20.5.2009

90 Prozent gegen Internetsperren

Umfragen belegen nicht unbedingt, was die Bevölkerung meint. Sie bestätigen eher das, was der Umfragende gerne hören möchte. Vor allem, wenn er suggestive Fragen stellt. Mit einer repräsentativen Gegenumfrage durch infratest dimap entlarvt der Verein “Mogis – Missbrauchsopfer gegen Internetsperren” jetzt eine schlagzeilenträchtige Behauptung der Deutschen Kinderhilfe. Diese hatte letzte Woche unter Berufung auf eine ebenfalls bei infratest dimap in Auftrag gegebene Umfrage getönt, 92 Prozent der Deutschen seien für Internetsperren.

Mit etwas anders gestellten Fragen sieht das Ergebnis ganz anders aus. Nun sind 90 Prozent der Befragten gegen Netzsperren.

Eine Demaskierung erster Güte – auf Zeit.de.

53 Kommentare zu “90 Prozent gegen Internetsperren”

  1. Flanke meint: (20.5.2009 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    Die Fragen von Mogis sind jetzt aber bestimmt nicht weniger suggestiv als die der anderen Umfrage: Das Statement, gegen das sich 90% ausgesprochen haben, geht dahin, dass Sperren ausreichen, auch wenn die Seiten selbst dann noch vorhanden und für jedermann erreichbar sind. Auch ein Sperrbefürworter kann dem nicht zustimmen, wenn er der Meinung ist, dass *zusätzlich* zu den Sperren *auch* eine konsequente Strafverfolgung erforderlich ist.

    Ich würde hier empfehlen, überhaupt keiner Umfrage zu trauen, die von interessierten Kreisen in Auftrag gegeben wurde. Dafür ist das Thema viel zu aufgeheizt. Die Wahrheit dürfte wie so oft irgendwo in der Mitte liegen.

  2. Dompfaff meint: (20.5.2009 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    Es heißt ja immer "traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast". Wer sich ein bißchen mit Statistik auskennt weiß: Statistiken zu fälschen um eine Lüge zu belegen ist völlig überflüssige Mühe. Man kann in jede beliebige Statistik reininterpretieren was man will so lange jemand unerfahren und blöd genug ist einem zu glauben.

  3. franz meint: (20.5.2009 um 14:15) AntwortenReply to this comment

    Mogis lässt fragen:

    "Der Zugang zu Internetseiten mit Kinderpornographie sollte durch eine Sperre erschwert werden, das reicht aus, auch wenn die Seiten selbst dann noch vorhanden und für jedermann erreichbar sind."

    Diese Frage ist für eine Umfrage völlig ungeeignet. Meines Erachtens kann man auch nicht ernsthaft behaupten, dass derjenige, der diese seltsame Frage verneint, gegen Internetsperren sei.

  4. Jens meint: (20.5.2009 um 14:15) AntwortenReply to this comment

    "Die Ergebnisse übrigens, die ZEIT ONLINE exklusiv vorliegen"

    Das war also offenbar der Deal, um initiale Publicity zu bekommen?

  5. Rainer meint: (20.5.2009 um 14:23) AntwortenReply to this comment

    Es ist eh müßig, zu fragen, wie viele für oder gegen etwas sind. Ist die Bildzeitung ein Musterbeispiel für Qualitäts-Journalismus, nur weil sie die meisten Leser hat? Die Qualität der Argumente sollte maßgeblich sein, nicht, wem die meisten schlecht informierten Menschen hinterher laufen. Träum … .

  6. Heinz meint: (20.5.2009 um 14:24) AntwortenReply to this comment

    @1 und 3:
    Die Kernaussage des Zeit-Artikels ist ja auch nicht, dass die Bürger gegen Internetsperren wären, sondern dass Umfragen dieser Art nicht zielführend sind.
    Dazu hat man eben bewusst suggestive Fragen gestellt, um ein möglichst entgegengesetztes Ergebnis zu erhalten.
    Den Anspruch die "wahre" Meinung der Bevölkerung abzubilden erhebt die Studie doch gar nicht.

