SMS preiswert – aber nur im Ausland
Telefonieren mit dem Handy aus dem Ausland wird ab dem 1. Juli billiger (Einzelheiten). Die EU-Kommission schränkt damit die Abzocke durch überhöhte Roaminggebühren ein.
Interessant: Eine im Ausland versandte SMS wird inklusive Umsatzsteuer nur noch knapp 13 Cent kosten. Das ist deutlich weniger, als etablierte Anbieter wie T-Mobile oder Vodafone für in Deutschland verschickte SMS berechnen. Diese SMS kosten meist 19 Cent.
Sollte uns das zu denken geben?
Das ganze hatte sich ja schon angekündigt, ich bin gespannt ob und wie sich das in absehbarer Zeit auf den deutschen Mobilfunkmarkt auswirkt.
Ich habe noch eine uralte T-Mobile-Prepaidkarte in der Schublade liegen. Bei dieser kosten abgehende Gespräche im Ausland nach Deutschland 0,58 EUR pro Minute. Von Deutschland nach Deutschland hingegen 0,86 EUR pro Minute (10/10-Takt). SMS kosten 0,20 EUR. Vor dem EU-Eingriff kostete das Roaming-Vergnügen 1,53 EUR pro Minute.
Das ist ganz normal, bei der Festnetz-T-Com waren Ortsgespräche auch jahrelang teurer als Ferngespräche.
Mir gibt eher zu denken, dass in diesem Zusammenhang gerne solche Formulierungen benutzt werden wie "Die EU-Kommission schränkt damit die Abzocke durch überhöhte Roaminggebühren ein."
Nur selten wird mal darauf hingewiesen, dass man geteilter Meinung über staatlich verordnete Preise sein kann und dass es auch Vorteile haben könnte, die Preisbildung dem Markt zu überlassen. Mich persönlich zum Beispiel ärgert das ziemlich.
Ich will dem Verfasser damit keinen Vorwurf machen, er hat ja ein Recht auf seinen Standpunkt, aber ich wünsche mir allgemein schon, dass das kontroverser diskutiert würde.
Selbstverständlich, Muriel, wir müssen da schon arg aufpassen, dass wir die Abzockbranche Telekommunikation nicht zu sehr regulieren.
Naja. Ich will uns hier jetzt allen die große Debatte über den Sinn und Unsinn von Regulierung ersparen, aber ich will doch noch bemerken, dass zum Abzocken immer zwei gehören…
"dass es auch Vorteile haben könnte, die Preisbildung dem Markt zu überlassen"
Genau – bei einem Markt mit 4-5 Playern und enorm hoher entry barriers; man hätte die Telekom auch als Monopol und dem "Markt" überlassen können. Dann wären wenigstens die Aktionäre zufrieden.
Leider funktioniert die Sache mit dem "dem Markt überlassen" bei vier Netzbetreibern, von denen zwei mangels Kunden nicht mal ansatzweise was ausrichten können, nicht. Das ist wie die Sache mit den Strompreisen (seit die Stadtwerke der meisten Gemeinden privatisiert werden, steigen die Strompreise dort überdurchschnittlich) usw.
Nun gut, immerhin können wir uns glücklich schätzen, dass es im Handymarkt noch keine Konzentration wie bei den Betriebssystemen gibt.
@3 Muriel: Im Prinzip völlig richtig. Aber hier handelt es sich um ein Oligopol, und durch die Netzwerkeffekte treten auf diesem Markt weitere Defizite im Preismechanismus auf. Das freie Spiel der Marktkräfte führt hier meist nicht zum "richtigen" Ergebnis.
Aber ich stimme zu, daß diese Regulierung sehr grob ist und langfristig eher negative Effekte für den Konsumenten haben wird. Es gibt hier sicherlich marktkonformere Lösungen (Bspw. die Regulierung der Netznutzungsentgelte zwischen den Anbietern anstelle der Preise für die Endkunden), die eben nicht den letzten Rest von Konkurrenz, der auf dem Markt hier noch herrscht, aushebeln. Aber erklär das mal der Politik…
Und wann werden endlich die Diamantenpreise reguliert? Die sind doch auch nur so teuer, weil die Vorkommen sozial ungerecht verteilt und im Besitz von einigen wenigen Abzockern sind.
