Surfpaket, ungefragt
Gestern habe ich mich aus eher nichtigem Anlass nur ein wenig über Vodafone geärgert. Es mag ja sein, dass Gott und die Welt solche Kunden-werben-Kunden-Programme hat. Trotzdem bleibt es bemerkenswert, wenn man von einem Laden, bei dem man selbst schon knapp 15 Jahre Kunde ist und Silber- oder was weiß ich für einen Status genießt, plötzlich als potenzieller Drücker eingeworben wird.
Nur ein wenig geärgert, wie gesagt. Da hätte ich vielleicht besser nicht dem Impuls nachgegeben, etwas zu tun, was ich sonst nie tue. In schaute in unsere Buchhaltungsunterlagen. In diversen Leitz-Ordnern heftet die Sekretärin schön alle eingehenden Rechnungen ab. Der Steuerberater bearbeitet sie dann fürs Finanzamt auf. Ein Selbstgänger, mit dem ich möglichst wenig zu tun haben möchte.
Vorgelegt kriege ich nur Rechnungen, an deren Korrektheit meine Mitarbeiterin zweifelt. Also meist von Adressbuchfritzen, Internetabo-Abzockern und dem Escort-Service Roxanna (wobei ich denen schon tausend Mal gesagt habe, sie sollen alles an die Privatadresse schicken).
Die Firma Vodafone gehört bislang nicht zu diesem Kreis. Bis gestern. Da sehe ich nämlich, dass seit ungefähr einem Jahr Monat für Monat neben dem Minutenpaket, das ich mal gebucht habe, ein neuer Rechnungsposten auftaucht. Ein “VF Surfpaket” für jeweils 1,99 Euro.
Ein Kostenpunkt, von dem ich bislang nichts wusste. Den ich definitiv nicht bestellt habe. Und den ich, verdammt noch mal, auch nicht will! Schon deswegen nicht, weil ich mit der Vodafone-Karte nur telefoniere. Und das auch nur noch in Form einer Rufweiterleitung auf meine neue Handynummer bei einem anderen Anbieter.
Schon weil die SIM-Karte nur noch in meiner Schreibtischschublade liegt, surfe ich gar nicht über Vodafone, erst recht nicht im ollen Live-Portal. (Dieses ebenfalls eher unangenehme Erlebnis war mein letzter Internetausflug mit Vodafone.)
Wie kommt so ein Laden also dazu, mir ungefragt zusätzliche Kosten aufs Auge zu drücken? Noch dazu in Form eines Zusatzangebotes, für das ich ersichtlich keine Verwendung habe? Für so ein Gebahren habe ich kein Verständnis, auch wenn’s nur um zwei Euro im Monat geht.
Da aus dem kleinen Ärgernis dann noch ein großes wurde, habe ich gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Eigentlich wollte ich ja noch abwarten, ob Vodafone sich vielleicht mal zu vernünftigen Tarifen durchringt, gerade was die mobile Internetnutzung anbelangt. Aber dazu habe ich jetzt keine Geduld mehr.
Die Rufnummer ist gekündigt, der Umzugsantrag gestellt.
http://www.teltarif.de/arch/2006/kw04/s20209.html
Schweigen als Annahme. Immerwieder toll
Sollte man in solchen Fällen das Geld nicht recht leicht wieder einfordern können?
Lieber Herr Vetter,
willkommen in der Realität *g*, dass macht sie richtig symphatisch, dass sie sich noch über ungefragte / nicht bestellte Rechnungsposten aufregen..
Ich muss sie sehr enttäuschen.. andere Anbieter sind auch nicht besser.. das magentafarbene Unternehmen kündigt sogar die zu billigen Tarife.. die Kunden müssen einen anderen Tarif wählen.. der alte war zu billig.
Es ist heute mit allem so.. mein innerliches Bild des Telefon-/ Internetmarktes sieht aus wie ein Ninja-Krieger mit 4 Armen und 8 Schwertern, der nach allen Seiten hin dubiose Angebote abwehrt..
"Selbstgänger"? Duden, Wahrig und meine Wenigkeit kennen das Wort nicht. Ist vielleicht "Selbstläufer" gemeint?