  7. anonym meint: (20.5.2009 um 14:31) AntwortenReply to this comment

    @2 Der von Ihnen zitierte Satz ist ein von den Nazis erfundenes gefälschtes Churchill-Zitat. Nur mal als reine Sachinformation, weil das in der alten Bundesrepublik so unglaublich wenige Leute wissen.

  8. Stefan meint: (20.5.2009 um 14:37) AntwortenReply to this comment

    Das schöne an der Umfrage durch Mogis ist eben die Aufdeckung des Taschenspieler-Tricks, mit dem die DKH gearbeitet hat.

    Es geht gar nicht so sehr darum, ein belastbares Ergebnis GEGEN Internetsperren zu erzeugen – das ist imho auch nicht notwendig. Vielmehr geht es darum einen Beleg für die Art und Weise zu schaffen, in der hier das Niveau durch dei DKH auf einen für mich unerträglichlen Level herabgezogen wurde.

    Ich denke, genau das ist gelungen :-D

  9. DeserTStorM meint: (20.5.2009 um 14:38) AntwortenReply to this comment

    Hm 90% ? :-) Also ich kenne garkeinen der das Beführwortet. Dabei müsste doch nur jeder 10. hier im Raum dagegen sein :-)

  10. ks meint: (20.5.2009 um 14:41) AntwortenReply to this comment

    Die Befragten sind gegen das derzeitige Vorgehen der Regierung.

  11. anonym meint: (20.5.2009 um 14:47) AntwortenReply to this comment
  12. fh meint: (20.5.2009 um 14:51) AntwortenReply to this comment

    @11 Godwin sollte man schon auch anwenden können, ein Vergleich ist da definitv nicht zu sehen, nur ein Hinweis ;)

  13. anonym meint: (20.5.2009 um 14:54) AntwortenReply to this comment

    @11 Wirklich toll, daß da wieder jemand mein Pseudonym benutzt. Das hatten wir doch vor kurzem erst alles.

    Herzlichen Dank Ihnen für Ihr Plagiat!!

  14. Kerstin meint: (20.5.2009 um 14:56) AntwortenReply to this comment

    Mogis und sein Leiter gefallen mir immer besser.

    Saubere Argumentation, sachliche Auseinandersetzung und eine integre Haltung.

    Sauber kann ich nur sagen. Blitzsauber. Und unterstützenswert.

    Wenn schon Betroffene gegen das Gesetz mobil machen, kanns ja nicht so weit her sein mit der Substanz, oder?

  15. igel meint: (20.5.2009 um 15:02) AntwortenReply to this comment

    Ein Politikstudent erklärte mir mal, dass Umfragen ein integraler Teil der dt. Demokratie wären und in gewissem Sinne Wahlen über Sachfragen ersetzen. Es sind aber auch grundverschiedene Dinge. 1. Auf Umfragen reagieren nur Leute mit zu viel Zeit. Menschen mit Gehirn haben besseres zu tun. 2. Reagiert man auf Umfragen unvorbereitet und muss den Hintegrund, den der Fragende gibt, ernst nehmen. Bei Wahlen hat der Wähler eine lange Zeit der Vorbereitung, in der beide Lobby-Gruppen genügend Zeit haben, ihre Argumente zu präsentieren. Der Wähler stimmt dann für die überzeugendere Darstellung.

    An einer Umfrage nimmt man Teil, nachdem man von hirnlosen Medien indoktriniert wird. Bei der Teilnahme nimmt man mangels Vorbereitung die Hilfen und die Einleitung aus dem Umfrage-Text für wahr, anstatt sich die Originalpositionen und Argumentationen anzusehen.

    Von Fälschungen einmal ganz abgesehen: Meinungsumfragen stellen etwas ganz anderes da als Wahlen. Die Antwort eines Bürgers in einer Meinungsumfrage ist keinesfalls reiflich überlegt, informiert oder bestimmt. Das Wort Meinungsumfrage unterstellt, dass die Befragten bereits eine (begründete) Meinung zum Thema hätten. Das ist eher falsch.

