Im Gefängnis sind ein Drittel Schwarzfahrer
Fast jeder dritte Inhaftierte in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee sitzt wegen Schwarzfahrens ein. Exakt 155 von 480 Gefangenen müssen derzeit nur deshalb ins Gefängnis, weil sie keinen Fahrschein gelöst haben, berichtet der Tagesspiegel.
Meist sind es an sich Geldstrafen, welche die Betroffenen aber nicht bezahlen können oder wollen. Weil viele dann auch nicht in der Lage seien, am Programm “Schwitzen statt sitzen” teilzunehmen und die Strafen abzuarbeiten, würden sie eingesperrt.
Jeder Hafttag kostet den Steuerzahler laut Bericht 80 Euro.
(Danke an Paul Breitner für den Link)
Das Ganze klingt irgendwie irre. Der Staat hält Gefängnisse für Schwarzfahrer vor, damit Privatbetriebe wie die BVG oder die S-Bahn Berlin ein bißchen Abschreckung bieten können, oder? Nein, dazu fällt einem wenig ein.
Gut finde ich aber immer die Formulierung, der Steuerzahler zahle dafür. Also ich zahle immer nur einmal Steuern. Was der Staat dann mit diesem Geld macht, ob er es ißt, verbrennt, in den Gully wirft, ist mir völlig egal. Ich müßte auch Steuern zahlen, wenn hier überhaupt keine Gefängnisse existierten oder keine Straßen und keine Gullys. Von mir aus kann der Staat Knetfiguren aus dem Geld basteln.
Mein Mitleid hält sich in Grenzen, da andere ihre Fahrscheine brav bezahlen. Öffentlicher Verkehr ist nun mal eine Dienstleistung, die man auch zu bezahlen hat. Wer das nicht begreift, und nicht zahlt, weil der "Türsteher" fehlt, muss eben mit den Konsequenzen klarkommen.
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Übrigens wurde in meiner Stadt eine Frau verurteilt, die hatte zwar ihre rund 20 Schwarzfahrten bezahlt, aber bei der Anzahl der Verstöße und keiner Aussicht auf Änderung des Verhaltens bekam sie 6 Monate schwedische Gardinen. Die war aber auch schon vorbestraft.
Der Bitter-CD-Fahrer und Fussballspieler Paul Breitner? ;)
"Jeder Hafttag kostet DEM Steuerzahler laut Bericht 80 Euro."
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.
Großer Gott.
Ich hatte vor ein paar Jahren darüber gelesen, dass dies im Wiederholungsfall vorkommt. Dabei war es so, dass die Betroffenen meist Obdachlose oder Drogenabhängige waren – allerdings auch zahlreiche Sozialhilfeempfänger (Mit Hartz IV sicher noch schlechter situierte…), welche die Strafe zu zahlen nicht in der Lage waren. Ich glaube es war ebenfalls ein Artikel im Berliner Tagesspiegel.
Aber das es solche Ausmaße annimmt, da muss sich schon die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen lassen…
Akkusativ, in dem Fall. ;)
Sehe es übrigens ähnlich wie inge.
Öffentlicher Nahverkehr sollte umsonst sein.
Tja, freut euch darauf, demnächst für den Kasseninhalt der Supermärkte auch noch zur Verantwortung gezogen zu werden (IKEA)! Die Staatsgewalt schlägt voll ein, so was (Auto) unversperrt war bzw. die Versicherungen brauchen nicht zahlen (Wohnung) aber zum Aufpassen auf Supermarktregalreihen und Transportleistungen wird der Staat zwecks Personaleinsparung mittels Spezialgesetzen eingespannt.
BTW: In Österreich gelten die meisten "Schwarzfahrerbestimmungen" deshalb als nicht ganz dicht, weil ungeschaut aus Deutschland abgeschrieben. Stichwort: Nachweis der erbrachten Transportleistung. Anwesenheit auf einem Bahnsteig genügt dafür nicht.
Stuff
klassische lawblogcomments.. jeder regt sich auf, aber keiner hat ne alternative (ausser der umsonst für alle comment, is immerhin ne diskussionsgrundlage).
wenn jemand ned bereit is, seine geldstrafe zu bezahlen oder abzuarbeiten, soll man ihm dann diese mit 'ach, knast is zu teuer, wir lassen sie laufen' erlassen? dann kann mans strafsystem auch bleiben lassen. auf die comments bin ich dann gespannt. 'schachsinnig abgeschrieben' is sicher auch dabei.
Laut Wikipedia sitzen in ganz Deutschland 7% der Knastis eine Ersatzfreiheitsstrafe ab. Der Artikel ist etwas reißerisch.
@7 Was Sie im zweiten Absatz schreiben, ist zwar richtig. Aber ich benutze ja nun schon seit Jahrzehnten den Berliner ÖPNV. So schlau sind die ÖPNV-Büttel inzwischen auch (oder man hat es ihnen gesagt): Auf dem Bahnsteig kontrollieren, das war früher (sehr viel früher); die Kontrollen finden seit vielen Jahren nur noch im rollenden Verkehrsmittel statt.
laut wikipedia.. der seriösesten aller quellen für statistiken. ;)
Hab ne gute Alternative: Das Geld was der Staat für die Haft zahlt bekommen die Verkehrsunternehmen, der Schwarzfahrer kommt wieder frei.
was ich eigentlich sagen wollte..
wenn man die kosten gegenüberstellt, wäre es wahrscheinlich gar nicht so unsinnig, tatsächlich zumindest für sozial schwache ab einer bestimmten einkommensgrenze den öpnv kostenlos zur verfügung zu stellen. vermutlich würde man noch gelder einsparen.
@9 Habe den Link nicht genutzt, also den Artikel nicht gelesen, aber die Zahl kam mir intuitiv auch etwas sehr hoch vor.
@8 Wozu dienen die Kommentare denn, wenn nicht zur Aufregung? Ich benutze zwar immer ein gültiges Ticket, habe aber nichts grundsätzlich gegen die Schwarzfahrer.