Natürlich sollte uns das zu denken geben. Genauso wie die Tatsache, daß man als Vertragskunde (Laufzeit + automatische Verlängerung!) eine Grundgebühr und mindestens 19cent/min und SMS bezahlt, das selbe bei diversen Prepaid-Anbietern aber für 8-13 cent/min und SMS bekommt.
Jetzt bauchen wir schon Gesetzte die den mundigen Bürger vor sich selbst schützen. Es wäre besser wenn man einfach im Vertrag dem widersprechen könnte, dass man dumm ist und keinen Tarif braucht für Leute die nicht lesen können.
Zu der Preisdiskussion will ich nur kurz die Preisliste von Heyah (Polen) zitieren:
eine SMS kostet innerhalb Polens 14 gr = ca 3,1 ct. In die EU kostet die SMS 61 gr = 13,6 ct !!. (Mal abgesehen von europaweiten 44 gr = 9,8 ct/Min)
Für Vodafonkunden könnte da ein Wechsel interessant sein, zumal man eine SIM Karte in jedem 08/15 Zeitungskiosk ohne Ausweisdokument kaufen kann…
@9:
1.
Diamanten sind kein vom Hersteller beliebig reproduzierbares Produkt. Eine Telephonminute schon.
2.
Diamanten sind bestands- und wertstabil. Deine erkaufte Telephonminute nicht.
Wenn man sich mal überlegt dass SMS sowas wie ein "Beifahrer" auf dem Rückmeldekanal des GSM Netzes ist und für die Provider praktisch kostenfrei ist müsste eigentlich schon seit langem eine Protestwelle durch die Welt rollen. Im Dezember letzten Jahres wusste man das auch schon: http://mobile.slashdot.org/story/08/12/28/079254/What-Carriers-Dont-Want-You-To-Know-About-Texting (in kurz: SMS ist winziger Datenabfall den man in den Wartungskanälen des eigentlichen Funkverkehrs übermittelt und der vollkommen überteuert angepriesen wird.)
Auch wenn Handynetzbetreiber ein Oligopol haben: Das Produkt ist locker substituierbar (E-Mail? Messenger? Telefonanruf?) und nicht überlebenswichtig. Ein klassisches Luxusgut. Über SMS-Preise habe ich mich früher zwar auch schon geärgert, aber letzten Endes schreibe ich sowieso ungern SMS. Und als genervter SMS-Empfänger würde ich mir manchmal eher höhere SMS-Preise wünschen.
Übrigens: Die EU schreibt Nettopreise vor. Da kommen noch 19% drauf, dann sind wir schon bei 15,47ct. (Ich zahle 9ct bei meinem Prepaidanbieter).
@8: Selten einen so guten Kommentar hier gelesen, danke!
Was sich natürlich auch rächt, ist die Tatsache, dass die Netzbetrieber sich bei der UMTS-Versteigerung in absurde Preisbereiche haben zwingen lassen. Der Staat ist auch bescheuert, wenn er eine für die Provider existenzielle Weiterentwicklung zum knappen gut macht und damit einen ruinösen Bieterkrieg auslöst.
Abgesehen davon, dass die Eintrittshürden damit noch höher geworden sind, ist die Kostenstruktur der Anbieter jetzt auch so, dass die ihre Infrastrukturkosten ja nur mit absurden Gebührenstrukturen zurückverdienen können.
"Das ist deutlich weniger, als etablierte Anbieter wie T-Mobile oder Vodafone für in Deutschland verschickte SMS berechnen. Diese SMS kosten meist 19 Cent."