  16. Dagegen meint: (20.5.2009 um 15:03) AntwortenReply to this comment

    @5: Fundamentales unverständnis der Demokratie?:
    "Es ist eh müßig, zu fragen, wie viele für oder gegen etwas sind. "

  17. prolet meint: (20.5.2009 um 15:03) AntwortenReply to this comment

    @7
    cool seit dem ich das "zitat" in der Schule das erstmal gehört habe suche ich nach der Quelle dieses zitates konnte sie in 20 Jahren nicht finden!Es wäre sehr nett wenn sie bitte ihr Wissen teilen und die Quelle angeben.
    DANKE!

  18. fh meint: (20.5.2009 um 15:07) AntwortenReply to this comment

    @17 http://www.google.ch/search?q=churchill+statistik – gleich der erste Link..

  19. h.c. (Christian Unger) meint: (20.5.2009 um 15:08) AntwortenReply to this comment

    Ist die Frage suggestiv? Nein, mehr macht Schwarz-Rot derzeit doch nicht.

    Ja gut, doch. Die Daten derer die am Sperrschild hängen bleiben speichern und auf gut Glück dann Hausdurchsuchungen durchführen.

    Die nächste Frage wäre also: "Sind Sie dafür oder dagegen, dass gegen alle Besucher von kinderpornografischen Angeboten eine Hausdurchsuchung durchgeführt wird(, auch wenn diese nur wenige Sekunden auf der Seite waren und man entsprechend davon ausgehen kann, dass die meisten davon nur zufällig auf die Seite gelangt sind)?

  20. TheDoctor meint: (20.5.2009 um 15:08) AntwortenReply to this comment

    Die Meinungsmietmäuler von den Marktforschungsinstituten gehen einem ja zunehmend mehr auf den Senkel.

    Nur um meinem ganz persönlichen Ärger über die Typen Luft zu machen:
    Die verdienen ja GELD mit ihren Umfragen. Also gehen sie her und rufen abends arglose Menschen an, die gerade von der Arbeit kommen und sich auf ihre zwei Stunden Freizeit freuen.
    Von denen erwarten sie dann, das sie ihre tendenziösen Fragen (wenn es um Politik geht) beantworten, und dafür kostenlos ihre Zeit opfern.
    Wenn es um Wirtschaft geht werden mit den Daten dann die Geoinformations- systeme befüttert, mit denen dann meine Wohngegend gescored wird.
    Und ColdCalls sind das NATÜRLICH nicht, mir wird ja nichts verkauft sondern ich werden nur belästigt.

    Und dann wird der Murks auch noch benutzt um mich für dumm zu verkaufen…

    …Mietmäuler eben.

  21. NewsShit! meint: (20.5.2009 um 15:24) AntwortenReply to this comment

    Apropos Umfragen. Eine Interessante Frage, die ein Forschungs-Institut ruhig mal stellen dürfte: "Welche Bundeskanzlerin ist Ihrer Meinung nach die schlechteste?"

  22. Momo meint: (20.5.2009 um 15:30) AntwortenReply to this comment

    @11: Ich würde eher sagen, dass es bei dir nach Fail riecht, wie 12. schon sagte.

    @7: Mir lag besagtes Zitat auch auf der Zunge, interessant zu wissen, dass es die Nazis verbrochen haben… was es jetzt nicht gerade unwahrer macht.

    Letztendlich hatte ich Statistiken, zu welchem kontrovers diskutierten Thema auch immer, schon länger in Verdacht, dass sie passend zu den Wünschen des Auftraggebers formuliert und angepasst sind. Der Zeit-Artikel hat mir da lediglich bewiesen, was ich schon immer vermutet hatte (ich denk da z.B. an die ganzen Studien, die abwechselnd beweisen und widerlegen, dass Mobilfunkstrahlung schädlich für den Menschen ist).

  23. Udo Vetter meint: (20.5.2009 um 15:32) AntwortenReply to this comment

    Was mich verblüfft: Wieso hat infratest dimap den Auftrag angenommen? War denen nicht klar, wie groß der Kollateralschaden für die eigene Branche sein kann?