Die Kontrollen waren in den vergangenen Jahren manchmal ganz schön massiv, also häufig und damit auch störend. Wenn man bedenkt, daß es nur 3 bis 5 % Prozent Schwarzfahrer gibt, dafür aber zu bestimmten Zeiten 95 bis 97 % Fahrgäste mit gültigem Ticket massiv durch Kontrolleure belästigt wurden, dann sieht man schon ein gewisses Mißverhältnis. Als Autofahrer muß einen das natürlich nicht stören; aber in Berlin besitzen 50 Prozent der Haushalt kein Auto (was ökologisch nicht schlecht ist).
Außerdem stört mich als Nutzer mit gültigem Ticket die notorische Verlogenheit der Verkehrsbetriebe, die bei Fahrpreiserhöhungen immer beliebige Gründe anführen, also auch die angeblich vielen Schwarzfahrer. Daher immer mein Satz, wenn es die Schwarzfahrer nicht gäbe, müßten die Verkehrsbetriebe sie erfinden.
@4
''Kosten'' kann man auch mit dem Akkusativ verwenden.
Es ist eine bitteres Abbild der Gesellschaft.
Zu den Kosten: tja was denn? Das ist nunmal so. Sollen die Leute statt dessen direkt laufen gelassen werden?
Was ist, wenn bei euch mal eingebrochen wird und ihr die Polizei ruft?
"Ich hab den Einbrecher erwischt und gefesselt!"
"Hat der nur was geklaut oder auch jemanden bedroht/verletzt?"
"nur geklaut"
"Strafvollzugs- und Ermittlungskosten zu hoch – wir kommen nicht – lassen Sie ihn wieder laufen."
@8
Wie wärs denn mit Hausarrest? (Eventuell elektronisch kontrolliert mittels GPS-Keuschheitsgürtel)
Oder man könnte ein bewährtes Verfahren wieder einführen: Den Pranger.
In anderen Ländern auch recht beliebt, eher symbolische Körperstrafen (mit der Rute auf die Fusssohlen oder so).
@14 anonym:
Schon mal auf die Idee gekommen, dass die Schwarzfahrerrate deshalb so gering ist, WEIL so viel kontrolliert wird? Was meinst du wie viele schwarz fahren würden, wenn sie keine Kontrollen zu befürchten hätten?
Abgesehen davon sehe ich 5% als gar nicht mal so wenig an – heißt es doch, dass ich im Schnitt in jedem vollbesetzen Bus damit rechnen muss, 2-3 Leute zu finden, die keinen Fahrschein haben.
Und zum Thema Ersatzstrafen: wie einige hier schon angedeutet haben, wo soll man die Grenze ziehen? Jede Gerichtsverhandlung wegen Beleidigung, Diebstahl geringwertiger Sachen etc. verursacht bezogen auf den Schaden durch das Delikt relativ hohe Kosten – sollen Straftaten deshalb nur noch ab Körperverletzung aufwärts verfolgt werden?
Ein funktionierendes Rechtssystem kostet nun mal – allerdings wären ohne Strafverfolgung die Kosten für die Allgemeinheit deutlich höher.
Schön, dass hier eine JVA mit einem hohen Anteil am offenen Vollzug gewählt wurde, dem die meisten Leistungserschleicher vermutlich zuzurechnen sind…
Man kann mit wenig Aufwand auch JVA'en raussuchen, wo kein Schwarzfahrer einsitzt…
Um die Quote zu senken, könnte man sie ja auch mit auf andere JVA'en verteilen und zwischen Schwerverbrechern in den Hochsicherheitstrakten einkerkern. Dann klappt's auch besser mit der Resozialisation..
@16
Mittlerweile ist es doch schon so.
Jemand begeht eine schwere Körperverletzung, wird von der Polizei mitgenommen und spaziert am nächsten Tag wieder frei herum.
Und was passiert, wenn die Gefängnisse überfüllt sind? Baut man weitere? Benutzt man dann die jetzt in der Diskussion befindlichen Fußfesseln? Oder privatisiert man sogar die Gefängnisse, so dass das dann irgendwann zum Geschäft gehört?
Das sind alles amerikanische Verhältnisse!
Und mal ganz ernsthaft gefragt: Was spricht dagegen sozial schwachen Menschen wenigstens bei wichtigen Fahrten (zum Arzt, zum Einkauf, …) die Fahrtkosten zu erstatten bzw. sie umsonst fahren zu lassen?
Man sollte nicht vergessen, daß die Plötze bei weitem nicht Berlins einziger Knast ist. Man könnte auch einen Artikel machen, a la
JVA Moabit
hier sitzt niemand wegen Schwarzfahren
(ist der U-Haft Knast)
http://www.berlin.de/sen/justiz/justizvollzug/
oh du schöne verkehrte Welt….
Eine Frage ist aber auch, was für Schwarzfahrer man mit den teilweise recht massiven Kontrollen erwischt. Ich behaupte mal das sind zu einem ganz großen Teil Leute die eigentlich ein Ticket haben bzw. fast immer bezahlen, aber aus Stress etc. ab und zu vergessen. Ja, schon klar…jetzt kommt gleich irgendein preußischer Hardliner und quasselt was von Unwissenheit schützt vor Strafe nicht blablah. Ich glüh das Zwerchfell schon mal fürs Lachen vor.
