Flucht in die Rente
Lange war es her, aber nun meldete sich das Gericht mal wieder:
In dem Rechtsstreit … war ein Verkündungstermin angesetzt. Eine Entscheidung wurde indes nicht verkündet. Das Verfahren soll nunmehr gefördert werden. Die Sache muss daher erneut terminiert werden.
Die Förderung der Sache sah so aus, dass Anfang Februar Termin anberaumt wird – auf Mitte August.
Aber zwischen den Zeilen ist schon klar, was da passiert ist. Der neue Richter sitzt auf einem riesigen Berg Akten. Sein Vorgänger hat eine Vielzahl von Verkündungsterminen anberaumt. Dabei muss ihm jedes Mal glatt entfallen sein, dass er zu den angesetzten Terminen schon in Rente ist.
Guter Wille war zu erkennen.
Ab jetzt nicht mehr Rente ab 67, sondern ab 167!
Gehen Richter eigentlich in Rente oder in Pension? Sie sind doch wohl Beamte auf Lebenszeit und werden immer nur in den einstweiligen Ruhestand versetzt, können also theoretisch jederzeit wieder aktiviert werden.
Könnte man in diesem Fall doch mal wohlwollend überlegen…Ruhestand erst wieder, wenn er mit seinem Kram fertig ist.
Richter gehen in Pension, nicht in Rente! Unterschied: Der Pensionär musste zu Dienstzeiten nie Beiträge an eine Pensionskasse abführen, das durchschnittliche Niveau der Pension liegt ca. doppelt so hoch wie das der Durchschnittsrente.
@3
Ach nee, und die Akademikerrenten ind im Schnitt auch 50% höher als die Durchschnittsrenten (oder so) – was soll der Vergleich? Bauarbeiter, Automechaniker oder die ganz prekären Arbeiter sind nunmal nicht verbeamtet (zumindest seit man den einfachen Dienst abgeschafft hat), das hebt den Pensionschnitt. Vergleich halt die Beamtenpensionen mit den Akademikerrenten o.ä., das kommt dann schon eher hin.
Abgesehen davon kriegen Beamte dafür auch Zeit ihres Berufslebens weniger (netto), als Angestellte der Privatwirtschaft in vergleichbaren Positionen (x Mitarbeiter, y Budgetverantwortung usw). Z.B. entspricht eine A14-Amtsleiterposition (100+ Mitarbeiter, Millionenbudget im hohen zweistelligen Bereich) nach einem Brutto/Netto-Vergleich ca. 60.000 €/Jahr. Da kriegt der Privatkollege eher 80.000-100.000€ für. Das gleicht dann die fehlende Rentenabgabe wieder aus.
(Und ja, bin selbst der angesprochene A14-Beamte – deshalb stören mich ja auch diese ständigen Angriffe. Ich meckere nicht über mein Gehalt – aber meckert ihr auch nicht, dazu gibt's keinen Grund …)
auch, wenn es viele nicht verstehen und auch nie verstehen werden:
Richter sind keine Beamten
auch wenns viele nichtversteher-kritiker nie verstehen werden: Beim Verdienst halten sich die Unterschiede zwischen Beamten und Richtern in überschaubaren grenzen
Off Topic, aber habe gerade gelesen, dass der Marco Prozess auf September verschoben wurde, weil der Staatsanwalt im Urlaub ist ! Wie gibt´s denn sowas ? Sind in der Türkei Urlaube ein Naturereignis, "plötzlich und unvorhersehbar" ? Das weiss der gute Mann doch sicher schon seit Wochen. Würde ich einen Geschäftstermin einfach so platzen lassen, wäre ich meinen Job wohl schneller los als Engländerinnen ihre jungfräulichkeit ….
@Jens, das ist Quatsch.
1. Beamte zahlen in die Pensionskasse ein. Und zwar nicht direkt, sondern es werden von den "Tariferhöhungen" immer 0,5% einbehalten. Das ist zwar nicht das, was DU zahlst, aber es ist auch nicht nix.
2. Richter sind keine Beamte.
3. ICH muss als Beamter meine Pension voll versteuern. Und du?
Soweit ich weiß, soll sich da was ändern, bin aber nicht informiert, ob es schon hat.
Also: Dieter Nuhr, Schatzi.