Viele Pre-paid anbieter liegen bei 8cent aktuell und man kann davon ausgehen dass auch da noch Gewinne eingefahren werden. Dass man bei den Vertragsanbietern mehr zahlt ist ja klar – bekommt man für seinen teuer bezahlten Vertrag mit Bindung für X Monate dann ja auch irgendwas (vermeindlich) billig dazu, sprich Hardware. Will man das nicht nur wieder rausholen sondern am Ende auch noch ein (möglichst) großes Plus mit dem Kunden erwirtschaften, ist die SMS für 8 Cent augenscheinlich nicht mehr rentabel.
Zum sich nicht selber regulierenden Markt im Mobilfunksektor wurde jetzt ja auch schon einiges klargestellt, da werde ich mal nicht noch ins gleiche Horn blasen. Hier hat die EU mal sinnvoll eingeriffen.
@14
Genau richtig! SMS sind für die Anbieter tatsächlich kostenlos (daher auch die kleine Textmenge – mehr passte in das überflüssige Datenfeld nicht rein). Früher waren SMS übringens auch für die Nutzer kostenlos, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass man damit Geld machen kann.
Als ich vor einiger Zeit in Japan war konnte man da mit dem Handy eine Mischung aus SMS und Email verschicken (auch auf PCs, aber eben auch an andere Handys), für etwa 2 Cent pro 1000 (!) Zeichen.
Eine SMS entspricht genau 160 Bytes an, und weil wir generoes sind nehmen wir einen Protokolloverheadfaktor 3 an, womit wir ein Datenvolumen von 560 Bytes pro Nachricht erreichen. Dabei sollte angemerkt werden das dieser Overheadfaktor unrealistisch hoch ist.
Damit koennen mit einem MB Datentransfer 1872 SMS zum Preis von — auch hier wird ein fuer Telekomunternehmen vorteilhafter Wert angenommen — 13 Cent pro SMS; ein MB an SMS Datentransfer kostet daher EUR 243,36. Zum Vergleich: Ein MB Datentransfer vom Hubble Weltraumteleskop zur Erde kostet EUR 11,16.
Anders ausgedrueckt: Telekomunternehmen berechnen fuer SMS gemessen am tatsaechlich anfallenden Transfervolumen das 21fache was es kosten wuerde die gleiche Datenmenge vom Hubble Weltraumteleskop zu transferieren. Selbst technich nicht sonderlich bewanderten Laien sollte an dieser Stelle klar werden das hier irgendwo unterwegs die Kostenwahrheit verloren gegangen ist …
@Marktbestimmte Preise: Der freie Markt ist ein Werkzeug wie jedes andere auch; genauso wie ein bestimmtes Werkzeug nicht fuer jede Aufgabe geeignet ist kann genausowenig angenommen werden das der freie unregulierte Markt ein Panacea fuer alle Preisbestimmungsprobleme sei. Eine derartige Annahme waere ein Ausdruck von Marktfundamentalismus, der genauso toerricht ist wie die gegenseitige Annahme das zentral verordnete Preise das Masz aller Dinge waeren.
Fuer manche Bereiche funktioniert der Freie Markt ausgezeichnet, fuer andere gar nicht. Dazu kommt das der Freie Markt fuer ein bestimmtes Land oder einen bestimmten Kulturbereich ausgezeichnet funktionieren kann jedoch in anderen komplett versagt.
Das hier eine derartige nicht verleugenbare Ueberteuerung existiert und keiner der Anbieter versucht seine Konkurrenten durch anbieten eines preiswerteren Produktes die Kunden abspenstig zu machen ist ein eindeutiges Zeichen das wir hier in Deutschland keinen funktionierenden Markt auf diesem Gebiet haben.
@15(Zazzel): Übrigens: Die EU schreibt 11 Cent netto vor, in die "knapp 13 Cent" war wohl die Mehrwertsteuer schon eingerechnet. (Obwohl "knapp" eigentlich falsch ist, denn es sind 13,09, also mehr als 13 Cent.)
Zu denken gibt mir schon lange, wie es geschehen konnte, dass damals kostenfreie SMS mittlerweile so teuer sind. *seufz*
@14: Im Jahre 1997, als ich noch jung und huebsch war, wurden SMS, weil sie die Netzbetreiber ja nichts kosten, noch als kostenlose Zusatzfunktion zum Vertrag angeboten.