Ich jedenfalls bin in meinem Leben nie bewusst schwarz gefahren. Als Schüler und später Student hatte ich insgesamt mehr als 10 Jahre immer ein Abo. Allerdings kam es immer mal wieder vor, dass ich meine Papiere vergessen habe. So wurde ich in dieser Zeit etwa 4-5x beim "Schwarzfahren" erwischt. Das kostete dann "nur" etwa 10 Euro oder DM beim Vorzeigen in der Geschäftsstelle. Einmal allerdings auch die volle Strafe, weil ich da ein Öko-Abo (oder so ähnlich) hatte, das übertragbar war. Es hätte also jemand anders genutzt haben können. War nicht so, lag einfach zuhause. Beim letzten Mal wurde ich mit einer angeblich zu alten Mehrfahrkarte erwischt. Ein Verfallsdatum stand allerdings nicht darauf. Der Kontrolleur meinte tatsächlich ich müsste über Tarifänderungen aus der Zeitung informieren, gab aber auch zu, dass die Karte etwa 2 Monate früher noch gültig gewesen wäre. Die Karte nahm er mir ab, eine weitere Fahrt wäre noch möglich gewesen. Effektiv hab ich also den doppelten alten Fahrpreis bezahlt. Dann kamen per Post mehrere Zahlungsaufforderung von einem Inkassobüro, in dem auch mit rechtlichen Schritten gedroht wurde. Hab ich einfach ignoriert. Nach 3-4 Schreiben war Schluß. Ein Abo bekomme ich wohl ohne Zahlung nicht mehr, aber das ist mir auch egal. Ich fürchte die "typischen Deutschen" können nicht einmal nachvollziehen, dass ich mir verarscht vorkomme. Ich lasse mich jedenfalls nicht bedrohen und als Verbrecher behandeln. Schon gar nicht wegen solcher Lapalien, bei denen effektiv niemandem ein Schaden entsteht und mein Gewissen reiner ist als Kochwäsche.
Der Staat macht sich mal wieder zum Handlanger von Wirtschaftsinteressen – auf Kosten der Steuerzahler.
Und dabei geht es nicht nur um die täglichen 80 Euro, denn so werden auch weitere oder größere Gefängnisse gebraucht. Wer die bezahlt, wissen wir ja auch.
@26, Tom:
Der Staat sorgt schlicht und einfach dafür, das geltendes Recht eingehalten wird. Oder sprichst du auch davon, dass "Der Staat sich mal wieder zum Handlanger von Wirtschaftsinteressen macht", wenn ein Ladendieb vor Gericht steht?
8: Die öffentlichen Verkehrsmittel wieder verstaatlichen und "Türsteher" (#2) einstellen. Dafür 1-Eurojobs abschaffen. Was allen dient, sollte auch von allen finanziert werden und lieber die 80 Euro einem jetztigen HartzIVler geben, der dann den Tag über mit der S-Bahn fährt, als dem Staat der den HartzIVler dafür einen Tag einsperrt :D
Wann hört den endlich der Irrsinn mit dem §265a auf. Der Paragraph wurde für die eingeführt, die sich wissentlich einer Kontrolle durch Schaffner entziehen wollten.
Nur die Schaffner gibt es heute nicht mehr. Nun dafür gibt es jedoch ein paar Arbeitslose, welche den Steuerzahler (also die, welche noch Arbeit haben) bezahlen müßen.
Ich wäre dafür, die Verkehrsunternehmen zu zwingen wieder Schaffner einzustellen, und den 265a nur dann anzuwenden, wer dem Schaffner ausweicht.
Nebeneffekt.
-Ein paar Arbeitslose weniger.
-Weniger Vandalismus
-Keiner mehr, der versehentlich zum Schwarzfahrer wird, weil er den Tarif nicht verstanden hat, oder die Zeitkarte vergessen hat.
@29: Versehentlich = Kein Vorsatz, da braucht man keine Schaffner, sondern Staatsanwälte und Richter, die Ahnung von Strafrecht haben.
@topic: Wo ist das Problem? Man kriegt nicht "einfach so" eine Haftstrafe ohne Bewährung für Schwarzfahren. Da muss man es schon 4, 5, 6 mal machen, unbelehrbar sein, etc. Und dann ist die Haftstrafe auch vollkommen in Ordnung.
@Darkstalker.
Ich habe mal die Kontrolleure beobachtet. Die Meisten der ohne Fahrschein fahrenden sind entweder überrascht (Karte Vergessen), oder kommen von außerhalb und haben sich beim Tarif vertan. Die echten Schwarzfahrer steigen meist aus, und werden nur bei Großkontrollen gefasst, oder haben nichts zu verlieren, und freuen sich auf ein paar Tage freie Kost und Logis.
Nun die Vergesslichen, oder den Irrtümern wird IDR 40€ auferlegt. Versuch mal, von den Nahverkehrstreibern 40€ zu bekommen, wenn denen aus Fahrlässigkeit etwas daneben geht.
Schwarzfahrer verhaften Schwarzfahrer!
Unser Gastgeber hatte vor einiger Zeit einen Link auf einen Artikel im Stern gepostet, demzufolge kriminelle Bahnmitarbeiter kriminellen Polizisten gezielt zu Schwarzfahrten in der 1. Klssse verhelfen.
Finde den Eintrag leider nicht wieder, gehe allerdings auch so davon aus, daß das bandenmäßige Schwarzfahren nicht zu- (Freiheits)strafen führt, sondern nur das derjenigen Würstchen, bei denen nicht einmal mehr das "erhöhte Beförderungsentgelt" won 40 Euro pfändbar ist.
Naja, der fette Umweltminister ruft mir ja auch aus seinem Düsenjet zu, daß ich nicht soviel fliegen soll, weil das der Umwelt schadet. Warum soll mich da nicht ein schwarzfahrender Polizist beim Schwarzfahren verhaften?
> Der Staat sorgt schlicht und einfach dafür,
> das geltendes Recht eingehalten wird.
Ja, ja. Und Nachts ist es kälter als draußen.
Leuten wie dir kann man nur sagen: Lasst die Schwarzfahrer bitte einfach laufen. Ich weiß, das klingt jetzt ganz furchtbar dumm, provokant und böse; wie kann ich nur so eine furchtbar schlimme Meinung vertreten, wo doch das Recht so heilig ist?
Nun, der Grund dafür ist ganz einfach. Es gibt wesentlich schlimmere Straftaten, bei denen NICHT eingegriffen wird. Jede verdammte Beleidigung, von denen gerade in unseren ach so tollen öffentlichen Verkehrsmitteln etliche geäußert werden, ist DEUTLICH schlimmer anzusetzen. Jede Körperverletzung muss als mindestens hundertmal schwerer gewertet werden, als einmal Schwarzfahren.