Oder soll gesagt werden, dass der StB selbst zum FA geht und UV mit dem StB nichts zu tun haben möchte?
Fragen über Fragen. Ich stehe auf dem Rohr. Oder war es der Schlauch?
@ 4 (Carola):
Wobei ich es weitaus seriöser finde, eine Kündigung auszusprechen, als ungefragt Verträge unterzuschieben. Ersteres ist rechtlich einwandfrei, letzteres wohl kaum.
Hab mich letztens auch aufgeregt – da ruft jemand von T-Mobile an und erzählt mir (wie von einem Zettel abgelesen) welch großes Glück ich habe schon lange Kunde zu sein und dass ich jetzt eine zweite Sim Karte bekommen würde für meine Freundin oder Familie. So weit so schön aber die Kosten waren 10 Minuten lang nich angesprochen worden. Auf die Frage "Na, sollen wir das für Sie einrichten ?" kam erstmal meine Frage "Was kostet das denn?" – nachdem sie dann mal mit der Sprache rausgerückt ist war das Gespräch schnell zu Ende.
Die Provider sollten mal überlegen wie ihre Kunden sparen können und nich ständig wie man noch mehr unnützige Funktionen verkaufen kann. Wenn ich nämlich nicht sparen kann dann geh ich eben zu einem Anbieter bei dem ich sparen kann.
@6: Nun ja, bei genauerem Hinsehen wirkt die ausgesprochene Kündigung eher unersiös.. wie sagt man seinem Kunden, dass er zu wenig Geld an den Konzern bezahlt ? Kann nicht seriös sein..
Ich glaube der ungefähre Wortlaut war: Die Tarife werden "abgeschaltet"… *klick-aus* ?
Bereits zum dritten Mal in Folge habe ich bei Vodafone ein unverlangtes Reiseversprechen abbestellt, das ich nicht bestellt habe und einfach auch aus Bockigkeit nicht will.
Mit schöner Regelmäßigkeit wird das Reiseversprechen zu jedem Sommerurlaub wieder eingebucht, obwohl laut Hotline-Auskunft in meinem File seit zwei Jahren der Eintrag meiner damaligen Worte steht "Keine Vertragsänderungen ohne schriftlichen Auftrag/Bestätigung".
Man kümmert sich offenbar einen Scheiss darum. Für mich war es das auch jetzt. Im Wenigtelefonierer-Privatbereich kommt man mit Prepaid ohnehin besser weg.
@7 : Har Har Har … "welch großes Glück"…
Oh ja, ich kann das Glück förmlich hören, es klopft schon an und ruft "bezahl mich"..
Sie hören da noch zu ? Grundsätzlich lege ich bei solchem Geschwafel auf, gerade die Telekom hat nichts zu verschenken (wer hat das schon)? Dinge, die man kostenlos bekommt, da muss man monatelang hinterher sein..
Ach Udo. Das mit "nur" 1,99€ muss man in Relation sehen. Bei einer Million Kunden, denen man das unterjubeln kann sind das mal eben flotte 2 Millionen im Monat. Und da werden dann Erdnüsse ganz schnell zu fetten Kürbissen :)
Bei mir hat VF auch ca. 5 Monate ein Surfpacket für ca. 2 EUR/Monat abgebucht, was ich NIE bestellt hatte.
Nachdem ich mich beschwert habe, wurde mir erzählt dass ich das zwar nicht bestellt habe, jedoch wohl einmal über einen bestimmten Betrag übers Handy gesurft hätte.
Da zündet dann ein Trigger, der dann automatisch ein Surfpacket bucht. Ob der Kunde es will oder nicht.
Für mich war es definitiv nichts, weil das nur eine einmalige Surfaktion war. Ich habs halt erst nach 5 Monaten gemerkt.
VF hat mir dann 20 EUR als gnädige "Wiedergutmachung" gutgeschrieben.
Solche Machenschaften gehören einfach Verboten !
Erstmals nach Jahren treuer Leserschaft lauthals bei der Lektüre gelacht. Mehr Lockerheit, weniger Verbitterung steht ihnen gut zu Gesicht.