  24. TheDoctor meint: (20.5.2009 um 15:40) AntwortenReply to this comment

    @Udo Vetter:
    Wieso ?
    Weder in Tagesschau noch in Heute noch in den Printausgaben der wesentlichen Zeitungen wird man die Fragestellungen zu solchen Umfragen finden, geschweige denn solche netten Gegenüberstellungen. Insofern kommt es nicht mal zu peinlichen Situationen.

    Ansonsten:

    Die Umfrageinstitute verkaufen eine Dienstleistung.
    Wird vom Einzelhandelskonzern A angefragt: "Macht mir eine Umfrage aus der ich realistisch abschätzen kann wie sich mein Produkt P darstellt" dann werden die dafür die Fragen entwerfen und die Umfrage durchführen.
    Kommt jemand an und fragt: "macht mir eine Umfrage mit diesen Fragen" dann machen die das.

    Bloss weil man das letztere macht wird man für den ersteren nicht unglaubwürdig.

  25. nachdenklich meint: (20.5.2009 um 15:47) AntwortenReply to this comment

    @Udo Vetter: weil den Auftrag dann nicht infratest sondern ein anderes "Institut" bekommen hätte und der Aquise-Heini lieber seinen Tantiemenanteil einstreicht als sich rechtfertigen zu müssen, warum er einen Auftrag abgelehtn hat, der PR bringt? (merke: auch negative Berichterstattung erhöht Bekannheitsgrad)

    Oder einfach: weil keiner mitdenkt. Auch sehr plausibel.

  26. J.C. meint: (20.5.2009 um 15:51) AntwortenReply to this comment

    Die eigentliche Frage ist doch: Was kann man gegen das Sperren strafrechtlich relevanter Inhalte im Internet haben?

    Dass Besitzer von Seiten des Internets mit unerlaubten Inhalten, deren Server in Deutschland oder dem europäischen Ausland stehen, strafrechtlich verfolgt und belangt werden, womit das Löschen der unerlaubten Inhalte einhergeht, dürfte nicht in frage stehen. Dass unsere Behörden für diese Belange noch nicht so auf "Zack" sind, muss nicht diskutiert werden. Aber das weiß man – und man arbeitet daran, um infolge effizienter arbeiten zu können. Auch besteht noch erheblicher Mangel an der europäische Zusammenarbeit strafverfolgender Behörden.

    Unabhängig davon aber bestehen Seiten mit z.B. kinderpornografischen Inhalten im Internet, deren Server in Ländern stehen, denen man in wenigstens kurzer Zeit nicht habhaft werden kann. Die Verfolgung der Servereigentümer und das strafrechtliche Belangen der Besitzer der Seiteninhalte ist mitunter gar nicht möglich, weil es eine nur erschwerte bis gar keine behördliche Zusammenarbeit der Länder gibt.

    Aufgrund dieser Tatsache, an der sich so schnell nichts ändern wird, derartige Seiten aber abrufbar in u.a. Deutschland zu belassen, sollte von der sogenannten Internetgemeinde begründet werden. Bisher ist das nicht geschehen.

    Warum also sollen Seiten mit nach u.a. deutschem Recht strafrechtlich relevanten Inhalten in Deutschland abrufbar bleiben, nur weil man nicht an die Server und die Eigentümer sowie Besitzer kommt?

    Ein vielleicht sehr pragmatisches Beispiel soll den Kern dieser Frage verdeutlichen: Hängt an irgendeiner Hauswand in Deutschland ein Bild mit kinderpornografischem Inhalt, wird das Bild entfernt. Es wird entfernt, auch wenn derjenige, der es angebracht hat, nicht sofort oder gar nicht ermittelt und strafrechtlich belangt werden kann.

    Und für das Internet sollen andere Maßstäbe, andere Gesetze gelten?

    Und – werte Internetgemeinde – wir sprechen hier und heute von Sperren, die auf kinderpornografische Inhalte zielen. Wir sprechen nicht darüber, was vielleicht und eventuell nächstes Ziel von derartigen Sperren sein könnte. Wir können darüber nämlich gar nicht sprechen, weil Ziele, die darüber hinaus gehen, gar nicht benannt sind.