In der Realität findet aber das genaue Gegenteil statt: Bei solchen Delikten findet regelmäßig KEINE Strafverfolgung statt. Wenn doch, gibt es windelweiche Urteile, AUSSER selbstverständlich, wenn der Kläger ein Staatsdiener ist. Aber sonst kann man da halt nichts machen. Wegen der ach so pöhsen Überlastung der Justiz. Man ist halt mit Tauschbörsennutzern und Schwarzfahrern voll ausgelastet, da kann man sich doch nun wirklich nicht um den regulären Straßenterror von asozialen Menschenfeinden kümmern.
Das ist die Argumentation, die regelmäßig mehr oder weniger unter der Hand geäußert wird. Solange diese so läuft, möchte ich die Schwarzfahrer gerne aus den Knästen raushalten. Böse, wie ich bin, gilt das Gleiche übrigens auch für Ladendiebe. Hatten wir aber alles schon. Stichwort Salatsoße.
Man sollte bei der Diskussion auch bedenken, daß man wegen eines bloß vergessenen Fahrscheins nicht vor Gericht landet – im Regelfall wird dann nicht einmal Anzeige erstattet.
@17: Ähnliches ist einem Bekannten passiert. Es handelte sich nicht um Einbrecher, sondern nur "verbal aggressive" ungeladene Gäste auf einer Party – trotzdem war besagter Bekannter verwundert, als er bei der Polizei anrief: Man sagte ihm, solange niemand verletzt worden sei, könnten sie wegen Personalmangels keine Streife rausschicken. War ja schließlich nachts. Rheinland-Pfalz übrigens…
Vielleicht sollte der 265a StGB mal ausgeweitet werden auf die Erfüllung ALLER zivilrechtlicher Verträge. Dann würde es um die Zahlungsmoral wohl auch besser bestellt sein!
Im Ernst: Warum betreibt der Steuerzahler auf diese Art und Weise noch das Inkasso / Mahnverfahren für ein privatrechtliches Unternehmen?
Im übrigen sei daran erinnert, dass man ohne genügend Kontrollen an den Bahnsteigen/in den Zügen ja eigentlich schon schwer schwarzfahren kann….
@35:
> Man sagte ihm, solange niemand verletzt
> worden sei, könnten sie wegen Personalmangels
> keine Streife rausschicken.
Tja, genau das meine ich. Macht auch keinen Sinn. Gibt eh nur Ärger, und das Verfahren wird eingestellt. Wenn du Leute wegen Beleidigung anzeigst, kann es vorkommen, dass die Polizisten DICH drangsalieren.
Ist schwierig, jetzt illegales Verhalten mit Verhältnismäßigkeit aufzuwiegen. Wenn es so ist, ist es so. Das müsste erst ein Gesetzgeber ändern… Besonders positiv für die Sozialprognose ist es nicht.
In einer dieser Ordnungshüter-Dokus hab ich mal ein ganz cleveres Verfahren gesehen. Ich glaub, das war in Magdeburg. Schwarzfahren kostete 50 Euro. Wurde einer erwischt, boten ihm die Kontrolleure an, dass er sich im Verkehrsbetriebebüro eine Monatskarte kauft und die 50 Euro Strafe dann mit den ca. 65 Euro für die Monatskarte verrechnet werden. Auf diese Weise ist dann beiden geholfen: Der Schwarzfahrer kauft sich eine Karte und legalisiert sich damit, die Verkehrsbetriebe kriegen Geld für einen regulären Fahrer und füttern so Schwarzfahrer mit dem Gedanken an, dass die sich eine Menge Ärger ersparen können, wenn sie einfach eine Karte kaufen, für wenig mehr als die Kosten bei einer Kontrolle.
Wenn man sich diese Kosten anguckt, fuer die letztlich der Steuerzahler aufkommt, und sich dann auch noch ueberlegt, dass der Nahverkehr auch noch ganz gewaltig von selbigem bezuschusst wird, und sich Fahrkartenautomaten nebst Wartungspersonal, Kontrolettis usw ja auch noch finanziert werden muessen — waere es dann fuer den Steuerzahler (nicht notwendigerweise fuer die Kommunen oder gar die Verkehrsbetriebe) nicht billiger, den Nahverkehr direkt kostenlos anzubieten? Duerfte zudem Parkplatzprobleme und Verkehrskollaps auch noch mindern … und das Personal in den Zuegen hat dann nicht nur Zeit, sich um die Belange ihrer Kunden (die das ueber Steuern ja bezahlen) zu kuemmern, sondern darf auch noch freundlich zu ihnen sein.
Ein drittel Schwarzfahrer? Schade.
Ich würde lieber ein Drittel unserer Politiker im Knast sehen.
80 Euro am Tag macht knapp 2500 Euro im Monat. Davon kann man ausserhalb des Knasts schon ganz passabel leben. Vielleicht kann man da noch etwas optimieren. Ich denke nicht, dass man für diese Fälle Hochsicherheitsgefängnisse braucht.
Zürich hat das Schwarzfahrerproblem, zum größten Teil jedenfalls, dadurch gelößt, dass den "üblichen Verdächtigen", Obdachlosen, Junkies etc. personengebundene und nicht übertragbare Tickets kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Spart ungemein an Verwaltungs- und Gerichtskosten.
Penner können sich eigentlich keine Fahrkarten leisten und müssen laufen.
Anderernfalls würden sie im Winter dauernd in der warmen Bahn fahren und sie verstinken.
Hm können am Programm "Schwitzen statt sitzen" nicht teilnehmen? Zu starke Entzugserscheinungen?
Mit Peitschenhieben hat man noch jeden zum arbeiten gebracht ;-)
Berlin… eine üble Mischpoke. Wenn dort Anpöbeln der Kundschaft auch mit Knast bestraft würde, wären im Einzelhandel 90% der Belegschaft in der Plötze…
Da werden offensichtlich diejenigen, die nur ein paar Tage wegen Schwarzfahrens in den Knast müssen in einer Anstalt zusammengefaßt und nicht unter die richtig bösen Jungs gemischt und schon wittert das Verschwörometer im Lawblog, dass die Gefängnisse randvoll mit Schwarzfahrern sind.
kann man diese verfahren nicht auch wegen geringfügigkeit einstellen ? hier geht es nicht um eine Kapitulation des Rechts, sondern um die Unverhältnismäßigkeit von Strafe UND Kosten im Vergleich zur Tat. Vielen von denen, die hier sitzen bleibt wahrscheinlich kaum etwas zum Leben, also lasst sie doch schwarz fahren. Kostet uns als Steuerzahler insgesamt weniger als das Einbuchten.