Mundus vult decipi, ergo decipiatur.
SMS sind total überteuert, gemessen an der übertragenen Datenmenge, verglichen mit Gesprächen. Beim Senden einer SMS werden kaum mehr Daten ausgetauscht als bei der Netzanmeldung nach Einschalten des Handys.
Hallo? In den USA, dem Land der Merkbefreiten oder so ähnlich, kostet sogar das Empfangen von Kurznachrichten Gebühren. Dort bezahlen sowohl Empfänger als auch Versender. Dagegen haben wir in Europa paradiesische Zustände.
Ich komme seit Jahren wieder völlig ohne SMS aus. Wenn man die wirklich wichtigen SM aufsummiert, dann kann das wohl jeder Handybesitzer locker bezahlen. Ich sehe nicht ein, warum Spaß-SiMSen reguliert werden muss. Sicher sind die tatsächlich Kosten für eine einzelne SM gering, aber die Gebühren sind dazu da, die Infrastruktur zu erhalten und auszubauen. Wenn am Ende alle nur noch kostenlos SiMSen, eben weil es nichts kostet, werden die Betriebskosten anders umgelegt z.B. auf die monatlichen Fixkosten oder man ruiniert sich eben gegenseitig a la Highlander in einer Dumpingpreisspirale bis wir am Ende wieder ein Monopol haben.
Wenn man daran denkt, wieviel Zeit und Geld Kiddies mit sinnlosem SiMSen verpulvern, bekommt man vor lauter Kopfschütteln einen Bandscheibenvorfall. Man sollte den Quatsch noch teurer machen, damit die mit ein bisschen Resthirn ihre Zeit und ihr Geld sinnvoller einsetzen. Dann beherrschen Sie auch irgendwann wieder Kommunikation, die sich über mehr als zwei Zeilen erstreckt.
@24: Schon zu spät. Als Ersatz für die SMS wurde ja bereits Twitter erfunden!
Mit Verlaub, SMS sind für die Anbieter mitnichten kostenlos. Der Betrieb von SMSCs kostet bares Geld, und dies dummerweise nicht zu knapp, da die maximal mögliche Bandbreite, sprich, die Anazhl der zu verarbeitenden SMS innerhalb eines Zeitraums x durch den Systemhersteller lizensiert werden muss. Und leider muss man während des ganzen Jahres Peaks wie Sylvester mitbezahlen, ganz zu schweigen von den Kosten der Übergabe an andere Netze.
Ich finde die Erwartungshaltung an Mobilfunker, egal an welchen, mehr als interessant. Es MUSS billig sein, es MUSS eine perfekte Netzabdeckung geben, und der Support MUSS natürlich perfekt sein, dazu kostenlos. Ach ja, und falls man Aktien hat MUSS die Rendite stimmen.
Und das ganze für etwas, das vor gut 15 Jahren noch kein Mensch brauchte…
"Sollte uns das zu denken geben?"
Ja. Ich wohne bereits in den Niederlanden!
Toll ist übrigens auch, dass ich innerhalb meiner Homezone von T-Mobile Netherlands, die das ganze Dorf umfasst, für fünf Cent pro Minute ins deutsche Festnetz telefonieren kann ;-)
@26: Ja, diese Erwartungshaltung und die Einstellung der heutigen Gesellschaft sind wirklich furchteinfloessend. Wie kann mensch nur erwarten das ein Datentransfer Handy zu Handy via terrestrischen Funk billiger oder zumindest gleich teuer sein sollte als Datentransfer vom Low Earth Orbit zur Erde. Schrecklich sowas.
(Siehe Kostenvergleich SMS/Hubble Teleskop in meinem vorherigen Post)
@28:
Es tut mir leid, aber dein Vergleich hinkt gewaltig. Quelle für Deinen Hubble-Preis ? Was ist dort mit einberechnet ?
@29 Nevermore: http://www.heise.de/newsticker/SMS-Kosten-sind-astronomisch–/meldung/107758
Der Vergleich hinkt. Hmn. Wollen Sie das vielleicht noch ein wenig mit Argumenten unterlegen oder bleibt diese Behauptung unbegruendet?