    Kurz noch zu den Sperren in technischer Hinsicht: Selbstverständlich wird es anfangs leicht möglich sein, Sperren womöglich zu umgehen. Dabei sei dahingestellt und hier nicht erörtert, inwiefern das sogar im Einzelfall für die laufende Strafverfolgung beabsichtigt ist. Allerdings darf man davon ausgehen, dass auch technisch an diesen Sperren gearbeitet wird.

    Mit freundlichen Grüßen

  27. Delphinmetzger meint: (20.5.2009 um 15:55) AntwortenReply to this comment
  28. TheDoctor meint: (20.5.2009 um 15:57) AntwortenReply to this comment

    infratest dimap können durchaus akkurate Umfragen erstellen.

    Soweit ich weiss machen die auch Hochrechnungen an Wahltagen. Da werden auch Leute befragt.

    Das Ziel des Auftraggebers ist da aber eine akkurate Vorhersage und nicht Propaganda.

    Das ZIEL-Publikum der Propaganda darf das natürlich nicht zu offensichtlich merken, weil dann der Wert von infratest dimap für Propaganda beim ZAHL-Publikum sinkt.

  29. nachdenklich meint: (20.5.2009 um 16:01) AntwortenReply to this comment

    @J.C.: abgesehen von dem bashing, das Du Dir gleich abholen wirst hier noch was zum Nachdenken: die Metapher mit dem Entfernen des Bildes an der Hauswand trifft nicht zu. (eher: in 10m Abstand wird ein Laken aufgehängt, der das Bild für alle die aus dieser Richtung kommen verdeckt – aus allen anderen Richtung ist es weiterhin sichtbar und abnehmen tut es auch keiner). Vergiß also Deine Analogie oder bau ne ordentliche.

    Desweiteren gibt es genügend INfos, dass die übergroße Mehrzahl der tatsächlichen Seiten in EU und USA gehostet werden. Tatsächliches offlineschalten oder besser: Ermittlung der Mieter/Besitzer sind machbar.

    last but not least: eine effektive Sperrinfrastruktur ohne öffentliche Kontrolle ist ein Albtraum. Und wo genau steht übrigens im Gesetzenwurf noch die genaue Zweckbindung auf tatsächliche KiPo? Hm?

  30. TheDoctor meint: (20.5.2009 um 16:03) AntwortenReply to this comment

    @26, J.C.

    Seufz, ich opfere mich mal und beschreibe es für einfache Gemüter:

    Jeder will das die Inhalte ENTFERNT werden. Dies ist in Zusammenarbeit mit den Providern durchaus möglich.

    Ein Webseitensperre ist KEINE Entfernung, es ist eine Kaschierung.
    Um in ihrem Bild zu bleiben: Wenn man zwar denjenigen der das Bild aufgehängt hat mit etwas Aufwand finden könnte (weil nämlich sein Name und seine Adresse auf dem Bild steht) man sich aber statt dessen darauf beschränkt das Bild überzutünchen und sich ausserdem das Recht vorbehält, jeden der dann davor stehen bleibt bedarfsweise zu verdächtigen.

    Schliesslich und endlich auch deswegen weil man das Übertünchen dem BKA überlassen will ohne das das irgendjemand überprüfen darf.

  31. h.c. (Christian Unger) meint: (20.5.2009 um 16:12) AntwortenReply to this comment

    @26 (j.c.),

    über dem was meine Vorredner gesagt haben: Fast alles wird entweder außerhalb des Internet (vor allem gewerbsmäßige Verbreitung) oder innerhalb des Internets über P2P-Netzwerke (eMule, Kazaa und Co) verbreitet.

    Sie hängen also etwas vor dem KiPo-Bild an der Hauswand, und stellen sich davor und merken sich, wer in die Richtung geschaut hat (und alle die es sehen wollen schleichen sich an ihrem Rücken vorbei, was einfach ist, weil Sie taub sind) und gleichzeitig lassen Sie die ganz KiPo, wahrscheinlich über 90%, die auf dem Boden liegt einfach liegen, so dass sie jeder ohne große Kenntnisse aufheben kann. Da Sie ja vor dem Bild stehen und in die Richtung schauen können Sie dagegen nix machen, Sie können ja nicht an zwei Stellen gleichzeitig sein.

