16.6.2009

Die nie verfütterte Leiche

Ein offensichtliches Fehlurteil beschäftigt die bayerische Justiz: Angehörige eines Landwirts waren zu hohen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie den Mann getötet, zerstückelt und an die Hofhunde verfüttert haben sollen. Nun wurde die Leiche des mutmaßlichen Opfers aber aus der Donau geborgen. Der Mann saß eingeklemmt hinter dem Steuer seines Autos. Sein Körper war unversehrt.

Das Gericht hatte die Urteile auf Geständnisse der Angehörigen gestützt. Allerdings hatten diese ihre Aussagen schon zu Prozessbeginn widerrufen. Kriminalistische Anhaltspunkte für die Tat sollen sich nicht gefunden haben.

Die Anwälte der Verurteilten vermuten, dass die Polizei die Beschuldigten zu Falschaussagen verleitet hat. Sie wollen die Wiederaufnahme des Verfahrens durchsetzen.

Bericht auf Spiegel online.

93 Kommentare zu “Die nie verfütterte Leiche”

  1. danebod meint: (16.6.2009 um 12:40) AntwortenReply to this comment

    Und das ganz ohne Waterboarding – klasse Leistung!

  2. mrg’ meint: (16.6.2009 um 12:44) AntwortenReply to this comment

    könnte eine interessante sache für die damals zuständigen leute sein, die die verhöre geleitet haben ;)

  3. marcus05 meint: (16.6.2009 um 12:47) AntwortenReply to this comment

    in Bayern brauchen wir kein neumodisches Waterboarding, wir foltern da noch ganz klassisch

  4. FH meint: (16.6.2009 um 12:48) AntwortenReply to this comment

    Das wird sicher als tragischer Einzelfall undsoweiter abgetan.

    Davon mal ab – was bedeutet folgendes Zitat:

    "Die Akten liegen uns bereits vor. Wir prüfen derzeit die Anträge der Pflichtverteidiger auf Prozesskostenhilfe. Wenn die gestattet werden, rechnen wir mit den Anträgen auf Wiederaufnahme"

    Heißt das im Umkehrschluß: "Wenn die Prozesskostenhilfe nicht bewilligt wird, bleiben die Leute im Knast"?

  5. thomas meint: (16.6.2009 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    @2: Freiheitsberaubung in mittelbarer Täterschaft!?

  6. piratenwahl meint: (16.6.2009 um 12:52) AntwortenReply to this comment

    Das Bedauerliche ist doch, daß wesentliche Teile der deutschen Intelligenzler ganz zufrieden mit zweifelhaften Urteilen und Vernehmungsmethoden sind. Ich erinnere hier an die Rezeption des Holzklotz-Falles bei Robert Basic. http://www.basicthinking.de/blog/2008/05/21/holzklotz-moerder-gefasst/

  7. (tr) meint: (16.6.2009 um 12:55) AntwortenReply to this comment

    @4 fh das bedeutet zunächst, daß der antrag noch nicht gestellt ist, sondern die rechtsanwälte diesen als strafverteidiger erst einreichen werden, wenn prozeßkostenhilfe gewährt ist.

    unabhängig davon dürfte aber auch die staatsanwaltschaft prüfen, ob die wiederaufnahme beantragt wird.

  8. Susi meint: (16.6.2009 um 13:00) AntwortenReply to this comment

    Zitat aus dem SPON – Artikel:
    Dass sich im Fall Rudolf Rupp allerdings Menschen selbst beschuldigen, bis ins kleinste Detail einen angeblichen Tathergang schildern und in allen Einzelheiten rekonstruieren, das hält selbst Helmut Walter, Leitender Oberstaatsanwalt von Ingolstadt, für "verwunderlich". "Der Fall ist sicher ungewöhnlich", sagt der Chefermittler SPIEGEL ONLINE.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das "Wunder" sehr nachvollziehbar wird, wenn die Vorgespräche und Verhöre in allen Einzelheiten rekonstruiert würden.

    Was nicht zuletzt die Frage nach der Fragwürdigkeit von Deals wiederbelebt!

    Auch sollten die sogenannten Ermittler sich überlegen, was SIE der Familie eigentlich angetan haben!

  9. Hamsta meint: (16.6.2009 um 13:06) AntwortenReply to this comment

    im Spiegelartikel steht am Ende:
    "Der Fall ist sicher ungewöhnlich", sagt der Chefermittler SPIEGEL ONLINE. Eine Wiederaufnahme allerdings sieht er nicht als selbstverständlich und hält an den Tatvorwürfen fest.

    Also die "Monsterfamilie" hat den Rudi doch zerstückelt. Egal ob der im Fluß liegt oder fröhlich pfeifend in der Fußgängerzone rumläuft. Ein bayerisches Gericht irrt niemals! ;-)

  10. Philip meint: (16.6.2009 um 13:08) AntwortenReply to this comment

    Da bin ich ja froh, dass die Polizei mit immer mehr Rechten ausgestattet wird, die werden da schon ordentlich mit umzugehen wissen…

  11. M. meint: (16.6.2009 um 13:18) AntwortenReply to this comment

    Nicht schlacht, was da überzeugteErmittler, vermutlich mit vielen Suggestivfragen und über Wochen geführten Verhören hinbekommen. Es braucht sicher keine Folter, aber immer wieder Details über die Geständnisse der anderen, zu denen jeder Verhörte etwas hinzufügen darf. Wenn man dann auch noch "minderintelligent" ist und ständig zu hören bekommt, dass man ohne Geständnis ewig einsitzen darf und mit Geständnis nur zwei oder drei Jahre (bei den Jugendlichen), dürfte man schnell kippen.

    Naja, wenn es wie hier der Wahrheitsfindung dient, ist es doch klasse, oder?

  12. Hondo meint: (16.6.2009 um 13:20) AntwortenReply to this comment

    @9 Hamsta
    Natürlich hält der Chefermittler an den Vorwürfen fest. Der wird damals schon gewusst haben, dass an denen nichts dran ist, sonst hätte er die Familie ja wohl kaum zur Falschaussage "gedrängt". Ansonsten müsste er ja einen Fehler (oder Absicht, zur Aufbesserung der Ermittlungsquote?) zugeben. Und das kann schließlich nicht sein, die Polizei macht keine Fehler.

    So, und wer Sarkasmus findet, hat nen Keks gewonnen.

  13. Treverer meint: (16.6.2009 um 13:21) AntwortenReply to this comment

    wäre es nicht mal an der zeit, eine online datenbank einzurichten mit einer sammlung der offensichtlichen fehlurteile in deutschland. ich finde das wirklich erschreckend, wie leicht man hier aufgrund von "indizien" verurteilt wird ohne irgendetwas handfestes. häuft sich doch…

  14. Gugu meint: (16.6.2009 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    Die Wurzel des Problems ist das Zeugenaussagen Wert zugesprochen wird.

    Wenn eine Person irgendetwas behauptet ohne es Beweisen zu können sollte dass als das was es ist bewertet werden – eine Behauptung: Schallwellen aus einem Mund.

    Hätte man sich daran gehalten das jemand nicht Schuldig gesprochen werden kann wenn man keine Beweise hat, dann hätte die Familie noch so Lügen können, sie wäre nicht zu verurteilen gewesen.

    Manipulation, Zwang oder Folterung aller Zeugen wäre der Sinn entzogen.

    Ps.: Crazy auch das die eine Behauptung höher bewertet wurde als die andere.

