierung dadurch indirekt bestimmen kann, worauf dieser gerichtet wird (z.B. Pädophile, Terroristen, Staatsfeinde, die Opposition, alles auf einmal…).
@76 Keiner
"Es gibt kein Grundrecht, virtuell Menschen zu töten."
Aber ein Grundrecht zur freien Persönlichkeitsentfaltung und seine Freizeit nach eigenen Vorlieben zu gestalten.
"aber soweit ich das Spiel verstanden haben, ist es nicht im Sinne des fair play, Menschen im Verlauf vorsätzlich zu töten."
Mir ist kein Fall bekannt in dem jemals in der Geschichte des Videospiels ein Mensch durch Videospielen getötet oder auch nur verletzt wurde. Korrigieren sie mich, wenn ich mich irre.
@76: Richtig, es gibt kein Grundrecht, virtuell Menschen zu töten. Weil es ein Widerspruch in sich ist. Entweder etwas ist wie ein Computerspiel virtuell, ODER Menschen werden getötet.
Ihrer Argumentation zufolge müsste übrigens jeder Krimi ebenfalls verboten werden. Schließlich werden da auch Menschen (und sogar "echte" Menschen, also noch viel schlimmer als in Computerspielen) "virtuell getötet".
Skandalös – dass ein Mitglied der regierenden Kaste derartigen Unsinn nicht nur in hitziger Bierzeltatmosphäre von sich gibt sondern auch noch als hochoffizielle Pressemitteilung herausgibt zeigt doch sehr deutlich wie weit entfernt von der Realität man sich "dort oben" bewegt. Denn wie sonst könnte man verpasst haben dass derartige Spiele für einen nicht unerheblichen Teil der jüngeren Bevölkerung so normal sind wie Fussball und Frühschoppen für die Älteren?
Man darf ja gern geteilter Meinung über Egoshooter sein, man darf auch ruhig über ein Verbot diskutieren (und zwar sachlich, auf Grundlage von stichhaltigen Beweisen, und nicht frei nach eigener Meinung) – aber einfach rotzfrech unbescholtene Spieler mit Pädophilen und Drogensüchtigen gleichzusetzen, das ist starker Tobak. Hätte ich jemals darüber nachgedacht CSU zu wählen hätte sich das spätestens jetzt erledigt, ich setze mein Kreuz nicht hinter den Namen einer Partei die mich mit Kinder-Vergewaltigern auf eine Stufe setzen will.
Peinliches Randdetail: Minister Herrmann ist laut seiner Vita Hauptmann der Reserve – kann man das werden ohne je eine Waffe abgefeuert zu haben? Denn wer das schon einmal getan hat wird kaum nachvollziehen können wie man mit Mausklicks reales Töten trainieren könnte, und genau das dürfte wohl auch der Grund dafür sein warum keine Armee dieser Welt ihre Infanteristen am Computer ausbilden lässt. Wenn Hauptmann Herrmann schon von diesem "Kernbereich" seiner Biografie so erschreckend wenig Ahnung hat …
Naja, wenn Kinderpornografie und Killerspiele nun eh das gleiche ist, spricht jetzt ja auch nix dagegen, den Killerspiel-relevanten Internetverkehr (Websiten, Teamspeak etc) per DNS-Sperrung auf Stop-Seiten umzuleiten.
@76
Wenn ich jetzt eine von den hypothetischen Personen wäre, die von dieser "Mordsimulation" einen "Kick" bekommen, und man mir diese verbieten würde – ich würde, mich darüber freuend, mit einer guten Fantasie ausgestattet zu sein, nach einer Woche dazu übergehen, mir diese "Mordsimulation" geistig auszumalen, und das mit einer Polygonfüllrate, welche die Grafikkartenhersteller in den nächsten 50 Jahren nicht toppen werden.
Also was willst du mir dann verbieten, den Gedanken oder die Fantasie an sich?
Björn(1): Halten Sie mal lieber den Ball flach. Sie sind doch selbst nicht besser. Verallgemeinern Sie Raubüberfall auch zu Kleptomanen? Glauben Sie ernsthaft, dass ein Großteil der Räuber und Diebe überhaupt kleptomanisch veranlagt sind?
Wieso reden Sie dann von Pädophilen, wenn doch von Kinderpornographie die Rede war? Wenn Sie den Unterschied zwischen skrupellos und pädophil nicht verstehen, sollten Sie vielleicht einen Nachhilfelehrer aufsuchen.
Es gibt de facto keine deutsche Gemeinschaft und schon gar keinen Wertekonsens. Das sieht man sehr deutlich daran, dass sich in Deutschland niemals solidarisiert wird. Immer geht es gegen irgendeine Randgruppe, die dann mit dem Finger auf andere zeigt. Raucher, Kiffer, Autofahrer, Jugendliche, Rentner, Manager, Arbeitslose, Katholiken, Moslems, Migranten, psychisch Erkrankte etc. pp. Fühlt man sich betroffen wird laut gebellt und ansonsten macht man lustig mit oder ignorierts.
