30.6.2009

Wie die Musikindustrie schachert

Es ist schon interessant, wie anwaltliche Vertreter der Musikindustrie mit den Schadensersatzforderungen ihrer Mandanten umgehen:

Ausgangsforderung: 5.000 Euro.

Nach begründetem Widerspruch: 3.000 Euro.

Nach eisigem Schweigen: 1.400 Euro.

Das alles steht in einem beredten Kontrast zu den seitenlangen Ausführungen zur Sach- und Rechtslage. Alles eindeutig, alles kein Problem. Ja, wenn das so ist, warum kommt sie dann nie, die in jedem Schreiben angekündigte Klage?

24 Kommentare zu “Wie die Musikindustrie schachert”

  1. N.N. meint: (30.6.2009 um 14:06) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht, weil es kein Mandant auf die Klage ankommen lässt? Oder hat einer deiner Mandanten es bereits soweit kommen lassen, dass Klage zu erheben gewesen wäre?

    Abgesehen davon sind 1.400 Euro für einen womöglich bescheidenen Song, für den x-mal abgemahnt und je 1.400 Euro bezahlt werden, doch auch in der Summe ein erklecklicher Betrag – evtl. sogar mehr, als der Song beim regulären Verkauf einbrächte?

  2. der echte n.n. meint: (30.6.2009 um 14:15) AntwortenReply to this comment

    dürfte wohl das gleiche verhalten wie bei den schadensversicherern, die ungern ein rechtskräftig werdendes urteil über immense schmerzensgeldsummen kassieren.
    solange man keine flächendeckende einschlägige rechtsprechung gegen sich hat, kann man gut einen auf dicke hose machen. und dass es zu einer solchen rechtsprechung kommt, lässt sich ja gut verhindern, wenn man selbst kläger ist.
    interessant wäre es (zumindest für mich als zivilrechtlichen laien), den herrschaften (einen halbwegs eindeutigen fall vorausgesetzt) beizeiten eine feststellungsklage auf nichtbestehen der forderung auf den tisch zu knallen.

  3. Jens meint: (30.6.2009 um 14:28) AntwortenReply to this comment

    Aus Erfahrung: In ca. 3 Jahren kommt kurz vor Ablauf der Verjährung der Mahnbescheid, ggf. vorher auch nochmal ein Vorschlag zu gütlicher Einigung.

  4. Fincut meint: (30.6.2009 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    Häppi Börsdäi lieber Papa….

  5. Brandau (Link) meint: (30.6.2009 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    Also ich hatte immerhin schon <a href="http://www.rechtsanwalt-news.de/internetrecht/tauschboerse-und-abmahnung-klage-auf-rechtsanwaltsgebuehren-und-schadensersatz/" rel="nofollow">eine Klage</a> gegen einen Mandanten, wenn gleich das immer noch ein sehr guter Schnitt ist.

  6. ich meint: (30.6.2009 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    Mich würde bei diesen Forderungen mal interessieren, wieviel der Künstler abbekommt. Aber das bleibt wohl eher ein Geheimniss.

  7. Momo meint: (30.6.2009 um 15:18) AntwortenReply to this comment

    Ist ja wie auf dem Bazar. Wir handeln mal ne Runde und akzeptieren nicht, dass die Gegenseite eigentlich nix kaufen will…

  8. Heiner meint: (30.6.2009 um 15:58) AntwortenReply to this comment

    Sollen sich einfach mit dem Burda-Cheffe zusammentun. Der will auch Geld für nix, weil im bösen Internet einfach so die Texte frei zu lesen sind, die von seinem Unternehmen frei lesbar eingestellt wurden.

  9. tintenbocker (Link) meint: (30.6.2009 um 16:02) AntwortenReply to this comment

    -5000 Schekel für diesen Download? Was? Sie wollen nicht feilschen? Dieser Anwalt will nicht feilschen.
    Sehen sie sich das an. Sehen sie die Qualität.
    -Gut. Dann gebe ich ihnen 3.000 dafür.
    -Oh nein nein nein kommen sie, so macht das keinen Spaß.
    -Was?
    -Feilschen sie wie ein vernünftiger Mensch. Ist doch keine 3.000 Wert…

  10. Darkstalker meint: (30.6.2009 um 17:17) AntwortenReply to this comment

    Dafür kommt jetzt die GEMA und will 600% mehr. Ist doch ein fairer Ausgleich ;)

    Zum Thema Musik-Industrie: Jetzt noch Michael Jackson Platten sichern. Die Wertsteigerung dürfte jeden Hedgefonds toppen.

    @10: Life of Brian Bonus!