@49 Fischli:
Kennen Sie Berlin? Offensichtlich nicht, sonst wüssten Sie, dass die BVG dann die Automaten abbauen könnte…
Erinnert mich an den Schöffen den man auch einsperren wollte. Was man alles einsperrt und was man alles frei rumlaufen lässt wird hier doch frei von gesundem Menschenverstand entschieden. Man erinnere sich doch nur an die 5 Kinderschänder die letzten Juni auf Bewährung freikamen. Aber einem Wirtschaftsbetrieb die 40 Euro erhöhtes Beförderungsgeld nicht zu bezahlen ist natürlich schlimmer als seinen Schwanz 20x in seine Tochter zu stecken.
ich halte den § für überflüssig. wenn ich etw. kaufe und nicht bezahle od. z.B. einen kredit nicht zurückzahle, meine miete nicht zahle oder meinen strom usw. hat das im normalfall (es sei denn es fällt unter betrug) keine strafrechtlichen konsequenzen. mir persönlich leuchtet nicht ein, warum es bei bahnfahren so sein sollte. entweder kontrolliert man besser (ich kenne durchaus europäische länder, die das tun, weil es dort eben keine straftat ist (übrigens in den meisten ländern der welt nicht)) oder man macht endlich das, was ÖFFENTLICHER nahverkehr sein sollte nämlich öffentlich und damit auch kostengünstig. soll heissen jeder darf damit (kostenlos) fahren und sollen die die kosten doch über die steuern finanzieren. ne fahrkarte kostet um die 2€ mittlerweile. find ich persönlich bei der wirtschaftlichen lage vieler menschen völlig überteuert. das wäre mal sozial. freie fahrt für freie bürger mit den öffis. und umweltschonend obendrein.
@51: Man sollte Godwins Law mal umformulieren. Inzwischen ist das Totschlagargument bei Diskussionen nicht mehr "Nazi", sondern "Kinderschänder".
So what? Das ist halt der Preis von Harz IV. Wenn man Menschen am Rand des Existenzminimums halten möchte, dann muss man höhere Kriminalität in kauf nehmen. Ob es nun Ladendiebstähle oder Schwarzfahren ist. Wir sollten lieber froh sein, dass es kein Straßenraub ist. Und die Kosten für die JVA zahlen wir doch locker. Denn wir wissen ja, dass es sein muss. Schließlich bedeutet Freiheit ja, dass sich Ackermann & Co KG sich die Taschen vollstopfen können.
Mittlerweile ist Bus-/Bahnfahren zum Luxus geworden. Ich wohne eher ländlich, Freunde aus meiner Gegend fahren zum Teil lieber mit dem Auto zur Uni und verzichten auf das "großartige" Studententicket. Mit einem sparsamen Auto kommen sie so auf die gleichen Kosten, ev. zahlen sie sogar noch weniger (rein aufs Benzin bezogen. Würde man sich nur für diese Pendelfahrten ein Auto zulegen, käme man natürlich teurer raus). Zudem haben sie immer einen Sitzplatz, trotz Staus ist man meistens pünktlicher und man ist flexibler.
Ok, Stuttgart ist, soweit ich weiß, da ein großes Negativ-Beispiel, aber irgendwo kann doch da was nicht stimmen, wenn es billiger ist, mit dem Auto zu pendeln, als mit den Öffis. Ich bin dafür, dass Schüler, Studenten, Azubis und Hartzer kostenlos fahren dürfen. Schlicht und einfach. (oder wie Schwerbehinderte mit einer 60€-Wertmarke fürs ganze Jahr in ganz D mit allen Öffis.) Tut der Umwelt gut, entlastet die Straßen und Steuergelder wurden schon sinnloser rausgehauen.
Bis es aber soweit ist, finde ich, dass Schwarzfahren genau so bestraft werden sollte wie Ladendiebstahl. Nicht schlimmer, aber auch nicht weniger schlimm. Selbst wenn es im Endeffekt "nur" 5% sind – wenn 5% nicht für ihre Lebensmittel im Supermarkt zahlen würden wäre das genau so eine Sauerei.
Also wegen Schwarzfahren kommt man in den Knast ! in China evtl. vorstellbar – aber nicht in Deutschland.
Für mich ist Schwarzfahren kein Straftat, sondern vergleichbar mit Falschparken oder geringer Tempoüberschreitung oder auch mal nicht angeschnallt im Auto zu sitzen – also alles was man eigentlich nicht vor dem Richter klären muss.
Aber der notorische Falschparker der ständig sein Auto ins Halteverbot stellt und für den die Abschleppgebühren kein Problem sind, der zahlt und muss nicht ins Gefängnis – der wo eh kein Geld hat, und schwarz fährt – den steckt man in den Knast. Niemand geht freiwillig in den Knast und wer das Geld hat, der zahlt eben statt in den Knast zu gehen.
Und mal ehrlich, mir soll keiner weißmachen, dass wegen den Schwarzfahrer die Ticket-Preise jeden Jahr angehoben werden bzw. ohne Schwarzfahrer das Fahren mit Bahn/Bus günstiger würde …
Den Steuerzahlerspruch find ich auch scheiße.
Es kosten nämlich nicht den Steuerzahler 80€, es kostet den Staat 80€. Wer den Unterschied zwischen meins und deins nicht versteht, kann ja mal probieren was passiert wenn er sich die Steuern die er zahlen musste versucht einfach zurückzunehmen. Der wird nach einer Verurteilung wegen Diebstahls schnell verstehen das die Steuern die man zahlt einem nicht mehr gehören.
Ob der Staat sein Geld für das eine oder das andere Ausgeben sollte ist eine andere Frage die ohne rhetorische Tricks gestellt werden sollte.