Die Hubble Transferkosten stammen von der NASA selbst und inkludieren die Uebertragung vom Teleskop zur Bodenstation, jedoch nicht weiterfuehrende Verteilung der Daten an wissenschaftliches Personal. Doch auch wenn diese Kosten mit in den Preis einberechnet werden ist die SMS immer noch teuerer.
Quelle:
http://www2.le.ac.uk/ebulletin/news/press-releases/2000-2009/2008/05/nparticle.2008-05-12.4476906328
Ivan: Dann besorgen Sie sich eben ein Hubble-Abo oder trollen Sie woanders. Preise ergeben sich übrigens durch Angebot und Nachfrage. Kostendeckung gibt lediglich die untere Grenze vor. Willkommen in der freien Marktwirtschaft! Beschweren Sie sich eigentlich auch, dass Fahrzeuge, Klamotten, Nahrung etc. völlig überteuert sind, vor allem wenn es Markenprodukte sind? Ach daher weht der Wind. Bei der SMS kann man nicht zeigen und sagen "Die ist original T-Mobile!"
@30
Danke für den Link.
der Vergleich hinkt in der Form, das die nötige Infrastruktur der Datenübertragung Hubble -> Boden wesentlich simpler ist als die bei einer SMS. Im Mobilfunkbereich muss nicht ein einziger Transceiver unterhalten werden, sondern einige tausend, für die neben den Setupkosten auch laufende betriebskosten wie Strom, Wartung, Personal usw. anfallen. Dazu kommen noch Kosten, die die Nasa bei Hubble nicht hat, wie z.B. interconnectionkostem, Kosten für das Billing, Customer Care, Printshop und dergleichen. Zudem muss ein Mobilfunker dummerweise noch Steuern und Abgaben entrichten, alles Dinge, die sich die NASA sparen kann.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Die Mobilfunker verdienen sehr sehr gut an SMS, keine Frage. Ich mag nur den Irrglauben nicht, das SMS lediglich kostenloser Abfall für die Mobilbetreiber sind. Es wäre auch für mich als Kunden toll, wenn sie günstiger wären. Allerdings sind sie es nicht. Pech, dann SMSe ich halt weniger, wenn es mir zu teuer wird.
@14
so ist das nun mal in netzökonomien. hier gibt es gigantische investitionen (sunk costs) in form von fernmeldemasten, aber die betriebskosten sind verhältnismäßig gering. da sms sehr beliebt sind und die preiselastizität daher sehr niedrig ist, wird dieses produkt eben zur cashcow und kann gemolken werden. damit werden zB telefonier-flatrates etc pp quersubventioniert. je mehr regulierung umso teurer werden die preise im schnitt.
wer das anprangert, der sägt am eigenen ast.
@31: Sehr verkuerzte Sicht die Sie da haben, insbesondere sollten Sie sich vielleicht einmal ueber die Effekte von Oligarchien in Kombination mit hohen Anlaufkosten (Errichtung von einem nationalen Fernmeldenetz, zB) informieren.
Aber natuerlich, alle Menschen die es sich erlauben in manchen Branchen die Preisbildung zu hinterfragen sind Trolle, Arme und Menschen die die freie Marktwirtschaft nicht verstanden haben. Kleiner Hinweis fuer die Zukunft: Argumentum ad hominem und gleichzeitiges Vorwerfen des Trollens funktioniert nicht, ist zu durchsichtig. ;-)
@32: Es stimmt schon das sich die beiden Systeme nicht zu 100% vergleichen lassen. Dennoch gleichen sich verdaechtig viele Unterschiede zwischen den Systemen potentiell aus, zB ist das Hubble Teleskop vielleicht nur ein einziger Client, duerfte jedoch hoehere Wartungskosten haben als die durchschnittliche GSM Basisstation ;)
werden ja heute schon den mobilfunkbetreibern die preise die sie untereinander verlangen dürfen/müssen vorgeschrieben.