  15. noyse meint: (16.6.2009 um 13:32) AntwortenReply to this comment

    Klingt im Grossen und Ganzen für mich ziemlich nach "Der Puppenmord" von Tom Sharpe

    Anders kann ich mir nicht vorstellen wie mehrere Leute sich solch einen obskuren Tathergang ausdenken sollten. Oder Sie haben tatsächlich jemanden verfüttert, nur nicht den Vadder – aber es gedacht.

  16. jerry meint: (16.6.2009 um 13:41) AntwortenReply to this comment

    hätte man die Verurteilten damals gleich ordentlich (wg. Bestialität möglichst öffentlich) füsiliert, müssten heute nicht wieder ordentliche Sicherheitskräfte ihre zuverlässige und zweifelsfreie Leistung mit diesem Verfahren verschwenden.

    Wieder ein lehrbuchmäßiger Beweis, wie fatal Gerichte (und Ermittlungsbeamte) urteilen können.

    Gab es damals eigentlich so einen öffentlichen Druck, daß man auf Teufel komm heraus Täter verurteilen musste?
    Oder ist so eine Ermittlung (in Bayern) üblicher, als man glaubt?

  17. ExBayer meint: (16.6.2009 um 13:44) AntwortenReply to this comment

    In Bayern braucht man keine Folter und keine kompetenten Ermittler.
    Die monatelange U-Haft und Verhöre ohne Anwälte sind dort die besten Ermittlungsmethoden.
    Auch wenn man es als Aussenstehender nicht glaubt, aber was man im Verhör sagen soll, bekommt man wirklich geliefert; sogar noch versüßt mit dem Versprechen, dass dann ja auf U-Haft verzichtet werden kann.

  18. ToWi meint: (16.6.2009 um 13:50) AntwortenReply to this comment

    Mich wundert da ja garnicht, das keine Protokolle zu den Vernehmungen existieren….

  19. Schwabe meint: (16.6.2009 um 13:57) AntwortenReply to this comment

    Es sieht doch sehr nach einer mehr oder weniger bewußt "gelenkten" Aussage aus. Nachdem der bisher "ermittelte" Tathergang sich als komplett falsch herausgestellt hat, müßte eine Wiederaufnahme stattfinden.
    Warum der Staatsanwalt noch an den Vorwürfen festhält, ist nicht nachvollziehbar. Immerhin, so ist man versucht zu sagen, ist der Mann tot. Würde er noch leben und, sagen wir, nach einem Gedächtnisverlust wieder auftauchen, würde die bayerische Justiz eher seine Person anzweifeln als ihr Urteil.

    Edit: Nach acht Halben und um die Uhrzeit ist es wahrscheinlicher, dass der Mann am Steuer einschlief und in den Fluss fuhr.

  20. marcus05 meint: (16.6.2009 um 14:14) AntwortenReply to this comment

    Naja, acht halbe ist für einen gestandenen Bayrischen Bauern nicht wirklich viel.

  21. ingo meint: (16.6.2009 um 14:19) AntwortenReply to this comment

    als laie ist man mal wieder verblüfft, ich hätte gedacht dass angesichts dieser entwicklung weder anträge der verteidiger noch sonstwas nötig sind und das gericht umgehend die verurteilungen aufhebt denen ja offensichtlich jedwede grundlage fehlte.
    und dass staatsanwalt und ermittler eine wiederaufnahme nicht für zwingend nötig halten obwohl jeder depp anhand des leichenfundes erkennt dass da ein luftschloss eingestürzt ist, das ist mehr als nur bedenklich, auch ohne die frage nach dem zustandekommen der falschen geständnisse (und gerade weil die so schön in den nie stattgefundenen details übereinstimmten muss man ja davon ausgehen dass sie auf die eine oder andere art erpresst wurden, wie sonst wäre das zu erklären?) übel …

  22. R.A. meint: (16.6.2009 um 14:21) AntwortenReply to this comment

    Merkwürdig.
    Im Spiegel-Artikel ist davon die Rede, beim nun aufgefundenen Leichnam wären keine Spuren von Drogen, Alkohol oder Medikamenten nachweisbar, damit wäre das ein Hinweis auf Selbstmord.

    Da frage ich mich erstens, ob man das nach Jahren im Wasser wirklich noch nachweisen kann.

    Und zweitens ob denn die vorher konsumierten 8 halbe Bier so keinerlei Alkoholspuren hinterließen.
    Selbst bei trinkgewohnten Konsumenten und bei bayrischem Bier können vier Liter Bier m. E. schon mal dazu führen, daß man sein Auto per Fahrfehler im Fluß versenkt.

  23. Niemand meint: (16.6.2009 um 14:24) AntwortenReply to this comment

    Auch dieser Fall fällt wohl unter die Rubrik der klassischen Geständniserpressung. Habe das alles gerade hinter mir, weiß wie das funktioniert. Du wirst so fertig gemacht, ich hätte auch einen Mord gestanden, den ich nicht begangen habe, nur um erst mal dieser Hölle zu entkommen.

  24. hansel meint: (16.6.2009 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    Wer weiß, ob die nicht jemand anderen an die Hunde verfüttert haben, von dessen Tod noch keiner weiß ;)

  25. 4thmarch meint: (16.6.2009 um 14:46) AntwortenReply to this comment

    Wie stellen mal wieder fest: Ein Geständnis ist ein recht nutzloser Beweis.

    @11, M.
    Mit dem falschen Geständnis nach 2-3 Jahren rauskommen, ist doch rückblickend besser, als ohne Geständnis jetzt.

    Zum Deal:
    Die Lehrerin, der in der Klasse komische Pop Ups durchgerutscht sind, kommt nicht für 40 Jahre hinter Gitter, sondern kommt mit $100 Strafe davon.
    http://www.watoday.com.au/technology/technology-news/nightmare-ends-for-teacher-in-popporn-case-20090616-cdbz.html

  26. Mindermeinung meint: (16.6.2009 um 14:47) AntwortenReply to this comment

    @23: Eben! Und schon hat die Justiz einen unbeachtlichen error in persona und alle können wieder zur Tagesordnung übergehen =]

  27. der echte n.n. meint: (16.6.2009 um 14:52) AntwortenReply to this comment

    u-haft schafft rechtskraft.

  28. jan meint: (16.6.2009 um 14:57) AntwortenReply to this comment

    Diesen Fall sollten sich die Richter im Holzklotzfall mal ganz genau ansehen, bevor sie urteilen.

    Ach bringt eh nix, die Unschuldsvermutung ist in D nichts mehr wert.

  29. (tr) meint: (16.6.2009 um 14:57) AntwortenReply to this comment

    hm, einerseits merkwürdig und anderserseits erstaunt mich genauso die formulierung, "Die einzig denkbare Möglichkeit wie die Beschuldigten auf diese Details gekommen sein können, ist aus meiner Sicht somit die, dass die Details von den vernehmenden Beamten bekannt gemacht worden sind".

    wieso muß ein verteidiger darüber spekulieren? redet der nicht mit seinem mandanten?

  30. Mattias (ohne ‘h’) meint: (16.6.2009 um 15:03) AntwortenReply to this comment

    Also mich hätte schon stutzig gemacht, wie sieben Hunde schnell mal 140 Kilogramm Bauer rückstandsfrei vertilgen sollen. Kein Hund schafft schnell mal zwanzig Kilo Mensch. Ergo wäre mehr als die Hälfte vergraben worden (für aus Hundesicht schlechtere Zeiten) und man hätte einiges an Menschenknochen gefunden.

  31. Martin_mb meint: (16.6.2009 um 15:16) AntwortenReply to this comment

    In der Augsburger Allgemeinen wird der Ingolstädter Oberstaatsanwalt zitiert:

    „Das [toxikologische] Gutachten beinhaltet nichts, was uns zum Handeln auffordert“

    Ah ja, klar. Das ist mindestens so peinlich wie der Ladendieb, bei dem man 3 Stangen Zigaretten unter dem Pullover hervorzieht und der trotzdem weiter ruft: "Ich habe nicht geklaut."