"Teile und Herrsche" funktionierte bei Cäsar und es funktioniert immer noch ganz wunderprächtig.
Kinch: Sie irren sich. Es sind schon Jugendliche durchs Videospielen gestorben. Sowohl durch epileptische Anfälle wie auch Erschöpfung.
@83
Denken ist keine Tätigkeit, die das friedliche Miteinander fördert. Insofern eine uerwünschte Handlung.
@84
Die "Pädophilie = Kindesmissbraucher"-Denke ist in der Tat ziemlich nervig, aber aktuell eher ein Nebenschauplatz.
@76 Einsen und Nullen sind für sie also Menschen? Achja beim Fußball gibt es übrigens reale Hooligans die reale Menschen verprügeln.
@84
Lese ich jetzt erst:
"Kinch: Sie irren sich. Es sind schon Jugendliche durchs Videospielen gestorben. Sowohl durch epileptische Anfälle wie auch Erschöpfung."
Vielleicht war meine Ausdruckweise ungenau: Kein Mensch hat jemals durch ein Videospiel einen anderen Menschen getötet oder verletzt.
Obwohl ich der Ansicht bin, dass man Anfälle oder Erschöpfung nicht dem Spiel anlasten kann.
@85: Unabhängig davon was man über Kinderporno-Konsumenten denkt ist es nunmal so dass unsere Politiker stets den Eindruck vermitteln dass der Besitz solchen Materials nur die Vorstufe zu tatsächlichem Kindesmissbrauch ist. Warum sonst sollte man schon den Besitz kleinster Mengen hart bestrafen und nicht etwa nur den Handel oder die Herstellung?
Ob der bayrische Innenminister nun also Killerspiele mit aktivem Kindesmissbrauch oder passivem Kinderporno-Besitz auf eine Stufe stellen will kommt meines Erachtens innerhalb seines "Wertekonsens" auf des selbe hinaus.
Ich kenne ebenfalls einige Personen die zum Fußballspiel gehen um einersets das Spiel zu sehen andererseits wegend er dritten Halbzeit. Auf eine Frage waurm meinerseits kam die Antwort als Ventil für Agressionen…Im Urlaub freut man sich wenn man Deutsche kennen lernt/ Spiele gegen andere Nationailtäten spielt Volleyball/Fußball/Ländersaufen etc (höhste Ebene), IN Deutschland wird teils über andere Menschen aus Bundesländern geredet und gemeckert (Ossi-Wessi-Konflikt). IM Bundesland selber kommen bei einigen die Wut gegen andere Städte rüber (Fußball Halle gegen Magdeburg)…Alles ist relativ
Es ist für mich sehr strittig inwiefern man Agressionen wo abbauen kann, aber Computerspiele dienen nicht dazu Agressionen abzubauen, sonder sollen unterhalten.
Ich habe selber OFP gespielt und spiele Armed Assault, welches ein Abkömmling der Militäsimulation VBS2 ist. http://en.wikipedia.org/wiki/VBS2
Und ein Spiel ist für mich Unterhaltung und kein Training für Waffen/Taktiken. Bin selber bekennender Pazifist.
Zu gut, dass 2009 so ein schönes Wahljahr ist und sich einige entscheidende Dinge für (Nicht nur)Jungwähler ereignet haben:
- VDS
- Streben nach Internetzensur
- Verbot von Computerspielen
-…
Kinch: Doch kann man bis zu einem gewissen Grad. Epileptische Anfälle werden meines Wissens durch stroboskopartiges Flackern ausgelöst. Solche Effekte kann man vermeiden.
Spiele können so programmiert werden, dass sie ekzessives Spielen "bestrafen" bzw. einfach mal Pausen vorschlagen und kein ununterbrochenes Spielen über zig Stunden hinweg voraussetzen. Früher war das Mangels Speicherfunktion auf Konsolen teilweise notwendig um ein Spiel ganz durchzuspielen.
Gerichtlich kann man (als) Spieler dagegen natürlich nicht vorgehen, weil man selbst von der Aussage nicht betroffen ist (Nicht einmal Kollektivbeleidigung)?
"…den respekt- und würdevollen Umgang von Menschen untereinander zu fördern. Tun sie das nicht, braucht auch kein Mensch diesen menschenverachtenden Müll. Also weg damit.”
Das wird man bei Lidl und Co aber gar nicht gerne hören.
@88
Es denken in der Tat viele Politiker, zum Beispiel auch von der Leyen, dass "Pädophilie" oder Kindesmissbrauch in irgendeiner Form medial ansteckend wäre. Von der Leyen bezeichnete Zufallsfunde von Kinderpornographie, wenn ich das richtig im Kopf habe, als "Einstiegsdroge". Was natürlich völliger Unsinn ist.