Führte ua. dazu, dass 3/hutchinson ~2/3 des geldes das sie mehr bekommen als die anderen an ihre kundne ausgezahlt hat (wer angerufen wird, kriegt geld zurück) um somit kunden zu aquirieren.
so sehr ich meinen tarif auch geniesse. Wenn die bevormundung soweit geht, dass sich ein anbieter leisten kann, pro minute die man angerufen wird 3c an den kunden zu zahlen, muss in der kalkulation irgendwie was schiefgelaufen sein.
Leider vergessen sowas die meisten Leute häufig.
Die beste idee bringt nicht, wenn sie schlecht umgesetzt ist.
und wenn man schlechte ideen schlecht umsetzt, nennt man das derzeit leider politik.
lg
Sollte uns das zu denken geben? Also, wenn irgendwo Wettbewerb herrscht, dann doch wohl im Telekommunikationsmarkt, oder nicht? Aber ich habe auch kein Handy, nur eine Internet- und Festnetzflatrate, bei der ich mich frage, wie die Anbieter Ihre Kosten decken können.
Wer mag's ausrechnen?
Eine SMS besteht aus 160 Zeichen, hat also 160 bit. Hinzu kommen natürlich noch die Daten wie Telefonnummern, Message-Center usw. LAssen wir'S am Ende 250 oder 300 Zeichen für eine SMS sein, also 250-300 bit.
Nun kostet eine SMS 19 Cent. Wieviel hoch ist bei SMS der Preis ein Megabyte Datenversand, wie hoch gar für ein Gigabyte?
Thorsten: 160 Bit ist vielleicht der Informationsgehalt ihrer Mails, aber vielleicht sollten Sie sich erst einmal schlau machen, aus wie vielen Bits so ein Zeichen besteht, bevor sie anfangen herumzurechnen. Oder zählen Sie die Striche auf dem Bierdeckel!
Danke @8 und @33 für die sehr knappe aber richtige Ausführung des Sachverhaltes. Regulierung des Endpreises ist sicherlich das zuletzt zu wählende Mittel.
Aber wenn ich den ganzen Tag gelangweilt in irgendwelchen Sitzungen in Brüssel sitzen müsste, würde ich mich wahrscheinlich auch ärgern, dass meine SMS an Freunde und Familie immer so ins Geld gehen. Was könnte ich da bloß gegen tun…
Es geht doch bei dieser Regulierung nicht darum, dass grundsätzlich ein Preis festgelegt wird. Lediglich darum, dass Roaminggebühren nicht seltsam hoch angesetzt werden. Selbstverständlich lässt aber dann die Festlegung dieses Höchstpreises, der wohl kaum unter den entstehenden Kosten liegen wird, Rückschlüsse darauf zu, wieviel in Deutschland bei den üblichen Preisen an SMS verdient wird. Diese Preise sind ja nicht in dieser Regulierung mit einbegriffen, aber es ist dennoch interessant, eben zu sehen, wo da die Preise liegen könnten. Selbstverständlich lässt sich das auch schön an den SMS-Preisen bei Prepaidanbietern sehen.
Ich glaube ja nicht, daß das alles absichtlich so war, um arme Kunden abzuzocken – vielmehr haben die Anbieter im eigenen Tarifdschungel vollkommen die Orientierung verloren oder der Deckel ist bei der Preisbildung vom Salzstreuer gefallen …
Du könntest dir ja einen Mobilfunkvertrag in Frankreich machen und dann in Deutschland zu günstigen Konditionen SMS verschicken usw. :-D
@18: Das sind genau genommen emails.
Die Preise in Japan sind wirklich toll.
Bei Softbank hab ich mit einem Prepaid-Handy für 5 Yen SMS mit 128 Zeichen verschickt, für 15 Yen emails mit bis zu 5000 Zeichen gesendet oder empfangen. Beim Empfang wurde allerdings ab einer gewissen Länge einfach abgeschnitten, das war dann auch doof.