    Deutsche Staatsanwälte – Bitte keine Fakten, wir haben schon eine Meinung…

  32. Hondo meint: (16.6.2009 um 15:56) AntwortenReply to this comment

    Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fall groß Presse macht und in die Abendnachrichten kommt.

  33. piratenwahl meint: (16.6.2009 um 16:14) AntwortenReply to this comment

    Der Fall wird pressetechnisch verschwiegen abgehandelt werden. Da könnten ja Leute anfangen, ihre Obrigkeitsgläubigkeit zu verlieren…

  34. Hb meint: (16.6.2009 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    @Niemand (16.6.2009 um 14:24) meint: Geständniserpressung

    Ohne Dir jetzt zu nah treten zu wollen, aber gib bitte einige Einzelheiten preis, welche Methoden üblich sind.

  35. Sanddorn meint: (16.6.2009 um 16:54) AntwortenReply to this comment

    @23 Ich denk auch die haben jemand anderen verfüttert, man müsste mal den Hofhund fragen ob das Fleisch eher nach Staubsaugervertreter oder Zeuge Jehova geschmeckt hat.

  36. foxi meint: (16.6.2009 um 17:01) AntwortenReply to this comment

    Diese dummen Bauern bekommen nicht einmal Haftentschädigung weil sie ja gestanden haben. Und die sollen mal froh sein, dass sie UNSCHULDIG hinter Gittern sitzen, wieviel schlimmer wäre es, sie wären wirkliche Mörder!

  37. Frank meint: (16.6.2009 um 17:01) AntwortenReply to this comment

    @33
    Am besten unter Eid, bei der Salesch.

  38. Otaku meint: (16.6.2009 um 17:02) AntwortenReply to this comment

    @33
    Tierquäler !!

  39. 4thmarch meint: (16.6.2009 um 17:08) AntwortenReply to this comment

    @34
    Gibt's wirklich keine Haftentschädigung, wenn das Geständnis wiederrufen wurde?

  40. Zeitung meint: (16.6.2009 um 17:34) AntwortenReply to this comment

    Ein äußerst passender Artikel zu dieser Problematik ist in der Zeit erschienen "Gestehen Sie endlich!" http://www.zeit.de/2009/18/DOS-Gestaendnis?page=all

  41. Niemand meint: (16.6.2009 um 17:41) AntwortenReply to this comment

    @32
    U-Haft mit dem Persilschein Fluchtgefahr. (Hatte mich den Vorwürfen zuvor umfangreich bei der Sta. eingelassen und mich dem Verfahren gestellt, fester Wohnsitz, festes Einkommen, Familie, nicht vorbestraft).

    Begründung: Ich hatte mal im Ausland gearbeitet.
    In Haftprüfung entkräftet, bin seit zehn Jahren Frührentner.
    Argumentation des Gerichts: Ich könne ja Kontakte ins Ausland herstellen. Das kann jeder, der opodo.de eintippen kann.

    4 Monate, 24 Stunden Einzelhaft auf 8qm.
    Bin nach Attest Haftunfähig. 2 Ordner Gutachten von Top Profs. aus der Uniklinik. Psychosomatisch schwer krank, Herzphobien, Panikattacken, Sozialphobien.

    Haftbeschwerde abgelehnt: Er kann ja medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Und zwar wie folgt:

    Kurzes psychologisches Beratungsgespräch mit dem Anstaltsarzt, mit folgendem Rat: "Wenn Sie sich umbringen wollen, bitte nicht wenn ich im Dienst bin, ich habe keine Lust den Schweinkram wegmachen zu müssen".

    Nach drei Monaten zwei kurze Gespräche mit einer polnischen Neurologin: "Sehen Sie wie ich hier arbeiten muss". Sie sitzt ebenfalls in einer kahlen 8qm Zelle, nur das sie einen Schlüssel hat. Hatte mich gefragt ob sie mich oder ich sie trösten muss.

    ES GIBT KEINE ÄRZTE, SIE RENNEN IN SCHAREN DAVON!
    Miese Bezahlung, unzumutbare Arbeitsbedingungen.

    Irgendwann hat man es sich abgewöhnt noch Anträge auf Zahnarzt etc. zu stellen, da eh nichts passiert.

    1 Implantat verloren. Schultergelenk infiziert, Krampfadern, nur noch röchelnd dagelgen, Herzphobien, Atemnot, Rücken kaputt von der Holzpritsche mit Hartschaumauflage.

    Haftkrankenhaus für Arztbesuch: Der Mann braucht eine orthopädische Matratze. Steht in der Akte. Heute noch.
    Nichts.

    Nach drei Monaten regelmäßig mit der Plastiktüte über dem Kopf schon mal geübt. (Geht ganz gut, man wird langsam müde).

    Dann noch ein inhaftierter Arzt, ebenfalls krank, keine Hilfe,
    hing dann ein paar Tage später am Fensterkreuz.

    Nach vier Monaten beine weggeknickt. Zum duschen gehen musste ich mich am Geländer festhalten, und ein Richter, der dir durch die Blume zu verstehen gibt: Schau dich doch mal im Spiegel an, wie lange du das noch durchhälst.

    Dann unterschreibst du alles.

  42. Niemand meint: (16.6.2009 um 17:50) AntwortenReply to this comment

    Ach ja, das Parallelmodell. Ein reicher Immobilienmakler. 20 Tatvorwürfe. Davon ist noch ein einziger nach geblieben. Der Preis:

    14 Monate U-Haft, 30 Verhandlungstage, zwei Herzanfälle, 70.000 Euro Anwaltskosten.

  43. Hb meint: (16.6.2009 um 17:54) AntwortenReply to this comment

    @39 Niemand
    Tja, was man dazu noch sagen.

  44. dgs meint: (16.6.2009 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    @Link von Nr.6 (piratenwahl):
    http://www.basicthinking.de/blog/2008/05/21/holzklotz-moerder-gefasst/

    Boff! Die Kommentare dort sind ja wirklich bis zum Letzten hin lesenswert (nicht im angenehmen Sinne), wobei zum Schluss wenigstens noch ein paar gemäßigte Stimmen auftauchen. Ich hoffe Herr Basic hat da nur einen schlechten Tag gehabt; selbst ich habe davon gehört, dass Geständnisse ab und an aus gutem Grund widerrufen werden.

  45. Stuff meint: (16.6.2009 um 18:06) AntwortenReply to this comment

    …"Die kriminaltechnischen Untersuchungen stützten ihre Aussagen: Nicht die winzigste Spur belegte, dass es auf dem verwahrlosten Hofgelände zu einem derartigen Gemetzel gekommen war." (Aus dem Spiegel-Link)

    Aha, soweit zur Wahrheitsfindung und zu "Indizienprozess". Reife Leistung, jedenfalls – soweit ich Jurisprudenz in Bayern kenne – wird der StA vielleicht doch noch tätig und es gibt ein Verfahren "Vortäuschen einer Straftat". Iusticia ignorum fundamentum…

    BTW: Wurde ein Verkaufsbeleg des Mercedes auch gefunden?

    Stuff

  46. gott meint: (16.6.2009 um 18:13) AntwortenReply to this comment

    @12: wo ist mein keks?

  47. Darkstalker meint: (16.6.2009 um 18:27) AntwortenReply to this comment

    Wer unschuldig ist, und trotzdem gesteht, ist selbst schuld. Wenn man nix verbrochen hat, einfach mal Fresse halten. Sollte sich mal rumsprechen.