Aber ich denke darum ging es eigentlich nicht, sondern um die unzulässige Pauschalisierung, dass nur Pädophile Kinder missbrauchen. Das stimmt, meiner Meinung, in beiden Richtungen nicht:
Wer pädophil ist missbrauch nicht zwangsläufig Kinder und umgekehrt, wer Kinder missbraucht ist nicht zwangsläufig pädophil. Insbesondere scheint es eher so zu sein, dass die absolutes Mehrheit der Kindsvergewaltiger nicht wirklich pädophil sind, sondern eher sozial gestört.
In Diskussionen wird aber Pädophiler und Kindesmissbraucher oft synonym benutzt, was meiner Meinung nach gerade jenen Pädophilien gegenüber, die ihr Leben lang nicht straffälig geworden sind, mehr als ungerecht ist.
@90
Ich denke, dass das zu weit weg vom eigentlichen Thema führt. Nur soviel: Ich glaube es gibt gewisse Vorschriften die Videospieler für Epilleptiker einhalten sollten/müssen und ich bin generell nicht der Ansicht, dass man ein Mangel an Verantwortungsbewusstsein mit Automatismen ausgleichen sollte.
Ok, die meisten Experten – also echte, die sich mit dem Thema wissenschaftlich auseinanderstzen – fordern, Drogendelikte eben nicht mehr als Delikte zu sehen. Viele fordern sogar eine Freigabe von so genannten harten Drogen. Sind die alle blöd?
Was KP angeht, sollte hier sehr genau hingesehen werden. Wenn Nabokovs Lolita wieder verboten wird, und ich sehe Tendenzen dahin, bin ich dagegen; das gilt natürlich auch für weniger berühmte, sogar schlechte, Kunstwerke. [Wo genau wurde ein japanischer Schmutzcomic zur Grundlage einer Verurteilung?]
Dann muss mir mal einer erklären, weshalb der Umgang mit Schusswaffen offenbar harmloser ist als der Umgang mit Computern. Anders als ein popukärer und ebenso dummer Spruch sagt, sind es sehr wohl Waffen, die Menschen umbringen; richtig ist auch, dass der Benutzer meist die Entscheidung trifft.
Ich zweifle jetzt mal mutig an, dass Tim K. 15 unschuldige Menschen hätte umbringen können, hätte er nur Küchenmesser gehabt. Es ist schon nicht einfach, einen Menschen abzustechen, aber 15? Andererseits haben Sportschützen eine mächtige Lobby, die offenbar genug Wahlvieh mit sich führt, um Politikern Angst einzujagen.
@22 Udo Vetter: Was würde es mich denn Kosten wenn Sie eine entsprechende Anzeige in meinem Namen so erstatten würden, dass diese nicht gleich in Ablage 'P' landet?
Kinch: Ja, es führt vom Thema weg. Es ist aber so das nicht jeder der Epilepsie hat, dies weiß. Man kann sich diese wohl auch aneignen bzw. wenn man die entsprechenden Veranlagungen hat, diese durch Stroboskopeffekte zutage fördern. Außerdem weiß ein Epileptiker nach dem Anfall gar nicht, was mit ihm passiert ist.
Ich will damit eigentlich nur darauf hinweisen, dass Schwarzweißmalerei immer schlecht ist und die eigenen Argumente schwächt. Das heißt ja nicht, dass die Debatte um Killerspiele nicht absurd wäre.
Evo2Me: Haben Sie schon mal gesehen, wie jemand ein schön scharfes Katana (Samurai-Schwert) eingesetzt hat? Gut Sie reden nur von Küchenmessern. Aber davon kann man auch ein dutzend mit sich herumschleppen und wenn man nicht gerade eines nimmt das nur zum Brotschmieren gedacht ist, sollte das fürs Töten Pi mal Daumen reichen. Ich probiers jetzt aber nicht aus.
Einen Amoklauf mit Messer gab es ja in Berlin vor ein paar Jahren. Der war meines Wissens aber nicht gut vorbereitet.
Ich find Boxen gewalttätiger.
PS: Oh, das ist ja toll. Man kann seine Kommentare noch bearbeiten.
Insbesondere ihr eigenes Hirn und den Verstand grenzen (blenden) Politiker aus, wenn sie so einen Schmarrn von sich geben.
Eines würde mich ja wirklich mal interessieren: Warum die selbsternannte Elite, die hier immer so gern über Unterschichtenfernsehen, Mob und dumme Bildleser referiert, sich gerade für Pornos, Killerspiele und andere hochgeistige Dinge so leidenschaftlich einsetzt. Interessante Frage, oder?
Putze: Warum lügen Sie? Tatsache ist doch: Das interessiert Sie herzlich wenig. Sie wollen nur trollen. Wie ich Sie kenne, ist das bei Ihnen sogar zwanghaft. Ich meine das nicht beleidigend, wenn ich sage: Sie gehören in psychiatrische Behandlung. Bitte lassen Sie sich helfen!