Auf jeden Fall komme ich mir aber, seit ich wieder in Deutschland bin, total abgezockt vor…
@Thorsten (37): mit einem Bit kann man nur 2 verschiedene Zeichen darstellen. Also dürfte man bei 160 Bit pro SMS nur zwei verschiedene Buchstaben verwenden – und eine Nachricht, die nur aus (in Summe 160) As und Bs besteht, ist doch eher schlecht zu lesen. Der ASCII-Zeichensatz, der nach meiner Einschätzung für SMS verwendet wird, benötigt daher 1 Byte (also 8 Bit = 256 verschiedene Zeichen) pro Stelle. Ergo: 160 Byte pro SMS – zugegeben, in Zeiten von GigaByte-Festplatten jetzt nicht so der Riesenunterschied, aber immerhin ein Faktor von 8, den man der Sachlichkeit halber nicht unterschlagen sollte.
@Regulierung: Erstmal halte ich anbetrachts Inflation & Co eine zahlenmäßige festsetzung von Preisen für ziemlichen Unsinn. Besser wärs gewesen, die Roaming-Gebühren prozentual am inländischen Preis festzunageln.
Das Problem des Oligopols lässt sich im Übrigen durch staatliche Preisdiktate nicht lösen (wie wir ja bei Bahn und Strom auch gesehen haben). Das eigentliche Problem ist nämlich, dass bei der Privatisierung aus irgendeinem Grund auch immer die Infrastruktur privatisiert wurde und zwar in die Hände eines einzelnen Anbieters. Was dazu führt, das dessen Konkurrenten entweder eine eigene Infrastruktur aufbauen müssen (was i.d.R. eine unüberwindbare Einstiegshürde ist) oder diesem einen Anbieter Geld für die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur zahlen müssen (was ihnen einen enormen Wettbewerbsnachteil verschafft). Mal anders gesprochen: wieviele Fuhrunternehmen gäbe es wohl, wenn einem (oder einigen wenigen) Unternehmen die Straßen gehören würden?
Auch wenn das nach tiefstem Kommunismus klingt: Infrastruktur gehört in die Hände des Staates, dann und nur dann kann ein echter freier Markt existieren (und dann klappts auch mit den Preisen!)
@Topic: Kann mir gut vorstellen, dass T-Kom usw. in Zukunft dann unsere SMS immer über das Ausland verschicken – und die 6 Cent Differenz als Reingewinn einstreichen … (ok, geht nur gut, solange es die ausländischen Anbieter nicht genauso machen)
André
Achtung @Rechenkünstler, insbesondere Nr. 37:
Jedes Zeichen eines SMS entspricht einem Byte. 1 Byte besteht aus 8 Bits. Eine SMS mit 160 Zeichen hat also 1280 Bits oder eben 160 Bytes.
Man sollte bloß nicht auf die idee kommen bei SMS den preis pro kilobyte auszurechnen. Dann müsste man sich glatt übergeben.
Der Vergleich mit dem Hubble Teleskop mag zwar nicht der optimalste sein, wenn man dann aber die SMS kosten mit den Kosten Datenübertragung vergelicth, wir es ja noch schlimmer. Bei T-Mobile zahlt man bei einem _teuerem_ Tarif 3.95€ pro MB. Da wird nun definitiv die selbe Infrastruktur benutzt.
@47 der@jurist.de, ich habe mich nicht als Rechenkünstler hervorgetan.
Die 160 Zeichen sind übrigens 7-bit-kodiert
Der Nutzteil einer SMS besteht aus 140 Byte / 1120 bit / 160 Zeichen bei 7bit-Codierung.
Macht also einen Preis von 1.457.221,07 (ca. anderthalb Millionen) Euro pro Gigabyte Nutzdaten bei einem Einzelpreis von 19 Cent pro SMS.
Zum Vergleich: Manche Anbieter berechnen ca. 10 Euro pro Gigabyte Nutzdaten als UMTS-Volumentarif.
Ach nö… Da wählen wir schon ein EU-Parlament und jammern darüber daß keiner weiß was es tut und dann unterschlagen wir auch noch seine Erfolge: Es war das Parlament und nicht die Kommission, das die Gebührendeckelung beschlossen hat. Bei der verlinkten Quelle ist das übrigens schön ausführlich erklärt – hier aber falsch abgeschrieben!