  32. Udo Vetter meint: (20.5.2009 um 16:16) AntwortenReply to this comment

    Internetsperren erinnern an zweijährige Kinder. Sie legen die Hände vor die Augen – und die Welt existiert nicht mehr.

    (Nicht von mir, Urheber ist mir leider entfallen.)

  33. ninjaturkey meint: (20.5.2009 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    @23. Udo Vetter: immerhin dreht bei Infratest gerade jemand schwer am Ruder. Die "Kinderhilfe"-Umfrage ist dort noch gelistet, die Mogis-Umfrage ist nicht mehr zu finden.

  34. le D meint: (20.5.2009 um 16:31) AntwortenReply to this comment

    "Was kann man gegen das Sperren strafrechtlich relevanter Inhalte im Internet haben?"

    Ich bin dagegen, etwas sinnloses und leicht Umgehbares zu tun (nämlich das Ergebnis einer Straftat zu verdecken), wenn nur ein paar Schritte weiter eine Option sichtbar ist, die es potentiell ermöglicht, die Täter dingfest zu machen.

    Die zweite Option bedeutet mehr Aufwand, ist aber aus staatlicher Sicht vorzugswürdig, weil man uU an die Täter herankommt (was bei Sperrungen nicht der Fall ist).

  35. anonym meint: (20.5.2009 um 16:44) AntwortenReply to this comment

    @17 Es wurde ja bereits auf Ihre Frage geantwortet (@18).

    Hier nur kurz meine Erfahrung. Ich hatte vor Jahren gelesen, daß es für dieses angebliche Zitat keine Quellen gibt. Ein Zitat ohne auffindbare Quellen kann aber nicht belegt werden. Deshalb sind Zweifel an seiner Echtheit immer angebracht.

    Die Nazis hatten während des Weltkriegs immer versucht, Churchill (ihren entschlossensten Gegner) zu diffamieren. Daher sind sie als Quelle wahrscheinlich. In England ist das Zitat völlig unbekannt; es gibt auch keine Fassung in der Originalsprache.

  36. IB meint: (20.5.2009 um 16:51) AntwortenReply to this comment

    @33: Vermutlich subtiler Druck durch diverse Parteigeschäftsstellen, sympathisierende Lobbyverbände und ähnliches Kroppzeuch, die ankündigen in Zukunft andere berufsmäßige "Statistiker" beauftragen zu wollen, wenn nicht ganz schnell……

  37. Avantgarde meint: (20.5.2009 um 21:27) AntwortenReply to this comment

    Es gibt eben einen gewaltigen Unterschied zwischen providerseitiger Sperre und juristisch durchgesetztem Entfernen von KP.

    Jede Maßnahme, die einen anderen benachteiligt, muss überprüfbar und juristisch anfechtbar sein. Es kann nicht sein, dass irgendeine Behörde irgendetwas im Geheimen für illegal erklärt, das würde jedem Begriff vom Rechtsstaat widersprechen.

    Und gerade mit "Jugendschutz" kann man auf diese Weise jedwedes Schindluder treiben. Internetverträge kann man erst mit 18 abschließen, daher obliegt es den Eltern, für entsprechenden "Jugendschutz" zu sorgen.

    Sonst wären im Web am Ende nur noch Inhalte ab 0 Jahren zugänglich.