Ich bin auch nicht unbedingt ein Freund von Gewaltspielen, nur was hier jedoch von Seitens der Politik gemacht wird ist einfach nur widerlich….
Volksverdummung 2.0 würde ich mal sagen
Das Schlimme ist nur dass es die wenigsten überhaupt kapieren was hier läuft.. ob die sinnlosen Kipo sperren oder dämlichen Vergleiche.. Solche erscheinen meistens nicht in den Massenmedien die Bundestagswahl entscheident sind
@80
Sie sollten sich mal mit Entwicklungspsychologen und Hirnforschern unterhalten. Aktiv (Egoshooter) und passiv (Krimi) sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
Im übrigen komme ich mir hier vor wie in der Notaufnahme der Alkoholikerentzugsstation. Wirres Gestammel, man gehöre hier nicht hin, man habe ja keinem was getan und im übrigen könnte man jederzeit aufhören, gar kein Problem.
Die Radikalität, mit der hier das Recht auf diesen Schund verteidigt wird, spricht nicht gerade für die Patienten…
@104
Wieso verausgaben Sie sich dann nicht auf einem anderen Blog für die Prohibition, statt hier ihre Zeit zu verschwenden? Sollten Sie damit Erfolg haben und dann irgendwann eine Studie auftauchen, nach der Überkonsum von Videospielen chemisch abhängig macht, zu Leber- und Nervensystemschäden führt und regelmäßig Konsumenten produziert, die stammelnd in eine Notaufnahme transportiert werden müssen, können wir dann gern hier weiterdiskutieren. Natürlich würden kulanterweise auch andere Schadwirkungen ähnlichen Kalibers akzeptiert, sofern sie wissenschaftlich rigoros belegt werden können – ein einfaches "wir haben das auf den Rechnern von einigen Amokläufern gefunden" wird nicht ausreichen.
Der gute Mann scheint vor Technik- und Internetkompetenz nur so zu strotzen!
http://www.csu-landtag.de/abg/herrmann/page_impressum.asp
Will hier ein Anwalt ein wenig Geld verdienen?
@24 Kinch bzgl.: "zukünftige Etymologie des Begriffs “Kinderpornographie”"… Ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit einer ca. 25 Jährigen – nicht gerade dem Bildungsbürgertum zugehörig. Ihre Aussage über irgendwas das sie nicht mochte: "Ey komm ne. Das ist doch voll pädophil!" – 20 Minuten später: "Pädophil, was ist das eigentlich?"
@104
Es gibt keine Studien die belegen würden, dass das Spielen von Egoshootern bei gesunden, Erwachsenen irgendwelche negativen Persönlichkeitsentwicklungen provozieren würde.
Und bei den bestehenden Studien zu diesem Thema wurde übrigens erst bei einer kürzlichen Meta-Studie in einem Großteil der Studie gravierende methodische Mängel festgestellt.
Dazu sei ein TP-Artikel erwähnt:
> http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29958/1.html
Darin finden sie auch direkte Links zu dieser Studie.
Desweiteren halte ich deine Unterscheidung zwischen "aktiv" und "passiv" für trügerisch. Als ein Mensch der sowohl Egoshooter als auch Gewalt-Filme selbst zu genüge kennt, bin ich der Meinung, dass Filme meistens einen Menschen sehr viel stärker in den Bann ziehen als ein Spiel. Das liegt daran, dass man es mit realen Menschen und schauspielerischen Qualitäten zu tun hat und gerade wegen der Passivität sich voll auf die filmische Inzenierung konzentieren kann. Bei Egoshootern habe zumindest ich nie "vergessen", dass das nur ein Spiel ist: Ich unterbrechen, wenn ich keine Lust mehr habe, lade neu, wenn ich bei einer Stelle "gestorben" bin, oder diese Stelle eher unglücklich gespielt habe.
Desweiteren kommt von deiner Seite außer Polemik auch fast nichts. Es ist entlarvend, dass gerade jene "Killerspiel"-Verbotsführer meistens zwar als Ideal eine friedliche Gesellschaft propagieren, selbst aber sich nicht in der Lage sehen eine Diskussion auf seiner Sachlichen Ebene zu führen, sondern stattdessen mit Beleidigen und Unterstellungen "argumentieren".
Eine rethorische Frage an dich: Denkst du allen ernstes, dass der Ton deines Beitrags einem respekt- und würdevollem Umgang mit deinen Mitmenschen entspricht?
Die moralische Messlatte mit der du Medien verbieten willst, kannst du selbst nicht einhalten.
Wenn ein bayerischer Minister über Drogen referiert, sollte man regelmäßig den letzten Auftritt im Bierzelt recherchieren. Da zeigt sich dann der Wertekonsens der auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft in aller Nüchternheit.