@53: Die Kommission hat in der EU bei der Gesetzgebung das Initiativmonopol, das EU-Parlament kann/muss zustimmen (steht ja auch so in der verlinkten Quelle ;-)
Wir hatten Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre hübsch Geld mit einem simplen Geschäftsmodell verdient: Wir vermieteten Handys an Grenzbewohner Deutschlands zu Österreich. Die waren ganz perplex, dass die zwangsläufig "Auslandsgespräche" von beispielsweise Simbach nach Hamburg billiger waren als die Inlandsgespräche dorthin – wobei die österreichische Post ein mindest so vertrauenerweckender Dienst wie die Deutsche Bundespost war. Der deutsche Zoll war deshalb auch ganz wild darauf, uns irgendwie ans Leder zu kommen…
Stuff
Ja, das sollte uns zu denken geben. Denn der SMS-Versand ist nur ein Anhängsel, mit dem die Anbieter recht viel Geld verdienen, quasi wie in einem Ramschladen, wird mit Kleinkram Geld verdient.
Grdsl. ist gegen Geld verdienen ja nichts einzuwenden. Blöd ist es aber immer dann, wenn es an der Transparenz fehlt und der Verbraucher nicht eindeutig erkennen kann, warum welche Leistung was kostet. Es bedarf immer eines mutigen, der dagegen vorgeht, um andere wach zu machen. Vgl. nur mal die ganzen Gas- und Strom"rebellen".
Und wenn sich vier oder fünf große Unternehmen einen Markt teilen, herrscht noch lange kein Wettbewerb. Auch hier gilt, man schaue sich mal den Strom- und Gasmarkt an. Wo herrscht da Wettbewerb? Daß sich die zuständige Behörde (Bundeskartellamt) das auch mal langsam gefragt hat, ist ja kaum zu glauben.
Allgemein ist doch Deutschland eins der Länder mit den höchsten Preisen für Mobiltelefonie in Europa… Man nehme nur mal Österreich als Vergleich (jeweils vor Ort, nich ins Ausland^^):
Billigster Tarif in Deutschland in alle Netze: ca. 9ct
Billigster Tarif in Ötziland in alle Netze: 4ct
Die billigste "Flatrate" in Österreich: 9€ bis 300 Minuten, 19€ bis 1000 Minuten, inkl. unbegrenzt SMS und bis 1000 Minuten 25€. Monatspreis in alle Netze… Als Werbeaktion fällt bis Jahresende die "Grundgebühr" weg… heißt also Telefonieren für Lau…
Das beste vergleichbare Angebot in Deutschland: das Ding von O2 mit einer Obergrenze von 60€ für Vieltelefonierer…
Da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll…
@Jimmy
Detaillierte Rechnungen zu drucken knabbert an den Margen, wir werden auch (in .sk und .at) permanent bedrängt, Tarifwechsel auf diverse Bulk- bzw. Flatrates zu machen. Wir brauchen aber die Einzelverbindungsnachweise, und die kosten bei den meisten Flatrates extra – dann ist der hübsche Preisnachlass dahin. Übrigens – auch Auslandsverbindungen sind in einigen Anboten inkludiert; ein Anbieter hat Tarife nach Polen, wo trotz in Polen anfallender Roaming-Gebühr Telefonieren billiger ist, als der (z.Zt.) billigste polnische Anbieter…
Stuff
Es gibt auch für Vertragskunden Alternativen, z.B. den Versandt von SMS via skype zu 11,7 Cent brutto. Als Absender soll dabei der Empfänger die eigene Tel.-Nr. erhalten, so dass der Empfänger wie üblich via SMS antworten kann.
Noch besser ist es, auf SMS zu pfeifen und statt dessen (zudem ohne Zeichenbeschränkung) zu wesentlich günstigeren Datentarife via Email kommunizieren. Anbieter wie Yahoo pushen Emails auf's Handy, so dass man genauso schnell up to date ist wie mit SMS.