@4: sie übersehen da aber etwas, herr A14 – dass es nette pensionen ohne vorherige einzahlungen gibt ist nicht etwa der ausgleich für das (im vergleich zur freien wirtschaft) niedrigere einkommen, sondern dieses niedrigere einkommen ist der preis für das lebenslang-rundum-sorglos-unkündbar-nicht-haftbar-paket.
@Ingo
Ah da unterschlägt aber jemand das zu dem o.g. Paket auch die durch das besondere Treueverhältnis begründeten Einschränkungen der Bürgerrechte – Stichwort Streik u.ä. – gehören
@9: Unkündbar stimmt natürlich nicht; es gibt da schon Tatbestände für eine Kündigung. Und nicht-haftbar trifft auch nicht zu. Ab grob-fahrlässig gehts an den Geldbeutel. Nicht umsonst zahle ich für eine Haftpflichtversicherung. Und rundum sorglos im einfachen und mittleren Dienst kann man bei dem Gehalt wohl auch nicht sein. Auch wenn man neidisch ist: Immer schön objektiv bleiben, Herr Ingo.
nana, meine herren, das ist aber jammern auf sehr hohem niveau. wegen irgendwas kann man natürlich trotzdem vor die tür gesetzt werden, und irgendwann muss man natürlich auch haften. aber an diesen punkt zu kommen ist schon relativ schwierig, zeigen sie mir doch mal den beamten der wegen den ganz "normalen" kleinen oder grösseren fehlern, versäumnissen und schludrigkeiten eine kündigung bekommen hätte für die man in der sonst so gern zitierten freien wirtschaft längst in hohem bogen geflogen wäre. und auch bei der haftung ist das doch nicht anders: wann mussten sie denn zum letzen mal einem bürger einen schaden aus der eigenen tasche ersetzen der ihm z. b. durch das (in deutschen behörden tag für tag passierende) verschleppen eines antrages entstanden ist?
und nicht zuletzt weiss ich nicht so recht wie wir plötzlich von A14 auf den einfachen dienst kommen, es ging um doch um den gehobenen dienst, oder nicht? und bei dem wollen wir doch über die schiere unerträglichkeit des weggefallenen streikrechts nicht wirklich diskutieren, oder?
und zu guter letzt: neidisch bin ich nun wirklich nicht, als unternehmer lebt es sich doch etwas ungezwungener. ich habe nur viel zu oft im gespräch mit ranghöheren staatsdienern das gefühl dass man über all dem jammern über die ach so hohen vergleichsgehälter in der wirtschaft völlig vergessen hat dass die absicherung und beständigkeit, die der beamtenstatus bietet, gerade in krisenzeiten kaum mit geld aufzuwiegen ist. sich das ins gedächtnis zu rufen wäre genau die objektivität die sie da eben gefordert hatten, es gibt nämlich auch werte die nicht vor dem komma auf dem kontoauszug auftauchen.
Ach, da kommen sie wieder unter den Steinen hervorgekrochen, unsere netten Beamten mit ihren Lügenmärchen. Eurer bis ins Mark korrupten, faulen und zutiefst asozialen Kaste wird von allen Seiten der Puderzucker in den Anus geblasen, also haltet mal schön den Ball flach.
Ich habe meinen Rentenbescheid vorliegen. Bisher habe ich 73000 Euro an Rentenbeiträgen eingezahlt. Die gleiche Summe auch nochmal für die anderen Versicherungen. Macht knapp 146000 Euro bisher. Daraus gergibt sich später dann ein Anspruch von lachhaften 350 Euro Rente im Monat. Dabei sind die extrem wahrscheinlichen effektiven Rentensenkungen der nächsten Jahre noch nicht mitberechnet. Im Alter droht mir mit einer Chance von 93% eine Arbeitsloigkeit, die mich endgültig in die Armut katapultieren wird. Also legt euch gehackt mit eurem widerwärtigen Gejammer. Dreckspack!
@ topic
der gute richter hat halt für alterteilzeit mit vollem lohnausgleich entschieden. die nachfolgende generation wird es schon zahlen (bzw. aufarbeiten).
Mit 50 kriegst du keine Arbeit mehr, dann wollen zwangsläufig diejenigen in Rente gehen. Beamte die gesund sind schickt man dafür mit 42…..in Rente…verstehe auch nicht.