Es gibt in Deutschland keine "Killerspiele", auch keine gewaltverherrlichenden Computerspiele. Bestes (und mir auch als einzig bekanntes) Beispiel ist "MH" (abgekürzt). Das ist bereits auf dem Index der BPJM und somit darf es nicht beworben oder verkauft werden. Was also will ein (Text editiert. U.V.)
wie Herrmann also verbieten?
Die reale Gefahr für Leib und Leben Dritter geht m. E. von echten Waffen aus und von Leuten, die sie benutzen. Aber mit den Jägern und Schützenvereinen legt sich kein Politiker an. Jeden zweiten Tag werden "Erfolge" im Biathlon gefeiert und die Bundeswehr bildet junge Menschen an Waffen aus. Das "virtuelle" Geballer soll schädlicher und schändlicher sein als der Einsatz realer Waffen? Ich glaub's nicht.
Ach Gottchen, der Herr Herrmann war ja der, der damals die Strafanzeige gegen MTV wegen Popetown gestellt hat. Ist ja jetzt auch schon wieder eine Weile her, der wollte wahrscheinlich auch mal wieder in die Zeitung.
Nur um noch einmal auf diesen Gedanken mit der Anzeige zurückzukommen, wäre es nicht möglich den Herrn Hermann wegen einer ganzen Reihe anderer Vergehen als Volksverhetzung anzeigen? Mir fallen da so Sachen wie Verleumdung, Rufmord und schlichte Beleidigung ein.
Es würde mich durchaus interessieren, da ich bereits einmal vorhatte, den sauberen Hernn Hermann beim Verfassungsschutz wegen einem seiner Auftritte im Bayrischen Rundfunk anzuschwärzen, da er darin meines Erachtens klar gegen das Grundgesetz gewettert hatte und mir da Artikel 18 in den Sinn gekommen war.
Noch einmal nebenbei, sollte ich Strafantrag stellen, können da Kosten auf mich zukommen, oder trägt beim Strafrecht die Staatsanwaltschaft die kosten? Als angehender Student kann ich mir nämlich definitv keinen Prozess gegen die bayrische Staatsregierung leisten.
Aber eine Sammelklage wäre natürlich auch eine Idee. Ich könnte mir denken, dass sich ein Haufen Menschen finden lassen würde, die gegen diese Äußerung klagen würden, wenn sich nur nicht der/die einzige sind, die hier ihr Geld im Sinne des Rechts riskieren. Vielleicht wäre das ja was für Sie Herr Vetter.
Gamer brauchen einfach mal einen Interessenvertretung. Ein Verein oder der sich für die Interessen der Gamer einsetzt und die durchsetzt. Hier bei dem Beispiel könnte man rechtliche Schritte prüfen, man muss ja die Verhandlung nicht gewinnen, aber vielleicht wäre es ein Denkzettel für den Herrn. Anderes Beispiel wären Talkshows und Interviews die oft mit Spielern / Clans geführt werden die einfach nicht darauf vorbereitet sind.
Ich hätte gern, dass Leute, die solche Verbote fordern, sich für die Diskussion qualifizieren, indem sie die Gründe für Rede- und Ausdrucksfreiheit lernen. Dazu sollte man John Milton’s "Areopagitica" kennen. Darin findet sich vermutlich das letzte Wort zur Redefreiheit. Thomas Paine’s introduction to The Age of Reason. Und dann vielleicht noch ohn Stuart Mill’s essay On Liberty. Und nachdem sie dann die Gründe für Redefreiheit verstanden haben, möchte ich gern einmal hören, wie sie ihre Gründe mit den obigen abwiegen. Ich denke, es ist in weiten Teilen ein Bildungsproblem. Die Gründe, WARUM Ausdrucksfreiheit das WICHTIGSTE Grundrecht ist, sind nicht geläufig. Wären sie es, ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendwer noch ernsthaft Computerspiele generell verbieten wollte.
Oder überhaupt verbieten möchte.
D. Gschrei
Strafanzeigen sind kostenlos.
Und in diesem Fall mit Sicherheit fruchtlos.
@97: Das mit der Epilepsie ist natürlich äußerst schwerwiegend. Die Gefahren des Fußballspiels sind demgegenüber vernachlässigbar, wie sich anhand der ca. 1.580.000 Treffer von
http://www.google.de/search?hl=de&q=fu%C3%9Fball+tod&btnG=Google-Suche&meta=
leicht feststellen läßt.
D. Gschrei: Wie wärs, wenn Sie erst einmal StGB 130 lesen? Der Begriff "Volksverhetzung" ist nicht das, was man sich landläufig nach Betrachtung des Wortes darunter vorstellt. Ähnliches gilt für den Begriff der "Kinderpornographie" und "Killerspiele" ist selbstverständlich genauso wenig juristisch definiert wie "Raubkopie". In Deutschland wird nicht mehr diskutiert, es wird nur noch mit "Buzzwords" umhergeworfen.