  11. Icke meint: (30.6.2009 um 17:23) AntwortenReply to this comment

    @7(ich)

    Naja… so wie die Musikindustrie den Künstler bis zu diesem Punkt bereits abgezockt hat, kann er sicher froh sein, dass nicht ER dafür geradestehen muss, wenn der illegale Downloader sich weigert zu zahlen ;-)

  12. derRösrather meint: (30.6.2009 um 17:26) AntwortenReply to this comment

    .. frische Bärte .. kauft meine Bärte um 100 Schekel. S´ is Ihnen zu teuer? Dann gebt´s mir halt 50

    Frische Bärte .. grad wieder rein gekommen .. kauft Bärte

    Monty Phyton

  13. Fincut meint: (30.6.2009 um 17:31) AntwortenReply to this comment

    @ Brandau / #6:

    Und, wie ist die ausgegangen?

  14. Brandau (Link) meint: (30.6.2009 um 17:39) AntwortenReply to this comment

    Es ist noch nicht ausgegangen. Die Klage ist ja erst von Ende Mai 2009.

  15. dieter doof meint: (30.6.2009 um 17:43) AntwortenReply to this comment

    der künstler kriegt von den 5000 euro GAR NICHTS!

    3/4 gehen an die anwälte, der rest ans label.

    ist mir eh unerklärlich wie man auf 5000 euro kommt… müssen wohl mehrere titel oder alben gewesen sein. "normal" sind derzeit ja pro lied 450 euro.

  16. Wickie meint: (30.6.2009 um 17:48) AntwortenReply to this comment

    @13

    Nicht zu vergessen: "flache Steine, spitze Steine"

    Oder die "Otternasen und Wolfszitzenspitzen" !

  17. stu meint: (30.6.2009 um 17:59) AntwortenReply to this comment

    @10 … sehr geiler film! ;)

    ja, an diesem beispiel kann man mal wieder sehr gut sehen, dass die musikindustrie offenbar darauf aus ist, existenzen zu zerstören. ich als student mit nicht gerade reichen eltern könnte mir wohl nicht einmal die 1400€ leisten…

  18. Hannes meint: (30.6.2009 um 19:01) AntwortenReply to this comment

    Bei Filesharing sitze ich zwischen allen Stühlen.

    Ich finde es scheiße was die Musikindustrie macht.

    Ich finde es scheiße was die Filesharer machen.

    Daher mein Rat an "stu", der um seine Existenz fürchtet: Einfach nicht Filesharen, sondern das Radio anmachen. Da kommt die gleiche miese Sülze raus, ist aber billiger.

  19. Lukas meint: (30.6.2009 um 20:08) AntwortenReply to this comment

    … Und Radio muss man sowieso bezahlen.

    Radio hören ist aber unerträglich. Dann doch lieber alle paar Wochen mal auf eine CD gespart.

    Wieso sind eigentlich solche hohen forderungen in Ordnung?

    Wenn jemand einen Äpfel klaut, dann zahlt er doch auch nicht das tausendfache des Wertes.

  20. zf.8 meint: (30.6.2009 um 21:02) AntwortenReply to this comment

    "Wenn jemand einen Äpfel klaut, dann zahlt er doch auch nicht das tausendfache des Wertes."

    Der Apfel wird ja nicht gestohlen sondern in eine frei zugängliche Replikationsmaschine gesteckt, wo sich theoretisch jeder soviele Äpfel replizieren könnte, wie er lustig ist. Und dann nimmt man halt an, dass x Leute sich Äpfel repliziert hätten und damit dem Apfelvermarkter x*(Stückpreis) hypothetische Euro Apfelgewinn entgangen sind. :p

  21. nn meint: (30.6.2009 um 21:50) AntwortenReply to this comment

    @Brandau: Ich habe hier 480 Euro Kostenpauschale bei 10k Streitwert und gewünscht 5.100 Euro Vertragsstrafe für ein Album vorliegen. Schaun' mer mal.

  22. fellow passenger (Link) meint: (30.6.2009 um 22:32) AntwortenReply to this comment

    Dieses Prinzip hat sich im Onlinemarketing schon bestens bewährt. Wenn man nur genügend Empfänger adressiert, erwischt man auch die wenigen, die darauf reinfallen. Eigentlich ist es wenig überraschend, daß die Musikindustrie ihre Internetkompetenz ausgerechnet vom Potenzpillenhöker abschaut.

  23. apfelbauer meint: (2.7.2009 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    @21: naja stimmt nicht so ganz, mti dem apfel könntest du illegal einen apfelbaum pflanzen, dieser bringt neue äpfel, die sich leute illegal abpflücken können. diese wiederum plfanzen neue apfelbäume und im nu ist die ganze apfelindustrie am boden. was würden wir nur ohne die apfelindustrie in deutschland machen? da müssen wir auch mal an die pflanzer denken und an den apfelstandort deutschland. wenn sich das für junge apfelbaumpflanzer nicht mehr lohnt, wer soll dann hier noch äpfel pflanzen? möchten sie etwa auf ihren geliebten apfelsaft verzichten? oder auf apfelkompott?

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