Ich fahre in fremden Städten nie mit dem ÖPNV, weil mir die Tarife viel zu undurchsichtig sind. Neulich in der Nähe von Düsseldorf wollte ich mir am Vormittag eine Karte schon für die Rückfahrt am Nachmittag kaufen, wurde aber zum Glück daran gehindert, sonst hätte ich auch als Schwarzfahrer geendet, da die Fahrkarte nur 180 Minuten (glaube ich) gültig ist. Ich bin dann mit dem Taxi zum Flughafen gefahren…..
Gerti, (Text editiert. U.V.), was verstehst DU denn von China. Oder Berlin. Offensichtlich garnix…
Vielleicht sollte langsam mal auffallen, wer die Gesetze warum macht.
Unsere Gesellschaft ist inzwischen in einer derartigen Schieflage, dass man sich fragt, ob die "Spitze" nicht nur aus Böcken besteht, die alles andere , als Gerechtigkeit im Sinn hat.
Gesetzesgläubigkeit gabs auch im dritten Reich. Es muss nur für jedes Unrecht an Ausbeutung, Schreddern der Grundrechte, totalüberwachung, Grandeabzocke ein Gesetz her, und die sache ist in Ordnung?
Wir steuern auf eine Diktatur zu. In den (noch) freien Medien steht, wem es nützt.
Hatte vor ein paar Monaten das zweifelhafte Vergnügen gehabt, mich in Berlin mit einer drogenabhängigen Straßenprostituierten ausführlicher zu unterhalten. Sie sagte mir, sie habe einige Zeit vorher ein paar Monate lang wg. Schwarzfahrens gesessen. Natürlich habe ich ihr davon kein Wort geglaubt. Bei dem Szenehintergrund muß man ja nicht alles glauben & schließlich sind wir hier doch in einem zivilisierten Land mit Anstand…
Scheint so, als ob ich ihr doch hätte glauben sollen.
das ist ja mal ne prima Möglichkeit Lebenshaltungskosten zu senken und ein Dach über dem Kopf zu organisieren.
Obdachlose sollte auf diese Option aufmerksam gemacht werden.
#k.
Was man bei den 80 Euro nicht vergessen darf. Der öffentliche Nahverkehr wird zu großen Teilen vom Staat bezahlt. Mehr Schwarzfahrer, und die gäbe es bei Straffreihet, bedeuten entweder höhere Ticketpreise, höhere Kosten für den Staat, weil die Verkehrsbetriebe die Linien sonst nicht mehr anbieten können, oder gar keinen öffentlichen Nahverkehr mehr. Keine Ahnung ob sich die JVA-Kosten unterm Strich finanziell für den Staat lohnen, aber ganz so einfach ist das Thema nicht.
>Das Ganze klingt irgendwie irre. Der Staat hält Gefängnisse für Schwarzfahrer vor, damit Privatbetriebe wie die BVG oder die S-Bahn Berlin ein bißchen Abschreckung bieten können, oder?
der staat hält auch gefängnisse für sonstige betrüger vor, damit diese etwas "abgeschreckt" (;-)) werden und keine verbrechen an privateleuten gebehen
wie würde es ihnen gefallen, wenn betrug an ihnen und/oder ihrer firma nicht mehr sanktioniert würden und damit quasi jeder dazu eingeladen wäre?
@63 frisch und andere
"Deutschland, das Land der Ideen" – Die Wirklichkeit ist trost- und phantasielos.
Beachten Sie, dass die möglichst häufige Nutzung des ÖPNV aus ökologischen Gründen unstrittig gesellschaftlich gewünscht ist. Dennoch sind die Preise so hoch, dass wie wir in einem Beitrag gelesen haben, Autofahren subjektiv (und vielleicht sogar objektiv) teilweise günstiger ist, man dabei auch unabhängiger ist.
Die Preise sind sogar so hoch, dass sich ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung diese nicht leisten kann!
Wir könnten darüber diskutieren/streiten, ob nicht die kostenlose Nutzung des ÖPNV für alle anzustreben ist.
Im Augenblick würde es mir aber reichen, wenn Sie sich mal hinter die Ohren schreiben würden, dass hier wieder mal nur die Ärmsten bestraft würden, dabei Vergehen und Strafe in keinem Verhältnis zueinander stehen und die Kosten für Justiz und Strafvollzug immens sind.
Macht das Sinn? Warum gibt man nicht unbürokratisch die Fahrt für bedürftige Gruppen frei? Wie hier auch schon gesagt wurde: Geld wurde und wird durchaus sinnloser verpulvert.
(Und außerdem sind Menschen sehr wohl bereit für eine Leistung zu bezahlen, auch wenn die Zahlung freiwillig ist. Bsp. Musikdownloads mit freiwilligem bezahlen, Restaurants mit freiwilligen Preisen, Straßenmusik, …. bestimmt gibt es noch mehr Beispiele.)
Ach Leuts, Frei-Essen im Restaurant, Kostenlos-Einkleiden bei Karstadt, Frei-Fahrten mit dem Bus… alles Kostenlos. Strafe darf nicht folgen weil zu teuer.
Gerade bei "Kleindelikten" fehlt mir oft die konsequente Verfolgung. Wer im Kleinen nicht lernt, der lernt's auch im Großen nicht.
Preisgestaltung von ÖPNV ist doch hier gar nicht das Thema.
Entscheiden ist, dass man sich hier etwas nimmt, was einem nicht zusteht. Und das nicht aus purer Not (Hunger) sondern aus Bequemlichkeit. Einfach ne Falsche Bier weniger oder ne Kippe weniger…
Und das so viele Leute gerne in den Knast gehen zeigt doch, dass ihre Lebenszeit keinen Volkswirtschaftlichen Nutzen stiftet. Im Gegensatz zu diesem Kommentar.
Für einen Einzelfahrschon wohl eher 10 Flaschen weniger.