    Aber ich denke, in dem Fall gibts dann wohl ne Wiederaufnahme.

  48. piratenwahl meint: (16.6.2009 um 18:50) AntwortenReply to this comment

    @darkstalker:
    Erfahrene Knackis wissen: der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist groß. Selbst die Terroristen mit ihrem stark stützenden Glauben an Allah haben schließlich gestanden, weil sie das Waterboarding nicht mehr aushielten.
    Ob Du es aushältst, wenn man Dir:
    Arme und Beine an den Stuhl fesselt
    den Stuhl kippen läßt und ihn kurz vor dem Boden wieder auffängt
    Dir mal mehrere Stunden hintereinander immer leicht mit den Fingerknöcheln auf den Kopf klopft
    Dir die Genitalien massiert
    oder mal ein wenig auf die Augen drückt usw.
    bezweifele ich.
    Viel Spaß bei Deiner ersten " richtigen" Vernehmung. Die meisten hier sind vielleicht schonmal vernommen worden, wenn es um Kleindelikte wie Drogenbesitz, Filesharing usw. ging.
    Das ist harmlos. Warte, bis man Dir ein Kapitaldelikt vorwirft, bei dem die Öffentlichkeit- siehe oben meinen Link zum Robert Basic Blog- Resultate sehen will. Dann werden die beschriebenen Seiten aufgezogen.

  49. Genethiker meint: (16.6.2009 um 19:22) AntwortenReply to this comment

    Bayern ist eben nicht Deutschland und Jahrtausende Inzest fordern ihren Blutzoll. Wenigstens könnte man dies für eine Folge von Twilight Zone verwursten. Ich hoffe mal stark für die Verurteilten, Bauer Rudi hat keine Baumwolle angebaut. Sonst könnte es in dem Fall noch eine dramatische Wendung geben, wenn man noch mehr Rudis aus deutschen Gewässern fischt.

  50. Darkstalker meint: (16.6.2009 um 19:40) AntwortenReply to this comment

    @45: Man verzeihe mir meinen guten Glauben in unseren Staat, aber es dürfte sich dabei um (traurige) Ausnahmen handeln. Dem Beschuldigten bleibt in so einer Situation eben nur, durchzubeissen und hinterher das Vorgehen überprüfen zu lassen. Dann lässt man halt täglich den Arzt anrücken und dokumentiert etwaige Verletzungen. Und abgesehen davon passiert einem das nicht, wenn man – wie es sich gehört – bei der Vernehmung seinen Anwalt dabei hat.

    Und solange man den Stuhl auffängt, passiert doch keinem was, oder? So ähnliche Sachen macht man Motivations-Seminaren auch. Fallen lassen und aufgefangen werden ;) Das stärkt angeblich das Vertrauen ins Team.

    Und fürs Genitalien massieren lassen zahlen einige ne ganze Menge Geld. Wenns das bei der Polizei umsonst gibt … tun sich völlig neue Kundenkreise auf ;)

  51. Bernhard meint: (16.6.2009 um 19:46) AntwortenReply to this comment

    Wieder mal ein eindrucksvoller Fall der zeigt: ohne Anwalt einfach mal die Klappe halten.

    Bin mal gespannt, was als nächstes kommt wenn "Vorgespräche" nicht fruchten. Pumpen die einen mit Drogen voll?

  52. Anmerker meint: (16.6.2009 um 19:57) AntwortenReply to this comment

    Darkstalker: Was haben Sie denn verbrochen? Oder wieso halten Sie sich nicht an Ihren eigenen Ratschlag?

  53. gew meint: (16.6.2009 um 20:36) AntwortenReply to this comment

    @47 Darkstalker
    In der Tat, für mich auch alles nur Hörensagen, aber viele Geschichten zu polizeiinterner Arbeit, die hier ab und an erwähnt werden (z.B. zu kreativen Vernehmungsprotokollen), geben mir das Gefühl, dass man mir hinterher nicht glauben würde, dass ich einen Arzt oder Anwalt wollte. Was sollte der Arzt auch dokumentieren? Das Prinzip chinesische Wasserfolter hinterliesse kurz feuchte Haare, "Augendrücken" vielleicht gerade mal eine Rötung und Druck auf die Genitalien gar nichts.
    Mein Vertrauen in unseren Staat ist jedenfalls seitdem ich manchmal lesen musste, wie schwierig es ist gegen Behörden und Beamte selbst bei offensichtlichen Lügen vorzugehen, weg. Eine nachträgliche Überprüfung macht denen vielleicht ein wenig Arbeit, aber keine Angst. Es stellt für den Staat auch keine große Hürde dar mich zum Einzelfall zu machen, ich bin ja schon generalverdächtig.

    Anbei @45 piratenwahl: Der Spamschutz hat meinen vorigen Kommentar wohl gefressen, aber danke für den Link in Nr.6, die Kommentare dort sind wirklich lesenswert bis zum Schluss. Krass.

  54. Stuff meint: (16.6.2009 um 20:42) AntwortenReply to this comment

    @Darkstalker
    Also (kopfwiegend) der mit dem "die Fresse halten", der ist ja ganz gut – nur, womit assoziiere ich das bloss..?

    Und "selbst schuld" – woran selbst schuld? Am Verbrechen? Allzuleicht, wenn "einer gefunden" wird, kommt der Konter zur Skepsis: Ja soll man ihn nur wegen der bissel Einwände denn laufen lassen? Wenn wir ihn doch schon haben!". Die Kleinigkit – am jetzigen Beispiel -, dass so ein Massaker doch Spuren hinterlassen muss und da keine gefunden wurden, wofür ist sowas Indiz? Haben sich die möglicherweise zu Geständnissen Bedrängten das auch gedacht, dass da ja untersucht werden würde und ihre Raubersgeschichten dann "auffliegen" würden? Die Staatsmacht ist doch unfehlbar?! Und Wahrheitssuche ist ja Pflicht des Gerichtes! Oder?

    Soweit von einem, der ab und zu "certainities" verkauft…

    Stuff

  55. vader meint: (16.6.2009 um 21:07) AntwortenReply to this comment

    > Das Bedauerliche ist doch, daß wesentliche Teile der deutschen Intelligenzler ganz zufrieden mit zweifelhaften Urteilen und Vernehmungsmethoden sind. Ich erinnere hier an die Rezeption des Holzklotz-Falles bei Robert Basic. basicthinking.de/blog

    Und seit wann ist Robert bei ein Intelligenzler? Häh?

  56. Matthias Sch. meint: (16.6.2009 um 22:04) AntwortenReply to this comment

    einfach unfassbar, vor allem die aus dem Zitat durchblickende Sturheit des Chefermittlers

    Zum Thema "Fehlurteil auf Indizien-Basis" ein äußert empfehlenswertes Buch: "Der Gefangene " von John Grisham.

  57. Peter meint: (16.6.2009 um 22:56) AntwortenReply to this comment

    Traurig dabei ist auch, dass die Beamten die für das falsche Geständniss verantwortlich sind keinerlei Konsequenzen zu befürchten haben. Und deswegen werden sie so weiter machen wie gehabt…

  58. sabbelbabbel meint: (17.6.2009 um 01:11) AntwortenReply to this comment

    @36 foxi

    sie haben nicht gestanden, sie haben gestanden und dann wiederrufen. sie sind ungeständig eingespeert worden. also wirds auch haftentschädigung eine halbe juniortüte mcdoof pro tag.