Dummes Zeug erzählen ist zum Glück noch nicht strafbar. Das Problem ist auch nicht, was der IM gesagt hat, sondern dass es ihm viele glauben werden.
Die Strafanzeigen könnt ihr euch sparen. Bei der Diskussion um so genannte Kampfhunde" vor einigen Jahren gab es ähnliche verbale "Entgleisungen" einiger Politiker wie z.B. den Aufruf, Halter gefährlicher Hunde "gesellschaftlich zu ächten".
Sämtliche Anzeigen gegen diese *zensiert* wurden eingestellt.
@121
§130 StGB steht feinsäuberlich kopiert in Kommentar #7. Ohne diesen Kommentar wäre ich gar nicht auf Volksverhetzung gekommen. Und wenn man mich und mehr als eine Million anderer Spieler mit Kinderschändern und Drogensüchtigen vergleicht, denke ich schon, dass man von einem Angriff auf die Menschenwürde sprechen kann.
Aber wenn ich hier lese, dass derartige Anzeigen fruchtlos sind, muss ich aber schon fragen, wie es denn sein kann, dass Politiker hier ungestraft mit Propaganda Parolen um sich werfen dürfen, die man so nicht einmal von NPD Wahlplakaten kennt. (Auch wenn ich mir den Godwin Preis mit dieser Bemerkung einfange.) Dass die Immunität der Politiker nicht unangreifbar ist, hat ja der Fall des Herrn Tauss gesehen. Bezeichnenderweise ist der Strafrahmen ja sowohl bei §184b und §130 mit 3 Monaten bis 5 Jahren genau gleich.
Der Innenminister Herrmann beim "Killerspielen"
http://www.csu-landtag.de/abg/herrmann/page_43.asp?Pic=311
Wenn jemand das Wort "Killerspiele" in den Mund nimmt, fängt er an eine Diskussion auf Bildzeitungsniveau zu führen. So etwas sollte man eigentlich nicht ernst nehmen. Traurig, dass man jeden Tag aufs Neue Volksvertreter sieht, deren Hauptaufgabe doch das Regieren und damit verbunden auch das Diskutieren ist, die mit solchen Aussagen beweisen, dass sie ihren Job einfach nicht machen können.
Aber mal von der Wortwahl abgesehen: Ich finde den Vergleich zwischen Computerspielen mit Gewaltinhalten, Drogen und dokumentierten Kindesmissbrauch nicht angebracht. Ich finde allein den Vergleich von Drogen mit dokumentieren Kindesmissbrauch schon nicht angebracht, mal von den Computerspielen ganz abgesehen.
D. Geschrei: Nun ja, "feinsäuberlich" stimmt nicht. StGB 130 ist wesentlich länger. Normalerweise wird dieser Paragraph nur für sogenannte "Holocaustleugnung" herangezogen, die in den folgenden, nicht kopierten Abschnitten definiert ist.
Wer Google nicht bedienen kann, findet den Text hier:
http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html
StGB 130 ist meiner Meinung kein Paradebeispiel für eine funktionierende Demokratie. Der Text ist in großen Teilen sehr wischi-waschi und beisst sich mit den durch die Menschenrechte gegebenen Meinungsfreiheit. Man müsste die Aussagen des IM auch schon sehr strapazieren, um darin Aufruf zu Gewalttaten oder Willkürmaßnahmen zu sehen.
Ich halte die Rufe nach juristischen Schritten für den Weg in die falsche Richtung. Das führt nur zu noch stärkerer Einschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit. Ist es nicht beschämend, dass ausgerechnet in den USA "freedom of speech" wesentlich stärker geachtet wird als in Europa insbesondere Deutschland? Ich sage es noch einmal: Das Problem ist nicht, dass ein IM sagen, kann was er will. Das Problem ist, dass dies gesellschaftlich(!) – nicht juristisch(!) – ungestraft bleibt. Das Problem sind vor allem die schlechten Medien, die degenerierte Presse, die in großen Teilen unkritisch nachplappern, tendenziös berichten, sich nicht um sachliche Hintergrundinformationen, Aufklärung, Wissensvermittlung bemühen. Man bedenke hier auch, dass insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien – und nicht etwa nur die BILD – wiederholt negativ aufgefallen sind, was unter anderem das Thema "Killerspiele" anbelangt. Denken Sie an Frontal, Panorama oder auch kürzlich "Hart aber fair". Interessanterweise wurden da teils sogar gute und richtige Hintergrundinformationen gebracht und auch die Nicht-Spieler ein klein wenig aufgeklärt. Allerdings wurde das dann wieder totgequatscht, Aussagen verdreht, übergangen oder man hat den "dummen" jungen Leuten (also denen unter 30) einfach nicht zugehört. Die Meisten wollen wohl auch gar nicht verstehen. Die wollen einfach nur das was gemacht wird, damit Ruhe im Karton ist und vor allem möchten sie ihre Vorurteile bestätigt wissen. Die Medien wissen aber, dass sich das Thema "Killerspiele" gut verkaufen lässt. Mein Eindruck ist eigentlich mehr, dass die Medien dies ausnutzen und weniger die Politiker. Die waren am Anfang – zumindest diesmal – eher noch zurückhaltend. Erst als die Medien das Zauberwort "Killerspiel" aus der Abstellkammer holten, kamen mehr und mehr Politiker aus ihrer Deckung.