Mal ein großes Kompliment an die "renitenten Totalverweigerer". Wenn es mehr Menschen mit Mut und Nerven für solchen zivilen Ungehorsam gäbe, wären wir wahrscheinlich schon weiter, hätten vielleicht kostenlosen ÖPNV oder wenigstens ein entschärftes Recht in dem Punkt. Ähnlich wie bei der Wehrpflicht: Wenn es mehr Totalverweigerer gäbe, wäre die wohl schon weg.
Aber ich hatte/habe ja auch weder für das eine noch das andere den Mut…
PS: Und dass die diesem verd… Staat auch noch einiges an Geld kosten, ist nochmal schön. Wenn's nur mehr wären, vielleicht würde es dem Staat dann irgendwann einfach zu teuer…
Ohne mir jetzt alle weiteren Kommentare durchzulesen, bis 9 bin ich gekommen, daher:
@9 wie wäre es mit technischer Prävention, wie zB in London? Bei Kaufhausdiebstählen ist das schließlich auch ein probates Mittel. Es ist nicht einzusehen, dass die Allgemeinheit dafür zahlt, dass der Eigentümer sein Eigentum nicht gegen Diebstahl schützt bzw. gegen unbefugten Missbrauch schützt. Als Halter eines Kfz ist man schließlich auch verpflichtet, sein Auto abzuschließen bevor man es im öffentlichen Raum parkt.
Abgesehen davon: die Schwarzfahrer werden in der Regel nicht dafür einsitzen, dass sie schwarzgefahren sind sondern entweder wegen eines Hausfriedensbruch (das Hausverbot wird regelmäßig bei Wiederholungstätern ausgesprochen) oder weil sie den verhängten Strafbefehl nicht begleichen. Gleichwohl wäre alles mit technischer Prävention einzudämmen, wenn nicht gar vermeidbar. Heutzutage eher als noch vor 10 Jahren. Die Möglichkeiten wurden sogar schon vor über 20 Jahren diskutiert, und da war ich noch Student.
und weil ich den gerade noch lese
@69 – für den Staat wird diese Entwicklung allenfalls ein Argument sein, noch mehr JVAen zu bauen. Es ist eben nach wie vor verpönt nach den Ursachen zu fragen und diese zu beseitigen, wie dies von Franz von Liszt schon 1882 (!) gefordert wurde.
Und nun noch die Korrektur eines Fehlers: "der Staat" sind eigentlich wir. Gemeint sind die gewählten Volksvertreter.
@71: Nicht zwangsläufig, z.T. wird staatlicherseits schon so eine Kalkulation der Verhältnismäßigkeit aufgemacht. Oder in der Justiz, wie wenn sich Staatsanwaltschaften wegen Geringfügigkeit und Arbeitsüberlastung weigern, Ermittlungen wegen illegalem Filesharing durchzuführen. Kommt natürlich immer drauf an, ob da jeweils Hardliner am Ruder sind oder andere.
Und nein, "wir" sind NICHT der Staat, wir sind Bürger (polemisch: Untertanen, Menschenmaterial) des Staates.
Art 20 Abs2 S. 1 GG: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
Daran sollte kein Zweifel bestehen und daran sollte man die Volks_vertreter_ immer wieder erinnern.
@ 70: "Es ist nicht einzusehen, dass die Allgemeinheit dafür zahlt, dass der Eigentümer sein Eigentum nicht gegen Diebstahl schützt bzw. gegen unbefugten Missbrauch schützt."
Die Verkehrsbetriebe schützen sich doch gegen "unbefugten Missbrauch" – eben in dem sie kontrollieren. Und beim ersten mal Schwarzfahren kommt keiner ins Gefängnis. Wer aber immer und immer wieder schwarzfährt und sich vom erhöhten Beförderungsentgeld nicht abschrecken lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn es irgendwann mal größere Folgen hat.
Nun, dann sollten kugelsichere Westen überflüssig sein. Schließlich ermitteln wir gegen Mörder, das sollte zum Schutz reichen… Sie verstehen nicht nur nicht, was mit einer technischen Prävention gemeint ist, sie missverstehen schon das Wort Prävention.
Erst anders herum stimmt es: Wir ermitteln AUCH gegen Mörder, wenn das Opfer keine kugelsichere Weste getragen hat.
Ihrem Kommentar unter 70 zufolge wären in solch einem Fall keine Ermittlungen nötig, weil diese ja die Allgemeinheit zahlen müsste und das Opfer schließlich keine "technische Prävention" betrieben hat.
das meinte ich nicht und ich hoffe, das wissen Sie auch. Kontrollen sind eben kein probates Mittel gegen Schwarzfahrerei. Sperren, die ein betreten des Bahnsteiges ohne Fahrkarte verhindern dagegen schon. Das ganze könnte technisch übrigens auch bei Geschwindigkeitsbeschränkungen funktionieren. Ein Gerät im Motor, welches in bestimmten Zonen das überschreiten der dort zulässigen Geschwindigkeit mittels drosseln des Motors schlichtweg verhindert. Aber statt dessen wird lieber freie Fahrt für freie Bürger gefordert. Ich fürchte allerdings, dass es eher darum geht mittels Radarkontrollen abzuzocken.
"Sperren, die ein betreten des Bahnsteiges ohne Fahrkarte verhindern…" lassen sich an den Haltestellen von Bus und Straßenbahn in der Stadt schlecht realisieren, wenn man nicht gleich den ganzen Fußweg sperren will. An Bahnhöfen wäre das schon eher machbar, hätte aber den Nachteil, dass man Reisende nicht mehr bis zum Zug begleiten oder dort erwarten kann. Und das ist nötig, wenn man z.B. die Koffer für die betreffende Person trägt.
Technische Maßnahmen sind wenn überhaupt für relativ "eigenständige" Verkehrssysteme wie U-Bahnen (siehe Metro in Paris) zu gebrauchen. Und selbst dort gibt es genügend Leute, die in einem unbeachteten Moment schnell mal über die Sperre klettern.
Man braucht also wieder Leute, die die Zugangswege überwachen – und es werden genauso Leute erwischt, die versuchen schwarz zu fahren. Bei Wiederholungstätern wird man genauso wenig um ein Strafverfahren herumkommen wie bisher und damit sind wir wieder am Anfang.