@12: ach sooooo.. und wenn ich öfter die Nummer meiner Oma in *Irgendwodorf* wähle, schickt mit die Bahn gleich noch Zugticket dort hin ? Hätte ja sein können dass ich mal hin will, wenn ich schon so oft dort anrufe..
*schnarch*…
Zur Zeit schickt VODAFONE am späterern Abend (19:00/20:00) Drückerkolonnen durch die Häuser, die sich als Techniker der T-Kom ausgeben und "ein paar technische Eckdaten" abfragen möchten, damit "wir dem Kunden eine höhere Bandbreite bei DSL schalten können": wie schnell ist ihre Leitung? bei welchem Anbieter? was zahlen Sie? Da ich nach der Arbeit keinerlei Lust habe, mich an der Wohnungstür über Verträge zu unterhalten, meldete ich Zweifel daran an, das die Herren Techniker seien und erklärte, bei mir sei alles in Ordnung und mein Vertrag liefe noch ein Jahr. Die Herren wollten das irgendwie nicht zur Kenntnis nehmen und schwafelten plötzlich von den günstigen Flats der Vodafone. Mir war das zu blöd, bedankte mich und machte die Tür zu! Knappe 15 Minuten später schellte die Klingel Sturm, an der Wohnungstür war kein Mensch, aber an der Haustür hatte jemand mit einem Holz den Klingelknopf manipuliert. Auf der Strasse gingen die beiden Männer zum Nebenhaus…
Ich beschwerte mich per Email bei Vodafone, erklärte, eine DRÜCKERKOLONNE hätte mich Abends belästigt und schilderte den Vorgang. Im Gespräch mit den Herren war das Wort DRÜCKERKOLONNE nicht gefallen.
3 Tage später komme ich von der Arbeit nach Hause, steht neben meiner Haustür, mit Kugelschreiber auf die Tapete, geschrieben: „Drücker-Power Daniel und Sebastian WHR 05.07“
Man braucht kein Detektiv zu sein, um den Zusammenhang zwischen Beschwerde und Schmiererei zu erkennen. Vodafone sieht das Anders, man habe gar keine Drücker unterwegs …
@15: Da hätte ich mich gerne der Körperverletzung (vorsätzlich) strafbar gemacht.
@15 ob "Daniel und Sebastian" wirklich so dumm sind? Man müsste ja eigentlich Anzeige erstatten, wenn man nicht wüsste dass sowas eh wieder eingestellt wird.
@15 Oh Mann, JETZT verstehe ich, warum bei uns jemand "T-Com" ins Treppenhaus (auf dem Weg zu unserer Wohnung) geschmiert hat. Das dürfte dann wohl die – eigentlich netten – UnityMedia Werber gewesen sein. Und ich habe mich noch gewundert, wer und zu welchem Zweck sowas machen würde.
Meine Erfahrung mit Vodafone: Als ich vor Jahren mein erstes Handy mit Vertrag wollte, habe ich bei denen angerufen und meinen Namen gesagt. Antwort (wortwörtlich): "Mit Ihnen machen wir keinen Vertrag."
Es gab dann – auch schriftlich – keine Anwort auf meine Frage, warum mein Name bereits ausreicht, um als Kunde auszufallen. Nur ein Anruf noch, in dem man sich entschuldigte und mich doch als Kunde werben. Da habe ich dankend nein gesagt.
Und jetzt – als eigentlich zufriedener Kunde eines anderen Anbieters – wird man hintenrum dann doch noch in deren Kundenstamm einverleibt.
Ich überdenke gerade mal wieder die Kündigung…
Base ist auch nicht besser: da wird mir bei Vertragsverlängerung ein Gratis-Handy angeboten und bekommen habe ich eins für eine Zuzahlung 10€/Monat. Bei Ebay hätte es 160€ gekostet…
T-Mobil hat mir als ehem. Platin-Kunden immerhin eins für 80€ geschenkt.