Also kurz: Dummheit und Desinformation kann man nur sinnvoll mit Aufklärung und Diskussionen entgegen treten, nicht mit Verboten.
Auch da fällt mir nur wieder kopfschüttelnd als Antwort der offene Brief von Deef zum Thema Killerzeugs ein -> http://tinyurl.com/dgjd8y
Es ist nur wirklich tragisch das derartige Diffamierung leider auch teilweise fruchtbare Blüten trägt.
@keiner
es gibt auch kein "Grundrecht auf Fußball", um mal mit Ihrer Argumentation fortzufahren, genauso wie es kein "Grundrecht auf Formel 1" und auch kein "Grundrecht auf Boxen" gibt.
Jedenfalls keines, dass nicht auch ein "Grundrecht auf Computerspiele" mit einschließen würde (freie (!) Entfaltung der Persönlichkeit, um mal ein Beispiel zu nennen).
Und wie (von ihnen offensichtlich ignoriert) Herr Vetter versucht hat klar zu machen, ist der Umkehrschluss
von "A eignet sich für B -> erlauben"
zu "A eignet sich nicht für B -> verbieten"
nicht nur unsinnig, sondern auch gefährlich. Denn wenn wir alles verbieten, dass nicht einem wie auch immer bestimmten "höheren" Ziel dient, bleibt nicht mehr viel übrig, wofür es sich zu leben lohnt. Ich jedenfalls glücklich darüber, von Zeit zu Zeit auch mal etwas völlig Sinnfreies zu tun, das einzig ein Ziel verfolgt: mich glücklich zu machen, es getan zu haben. Wer das nicht nachvollziehen kann, hat mein aufrichtiges Mitleid sicher.
André
Grrr…immer dergleiche Murks, ich kanns nicht mehr hören.
-Gewaltverherrlichende Spiele sind längst verboten (nicht indiziert, verboten, § 131 StGB, z.B. Manhunt)
- Stimme U.V. voll zu… wo kommen wir hin wenn alles was dem "friedlichen Miteinander" nützt und irgendwie vielleicht schädlich sein kann verboten wird…Alkohol verursacht jährlich tausende von Todesfällen, wo ist der Nutzen von Rauchen, hat die Formel 1 neben der Produktion des "klimakillers" CO2 und von Lärm irgendeinen sozialen Nutzen? Nein? Alles verbieten!!!
Echt, ich ärger mich über sowas….
Herzlichst,
Zaza
(Konservativ, Richter, Killerspielespieler und unter 40)
@102 (Meinungvz): Ach, Sie kennen mich? Das ist ja ein Ding. Aber Sie irren sich. Es interessiert mich tatsächlich. Sie können mir meine Frage ja beantworten. Wenn Sie können. Andere User, deren Meinung einem nicht passt, als Troll oder krank oder anderweitig negativ zu deklarieren, ist nicht gerade eine neue Idee. Beschimpfungen sind die Argumente derer, die keine Argumente haben. Haben Sie vielleicht schon mal gehört. Naja, oder auch nicht …
@131 (Putze)
"Troll" ist in Ihrem Fall nur keine Beschimpfung: If it walks like a duck and quacks like a duck…
@130
[...]Zaza meint: (2.4.2009 um 11:41)
-Gewaltverherrlichende Spiele sind längst verboten (nicht indiziert, verboten, § 131 StGB, z.B. Manhunt)
[...]
(Konservativ, Richter, Killerspielespieler und unter 40)
[...]
Sorry, als Richter solltest Du den §131 und die Auslegung doch etwas genauer wieder geben, denn die Spiele und auch die Schriften sind eben nicht verboten, sondern nur die Verbreitung. d.h. zum persönlichen Gebrauch darf man auch Manhunt besitzen….
bombjack
@Kritiker (111):
"Man Hunt" ist nicht einfach "indiziert", "Man Hunt" ist "beschlagnahmt".
Beschlagnahmte Medien dürfen nicht mehr verkauft werden. Indizierte Medien dürfen nicht mehr (frei) beworben, aber natürlich (noch) verkauft werden. Jedenfalls unter bestimmten Bedingungen.
Bei uns auf der Website kann man dem lieben Hernn dann mal selber ne Frage stellen:
http://www.chip.de/news/Killerspiel-Debatte-Herrmann-stellt-sich-Ihren-Fragen_35986189.html
Ich bitte von Beleidigungen abzusehen ^^ ;)))
@117
Das Problem dabei ist das in Deutschland Redefreiheit eben NICHT das wichtigste Grundrecht ist. Leider.