  38. christian meint: (20.5.2009 um 21:31) AntwortenReply to this comment

    Solche Fragen sollte man generell nicht an die Bevölkerung stellen. Das Thema ist viel viel zu kompliziert …
    Wenn man für oder gegen etwas ist, sollte man es begreifen.. und ich bin mir sicher, 92 % oder mehr werden wohl nicht blicken um was es da geht…
    Und solche Umfragen machen das Gesetz weder besser noch schlechter

  39. Palladium meint: (20.5.2009 um 21:46) AntwortenReply to this comment

    @15 igel
    Ich stimme dir zu, natürlich kann man bei Umfragen mit der richtigen Frage auch immer die gewünschte Antwort erhalten. Allerdings glaube ich nicht, dass das bei einem Volksentscheid anders wäre. Wahrscheinlich würden das Wahlvieh auch bei einem Volksentscheid zu Netzsperren zu ca. 80% DAFÜR stimmen. Und falls die öffentliche Meinung durch die Medien im Vorfeld nicht genug in die richtige Richtung geprägt wird, hängt man eben in den Fußgängerzonen Plakate auf wie
    "Alle Gegner von Netzsperren sind Pädokriminelle! Du auch?"
    Die Gegner hätten weder eine richtige Lobby, noch hinreichend finanzielle Mittel um dagegen anzukommen.

  40. peter p. meint: (20.5.2009 um 22:17) AntwortenReply to this comment

    der infratest chef gab zeit ein interview und nimmt stellung zu den zwei umfragen
    http://www.zeit.de/online/2009/22/netzsperren-infratest-interview

  41. Dan meint: (21.5.2009 um 18:15) AntwortenReply to this comment

    http://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ
    eine wundervolle persiflage auf internetzensur und überwachungsstaat.
    du bist terrorist…

  42. igel meint: (21.5.2009 um 19:04) AntwortenReply to this comment

    @40 Dieses Wahlvieh sind wir selbst. Ich weigere mich zu glauben, dass wir nicht fähig wären, die Wahrheit anzunehmen, wenn sie gut begründet präsentiert wird. Ohne der Annahme müsste man nur Polemik und Machtpolitik betreiben. Leute die das tun widern mich an.

  43. igel meint: (21.5.2009 um 19:08) AntwortenReply to this comment

    Hier eine kleine Reportage über die Aussagekraft von Umfragen auf Englisch: http://www.youtube.com/watch?v=If9EWDB_zK4

  44. bombjack meint: (21.5.2009 um 19:26) AntwortenReply to this comment

    @26 (j.c.):

    [...]Warum also sollen Seiten mit nach u.a. deutschem Recht strafrechtlich relevanten Inhalten in Deutschland abrufbar bleiben, nur weil man nicht an die Server und die Eigentümer sowie Besitzer kommt?[...]

    Hm…. was ist mit Inhalten die im dortigen Ausland legal sind, bei uns aber strafrechtlich relevant sind? Darf man die ebenfalls sperren, denn an den Server/Eigentümer kommt man da auch nicht dran….und da gibt es genügend Futter vgl. http://unkreativ.net/wordpress/?p=5874#comment-10741

    Btw. ein Ex-DDR-Bürger meinte zu mir mal, daß zum Teil das Reiseverbot damit begründet wurde, den Bürger der DDR vor den schädlichen Einflüssen des Westens schützen zu müssen, denn es wäre ja nicht auszuschließen, daß er im Ausland dort Medien lesen würde, die in der DDR verboten sind….

    bombjack

  45. h.c. (Christian Unger) meint: (21.5.2009 um 21:32) AntwortenReply to this comment

    Hab die Umfrage in einem politischen Forum gestellt. Dort haben einige die Sperre befürwortet, die Begründung war aber teils der Wahsinn.

    Die anonyme Umfrage hat bis dato folgendes Ergebnis:

    Für Internetsperre?

    Ja – 38,71% (12 Stimmen)
    Nein – 54,84% (17 Stimmen)
    Weiß nicht – 6,45% (2 Stimmen)

    Die Umfrage ist nicht nur wegen der geringen Beteilung nicht repräsentativ. ;)

  46. Henning meint: (22.5.2009 um 00:28) AntwortenReply to this comment

    Echt schlimm wie bei diesem ernsten Thema "gearbeitet" wird.