@17 Daniel
Ob die Vornamen stimmen kann ich natürlich nicht sagen. Aber der Zusammenhang zwischen Beschwerde und Schmiererei sind meiner Meinung nach eindeutig. Wortwahl und zeitlicher Ablauf sprechen für sich! Nach 3 Tagen ist eigentlich ein Gebiet von Drückern fertig "abgeklappert". Trotzdem haben sich die Beiden die Mühe gemacht, noch mal bei Mir vorbeizuschauen um ihre Botschaft an die Wand zu schmieren. Da es im Haus x-Wohnungstüren gibt, und die Schmiererei nur an der Wand neben meiner Tür zu finden ist, braucht es sicher keiner weiteren Beweise. Eben weil das Verfahren mit Sicherheit eingestellt würde, habe ich auf eine Anzeige verzichtet.
Leider schenken sich diese Kommunikationsdienstleister alle nicht viel, wenn einer von denen eine neue Idee hat wie man seine Kunden betuppen kann machen es die anderen nach statt dagegen vorzugehen. Mit Abmahnungen fängt auch keiner an weil die wohl alle wissen dass sie sich gegenseitig mit Gegen- und Gegengegenabmahnungen in den Ruin klagen würden.
@7 (Roland)
Das nächste mal einfach den Namen des Sachbearbeiters erfragen und notieren und dann als Kündigungsgrund angeben ;)
Es gibt doch in D nur vier Netzbetreiber, einen davon muß man also wählen (selbst wenn man sich eine andere Firma, wie z. B. Debil, aussucht). Und man kann doch mit großer Sicherheit sagen, daß sie alle, bezüglich ihres Verhaltens gegenüber dem Kunden, rein gar nichts taugen, früher oder später wird man das merken, bei den meisten früher (nur bei E plus wäre ich mir von vornherein nicht völlig sicher).
Der größte Luxus ist und bleibt es doch, kein Mobiltelefon zu nutzen. Ich bleibe dabei.
@23 Leider ist es nicht unüblich dass "Sachbearbeiter" eher Verkäufer und in dieser Funktion angewiesen sind keine oder falsche Namen zu nennen. Nur eines von vielen Mosaiksteinchen um bei Problemen nicht haftbar zu sein.
@UV
Kennen Sie eigentlich folgenden Link?
http://www.jurablogs.com/de/surfpaket-ungefragt
Da wird der Text mit Google ad verziert
("zitiert" wird sehr viel ausführlicher, als google news das je machen würde…)
Herzlichen Glückwunsch, Herr Vetter, zur Kündigung bei VF. Auch ich habe damals lange mit mir gerungen. Ich bin seit 3 Jahren bei o2 und bisher sehr zufrieden (wobei ich damit nicht sagen will, das andere Betreiber schlecht wären – ausser VF. Die SIND schlecht.)
@UV
offensichtlich muss man sich da explizit anmelden, insofern hat sich meine Frage erübrigt…
http://www.jurablogs.com/about/impressum
@28 GxS:
Naja, unter "teilnehmen" steht dann der lapidare Hinweis doch eine kurze Email zu schicken, also kann UV durchaus fremd angemeldet worden sein. Wäre ja nicht das erste Mal, dass das Blog bei fremden Blogsammlern mit Werbung unterlegt auftaucht Oo
Die Anschrift in Kalifornien find ich bei dem Angebot am Schönsten ^^
@27 (daniello223)
Die Erfahrungen mit O2 kann ich nur bestätigen. Bin auch seit 4 Jahren bei denen Kunde (meine Familie benfalls) und absolut zufrieden. Bei Vertragsverlängerung kriegt man keine Handys für 80 € 'geschenkt', sondern für 1€, wie bei Neuabschluß.
Keine Anrufe, keine nervige Postwerbung und auch keine untergeschobenen Kosten wie das erwähnte Surfpaket.
Außerdem finde ich, daß die 'Homezone' eine tolle Einrichtung ist. Ich wollte sie nicht mehr missen.
@ 29 WhiteWolf
aber bei twitter tut der Betreiber so, als ob er UV kennen würde :)
Bin tatsächlich einer der wenigen die mit Twitter keine Ahnung haben, beim Überfliegen seiner Tweets sind das doch nur reingelinkte Beiträge von seiner Seite, oder?