  59. bombjack meint: (17.6.2009 um 03:25) AntwortenReply to this comment

    Meine Gedanken:

    Es ist ein Ding der Unmöglichkeit daß beim Zerteilen der Leiche, dem Verfüttern an die Hunde keinerlei kriminalistische Spuren zurückbleiben die auch nachgewiesen werden können vgl. "Die kriminaltechnischen Untersuchungen stützten ihre Aussagen: Nicht die winzigste Spur belegte, dass es auf dem verwahrlosten Hofgelände zu einem derartigen Gemetzel gekommen war. Keine Knochenreste wurden gefunden." Besonders auch dann da Hunde die Angewohnheit haben mit Fleisch nicht gerade besonders speziell umzugehen und sich so einer eventuellen Kontrolle entziehen.

    Mir stellt sich bei soetwas die Frage wie weit es mit dem Suchen von entlastenden Indizien durch die Staatsanwaltschaft her ist, denn wenn ich micht nicht irre ist die Staatsanwalt auch dazu verplichtet und bei einem absolutem Mangel an Spuren sollten da einem Staatsanwalt auch gewisse Zweifel kommen oder hört dieser nur auf seine Hilfbeamte?

    bombjack

  60. noone meint: (17.6.2009 um 08:11) AntwortenReply to this comment

    @47 Darkstalker
    Du hattest noch nie das Vergnügen von Kriminalbeamten verhört zu werden, oder?
    Mir orginal so auf der Hauptwache Hagen wie folgt passiert:
    Beschuldigt der schweren bewaffneten räuberischen Erpressung.
    Ankunft auf der Wache nach Festnahme (natürlich mit Handschellen gefesselt). Auf dem weg zum Vernehmungszimmer waren die Beamten noch freundlich, erklärten mir daß die Handschellen gleich ab kommen würden und welche Rechte ich hätte.
    Soweit alles OK.
    Dann im Raum angekommen ab auf nen Stuhl verfrachtet worden und die erste Frage: was sagen Sie zu dem Vorwurf? geben Sie ihn zu?
    Ich: "Ich sage Nichts und würde gerne mit meinem Anwalt reden."
    Schlagartig kippte die Stimmung, der Beamte guckte mich "grimmig" an und meite: " Soso Anwalt, meinen Sie nur weil ihnen das eben gesagt wurde hätten Sie wirklich das Recht auf einen? Hier haben Sie nur die Rechte dich ICH ihnen gebe!!!"
    Die ganze Vernehmung hier zu schildern würde den Rahmen sprengen gesagt sei aber noch, daß ich mit etlichen blauen Flecken, Prellungen und schwer geschock in die JVA überstellt wurde wo mein Anwalt mich dann 1 Woche später rausholte.
    Verfahren gegen mich wurde wegen erwiesener Unschuld eingestellt.
    Dienstaufsichtsbeschwerde ect. gegen die Beamten brachte Nix, da Nichts zu beweisen war bzw. Ausage (meine) gegen AussageN (Beamte) stand.

  61. piratenwahl meint: (17.6.2009 um 08:45) AntwortenReply to this comment

    @darkstalker: Damit mal ein ansatzweise realistischer Umgangston der Polizei hier eingeführt wird, dieses Video
    http://blaulichtreporter.de/
    Wobei ich die polizeilichen Umgangsformen hier noch als halbwegs gemäßigt ansehe, es gibt Polizisten, die die Kamera beschlagnahmt hätten. Und dann dem am Boden liegenden Reporter noch richtig Prügel reingezogen hätten.

  62. Ja, bitte meint: (17.6.2009 um 08:52) AntwortenReply to this comment

    Richter Pettiti am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erklärte im Urteil W. gegen Schweiz vom 26. Januar 1993:
    „Die perversen Auswirkungen der Verlängerung der Untersuchungshaft sind den Kriminologen und Strafrechtspraktikern wohl bekannt. Gewisse Untersuchungsrichter verwenden diese, um die Voruntersuchung als Zwangsmittel für ein Geständnis oder als Strafe für die Verweigerung einer Selbstbezichtigung einzusetzen“.

    Gemäss SPIEGEL hatten die Beschuldigten erst nach Monaten in Haft sehr detailreich die Tötung und die angebliche Verfütterung gestanden.

  63. gulliver meint: (17.6.2009 um 09:02) AntwortenReply to this comment

    Nachdem hier ordentlich auf Gericht, Polizei und Staatsanwaltschaft eingedroschen wurde, möchte ich mal die Verteidigern ins Spiel bringen. Was haben die denn für eine Rolle bei den Gerichtsverhandlungen gespielt? Wurden da nicht die richtigen Fragen gestellt, z.B. wo blieb das Auto von Bauer Rudi? Waren nicht ausreichend Indizien vorhanden, um nicht zumindest erhebliche Zweifel am angeklagten Sachverhalt aufkommen zu lassen? Warum konnten die Urteile überhaupt rechtskräftig werden? Wenn sich die Sache, wie bei Spon beschrieben bestätigt, haben sich die Verteidiger auch nicht mit Ruhm bekleckert.

  64. Piratenwahl meint: (17.6.2009 um 09:17) AntwortenReply to this comment

    @gulliver wenn ei Geständnis vorliegt, ist das in aller Regel das Ende für den Angeklagten. Die Richter sind so konditioniert, daß sie dann verurteilen. Wer wird denn Richter? Arschkriechende Karrieristen, die jedes Risiko scheuen. Und bei einem Geständnis gehen sie mit der Verurteilung den sicheren Weg. An der Reaktion des Staatsanwalts siehst Du, wie diese Typen denken.

  65. Darkstalker meint: (17.6.2009 um 09:22) AntwortenReply to this comment

    So so, "Blaulichtreporter.de" – Die Berichterstattung muss ja zwingend objektiv sein ;) Ich freu mich schon auf die Videos von korrekten Einsätzen und Verhaltensweisen der Polizei. Ich schätze, davon wird man dort kein einziges sehen.

    Das Video belegt meine These doch vollkommen. Das ist _ein_ Beamter, der sich daneben benimmt. Einer. Nicht alle, nicht hundert, nicht mal zehn. Einer. Die Ausnahme, die selbst ich nicht in Abrede stellen will. Mir geht es darum, dass sich offenbar hartnäckig der Irrglaube hält, jeder Polizist sei zu jeder Zeit ein Feind sämtlicher Menschenrechte. Denn das ist die Stimmung, die hier rumgeistert. Und das ist schlichtweg falsch und leistet einer ganz anderen erschreckenden Entwicklung Vorschub.

    @60: Das ist zwar traurig, was ihnen passiert ist, aber sie haben alles richtig gemacht. Auf den Anwalt pochen, Klappe halten. Das man dann erst nach einer Woche und mit blauen Flecken wieder rauskommt, ist zwar schade. Aber sicherlich sinnvoller, als ein falsches Geständnis abzugeben und dann für schwere räuberische Erpressung 3 Jahre (bzw. 5 Jahre bei Verwendung der erwähnten Waffe) und länger einzufahren.
    StrEG Ansprüche geltend machen, den Polizisten anzeigen, Dienstaufsichtsbeschwerde, ist doch vollkommen okay. Wenn da hinterher nichts rauskommt, ist das natürlich schade, aber auch nicht weiter verwunderlich.
    Wenn A den B im Wald prügeln und keiner siehts, dann würde auch keiner verknackt.

    @64: "Wer wird denn Richter? Arschkriechende Karrieristen, die jedes Risiko scheuen." Ähm, eigener Erfahrungswert oder einfach mal wieder blöd dahergeschwätzt?