  47. bombjack meint: (22.5.2009 um 02:20) AntwortenReply to this comment

    @46

    Was gabs da für Begründungen?

    bombjack

  48. h.c. (Christian Unger) meint: (22.5.2009 um 06:11) AntwortenReply to this comment

    @49 (Bombjack),

    also erstmal meine konkrete Fragestellung:

    Bist du dafür, dass das BKA ohne Kontrolle durch Dritte kinderpornographisches Material im Internet sperren kann, auch wenn die Sperren leicht zu umgehen sind und selbst die Bundesregierung davon ausgeht, dass auch legale Seiten gesperrt werden?

    Nein: 55,88% (19)
    Ja: 35,29% (12)
    Weiß nicht: 8,82% (3)
    Gesamt: 34 Teilnehmer

    Zusammengefasste Begründungen von parteilosen Konservativen, CDUlern, SPDlern, und "anderen" (NPD, PBC, ich weiß es nicht):

    Ist eklig
    Wird doch nix anderes gesperrt
    Man sollte eh alle, die drauf gehen verdächtigen, und wenn sie es nicht waren kann man ja eine Entschädigung zahlen
    Man selber könne die Sperre ja nicht umgehen
    Die Server beispielsweise in Guinea-Bissau (war wirklich das konkrete Beispiel) könne man doch gar nicht erreichen
    Gegner der Sperre schauen sich das Zeug doch eh alle selber an

    Auf die konkreten Fragestellungen warum man das BKA denn nicht kontrolliere, um zu sichern dass keine anderen Seiten gesperrt werden, wie man denn sichern solle dass diese Personen nicht auf die Seite wollten ("na wer sich als unschuldig herausstellt kann doch entschädigt werden" – geil oder?), und ob einem bewusst ist, dass über 90% der Verbreitungen eben über P2P-Netzwerke statt findet und dass mit browserbasierten Sperren dieses eben nicht angegriffen werden kann etc. etc. pp., gingen diese Personen natürlich nicht ein

    Zu erwähnen ist auch, dass insgesamt nur drei Sperrbefürworter (SPD, parteiloser Konservatling, "anderer" – PBC, NPD oder so) dies überhaupt begründet oder sich überhaupt geoutet hätten. Gegner sind vor allem Mitglied bei der FDP und haben dass aus technischer und rechtsstaatlicher Sicht teils in sehr langen Absätzen begründet. Weitere Gegner stammen aus dem Mitte-linken Lager.

  49. Poseidon meint: (26.5.2009 um 16:57) AntwortenReply to this comment

    Guten Tag Herr Vetter,

    zuerst eine Vorbemerkung: Ich finde es sehr gut, dass Sie sich aktiv an der Berichterstattung rund um "Zensursula" & co beteiligen!

    Jetzt eine Frage, die zwar klingen mag wie eine Frage nach kostenloser Rechtsberatung, eher aber eine naive Anregung darstellen soll:
    Ich habe auch "die Petition" mitgezeichnet (ca. Nr. 700!) und muss mir nun von der deutschen Kinderhilfe anhören, ich sei pädophil veranlagt. Gibt es nicht eine Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam juristisch dagegen vorzugehen, z.B. wegen Verleumdung oder auf Unterlassung der Behauptung? Oder müsste dafür nicht ein Kollektiv von bald 100.000 Menschen in die pädophile Ecke gestellt werden, sondern ein einzelner?

    Jedefalls ist es eine schöne Vorstellung, die "deutsche Kinderhilfe" öffentlich ein wenig von diesem scheinheiligen Namen zu distanzieren, vor allem auch, wenn ich mir Beiträge wie diesen ansehe:
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-demagogie-der-deutschen-kinderhilfe/

    Mit freundlichen Grüßen!

  50. Poseidon meint: (26.5.2009 um 17:25) AntwortenReply to this comment

    Noch eine Anmerkung zu meinem Kommentar (Nr. 51):
    Eine aufschlussreiche Recherche zur Kinderhilfe, die WELT online bereits vor rund einem Jahr veröffentlicht hat, enthält einen Schlüsselsatz:
    "Die Gemeinnützigkeit der Deutschen Kinderhilfe insgesamt wird in Frage gestellt"
    http://www.welt.de/politik/article1874875/Geschaefte_unter_dem_Mantel_der_guten_Taten.html

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