Oder sind die beiden gegenseitige Follower, was ich leider nicht nachschauen kann.
Kann ja auch durchaus sein das UV da sein ok gegeben hat, wenn ich da an einige frühere Beiträge denke, wäre aber auch das Gegenteil möglich :D
Also wenn man kein (teures) Handy benötigt, sollte man sich mal bei den Discountanbietern umsehen. Gute Erfahrungen habe ich mit Blau.de gemacht. Hätte ich mein Handy nicht verloren und mir deswegen, den O2-Vertrag geholt, wäre ich jetzt noch bei denen.
Vodafone ist für mich, wie auch 1&1, eine dieser Firmen bei denen man nur einen normal sprechenden Menschen der wenigstens Interesse heuchelt ans Telefon bekommt wenn man kündigt. Ich war bei beiden, hab den ganzen Müll angedreht bekommen mit irgendwelchen Zweitkarten, komischen Tarifen die sich undurchsteigbar nach Mondphasen oder sonstwas richten. Hab wochenlang keine VoIP fähige Fritzbox erhalten trotz Telefonflat, welche dann rauschte, knatterte und ratterte. Hab alles genau in die Kündigungsbegründigung geschrieben, was aber nicht mal bis zum nächsten anrufenden armen Callcentervogel vordrang der mich zum Bleiben überreden wollte. Was geht mir die Masche mittlerweile gegen den Strich! Können mich alle mal da wo die Sonne nicht scheint, vor allem mit ihrem so qualvoll peinlich gekünstelten Web-Viral Werbungen.
Da bleib ich lieber bei den kleineren, die sicher auch nicht perfekt sind, aber wenigstens die Eier haben ein öffentliches Support-Forum zu hosten in dem nicht jeder Problemfall sofort gelöscht wird, sondern Leute mit Ahnung antworten.
@32 WhiteWolf
Keine Ahnung, ich bin auch zu alt für Twitter :)
volksverdummung…ständig zunehmende volksverdummung in ALLEN lebensbereichen. ich warte auf den tag, an dem ein kleines kind sagt: " der kaiser hat ja gar keine kleider an"…und dann???
Volksverdummung, das ist ja schön gesagt. Dazu braucht man aber auch das Volk, das sich bereitwillig verdummen läßt. Daran besteht hierzulande wohl offenbar kein Mangel. Aber es ginge auch anders (in vielen Fällen); Konsumverzicht wäre ein Stichwort. Oder auch Nachdenken – bevor man handelt.
Das hätte doch eine schöne neue Klage werden können. Keine Lust @UV nach dem Postbank-Sieg?
Roxanna???? 0.o
wie geil ist das denn :)
Hallo Herr Vetter,
das ist mir als Kunde auch passiert. Durch einen guten Kollegen, der bei Vo****** beschäftigt ist, habe ich erfahren, dass das Ganze System hat. Das alte Provisionssystem der Filialen baute darauf auf, dass den Kunden (notfalls ungewünscht, aber natürlich offiziell "ohne Kenntnis der Geschäftsführung") unsinnige Zusatztarife eingebucht wurden.
Zwischen den Filialen entbrannte ein regelrechter Provisionswettstreit, bis sich die Kunden nach einiger Zeit darüber beschwerten, dass diese Zusatztarife eine vertragsverlängernde Wirkung hatten. Die Kunden kamen dann also nicht nach Ablauf der bei Vertragsschluss vereinbarten Mindestvertragslaufzeit aus den Verträgen raus, weil sie ja angeblich später noch Optionen gebucht hatten.
Das fragt man sich: Wie dreist kann man sein? Das wäre doch eigentlich eine Sache für den Staatsanwalt? Ich meine, wie kann es sein, dass in manchen Filialen über einen längeren Zeitraum, quasi jedem betreuten Kunden Zusatztarife eingebucht wurden, manch eine Filiale dafür irrwitzige Provisionen erhielt, sich tausende Kunden bei der Hotline beschwerten und man seitens der Geschäftsführung alles abbügelte, bis die Presse nachhakte?