  66. Pro Bono meint: (17.6.2009 um 09:29) AntwortenReply to this comment

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht:

    In der Schweiz ist es seit eh und je gelebte Rechtswirklichkeit, dass Aussagen nur selektiv protokolliert werden, Zeugen und Beschuldigte unter Druck gesetzt werden, Zeugeneinverhöre von einer Sekretärin telefonisch durchgeführt, geheime Besprechungen mit den Sachverständigen, Zeugen, Nebenkläger stattfinden, Gutachter lügen, Beweise gefälscht werden, oder der Richter die Beweiswürdigung gleich dem Nebenkläger überlässt, sofern es sich dabei um die Grossbank UBS handelt. Die jeweiligen Berufungsinstanzen bis hinauf zum Bundesgericht decken natürlich diese Praxis.

    Die Wiedereinführung der Todesstrafe und anschliessende Aktenvernichtung würde diese lästigen Diskussionen gar nicht erst aufkommen lassen.

  67. gulliver meint: (17.6.2009 um 09:36) AntwortenReply to this comment

    @piratenwahl
    den von dir beschriebenen automatismus wird es nicht geben, im übrigen dürften in einem Mordprozess mehr als ein Richter gesessen haben. Und ich kann einfach nicht begreifen, warum die Urteile rechtskräftig geworden sind, warum haben die Verteidiger keine Beschwerde oder Berufung oder wie das heißt eingelegt?

  68. Piratenwahl meint: (17.6.2009 um 10:08) AntwortenReply to this comment

    Doch,diesen Automatismus gibt es. Der Richter interessiert sich nicht für die Schicksale der ihm anvertrauten Menschen, sondern will durch juristisch unangreifbare Prozeßführung unter Berücksichtigung der Interessen der jeweiligen Machthaber Karriere machen der einzige Schöffe, den ich kennengelernt habe, war extrem obrigkeitshörig. Das Geständnis schlägt als Beweismittel alles andere. Wobei der Fall Montgazon zeigt, daß man als Unschuldiger auch mittels falscher Gutachter verurteilt werden kann. Und zwar vom Vorsitzenden des Berliner Richterbunds. Und die polizeilichen Falschgutachter gutachten weiter und Der Richter ist natürlich weiter im Amt.
    @darkstalker Deine Justizopfern gegenüber gleichgültige Einstellung scheint mir weit verbreitet im Volk. Deshalb hat zensursula auch so viele Fans und deshalb wird der Rechtsstaat immer weiter ausgehöhlt.

  69. Darkstalker meint: (17.6.2009 um 10:36) AntwortenReply to this comment

    @68: "[...]Der einzige Schöffe, den ich kennengelernt habe[...]"

    Und aus diesem einzigen Schöffen schließen sie auf den gesamten Rest – das ist nah an der Grenze zur Ignoranz. Ist klar, dass dann eine sehr eindeutige Meinung bei rauskommt. Das klingt mir mehr nach verbittertem Polarisieren, und nicht mehr nach ernsthaftem diskuttieren. Offenbar sind sie einmal zu oft (vielleicht sogar zu Unrecht, man wiess ja nie) Opfer eben dieser Justiz geworden, da kann ich ihre Grundhaltung im Prinzip nachvollziehen. Dass sie nicht ganz objektiv sind, müssen sie sich dann aber wohl selbst erst einmal eingestehen.

    Natürlich macht die Justiz Fehler (wie jeder andere Berufszweig auch, by the way). Sind ja auch nur Menschen. Aber sie macht halt auch vieles richtig. Und wenn man das mal gegeneinander aufwiegt… da kann man den ein oder anderen Fehler schon in Kauf nehmen. Das perfekte System gibt es eben nicht und wird es nie geben. Aber mit dem, was wir haben, sollten wir zufrieden sein. Was ist denn die Alternative? Milizen, Bürgerwehren, Selbstjustiz, oder noch viel schlimmer: Eine völlig willkürliche Justiz.. China, Iran, o.ä.

    Da bin ich doch froh, dass wir grundsätzlich Dinge wie das Folterverbot usw. haben. Auch wenn einige wenige sich daran anscheinend nicht halten. (Aber wie gesagt: Einige wenig, nicht _ALLE_ und schon gar nicht _andauernd_)

    Ich bedauere die Justizopfer, von Gleichgültigkeit keine Spur. Nur stelle ich deswegen nicht gleich das ganze System in Frage.

  70. scheunenmann meint: (17.6.2009 um 11:04) AntwortenReply to this comment

    Würde auch nicht den Helden spielen, wenn es heißt:
    ,,Entweder Du kooperierst nach unseren Regeln
    oder wir zeigen dir,
    wie es uneinsichtigen Verbrechern gehen kann,
    wie sie bezahlen mit möglichen Hafterleichterungen, Gesundheit, mit Auswirkungen auf die Kinder''

  71. Niemand meint: (17.6.2009 um 11:10) AntwortenReply to this comment

    @68
    Kann das voll und ganz unterschreiben. Das ist die Realität. Nichts interessiert deutsche Richter weniger, als die Wahrheitsfindung.

  72. bo meint: (17.6.2009 um 11:15) AntwortenReply to this comment

    Mann, Mann – ich wünschte nur, die Strafkammer und Staatsanwaltschaft hätten so viel Sorgfalt und Genauigkeit bei der Prüfung der Beweislage gezeigt wie jetzt bei der Prüfung der PKH-Anträge und der formalen Voraussetzungen des Wiederaufnahmeantrages.

    Das Fehlurteil mag das eine sein. Dazu will ich mich nicht äußern – ich kenne weder die Urteilsbegründung, die Beweislage noch Verhalten und Einlassungen der damals Angeklagten.

    Aber der echte Skandal ist für mich, mit welcher Drömeligkeit und Unverschämtheit hier langsam und behäbig seitens der sonst auf ihre "Schneidigkeit" so stolzen bayerischen Strafjustiz herumgewurschtelt wird, statt dass jetzt SOFORT die Vollstreckung nach § 360 Abs. 2 StPO gegen die mit hoher Wahrscheinlichkeit unschuldigen, jedoch inzwischen nachweislich und zweifelsfrei zu Unrecht Verurteilten angeordnet wird. Das hat in der Tat ein Geschmäckle von staatlicher Freiheitsberaubung und Verfolgung Unschuldiger, um eigene Schlampigkeit und Fehler zu vertuschen.

    Wenn ich daran denke, dass in einem anderen Bundesland einmal ein Länderminister wegen einer Gefälligkeitswerbung für Einkaufswagenchips zurücktreten musste, ist die bayerische Justizministerin doch ziemlich schmerzfrei …

  73. scheunenmann meint: (17.6.2009 um 11:47) AntwortenReply to this comment

    Fragt das Kind die Mama:
    ,,Was ist Kriegsrecht?''

    Antwort:
    ,,Normalerweise muss man Dir beweisen, dass Du etwas verbotenes gemacht hast. Beim Kriegsrecht ist es umgekehrt. Da musst Du beweisen, dass Du unschuldig bist.''

  74. affenärschle meint: (17.6.2009 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    @69:

    Natürlich machten Ärzte Fehler, Rollstuhl zahlt eh die Sozialversicherung …
    Natürlich macht der Mechaniker Fehler, den Motorschaden kann man leicht selbst bezahlen, hat doch schliesslich auch schon so oft den Scheibenwischer korrekt getauscht…

    Geht´s noch ?