Einer der wichtigsten Werte hier – wenn nicht der wichtigste – hier ist die sogenannte Menschenwürde. Diese wurde inzwischen sogar auf fiktionale Darstellungen ausgeweitet und damit völlig ad absurdum geführt. Dass sie ein vollkommen undefinierter Rechtsbegriff ist und trotzdem so einen hohen Stellenwert hat ist auch unter bestimmten Verfassungsrechtlern stark umstritten.
Dann die Meinungsfreiheit selbst. Diese wird im selben Artikel explizit durch den Jugendschutz außer Kraft gesetzt. De facto gibt es hier also keine Meinungsfreiheit; gerade was z.B. Computerspiele betrifft. Eine Güterabwägung zwischen Freiheit und Jugendschutz findet nicht statt. Was man sich dabei gedacht hat dem Jugendschutz Verfassungsrang einzuräumen werde ich nie verstehen. Jedem klar denkenden Menschen sollte klar sein, dass das nur eine Einladung für Zensur sein kann. Auch weil nirgends Schranken dafür definiert sind.
Wenn Meinungsfreiheit hier wirklich etwas zählen würden (oder gar einen ähnlichen Stellenwert wie in den USA hätte), könnte man sich diese ganze Diskussion sparen. Dann könnten die Politiker schwafeln was sie wollten, aber wir hätte eine Verfassung, die uns vor ihren Zensurfantasien beschützen würde.
Auch wenn ich von Telepolis generell nichts halte, gibt es da einen wirklich guten Artikel hierzu:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26569/1.html
@126
Sehr gut ausgedrückt. Die Forderungen nach juristischen Sanktionen sind genauso unsinnig wie die Forderungen nach Verboten von Medien. Beides sollte in einer wirklich freien Gesellschaft unter Redefreiheit fallen. Jeder sollte das Recht haben auch den noch so größten Unsinn zu erzählen.
Die Gesellschaft muss diesen Aussagen nur offensiv entgegentreten und sie entkräften. Und das findet in Deutschland nicht statt. Egal ob es um Gewalt in den Medien oder Nationalsozialismus geht.
zitat alex:
Damit stellt er alle Gamer auf eine Stufe mit Kinderporno-Konsumenten und Drogenabhängigen. Ich frage mich gerade, ob das nicht $130 Abs. 1 Punkt 2 trifft.
§ 130 Volksverhetzung
(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. [...] oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
man sollte wirklich prüfen ob eine basis einer klage vorhanden ist. wer im öffentlichen leben so auftritt und sowas von sich gibt erfüllt für mich als laien den tatbestand der beschimpfung, verleumdung und böswilliger verächtung.
Sehr geehrte Damen und Herren,
für Herrn Innenminister Herrmann ist es laut Pressemitteilung "wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger [Computer-]Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt."
( Quelle: http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php )
Da mir keine einzige Quelle bekannt ist, wonach dies „wissenschaftlich klar erwiesen“ ist, hätte ich hierfür gerne eine beispielhafte Quellenangabe von nur einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, welche zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt und weshalb beispielsweise die von mir genossene staatliche Zwangsausbildung zum mitleidlosen Töten (Bundeswehr) diese oben beschriebene Wirkung nicht haben soll.
Zudem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass im Zuge von „LAN-Partys“ es keinen einzigen Fall gibt, bei dem die Polizei wegen gewaltsamer Ausschreitungen eingreifen musste – übrigens im Gegensatz zu Fußballspielen, in deren Umfeld es in der Bundesrepublik erwiesenermaßen bereits etliche Tote gab – komischerweise fordert kein Politiker, Fußball zu verbieten.
Zudem würde mich interessieren, weshalb von den Millionen Wehrmachtveteranen, welche nun wirklich ohne Zweifel zum „mitleidlosem Töten“ erzogen wurden und dies auch Jahrelang praktizieren mussten, es nach dem Kriege nur einen einzigen Fall eines amoklaufenden Veteranen gab (am 11. Juni 1964 in Köln ). Ist Herr Herrmann der Meinung, dass Computerspiele stärker traumatisieren als der Zweite Weltkrieg?
Ich selber habe noch im Studium diese Spiele gespielt und habe als junger mehrfacher Familienvater und Diplomingenieur heute andere Präferenzen – nach der Mitteilung von Herrn Herrmann und die angeblichen „wissenschaftlichen Nachweise“ mache ich mir jedoch Sorgen über verborgene potentielle Traumatisierungen, welche möglicherweise in mir schlummern.
Daher nochmals die Bitte meinerseits nach wenigstens einer ernsthaften Veröffentlichung mit besagtem „eindeutigen Nachweis“
Mit freundlichen Grüßen
——————–