Sie bringen Umstände in die Diskussion, von denen hier nicht die Rede war. Nicht einmal im Ausgangspost. Aber gut: Der Eintritt in den Bus ist zB in Hamburg ab einer bestimmten Uhrzeit nur an der Fahrertür möglich. Der Fahrer kontrolliert dann gleich, ob ein Ticket vorhanden ist bzw. verkauft sofort eins. Die Straße muss dafür also nicht gesperrt werden.
Bahnhöfe (sie meinen wohl die der DB) waren nach meiner Erinnerung nur zu betreten, wenn man einen Bahnsteigkarte hatte. Da aber im Zug ohnehin ein Schaffner war, hat man diese Regelung – aus den von Ihnen angeführten Gründen – angeschafft. Seinerzeit konnte man in der Bahn ohnehin ohne Mehrpreis ein Ticket erwerben.
Natürlich kann eine technische Lösung an den U-Bahnhöfen auch umgangen werden. Sie nennen Paris, ich habe London genannt. Schön, dass Ihnen auch ein Beispiel einfällt, das Prinzip ist Ihnen also nicht unbekannt. Die Zahl der Schwarzfahrer ist gleichwohl geringer. Erst recht fallen Leute raus, die einfach mal vergessen haben, ein Ticket zu lösen.
Die öffentlichen Verkehrsbetriebe schieben den schwarzen Peter wieder mal auf die Justiz. Wenn eine bessere Überwachung der Verkehrsbetriebe stattfindet gibts auch weniger Schwarzfahrer. Wenn ich davon ausgehe das ein Schwarzfahrer 30 Tage einsitzt dann sind das bei 80.– Euro satte 2400.– Euro, da kannste viel Personal einstellen für Überwachung.
Ach, ich nehme ein n und tausche es gegen ein b. abgeschafft sollte es natürlich heißen. Ihnen eine gute Nacht. Und eine Frage noch: Schließen Sie Ihre Wohnung ab? Wenigstens dann, wenn Sie für längere Zeit abwesend sind? Und wenn ja, warum? Sehen sie.
Ich würde bei der Wahl geringe Geldstrafe oder 2 Wochen Knast auch lieber in den Knast gehen und mir dafür sogar extra Urlaub nehmen.
Der Staat bekommt keinen Euro zuviel! Er bekommt schon reichlich, auch von mir.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/S-Bahn;art270,2849767
"Keine S-Bahn mehr zwischen Zoo und Ostbahnhof"
Da hat also die Bahn die Gewinne verschwendet und die armen Schwarzfahrer hatten recht.
Das folgende Zitat gibt es gut wieder
"Endlich gute Nachrichten von der Deutschen Bahn AG: Schlimmer kann es nicht mehr kommen…! Und noch eine gute Nachricht: Nach dem Spitzengespräch zwischen dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Bahnchef Rüdiger Grube scheinen sich die Wogen hier aber geglättet zu haben.. Gott sei Dank! Wenn es jetzt noch Streit zwischen dem Regierenden Bürgermeister und der Bahn gegeben hätte…
…hätten die sich am Ende noch verpflichtet gefühlt, diese Knebelverträge einzuhalten, wonach das gesamte Netzt gemäß vereinbarten Fahrplan befahren werden muss. – Und das auch noch mit betriebssicheren, sauberen Fahrzeugen, mit funktionierenden Türen und Heizung im Winter. Am Ende noch mit korrekten Ansagen und freundlichem Personal?
Der Senat hat die Zeichen der Zeit erkannt und stellt sich dieser deutschen Pingeligkeit entgegen: Da weht doch ein erfrischend anderer Wind durchs Rote Rathaus. Und kündet von mehr Flexibilität und neuen Wegen (zur Arbeit und irgendwie auch wieder zurück).
"
Der Nachfolger Mehdorns hat jahrzehntelang für Daimler gearbeitet. Das ist doch ein Witz. Jetzt soll er die Bahn als Alternative ausbauen. Da doch lieber im Ausland LKW-Firmen dazukaufen.
Mal ne ganz dumme Frage,
wenn die Bahn vergisst, daß Räder verschleißen können, und deswegen über Wochen nur 30% der verkauften Verkehrsleistung erbracht wird. Wer geht denn dafür ins Gefängnis?
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,636590,00.html
Da hätte man sicher noch ein Plätzchen für Herrn Zumwinkel.
Aber Schwarzfahren ist ja ein Kapitalverbrechen
Au weia, wenn das mal nicht noch schlimmer wird:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,638239,00.html#ref=boesesgooglenews
Als ich das gelesen habe, musste ich unwillkürlich an diesen Blogpost hier denken
Ein Richter dass jemanden wegen schwarzfahren in Knast schick muss geistig behindert sein. In einem Land wo Millonen Steurerhinterziehung mit Bewährung bestraft wird, als Richter man darf sich nicht so wie ein Arschloch verhalten.
Ich möchte für mein vorheriges Komentär um Entschuldigung bitten. Ich wollte die geistigbehinderte nicht beleidigen. Grüß.
In USA geht man manchmal auch für nur 20 Euro gestohlene Produkte aus dem supermarkt ins Gefängnis für 3-5 Jahre. Unglaublich, wie Corporationen das Gesetz zu ihren Vorteilen umbasteln können.
Ich hoffen, dass es bei uns nicht so sein wird. Wer Geld hat, der spürt die 60 Euro im Monat nicht, aber für welche, die für 1000 Euro jeden tag auf der Arbeit reinstecken müssen, ist das Gefängnis wohl nicht eine gute Nachricht. Viele sind mit schwach entwickeltem Intellekt geboren, und die aussichten irgendwas aus dem Leben zu machen sind stark limitiert. Und dann kommt eine Gefängnis und das Leben rutscht in die Hölle. Wer will so ein Leben?
Wie die Gesellschaften streicken: muessen wir auch! In den letzten 6 Jahren haben sich die Preise fast verdoppelt! Wir muessen mal alle die mit der Bahn fahren an einem Tag alle schwarz fahren, damit sie die Preise senken. Das ist gut, ein einem Tag 20 millionen Deutscher fahren schwarz!