  75. RKS meint: (17.6.2009 um 13:15) AntwortenReply to this comment

    Die Diskussion hier lässt ein ganz grundlegendes Problem erkennen: Während man vor ca. 2 Jahren im lawblog ab und an ein durchaus interessantes Hin und Her von Meinungen finden konnte, sind die Kommentare mittlerweile eintönig, vorhersehbar und vielfach auch richtig einfältig. Obwohl Herr V. in vielen Fällen diskussionswürdige Beiträge liefert, besteht die Reaktion in immer wieder zu lesendem Polizeistaat-, Willkür- und Folter-Gewäsch.
    Vor kurzer Zeit war in mehreren Zeitungen zu lesen, dass das zunächst schwunghaft aufgekommene Interesse an Blogs wieder stark rückläufig sei. Das dürfte mit der geschilderten Beobachtung zusammenhängen. Es ist wahrscheinlich so, dass Blogs Querulanten magisch anziehen. Je länger ein Blog am Markt ist, desto höher wird der Anteil der Querulanten unter den Lesern. Und irgendwann wird das Lesen einfach unerträglich. Diesen Punkt hat das lawblog – leider – erreícht.

  76. Darkstalker meint: (17.6.2009 um 13:49) AntwortenReply to this comment

    @75: Amen.

    @74: Es geht doch nicht drum, welche Folgen eintreten und wer sie trägt. Es geht drum, dass es offenbar vollkommen unakzeptabel ist, wenn Justiz und/oder Polizei Fehler machen. Bei allen anderen sind es "Fehler" – aber wehe, "der Staat" macht was falsch. Da ist es gleich "Willkürherrschaft".
    "Die Ärzte" sind ja auch nicht gleich allesamt Metzger, nur weil einer mal danebenschnibbelt. Wenns danach ginge, wären wir alle schon Verbrecher, denn jede Berufsgruppe hatte schon ihre schwarzen Schafe…
    …außer vielleicht die Arbeitslosen. Wer nix macht, macht nämlich nix verkehrt *augenverdreh*

  77. affenärschle meint: (17.6.2009 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    >> Es geht doch nicht drum, welche Folgen eintreten und wer sie trägt (…)
    Ach nein ? Um was geht es dann ? Meine selektive Wahrnehmung zeig leider, dass – je nach Position in der Gesellschaft – manche halt gleicher sind als andere, Stichwort "Ehrenwort".
    Nicht dass das nicht schon immer so war, aber @69 meinte ja "(…) es könnte ja noch schlimmer sein". Mann.
    Zitat:
    "Und eine Stimme aus dem Chaos sprach zu mir: lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. Und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!"

  78. scheunenmann meint: (17.6.2009 um 17:23) AntwortenReply to this comment

    Wahrscheinlich hat man den Opfern auch beigebracht, dass das zwischenzeitlich unauffindbare Fahrzeug
    gestohlen wurde vor dem bereits geplanten Verkauf ins Ausland.

  79. bombjack meint: (17.6.2009 um 18:51) AntwortenReply to this comment

    @76 Darkstalker

    [...]Es geht drum, dass es offenbar vollkommen unakzeptabel ist, wenn Justiz und/oder Polizei Fehler machen. Bei allen anderen sind es “Fehler” – aber wehe, “der Staat” macht was falsch. Da ist es gleich “Willkürherrschaft”.[...]

    Du kannst mir sicher unzählige Beispiele nennen wo Organe des Staates und da speziell die Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft für Fehler die sie begangen haben zur Rechenschaft und Verantwortung gezogen worden sind, zum einen als Wiedergutmachung (Genugtuung) und zum anderen zur Abschreckung das solche Fehler bei anderen nicht mehr passieren.

    Desweiteren hat bzw. nimmt der Staat (und damit auch die Justiz und Polizei) für sich das sog. Gewaltmonopol in Anspruch (verbunden mit der Einschränkung diverser Grundrechte des Bürgers) und damit liegt ein fundamentaler Unterschied zu "Fehlern" von anderen vor, einfach weil eben diese besondere Klientel einfach mehr Rechte hat bzw. sich mehr Rechte rausnimmt und meiner Ansicht nach sehr wenig an Konsequenzen zu befürchten hat.

    Du kannst mir sicher die Gegenmaßnahmen aufzeigen die ergriffen werden, daß solche Fehler zukünfig nicht mehr passieren….ebenso was mit den Personen die anscheinend dort die diversen Fehler gemacht haben passiert? Zudem aus kriminaltechnischer Sicht es ein Ding der Unmöglichkeit ist, bei so einem Tathergang wie er dort geschildert wurde keinerlei Spuren zu hinterlassen.

    bombjack

  80. Darkstalker meint: (17.6.2009 um 19:45) AntwortenReply to this comment

    Es ist ja nicht so, als ob die Leute nicht eins auf den Deckel kriegen würden. Also bitte. Man wird aber eben auch nicht gleich erschossen. Offenbar wünschen sich das aber viele.

    Ich persönlich war noch nicht bei einem Metzelmord zugegen, deswegen kann ich zum typischen Spurenbild leider keine qualifizierten Angaben machen. Wenn ich mal einen erlebe, pass ich aber bestimmt genau auf, um hinterher davon zu berichten.

  81. Jan_Peter meint: (17.6.2009 um 20:29) AntwortenReply to this comment

    @72 deshalb sollte vielleicht mal jemand hier 'ne Telefonnummer/Faxnr./Kontaktadresse/Mailadresse der zuständigen posten, damit alle, die sich hier in den Kommentaren aufregen, parallel auch da mal nen Kommentar hinschicken, damit die sehen, dass das Vertuschen der eigenen Fehler eben nicht so leicht hinhaut…

  82. Jan_Peter meint: (17.6.2009 um 20:30) AntwortenReply to this comment

    "der zuständigen Behörde" wollte ich sagen… ;)

  83. Dunkler Verfolger meint: (17.6.2009 um 20:38) AntwortenReply to this comment

    Darkstalker: Wenn ein Polizist einen Journalisten angreift und alle umstehenden Polizisten gaffen und grinsen, dann verhält sich exakt ein Beamter falsch? Wie definieren Sie denn Beamter? Lose Ansammlung von Hirnzellen mit einem Gesamt-IQ von 80?

    RKS meinte ganz sicher auch Sie. Vielleicht sollten Sie etwas weniger reflexartig Amen sagen. Könnte aber auch sein, lieber daRKStalker, dass RKS ihr Kumpel im Geiste ist, da es anscheinend am liebsten dieses dumpfe Bloggertum mitsamt niveaulose Diskutanten – sich selbst ausgenommen – verbieten wollte. Für einen Querulanten sind natürlich alle anderen die Querulanten. Die können wie Geisterfahrer auch ein Lied über die dumme Mehrheit singen.

    Dafür dass Sie empfehlen öfters mal die Fresse zu halten, sind Sie selbst ganz schön eloquent. Bemerkenswert demütig und alterweise auch Ihre ganz sicher belegbare Behauptung, dass sich "viele" was auch immer wünschen. Sie natürlich nicht. Sind ja nichts Besseres, nur sind eben "viele" leider, leider schlechter, nicht wahr? Falls Sie bei einem Metzelmord anwesend sein sollten, dann wohl eher nicht als Zeuge oder Ermittler.

    Denken Sie mal darüber nach!

  84. bombjack meint: (17.6.2009 um 21:22) AntwortenReply to this comment

    @80

    [...]Es ist ja nicht so, als ob die Leute nicht eins auf den Deckel kriegen würden. Also bitte.
    [...]

    und wie schaut "das auf den Deckel bekommen" bitte aus? Z.B. die nette Sache mit "Gefahr in Verzug" bei HDs, wo es mal ein "Du, Du, Du" vom Bundesverfassungsgericht gibt.

    [...]
    Man wird aber eben auch nicht gleich erschossen. Offenbar wünschen sich das aber viele.
    [...]

    Vielleicht oder vielleicht auch nicht…..es sollte aber zumindest mal eine Diskussion einsetzen wie solche und andere Fehler zukünftig vermieden werden können und diese Diskussion vermisse ich seit langem….und das wird immer offensichtlicher wenn man den Law-Blog ließt, wo man erfährt das eine HD inzwischen zur Standard-Maßnahme bei nicht vorhandenen Ermittlungen gehört….soviel ist also z.B. das Grundrecht auf die Unversehrheit der Wohnung wert…..sicher alles Einzelfälle die sich aber zunehmend häufen…..zusammen mit den ganzen anderen Ermächtigungsgesetzen wird es langsam aber sicher kritisch….

    bombjack

  85. Natascha K. meint: (17.6.2009 um 21:22) AntwortenReply to this comment

    @RKS 75 "Vor kurzer Zeit war in mehreren Zeitungen zu lesen, dass das zunächst schwunghaft aufgekommene Interesse an Blogs wieder stark rückläufig sei."

    Autoritätsargumente sind doof.

    Vor kurzer Zeit war in mehreren Zeitungen einiges zu lesen … weiter im auf http://bildblog.de/

    q.e.d.

  86. vader meint: (17.6.2009 um 23:48) AntwortenReply to this comment

    > Ich hoffe Herr Basic hat da nur einen schlechten Tag gehabt; selbst ich habe davon gehört, dass Geständnisse ab und an aus gutem Grund widerrufen werden.

    Ach? Ich glaube nicht. Man muss nur mal nach dem Artikel über den "Bombenjournalisten" "und seinen PC" sehen: R.B. hat immer schlechte Tage, wenn's um Poloitk geht. Er zieht sich dann darauf zurück, dass er nicht politisch wäre.

    Nach meiner Erfahrung löscht er auch Kommentare, in denen er selbst schlecht dasteht (z.B. weil seine Erwiderung danebengeht).

  87. vader meint: (18.6.2009 um 00:09) AntwortenReply to this comment

    > Das ist _ein_ Beamter, der sich daneben benimmt.

    Und deswegen ist es eine Bagatelle, oder was? Weisst Du, ich denke, wir argumentieren da künftig bei Vergewaltigern und Kindermördern genauso: "Das sind die alle, das ist nur einer, der sich danebenbenommen hat (und bestialisch ermordet hat)".

    Eine Bagatelle, wirklich.

    Einer. Dann noch einer. Und dann wieder einer. Und wieder einer. Nicht alle. Nie alle. Aber da drüben schon wieder einer. Immer nur einer.

    Was regt ihr Euch auf? Das passiert nicht wirklich. Die Opfer sollen sich nicht aufregen. Es war doch nur einer.

    (das es heute mehr "eine" sind als noch vor 10 Jahren darf auch nichts bedeuten).

  88. vader meint: (18.6.2009 um 00:14) AntwortenReply to this comment

    > Obwohl Herr V. in vielen Fällen diskussionswürdige Beiträge liefert, besteht die Reaktion in immer wieder zu lesendem Polizeistaat-, Willkür- und Folter-Gewäsch.

    Gedankenexperiment: Was wäre, wenn es tatsächlich einen negativen Trend in dieser Richtung bei den Ermittlungsbeörden ebenso wie in der Legislative gäbe? Sie müssten an ihrem Argument gar nichts ändern. Womit evident sein dürfte, was es wert ist: Nichts.

    > Vor kurzer Zeit war in mehreren Zeitungen zu lesen, dass das zunächst schwunghaft aufgekommene Interesse an Blogs wieder stark rückläufig sei.

    Blablah. LOL.

  89. vader meint: (18.6.2009 um 00:21) AntwortenReply to this comment

    > Nicht dass das nicht schon immer so war, aber @69 meinte ja “(…) es könnte ja noch schlimmer sein”. Mann.
    Zitat:
    > “Und eine Stimme aus dem Chaos sprach zu mir: lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. Und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!”

    Das tut es ja die ganze Zeit. Und am Ende (wenn die dunkle Zeit mal wieder vorüber ist), wird sich die ganze Hammelherde hinstellen und blöken: "Wir haben das nicht ahnen können, das war gar nicht abzusehen und was hätten wir denn machen sollen, als es dann passierte" "Bääääh, Bäääh" "Wir haben ja nur gedacht …" etc.

    Aber ehrlich – ist Dummheit und Blindheit entschuldbar? Man hat damals wie heute ja selbst aktiv mitgemacht, Protestierende als "Querulanten" aus der Gesellschaft zu drängen.

    Ein Freund von mir rät zu dem Experiment, mal (entfernten) Bekannten zu erzählen, man wäre von der Polizei zu Unrecht festgenommen worden (mal egal, ob man das nun selber erlebt hat oder nicht). Er sagt, man kann damit rechnen scheel angesehen zu werden und sein Versicherungsmakler hat ihn fallen lassen, wie eine heisse Kartoffel.

  90. Flying Circus meint: (18.6.2009 um 11:48) AntwortenReply to this comment

    @80/Darkstalker:

    "Ich persönlich war noch nicht bei einem Metzelmord zugegen, deswegen kann ich zum typischen Spurenbild leider keine qualifizierten Angaben machen."

    Sie sind (hoffentlich) auch kein Fachpersonal für Spurensicherung. Von letzterem würde ich schon erwarten, daß es da ein klein wenig Ahnung von hat. Und sich vielleicht mal fragt, warum da keinerlei Spuren zu finden sind.

    "Wenn ich mal einen erlebe, pass ich aber bestimmt genau auf, um hinterher davon zu berichten."

    Falls Sie einen miterleben und das überleben, hat die Polizei bestimmt auch an Sie ein paar interessante Fragen. z.B. warum der Täter Sie als Zeuge hat leben lassen. Und ob Sie da nicht mitgeholfen haben. Aber: Sie können ja anschließend eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Mit den drei F. Wissenschon.

  91. Meta meint: (18.6.2009 um 13:33) AntwortenReply to this comment

    Inzwischen scheint es allerdings einen neuen Sachstand zu geben. Es heißt, im ersten Geständnis des jungen Mannes – noch vor der Hundegeschichte – hätte er zugegeben, die Leiche des Bauerns auf den Beifahrersitz von dessen Mercedes gesetzt und beide anschließend in einem Gewässer versenkt zu haben. Auch dieses Geständnis wurde später widerrufen, würde aber ganz gut zur Sachlage passen, nach der Bauer Rudi auf dem Beifahrersitz seines Fahrzeugs in einem Gewässer gefunden wurde.

    Das macht die Geschichte vielleicht nicht deutlich weniger peinlich. Aber zumindest würde es erklären, warum die Staatsanwaltschaft weiterhin von einer Täterschaft der Familie ausgeht.

    Nachzulesen beispielsweise dort:

    <a href="http://www.donaukurier.de/nachrichten/aktuellesthema/Neuburg-Leiche-aus-Autowrack-soll-Mordopfer-Rudolf-Rupp-sein;art3112,2059171?_UNLOCK=nocache&quot; target="_blank">Donaukurier</a>

  92. vader meint: (21.6.2009 um 03:04) AntwortenReply to this comment

    > Das macht die Geschichte vielleicht nicht deutlich weniger peinlich. Aber zumindest würde es erklären,

    Yepp. Wenn ich alles derart verbaselt hätte, würde ich mich jetzt auch an Strohhalme klammern – zu verlieren ist ja jetzt nichts mehr.

  93. Manuel meint: (5.7.2009 um 10:54) AntwortenReply to this comment

    Wow. Dreifach wow. Ich muss noch ein wenig weiter staunen, bevor ich das kapiere…. sehr sehr peinlich das ganze.

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